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Beatles-Musical „Beatlemania“, Gersag Emmen, 14.4. 2015, besucht von Léonard Wüst

Beatles-Musical „Beatlemania“Die Ankündigung des Veranstalters: Die Geschichte liebevoll als Musical verpackt

In zwei Akten lässt das Spektakel die bedeutendsten Stationen der Beatles Revue passieren. Angefangen bei den Auftritten als Begleitband von Tony Sheridan in Hamburg und den ersten eigenen Konzerten im Star-Club über den Durchbruch in den USA bis hin zur Veröffentlichung des legendären Albums „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club“ und zur Auflösung der Band 1970. Neben den Songs erzählt Moderator Alexander Gregor die Geschichte der Beatles, während diese in szenischen Darstellungen und Episoden von Schauspielern gespielt werden. Währenddessen werden im Hintergrund historische Bilder der Band gezeigt.

Rezension:

Damals war alles klar: entweder war man Beatles Fan, oder Anhänger der Rolling Stones, zusammen, das ging eigentlich nicht. Umso grösser der kollektive Schock, als 1970 das Ende der Beatles verkündet wurde infolge unüberbrückbarer Differenzen vor allem zwischen den Alphatieren John Lennon (beeinflusst auch durch Yoko Ono) und auf der andern Seite Paul Mc Cartney. Also kurz nach Erscheinen des wegweisenden Albums „St. Pepper`s lonely Hearts Club Band“ war die Band nur noch Geschichte und jeder der Fab Four ging eigene Wege, der eine mehr, der andere weniger erfolgreich. Spätestens als John Lennon dann am 8. Dezember 1980 in New York von Mark David Chapmanerschossen wurde, war dem hintersten und letzten klar, dass es nie mehr ein Beatles Revival mehr geben würde, jetzt auch gar nicht mehr geben konnte. Da liegt es nahe, dass irgendwann ein Theaterstück, ein Film oder eben ein Musical darüber verfasst würde. Dass dies aber so einfach nicht ist, führte diese Inszenierung schnell vor Augen, bzw. Ohren. Da mühte sich ein fünftklassiger Pseudoschauspieler recht unbedarft als Moderator und Einheizer ab, die im Hintergrund abgespielten Filme waren nicht synchron zum Geschehen auf der Bühne, blieb also nur die Hoffnung, Gott sei Dank, es gibt ja noch die Musik. Wenn das aber die beste Beatles Coverband der USA sein soll (wie angekündigt), dann Good Night America. Noch nie habe ich eine so völlig unprofessionell gemachte „Show“ erlebt. Das Ganze erinnerte eher an „Bunte Abende“ im Schulskilager, JEKAMI während der Pfadfinderzeit usw. Trotz allem harrten die Hardcore Fans gesetzteren Alters durch, mache wirkten sogar fast begeistert und zurückversetzt in die 1960er Jahre, als die Beatles unsere Götter waren, deshalb grenzte für mich das Dargebotene schon fast an Gotteslästerung, Blasphemie pur. Durchhalten bis zum bitteren Ende lautete die Parole, aber am Schluss wurden uns auch noch Zugaben aufgezwängt (kann man nicht anders formulieren), die Saaltüren erst geöffnet, als der allerletzte Ton verklungen war, kein Entrinnen war möglich. Fazit: Fast jede Kantonsschule in der Schweiz führt heute Musicals auf, die um Klassen besser gemacht sind als das, was an dieser „Beatlemania“ geboten wurde und das, wohlgemerkt, von Laiendarstellern und  ad hoc Schulorchestern.

Video Trailer der Produktion:

http://www.nicetime.ch/index.php/veranstaltungen/thebeatlesmusical

Text: www.leonardwuest.ch

Kleine Fotodiashow:

https://fotogalerien.wordpress.com/2015/04/17/beatles-musical-beatlemania-gersag-emmen-14-4-2015-besucht-von-leonard-wust/

Fotos: http://www.nicetime.ch/index.php

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ZKO: Ein Abend mit US-Jungstar Kit Armstrong und dem Zürcher Dirigenten Mario Venzago,14.4.2015, Tonhalle Zürich, besucht von Irène Hubschmid

Zürcher KammerorchesterProgramm:

Joseph Haydn (1732-1809) Sinfonie C-Dur Hob. I:7 „Le midi“

Klavierkonzert D-Dur Hob. XVIII: 11

Nach der Pause

Othmar Schöck (1886-1957) Sommernacht op. 58

Franz Schubert (1797-1828) Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485 

Grundsätzliches:

Kit Armstrong ist einer der bemerkenswertesten Künstler der momentanen internationalen Pianisten-Szene. Da wird über kein Detail hinweggespielt, dies bewog  Altmeister Alfred Brendel, den grossen Musikpädagogen, ihn als Schüler zu unterrichten. Kit Armstrong sei die grösste musikalische Begabung der er je begegnet sei.

Der renommierte, gebürtige Zürcher Dirigent Mario Venzago leitete an diesem Abend das Zürcher Kammerorchester.

Rezension:

Die Einführung machte der Majordomus Stephan Mester. In barockischer Kostümierung trug er unter anderem gekonnt ein Gedicht von Gottfried Keller vor: „Sommernacht“.

Elegant und sanft aber doch intensiv leitete bei Haydns Sinfonie C-Dur der Dirigent Mario Venzago das Orchester mit dem begnadeten Konzertmeister Willi Zimmermann. Zimmermann und Violoncellist Nicola Mosca harmonierten bestens. Im Finale: Allegro kamen besonders die Querflöten zum Erklingen, gespielt von Stéphan Réty und Theresa Steckler.

Solist am Piano Kit Armstrong (c) Iräne ZandelDas Wunderkind Kit Armstrong spielte das Klavierkonzert D-Dur so, als sei er aus dem Flügel entwachsen, ein Labsal für den Zuhörer. Eine Vibration war im grossen Tonhalle Saal zu spüren.

Das enthusiasmierte Publikum beschenkte er noch mit einer Zugabe des wenig gehörten englischen Komponisten John Bull (1563-1628): Fantasy. Es erinnerte stark an das berühmte Kölner Konzert von Keith Jarrett in der Kölner Oper am 24. Januar 1975.

Nach der Pause: Schöcks Sommernacht, etwas gewöhnungsbedürftig für die sensiblen Ohren, bedrohlich wie die düstere Nacht.

Dirigent Mario VenzagoDafür wurden diese dann verwöhnt mit Schuberts bekannter Melodie der Sinfonie Nr. 5. Als der erst 19-jährige Schubert die Komposition schrieb, wurde er harsch kritisiert, die Sinfonie sei ein „schwacher Abguss von Mozart“. Es ist trotzdem immer wieder ein Genuss diese Frühkomposition zu hören.

Das Konzert endete mit grossem Applaus!  

Text: www.irenehubschmid.ch 

Fotos: www.zko.ch

 

 

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Vokalensemble Sursee, Musikalische Meditation am Karfreitag, Klosterkirche Sursee, 3. April 2015, besucht von Léonard Wüst

VokalensembleSurseeMitwirkende:

Es sang das Vokalensemble Sursee, begleitet von einem ad-hoc Orchester mit historisch orientierter Aufführungspraxis.

Violine: Caludia Petersen, Blockflöten: Ursula Kleeb, Yvonne Kane; Gamben: Rivert Petersen, Zin Young Yi; Cello: Daniel Rosin; Kontrabass: Bret Simner; Orgel: Josef Scheidegger

Die Solisten waren Stefanie Erni, Sopran, Monica Treichler, Alt, Dirk Jäger, Tenor und Reinhard Mayr, Bass.

Texte wurden gelesen von Claudio Tomassini, die musikalische Leitung hatte Peter Meyer

 

Im Zentrum stand die Bachkantate “Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit”, genannt “Actus Tragikus”, welche Bach im Alter von 22 Jahren schrieb, vermutlich zur Beerdigung eines Onkels, Chöre aus der Johannes-Passion und der Matthäus-Passion, sowie Musik aus der Partita in d-Moll für Solovioline. Mit der Musik werden verschiedene Aspekte des Todes und der Auferstehung beschrieben.

Vorabinformation:

Diesmal nicht, wie immer die letzten paar Jahre trübes regnerisch grausiges Wetter in der Region über die Ostertage, trotzdem ist das Konzert des Vokalensembles in der Klosterkirche in Sursee jeweils am Karfreitag Abend eine sehr geschätzte, schon liebgewonnene musikalische Aufmunterung und spirituelle Moralspritze. Dass nicht nur ich das so sehe, bewies einmal mehr die prallvolle Klosterkirche, gut beraten rechtzeitig vor Ort zu sein, um sich einen optimalen Platz zu ergattern. Also macht ich mich denn früh auf, ohne Regenschirm, kam so noch zu einer netten kurzen Unterhaltung mit einem aus dem Fricktal angereisten Herrn, da die Protagonisten noch am Einsingen und deshalb die Türe noch nicht offen war.

Konzertzusammenfassung:

Nach der kurzen Begrüssung durch Claudio Tomassini, dem neuen Pfarreileiter, übernahm Peter Meyer das Zepter und liess sein Ensemble „Den Tod niemand zwingen kunnt“ intonieren, gefolgt von „Allemande“ einem Violinen Solo, gekonnt vorgebracht von Claudia Petersen.

Jetzt folgten wieder einige Zitate und Gedanken, vorgetragen durch C. Tomassini, bevor das Ensemble einen Choral aus der Matthäuspassion bot.

Dieses Wechselspiel von Texten und Liedvorträgen ist immer wieder interessant, erläutert so die Geschichte hinter der Geschichte, zeigt die historischen Umstände auf, vermittelt dem Zuhörer den Kontext auf lehrreich spannende Art, manchmal nachdenklich, berührend, dann wieder hoffnungsvoll aufbauend, wie die ganzen Umstände der Passionsgeschichte halt waren.

Dazwischen das „Pièce de Résistance“ des Abends, die drei Teile des « Actus Tragikus“.

Wenn man auch nur im Geringsten weiss oder ahnt, wieviel Arbeit, Fleiss und Disziplin es erfordert, solche Werke zu erarbeiten, bleibt nur das Staunen, wie scheinbar mühelos das Vokalensemble diese dann darbietet.

Die Progatonisten der musikalischen Meditation
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Solisten brillierten bei ihren Einsätzen, einzig der Tenor erreichte nicht ganz den Level der andern, was weniger an ihm selber lag, vielmehr waren die Sopranistin, Altistin und der Bass überdurchschnittlich.

Nachtrag und Fazit:

Dieses Ensemble und deren Leiter hätten, so meine Überzeugung, auch den Willen, die Freude, das musikalische Rüstzeug und das Können, um die Johannespassion zu projektieren und realisieren, d.h. zur Aufführungsreife zu bringen.

Alle Texte die von Claudio Tomassini rezitiert wurden und das Konzertprogramm über die eingefügten Links:

Von Claudio Tomassini rezitierte Texte:

Text Karfreitag Claudio Tomassini

Programm:Flyer Karfreitag Konzertdetails

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos:  http://www.vokalensemble-sursee.ch/ und Herbert Müller, Beromünster

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Luzerner Theater, Tanz 18: Celebration! Uraufführungen von Andonis Foniadakis und Cayetano Soto, «Naked Ape» von Fernando Hernando Magadan, Première besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Luzerner Theater, Tanz 18: Celebration! UraufführungenZum 175-Jahr Jubiläum hat sich die Sparte Tanz des Luzerner Theaters selber ein Geschenk gemacht: Zum ersten Mal wurden drei verschieden Choreografen eingeladen, um einen Abend zu gestalten.

Das sind der Spanier Cayetano Soto mit «Malasombra», einem Stück über das Leben der kubanischen Sängerin La Lupe, der in Frankreich lebende Grieche Andonis Foniadakis mit «Shades», beides Uraufführungen, und Fernando Hernando Magadan, selber noch Tänzer im renommierten Nederlands Dans Theater. Er zeigt  eine Schweizer Erstaufführung des Stücks «Naked Ape».

Man könnte nun die Hintergründe dieser drei Stücke erklären, über die Kostüme reden, über die Lichteffekte, die Musik. Man könnte von teilweise rasend schnellen Tanzschritten schwärmen, von komplexen Hebungen, die mit einer unheimlichen Leichtigkeit daherkommen, von skurrilen, witzigen, emotionalen Momenten. All das würde aber nicht ansatzweise wiedergeben, was das Ensemble dem Publikum mit «Celebration!» auf der Bühne des Luzerner Theaters bietet, was an diesem Abend im wahrsten Sinne des Wortes „zelebriert“ wird. Hier ein paar Impressionen, für alles andere selber hingehen und sich begeistern lassen!

In «Malasombra» trifft man auf die exzentrische La Lupe, auf ihren Stolz, ihre Kraft, ihre Sinnlichkeit. Die unglaublich präzisen Schritt-Abläufe, die Tanzlust des Ensembles, gepaart mit den lateinamerikanischen Rhythmen und der Stimme La Lupes, ergeben einen Mix, dessen Faszination man sich nicht entziehen kann. Das Ensemble sei erwachsen geworden, hatte die Dramaturgin Lucie Machan in ihrer Einführung erklärt. Das stimmt, aber es hat sich dabei auch etwas unglaublich Verspieltes erhalten. Das Premierenpublikum explodierte förmlich in Applaus nach dem Stück.

Ganz anders die kühlen, ästhetischen, teils auch witzigen Bilder des Stücks «Naked Ape» von Magadan. Thematisch werden sich Instinkt und Intellekt gegenüber gestellt, musikalisch elektronische Klänge und ein Violinkonzert von Bach. Für skurrile Momente sorgt der Professor, welcher versucht, in einer Kunstsprache die Anatomie der Tänzer zu erklären, eine Anatomie, die sich nicht immer so verhält wie sie sollte.

Als letztes taucht man ein in die Welt der Nachtschwärmer in «Shades» von Foniadakis,  verliert sich mit ihnen in einer mit speziellen Lichteffekten durchbrochenen Dunkelheit, spürt den Beat, der sich im Körper verkrallt und erlebt das Getriebene, Atemlose, Fiebrige einer durchtanzten Nacht in einem Club. Und wenn der Vorhang fällt, sitzt man selber irgendwie atemlos da und fragt sich, wie es möglich ist, dieses Tempo, diese Körperspannung und Konzentration so lange zu halten, ohne sich auch nur das geringste Zeichen von  Anstrengung anmerken zu lassen. Das ist Können auf höchstem Niveau.

Also hingehen, sich einlassen auf dieses tänzerische Feuerwerk und am Ende das Ensemble «Tanz Luzerner Theater» feiern, wie es das Premierenpublikum getan hat. Ein Dankeschön an die Truppe für dieses einzigartige Erlebnis!

Text: www.gabrielabucher.ch

Fotodiashow von Gregory Batardon:

https://fotogalerien.wordpress.com/2015/04/01/luzerner-theater-tanz-18-celebration-urauffu%CC%88hrungen-von-andonis-foniadakis-und-cayetano-soto-naked-ape-von-fernando-hernando-magadan-premiere-besucht-von-gabriela-bucher-liech/

Kurzer Trailer der Produktion:

http://www.art-tv.ch/11499-0-Luzerner-Theater-Tanz-18-Celebration.html

Fotos: Gregory Batardon / www.gregorybatardon.com
www.luzernertheater.ch

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