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Lungenmediziner Professor Torsten Bauer: „Wir brauchen ein Frühwarnsystem für Atemwegsinfekte“

Pandemiefolgen, erkrankte Kriegsflüchtlinge, Lungenkrebs-Screening:
Pneumologen und Beatmungsmediziner stehen in diesem Jahr vor großen
Herausforderungen. „Mit Unterstützung der Gesundheitspolitik müssen wir
jetzt wichtige Entscheidungen treffen, um die Versorgung und Vorsorge bei
Atemwegserkrankungen zu verbessern“, sagt Professor Torsten Bauer,
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin
(DGP). Im Interview spricht der Chefarzt einer Berliner Lungenklinik über
die Ziele in seiner Präsidentschaft, den notwendigen Ausbau der
Lungenersatz-Therapie und seinen Wunsch, endlich ein klinikübergreifendes
Überwachungssystem für neue Atemwegserkrankungen einzurichten.

Herr Professor Bauer, welchen Stellenwert hat die Pneumologie und
Beatmungsmedizin heute in der Gesundheitspolitik?

Das Wichtigste ist: Wir werden von den politischen Entscheidern gehört. Ob
bei Abwägungen im Management der Coronapandemie oder jetzt bei der
Strukturdebatte zur Versorgung von Kriegsflüchtlingen mit einer
Tuberkuloseerkrankung. Die Expertise der Deutschen Gesellschaft für
Pneumologie und Beatmungsmedizin mitsamt aller Gremien ist in wesentliche
Entscheidungen zur Vorsorge und Therapie von Lungenerkrankungen einbezogen
worden. Insbesondere Empfehlungen wie zur Tabakentwöhnung, zum Gebrauch
von Cannabisprodukten oder zu Therapieleitlinien, beispielsweise zu
COVID-19 und seinen Folgeerkrankungen, setzen hier wichtige Maßstäbe.

Ein wichtiger Schritt und neu zugleich ist das Lungenkrebs-Screening in
Deutschland. Welche Forderungen hat die DGP an die weitere Ausarbeitung?

Aktuell gibt es in Deutschland nur für wenige Krebsarten eine
systematische Früherkennung, wie zum Beispiel bei der Brustkrebs-
Früherkennung das Mammographie-Screening. Die Früherkennung von
Lungenkrebs ist ein Thema, das von der Politik viel zu lange vernachlässig
wurde. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit
und Verbraucherschutz muss nun die nötige Rechtsverordnung schaffen, der
Gemeinsame Bundesausschuss G-BA muss dann den Leistungsanspruch der
Patienten definieren. Umsetzen können wir das nur gemeinsam. Wir als DGP
begleiten den gesamten Prozess und wollen dafür sorgen, dass noch in
diesem Jahr erstmals ein Lungenkrebs-Screening in Deutschland möglich ist.

Wer ist von der neuen Lungenkrebs-Früherkennung betroffen und wie stehen
die Behandlungschancen?

Betroffen sind vor allem Raucherinnen und Raucher in einem Alter ab 50
Jahren, aber auch ehemalige Raucher, die lange Zeit zur Zigarette
gegriffen haben. Sie gehören für uns zur Hochrisikogruppe. Die
Überlebensrate von betroffenen Patienten ist aktuell sehr niedrig,
Lungentumore werden oft zu spät erkannt und sind zudem schwer zu
behandeln. Die Früherkennung eines Lungenkarzinoms durch die
Computertomographie senkt die Sterberate signifikant, erste Studien weisen
auf eine mögliche Reduzierung um 15 Prozent hin. Der Lungenkrebs gehört zu
den häufigsten und tödlichsten Tumorarten des Menschen, 80 Prozent der
Betroffenen versterben daran. Die Früherkennung ist das einzige Mittel, um
diese Sterberate zu senken.

Deutlich gesunken ist zuletzt auch die Zahl der beatmungspflichtigen
Coronapatienten. Was lehrt Sie die Pandemie?

Als Lungenarzt habe ich gelernt, dass die grundlegende Kenntnis und auch
das Verständnis von Atemwegsinfektionen in der medizinischen Welt
verbesserungsfähig sind und wir hier noch viel Arbeit vor uns haben. Dass
es über ein Jahr gedauert hat, in der Breite den Unterschied zwischen
einer Tröpfcheninfektion und einer Infektion über Aerosole zu erklären,
hat mich gelinde gesagt schwer verwundert. Schwere Atemwegsinfektionen und
auch Pandemien werden immer wieder vorkommen und darauf müssen wir uns in
der Medizin vorbereiten, um bei einer neuen Notlage schneller und
koordinierter reagieren zu können. Dafür brauchen wir ein Frühwarnsystem –
ähnlich wie in betroffenen Tsunami-Regionen, nur eben für Atemwegsinfekte.

Wie kann so ein Frühwarnsystem für Lungenkrankheiten aussehen?

Es gibt schon heute einzelne Kliniken oder Arztpraxen, die Infektionen der
Atemwege zentral melden und die Abstriche auf Atemwegsviren im RKI, dem
Robert-Koch-Institut, analysieren lassen. Das passiert seit vielen Jahren
sehr regelhaft und liefert uns wichtige Daten zur Ausbreitungskinetik der
Influenza und zu den zirkulierenden Viren – allerdings eben nur im
niedergelassenen Bereich. Die Krankenhäuser mit den schweren Fällen sind
noch außen vor. Hier sehe ich eine große Chance: Sollten wesentlich mehr
Krankenhäuser entsprechende Viren untersuchen und diese automatisiert
einer zentralen Stelle wie dem RKI zukommen lassen, dann wissen wir
deutlich früher als jetzt, wie gefährlich neue Virenvariationen sein
werden. Und über interaktive Grafiken – ähnlich der uns bekannten
Wetterkarten – könnten wir sehen, welche Viren genau wann in bestimmten
Landesregionen auf uns zukommen.

Warum gibt es so einen Viren-Warner bisher noch nicht?

Wie so oft wurde bislang nicht die Notwendigkeit gesehen – und damit auch
keine finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt. Mit den Erfahrungen aus
der Pandemie wissen wir aber, dass wir mit Hilfe einer Virenvarianten-
Früherkennung schneller auf neue Behandlungsumstände reagieren können. Das
rettet nicht nur Menschenleben sondern entschärft zugleich die
Überbelastung von Krankenhauskapazitäten.

Wo sehen Sie hier die Aufgabe der DGP?

Als Fachgesellschaft müssen wir diese Prozesse anschieben. Wenn wir nicht
mit Überzeugung dafür eintreten, dann ziehen ähnlich wie bei der
Lungenkrebs-Früherkennung Jahre ins Land, bis etwas passiert. Wir
Pneumologen müssen mit dafür Sorge tragen, dass die nun bekannten
Parameter zur Steuerung der Coronapandemie geordnet werden, um sie bei
einer möglichen neuen Patientenwelle im Herbst 2022 gezielt zu nutzen. Was
wir dafür auch benötigen, ist eine stabile und einheitliche Kennzahl, die
den Schweregrad von Erkrankungen ausdrückt. In Kombination mit der Viren-
Frühwarnung, die auch die Komplexität einer Virusvariante kennzeichnet,
können Lungenärzte besser arbeiten. Allein die Auslastung von Kliniken
aufzuführen, reicht nicht aus.

Gerade über die künstliche Beatmung wird sehr kontrovers diskutiert.
Manchen wird zu früh und zu lang beatmet, anderen zu wenig – wie soll es
weiter gehen?

Nun, die Dauer und Ausprägung einer künstlichen Beatmung liegt immer im
Ermessen des Behandlers, jeder Patient wird individuell betreut – ich
warne hier vor Verallgemeinerungen. In meinem Fokus steht in Zukunft die
Beatmungsstrategien zu ersetzen durch Oxygenierungsstrategien, denn darum
geht es im Wesentlichen. Denn klar ist: Bei der Behandlung der erkrankten
Lunge sollte auf das Organ so wenig zusätzlicher Druck wie möglich
aufgebaut werden. Wir kennen das von der Behandlung der Niere: wenn wir
sie entlasten wollen, nutzen wir die Nieren-Ersatztherapie. Genauso sollte
es bei der Lunge aussehen – mit der extrakorporalen Membranoxygenierung,
kurz ECMO-Therapie. Da übernimmt eine externe Maschine teilweise oder
vollständig die Atemfunktion für den Patienten. Möglich ist das heute nur
in hochspezialisierten Zentren. Ich wünsche mir eine Weiterentwicklung der
Lungenersatztherapie, so dass diese – bei der nächsten Pandemie – in viel
mehr Kliniken zum Einsatz kommen könnte. In diesem Forschungsbereich
sollten wir uns noch stärker engagieren.

Bei allen Zukunftsthemen lassen Sie uns noch einen kurzen Blick
zurückwerfen: Welche wichtigen Akzente konnte die DGP im vergangenen Jahr
setzen?

Wichtig war und ist natürlich die wissenschaftliche Begleitung der
Coronatherapie und deren Folgen. Hier konnten wir wichtige
Forschungsergebnisse erzielen, zuletzt mit einer Patientenleitlinie zu
Post- und Long-Covid. Zudem haben wir kontinuierlich die
Themenschwerpunkte rund um Rauchentwöhnung, Tabak- und Cannabis-Konsum und
E-Zigaretten-Gebrauch in Politik und Öffentlichkeit getragen. Außerdem
haben wir unsere Expertise bei Themen wie Luftschadstoffen oder der
Tuberkulosebekämpfung eingebracht. Auch unser digitaler Kongress war eine
enorme Bereicherung in schwierigen Zeiten. Hier konnten wir ebenfalls viel
dazu lernen – als Fachgesellschaft der Pneumologie und Beatmungsmedizin
sehe ich uns für die aktuellen Herausforderungen gut aufgestellt

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Jetzt Studienplatz für Oktober sichern SRH Hochschule für Gesundheit veranstaltet Online-Infonachmittag am 19. Mai 2022.

„Gesundheit braucht kluge Köpfe“ – getreu diesem Motto lädt die SRH
Hochschule für Gesundheit am 19. Mai 2022 um 16:00 Uhr zur nächsten
Online-Infoveranstaltung ein. Interessierte können sich dabei über das
innovative Studienangebot und die 13 verschiedenen Studienorte in ganz
Deutschland informieren. Zudem werden allgemeine Fragen rund um das
Studium an der Gesundheitshochschule der SRH beantwortet.

„In 12 Bachelor- und 7 Master-Studiengängen bereiten wir unsere
Studierenden optimal auf eine Karriere im Gesundheitswesen vor. Sie wurden
gemeinsam mit starken Partner:innen aus der Gesundheitsbranche entwickelt,
sodass von Anfang an die Verzahnung von Theorie und Praxis im Fokus stand.
Die SRH Hochschule für Gesundheit ist jedoch nicht nur durch praxisnahe
Vorlesungen geprägt, sondern auch durch flexible Studienmodelle und kleine
Studiengruppen. Eine enge Zusammenarbeit und die individuelle Betreuung
durch die Lehrenden sind uns besonders wichtig“, betont Prof. Dr. habil.
Claudia Luck-Sikorski, Präsidentin der SRH Hochschule für Gesundheit.

In den vielfältigen Studiengängen der vier Fachbereiche Gesundheit und
Soziales, Pädagogik, Psychologie und Therapiewissenschaften erlangen
derzeit rund 1.500 Studierende nach dem CORE-Prinzip (Competence Oriented
Research and Education) neben Fach- und Methodenkompetenzen auch Sozial-
und Selbstkompetenzen. Dabei richten sich bestimmte Studienangebote an
Interessierte, die bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen
können und sich in diesem Bereich akademisch weiterqualifizieren möchten.
Für andere Studiengänge sind hingegen keine Vorkenntnisse erforderlich. So
findet jede:r das passende Studium für eine Karriere im Gesundheits- und
Sozialwesen, wobei die Gesundheitshochschule der SRH bereits auf 15 Jahre
Erfahrung im Bildungsbereich zurückblickt und den Studierenden daher mit
großer Expertise zur Seite steht. Schon über 2.000 Absolvent:innen konnte
die SRH Hochschule für Gesundheit auf diese Weise zu einem erfolgreichen
Abschluss führen.

Interessierte können sich für den kostenfreien Online-Infonachmittag am
19.05.2022 um 16:00 Uhr ab sofort unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. anmelden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/christina-mueller/

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Adipositas-on-Chip – innovatives Modellsystem zur Erforschung von Fettleibigkeit

Adipositas kommt selten allein. Die krankhafte Fettleibigkeit geht oftmals
einher mit Erkrankungen wie Diabetes. Speziell das weiße Fettgewebe spielt
bei der Entstehung der Stoffwechselerkrankung eine zentrale Rolle.
Forschende des NMI Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts in
Reutlingen entwickelten nun in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät
der Universität Tübingen und dem Fraunhofer-Institut IGB ein innovatives
Mix & Match Organ-on-Chip-Modell. Die in der Fachzeitschrift Advanced
Science veröffentlichten Forschungsergebnisse zeigen, wie sich mit dem
Chip verschiedenste Aspekte der Adipositas-Erkrankung individuell
simulieren lassen – ganze ohne Tierversuche.

Von der ersten Sekunde bis etwa zum 25. Lebensjahr – in dieser Zeitspanne
nimmt ein Mensch an Gewicht zu, entwickelt sich und wächst, bis er
schließlich sein endgültiges Körpergewicht erreicht hat. Dabei weiß unser
Körper stets, wann unser Hunger gestillt ist und alle notwendigen Stoffe
aufgenommen wurden. Als Folge tritt ein Sättigungsgefühl ein. Fehlt dieses
Signal oder wird es ignoriert, ist der Weg geebnet für eine sich
entwickelnde Adipositas. Nicht selten steckt aber auch eine Fehlernährung
hinter der krankhaften Fettleibigkeit.
Grundsätzlich ist die krankhafte Gewichtszunahme Risikofaktor für eine
Vielzahl von Erkrankungen. Neben Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-
und neurologischen Erkrankungen begünstigt eine Adipositas mindestens 13
verschiedene Krebsarten. Die Folgen von Adipositas können gravierend sein
und sind deshalb ein nicht nur aktuelles, sondern auch sehr wichtiges
Forschungsgebiet.

Ein Blick ins Fettgewebe

Fettgewebe lässt sich in verschiedene Typen unterteilen, weißes,
braun/beiges und rosa Fettgewebe. Neben der Farbe unterscheiden sich die
Gewebearten durch ihre einzigartige Zellzusammensetzung und Funktion.
Schaut man sich die Bestandteile des weißen Fettgewebes genauer an, so
lassen sich hier die Spezialisten des Fettstoffwechsels, die weißen
Fettzellen, finden. Sie kümmern sich um Fetteinlagerungen – also die
Energiereserven – und beeinflussen den Energiestoffwechsel durch
Hormonausschüttungen. Des Weiteren lassen sich im weißen Fettgewebe eine
Vielzahl von Immunzellen finden. Kommt es zu einer Überernährung,
vermehren sich die Fettzellen, werden größer und lösen eine Kaskade von
Entzündungsprozessen aus.

Fettgewebe in der Forschung

Die Wissenschaft beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit Ursachen und
Therapiemöglichkeiten von Adipositas, eine optimale Versuchsplattform mit
einer validen Vorhersagekraft wurde bislang nicht entwickelt.
Gesundheitsrisiken für Patient*innen machen die direkte Forschung am
Menschen unmöglich. Viele Wissenschaftler*innen vertrauten demnach auf
Tierversuche, um die pathophysiologischen Mechanismen hinter der Krankheit
besser zu verstehen. Die geringe Übertragbarkeit der Ergebnisse vom Tier
auf den Menschen schränkt allerdings die Aussagekraft der Tierversuche
stark ein.
Es bleibt der Blick in die Petrischale. Welche Möglichkeiten bieten
Zellkulturen?

Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Peter Loskill, Gruppenleiter am NMI und
Brückenprofessor an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen,
der von 2016 bis 2021 die Attract-Gruppe Organ-on-a-Chip am Fraunhofer IGB
leitete, entwickelt maßgeschneiderte Organ-on-Chip-Technologien. Diese
speziellen Chips integrieren lebende Substrukturen von Organen in eine
kontrollierte Mikroumgebung. Die Chips bestehen aus kleinen
dreidimensionalen Kammern und Kanälen im Mikrometermaßstab und bilden die
Funktionalität oder Krankheit eines Organs ab. Erste Systeme der
Arbeitsgruppe konnten lediglich Fettzellen kultivieren. Das neue
innovative Mix & Match System integriert darüber hinaus alle wichtigen
zellulären Komponenten, die sich auch im menschlichen weißen Fettgewebe
wiederfinden lassen.
„Der Adipositas-Chip der nächsten Generation zeichnet sich durch seine
hohe Flexibilität und Modularität aus. Neben der Energiespeicherung und
-mobilisierung lassen sich mit dem Chip ebenso die fettgewebsspezifische
Hormonausschüttung simulieren und verschiedenste Entzündungsprozesse mit
einbeziehen. Dieser multidimensionale Ansatz ist bislang einzigartig!“,
betont Prof. Loskill.
Zukünftig bietet das neuartige System Wissenschaftler*innen eine humane
Alternative zur Durchführung von Tierversuchen. Dadurch könnte nicht nur
die Fettstoffwechsel-Forschung und die Medikamentenentwicklung von der
neuen Testplattform profitieren, sondern auch die personalisierte Medizin
vorangetrieben werden.

Die Forschung wurde unter anderem gefördert durch die Fraunhofer-internen
Programme Talenta Start und Attract (601543), durch das Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF; 031L0247B) sowie durch das Forschungs-
und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Unionim Rahmen der
Marie Skłodowska-Curie-Finanzhilfevereinbarungen Nr. 812954 und Nr.
845147.

Publikation:
Rogal et al. (2022). Autologous human immunocompetent white adipose
tissue-on-chip. Advanced Science, 2104451,
https://doi.org/10.1002/advs.202104451

Über das NMI
Das NMI Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut in Reutlingen ist
eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung und betreibt
anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und
Materialwissenschaften. Es verfügt über ein einmaliges, interdisziplinäres
Kompetenzspektrum für F&E- sowie Dienstleistungsangebote für regional und
international tätige Unternehmen. Dabei richtet sich das Institut
gleichermaßen an die Gesundheitswirtschaft sowie Industriebranchen mit
werkstofftechnischen und qualitätsorientierten Fragestellungen wie
Fahrzeug-, Maschinen- und Werkzeugbau.

Das Forschungsinstitut gliedert sich in drei Geschäftsbereiche, die durch
ein gemeinsames Leitbild miteinander verbunden sind: Die Suche nach
technischen Lösungen erfolgt stets nach höchsten wissenschaftlichen
Standards. Im Geschäftsfeld Pharma und Biotech unterstützt das NMI die
Entwicklung neuer Medikamente mit biochemischen, molekular- und
zellbiologischen Methoden. Der Bereich Biomedizin und
Materialwissenschaften erforscht und entwickelt Zukunftstechnologien wie
die personalisierte Medizin und Mikromedizin für neue diagnostische und
therapeutische Ansätze. Im Fokus des Dienstleistungsangebotes steht für
Kunden die Strukturierung und Funktionalisierung von Werkstoffen und deren
Oberflächen. Im Geschäftsfeld Analytik und Elektronenmikroskopie werden
analytische Fragestellungen beantwortet.

Über die Landesgrenzen hinaus ist das NMI für sein Inkubatorkonzept für
Existenzgründer mit bio- und materialwissenschaftlichem Hintergrund
bekannt.
www.nmi.de

Das NMI Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut in Reutlingen
wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes
Baden-Württemberg unterstützt und ist Mitglied der Innovationsallianz
Baden-Württemberg, einem Zusammenschluss von 12 außeruniversitären und
wirtschaftsnahen Forschungsinstituten.
www.innbw.de

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„Aktiv leben mit Krebs“ – Neues Programm unterstützt Krebserkrankte mit Tipps zu einem gesunden Lebensstil

Was können Betroffene während oder nach einer Krebserkrankung selbst tun,
um ihre Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern? Wissenschaftlich
fundierte Antworten auf diese Frage finden Interessierte ab sofort in der
kostenfreien Broschüre „Aktiv leben mit Krebs“ sowie auf der Website
www.aktivmitkrebs.de. Im Zentrum stehen die Themen Bewegung, Ernährung,
Nichtrauchen und Sonnenschutz. Ein individueller Test und zahlreiche
Praxis-Tipps helfen bei der Auswahl relevanter Inhalte und bei deren
Umsetzung im Alltag. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit
110.000 Euro.

Das Informationsangebot „Aktiv leben mit Krebs“ wurde vom Nationalen
Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) und vom Fachgebiet
Gesundheitswissenschaften der Brandenburgischen Technischen Universität
Cottbus-Senftenberg (BTU) entwickelt.

Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) ist eine
gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des
Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, der Medizinischen
Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und des Helmholtz-Zentrums
Dresden-Rossendorf (HZDR).

In Deutschland leben etwa vier Millionen Menschen mit oder nach einer
überstandenen Krebserkrankung. Auch Jahre nach der Diagnose leiden sie
häufig an körperlichen, psychischen und sozialen Folgen ihrer Erkrankung.
Ein gesunder Lebensstil kann diese Folgen abmildern. Im Programm „Aktiv
leben mit Krebs“ können Betroffene mit einem kurzen Selbsttest
herausfinden, was in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Nichtrauchen und
Sonnenschutz für sie persönlich besonders wichtig ist. Zu jedem Thema gibt
es aktuelle, wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen. „Zahlreiche
Tipps zeigen, wie Krebserkrankte die Empfehlungen im Alltag umsetzen und
Hürden meistern können. Uns war es wichtig, Betroffenen ein einfach
umzusetzendes Unterstützungsangebot an die Hand zu geben. Es beruht auf
aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und auf unserer langjährigen
Erfahrung in der Vermittlung entsprechender Inhalte an Betroffene“, sagt
Dr. Friederike Stölzel, Co-Leiterin des Präventionszentrums des Nationalen
Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC).

Zusätzlich bieten Experten-Videos umfassende Hintergrundinformationen und
konkrete Anleitungen. Informationen zu Kontakten, wohnortnahen Angeboten,
zur Kostenübernahme von Kursen durch die Krankenkassen oder zu
Motivationsstrategien helfen dabei, die Empfehlungen im Alltag umzusetzen.
An der Erstellung der Materialien haben auch Mitglieder des NCT/UCC-
Patientenbeirats mitgewirkt: „Wir haben uns die Informationen aus Sicht
von Betroffenen genau angeschaut: Sind die Texte wirklich verständlich,
helfen einem die Informationen im Alltag weiter? Wir freuen uns über diese
gute Orientierungshilfe“, sagt Wolfgang Krämer vom Patientenbeirat.

Das Programm richtet sich insbesondere an Betroffene in Regionen, in denen
es nur wenige Kurse und Beratungsangebote zu einem gesunden Lebensstil für
Krebserkrankte und ehemalige Patientinnen und Patienten gibt. „Viele
Menschen wissen heute, dass ein gesunder Lebensstil das Risiko für
zahlreiche Erkrankungen senken kann. Welche positiven Auswirkungen zum
Beispiel mehr Bewegung oder eine ausgewogene Ernährung gerade auch während
und nach einer Krebserkrankung haben, ist hingegen weniger bekannt. Wir
freuen uns, Betroffenen ab sofort einen fundierten Ratgeber an die Hand
geben zu können“, erklärt Prof. Dr. Jacob Spallek vom Fachgebiet
Gesundheitswissenschaften der Brandenburgischen Technischen Universität in
Senftenberg.

Broschüre:
• Die Broschüre „Aktiv leben mit Krebs“ umfasst 86 Seiten und enthält ein
ausführliches Literaturverzeichnis mit zahlreichen wissenschaftlichen
Quellenangaben. QR-Codes leiten zu Experten-Videos.
• Interessierte, Praxen und Kliniken können die Broschüre „Aktiv leben mit
Krebs“ kostenfrei bestellen unter: https://t1p.de/aktiv-leben-mit-krebs

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