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Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren

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In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs. Ein
gängiges Verfahren zur Diagnose ist die Ultraschalluntersuchung. Wenn die
Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird, können
Leberkarzinome sogar schon in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden.
In einer aktuellen Metaanalyse fanden US-Forscher heraus, dass so 40
Prozent mehr Tumoren frühzeitig erkannt werden. Experten der Deutschen
Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) machen vor diesem
Hintergrund auf die Relevanz einer qualitativ hochwertigen Diagnostik
aufmerksam.

„Je früher ein Leberkarzinom erkannt wird, desto besser sind auch die
Chancen auf Heilung“, sagt DEGUM-Experte Professor Dr. med. Christoph
Sarrazin. Das Problem sei jedoch, dass die Erkrankung häufig spät entdeckt
würde, da sie in einem frühen Stadium oft nur unspezifische, allgemeine
Beschwerden verursache. „Insofern ist die Erkenntnis der amerikanischen
Forscher sehr wertvoll für die Krebsdiagnostik“ so Sarrazin, Hepatologe am
Leberzentrum Wiesbaden. Mögliche Anzeichen eines Leberkarzinoms sind
Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und eine unerklärliche
Gewichtsabnahme. Auch ein Schwächegefühl, eine erhöhte Temperatur ohne
erkennbare Ursache und eine tastbare Schwellung unter dem rechten
Rippenbogen können auf ein Leberkarzinom hindeuten. Wer mehrere dieser
Anzeichen wahrnehme, solle sich dringend untersuchen lassen, rät der
Experte.

Bei der Diagnose des Leberkarzinoms ist die Ultraschalldiagnostik das
Mittel der ersten Wahl. „Mit der Sonografie des Bauchraumes können wir
auch recht kleine Lebertumoren entdecken. Der Einsatz von Kontrastmitteln
kann dabei hilfreiche zusätzliche Informationen liefern“, sagt Sarrazin.
Die Sonografie hat gegenüber anderen Verfahren wie der Computertomografie
(CT) den Vorteil, dass sie strahlenfrei und somit besonders
gesundheitsschonend durchgeführt werden kann. Zudem ist sie für den
Patienten schmerzfrei.

Eine Herausforderung war bislang die frühe Diagnose des Leberkarzinoms, da
die Tumoren im zirrhotisch veränderten Lebergewebe im Anfangsstadium
häufig noch extrem klein, schlecht abgrenzbar und somit schwieriger zu
finden sind. Hier gibt es nun Hoffnung: Laut Erkenntnissen von US-
Forschern, die auf einer Metaanalyse aus 32 Studien beruhen, können die
Karzinome auch in einem frühen Stadium gut entdeckt werden, wenn neben der
modernen Ultraschalldiagnostik bei Risikopatienten auch ein spezieller
Bluttest durchgeführt wird. Dann würden 40 Prozent der Tumoren mehr
frühzeitig erkannt. „Bei diesen Tests wird das Blut der Patienten auf das
sogenannte Alpha-Fetoprotein (AFP) hin untersucht. Dieses Protein ist ein
Eiweiß, das im Verdauungstrakt, in der Leber und im Dottersack eines Fötus
gebildet wird“, sagt DEGUM-Experte Professor Dr. med. Andreas Schuler,
Ärztlicher Direktor der Alb Fils Kliniken Göppingen-Geislingen. „Bei
gesunden, nicht schwangeren Erwachsenen ist der Protein-Wert normalerweise
recht gering, bei Schwangeren, den meisten Leberkrebs-Patienten und
Personen mit anderen Lebererkrankungen oder anderen Krebserkrankungen ist
er hingegen erhöht.“ Ein solcher erhöhter Wert gibt Anlass zur besonders
sorgfältigen und hochqualifizierten Ultraschalluntersuchung der Leber. Die
Kombination der Methoden mit erhöhtem Wert und auffälligem Ultraschall
seien deutliche Anzeichen für ein Leberkarzinom.

„Diese aktuellen Erkenntnisse zeigen wie relevant es bei der Diagnostik
von Leberkrebs ist, die bewährte Sonografie des Bauchraumes mit
Blutuntersuchungen zu kombinieren“, meint Schuler, ärztlicher Direktor der
Alb Fils Klinik Geislingen. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei die
Qualität der Ultraschalldiagnostik. Nur mit qualifiziertem Wissen und
Expertise in den Diagnostikverfahren könnten diese kompetent angewendet
werden. Die DEGUM bietet Ärzten dafür entsprechende Aus- und
Weiterbildungen an.

Risikofaktoren: Wie entsteht Leberkrebs? Wer ist besonders gefährdet?

Ein relevanter Risikofaktor für die Entstehung von Leberkrebs ist eine
Leberzirrhose, die auch als „Schrumpfleber“ bekannt ist. Dabei handelt es
sich um eine schwere Leberschädigung, die häufig durch jahrelangen
Alkoholmissbrauch entsteht. Auch Personen, die an einer dauerhaften
Leberentzündung – also an einer Hepatites-Erkrankung – leiden, haben ein
deutlich erhöhtes Risiko an einem Leberkarzinom zu erkranken. Ein weiterer
relevanter Faktor ist die Fettleber, die etwa durch erhöhten
Alkoholkonsum, Diabetes mellitus und starkes Übergewicht entstehen kann.
Zudem können leberschädigende Substanzen in der Nahrung wie Aflaxion B 1 –
ein spezielles Pilzgift -, erbliche bedingte Erkrankungen des
Stoffwechsels – wie Hämochromatose oder Morbus Wilson -, die Einnahme von
Sexualhormonen wie Anabolika und die berufliche Belastung mit chemischen
Substanzen wie Pflanzenschutzmitteln die Entstehung der Krankheit
begünstigen.

Weiterführende Informationen:

<https://www.eurekalert.org/pub_releases/2018-02/usmc-btp020918.php>

Über die DEGUM:
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet
ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch
auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 10 000
Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten,
Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am
häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin.
Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende
Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. DEGUM-
zertifizierte Ärzte finden Patienten im Internet unter: <www.degum.de>