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Mozart und Haydn, Münchener Kammerorchester & Alexandre Tharaud, Solist am Klavier, KKL Luzern, 2. November 2017, besucht von Léonard Wüst

Münchener Kammerorchester Foto Florian Ganslmeier
Münchener Kammerorchester Foto Florian Ganslmeier

Besetzung und Programm:

Münchener Kammerorchester

Raphael Christ Konzertmeister

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 51 D-Dur KV 196 + KV 121

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 9 Es-Dur KV 271 «Jenamy» («Jeunehomme»)

Joseph Haydn (1732 – 1809)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 11 D-Dur Hob. XVIII:11

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201

 

Rezension:

Dieses Extrakonzert, unter der Organi­sation des Luzerner Sinfonie­orchesters, mit dem Gastorchester aus Bayern und einem französischen Pianisten versprach einiges, zumal mit Werken von Mozart und Haydn ein interessantes Programm gelistet war. Die Lebenslinien der beiden Komponisten sind ja zum Teil parallel verlaufen, mit dem besseren Ergebnis für Haydn, der 24 Jahre vor Mozart geboren wurde und den Salzburger auch um 18 Jahre überlebte.

Gast-Konzertmeister Raphael Christ, Leitung
Gast-Konzertmeister Raphael Christ, Leitung

Zum Auftakt die, eher selten gespielte, Sinfonie Nr. 51 von ­Mozart, die eigentlich ein Konstrukt aus drei Sätzen ist, die schon vorhanden waren und vom Komponisten zu einem neuen Werk zusammen gesetzt wurden. Diese ist denn auch, mit knapp zehn Minuten Spieldauer, fast zu kurz, um als Sinfonie zu gelten. Es war aber grad eine gute Gelegenheit für das Orchester, um warm zu laufen, sich einzuspielen. In der folgenden kurzen Pause wurde der Konzertflügel an den richtigen Platz gerollt, der Schemel platziert, die Bühne bereit gestellt für den Solisten des Abends, Alexandre Tharaud, der mit diesem Auftritt auch gleich sein Debut bestritt im KKL Luzern, gar in der Stadt selbst.

Glanzvolles Debut in Luzern

Dieser Solist, den man auf den ersten Blick eher um die zwanzig schätzt, als die tatsächlichen 49 Jahre, die seine Biografie auflistet (*9.12.1968 in Paris), spielte in der Folge das das Klavierkonzert Nr. 9 von Wolfgang Amadeus Mozart auch jung, frisch und dynamisch, korrespondierte mittels Augenkontakt mit dem, ebenfalls sehr jugendlichen Gastkonzertmeister Raphael Christ und dem Orchester. Für den ersten Konzertteil ernteten die Musiker starken, langanhaltenden Applaus vom begeisterten Auditorium, welches sich anschliessend in die Foyers des KKL begab.

Haydns Klavierkonzert als grandioser Höhepunkt des Konzertes

Alexandre Tharaud, Solist am Piano
Alexandre Tharaud, Solist am Piano

Alexandre Tharaud zelebrierte Haydns Klavierkonzert D-Dur erfrischend, angriffig und energisch, dies alles kongenial mitgetragen von seinen Mitmusikern, die sichtlich Spass an der Sache hatten, wie natürlich das fachkundige Publikum auch. Der Franzose setzt dabei das Pedal ungewöhnlich oft ein, dank seinem ungemein leichten Tastenanschlag, klingt dies aber keineswegs verschwommen. Auch agiert er mit massiven Crescendi, positioniert sich so klar gegenüber dem Orchester, kontrastiert schön gegenüber den feinen Streichern, die Haydn fast „mozartesk“ ausgearbeitet hat.

Die das Konzert abschliessende Sinfonie Nr. 29 spielen dann die Künstler stehend und betonen Mozarts Musik auch körpersprachlich sehr engagiert, so ein unglaublich intensives Konzerterlebnis vermittelnd. Das Publikum feierte die Protagonisten mit stürmischen Applauskaskaden, bedankte sich so für ein aussergewöhnliches Konzerterlebnis.

Interessantes über zwei  der Protagonisten

Nebst anderen Ehrungen und Preisen, wurde Alexandre Tharaud, der schon ab dem fünften Lebensjahr Klavierunterricht hatte, auch schon zweifach mit dem ECHO-Klassik ausgezeichnet.

Raphael Christ war in diesem Jahr auch Konzertmeister des Lucerne Festival Orchestra und sagt darüber: Die Situation im Lucerne Festival Orchestra ist sehr familiär: Mein Vater, der Bratschist Wolfram Christ, sitzt mir gegenüber, meine Schwester spielt Harfe, meine Freundin spielt in den zweiten Violinen.»

 

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: sinfonieorchester.ch/home

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Konzert Theater Bern, Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart , besucht von Noémie Felber, 31. Oktober 2017

Don Giovanni Bern
Don Giovanni Bern

Besetzung:

  • Musikalische Leitung Kevin John Edusei
  • Regie Matthew Wild
  • Bühne Kathrin Frosch
  • Kostüme Ingo Krügler
  • Choreografie Norbert Steinwarz
  • Lichtgestaltung Jürgen Nase
  • Chor Zsolt Czetner
  • Dramaturgie Katja Bury
  • Don Giovanni Todd Boyce
  • Commendatore Young Kwon
  • Donna Anna Elissa Huber
  • Don Ottavio Andries Cloete
  • Donna Elvira Evgenia Grekova
  • Masetto Carl Rumstadt
  • Leporello Michele Govi
  • Zerlina Eleonora Vacchi
  • Chor Chor Konzert Theater Bern
  • Statist/-innen Statisterie Konzert Theater Bern
  • Orchester Berner Symphonieorchester
  • Rezension:

    Eleonora Vacchi, Carl Rumstadt, Todd Boyce
    Eleonora Vacchi, Carl Rumstadt, Todd Boyce

    Einem Donnerschlag gleich schallt der erste Klang von Mozarts «Don Giovanni» durch das Auditorium. Scheinwerferlicht erhellt wie ein Blitz die Bühne. Inmitten der pompösen Anfangsszene: die Titelfigur. Sofort werden die Zuschauer in den Bann des machthungrigen Charmeurs gezogen. Unter seiner Leitung wird während der Ouvertüre die moderne Szenerie eingeführt: Glücksspieler, Tänzerinnen und Spielleiter entführen in die glamouröse Lichterwelt des modernen Las Vegas.

    Sex, Drugs and Rock’n’Roll

    Todd Boyce, Chor Konzert Theater Bern
    Todd Boyce, Chor Konzert Theater Bern

    Die Berner Inszenierung der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart (Musik) und Lorenzo Da Ponte (Libretto) spielt in den frühen 1980ern, beinahe 200 Jahre nach der Erstaufführung 1787. Inmitten von Spielautomaten und Elvis-Imitatoren treibt der Casinoinhaber Don Giovanni sein unmoralisches Spiel. Durch Mord, Täuschung und Verführung verwickelt er nicht nur seinen Dieners Leporello, sondern auch diverse Frauen und deren Partner in ein Netz aus Lügen und Betrug. Dass er dabei seine Mitmenschen sowohl physisch als auch psychisch verletzt, scheint ihn nicht zu kümmern. Don Giovanni lebt in seiner eigenen, von Gewalt, Drogen und dem weiblichen Geschlecht dominierten Welt. Gerade letzteres holt er sich ohne Skrupel und schafft sich so zahlreiche Feinde. Ohne Reue oder Besserung zu zeigen, findet sich Don Giovanni zuletzt seiner gerechten Strafe gegenüber.

    Zwischen Spieltisch und Überwachungskamera

    Evgenia Grekova, Michele Govi
    Evgenia Grekova, Michele Govi

    Ohne Zweifel, die Aufführung hat das Publikum gepackt. Nicht nur die Geschichte, die zum Nachdenken über die eigenen Wertvorstellungen animiert, fesselte die Zuschauer. Auch die aufwändigen Bühnenbilder schafften eine Illusion, in der man sich verlieren kann. Ein überdimensionaler Spiegel ermöglicht dem Zuschauer, das Geschehen auf der Bühne aus verschiedenen Perspektiven zu beobachten. Eine bewegliche Trennwand macht die Bühnenumgestaltungen und Versteckspiele der Figuren möglich. Darin eingelassene Bildschirme zeigen simultan zur gespielten Handlung bereits vergangene oder gleichzeitig laufende Szenen. Aufwändige Kostüme komplettieren das Bild der farbenfrohen Vergnügungsmetropole. Neben der Bühne angebrachte Bildschirme zeigen Übersetzungen des italienischen Textes und erleichtern so das Verfolgen der Handlung erheblich.

    Musikalische Glanzleistung

    Michele Govi, Todd Boyce
    Michele Govi, Todd Boyce

    Vervollständigt wird das Bühnenerlebnis durch das Berner Symphonieorchester unter der Leitung von Kevin John Edusei. Die Orchestermusikerinnen und -musiker begleiten die Sängerinnen und Sänger präzise, stilvoll und subtil. Auch die Darsteller auf der Bühne lassen nichts zu wünschen übrig. Bis hin zum Chor nimmt man jeder einzelnen Person ihre Rolle voll und ganz ab. Die Hauptdarsteller überzeugen mit lautmalerischen Stimmen und viel Gefühl für ihre Figuren. Das Publikum honoriert die Begeisterung und Leidenschaft der Protagonisten mit tosendem, nahezu euphorischem Beifall. Die moderne Inszenierung der Oper steht noch bis im April 2018 auf dem Programm des Konzert Theater Berns.

    Text: www.noemiefelber.ch

    Kleine Fotodiashow der Produktion von Philipp Zinniker

    fotogalerien.wordpress.com/2017/10/24/konzert-theater-bern-don-giovanni-von-wolfgang-amadeus-mozart-besucht-von-noemie-felber-31-oktober-2017/

    Fotos: http://www.konzerttheaterbern.ch/konzert-theater-bern/stiftung-konzert-theater-bern/  Philipp Zinniker

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Business Professional Woman BPW Club Luzern,Lesung mit Lucette Achermann, 24. Oktober 2017, Hotel des Balances Luzern

Vorstand Business Professional Woman Lucerne ( BPW Luzern)
Vorstand Business Professional Woman Lucerne ( BPW Luzern)

Präsentation und Lesung:

Begrüssung und Einführung: Karin Klapproth Brennan  &  Lucette Achermann, Lesung: Thomas Vaszary 

Karin Klapproth Brennan rechts und Carmen von Däniken
Karin Klapproth Brennan rechts und Carmen von Däniken

Fast 90 Mitglieder zählt der BPW  Luzern, also nicht ganz 100. Ganz hundert sind aber die umtriebigen, aktiven Vorstandsmitglieder. Für die Organisation der Lesung von Lucette Achermann vor den Luzerner Business Ladies zeichnete Vizepräsidentin Carmen von Däniken verantwortlich.

Immer aufgestellt, der Vorstand des BPW Luzern
Immer aufgestellt, der Vorstand des BPW Luzern

Nicht ganz, aber fast Hahn im Korb war ich im „Hotel des Balances“ am rechten Luzerner Reuss Ufer, anlässlich dieses Events, waren doch, ausser mir, grad noch drei andere Männer anwesend, darunter Medien – und Tourismusexperte Thomas Vaszari. Minorität des „starken Geschlechts“ kontra geballte Frauenpower? Um dieses Thema drehte sich dieser Abend glücklicherweise nicht. Thomas Vaszari, ein enger Freund der Autorin, übernahm die Rolle des Vorlesers, da er, so die Erklärung der Autobiografin, das weit bessere Hochdeutsch artikuliere, als sie als geborenes Landei.  Ganz zu Beginn begrüsste Vereinspräsidentin Karin Klapproth Brennan die Anwesenden, sehr zu ihrer Freude waren unter den 39 Damen auch einige von befreundeten BPW  Vereinen aus Olten, Zug und gar Zürich. Darauf stellte sich Lucette Achermann selber vor mit einer Kurzbiografie und den Weg, den sie ging, bis sie dort war, wo sie heute steht, beim Geschichten schriftlich, in Form von Büchern, erzählen und Geschichtenerzählerinnen zuzuhören. Entscheidend beeinflusst und bestärkt sich ihren Wunsch des Schreibens zu erfüllen, sei u.a. eine Begegnung und kurze Unterhaltung mit Elias Canetti (der einige Jahre später, 1981, den Literaturnobelpreis erhielt), in einem Londoner Café gewesen, insbesondere dessen Hinweis auf seinen Erstling „Die Blendung“ (Hauptfigur ist der größte lebende Sinologe und Büchersammler Peter Kien, der in einer Vier-Zimmer-Wohnung mit seiner 25.000 Bände umfassenden Bibliothek haust. Durch die Ehe mit seiner Haushälterin Therese Krumbholz wird der weltfremde Sonderling mit der Gemeinheit des Lebens konfrontiert und verfällt dem Irrsinn.)

Spannende Lesung durch Thomas Vaszary

Lucette Achermann, rechts und Thomas Vaszary
Lucette Achermann, rechts und Thomas Vaszary

Dann begann Thomas Vaszary mit dem rezitieren aus verschiedenen Büchern von Lucette Achermann. Vom traurigen Schicksal der Paula Roth, der Wirtin vom „Bella Luna“ im Albulatal, die ermordet wurde. (Die schillernde Wirtin - Bal a l’üna, Leben und Tod der Aussenseiterin Paula Roth – verfilmt von Kuno Bont). Die Memoiren der umtriebigen Wirtin Martha Regli, die u.a. auch einmal in der „Angelfluh“ in Meggen gewirtet hatte. Das Leben von Single Frauen.

Aus der Bahn geworfen, das Buch von Lucette Achermann
Aus der Bahn geworfen, das Buch von Lucette Achermann

Oder im neuen Buch „Aus der Bahn geworfen“ zwölf Geschichten von Männern, die durch Lebensumstände buchstäblich aus ihrem gewohnten Leben katapultiert wurden, Zum Beispiel das Schicksal eines, zu Unrecht des Missbrauchs seiner Kinder beschuldigten erfolgreichen Geschäftsmannes, der dadurch in den Ruin getrieben wurde. Inzwischen hat die Luzerner Autorin, die pro Buch etwa ein Jahr Zeit aufwenden muss, über 30 Bücher verfasst, davon einige Verlagsbücher, nebst etwa 30 Auftragsbiografien.

Schlussworte und Ausblick der Präsidentin

von rechts, Karin Klapproth, Lucette Achermann, Thomas Vaszari
von rechts, Karin Klapproth, Lucette Achermann, Thomas Vaszary

Die Vereinspräsidentin bedankte sich bei den Protagonisten und stellte fest, dass die Damen so gebannt zugehört hätten, dass man die sprichwörtliche Nadel auf den Boden fallen gehört hätte und konnte noch, sichtlich stolz ankündigen, dass am 10. Januar 2018  mit Iris Bohnet  ( Schweizer Akademikerin, Verhaltensökonomin und Professorin für Public Policy an der Harvard Kennedy School in Cambridge) eine weltweit anerkannte Persönlichkeit beim BPW Luzern zu Gast sein wird. Im kleineren Kreis erläuterte Karin Klapproth noch, dass sie gedenkt, den Vereinsvorstand sukzessive zu verjüngen und sie werde dann sich selbst ins zweite Glied zurückziehen.

Allgemeines über den BPW:

Harvard Professorin Iris Bohnet
Harvard Professorin Iris Bohnet

BPW ist schweiz- und weltweit der bedeutendste Verband berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen. BPW Switzerland gehören rund 2500 Frauen aus verschiedenen Berufen, Positionen, Branchen an, die in 40 lokalen Clubs in allen Regionen der Schweiz vertreten sind.

Business Professional  Woman Lucerne
Business Professional Woman Lucerne

BPW setzen sich ein für die Förderung berufstätiger Frauen, Chancengleichheit und Gleichberichtigung. Für die persönliche Weiterentwicklung bieten wir Programme wie Mentoring und BPW-Erfolgsteams, sowie lebenslanges Lernen.

 

Weltweit ist BPW in mehr als 90 Ländern vertreten und hat ca. 30'000 Mitglieder.

Frauenpower

BPW  Stilecht am Oktoberfest
BPW Stilecht am Oktoberfest

Das BPW Netzwerk bietet Frauen die Möglichkeit, ihre Beziehungen gewinnbringend einzusetzen. Neben der Unterstützung und Pflege des Beziehungsgeflechts ist es uns auch ein Anliegen, den Mitgliedern stets ein attraktives Programm zu bieten, wo man sich gegenseitig kennenlernen und die Kontakte vertiefen kann.

Homepage BPW Club Luzern: www.bpw-luzern.ch/de/Ueber-uns

Homepage Lucette Achermann: www.rohnstock-biografien.ch/

Homepage Thomas Vaszary: www.vazy.ch/

Homepage « Hotel des Balances » : www.balances.ch/

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.bpw-luzern.ch/de/Ueber-uns

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Luzerner Theater, Ronja Räubertochter, Première 24. Oktober 2017, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Matthias Kurmann , Stefanie Rösner , Anna Rebecca Sehls, Hans Caspar Gattiker, Stefan Schönholzer, Foto Ingo Höhn
Matthias Kurmann , Stefanie Rösner , Anna Rebecca Sehls, Hans Caspar Gattiker, Stefan Schönholzer, Foto Ingo Höhn

Produktion und Besetzung:

Produktionsteam

Inszenierung: Maximilian Merker Bühne: Martin Dolnik Kostüme: Sara Giancane Licht: Clemens Gorzella Dramaturgie: Friederike Schubert Musikalische Leitung, Songwriting: Matthias Schoch Musikalische Co-Leitung: Stefan Haas

Besetzung

Anna Rebecca Sehls (Ronja Räubertochter) Hans-Caspar Gattiker (Mattis) Stefanie Rösner (Lovis) Michel Kopmann (Birk Borkasohn) Patric Gehrig (Borka) Daniela Luise Schneider (Undis) Matthias Kurmann (Glatzen-Per) Stefan Schönholzer (Klein-Klipp) Sandrine Zenner (Pelle) Stefan Haas (Live-Musik)

 

Rezension:

«Ronja Räubertochter», die allseits bekannte Geschichte von Astrid Lindgren, ist das diesjährige Familienstück des Luzerner Theaters. Und wenn 20 Schulklassen an einem wunderbaren Dienstagnachmittag mäuschenstill im Saal sitzen, dann muss das Luzerner Theater etwas richtig gemacht haben!

Faszination Theater

Selbstverständlich ging’s nicht von Anfang an so gesittet und ruhig zu an der Premiere letzten Dienstag. Im Foyer wogte ein Meer von Kinderköpfen, der Lärmpegel stieg von Minute zu Minute. Im Theatersaal herrschte ein unglaubliches Gewusel, die Kleinen schrien, winkten, hüpften und lachten. «Wenn die Stimmung hier drin nur immer so gut wäre» meinte ein Erwachsener neidvoll. Kaum schlurfte aber Glatzen-Per über die Bühne, wurde es ruhig. Und es zeigte sich, Kinder bleiben Kinder trotz moderner Medien. Die Kleinen lassen sich nach wie vor faszinieren von gut erzählten Geschichten und machen mit vollem Elan mit. Wenn die bösen Wilddruden von der Mattis-Burg herunterschreien, verkriecht sich der eine oder andere schnell bei der Lehrerin. Ist Gefahr in Verzug im Wald, wo Ronja und Birk zusammen hausen, alarmiert der ganze Saal lauthals. Und steppt mal der Bär, oder in diesem Fall rappt mal Mattis und «moon-walked» über die Bühne, kreischen sie und klatschen rhythmisch mit. Wird’s etwas gar spannend, zeigt der tosende Applaus und das laute Lachen, dass die Kids froh sind, dass doch alles gut ausgegangen ist. So gesehen war das Geschehen im Saal an diesem Nachmittag fast so spannend wie jenes auf der Bühne. Dass ein Theaterstück von anderthalb Stunden die Kinder immer noch so zu fesseln weiss, ist ein schönes Gefühl.

Einfach und mit viel Gefühl

Das Bühnenbild ist relativ einfach gehalten, die Burg ein Konstrukt aus Brettern, der Wald ein paar Holzpfähle, das reicht aber durchaus. Es gibt witzige Momente und herrliche Bilder: Die mit silbrigem Lametta behangenen Graugnome oder die Rumpelwichte, die wie Jack in the Box aus ihren Löchern schiessen und wieder verschwinden. Der Kampf zwischen Mattis und Borka, eher erheiternd als gefährlich und von Glatzen-Per kommentiert wie ein Fussball-Match. Aber es wird nichts überzeichnet, kein Spektakel des Spektakels willen. Da wird ganz einfach die berührende Geschichte von Ronja und Birk erzählt, schnörkellos, heruntergebrochen aufs Wesentliche, aber dabei nicht emotionslos. Da steckt viel Gefühl drin, in der Vater-Tochter Szene, in Ronjas Umgang mit der Angst und nicht zuletzt in den aufkommenden Gefühlen zwischen Ronja und Birk.

Anna Rebecca Sehls gibt eine selbstbewusste Ronja, lebendig, fröhlich, stark, überhaupt sind die Frauen das «stärkere Geschlecht» in dieser Geschichte. Michel Kopmann ist ein eher scheuer, fast zarter, aber unheimlich sympathischer Birk.

Die beiden schafften es, nicht nur die Herzen der Kinder zu erwärmen.

Der Schlussapplaus war tosend, «Zugabe», schrien die Kleinen und hörten nicht auf, bis das ganze Ensemble, inklusive Verantwortliche der Inszenierung, der Bühne und der Kostüme noch einmal das Räuberlied schmetterte und wer in diesem Moment mehr gestrahlt hat, jene auf der Bühne oder jene im Saal sei dahingestellt.

Kleine Fotodiashow von Ingo Höhn www.luzernertheater.ch

www.fotogalerien.wordpress.com/2017/10/24/luzerner-theater-ronja-raeubertochter-premiere-24-oktober-2017-besucht-von-gabriela-bucher-liechti/

Text: www.gabrielabucher.ch

Fotos: www.luzernertheater.ch  Ingo Höhn

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