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Freund oder Feind, Fakt oder Fiktion: das Mikrobiom | Patientenveranstaltung zum Magen-Darm-Tag

Viele Erkrankungen hängen mit der Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm zusammen.  Foto: Universitätsklinikum Ulm
Viele Erkrankungen hängen mit der Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm zusammen. Foto: Universitätsklinikum Ulm
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Viele Erkrankungen hängen mit der Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm zusammen.  Foto: Universitätsklinikum Ulm
Viele Erkrankungen hängen mit der Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm zusammen. Foto: Universitätsklinikum Ulm

Die gastroenterologische Forschung zeigt: Es besteht ein Zusammenhang
zwischen Mikroorganismen im Darm und Volkskrankheiten wie Allergien oder
Übergewicht. Anlässlich des Magen-Darm-Tages können sich Patient*innen und
Interessierte am Samstag, 10. November (9:00 Uhr – circa 12:30 Uhr, großer
Hörsaal Medizinische Klinik) im Universitätsklinikum Ulm über die Rolle
von Mikroorganismen im Verdauungstrakt informieren. Das universitäre
Darmzentrum Ulm richtet die kostenlose Veranstaltung mit Expertenvorträgen
gemeinsam mit der Klinik für Innere Medizin I und der Gastro-Liga e. V.
aus.

„Wir wissen heute, dass viele Erkrankungen, auch solche, bei denen es auf
den ersten Blick niemand vermutet, mit der Zusammensetzung der
Mikroorganismen im Darm in Verbindung stehen. Diese Erkenntnis beeinflusst
unsere Therapieansätze und Präventionsmaßnahmen“, erklärt Professor Dr.
Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I
und Sprecher des Darmzentrums. „Mit unserer Veranstaltung wollen wir auf
die besondere Bedeutung des sogenannten Darmmikrobioms hinweisen und
Patientinnen und Patienten, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger
Ulms informieren und für dieses Thema sensibilisieren.“ Die
Fachexpert*innen der Klinik für Innere Medizin I geben den
Veranstaltungsteilnehmern in mehreren Vorträgen einen Einblick in Themen
wie Durchfallerkrankungen, bakterielle Infektionen oder unkonventionelle
Behandlungen wie Stuhltransplantationen.

Das gastrointestinale Mikrobiom stellt die Gesamtheit aller im
Verdauungstrakt vorkommenden Mikroorganismen dar. Zu seinen vielfältigen
Aufgaben gehören beispielsweise die Nahrungsverwertung oder die Produktion
von Vitaminen. Veränderungen dieser Darmflora können chronisch
entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn), den sogenannten
Reizdarm oder Reizmagen, Übergewicht oder eine Fettleber hervorrufen.
Expert*innen setzen mittlerweile auch Krankheiten außerhalb des Magen-
Darm-Traktes, wie Autismus, Alzheimerdemenz und Depressionen, mit dem
Mikrobiom in Verbindung.
Zu den Faktoren, die die Darmflora beeinflussen und verändern, zählen
unter anderem die Ernährungsweise, Stress und Medikamenteneinnahme. Ein
Grund für ein gestörtes Mikrobiom kann allerdings bereits in der Kindheit
liegen: Aufgrund der heutigen keimreduzierten Hygienebedingungen sind
Kinder einer geringeren Anzahl an Mikroorganismen ausgesetzt. Forschungen
legen nahe, dass dies der Entwicklung eines gesunden und regulierten
Immunsystems schaden kann. Dieses unausgewogen regulierte Immunsystem kann
zu einer Immunabwehrreaktion gegenüber körpereigenen Zellen oder
unschädlichen Allergenen, zum Beispiel Pollen, führen. In der
Veranstaltung sollen die Zuhörer daher auch Näheres dazu erfahren, welche
unterschiedlichen Therapien inzwischen zur Veränderung und Verbesserung
des Mikrobioms eingesetzt werden. Dazu gehören spezifische Diäten,
Probiotika oder – beispielsweise bei einer Fehlbesiedlung des Dünndarms –
Antibiotika. Im Anschluss an die Vorträge beantworten die Referenten noch
offen gebliebene Fragen und laden zur gemeinsamen Diskussion ein.

Terminüberblick:
Patientenveranstaltung im Rahmen des Magen-Darm-Tages
Datum und Uhrzeit: Samstag, 10. November 2018, 9:00 bis ca. 12:30 Uhr
Ort: Universitätsklinikum Ulm, Großer Hörsaal Medizinische Klinik, Ebene
2,
Oberer Eselsberg, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm
Veranstalter: Klinik für Innere Medizin I