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Luzerner Theater, Feeling Gatsby Eine Jazz-Legende nach F. Scott Fitzgerald und Zelda Fitzgerald, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Luzerner Theater,  Feeling Gatsby  Eine Jazz-Legende Foto Ingo Höhn
Luzerner Theater, Feeling Gatsby Eine Jazz-Legende Foto Ingo Höhn

Produktionsteam und Besetzung:

Inszenierung: Lennart Hantke Bühne: Lea Burkhalter Dramaturgie: Laura Schmidt Musikalische Leitung und Arrangements: Laurin Moor / Simon Ruckli Kostüme: Moana Lehmann

 Besetzung: Annina Polivka Jason Cox

Rezension:

«Feeling Gatsby», das Stück, welches momentan in Luzern in der Box aufgeführt wird, soll das Lebensgefühl der Zwanzigerjahre wiedergeben und Mythen um die Gestalt von Gatsby und Daisy aus dem Buch «The Great Gatsby», aber gleichzeitig auch um jene von Zelda und Scott Fitzgerald, dem Autor des Buches, aufdecken. Fragmente aus dem Roman und Briefauszüge von Zelda an Scott erzählen von einer Amour Fou, von Reichtum, Leidenschaft, Glamour und Verbrechen.

Zurückhaltende Partystimmung

Der Ansatz, das Publikum anfänglich an einer der legendären Partys von Gatsby teilnehmen zu lassen ist zwar interessant, funktioniert aber nicht ganz. Rauschende Partys wie jene von Gatsby finden nicht im Dunkeln statt und Dunkelheit verlangt – mindestens im Theater – nach Stille und nicht nach Feiern. Statt fröhlicher Stimmung herrscht also eher etwas Ratlosigkeit zu Beginn des Stückes. Die Besucher stehen unentschlossen in der Halbfinsternis, vorne auf einem kleinen runden Podest liegt Daisy (Annina Polivka) und man fragt sich, was genau von einem erwartet wird. Dann beginnt Daisy zu erzählen, Erinnerungen heraufzubeschwören. Das Publikum wird mit schweren Gläsern mit einer undefinierbaren Flüssigkeit versorgt und Statisten, als Partygäste gekleidet in Kostümen in Anlehnung an die «Roaring Twenties» bewegen sich lautlos durch den Raum. Sie versuchen, das Publikum mit einzubeziehen, lehnen sich hier ein bisschen an, was auch schon mal zu irritierten Blicken führt, wiegen sich dort mit jemandem zur Musik. Irgendwo im Hintergrund, für die meisten, oder alle, unsichtbar, singt Jason Cox «Anything goes».

Vorhänge als Ausgrenzung und Schutz zugleich

Das leicht unbehagliche Gefühl bleibt auch noch, wenn das Publikum sich dann setzt. Die Stuhlreihen befinden sich an drei Seiten der Bühne, aber hinter einem leichten schwarzen Tüllvorhang, der die Sicht erschwert. So bleibt man aussen vor und hat ein Gefühl von Voyeurismus. Wenn Daisy nach Gatsbys Tod die Vorhänge herunterreisst, ist das Licht im ersten Moment unheimlich grell und man fühlt sich völlig ausgesetzt. Diese verschiedenen Eindrücke, sicher nicht alle gewollt, lenken teilweise von der Geschichte ab.

Trotzdem hat der Abend etwas Berührendes. Annina Polivka als Daisy ist wehmütig, traurig, sehnsüchtig, ausgelassen und Jason Cox möchte man stundenlang zuhören, wenn er mit samtener Stimme Stücke von Gershwin und Porter interpretiert. Studierende der Jazzabteilung der HSL begleiten hervorragend im Hintergrund. Und es gibt intensive Momente, wo Gefühle greifbar werden. Wenn Daisy Gatsby erklärt, dass er eine andere finden wird, ihm aber gleichzeitig wie magisch angezogen folgt, ist das Knistern zu spüren zwischen den beiden. Und wenn sie verloren, einsam und sehnsüchtig an Gatsbys Grab sitzt und die Melodie einer Musikdose leise im Nichts verklingt, spürt man mitunter einen Kloss im Hals.

Kleine Fotodiashow der Produktion von Ingo Höhn, Luzerner Theater:

fotogalerien.wordpress.com/2017/10/15/luzerner-theater-feeling-gatsby-eine-jazz-legende-nach-f-scott-fitzgerald-und-zelda-fitzgerald/

Text: www.gabrielabucher.ch

Fotos: www.luzernertheater.ch

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Tschechische Philharmonie, Truls Mørk (Cello), KKL Luzern, 22. Oktober 2017, besucht von Lèonard Wüst

Tschechische Philharmonie
Tschechische Philharmonie

Besetzung und Programm:

Tschechische Philharmonie

 

Rezension:

Dirigent Tomáš Netopil
Dirigent Tomáš Netopil

Hatte ich bis dato die Tschechische Philharmonie „nur“ dreimal in ihrem Stammhaus, dem „Rudolfinum“ in Prag live erlebt, genoss ich jetzt das Vergnügen, bei ihrem Auswärtsspiel“ im Luzerner KKL mit dabei zu sein. Dies erst noch mit Werken zweier  ihrer Nationalkomponisten, namentlich Antonín Dvořák und Leoš Janáček, veredelt durch den 1961 in Bergen geborenen norwegischen Starcellisten Truls Mørk.

Gestartet wurde mit der Ouvertüre „Eifersucht“ zur Oper „Jenufa“ von Leoš Janáček (1854-1928), die für diesen der endgültige Durchbruch als anerkannter Opernkomponist bedeutete.  Dann folgte das, in New York 1894/95  geschriebene und 1896 in London uraufgeführte  Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 h-Moll op. 104 von Antonín Dvořák (1841-1904).

Absoluter Weltklassecellist demonstrierte seine Virtuosität

Truls Mørk, Solist am Cello
Truls Mørk, Solist am Cello

Truls Mørk ist körperlich, als auch musikalisch ein Hüne und fügte sich mit seinem Spiel perfekt in das Orchester ein, beobachtete den Dirigenten sehr genau. Er spielt ein von Domenico Montagnana im Jahre 1723 in Venedig gebautes Cello („Esquire“), das ihm von der norwegischen SR-Bank zur Verfügung gestellt wird. Dieses Bijou bringt Mørk wunderbar zum Klingen, lässt seine Finger flink über die Saiten huschen, kitzelt gefühlvolle Tremoli aus dem Resonanzkörper. Unterstützt von seinen schwarzbefrackten Mitmusikern setzt er zu einem wahren akustischen Höhenflug an und verzückt das Publikum im praktisch voll besetzten Konzertsaal mit seinem mal sensiblen mal stürmischem Spiel, wird dann von einer tänzelnden Querflöte, einer vorwitzigen Oboe kontrapunktiert, darauf wiederum von den vielschichtigen Streichern durch die Partitur getragen. Das Cello setzt im 1. Satz für ein Konzert relativ spät und plötzlich ein, und entwickelt eigene melodische Linien, die mit den vorgestellten Themen wenig zu tun haben, es entwickelt sich ein Dialog zwischen Orchester und Soloinstrument. Im 2., eher ruhigeren Satz, zitiert Dvořák sein Lied „Lasst mich allein“, das Lieblingslied seiner Schwägerin, die im Frühjahr 1895 verstarb und in die Dvořák einst heimlich verliebt war. Der Schlusssatz wird zunächst vom Orchester ruhig eingeleitet und steigert sich, bevor nach ca. einer halben Minute das Cello einsetzt und das Thema des Satzes vollständig spielt. In der Coda wird noch einmal das Lied „Lasst mich allein“ zitiert. Das begeisterte Auditorium belohne die Protagonisten, insbesondere den Solisten mit stürmischem Applaus, garniert mit einzelnen Bravorufen, was Truls Mørk zu einer kurzen Zugabe animierte.

Zweiter Konzertteil mit der Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88von Antonín Dvořák

Zur düsteren Stimmung der 7. Sinfonie  bildet die 8. Sinfonie einen gelösten, lyrischen Kontrast, das Thema beginnend in G Moll durch Violoncello, Klarinette und Fagott. Das Hauptthema steht in G-Dur und wird von der Flöte vorgetragen.  Das Adagio in C Moll und 2/4-Takt und ist von Pjotr Iljitsch Tschaikowski beeinflusst, den Dvořák kurz zuvor kennengelernt hatte. der 3. Satz beginnt in G Moll mit einemwalzerartigen Thema der transparenten Violinen. Der 4. in G Dur geschrieben beginnt mi einer Trompetenfanfare in D. Anschließend wird das zweiteilige Variationsthema von den Celli vorgestellt. Ein Horntriller und eine virtuose Flötenmelodie prägen die ersten Variationen. Die anschließende markant-rhythmische dritte Variation trägt den Namen „Slawische Variation“. Eine lyrische Passage führt schließlich zur virtuosen Coda chromatischen Charakters, welche dem Werk ein triumphales Ende verleiht. Der tschechische Klangkörper unter seinem Dirigenten zog hier, im wahrsten Sinne des Wortes, sämtliche Register, verlieh dem Werk viel Herz und Ausstrahlung. Tschechische Musik in Reinkultur, eben.  Das begeisterte Publikum spendete heftigen langanhaltenden Applaus, der aber nicht in eine „Standing Ovation“ mündete. Das liessen die Tschechen aber nicht so stehen und holten sich diese (wohlverdiente) mit der Zugabe von Brahms ungarischem Tanz Nr.5 doch noch ab. Ein grossartiges Konzert der diesjährigen Migros – Kulturprozent Classics Saison.

Souveränes Dirigat von Dirigent Tomáš Netopil

Dirigent Tomáš Netopil führte das tschechische Renommierorchester stilsicher, engagiert und trotzdem unaufgeregt durch die Partituren, den sicheren Instinkt für Werkdetails demonstrierend. Auch verstand er es ausgezeichnet, die Nuancen raffiniert heraus zu schälen. Er arbeitete relativ viel mit Gesten, setzte des Öftern auch seinen ganzen Körper ein, war immer souverän und hielt alle Zügel fest in der Hand, motivierte seine Mitmusiker und animierte sie zur Höchstleistung.

Antonín Dvořáks Musik beeinflusste nachfolgende Komponistengenerationen nachhaltig

Die Kompositionen von Antonín Dvořák zeigen seine starke Verwurzelung in seiner Heimat, die Affinität zur böhmischen Volksmusik, die immer gegenwärtig ist und auf der die meisten seiner Kompositionen aufbauen. Die oft sehnsuchtsvoll slawischen Motive werden des Öftern spontan von fröhlich animierten Zwischenspielen garniert, auch Zigeunerweisen schimmern ab und zu durch. Es sind diese Gipsy Rhythmen, die nachfolgende Komponisten wie z.B. Django Reinhardt prägten und die darauf aufbauend  dann den mitreissenden Gipsy Jazz, auch Jazz Manouche oder Sinti-Jazz genannt, entwickelten.

 

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: http://www.migros-kulturprozent-classics.ch/

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Hélène Grimaud – Woodlands and Beyond, KKL Luzern, 21. Oktober 2017, besucht von Léonard Wüst

Hélène Grimaud in der Elbphilharmonie in Hamburg 2017, © Claudia Hoehne
Hélène Grimaud in der Elbphilharmonie in Hamburg 2017, © Claudia Hoehne

Besetzung und Programm:

Luciano Berio (1925 – 2003)
«Wasserklavier» aus: 6 Encores

Nitin Sawhney (*1964)
Water – Transition 1

Toru Takemitsu (1930 – 1996)
«Rain Tree Sketch II»

Nitin Sawhney
Water – Transition 2

Gabriel Fauré (1845 – 1924)
Barcarolle Nr. 5 fis-Moll op. 66

Nitin Sawhney
Water – Transition 3

Maurice Ravel (1875 – 1937)
Jeux d’eaux»

Nitin Sawhney
Water – Transition 4

Isaac Albéniz (1860 – 1909)
«Almería» aus: «Iberia»

Nitin Sawhney
Water – Transition 5

Franz Liszt (1811 – 1886)
«Les jeux d’eau à la Villa d’Este» aus: «Années de pèlerinage» – Troisième Année

Nitin Sawhney
Water – Transition 6

Leoš Janácek (1854 – 1928)
«Im Nebel» I

Nitin Sawhney
Water – Transition 7

Claude Debussy (1862 – 1918)
«La Cathédrale engloutie» aus: Préludes I

 

Rezension:

Hélène Grimaud © Mat Hennek

Vertont Hélène Grimaud Bilder, oder malt ihr Lebenspartner Mat Hennek Musik mit seiner Kamera? Für einmal tanzt die, am 7. November 1969 in Aix-en-Provence geborene französische Pianistin nicht mit den *Wölfen, auch nicht mit Wasser,  wie auf ihrem AlbumWater„, das im Januar 2016 bei der Deutschen Grammophon erschien, sondern mit Fotoinstallationen. (*Hélène Grimaud  bezog 1997 in South Salem bei New York ein Haus und richtete ein Wolf Conservation Center ein, das 1999 eröffnet wurde).

Mehrfach preisgekrönte Künstlerin

Hélène Grimaud © Mat HennekHélène Grimaud  wurde u.a. schon 2002 honoriert mit dem französischen „Officier dans l’Ordre des Arts et des Lettres“, den Echo-Klassik-Preisen 2009 und 2013. Im Jahre 2004 erhielt sie den « Victoire d’honneur » der französischen Victoires de la musique. 2009 den Bremer Musikfest-Preis.  Ebenso erfährt ihr Engagement für die Zucht, den Schutz und der Reintegration von Wölfen in natürliche Umgebung grosse Beachtung.

Informationen zu Mat Hennek

Mat_Hennek ©Robert Schultze
Mat_Hennek ©Robert Schultze

Mat Hennek porträtierte viele Grössen der Klassik (Sängerinnen, Dirigenten usw.), arbeitet auch z.B. für große Plattenfirmen und Labels wie Deutsche Grammophon, Four Music, EMI, Sony BMG. Seine Arbeiten wurden u.a. veröffentlicht in folgenden, renommierten Printmedien: Cosmopolitan, Frankfurter Allgemeine Zeitung, GQ, Marie Claire, Max, Playboy, Süddeutsche Zeitung Magazin.

 

Basis des Konzertes sind Werke von acht verschiedenen Komponisten

Nitin Sawhney
Nitin Sawhney

Auf dem Programm standen Werke von acht verschiedenen Komponisten. Zwischen deren Werken erklang jeweils eine der „Transitions“ vom indisch stämmigen Engländer Nitin Sawhney, die er für  Grimauds CD „Water“ geschrieben hatte. Diese Zwischenspiele wurden als Backgroundmusik zugespielt, also nicht von der Pianistin vorgetragen, Das wirkte zu Beginn befremdlich, entwickelte sich aber im Verlauf des Konzertes durch die Fotoinstallationen immer weiter und fügte sich schlussendlich perfekt ins Ganze ein, da sich alle der real gespielten Kompositionen irgendwie auch mit der Thematik „Wasser“ befassten.

Das Thema Wasser, nebst den Fotoprojektionen, im Mittelpunkt

Angefangen bei „Wasserklavier“ von Luciano Berio über „Les jeux d`èau à la Villa d`Este“, bis zum finalen „La Cathédrale engloutie“ von Claude Debussy. Auf die 7 x 7 Meter grosse moderne LED-Leinwand auf der Bühne hinter der Pianistin projizierte Mat Hennek die Bilder seiner Fotoserie „Woodlands“. Durch Überblendungen passte er diese jeweils dem gerade gespielten Stück an, schuf so ein räumliches Bild der Musik.

Glanzlichter der Performance

Hélène Grimaud beim Internationalen Klavierfestival in La Roque d'Anthéron, 2004
Hélène Grimaud beim Internationalen Klavierfestival in La Roque d'Anthéron, 2004

Hélène Grimaud, mit ungewohnt blondem Kurzhaarschnitt, begeisterte nicht nur, aber vor allem, bei den Interpretationen von „Almeria“ (Isaac Albéniz) und „Im Nebel“  von Leos Janacek. Mat Hennek transformiert bei „Les jeux d`èau à la Villa d`Este“ den türkisfarben gischenden Wasserstrudel mittels Überblendungen kontinuierlich in eine lichtdurchflutete Birkenwaldlichtung, bei „Almeria“ die blutrot an den Meeresstrand wogenden Wellen in ein vielschichtiges, transparentes Abendrot über dem Ozean.

Ganz ohne Wölfe geht’s halt doch nicht

Hélène Grimaud
Hélène Grimaud

Beim Janacekschen Nebel erscheint natürlich ein milchiger Morgenwald in den er noch einen Wolf projiziert (Ganz ohne die, von der Pianistin so geliebten Wesen, geht’s dann doch nicht). Diese erscheinen in der Folge immer häufiger auf der Leinwand in den wechselnden Waldlandschaften. Nach dem, das Konzert abschliessende  Debussy Werk „La Cathédrale engloutie“, herrschte Stille.

Etwas ratloses Publikum

Es war sich niemand wirklich schlüssig, ob das Konzert fertig war. Erst nachdem sich Hélène Grimaud von ihrem Schemel erhob, brandete der grosse Applaus durch den Konzertsaal, worauf sie auch ihren Partner Mat Hennek auf die Bühne bat und ihn herzhaft umarmte. Grimaud wurde immer wieder zurück auf die Bühne geklatscht und gewährte schlussendlich doch noch eine Zugabe. Dieses sehr ungewöhnliche, intime Konzertprojekt, so Grimaud in einem Interview, entwickle sich ständig weiter, einige Bilder werden, in gegenseitiger Absprache, neu zugefügt, andere belassen. Es bleibe also, wie beim Wasser und auch der Musik, alles in Fluss.

Trailer Water – Transition 5″ & Franz Liszt „Les Jeux d’eaux à la Villa d’Este

www.youtube.com/watch?v=1OIWA8IcxPE

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: sinfonieorchester.ch/home

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Mögen Sie Eulen, Big Bands und J.F.Kennedy? von Anna Rybinski

Zentrum MaiHof Foto Ingo Hoehn
Zentrum MaiHof Foto Ingo Hoehn

Wenn Sie die Frage mit ja beantworten, sind Sie bei uns an der richtigen Adresse!

Das nächste Konzert  von MusikWerk Luzern findet in MaiHof Luzern, am 4. November um 19.00 Uhr statt.

MusikWerk Luzern bietet seinem Publikum diesmal  ein spezielles Programm an:  Jungtalente der Hochschule Luzern werden  Musik von Igor Stravinsky und Leonard Bernstein zum Swingen bringen.

 

Igor Stravinsky in Hollywood,Foto Paul Sacher Stiftung
Igor Stravinsky in Hollywood,Foto Paul Sacher Stiftung

Diese Saison ist bei MusikWerk Luzern dem russischen Jahrhundertgenie Igor Stravinsky gewidmet. Im vierten MaiHof-Konzert erklingen Werke auch aus den späteren Jahren, in denen er  neue Musikrichtungen und Kompositionstechniken ausprobierte und aneignete.

Kaum ein Komponist, der so  unterschiedliche Phasen in seinem Schaffen durchlief, als Igor Stravinsky. Zwischen der russischen Periode, die von der Volksmusik stark beeinflusst war, und den amerikanischen Kompositionen, die im Exil entstanden sind, liegen Welten.

In seiner letzen Heimat, Kalifornien, war er vom allgegenwärtigen amerikanischen Sound, dem Jazz, umgeben. Stravinskys Beziehung zum Jazz fing jedoch schon in seinen frühen Pariser Jahren an. Mit seinem 1945 komponierten  «Ebony Concerto» erreicht seine Affinität zum Jazz einen Höhepunkt, zumindest so, wie  Stravinsky den Jazz für sich interpretierte.  Das Werk  bleibt allerdings in seinem Aufbau fast klassisch.

Nach Arnold Schönbergs Tod nähert er sich auch der Zwölftontechnik an, die er aber selbstverständlich anders auslegt als sein Erfinder: manchmal verspielt, manchmal virtuos.

Die Kompositionen «The owl and the Pussycat», sowie die «Fanfare for a new theatre» zeugen davon.

Schlüsselwerk von Stravinsky

MusikWerk zu Gast in Basel,Foto Benno Hunziker
MusikWerk zu Gast in Basel,Foto Benno Hunziker

Auch ein Schlüsselwerk von Stravinsky für grosses Bläserensemble wird an diesem Konzert erklingen: die «Symphonies d’instruments à vent».

Der Titel ist irreführend: es ist keine Sinfonie! Er meinte nur «zusammenklingend».

24 Blasinstrumente klingen hier zusammen und verschiedene musikalische Bausätze reihen sich aneinander, wie: Glockenmotiv, Choralmotiv, Tanzmotiv und russische Melodien. Diese Komposition hinterliess bei der Uraufführung im Publikum zunächst einen enttäuschenden Eindruck. Die Zuhörer erwarteten die sinnlichen Klänge eines Petruschka oder Feuervogels, stattdessen wurde ihnen ein herbes Musikkonstrukt präsentiert. Ein Kritiker behauptete, der Anfangsteil klänge nach den Schreien eines Esels.

Es leitete aber eine einschneidende Phase in seinem kompositorischen Schaffen ein, wie Stravinsky  selbst bestätigte.

Stravinskys «Elegie» zum Andenken an J.F Kennedy und das Werk «Prelude, Fugue and Riffs» von seinem amerikanischen Zeitgenossen, Leonard Bernstein ergänzen das abwechslungsreiche Programm.

 

MusikWerk in MaiHof,Foto Ingo Hoehn
MusikWerk in MaiHof,Foto Ingo Hoehn

Ob der Anfang der «Symphonies d’instruments à vent» an die Schreie eines Esels erinnert? Klingt das «Ebony concerto» wirklich jazzig?

Das Publikum möge es selbst entscheiden.

Es spielen das Bläserensemble und     Dozente  der Hochschule Luzern – Musik.

https://www.musikwerkluzern.ch/

Text: annarybinski.ch/

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