Helmholtz fördert internationale Partnerschaften in der Gesundheits- und Materialforschung
Neue Medikamente gegen Infektionen, die Wirkung von Umwelteinflüssen auf
die Gesundheit sowie einzigartige Einblicke in die Struktur von Materie –
das sind die Themen, die im neuen Programm „Helmholtz International Labs“
gefördert werden. Für die Dauer von zunächst fünf Jahren erhalten die
International Labs jährlich jeweils bis zu 300.000 Euro. Im Rahmen ihrer
Internationalisierungsstrategi
Zusammenarbeit mit exzellenten Forschungseinrichtungen weltweit aus.
„Ich gratuliere den drei ausgewählten Labs“, sagt Otmar D. Wiestler, der
Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Sie haben in einem hochkompetitiven
Wettbewerb überzeugt und können nun mit einer beachtlichen finanziellen
Unterstützung und in internationaler Partnerschaft gesellschaftlich
relevante Themen vorantreiben.“ Die geförderten Projekte hätten beste
Voraussetzungen, um im Bereich der Gesundheits- und der Materialforschung
substanzielle Fortschritte zu erzielen.
Die Helmholtz International Labs dienen in erster Linie der Erweiterung
oder der Intensivierung bestehender oder neuer Kooperationen mit
renommierten Partnern im Ausland. Die Nutzung großer
Forschungsinfrastrukturen spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie werden
gemeinsam von den Partnern an einem ausländischen Standort aufgebaut. Die
Förderung beträgt bis zu 300.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommt ein
entsprechender Anteil der jeweils beteiligten Zentren sowie des
ausländischen Partners. Zunächst werden die Projekte über fünf Jahre
gefördert. Bei erfolgreicher Zwischenevaluation ist eine dreijährige
Verlängerung möglich.
In der ersten Ausschreibungsrunde wurden jetzt im Rahmen einer
Auswahlsitzung mit einem internationalen Gutachterpanel die ersten drei
Helmholtz International Labs zur Förderung ausgewählt. Bis zum Jahr 2020
sind insgesamt drei Ausschreibungsrunden geplant. Die zweite beginnt
voraussichtlich Ende 2018.
Ausgewählt wurden folgende drei Projekte:
Deutsches Elektronen-Sychrotron (DESY): CAS-Helmholtz International
Laboratory on Free-Electron Laser Science and Technology (CHILFEL)
Das Projekt CHILFEL widmet sich sogenannten Freie-Elektronen-Lasern (FEL),
die per Teilchenbeschleuniger hochintensives Röntgenlicht für die
Forschung erzeugen. Damit ermöglichen sie einzigartige Einblicke in die
Struktur der Materie. Sie erlauben beispielsweise, die räumliche Struktur
von Biomolekülen zu entschlüsseln, chemische Reaktionen zu filmen oder
Bedingungen zu erzeugen wie im Inneren von Sternen und Planeten. Das
Projekt verbessert Schlüsseltechnologien und Instrumente bestehender und
künftiger FEL in Hamburg und Shanghai und entwickelt gemeinsame
Instrumente und Test-Installationen.
Partnerland China: ShanghaiTech University, Shanghai Institute for Applied
Physics / SINAP (Chinese Academy of Sciences)
Ansprechpartner: Prof. Dr. Wilfried Wurth, Tel.: 040 89 98 26 21, E-Mail:
Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und
Umwelt mit Beteiligung des Forschungszentrum Jülich: Impact of Atmospheric
Aerosols on Human Health (AeroHEALTH)
Luftverschmutzung ist eines der größten Gesundheitsrisiken aus unserer
Umwelt. Mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung leben an Orten, wo die
WHO-Leitlinien zur Luftreinhaltung nicht eingehalten werden. Dennoch gibt
es eine enorme Wissenslücke zu den Ursachen und zugrundeliegenden
Mechanismen der Gesundheitseffekte. Es liegen zu wenige Daten vor, um
Belastungen realitätsnah einschätzen und Maßnahmen zu ihrer Verringerung
treffen zu können. Im Kooperationsprojekt AeroHEALTH bündeln das Helmholtz
Zentrum München, das Forschungszentrum Jülich und das israelische Weizman-
Institut ihre Kräfte, um den Einfluss atmosphärischer Luftschadstoffe auf
die menschliche Gesundheit aufzuklären und das komplexe Wechselspiel
besser zu verstehen. Auch die gemeinsame Ausbildung junger Wissenschaftler
sowie die wissenschaftsbasierte Beratung von Behörden und Politik gehört
zu den Zielen des internationalen Forschungsprojekts.
Partnerland Israel: Weizmann Institute
Ansprechpartner: Prof. Dr. Ralf Zimmermann, Helmholtz Zentrum München,
Tel.: 089 31 87 45 44, E-Mail: ralf.zimmermann@helmholtz-muen
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI): Novel drug candidate for
the treatment of bacterial and viral infections with unmet medical need
In Zusammenarbeit mit der chinesischen Shandong Universität wird im
Helmholtz International Lab ein interdisziplinäres Forscherteam an neuen
antibakteriellen und antiviralen Strategien arbeiten, um neue Medikamente
gegen resistente bakterielle Infektionen und virale Krankheiten zu
entwickeln, für die noch keine effiziente Behandlung existiert. Die
Forschung wird in vier therapeutischen Bereichen stattfinden:
„Medikamentenresistente gramnegative bakterielle Infektionen“,
„Tuberkulose“, „Hand-Fuß-Mundkrankheit, die durch EV-A71 verursacht wird“
und „Bronchiolitis, die durch Respiratory Syncytial Virus verursacht
wird“. Die Helmholtz-Teams und ihre Kollegen der Shandong Universität
haben sich zum Ziel gesetzt, im Rahmen der Förderung durch die Helmholtz-
Gemeinschaft und die Shandong Universität neue Wirkstoffe bis in die
Proof-of-Concept-Phase zu bringen.
Partnerland China: Shandong University
Ansprechpartner: Prof. Dr. Rolf Müller, E-Mail: rolf.mueller@helmholtz-
hzi.de
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und
drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch
wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie,
Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Materie sowie
Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit rund
39.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem
Jahresbudget von rund 4,5 Milliarden Euro die größte
Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition
des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
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