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Die Stiftung Warentest hat heute die Ergebnisse des neuen Tests von Blutdruckmessgeräten veröffentlicht. Von den getesteten Geräten wurde nur ein Gerät für gut befunden. Die Messgenauigkeit der geprüften Geräte wurde maximal mit befriedigend eingestuft. D

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Die Stiftung Warentest hat heute die Ergebnisse des neuen Tests von
Blutdruckmessgeräten veröffentlicht. Von den getesteten Geräten wurde nur
ein Gerät für gut befunden. Die Messgenauigkeit der geprüften Geräte wurde
maximal mit befriedigend eingestuft. Die Deutsche Hochdruckliga verwendet
ein anderes Verfahren zur Bewertung der Qualität von Blutdruckmessgeräten.
Beide Verfahren sind nicht vergleichbar. Dennoch begrüßt die Hochdruckliga
die Veröffentlichung der Stiftung Warentest. „Dadurch wird die
Blutdruckmessung in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt.“

Die Stiftung Warentest ist die bekannteste gemeinnützige
Verbraucherorganisation in Deutschland. Sie testet und vergleicht
verschiedene Produkte und hat sich damit deutschlandweit einen Namen
gemacht. Heute wurden die Ergebnisse eines neuen Tests von
Blutdruckmessgeräten zur Selbstmessung veröffentlicht [1] – die Testsieger
sind jedoch nicht deckungsgleich mit den Geräten, die das Prüfsiegel der
Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutschen Gesellschaft für Hypertonie
und Prävention erhalten haben [2]. Was viele nicht wissen: Die Deutsche
Hochdruckliga prüft auf Antrag der Gerätehersteller Blutdruckmessgeräte
und verleiht ein Prüfsiegel für deren Messgenauigkeit. Die Tests finden
durch unabhängige Prüfinstitute statt, welche dem Auftraggeber nicht
benannt werden. Das Prüfinstitut muss bei seiner Validierung detaillierte
Vorgaben bei der Prüfungsvorbereitung, Prüfungsdurchführung und
Prüfungsauswertung beachten [3].

Wie lässt sich nun das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga mit dem Test
der Stiftung Warentest vergleichen? Ganz einfach, gar nicht: Beide
Organisationen testen anders und letztlich auch etwas Anderes. Die
Deutsche Hochdruckliga testet einzig und allein die Messgenauigkeit, die
Stiftung Warentest bewertet aber zusätzlich auch die Handhabung und
Störanfälligkeit. Die Handhabung fließt sogar mit 30% in das
Gesamtergebnis ein. Dazu zählen die Verständlichkeit der
Gebrauchsanleitung, Anzeigen und Bedienelemente und die Batterie-/ bzw.
Akkulaufzeit. Zur Störanfälligkeit gehört beispielsweise ein Falltest aus
Tischhöhe. Es wird geschaut, ob das Gerät nach zwölf Stürzen aus Tischhöhe
noch korrekt misst.

„All das steht nicht im Fokus unserer Testung, zumal viele dieser Dinge
auch subjektiv sind. Der eine Anwender findet die eine Bedienoberfläche
nutzerfreundlich, der andere präferiert eine andere. Für den anderen ist
ein Messwertspeicher für zwei Personen wichtig. Der andere trägt die Werte
sofort nach der Messung graphisch in sein Blutdrucktagebuch ein. Warum in
einen Test einfließen muss, wie viel Schaden das Gerät nimmt, wenn es vom
Tisch fällt, ist schwer nachzuvollziehen, solange vom Gesetzgeber keine
Vorgaben hierzu kommen.“, erklärt Professor Bernhard Krämer, Mannheim,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutschen
Gesellschaft für Hypertonie und Prävention „Für uns Mediziner ist die
Messgenauigkeit das wichtigste Kriterium. Bei näherer Betrachtung liegen
die von der Stiftung Warentest geprüften Oberarmgeräte bei der
Messgenauigkeit gar nicht so weit auseinander. Das deckt sich mit unseren
eigenen Untersuchungen. Wir verzichten daher bewusst auf eine Benotung der
von uns validierten Geräte. Das macht keinen Sinn. Geräte die bei uns
nicht gelistet sind, wurden entweder nicht validiert bzw. wurden nicht
erfolgreich validiert [4].

Die Hochdruckliga kritisiert auch, dass diese „weichen Kriterien“ vom
„harten Kriterium“ der Messgenauigkeit ablenken. Ein Gerät, das nicht ganz
so genau misst, aber evtl. einen Sturz vom Tisch gut übersteht und vom
Tester als sehr bedienfreundlich eingestuft wird, könnte im Gesamtergebnis
noch relativ zufriedenstellend abschneiden. Umgekehrt ist es möglich, dass
messgenaue Geräte wegen einer schlechteren Beurteilung der Handhabung und
Störanfälligkeit ebenfalls nur im Mittelfeld landen.

„Das ist am Ende auch der Grund, warum beide Tests nicht miteinander
vergleichbar sind. Stellt man beide Tests gegenüber, so ist es, als
vergleiche man Äpfel mit Birnen – beide Prüfverfahren haben
unterschiedliche Kriterien“, so Professor Bernd Sanner, Wuppertal,
Mitglied des Vorstands der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® | Deutschen
Gesellschaft für Hypertonie und Prävention und Sprecher der Sektion
Hochdruckdiagnostik. Es kommt aber noch etwas dazu: Auch wenn man Äpfel
mit Äpfeln vergleicht und nur die Messgenauigkeit beider Tests betrachtet,
erkennt man Unterschiede bei der Erhebung. Aus Sicht der Deutschen
Hochdruckliga sind mindestens 96 Personen erforderlich, um ein hinreichend
sicheres Urteil abzugeben [5]. Von der Stiftung Warentest wurden die
Geräte an lediglich 32 Probanden getestet, also deutlich weniger. Je
grösser die Anzahl der Probanden, desto aussagekräftiger ist das Ergebnis.
Statistiker sprechen auch vom Gesetz der großen Zahlen. Aus Sicht der
Hochdruckliga wird auch der Patientensimulator abgelehnt. Es macht keinen
Sinn, die Beschaffenheit der menschlichen Gefäße sowie das Pump- und
Druckverhalten des Herzens künstlich nachzubilden. Die Messgenauigkeit von
Blutdruckmessgeräten sollte unter realen Bedingungen an einer ausreichend
großen Probandenzahl validiert werden.

„Dennoch sind wir froh, dass die Stiftung Warentest die Testung von
Blutdruckgeräten durchführt. Die z.T. etwas unterschiedlichen Einstufungen
einiger Geräte lassen sich im Großen und Ganzen mit den unterschiedlichen
Messkriterien erklären, die angelegt wurden. Jeder Verbraucher muss für
sich entscheiden, welche Prüfkriterien für ihn von Bedeutung sind. Wir
sehen uns auch nicht im Prüfwettbewerb mit der Stiftung Warentest, sondern
freuen uns darüber, dass sie auch Blutdruckmessgeräte testet. Denn dadurch
wird die Blutdruckmessung in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung
gelenkt. Das bei weitem größte Problem ist schließlich, dass auch heute
noch zu wenig Menschen ihre Blutdruckwerte kennen und selbst Menschen mit
zu hohen Werten nicht regelmäßig unter standardisierten Bedingungen ihren
Blutdruck messen“, erklärt Professor Krämer.

Um vergleichbare Messwerte zu erhalten, ist die regelmäßige Messung mit
der passenden Manschettengröße nach fünf minütiger Pause wichtig. Nur so
lassen sich die individuellen Messwerte auch mit den Normwerten
vergleichen. Bei der Selbstmessung sollte der obere (systolische) Wert
nicht über 135 mm Hg liegen bzw. der untere (diastolische) Wert nicht
unter 85 mm Hg. Morgens sollte vor der etwaigen Einnahme von
blutdrucksenkenden Medikamenten gemessen werden. Der Messarm sollte nicht
durch Kleidung oder Schmuck abgeschnürt sein. Zur Messung sollte man neben
einem Tisch auf einem Stuhl sitzen und beide Beine auf den Boden stellen.
Der Oberarm liegt bei der Oberarmmessung entspannt auf dem Tisch auf bzw.
alternativ wird der Arm mit dem Handgelenksgerät entspannt auf Herzhöhe
gehalten. Das geht am besten, wenn ein Kissen untergelegt wird. Dreißig
Minuten vor der Messung sollten körperliche Aktivitäten vermieden werden.
Während der Messung sollte man sich nicht bewegen und auch nicht sprechen.
Wichtig ist auch, zweimal im Minutenabstand zu messen und den zweiten
(meist niedrigeren) Wert aufzuschreiben. Bei unregelmäßigen Herzschlägen
wird empfohlen, dreimal im Minutenabstand zu messen und den Durchschnitt
zu notieren [6].

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Kontakt/Pressestelle
Dr. Bettina Albers
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Telefon: 03643/ 776423
Mobile: 0174/ 2165629

Originalpublikation:
[4] The German Hypertension League (Deutsche Hochdruckliga) Quality Seal
Protocol for blood pressure-measuring devices: 15-year experience and
results from 105 devices for home blood pressure control.
Tholl, Ulrich; Lüders, Stephan; Bramlage, Peter; Dechend, Ralf; Eckert,
Siegfried; Mengden, Thomas; Nürnberger, Jens; Sanner, Bernd; Anlauf,
Manfred.
Blood Pressure Monitoring: August 2016 - Volume 21 - Issue 4 - p 197–205.
doi: 10.1097/MBP.0000000000000186


Weitere Informationen finden Sie unter
http://[1] https://www.test.de/shop/test-hefte/test_11_2018/
http://[2] https://www.hochdruckliga.de/messgeraete-mit-pruefsiegel.html
http://[3] https://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/DHL-Anforderungen-Pr%c3%bcfzentren.pdf
http://[5] https://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/DHL-XXXXX-16-Pru%cc%88fsiegel.pdf
http://[6] www.blutdruckmessen-aber-richtig.de