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Unbemerktes Vorhofflimmern: Schlaganfallgefahr

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Deutsche Herzstiftung gibt Tipps, wie Herzpatienten sich schützen können /
Start der bundesweiten Herzwochen

Der erste Anfall kann mit heftigen Schlägen bis in den Hals hinauf,
Druckgefühl im Brustkorb, Schwächegefühl und Luftnot bei sonst leichten
Tätigkeiten wie dem Treppensteigen auftreten. Das Herz rast meistens
völlig unregelmäßig und schnell mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro
Minute: Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und eine der
wichtigsten Ursachen für einen Schlaganfall. Nicht jeder Betroffene weiß
allerdings von seiner Herzerkrankung, in vielen Fällen bleibt sie
unentdeckt. „Der Schlaganfall ist die größte Gefahr, die vom
Vorhofflimmern ausgeht. 20 bis 30 Prozent aller Schlaganfälle gehen auf
Vorhofflimmern zurück. Vor allem alte Menschen und herzkranke Patienten
haben ein hohes Risiko, Vorhofflimmern zu bekommen und sollten sich
schützen“, warnt Herzspezialist Priv.-Doz. Dr. med. Gerian Grönefeld vom
Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Wichtige Tipps, wie
sich Risikopatienten vor einem Schlaganfall schützen und wie sie im
Notfall reagieren, finden sie im Online-Beitrag unter
www.dhs.tips/schlaganfall

Schlaganfall-Warnzeichen rechtzeitig erkennen
Nicht immer kommt der Schlaganfall aus heiterem Himmel. Oft treten
einzelne Symptome bereits Tage oder Wochen vorher auf, verschwinden aber
nach wenigen Minuten wieder. Diese „Vorboten“ können einen Schlaganfall
ankündigen – jeder Herzpatient sollte sie kennen:

- Lähmung in einem Arm, Bein oder einer Gesichtshälfte
- Schwierigkeiten beim Sprechen
- Plötzlich auftretende Sehstörungen
- Plötzlicher heftiger Kopfschmerz (schlagartiger Kopfschmerz in zuvor
noch nie erlebter Stärke)

Wer eines dieser Symptome bei sich bemerkt, sollte nicht zögern, sondern
den Notruf 112 wählen. Das Wichtigste dabei ist, keine Zeit zu verlieren,
sondern schnell zu handeln. Weitere Tipps, wie sich Herzpatienten vor
einem Schlaganfall schützen, finden sie im Online-Beitrag unter
www.dhs.tips/schlaganfall

Der beste Schutz vor Vorhofflimmern: Grunderkrankung konsequent behandeln
Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente
(„Blutverdünner“) sind Betroffene mit Vorhofflimmern schutzlos dem
Schlaganfall ausgesetzt. Aufgrund des unregelmäßigen Herzschlags bei
Vorhofflimmern können sich im Herzen, in einer Ausbuchtung des Vorhofs
(sog. Herzohr), Blutgerinnsel bilden. Werden diese ausgeschwemmt und
gelangen mit dem Blutstrom in den Kopf, verstopfen sie ein Hirngefäß:
Schlaganfall! Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern über 35.000
Schlaganfälle in Deutschland. Da die Ursachen für Vorhofflimmern und
Schlaganfall ähnlich sind, ist neben der Einnahme gerinnungshemmender
Medikamente (Infos: www.herzstiftung.de) zudem wichtig, auch die
Grunderkrankung von Vorhofflimmern konsequent zu behandeln.

Abhängig von weiteren Risikofaktoren (z. B. Herzschwäche,
Niereninsuffizienz, Schlafapnoe) tritt über einen Zeitraum von zehn Jahren
bei bis zu einem Drittel der Patienten mit Bluthochdruck ein
Vorhofflimmern auf. Hochdruckpatienten sollten daher gut eingestellt sein,
um ihr Schlaganfallrisiko zu minimieren. „Patienten mit Bluthochdruck und
Vorhofflimmern sind zweifach belastet: Zum einen erhöht der Bluthochdruck
aufgrund der Gefäßbelastung selbst das Herzinfarkt- und
Schlaganfallrisiko, zum anderen besteht durch das Vorhofflimmern die
Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden, die wiederum einen Schlaganfall
auslösen können“, betont Grönefeld, der Leiter der 1. Medizinischen
Abteilung für Kardiologe an der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg ist.
Blutdruckmessgeräte zeigen meist Unregelmäßigkeiten des Pulses an oder man
fühlt selbst seinen Puls (www.herzstiftung.de/puls-messen). Patienten mit
anderen Risikofaktoren für Vorhofflimmern wie Klappenerkrankungen,
Diabetes oder einer koronaren Herzerkrankung sollten – auch ohne Vorliegen
eines Bluthochdrucks – ihre Grundkrankheit regelmäßig fachärztlich
überprüfen lassen und besonders auf das Auftreten eines unregelmäßigen
Pulsschlages achten.

Der Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ der Deutschen Herzstiftung
informiert über Ursachen, aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten
des Vorhofflimmerns sowie über die Gerinnungshemmung. Der Band (136 S.),
verfasst von renommierten Herzspezialisten, ist kostenfrei erhältlich
unter www.herzstiftung.de, per Tel. unter 069 955128400, E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Herz außer Takt: Herzspezialisten informieren bundesweit
„Herz außer Takt: Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“ ist das Thema der
diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung vom 1.-30. November.
Über Ursachen und Symptome, aktuelle Diagnose- und Therapieverfahren bei
Vorhofflimmern sowie die Gerinnungshemmung informieren Herzspezialisten u.
a. in Kliniken,  Herzzentren, Krankenkassen und Betrieben bundesweit.
Termine der mehr als 1.000 Veranstaltungen sind unter www.herzstiftung.de
abrufbar oder telefonisch zu erfragen unter 069 955128400.