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Corona: Wie komme ich als Herzkranker gut durch den Winter?

Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Kardiologe und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.  Deutsche Herzstiftung
Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Kardiologe und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Deutsche Herzstiftung

Kardiologe und Intensivmediziner im HERZ heute-Interview sagt, was
Herzpatienten zum Schutz vor Corona beachten sollten
Die Corona-Pandemie stellt den Alltag von Millionen Herz-Kreislauf-
Patienten in Deutschland vor große Herausforderungen mit vielen Ängsten
und offenen Fragen. Wie gefährlich eine Covid-19-Ansteckung bei
bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung werden kann, variiert von Fall zu
Fall. Zuverlässige Daten darüber, welche Auswirkungen Art und Schweregrad
der Vorschädigung haben, gibt es zwar noch keine. Allerdings beläuft sich
die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Komplikationen bei schweren Verläufen
nach Schätzungen derzeit auf fünf bis zehn Prozent der
Covid-19-Erkrankten. „Liegt etwa eine massive Herzschwäche vor, dann kann
es gefährlich werden“, warnt der Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas
Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung im HERZ heute-Interview „Leben mit dem Virus“ unter
www.herzstiftung.de/leben-mit-corona-interview Ob ihr Risiko bei einer
Infektion ebenfalls besonders ausgeprägt sein könnte, sollten Betroffene
mit Herzkrankheiten wie Koronare Herzkrankheit, Herzklappenkrankheiten
oder Herzrhythmusstörungen sowie Kreislaufleiden wie Bluthochdruck mit
ihrem Facharzt besprechen. Ansonsten verweist der Kardiologe am
Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) in Frankfurt am Main auf das
Alter als weiteren Risikofaktor. Schützen müssten sich vor allem ältere
Menschen ab 60, 65 Jahren, „da deren Immunsystem sich schlechter gegen das
Virus wehren kann“. Das gelte auch für Ältere ohne Herzkrankheiten, die
sich ebenso schützen sollten. „Für Herzkranke muss es immer darum gehen,
unnötige und zusätzliche Risiken zu minimieren“, wie der Intensivmediziner
und Herzstiftungs-Vorstand betont.

Appell an Herzkranke: Coronavirus-Ansteckung und Grippeerkrankung
vermeiden!
Daher sollten sich gerade herzkranke Menschen zum Ziel nehmen, eine
Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Neben den bekannten Hygiene-
und Abstandsmaßnahmen (AHA+L-Regel), die man unbedingt umsetzen sollte,
rät der Mediziner zum Verzicht auf Reisen in Risikogebiete („nicht
empfehlenswert“). Auch sollten sich Menschen mit einer Herz-Kreislauf-
Erkrankung gegen das Influenzavirus impfen lassen, ebenso gegen
Pneumokokken, die Haupterreger einer Lungenentzündung. Eine Pneumokokken-
Impfung wird auch Menschen ab 60 Jahren oder Jüngeren mit einem besonderen
Gesundheitsrisiko wie eine chronische Lungenerkrankung empfohlen.
Gut durch den Winter dank Ausdauerbewegung und gesunder Ernährung
Was kann man als Herzpatient (und als Gesunder) am besten tun, um sein
Immunsystem zu stärken und sich so gut wie möglich zu schützen?
„Entscheidend ist ein gesunder Lebensstil mit gesunder Ernährung und vor
allem Bewegung“, unterstreicht der Kardiologe im Interview und rät zu
Ausdauersport – mindestens dreimal die Woche, je nach Belastbarkeit und
nach Rücksprache mit dem Arzt, etwa eine Stunde walken oder 30 Minuten
joggen. „Wer das nicht kann, der macht etwas anderes. Jede Bewegung ist
besser als keine Bewegung“. Mit gesunder Ernährung und Bewegung nimmt
jeder Mensch einen weiteren wichtigen Risikofaktor für Bluthochdruck,
Herzinfarkt und Schlaganfall effektiv in die Zange: Übergewicht. „Alles
was insgesamt für die Herzgesundheit gut ist, stärkt auch die Abwehrkräfte
des Körpers und unterstützt das Immunsystem.“

Für Interessierte und Betroffene

Aktuelle HERZ heute: Jetzt Probeexemplar anfordern!
Die Zeitschrift HERZ heute erscheint viermal im Jahr. Sie wendet sich an
Herz-Kreislauf-Patienten und deren Angehörige. Ein kostenfreies
Probeexemplar der neuen Ausgabe HERZ heute 4/2020 ist unter Tel. 069
955128-400 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. erhältlich.

Für Redaktionen

Das Experten-Interview „Leben mit dem Virus“ (die Fragen stellt Joachim
Mohr) finden Sie unter: www.herzstiftung.de/leben-mit-corona-interview

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Seit zehn Jahren: Netzwerk Gesund ins Leben stellt Weichen für gesundes Aufwachsen

Vom Kinderwunsch bis ins Kleinkindalter: Das Netzwerk Gesund ins Leben möchte Familie bestmöglichst unterstützen, Entscheidungen für ein gesundes Aufwachsen treffen zu können.  AleksandarNakic  iStock.com/AleksandarNakic
Vom Kinderwunsch bis ins Kleinkindalter: Das Netzwerk Gesund ins Leben möchte Familie bestmöglichst unterstützen, Entscheidungen für ein gesundes Aufwachsen treffen zu können. AleksandarNakic iStock.com/AleksandarNakic

Das Netzwerk Gesund ins Leben feiert 2020 seinen ersten runden Geburtstag.
Vor zehn Jahren startete es mit der Aufgabe, frühestmöglich die Weichen
für ein gesundes Aufwachsen von Kindern zu stellen, und holte die
wichtigen Berufsgruppen an einen Tisch, die Schwangere und Familien mit
Babys aus allen sozialen Schichten begleiten: Hebammen, Frauen- sowie
Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte. Bis dahin erreichte eine
umfassende strukturierte Gesundheitsförderung Kinder erst später im Leben,
etwa in Kita und Schule. Das Netzwerk ist angesiedelt im Bundeszentrum für
Ernährung (BZfE) und eine Einrichtung im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Bonn, 9. Dezember 2020.  Das Netzwerk Gesund ins Leben feiert 2020 seinen
ersten runden Geburtstag. Angesiedelt im Bundeszentrum für Ernährung
(BZfE) ist es eine Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums
für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), von dem es als IN FORM-Projekt
gegründet wurde. Vor zehn Jahren startete es mit der Aufgabe,
frühestmöglich die Weichen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern zu
stellen, und holte die wichtigen Berufsgruppen an einen Tisch, die
Schwangere und Familien mit Babys aus allen sozialen Schichten begleiten:
Hebammen, Frauen- sowie Kinder- und Jugendärztinnen und  ärzte. Bis dahin
erreichte eine umfassende strukturierte Gesundheitsförderung Kinder erst
später im Leben, etwa in Kita und Schule.

Fast 800.000 Geburten gibt es jährlich in Deutschland. „Eine große Chance,
hier gemeinsam zu wirken“, sagt Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks
Gesund ins Leben. „Besonders freue ich mich, dass unsere Themen
mittlerweile ganz oben auf der politischen Agenda angekommen sind!“ Der
Koalitionsvertrag der Bundesregierung hat 2018 erstmals den Fokus auf die
ersten 1.000 Tage im Leben eines Kindes bei der Förderung einer gesunden
Ernährung festgeschrieben.

Einheitliche Handlungsempfehlungen geben Eltern Sicherheit

Viele Eltern kennen das: In der Schwangerschaft und mit Baby kommen von
allen Seiten gut gemeinte Ratschläge. Schwiegermutter sagt dies, die
Nachbarin das, der Freund würde es anders machen. Auch von Fachleuten kann
es verschiedene Hinweise geben auf Fragen von jungen Eltern. Hier setzt
die Aufklärungsarbeit des Netzwerks an mit eindeutigen, alltagspraktischen
Informationen, damit Familien ihren Alltag selbstbestimmt und gut
informiert gestalten können. Herzstück der Netzwerkarbeit sind die
nationalen Handlungsempfehlungen zu Ernährung, Bewegung und Lebensstil für
die Zeit zwischen Kinderwunsch und Kleinkindalter. Alle Berufsgruppen, die
hier Berührungspunkte haben, entwickeln als Netzwerk gemeinsam Maßnahmen,
um die frühkindliche Ernährung und Gesundheit deutschlandweit zu
verbessern: etwa Fortbildungen für Fachkräfte, Medien und weitere
Kommunikationsangebote. Grundlage hierfür sind immer die
Handlungsempfehlungen. Nur wenn alle beteiligten Akteure mit den Inhalten
einverstanden sind, werden sie festgeschrieben, veröffentlicht und
aktualisiert. „Das ist einzigartig im europäischen Vergleich“, sagt Dr.
Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung (BLE). „Das Netzwerk leistet eine überragende koordinierende
Arbeit und ich bin sehr stolz darauf, dass es heute ein fester Bestandteil
unseres Bundeszentrums für Ernährung in der BLE ist.“

Vom Projekt zur dauerhaften Institution

Zunächst startete das Netzwerk als dreijähriges Projekt im Rahmen der
Aktionspläne der Bundesregierung gegen Allergien und „IN FORM –
Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ –
initiiert und finanziert vom BMEL. Eine zweite Phase lief anschließend bis
2015, bevor das Netzwerk als feste, dauerhafte Institution zunächst beim
aid infodienst e.V. und später im BZfE eingerichtet wurde. Die
einheitlichen Handlungsempfehlungen, erstmals veröffentlicht 2010, haben
sich in den Fachkreisen als Beratungsstandard etabliert und geben Eltern
und Fachkräften Sicherheit. Zahlreiche Akteure wirken mit im Netzwerk
Gesund ins Leben, neben den Berufsverbänden auch Ernährungs- und
Stillberatende, ärztliche Praxen und Krankenhäuser,
Familienberatungsstellen, wissenschaftliche Einrichtungen und
Fachgesellschaften, Kommunen und die Netzwerke der Frühen Hilfen.

Zahlreiche Netzwerkpartnerinnen und -partner

Flothkötter: „Die Beteiligung dieser Akteure ist fruchtbar und wichtig –
vor allem, um mit einer einheitlichen Stimme zu sprechen. Der Weg dahin
dauert manchmal – aber er ist immer geprägt von offenen Diskussionen und
konstruktivem Austausch. Ich danke allen herzlich, die seit zehn Jahren
diesen Weg mitgehen! Jede Familie in Deutschland soll bestmögliche
Unterstützung erfahren. Wir nutzen die bestehenden Strukturen – etwa durch
die üblichen Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren, Babys und
Kleinkindern – für die frühkindliche Gesundheitsförderung.“

Internationale Projekte, Stillförderung

Auch auf internationaler Ebene wirkt Gesund ins Leben in
Forschungsprojekten und Bündnissen wie der European Public Health
Nutrition Alliance (EPHNA) mit und lässt Erkenntnisse in die nationale
Arbeit einfließen. So hat es Deutschland im EU-Projekt Early Interventions
zur frühkindlichen Prävention vertreten und zwischen 2017 und 2019 mit der
Universität Yale (USA) und der Nationalen Stillkommission das
Forschungsprojekt Becoming Breastfeeding Friendly durchgeführt, das die
Stillförderung in Deutschland systematisch unter die Lupe genommen hat.
Auf Grundlage dieser Ergebnisse – Deutschland ist nur moderat
stillfreundlich – hat das BMEL die Entwicklung einer Nationalen
Stillstrategie auf den Weg gebracht, um die Bedingungen für das Stillen
hierzulande zu verbessern. Teil dessen ist eine Kommunikationsstrategie
zur Stillförderung, mit der das BMEL das Netzwerk Gesund ins Leben
beauftragt hat. Deshalb steht das Thema Stillen derzeit ganz oben auf der
Netzwerk-Agenda.

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BZgA unterstützt beim Rauchausstieg: 2021 endlich rauchfrei werden

Zum Jahreswechsel nehmen sich viele Menschen vor, endlich mit dem Rauchen
aufzuhören. Viele Raucherinnen und Raucher wollen lieber heute als morgen
rauchfrei werden. Ein Rauchstopp ist in jedem Alter ein Gewinn für die
Gesundheit und für mehr persönliches Wohlbefinden – vor allem in Zeiten
der Coronavirus-Pandemie.
Wer plant, mit dem Rauchen aufzuhören, wird mit der Nutzung
qualitätsgesicherter Angebote die persönlichen Erfolgsaussichten erhöhen.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet auf ihrer
Website www.rauchfrei-info.de Unterstützung für Aufhörwillige, um den
Rauchstopp erfolgreich zu meistern.

Noch vor Silvester die letzte Zigarette ausdrücken und dann rauchfrei in
das neue Jahr starten: Zum Jahreswechsel nehmen sich viele Menschen vor,
endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Viele Raucherinnen und Raucher wollen
lieber heute als morgen rauchfrei werden. Ein Rauchstopp ist in jedem
Alter ein Gewinn für die Gesundheit und für mehr persönliches Wohlbefinden
– vor allem in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Das Immunsystem, Herz-
Kreislauf-System und die Lungenfunktion verbessern sich und auch das
Risiko, dem Menschen im Umfeld durch das Passivrauchen ausgesetzt sind,
verringert sich. Für den Rauchstopp gibt es viele verschiedene Methoden
und Herangehensweisen. Jede Raucherin und jeder Raucher kann den für sich
richtigen Weg finden. Wer plant, mit dem Rauchen aufzuhören, wird mit der
Nutzung qualitätsgesicherter Angebote die persönlichen Erfolgsaussichten
erhöhen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet
auf ihrer Website www.rauchfrei-info.de Tipps und Informationen rund um
das Thema Nichtrauchen und unterstützt Aufhörwillige, den Rauchstopp
erfolgreich zu meistern.

Drei Fragen an Prof. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):

Sind Raucherinnen und Raucher durch das Coronavirus besonders gefährdet?
Die Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, dem Erreger der
COVID-19-Erkrankung, erfolgt über die Atemwege. Raucherinnen und Raucher,
deren Bronchialsystem primär in Mitleidenschaft gezogen ist, haben dadurch
nach aktueller Datenlage ein erhöhtes Risiko für einen schweren
Krankheitsverlauf. Noch gibt es wenige aussagekräftige wissenschaftliche
Daten. Bekannt ist, dass Rauchen das Immunsystem schwächt und die
Anfälligkeit für Atemwegsinfekte erhöhen kann. Studien legen darüber
hinaus nahe, dass Rauchende sowie ehemalige Raucherinnen und Raucher
anfälliger für SARS-CoV-2 sind. Dazu tragen auch die Gewohnheiten bei, die
das Rauchen mit sich bringt: Beim Rauchen werden in aller Regel die Hände
nahe an das Gesicht gebracht und durch regelmäßigen Kontakt von Fingern
und Schleimhäuten erhöht sich das Infektionsrisiko.

Ist ein Rauchstopp zu diesem Zeitpunkt sinnvoll, um einem schweren
COVID-19-Krankheitsverlauf vorzubeugen?
Grundsätzlich ist es zu jedem Zeitpunkt empfehlenswert, mit dem Rauchen
aufzuhören. Der Rauchstopp ist immer ein Gewinn für die Gesundheit.
Rauchen ist die weltweit häufigste vermeidbare Ursache für Erkrankungen.
Die Gesundheitsrisiken des Rauchens und des Passivrauchens, insbesondere
das erhöhte Krebsrisiko, sind wissenschaftlich belegt. Tabakkonsum ist für
etwa ein Fünftel aller Krebserkrankungen in Deutschland verantwortlich,
Lungenschädigungen treten bei Rauchenden häufiger auf. Raucher und
Raucherinnen sind insgesamt anfälliger für akute Erkrankungen der
Atemwege, beispielsweise eine Bronchitis oder Lungenentzündung. Da der
Schweregrad einer Infektion mit COVID-19 stark von der Lungenfunktion
abhängt und die Lunge durch den Konsum von Tabakprodukten geschädigt wird,
ist ein Rauchstopp in jedem Fall zu empfehlen. Die BZgA unterstützt beim
Rauchausstieg auf www.rauchfrei-info.de mit einem Online-Ausstiegsprogramm
mit täglichen Informationen und Tipps, damit der Rauchstopp gelingt.

Welche Folgen hat es, wenn Familienmitglieder Tabakrauch ausgesetzt sind
und passiv mitrauchen?
Passivrauchen ist für Kinder besonders riskant, da ihre normale
Atemfrequenz altersabhängig höher ist. Auch die Entgiftung der
Tabakschadstoffe gelingt nur verzögert. Kinder rauchender Eltern werden
häufiger krank als Kinder aus nichtrauchenden Familien. Atemwegsprobleme
wie Bronchitis oder Lungenentzündung, aber auch Mittelohrentzündungen
können die Folge sein sowie vermehrtes Auftreten von Husten oder eine
Verengung der oberen Luftwege. Passivrauchen kann darüber hinaus bei
Kindern einen Asthmaanfall auslösen oder zu heftigeren Asthmaanfällen
führen als bei Kindern, die in einer rauchfreien Umgebung leben. Und auch
bei Erwachsenen schädigt das Passivrauchen dauerhaft die Gesundheit und
kann Krankheiten wie Lungenkrebs, COPD, Schlaganfälle und koronare
Herzkrankheiten auslösen.

Ein Rauchstopp …

… ist sehr individuell
Für jede Raucherin und jeden Raucher ist ein anderer Weg der hilfreiche –
eine universelle Methode, die auf jeden und jede anwendbar ist und sicher
zum Erfolg führt, existiert nicht. Es gibt jedoch Strategien wie die
Schluss-Punkt-Methode, die sich individuell anpassen lassen: Dabei wird
ein Tag festgelegt, ab dem nicht mehr geraucht wird. Die mentale
Vorbereitung auf diesen Stichtag ist dabei entscheidend: Aufhörwillige
machen sich im Vorfeld ihr Rauchverhalten bewusst und entwickeln
individuelle Strategien, um nach dem Rauchstopp einem Rückfall
vorzubeugen. Zusätzlich empfiehlt die BZgA Aufhörwilligen, sich von
Familie, Freundes- und Kollegenkreis – aktuell auch digital – beim
Rauchstopp motivierend begleiten zu lassen.

… führt schnell zu einer verbesserten Gesundheit
Ein Rauchstopp ist immer eine gute Entscheidung für die Gesundheit. Einige
positive Veränderungen, wie ein verbesserter Geruchssinn und mehr
Ausdauer, machen sich bereits in den ersten Tagen und Wochen bemerkbar.
Und nach zwei bis zwölf Wochen führt ein Rauchstopp zu einer verbesserten
Funktion von Lungen und Herz-Kreislauf-System. Fünf Jahre nach dem
Rauchstopp entspricht das Risiko für einen Schlaganfall dem von
Nichtrauchern. Wenn der Rauchstopp zehn Jahre zurückliegt, ist das
Lungenkrebsrisiko nur noch halb so hoch wie bei Rauchenden. Auch Menschen
in höherem Alter profitieren von einem Rauchstopp. Die Lunge erholt sich
und das Risiko für schwere Erkrankungen sinkt mit der Zeit.

… bringt Entspannung mit sich
Nach dem Rauchstopp kann man sich auf ein freies und unabhängiges Leben
ohne Zigaretten freuen. Der ständige Zeiträuber, „rauchen zu müssen“,
entfällt, denn auch wer das Rauchen bislang als entspannend erlebt hat,
erspart sich als Nichtrauchender den „Rauch-Stress“. Einige Wochen nach
dem Rauchstopp hat man sich innerlich umgestellt und wartet nicht mehr
darauf, endlich Rauchen zu können.

Die BZgA unterstützt beim Rauchausstieg mit alltagsnahen, praktischen
Tipps, damit aus guten Vorsätzen ein dauerhafter Rauchstopp wird:

•       Für das Gelingen des Rauchstopps ist es wichtig, dass sich
Raucherinnen und Raucher die persönlichen Gründe für den Rauchausstieg
verdeutlichen und zur Motivation am besten auch aufschreiben. Mögliche
Motive können sein: Gutes Vorbild für die eigenen Kinder sein, die eigene
Gesundheit verbessern, sich fitter fühlen zu wollen oder auch Geld zu
sparen.

•       Gute Vorbereitung ist wichtig, sich seiner Rauchgewohnheiten
bewusst zu werden und individuelle Alternativen zum Rauchen zu finden, zum
Beispiel als Ersatzhandlung statt zur Zigarette zu greifen, Kaugummi zu
kauen oder mit Freunden zu telefonieren.

•       Neben Zigaretten sollte alles entsorgt werden, was an das Rauchen
erinnern könnte, zum Beispiel Aschenbecher, Feuerzeuge und Streichhölzer.

•       Die Familie sowie der Freundes- oder Kollegenkreis können um
Unterstützung gebeten werden – von nahestehenden Menschen können sich
Nichtrauchende zum Durchhalten motivieren lassen. Andere Menschen sollten
keine Zigaretten mehr anbieten und nicht zum Mitrauchen verleiten.

•       Am besten ist es, Situationen ganz zu vermeiden, in denen geraucht
wird.

•       Belohnung ist eine gute Motivation: Aktivitäten, die Spaß machen,
zum Beispiel Bewegung in der Natur, leckeres und gesundes Essen,
Entspannung.

•       Ein Rückfall ist nicht das Ende des Rauchstopps: Daraus lässt sich
lernen. Wichtig ist, nicht wieder in alte Rauchgewohnheiten
zurückzufallen.

•       Auf www.rauchfrei-info.de bietet die BZgA ein Online-
Ausstiegsprogramm mit täglichen Informationen und Tipps, wie der
Rauchstopp gelingen kann. Speziell geschulte ehrenamtliche rauchfrei-
Lotsinnen und -Lotsen unterstützen und begleiten individuell auf dem Weg
zum Nichtrauchen. Die Lotsinnen und Lotsen sind ehemalige Rauchende, die
ihren Rauchstopp erfolgreich bewältigt haben und mit ihren Erfahrungen
Aufhörwillige zum Durchhalten motivieren. Ein Chat bietet die Möglichkeit
zur gegenseitigen Unterstützung und zum Austausch. Neben den
Onlineangeboten bietet die BZgA unter der kostenfreien Rufnummer 0800 8 31
31 31 eine qualifizierte Telefonberatung zum Thema Rauchstopp.

Weiterführende BZgA-Informationen:

Informationen zum Thema Rauchen und Coronavirus unter:
www.rauchfrei-info.de/informieren/rauchen-gesundheit/corona/

Passivrauchen bei Kindern und Jugendlichen unter:
www.rauchfrei-info.de/informieren/passivrauchen-gesundheit/kinder-
jugendliche/


Das Rauchfrei-Ausstiegsprogramm unter:
www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/das-rauchfrei-ausstiegsprogramm/

Unterstützung beim Rauchstopp unter:
www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/unterstuetzung-beim-rauchstopp/

Vorteile des Rauchstopps unter:
www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/vorteile-des-rauchstopps/

Methoden zum Rauchstopp unter:
www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/methoden-zum-rauchstopp/

Übersicht der kostenfreien BZgA-Angebote:

Telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung unter der kostenfreien
Servicenummer 0800 8313131, montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr;
freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Online-Ausstiegsprogramm mit bewährten Informationen unter www.rauchfrei-
info.de sowie persönlicher Unterstützung durch die Online-Mentoren
„Rauchfrei-Lotsinnen und -Lotsen“ unter: www.rauchfrei-info.de/community
/ueberblick-der-rauchfrei-lotsen/


Gruppenkurs „Rauchfrei Programm“ Informationen zum Kursangebot, zu
Anbietern vor Ort und den Möglichkeiten der anteiligen Kostenerstattung
durch die Krankenkassen gibt es unter: www.rauchfrei-programm.de

START-Paket zum Nichtrauchen mit der Broschüre „Ja, ich werde rauchfrei“,
einem „Kalender für die ersten 100 Tage“, einem Stressball und anderen
hilfreichen Materialien sowie weitere Broschüren, wie „Ihr Kind raucht
mit“ oder „Rauchfrei in der Schwangerschaft“.

Bestellung der kostenlosen BZgA-Materialien unter:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: www.bzga.de/infomaterialien
Fax: 0221/8992257
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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App soll vor lebensbedrohlichen Komplikationen in der Krebschirurgie warnen

Minimalinvasive Tumoroperationen im Bauchraum sollen mithilfe einer speziellen App künftig noch sicherer werden.  Philip Benjamin  NCT/UCC
Minimalinvasive Tumoroperationen im Bauchraum sollen mithilfe einer speziellen App künftig noch sicherer werden. Philip Benjamin NCT/UCC

Forscher am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC)
sowie der Hochschulmedizin Dresden und des Universitätsklinikums
Heidelberg entwickeln eine Methode der Künstlichen Intelligenz (KI), mit
der Computer das Risiko für Komplikationen vor, während und nach einer
Krebsoperation vorhersagen sollen. Eine hierauf basierende App könnte
künftig im Klinikalltag rechtzeitig vor Komplikationen warnen. Das
Bundesgesundheitsministerium fördert das Projekt „SurgOmics“ in den
kommenden drei Jahren mit 1,3 Millionen Euro.

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) ist eine
gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des
Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, der Medizinischen
Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und des Helmholtz-Zentrums
Dresden-Rossendorf (HZDR).

Im Rahmen des Projekts „SurgOmics“ sollen Computer lernen,
lebensbedrohliche Komplikationen bei der operativen Behandlung von Tumoren
vorherzusehen. Forscher aus Dresden und Heidelberg entwickeln hierfür eine
spezielle Methode der Künstlichen Intelligenz (KI). In Form einer App soll
diese künftig vor möglichen Komplikationen warnen, damit das medizinische
Personal rechtzeitig eingreifen kann. KI-Methoden befähigen Computer
ähnlich wie Menschen, anhand von Beispielen zu lernen. Das Gelernte wird
dann in Form von mathematischen Modellen abgespeichert. Im vorliegenden
Fall fungieren zahlreiche Daten als Beispiele, die vor, während und nach
einer Krebs-Operation erhoben werden. „Unser Fokus liegt zunächst auf
minimalinvasiven Tumoroperationen im Bauchraum, um diese schonenden
Operationsverfahren für Patienten noch sicherer zu machen. Eine unserer
größten Herausforderungen ist es, ausreichend viele geeignete
Patientendaten zu erhalten, mit denen wir unsere Modelle trainieren
können. Deshalb sind wir sehr froh, das Projekt standortübergreifend in
Dresden und Heidelberg vorantreiben zu können“, sagt Prof. Stefanie
Speidel, Projektkoordinatorin und Leiterin der Abteilung „Translationale
Chirurgische Onkologie“ am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen
Dresden (NCT/UCC).

Zu den Informationen, mit denen die mathematischen Modelle zu
Trainingszwecken „gefüttert“ werden, zählen präoperative
Computertomographie-Bilder, Informationen zu Vorerkrankungen des
Patienten, während der Operation aufgenommene Videobilder aus dem
Bauchraum oder Angaben zu aufgetretenen Komplikationen. Aus diesen und
weiteren Daten sollen Computer beispielsweise berechnen, wie hoch das
Komplikations-Risiko während einer Operation ist. „Ein großes Problem sind
aber gerade auch Komplikationen, die in den Tagen nach einer Operation
auftreten können. Wenn etwa nach einem Eingriff am Darm Nähte undicht
werden und Darminhalt in die Bauchhöhle austritt, kann dies schnell
lebensbedrohlich werden“, erklärt Prof. Marius Distler, Geschäftsführender
Oberarzt der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des
Universitätsklinikums Dresden. Die angestrebte KI-Methode soll Ärzte und
Pflegekräfte daher künftig über die entsprechende App in allen Phasen der
Behandlung in Echtzeit alarmieren, wenn Komplikationen zu befürchten sind.

Ihre KI-Methode entwickeln die Wissenschaftler bewusst so, dass die für
das Training notwendigen Informationen datenschutzkonform in den
jeweiligen Kliniken verbleiben. „Das Thema Datenschutz spielt eine
wichtige Rolle. Die Mitarbeiter in den teilnehmenden Kliniken können
Patientendaten direkt vor Ort in das System einspeisen“, erklärt Prof.
Beat Müller-Stich von der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und
Transplantationschirurgie (AVTC) des Universitätsklinikums Heidelberg. Nur
die trainierten mathematischen Modelle, die gelernt haben, vielfältige
Informationen aus Diagnose und Behandlung mit dem Auftreten bestimmter
Komplikationen zu verknüpfen, gehen anschließend wieder an die
Wissenschaftler zurück.

Das Projekt „SurgOmics“ wird vom NCT/UCC Dresden koordiniert.
Projektpartner sind die Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
des Universitätsklinikums Dresden, das Zentrum für Medizinische Informatik
der TU Dresden, die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und
Transplantationschirurgie (AVTC) sowie die Abteilung für Medizinische
Informationssysteme (MIS) des Universitätsklinikums Heidelberg und die
KARL STORZ SE & Co. KG.

Zur Mitteilung steht ein Bild in druckfähiger Auflösung zur Verfügung:

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BU: Minimalinvasive Tumoroperationen im Bauchraum sollen mithilfe einer
speziellen App künftig noch sicherer werden. © NCT/UCC/Philip Benjamin

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Benjamin. Eine Weitergabe des Bildmaterials an Dritte ist nur nach
vorheriger Rücksprache mit der NCT/UCC-Pressestelle (Tel. 0351 458 5548,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) gestattet. Eine Nutzung zu
kommerziellen Zwecken ist untersagt.

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