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Luzerner Theater: Die lustige Witwe Operette in drei Akten von Franz Lehár Text von Viktor Léon und Leo Stein, nach Henri Meilhac, Kinderversion, 29.März 2015, besucht von Irène Hubschmid

Luzerner Theater: Die lustige Witwe Operette in drei Akten von Franz Lehár

 

 

 

 

 

 

 

Produktionsteam:

Howard Arman Musikalische Leitung
Dominique Mentha Inszenierung
Sean Stephens Choreografie
Werner Hutterli Bühne
Janina Ammon Kostüme
Peter Weiss Licht
Mark Daver Choreinstudierung
Dr. Christian Kipper Dramaturgie

Besetzung:

Alexandre Beuchat Vicomte Cascada, Jutta Maria Böhnert Hanna Glawari, Flurin Caduff Baron Mirko Zeta, Carlo Jung-Heyk Cho Raoul de St. Brioche, Marie-Luise Dressen Valencienne, Utku Kuzuluk Camille de Rosillon, Kay Liemann Njegus, Robert Maszl Graf Danilo Danilowitsch

Chor und Extrachor des Luzerner Theaters, Luzerner Sinfonieorchester, Musical Factory Luzern

Rezension:

Am 29. März um zeigte das Luzerner Theater die berühmte Operette «Die lustige Witwe» von Franz Lehar in einer gekürzten Version für Kinder ab 6 Jahren. Robert Maszl führte als Graf Danilo Danilowitsch durch den Nachmittag und erzählte die Geschichte aus seiner Sicht.

„Sicher kennt das jeder: Man würde gerne etwas vorbringen, zum Beispiel eine Bitte, eine Entschuldigung oder eine Liebeserklärung, aber man traut sich nicht – und so ziehen grossartige Gelegenheiten zur Glückseligkeit ungenutzt vorüber. Genauso ergeht es einer reichen Witwe und einem lebenslustigen Botschafter in Paris. Sie liebt ihn, und er liebt sie, aber weil die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation jedem noch so ehrlich gemeinten Satz eine ungewollte Zusatzbedeutung verleiht, schweigt man lieber heldenhaft – und leidet wie ein Hund. Das ist einigermassen traurig für die Betroffenen auf der Bühne, aber durchaus sehr komisch für das Publikum.“

In dieser Kinderversion sind einige Musiknummern gestrichen, so dass die Veranstaltung circa 100 Minuten inklusive Pause dauerte. Zum besseren Verständnis spricht Graf Danilo Danilowitsch, eine zentrale Figur des Stückes, die Kinder mitunter direkt an und erklärt die jeweilige Situation. Sämtliche Texte sind in hochdeutsch.

Franz Lehar, geb. am 30. April 1870 in Komorn, Österreich-Ungarn (heute: Komàrno, Slowakei), gest. 24. Oktober 1948 in Bad Ischl, Österreich, war ein österreichischer Komponist ungarischer Herkunft. Die Lustige Witwe ist Lehar‘s erfolgreichste Operette und gilt als eine der meistgespielten überhaupt.

Das war eine unterhaltsame Kindervorstellung am Sonntagnachmittag im gut besetzten Luzerner Theater. Ein guter Einfall, den kleinen „Nachwuchszuschauern“ Operette näher zu bringen. Mit ihrer Choreografie (Sean Stephens) erinnerte die Inszenierung schon beinahe an ein Musical. Hervorragende Sängerinnen und Sänger, besonders hervorgehoben seien hier Flurin Caduff, mit seinem urkomischen Talent und Robert Maszl, mit seinen akrobatischen, tänzerischen Kunststücken. Auf dem Kopfstand sang er die erste Zeile des bekannten Chansons: Jetzt geh ich ins Maxim. Die Kostüme (Janina Ammon) traditionell aus der damaligen Zeit goutierten die Kinder, irgendwie fühlten sie sich wie in einem Märchen. Bei den groben, spielerischen Einlagen lachten die Kinder natürlich. Wie zum Beispiel das Aufeinander einschlagen mit den zwei künstlichen Blumensträussen der Rivalen, die um die reiche Witwe buhlten. Das Liebesduett am Ende klang etwas harmlos. Kindergerecht?

Kinder, wie Erwachsene genossen die Darbietung und verliessen sichtlich vergnügt das Luzerner Theater.   

Text: www.irenehubschmid.ch 

Fotos: www.luzernertheater.ch

Kleine Fotodiashow von Ingo Höhn vom www.luzernertheater.ch

https://fotogalerien.wordpress.com/2014/11/07/premiere-die-lustige-witwe-am-luzerner-theater-8-november-2014-besucht-von-gabriela-bucher/

 

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Lucerne Festival an Ostern,Sinfoniekonzert 2, 29. März, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, besucht von Léonard Wüst

Radu Lupu, Solist am Piano

 

 

 

 

 

Drei grosse B erwarteten uns an diesem Abschlusskonzert des Lucerne Festival an Ostern 2015: 1. B (Beethoven), 2. B (Bruckner), 3. B (Bayerisches Sinfonieorchester), dazu der grosse MMJ (Maestro Mariss Jansons)

Erster Teil des Abends: Beethoven, Konzert für Klavier und Orchester Nr.1

Den ersten Satz absolvierte Radu Lupu leicht distanziert, unterkühlt, wirkte irgendwie emotionsarm, bevor ihn Mariss Jansons mit entsprechenden aufmunternden Gesten im zweiten Satz behutsam an sein Orchester heranführte und ihn dann im Verlauf des dritten Satzes optimal integriert hatte. Die Bayern, souverän wie immer in Ausdruck, Harmonie und Ausführung demonstrierten einmal mehr, dass sie unter dem Dirigat des Letten ständig noch kompakter und stilsicherer werden, unbeeindruckt von den Wirren und dem Gezänke um die Errichtung eines neuen, den heutigen Ansprüchen und Anforderungen gerecht werdenden Konzertsaales in München. Dies sahen und hörten die Anwesenden auch so und honorierten die schlussendlich doch kompakt harmonische Darbietung mit dementsprechendem, langanhaltendem Applaus, der wiederum vom rumänischen Solisten mit einer kurzen Zugabe belohnt wurde. Gutgelaunt begab man sich in die Pause.

Zweiter Teil des Abends: Bruckner, Sinfonie Nr. 6 A-Dur WAB 106

Sinfonieorchester des Bayerischen RundfunksEntspannt sitzend und mit grosser Vorfreude erwartete man die Musiker für das Werk Bruckners, des momentanen Lieblingskomponisten von Mariss Jansons.

Der 1. Satz, das „Majestoso“ wurde dem Namen entsprechend geboten, schlicht und einfach grandios majestätisch.

Das „Adagio“ des 2. Satzes berührend ans Herz klopfend.

Das „Scherzo“ des 3. Satzes genau richtig im Tempo, die optimale Spannung aufbauend für den abschliessenden 4. Satz, folgerichtig als „Finale“ (bewegt, doch nicht zu schnell), betitelt.

Die ganze „Sechste“ kam wunderschön wogend, wo gefragt auch furios glorifizierend und berauschend daher, Bruckners Gedanken perfekt umgesetzt und interpretiert.

Fazit: besser geht Bruckner nicht, beeindruckend berührend und aufwühlend, dann wieder versöhnlich besänftigend, nicht kirchlich mystifiziert sondern erstaunlich weltlich und aktuell. Das Publikum sichtlich gerührt und ergriffen ob der grandiosen Darbietung spendete den Applaus langanhaltend respektvoll aber nicht überbordend, einzelne Bravorufe waren hörbar. Ein  gelungener würdiger Abschluss des diesjährigen Osterfestivals, das auch sonst nicht arm an Aussergewöhnlichem war, ich denke da im Besonderen an „Musica Aeterna“ unter Teodor Currentzis am 25. März.

Nachtrag:

Dirigent Mariss Jansons, c, Marco BorggreveDer 72jährige Mariss Jansons musste in den letzten paar Jahren schon des Öfteren Konzerte aus gesundheitlichen Gründen absagen, wirkte beim ersten Erscheinen an diesem Abend auch ein bisschen gebeugt und zerbrechlich, aber immer wenn er auf dem Dirigentenpult stand war er präsent, mächtig und stark, autoritär und liebevoll gleichzeitig. Einige nähere Informationen zu Mariss Jansons finden Sie auch über unten eingefügte Links.

 

Nebenbei: was mir bis anhin auch noch nie aufgefallen war:

Leonard Bernstein verwendete (plagiierte) wahrscheinlich ein Bläsermotiv des zweiten Satzes für sein „Somewhere“ in der „West Side Story“, präziser:  bei der Textpassage „There`s a Place for us,  somewhere a Place for us“.

 

 Zitate aus einer Rede Mariss Jansons:

„Ich habe keinen Druck ausgeübt und das Bleiben in München vom Konzertsaal abhängig gemacht. Das wäre Primadonnen-Gehabe, so bin ich nicht.

- „Ich habe große Sorge, dass Radio Bayern 4 Klassik als UKW-Welle abgeschafft wird. Ich kann nur hoffen, dass nichts passiert, um der Klassik zu schaden. Warum muss man dem einen etwas wegnehmen und dem anderen geben? Warum soll der Jugendsender nicht im Digitalen bleiben? Es ist traurig, aber wie immer wird an der Kultur gespart. Die Digitalisierung ist die Zukunft, dagegen verschließen wir uns nicht. Aber wenn der Übergang zu abrupt ist, führt das zu Zuhörerschwund.“

- „Ich habe Komponisten-Phasen: Das waren Haydn, Brahms, Beethoven, Richard Strauss. Nicht, dass ich sie jetzt nicht mehr lieben würde, aber es kommt immer ein Neuer. Derzeit ist Bruckner meine Krankheit.“

 

Die ganze Rede/Interview von Mariss Jansons zu seiner Zukunft in München:

http://www.tz.de/muenchen/stadt/mariss-jansons-spricht-ueber-zukunft-3517774.html

 

Nähere Informationen zu Mariss Jansons Herzinfarkt am Dirigentenpult in Oslo 1996 über eingefügten Link:

http://www.zeit.de/2013/23/rettung-dirigent-mariss-jansons-herzinfarkt

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Historia Viva historische Vortragsreihe Schicksalsjahr 1415, 4. Vortrag der Reihe, 26.3.2015, 1415 im Rathaus Sursee, besucht von Léonard Wüst

Diepold Schilling Chronik Tagsatzung

 

 

 

 

 

 

Historia Viva historische Vortragsreihe Schicksalsjahr 1415, 4. Vortrag der Reihe, 26.3.2015, im Rathaus Sursee, besucht von Léonard Wüst

Thema des Abends:Architektur, Kunst und Klöster: Kulturgeschichte der Eidgenossenschaft um 1400

Referentin:

Anja Rathmann-Lutz, Universität Basel

 

Handelten die ersten drei Vorträge eher von  kriegerischen und  politischen Ereignissen, wurden an diesem Abend auch die kulturellen Aspekte beleuchtet, die in in diesem recht unruhigen Zeitalter historisch fast ein bisschen (zu Unrecht) in den Hintergrund gedrängt wurden.

Sich Wissen anzueignen scheint offenbar um einiges einfacher zu sein, als dasselbe dann auch in einem Vortrag weiterzuvermitteln. Was an den drei bisherigen Vorträgen dieser Reihe gelungen war, dass nämlich die Referent/innen ihr  Fachwissen in kompakte und trotzdem verständliche laienvertägliche Formen gießen und dies an die Anwesenden weitergeben, misslang der deutschen Referentin der Universität Basel völlig. Sie wirkte übermotiviert, fahrig und war vor allem unglaublich Detailversessen. Von dieser Anhäufung spezifischem Fachwissens waren die meisten Besucher ziemlich überfordert wie mir schien und ich täusche mich da sicher nicht, habe ich doch alle bisherigen Referate relativ akribisch analysiert und aufgearbeitet, natürlich meinen persönlichen Fähigkeiten entsprechend. Auch ich fühlte mich relativ hilflos, was mir eigentlich nie passiert, denn normalerweise kann ich in jedem Fall, sei es an einem Konzert im KKL, an einem Wirtschaftsforum an der HSLU oder anderen Anlässen der unterschiedlichsten Art, irgendwie etwas Garn greifen und dann weiterspinnen, davon war ich an diesem Abend doch um etliche Faden entfernt.

Frau Rathmann packte quasi ihr gesamtes Universitätsstudium in ein 60 minütiges Referat, entsprechend wirr und zusammenhangslos kam das Ganze bei mir persönlich an, obwohl ich sicher intellektuell nicht unter dem Durchschnitt anzusiedeln und auch nicht ganz ungebildet bin, wenn auch  nicht Akademiker. Bei kurzen Unterhaltungen mit anderen Teilnehmern im Anschluss an das Referat ließen die meisten durchschimmern, dass es ihnen ähnlich ergangen sei.

 

Konrad Rudolf Lienert, der an diesem Abend die Moderation übernahm, bedankte sich bei der Referentin, den Anwesenden, den Sponsoren und beendete die diesjährige Vortragsreihe mit einem treffenden Zitat  des Historikers Marc Ferro (Vorwort dessen Buches: Geschichtsbilder, 1991).

Historia viva, Geschichte lebt - auch in dem Sinne, dass uns immer klarer wird, wie sehr die Welt der Gegenwart, in der wir leben, geprägt ist von der Vergangenheit. Und wie wir umgekehrt auch immer wieder dazu tendieren, die Vergangenheit so zu interpretieren, wie das unsern aktuellen Vorstellungen dienlich ist: Retusche der Geschichtsbilder.

«Täuschen wir uns nicht: Das Bild, das wir von anderen Völkern oder von uns selbst haben, hängt mit dem Geschichtsbild zusammen, das uns vermittelt wurde, als wir Kinder waren. Es prägt uns für den Rest unseres Lebens. Zu dieser frühen Darstellung der Geschichte, die auch für jeden eine Entdeckung der Welt, der Vergangenheit und der Gesellschaft bedeutet, gesellen sich sodann Meinungen, flüchtige oder dauerhafte Ideen - gleich einer Liebe - hinzu, wobei die Spuren unserer ersten Neugier, unserer ersten Gefühle unauslöschlich bleiben.»

Schlussendlich  ermunterte der Moderator die Teilnehmer noch mit dem definitiven Schlusswort:

Aufforderung an uns alle: Meinungsbildung, Debatte, Revision, Differenzierung von Meinungen - die Eroberung von Sursee als ein (gutes) Beispiel unter vielen interpretieren.

Meine Bilanz der diesjährigen Vortragsreihe: obwohl wir uns Vortrag um Vortrag im räumlichen, geografischen  Sinne immer weiter vom Ausgangspunkt  (Die Eroberung Sursee`s durch die Luzerner 1415) entfernten, kam man der Tragweite der damaligen Ereignisse und ihrer Auswirkungen mental immer näher, sah und begriff schlussendlich welche Konsequenzen so eine kleine Episode, eigentlich unbedeutende Fussnote der Geschichte, trotzdem lokal, eidgenössisch, ja gar europaweit haben kann, bildlich wie vielleicht der berühmte Kieselstein der, richtig ins Wasser geworfen, immer grössere Kreise und Wellenformt. Ein weiteres Mal ebenso lehrreiche wie informativ spannende Lektionen, die uns die Initianten von Historia Viva Sursee  erteilten und doch eben, ein bisschen weniger wäre eventuell mehr gewesen (betrifft nur den 4. Vortrag).

Schön auch, dass an allen vier Abenden sehr viele Interessierte anwesend waren, mehr als vielen Gemeindeversammlungen. Dass aber ausgerechnet vom offiziellen Historia Viva Medienpartner, der „Sursee`r Woche“ bloss am ersten Vortrag jemand anwesend war erscheint mir doch etwas rätselhaft und dann nicht mal einen Artikel darüber verfasste ist sogar mehr als peinlich.

Link auf den 1. Vortrag der Reihe  vom 5. März 2015: Schicksalsjahr 1415, Luzern erobert Sursee

http://innerschweizonline.ch/wordpress/historia-viva-historische-vortragsreihe-schicksalsjahr-1415-im-rathaus-sursee-besucht-von-leonard-wuest/

Link auf den 2. Vortrag der Reihe  vom 12. März 2015: Schicksalsjahr 1415, „1415 ein historischer Wendepunkt? Kriegsführung, Kommunikation und Politik in Luzern und der Eidgenossenschaft“

http://innerschweizonline.ch/wordpress/historia-viva-historische-vortragsreihe-schicksalsjahr-1415-im-rathaus-sursee-besucht-von-leonard-wuest-2/

Link auf den 3. Vortrag der Reihe  vom 19. März 2015: Schicksalsjahr 1415 Thema: „Im Dienste seiner Majestät; Eidgenossen, Kaiser und Reich im Jahre 1415“

http://innerschweizonline.ch/wordpress/historia-viva-historische-vortragsreihe-schicksalsjahr-1415-3-vortrag-der-reihe-19-3-2015-1415-im-rathaus-sursee-besucht-von-leonard-wuest/

Text: www.leonardwuest.ch

Bild:  http://www.historiaviva.ch

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Lucerne Festival an Ostern,Sinfoniekonzert SWR, 27. März 2015, besucht von Léonard Wüst

Dirigent Ingo Metzmacher

 

 

 

 

 

 

 

Grundsätzliches zu Gustav Mahler`s 6. Sinfonie:

In seiner apokalyptischen Sechsten Sinfonie, die auch als Tragische bezeichnet wird, scheint Gustav Mahler die Leidensgeschichte eines fiktiven Helden zu erzählen, der am Ende mit mehreren Hammerschlägen gerichtet wird. Ob er damit wirklich sein eigenes Schicksal vorweggenommen hat, wie es seine Witwe Alma glaubte? Den Tod seiner kleiner Tochter Maria etwa oder die Entlassung als Wiener Hofoperndirektor und natürlich auch sein schweres Herzleiden, das zu seinem frühen Tod im Alter von fünfzig Jahren führte … Ingo Metzmacher, der das erschütternde Werk mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg aufführt, weiss, dass man sich «Mahlers Musik mit Haut und Haar verschreiben» muss: «Mahler wagt sich an den gewaltigen Versuch, diese Welt, dieses verrückte Leben in Töne zu fassen. Höchstes Glück, seligste Verzückung, Euphorie und Überschwang finden sich darin ebenso wie tiefstes Leid, brennender Schmerz, Wut und Verzweiflung. Alles will diese Musik uns sagen. Nichts verheimlichen.»

Rezension:

Einem knapp zwanzig Minuten dauernden Auftritt des ca. 30köpfigen SWR Vokalensembles mit  3 a capella Werken von Felix Mendelsohn Bartholdy (äusserst heftig bejubelt) im ersten Konzertteil, folgte nach der Pause die legendenumwundene enigmatische sechste Sinfonie des manisch – depressiv scheinenden Einzelgängers Gustav Mahler, geschrieben in den Sommermonaten der Jahre1903/1904 in Maiernigg am Wörthersee.

SWR Vokalensemble METZMACHER (c) Peter FiIschliDas Orchester als auch der Dirigent brachten eine sehr gute Leistung, etwas brav für mein Gusto (entsprechend der Badenser Mentalität?)  und konnten mich nicht wirklich von der Tragik der Sechsten überzeugen. Die sehr vielen, extra in Gruppen angereisten süddeutschen SRW  Fans, sahen das wohl ein bisschen anders, ändert aber nichts an meinen Empfindungen. Vielleicht ist ja doch etwas dran an einer der Äusserungen Mahlers zu diesem Werk: „Meine VI. wird ein Rätsel aufgeben, an die sich nur eine Generation heranwagen darf, die meine ersten fünf in sich aufgenommen und verdaut hat.“ Wie es scheint, gehöre ich nicht zu dieser, oder mein Verdauungsapparat leidet an Störungen. Vielleicht ist es aber überhaupt  kein Rätsel, sondern die Sechste ist einfach nicht so tragisch, wie uns die geläufige Musikliteratur erklärt. Die Quintessenz ist also: Mahlers angedeutetes Rätsel könnte eine offensive Marketingstrategie sein, obwohl dieses Wort damals ja noch gar nicht existierte, das trifft aber ebenso auf die Komponier Weise  Mahler`s zu, die entstand ja auch erst durch seine Werke. Niemand bezweifelt, dass der Komponist ein Genie war und musikalische Weltliteratur geschaffen hat, aber seine Biografie birgt natürlich auch genügend Stoff zum Aufbau einer von Mythen umrankten Legende, was im Umkehrschluss auch seine Kompositionen rätselhaft mysteriös erscheinen lässt.

Fazit:

Grundsolide, aber halt etwas biedere Darbietung, der etwas der Touch des Besonderen abging, das man sich halt am Lucerne Festival gewohnt ist und wo das Aussergewöhnliche eben schon  fast alltäglich ist.

Gustav Mahler – der Komponist, der die Musik revolutionierte, Artikel auf wissen – de

http://www.wissen.de/podcast/gustav-mahler-der-komponist-der-die-musik-revolutionierte-podcast-88

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