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S3-Leitlinie zur Pankreatitis: Ultraschall spielt bei einer entzündeten Bauchspeicheldrüse eine zentrale Rolle

Die akute Pankreatitis (AP) ist mit jährlich rund 50.000
Krankenhauseinweisungen eine der häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-
Traktes – Tendenz steigend. Etwa jeder fünfte Betroffene hat einen
komplizierten – bis hin zum lebensbedrohlichen – Verlauf und muss mit
lebenslangen Beeinträchtigungen rechnen. Bei einer akuten oder chronischen
Bauchspeicheldrüsenentzündung ist daher eine frühzeitige und exakte
Diagnose für die weitere Behandlung essenziell. Mit Unterstützung der
Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) ist
kürzlich die erste umfassende S3-Leitlinie zur Pankreatitis in Deutschland
erschienen. Dabei spielt der Ultraschall eine zentrale Rolle.

Zu den verschiedenen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse gehören die
akute, chronische, kindliche und autoimmune Pankreatitis sowie die
Pankreatitis auf dem Boden von zystischen oder soliden Tumoren der
Bauchspeicheldrüse. „Eine genaue Differenzialdiagnostik ist sehr wichtig,
um die in ihrer Symptomatik häufig ähnlich erscheinenden, aber
unterschiedlichen Krankheitsbilder exakt voneinander abzugrenzen“, führt
DEGUM-Experte Professor Dr. med. Albrecht Neeße aus Göttingen aus. „Mit
der neuen S3-Leitlinie liegt uns erstmals eine umfassende
Handlungsempfehlung vor, die alle Erscheinungsformen der Pankreatitis
gemäß der aktuellen wissenschaftlichen Studienlage berücksichtigt und
deren klinischer Bewertung durch ein großes Expertengremium vornimmt.“

Ursache für eine Pankreatitis sind meist Gallensteine, Alkohol- und
Nikotinmissbrauch, ein metabolisches Syndrom, Tumore, genetische
Veränderungen oder Medikamente. Eine entzündete Bauchspeicheldrüse macht
sich durch sehr starke Schmerzen im Oberbauch bemerkbar. Chronische
Entzündungen der Bauchspeicheldrüse führen häufig zu lebenslangen
Verdauungsstörungen, Schmerzen oder Diabetes mellitus. „Etwa jeder dritte
Patient mit einer chronischen Pankreatitis kann seinen Beruf nicht mehr
ausüben“, mahnt Neeße, Co-Autor der Leitlinie. „Eine frühe Diagnose und
Therapie hat also auch eine hohe sozio-ökonomische Bedeutung.“

Als besonders hilfreich in der Diagnostik und Therapie hat sich die
Bildgebung etabliert, die in der neuen Leitlinie eine große Aufwertung
erfährt: „Insbesondere dem transabdominellen Ultraschall und der
Endosonografie (EUS=endoskopischer Ultraschall) kommen darin eine
herausragende Stellung zu“, sagt Dr. med. Manuela Götzberger, Sprecherin
des DEGUM-Arbeitskreises Endosonografie. Bei der Detektion von
Gallengangssteinen, die die häufigste Ursache für eine akute Pankreatitis
sind, sollte der EUS die erste Wahl sein. „Im Vergleich zu anderen
Bildgebungsverfahren kann dieser auch kleine Steine im Gallengang sichtbar
machen, die meist der Auslöser der Entzündungsprozesse sind. Diese Methode
wird ebenso bei Komplikationen der Pankreatitis als erste
Interventionsmethode gewählt wie zur Drainage von infizierten
Nekrosearealen oder Pseudozysten“, erklärt die Gastroenterologin aus
München.

Bei einem ersten Verdacht auf eine akute oder chronische Pankreatitis ist
der Ultraschall durch die Bauchwand (transabdominelle Sonografie) Mittel
der Wahl. Denn er ist leicht und schnell verfügbar, kostengünstig, nicht-
invasiv, ohne Strahlenbelastung und kann risikofrei wiederholt werden.
„Bei der diagnostischen Abklärung von Kindern ist er besonders wertvoll,
da möglichst Strahlenbelastungen und Narkosen zu vermeiden sind“, betont
Neeße.

Diese schonende Methode hat jedoch einen Nachteil: Durch die schlecht
zugängliche Lage der Bauchspeicheldrüse und aufgrund von
Luftüberlagerungen oder auch bei ausgedehnten Verkalkungen kann das Organ
so oft nicht oder nicht ausreichend visualisiert werden. „Für mehr
Zuverlässigkeit sind daher erfahrene Ultraschall-Expertinnen und
-Experten, auch mit Erfahrung in der Anwendung von
Ultraschallkontrastmittel ausschlaggebend“, so DEGUM-Präsident Professor
Dr. med. Josef Menzel aus Ingolstadt. Er empfiehlt daher analog zur
S3-Leitlinie, die Versorgung von Pankreatitis-Patientinnen und -patienten
in Spezialzentren mit besonderer Expertise – insbesondere bei schweren,
komplexen Verläufen.

Die DEGUM setzt sich seit ihrer Gründung für die Zertifizierung von
Ultraschallern, Kliniken und Zentren ein, um die Qualitätsstandards in der
Ultraschallversorgung in Deutschland zu gewährleisten.

Quellen:
•       S3-Leitlinie Pankreatitis:
<https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/021-003.html>
•       Loosen, S.H. et al., Current epidemiological trends and in-
hospital mortality of acute pancreatitis in Germany: a systematic analysis
of standardized hospital discharge data between 2008 and 2017,
<https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34820807/> DOI: 10.1055/a-1682-7621

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Ein zweites Leben – Rostocker Ärzte bringen „stehendes“ Herz eines 38-Jährigen wieder zum Schlagen

Die Professoren Hüseyin Ince und Alper Öner (v.l.) leiten das Herzzentrum der Universitätsmedizin Rostock  Thomas Rahr  Universität Rostock
Die Professoren Hüseyin Ince und Alper Öner (v.l.) leiten das Herzzentrum der Universitätsmedizin Rostock Thomas Rahr Universität Rostock

Durch die umsichtige ärztliche Notfallversorgung und den Einsatz
modernster Medizintechnik der Universitätsmedizin Rostock konnte das Leben
eines 38-jährigen Rostockers gerettet werden. Nach einem Herzstillstand
konnte sein Herz ohne Folgeschäden wieder zum Schlagen gebracht werden.

Es ist der letzte Januartag 2022. Gemeinsam mit einem Kollegen ist der
38-jährige Kranmonteur in 36 Metern Höhe auf den Turm eines Krans
gestiegen. Plötzlich spürt er einen stechenden Schmerz in der Brust. Sein
Gesicht verfärbt sich aschgrau. Auf der Stirn werden Schweißperlen
sichtbar. Sein Kollege fragt, ob alles in Ordnung sei. „Es geht gleich
wieder“, sagt der Rostocker. Und erzählt, dass er vor drei Tagen schon
einmal ähnliche Symptome hatte. Dachte an Verspannungen. Der Kollege
erkennt, dass er sofort dringend Hilfe braucht und fragt ihn noch schnell,
ob er die zehn Meter Abstieg bis ins Kran-Plateau alleine schafft. Das
gelingt. Der Kollege ruft den Notdienst.
Schnell sind die Höhenretter der Rostocker Feuerwehr mit einer
Spezialausrüstung vor Ort und bringen den Mann mit dem Rettungswagen ins
Herzzentrum der Universitätsmedizin Rostock. Hier erkennen die handelnden
Ärztinnen und Ärzte sofort den Ernst der Lage. Der Patient ist in einem
extrem schlechten Zustand – ein kardiologischer Schock: kreideweis, mit
niedrigem Blutdruck und klassischen Veränderungen im EKG, nicht
ansprechbar.

Dem Tod näher als dem Leben
„Bei dem Patienten zeigte sich bei der Untersuchung im Herzkatheter-Labor,
dass der so genannte Hauptstamm, also das Gefäß, das in der Regel 75
Prozent der Herzmuskulatur mit Blut versorgt, verschlossen war“, sagt
Professor Alper Öner, der gemeinsam mit Professor Hüseyin Ince das
Herzzentrum der Rostocker Unimedizin leitet. Für die beiden Experten, die
im Fachgebiet der Herzmedizin international einen Namen haben, grenzt es
an ein Wunder, den Patienten überhaupt lebend im Krankenhaus zu empfangen.
„Patienten mit diesem Befund sind meist schon vor Ort tot“, sagt Professor
Ince. Selbst diejenigen, die mit diesem Befund noch im Krankenhaus
aufgenommen werden, hätten eine extrem niedrige Überlebenschance. „Das
liegt daran, dass das Herz ein Muskel ist, der auf permanente
sauerstoffreiche Blutzufuhr angewiesen ist“, betont Professor Öner, der
bei der Behandlung Regie führte. „Bei einem Hauptstammverschluss wie in
diesem Fall ist man dem Tod näher als dem Leben“.
Unbestechlich signalisierte der Ultraschall den Ärzten, dass das Herz des
38-Jährigen „stand“ und somit das Leben des Familienvaters von drei
Kindern noch weniger als am seidenen Faden hing. Denn, der Befund
bedeutete auch, dass kaum noch Blut in den Kreislauf gepumpt werden
konnte. Allen beteiligten Spezialisten um Oberarzt Stephan Valenta war
klar, dass sich, selbst wenn mit Hilfe eines Stents das Gefäß geöffnet
werden würde, das Herz nicht erholen, sprich: pumpen würde.

Technik hilft heilen
Für Professor Öner gibt es in solchen Grenzsituationen nur die Devise:
„Alles was möglich ist, tun. Technik hilft heilen“. Die Technik, die hier
hilft, sind Herz-Lungen-Maschinen. Diese verwenden Herzchirurgen für die
offene Herz-OP: Mit Hilfe von großen Schläuchen, im Durchmesser zwei
Zentimeter, wird das Blut aus dem Körper gezogen, mit Sauerstoff
angereichert und wieder in den Körper zurückgeführt.
Doch diese Maschine alleine hätte dem Patienten nicht das Leben gerettet,
„weil sie nicht die Eigenschaft hat, das angegriffene Herz zu entlasten“,
erklärt Professor Öner. Da konnte nur eine weitere Maschine, die so
genannte Impella, unterstützen. Diese minimalinvasive, temporäre Herzpumpe
arbeitet mit Echtzeit-Intelligenz und ermöglicht eine bessere Erholung des
Herzens. Sie schafft es, zwei bis dreieinhalb Liter Blut in der Minute zu
pumpen und reduziert dadurch die Last, die das Herz sonst bewältigen muss.
Denn wichtig ist, dass die Heilungskräfte des Körpers, die nötige Zeit
bekommen, um aktiviert zu werden. „Hier geht es um Sekunden, Minuten, oft
aber auch Stunden, die für die körpereigenen Heilungskräfte benötigt
werden“, verdeutlicht Professor Öner.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit rettet Leben
Das Implantieren dieser Technik durch Kardiologen ist das eine; das andere
das Führen und Bedienen der lebensrettenden Maschinen, das einen sehr
hohen Spezialisierungsgrad der beteiligten Teams voraussetzt.
Beispielsweise von der Anästhesiologie und Intensivtherapie um Professor
Daniel Reuter sowie der Abteilung für Pneumologie mit Professor Johann
Christian Virchow an der Spitze und Professor Pascal Dohmen aus der
Herzchirurgie.
Und genau das sei es, was die Unimedizin in Rostock auszeichne, die
interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Fachbereiche, unterstreicht der
Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Emil Reisinger. „Wir setzen in
Rostock auf den Schwerpunkt Medizintechnik und forschen gemeinsam mit den
technischen Fakultäten der Universität Rostock an Neuentwicklungen
hochtechnischer Geräte, die den Patienten zugutekommen“.
Die Professoren Ince und Öner danken dem Vorstand, dass beide
Herzmaschinen in ihrem Herzzentrum verfügbar sind. Denn: Die Kosten sind
hoch und werden oft nicht durch das Vergütungssystem der Krankenkassen
vollständig abgedeckt.

Hören Sie auf Ihr Herz!
Gegenwärtig befindet sich der Patient in der Reha, er fühle sich gut,
könne kurze Strecken gehen und Treppen steigen. Die Ehefrau des Patienten
ist sich sicher: „Die Technik funktioniert nur, wenn großartige Menschen
dahinterstehen.“ Sie sei dem Herzzentrum der Universitätsmedizin Rostock
unendlich dankbar für die großartige Leistung, die ihrem Mann ein zweites
Leben ermögliche. Besonders glücklich sei sie, dass er keine geistigen
Schäden davongetragen habe. Und er habe einen anderen Lebensstil
anvisiert, er wolle nicht mehr rauchen und sich in Zukunft gesünder
ernähren.
Dass sich das Herz des Patienten gut erholt habe, „grenzt fast an ein
Wunder“, betont Professor Ince und zeigt sich, wie er sagt, „ein bisschen
stolz“ auf das, was das Rostocker Herzzentrum geleistet habe. „Der Patient
hat keinen Herzschaden genommen. Weder beim Sport, noch beim Arbeiten oder
Feiern wird er eingeschränkt sein.“ Die Krankheit werde ihn zwar
begleiten, „aber wir halten sie in Schach“, sind sich die Professoren Öner
und Ince einig. Ihre Botschaft an ihn: „Hören Sie auf Ihr Herz!“

Uni-Rektor Professor Wolfgang Schareck, selbst Mediziner, sagt: „Dank und
Glückwunsch diesem Team und dem Patienten alles erdenklich Gute!“ Der
Wissenschafts- und Forschungsschwerpunkt der beiden Rostocker Kardiologen
Professor Öner und Ince in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für
Implantat-Technologie und Biomaterialien, geführt durch Professor Klaus-
Peter Schmitz, liegt auf dem Gebiet der Medizintechnik. Die wunderbare
Lebensrettung eines jungen Familienvaters, bei dem es gelang, mit
spezialisierter ärztlicher Notfallversorgung und dem Einsatz modernster
Medizintechnik ein Herz ohne bleibende Schäden wieder zum Schlagen zu
bringen, zeigt, dass der beschrittene Weg der richtige ist. Text: Wolfgang
Thiel

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Spätfolgen von COVID-19: Studie zeigt erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes nach Corona-Infektion

Eine aktuelle Studie weist auf ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes nach
einer überstandenen Corona-Infektion hin. Die ausgewerteten Daten stammen
aus deutschen Praxen, die Diabetes mellitus nach einem überwiegend milden
Corona-Verlauf nachweisen. Ausgehend von den gewonnenen Ergebnissen
fordert die DDG eine aktive Untersuchung der Glukoseregulation aller
Betroffenen nach Infektionen, besonders nach einer Ansteckung mit dem
SARS-CoV-2-Erreger.

Betroffene mit COVID-19 entwickeln im Vergleich zu Menschen mit
Atemwegsinfektionen häufiger einen Typ-2-Diabetes. Zu diesem Ergebnis
kommt eine Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums, die im März 2022
veröffentlicht wurde. Das relative Risiko, nach einer Corona-Infektion an
Diabetes zu erkranken, ist um 28 Prozent höher als nach einer
Atemwegsinfektion, die häufig ebenfalls durch Viren verursacht wird. In
Zahlen ausgedrückt erkranken über einen Zeitraum von einem Jahr ca. 3-4
Personen pro 1000 Menschen mehr an Diabetes nach einer COVID-19 Infektion
als nach einer anderen Atemwegsinfektion. „Diese Risikoerhöhung erscheint
zunächst gering“, sagt Professor Dr. med. Wolfgang Rathmann, Erstautor der
Studie. „Doch damit haben wir eine neue Risikogruppe für Typ-2-Diabetes.
Und das werden alle Menschen sein, die sich mit COVID-19 infiziert haben
und infizieren werden. In Deutschland sind das zum jetzigen Zeitpunkt über
22 Millionen Menschen.“

Insgesamt wurden die Daten von über 70.000 Patientinnen und Patienten
ausgewertet. Diese stammen aus einer bundesweiten Praxisdatenbank (Disease
Analyzer; IQVIA Frankfurt). „Die Stichprobengröße war größer als in
früheren, meist krankenhausbasierten Studien. Außerdem verwendeten wir
Originaldaten aus den Praxen, die uns valide Angaben zu Prävalenz und
Inzidenz von Typ-2-Diabetes und anderen chronischen Erkrankungen geben
können“, so Rathmann, stellvertretender Direktor des Instituts für
Biometrie und Epidemiologie am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ), Leibniz-
Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf. Die Studie weist aber auch verschiedene Einschränkungen auf
wie beispielsweise die geringe Fallzahl von Typ-1-Diabetes, die es nicht
ermöglichte, die Inzidenz zu untersuchen. Es ist außerdem eine
langfristige Beobachtung von Betroffenen notwendig, um zu klären, ob
Typ-2-Diabetes nach einer Corona-Infektion nur vorübergehend auftritt oder
zu einer chronischen Erkrankung führt.

„Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Schwäche sind Symptome, die sowohl bei
Typ-2-Diabetes als auch nach einer COVID-19 Erkrankung als Corona-
Langzeitfolge auftreten können“, sagt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz,
Stellvertretender Direktor an der Medizinischen Klinik IV des
Universitätsklinikums Tübingen und Pressesprecher der DDG. Er rät daher
Betroffenen und behandelnden Ärztinnen und Ärzten, auch an das
Neuauftreten eines Diabetes zu denken. „Daher sollte nach einer Corona-
Infektion unbedingt auch ein Diabetes-Screening mit
Langzeitblutzuckermessung durchgeführt werden“, so Gallwitz.

Ob sich der Stoffwechsel wieder normalisiert oder der Diabetes bestehen
bleibt konnte die Studie noch nicht beantworten. Wie auch bei einem –
nicht nach einer Viruserkrankung auftretenden – Diabetes Typ 2 könnten
jedoch gezielte Präventionsmaßnahmen einer Manifestation, das heißt einer
chronischen Erkrankung, entgegenwirken. „Wir brauchen weitere Forschung,
um den Zusammenhang von Infektionserkrankungen und Diabetes mellitus zu
verstehen“, betont Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Vizepräsident der
DDG vom Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des
Helmholtz-Zentrums München an der Universität Tübingen. „Wir können es uns
jedoch nicht leisten abzuwarten, bis es möglicherweise zu spät ist.
Deshalb erneuern wir unseren Appell an die Politik, unsere bereits
bekannten Forderungen mit höherer Priorität endlich umzusetzen: Wir
brauchen ein umfangreiches Maßnahmenbündel zur Prävention und Behandlung
von Diabetes.“

Literatur:

Rathmann W, Kuss O, Kostev K. Incidence of newly diagnosed diabetes after
Covid-19. Diabetologia 2022 Mar; 16:1–6. DOI: 10.1007/s00125-022-05670-0

Mulder H, Fall T. Die COVID-19-Pandemie mag zurückgehen, aber die
Diabetes-Pandemie wütet weiter. Diabetologia 2022 Mar; 16:1-2. DOI:
10.1007/s00125-022-05683-9

Robert Koch-Institut. COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit
(<https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html>)
(12.04.2022). Im Internet: Fallzahlen in Deutschland und weltweit; Stand:
12.04.2022
_____________________________________________________

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit mehr als 9200 Mitgliedern
eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in
Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in
Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und
entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung
der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als acht Millionen Menschen in
Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch
umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

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Erfahrungen in der Ernährungsmedizin weitergeben

Prof. Dr. Jens Putziger von der SRH Hochschule für Gesundheit ist seit
März 2022 Mitglied der Prüfungs- und Widerspruchskommission für die
Zusatz-Weiterbildung Ernährungsmedizin der Sächsischen Landesärztekammer.

„Die Zusatz-Weiterbildung Ernährungsmedizin befähigt eine Fachärztin bzw.
einen Facharzt, ernährungs-abhängige Erkrankungen sowie Erkrankungen, die
durch erworbene oder angeborene Stoffwechsel-störungen hervorgerufen
werden, zu erkennen, zu behandeln und ihnen vorzubeugen. Ich selbst bin
bereits seit vielen Jahren als Ernährungsmediziner tätig und freue mich,
nun als Mitglied der Prüfungs- und Widerspruchskommission für die Zusatz-
Weiterbildung der Sächsischen Landesärztekammer meine Erfahrungen auf dem
Gebiet in diesem wichtigen Gremium einbringen zu können“, sagt Prof. Dr.
Jens Putziger, Professor im Bachelor-Studiengang Ernährungstherapie und
-beratung am Campus Gera der SRH Hochschule für Gesundheit.

Angesichts dessen, dass Übergewicht und Adipositas sowie Folgeerkrankungen
wie Diabetes in der Bevölkerung immer weiter zunehmen, steigt auch die
Bedeutung ernährungsmedizinischer Ansätze, sowohl bei der Prävention als
auch bei der Behandlung. Dabei zeichnet sich die Ernährungsmedizin durch
einen hohen Grad an Interdisziplinarität aus. Diese spiegelt sich auch im
Bachelor-Studiengang Ernährungstherapie und -beratung an den Campus Gera
und Rheinland in Leverkusen der SRH Hochschule für Gesundheit wider.
Aspekte der Biologie, Chemie und Medizin fließen ebenso in das Studium ein
wie Aspekte der Psychologie oder auch Betriebswirtschaft. Diese besondere
Kombination an Kenntnissen erlaubt den Absolvent:innen, die Trends der
Branche umfassend zu bewerten und ihren Patient:innen sowie Klient:innen
die bestmögliche Beratung und Therapie zuteilwerden zu lassen. Besonders
profitieren sie dabei von den praktischen Erfahrungen der Dozent:innen. So
blickt beispielsweise Prof. Dr. Jens Putziger bereits auf eine lange
Karriere zurück.

Von 1973 bis 1978 absolvierte er sein Hochschulstudium Humanmedizin und
seine Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie an der Karl-Marx-Universität
Leipzig. Er erlangte anschließend die Qualifikation zum
Ernährungsmediziner. 1989 wurde Prof. Putziger Abteilungsleiter einer
Intermediate Care Station und einer Abteilung Klinische Ernährung am
Städtischen Klinikum St. Georg Leipzig mit ambulanter Anbindung. Zudem
übernahm er die Leitung der interdisziplinären Netzwerkstruktur „Leipziger
Modell®-Schulung-Beratung-Coaching“ zur Überleitung Schwerstkranker in den
ambulanten Bereich.

Mehr zur Ernährungstherapie und -beratung erfahren
Interessierte können sich bereits jetzt für den 2. Gesundheitsdenkertag am
27. April ab 15 Uhr oder für den Online-Infonachmittag am 19. Mai um 16:00
Uhr unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. anmelden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/jens-putziger/

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