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Gesundheit

SAVE THE DATE: Das Tagungshighlight für Brustgesundheit und Mammakarzinom rückt näher

n vier Wochen beginnt der wichtigste deutschsprachige Kongress für
Brustgesundheit und das Mammakarzinom, seit diesem Jahr weltweit Krebsart
Nummer eins. Der Vorstand und das Programmkommitee der Deutschen
Gesellschaft für Senologie e. V. (DGS) lädt alle PressevertreterInnen sehr
herzlich zum Jubiläumskongress der senologischen Fachgesellschaft ein, der
erstmals rein virtuell tagt.

Berlin, 19. Mai 2021 – Vom 17. bis 19. Juni 2021 dreht sich alles rund um
das Thema Brustgesundheit sowie die Vorbeugung, Diagnostik und Therapie
des Mammakarzinoms, das mittlerweile, weltweit betrachtet, die häufigste
Krebsart darstellt und – allerdings weniger bekannt  – auch beim Mann
auftreten kann. Der Vorstand und das Programmkommitee der Deutschen
Gesellschaft für Senologie e. V. (DGS) lädt alle PressevertreterInnen sehr
herzlich zum Jubiläumskongress der senologischen Fachgesellschaft ein, der
erstmals rein virtuell tagt.

„Wenngleich nichts den persönlichen Austausch ersetzen kann, so haben wir
doch mittlerweile exzellente Erfahrungen mit der Darstellung fachlicher
Inhalte im virtuellen Format gemacht.“ (Prof. Dr. Peter Fasching,
Kongresspräsident 2021)

Das Tagungspräsidium der 40. Jahrestagung ist hochkarätig besetzt: Neben
der DGS-Vorsitzenden Prof.in Sara Y. Brucker (Tübingen), die als erste
Medizinerin in Deutschland erfolgreich eine Gebärmuttertransplantation
geleitet hat, haben Prof. Dr. Peter Fasching (Erlangen) als
Kongresspräsident, Dr. Karin Bock (Marburg) und Prof. Dr. Christoph
Heitmann (München) als Co-Kongresspräsidenten sowie Prof. Dr. Andreas
Hartkopf (Tübingen) als Kongresssekretär ein umfangreiches
wissenschaftliches Programm zusammengestellt.

„Bei der Brustrekonstruktion sehen wir heute neue Entwicklungen – sowohl
im Bereich des implantatgestützten Wiederaufbaus als auch bei der
Eigengewebsrekonstruktion. Hier geht der Trend ganz im Sinne der
PatientInnen zu immer schonenderen Verfahren. (Prof. Dr. Christoph
Heitmann, Co-Kongresspräsident 202)

Das Tagungsmotto lautet 2021 „Interdisziplinär. Kommunikativ. Digital.“
und zielt auf eine gleichberechtigte Beteiligung der einzelnen
Fachdisziplinen ab. Hierzu zählen konkret die (Plastische) Chirurgie,
Gynäkologie, Innere Medizin, Pathologie sowie Radiologie und
Radioonkologie. Das Motto hebt zugleich den Wert der professionellen
Teamarbeit hervor, die eine essenzielle Vorraussetzung für die erwünschten
Behandlungsergebnisse ist. Das virtuelle Format bietet schließlich den
Vorteil, dass die TeilnehmerInnen die Fortbildung häufig noch besser in
ihren zeitintensiven Berufsalltag integrieren können, als bei einer reinen
Präsentagung. Die Schwerpunkte der Fortbildung liegen in den Bereichen,
Bildgebung, operative Verfahren, Therapie, Genetik und Pathologie sowie
Versorgungsforschung.

„Durch die Einführung des qualitätsgesicherten Mammografie-Screening-
Programms hat die Brustkrebsfrüherkennung in Deutschland einen starken
Optimierungsschub erfahren. (Dr. Karin Bock, Co-Kongresspräsidentin 2021)

Die Auswahl der GewinnerInnen für die Preisverleihungen wurde bereits
getroffen. Die offizielle Ehrung findet auf der Jahrestagung 2021 statt.
Verliehen werden:
•       2 DGS-Wissenschaftspreise,
•       der Klaus-Dieter-Schulz-Versorgungsforschungspreis,
•       der Florence-Nightingale-Preis
•       der Novartis-Innovationspreis "Junior meets Senior"
•       die Ehrenmitgliedschaft an Prof. Dr. med. Dr. habil. Axel-Mario
Feller

Aktuelle Informationen zum Programm und zu den PreisträgerInnen finden Sie
hier: https://www.senologiekongress.de/de/Startseite/

PressevertreterInnen können sich eigenständig über den folgenden Link
registrieren:
https://kelcon-kongresse.de/online/personal

Nutzen Sie auch gern den iPlanner zur individuellen Tagungsvorbereitung.

Wir freuen uns sehr auf Sie!

  • Aufrufe: 79

Neuer Begegnungsort für Organspende in Berlin

DANK-Mal für Organspende und Organtransplantation der Patienten-Stiftung
„Aktion Niere“ des Bundesverbandes Niere (BN) e.V. auf dem Gelände der
Charité Berlin – Enthüllung am 20. Mai 2021.

Das Thema „Organspende“ ist immer wieder in der Diskussion, wenn es um den
Mangel an Spenderorganen in Deutschland geht. Vergleichsweise still ist es
da um die Patient:innen, bei denen eine Organtransplantation bereits
erfolgreich war – ob als Lebendorganspende oder als postmortale Spende –
und die sich bei ihrer Spenderin oder ihrem Spender für dieses
altruistische Geschenk bedanken wollen.

Als ein Ort des Dankes ist das neue DANK-Mal der Patientenstiftung „Aktion
Niere“ des Bundesverbandes Niere (BN) e.V. auf dem Gelände der Charité
Berlin, Campus Virchow gedacht. Die sog. „IMPULS“-Skulptur wird am 20. Mai
2021 in Berlin im Rahmen einer Präsenzveranstaltung mit namhaften
Vertreter:innen aus Politik und Medizin enthüllt.
„Organspende ist ein IMPULS: Kurz wie der Flügelschlag eines
Schmetterlings berühren sich die Lebensspiralen von Spendenden und
Empfangenden, greifen für einen kurzen Moment ineinander, um danach wieder
in verschiedene Richtungen zu gehen und so Leben zu verändern. Ein Symbol
für gelebte Solidarität der Organspenderinnen und Organspender, um schwer
kranken Menschen zu helfen.“

Die Inschrift auf dem neuen DANK-Mal signalisiert, was den Initiator:innen
besonders am Herzen liegt: in tiefster Verbundenheit jenen zu danken, die
mit ihrer Entscheidung zur Organspende selbstlos Leben schenken, und
jenen, die durch ihre Profession und ihr Engagement die
Organtransplantation möglich machen.

„Organspende ist Barmherzigkeit mit anderen, sei es über eine zugelassene
Lebendspende oder postmortal. Diese Solidarität ist unbezahlbar, sie sagt
viel aus über die Temperatur in einer Gesellschaft“, betont
Bundesernährungsministerin Julia Klöckner als Schirmfrau der BN-
Patientenstiftung. Mein Dank gilt allen, die sich für die Sensibilisierung
in diesem wichtigen Thema einsetzen und dafür, dass es hier vorangeht.“
Die Staatsministerin im Kanzleramt, Annette Widmann-Mauz, erklärt als
Schirmfrau des Bundesverbandes Niere e.V.: „Das DANK-Mal gibt Menschen,
die ein Organ gespendet haben und ihren Angehörigen eine besondere
Wertschätzung. Damit wurde ein gebührender Ort des Danksagens an die
Angehörigen der Verstorbenen, an die Lebendspender und an die Ärzte und
Pflegekräfte geschaffen.“

Angeschoben und realisiert wurde das Projekt von der Patientenstiftung
„Aktion Niere“ des Bundesverbandes Niere (BN) e.V. (www.aktion-niere.de)
und der Selbsthilfe Lebend-Organspende Deutschland e.V. (SLOD e.V., www
.slod-ev.de) mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie
(DGfN, www.dgfn.eu) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin
(www.charite.de).

Das „DANK-Mal“ – ein Selbsthilfe-Projekt
Bereits seit 2017 arbeitet die BN-Patienten-Stiftung an der Entstehung des
DANK-Mals, das nun Realität wird – in unmittelbarer Nähe des
Transplantationszentrums der Charité Berlin. „Wir erhoffen uns mit der
Umsetzung dieses wunderbaren Projekts öffentliche Aufmerksamkeit für das
Thema Organspende und möchten damit einen positiven Impuls setzen“,
berichtet die BN-Vorsitzende und Kuratorin des DANK-Mal, Isabelle Jordans.
Ergänzend dazu betont der Stiftungsvorsitzende Peter Gilmer: „Es war an
der Zeit, dem Dank für die Organspenderinnen und Organspender die Ehre
einzuräumen, die ihnen gebührt“, erläutert er. „Es erfüllt mich mit Stolz
und Freude, dass es gerade die Selbsthilfe ist, die – unter der Mithilfe
vieler Unterstützerinnen und Unterstützer – das DANK-Mal geschaffen hat.“

Als Fachgesellschaft unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie
die Errichtung dieses Begegnungsortes: „Mit dem DANK-Mal für Organspende
und Organtransplantation wird ein besonders schöner Ort des Nachdenkens
geschaffen, der für die öffentliche Diskussion wichtig ist. Denn
Organspende ist ein wichtiges gesamtgesellschaftliches Thema“, so der
DGfN-Präsident Prof. Dr. Hermann Pavenstädt, Universität Münster.

Prof. Dr. Ulrich Frei, früherer Vorstand der Universitätsmedizin der
Charité Berlin, der das DANK-Mal von Anfang an mitverantwortlich begleitet
hat, sagt: „Die Organisation und Realisierung des DANK-Mal verlief
hochprofessionell, obwohl sie zum Teil mitten in der Corona-Krise
stattfand – von der Projektausschreibung bis zur Umsetzung. Ich freue mich
ganz besonders, dass es nun auf dem Gelände der Charité enthüllt werden
kann. Das zeichnet auch das hohe Engagement der Charité für Organspende
und Transplantation aus.“

Rund 8000 Menschen stehen derzeit auf der Warteliste für eine
Nierentransplantation. Die Zahl der Organspender blieb 2020 in Deutschland
trotz Coronavirus-Pandemie stabil (1) – allerdings auf niedrigem Niveau:
2941 postmortale Organe konnten im zurückliegenden Jahr vermittelt werden
(2019: 2995 Organe). Die meisten davon waren Nieren (1447), daneben Lebern
(746, 25 Prozent), Lungen (342, 12 Prozent) und Herzen (320, 11 Prozent)
(2). Die Ursachen für die geringe Organverfügbarkeit in Deutschland sieht
der Bundesverband Niere e.V. hauptsächlich in strukturellen Defiziten in
den Entnahmekliniken.

Die Enthüllung des DANK-Mal am 20. Mai 2021 kann ab 13 Uhr über Live-
Stream verfolgt werden (Link zur Liveübertragung der Feierlichkeiten):
https://www.bundesverband-niere.de/aktuelles/neuigkeiten/allgemein/neues-
dank-mal-fuer-organspende-in-berlin-livestream-der-enthuellungsfeier-2956

Unter diesem Link sind auch abrufbar: Ein Kurzvideo mit Michael Wezstein,
der als Sieger aus einem Studierendenwettbewerb hervorging und die
künstlerische Gestaltung des DANK-Mals übernommen hat. Ein Kurzfilm mit
den „Transplantations-Botschaftern“ für das DANK-Mal – mit Menschen, die
mit einer neuen Niere leben (Lebend- oder postmortale Spende), sich in der
Selbsthilfe engagieren und in diesem Film erklären, wofür sie dankbar sind
und warum für sie dieser neue Ort des „Danke-Sagens“ wichtig ist.
Weitere Infos gibt es auf der Website des Bundesverbandes Niere e.V. unter
www.bnev.de.

Patientenstiftung „Aktion Niere“
Die Patientenstiftung „Aktion Niere“ wurde 2012 vom Bundesverband Niere
e.V. ins Leben gerufen. Das Ziel der Stiftung ist, die Lebensqualität für
Menschen mit chronischem Nierenversagen und deren Angehörigen zu
erforschen, zu fördern, zu unterstützen und präventiv zu wirken. Die
Stiftung wird repräsentiert durch einen Stiftungsvorstand und den
Stiftungsrat. Alle Mitglieder sind ausschließlich ehrenamtlich tätig.

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)
Die DGfN ist die medizinische Fachgesellschaft für klinische und
wissenschaftliche Nephrologie. Ihre Ziele sind die Stärkung von Forschung,
Fort- und Weiterbildung, die optimale Versorgung von Patienten mit Nieren-
und Hochdruckkrankheiten und die Stärkung des Fachs Nephrologie. Die DGfN
arbeitet eng verzahnt mit dem Bundesverband Niere e.V. zusammen.

____________

(1)
https://dso.de/dso/presse/pressemitteilungen/Zahl%20der%20Organspender%20in%202020%20trotz
%20Coronavirus-Pandemie%20in%20Deutschland%20stabil/68

(2)     https://www.aerztezeitung.de/Politik/So-viele-Organe-werden-
gespendet-und-benoetigt-416355.html

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Blutwerte bei Leukämie überwachen: Weniger belastende Krankenhausaufenthalte

Deutsch-dänisches Interreg-Projekt „HomeHemo“ unter Beteiligung der
Kinderonkologie des UKSH am Campus Kiel plant Selbsttest-Verfahren für
Patientinnen und Patienten zur Anwendung zu Hause.

Ein Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin I am
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, und der
Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
hat gemeinsam mit Partnerinstitutionen aus der dänischen Region Seeland
das Interreg-Projekt „HomeHemo“ für eine verbesserte Versorgung von
Krebspatientinnen und -patienten eingeworben: Gemeinsam wollen die
Projektbeteiligten um den Kieler Kinderonkologen Prof. Dr. Denis Schewe
und Dr. Dr. Fabian-S. Frielitz, Versorgungsforscher am Institut für
Sozialmedizin und Epidemiologie des UKSH und der Universität Lübeck, ein
Bluttestverfahren zur Überwachung des Gesundheitszustands bei
Blutkrebserkrankungen für die Anwendung zu Hause entwickeln. Die
Europäische Union fördert das Vorhaben im Rahmen eines Interreg Netzwerk-
Projekts für zunächst zwölf Monate mit insgesamt rund 120.000 Euro. In
dieser Zeit wollen die beteiligten Institutionen zunächst eine
Machbarkeitsstudie durchführen, in der bestehende Bluttestgeräte auf ihre
Eignung für die Selbsttestung in häuslicher Umgebung bei Kindern und
Erwachsenen überprüft werden sollen. Ziel des
Gesundheitsinnovationsprojektes ist es, belastende Krankenhausaufenthalte
speziell bei Leukämiepatientinnen und -patienten zu reduzieren. Diese sind
derzeit zur Überprüfung des Blutbildes während der Chemotherapie häufig
und in kurzen zeitlichen Abständen notwendig. Neben der CAU und dem UKSH
mit den Standorten Kiel und Lübeck ist auch das Universitätsklinikum der
dänischen Region Seeland daran beteiligt, wo Dr. Mikkel Helleberg Dorff
aus der Hämatologie im Krankenhaus Roskilde und Dr. Niels Henrik Holländer
aus der Onkologie in Næstved für den dänischen Beitrag des
„HomeHemo“-projekts verantwortlich sind.

Unnötige Krankenhausaufenthalte vermeiden

Bei vielen Krebspatientinnen und -patienten ist eine häufige Überprüfung
des Blutbildes notwendig, um den Verlauf der Krankheit sowie den Erfolg
und die Nebenwirkungen von Therapien überprüfen zu können. Speziell bei
Leukämie-Erkrankungen, bei denen die Chemotherapie eine gestörte
Blutbildung verursacht, wird unter anderem die Zahl der weißen und roten
Blutkörperchen sowie der Blutplättchen laufend überwacht. Ärztinnen und
Ärzte können so beurteilen, wann bestimmte kritische Grenzwerte erreicht
sind und eine Bluttransfusion nötig wird. Gerade bei Leukämien müssen
diese Werte besonders engmaschig überwacht werden. Im derzeitigen
Behandlungsalltag bedeutet dies, dass Patientinnen und Patienten manchmal
sogar in 24- bis 48-stündigen Abständen für ein Blutbild ins Krankenhaus
kommen müssen. Sind sie nicht sowieso in stationärer Behandlung, ist dies
für die Betroffenen mit großen Belastungen verbunden. „Manche unserer
Patientinnen und Patienten sind mehrere Stunden mit dem Auto unterwegs, um
in der Klinik einen ambulanten Bluttest zu machen, der selbst nur wenige
Minuten beansprucht“, betont Projektleiter Schewe. „Neben den Fahrt- und
Wartezeiten bedeuten die häufigen Krankenhausbesuche psychischen Stress,
nicht nur für viele Patientinnen und Patienten, sondern auch für deren
Familien, besonders wenn Kinder betroffen sind“, so Studienärztin Dr.
Annika Rademacher aus der Kinderonkologie des UKSH am Campus Kiel.

Anwendbarkeit für Patientinnen und Patientinnen optimieren

Das Projektteam sucht daher nach Wegen, um die Anzahl dieser belastenden
Krankenhausaufenthalte zu reduzieren oder möglichst ganz zu ersetzen.
Technisch gesehen ist die Durchführung von Bluttests außerhalb einer
Praxis oder eines Krankenhauses unproblematisch. Es sind verschiedene
Testgeräte zur Überprüfung diverser Blutparameter verfügbar, die sich
grundsätzlich für die Nutzung durch medizinische Laien, also auch durch
Patientinnen und Patienten oder deren Eltern, eignen. Trotzdem gibt es
verschiedene Hürden für eine Anwendung in häuslicher Umgebung. „Besonders
schwierig kann das bei jungen Kindern sein“, sagt Prof. Schewe. „Hier ist
dann zum Beispiel von den Eltern gefordert, Kinder zu beruhigen, ihnen die
Angst zu nehmen und zugleich valide Testergebnisse zu gewinnen. Damit dies
gelingt, muss die Durchführung solcher Selbsttests so einfach wie möglich
gestaltet sein“, so Schewe weiter.

Pilotprojekt startet im Sommer

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wollen die Projektpartner aus
Schleswig-Holstein und Dänemark bereits im Sommer mit einer Pilotphase
beginnen. Eine Gruppe von Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern soll
dann in ärztlicher Begleitung die derzeit in Entwicklung befindlichen
Testprozeduren erproben. Die ärztliche Überwachung dieser Projektphase
dient unter anderem dazu, die Qualität der gewonnenen Daten zu
kontrollieren. Ziel ist es, die Selbsttests so zu optimieren, dass ihre
Ergebnisse mit den routinemäßigen Tests durch medizinisches Personal
übereinstimmen. Hierzu werden die Messungen der Selbsttests mit den
klinischen Kontrollmessungen verglichen. Zusätzlich werden die
Probandinnen und Probanden von einem Evaluationsteam begleitet. In
qualitativen Befragungen können die Betroffenen ihre Erfahrungen schildern
und beschreiben, wie sie mit der Durchführung zurechtkommen und welche
Probleme für sie aufgetreten sind. „Neben den Aspekten von Validität und
Reliabilität der Messungen ist es uns wichtig, die Benutzerfreundlichkeit
zu analysieren. Schließlich muss die Technik nahezu selbsterklärend für
die Patientinnen und Patienten sein. Wir hoffen, durch das neue
Versorgungselement `HomeHemo´ die Belastungen, die durch häufige
Krankenhausbesuche für Betroffene entstehen, reduzieren zu können“, sagt
Versorgungsforscher Frielitz. Darauf aufbauend wollen die
Projektverantwortlichen ein Schulungsangebot entwickeln, dass Patientinnen
und Patienten und ihren Angehörigen die sichere und intuitive Anwendung
der Tests vermitteln soll. Dass Krankenhaus-Kapazitäten und Gesundheits-
Budgets so künftig geschont werden könnten, ist ein erhoffter weiterer
Effekt des Projekts.

Einbindung in die Telemedizin

Über die demnächst anlaufende Machbarkeitsstudie hinaus planen die
Projektteams in Schleswig-Holstein und Seeland bereits den nächsten
Schritt: Nach der Entwicklung des eigentlichen Testverfahrens wollen sie
die Daten aus den Heimtests künftig in ein telemedizinisches System
einbinden. „Die nächste Frage für uns ist: Wie kommen die Patientendaten
zu den Ärztinnen und Ärzten?“, sagt Prof. Schewe. „Damit die Bluttests zu
Hause Sinn machen, ist eine möglichst einfache Übertragung besonders
wichtig. Wir planen mit verschiedenen Möglichkeiten, zum Beispiel der
Bluetooth-Übertragung der Blutwerte an Mobilgeräte oder die sichere
Weiterleitung der Ergebnisse in eine elektronische Patientenakte via App“,
so Schewe weiter. Bei der Entwicklung der dafür nötigen IT-Infrastrukturen
wollen die Partnerinstitutionen auf Erfahrungen aus Schleswig-Holstein und
Seeland zurückgreifen. So ist zum Beispiel mit „KULT-SH: Telemedizin mit
krebskranken Kindern“ bereits ein Projekt am UKSH in Kiel gestartet, das
die Möglichkeiten der Digitalisierung zur Verbesserung der Versorgung von
jungen Krebspatientinnen und -patienten erschließen soll. Um auch das
„HomeHemo“-Projekt vollständig umzusetzen und in die bestehende
Infrastruktur einzubinden, wollen die Projektpartner im kommenden Jahr
umfangreiche Folgeförderungen bei der Europäischen Union beantragen und
damit die grenzübergreifende Zusammenarbeit für eine verbesserte
Krankenversorgung, Wissensaustausch und Innovation vorantreiben.

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Corona und Herz: Blutdruck senken und zweifach profitieren

Bluthochdruck steigert das Risiko für Herzkrankheiten und für schwere
Covid-19-Verläufe – Herzstiftung gibt zum Welthypertonietag Tipps zur
Prävention

Bluthochdruck gilt als einer der größten Risikofaktoren für Schlaganfall,
Herzinfarkt und weitere Herzerkrankungen wie Herzschwäche. Während der
Corona-Pandemie kommt für die rund 20 Millionen Bluthochdruck-Patienten in
Deutschland eine weitere Gefahr hinzu: das Risiko, im Falle einer
Infektion mit Sars-CoV-2 besonders schwer zu erkranken. Für Betroffene
lohnt es sich daher doppelt, die eigenen Werte im Blick zu behalten und
sie durch eine konsequente Behandlung zu senken. Und dabei kann jeder
mitwirken: „Mit einer gesunden Lebensführung tragen sie dazu bei, dass die
Dosis der Blutdruckmedikamente so niedrig wie nötig sein kann“, sagt
Herzspezialist Prof. Dr. med. Heribert Schunkert vom Vorstand der
Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Herz- und
Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München anlässlich des
Welthypertonietags am 17. Mai. Ausführliche Informationen zu Ursachen,
Folgen und Prävention von Bluthochdruck finden Betroffene unter
www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck.

Viele schwere Covid-19-Verläufe wären vermeidbar
Wie stark Vorerkrankungen wie Bluthochdruck das Risiko für einen schweren
Verlauf einer Covid-19-Erkrankung erhöhen, belegt eine Studie der Tufts
University in den USA, in der mehr als 900.000 Klinikbehandlungen mit
Covid-19 ausgewertet wurden: Sie zeigt, dass 64 Prozent der
behandlungsbedürftigen Covid-19-Fälle in Zusammenhang mit
Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck und
Herzinsuffizienz standen. Allein 26,2 Prozent der schweren Verläufe seien
auf Bluthochdruck zurückzuführen, errechneten die Wissenschaftler (1).
„Durch eine konsequente Behandlung der Vorerkrankungen, beispielsweise
eine Senkung des Blutdrucks bei Hypertoniepatienten, wären viele schwere
Covid-19-Verläufe vermeidbar”, betont Schunkert. Gleichzeitig verringert
sich für Patienten durch die Senkung des Blutdrucks auch das Risiko, einen
Schlaganfall, Herzinfarkt oder eine Herzschwäche zu erleiden.

Blutdruck senken durch Ausdauersport
Bei der Behandlung von Bluthochdruck spielt neben Medikamenten vor allem
der Lebensstil eine große Rolle. „Manchmal ist es sogar möglich, durch
eine gesunde Lebensweise komplett auf die Einnahme von Blutdrucksenkern zu
verzichten”, betont Schunkert. Als einer der wichtigsten
Lebensstilfaktoren zur Senkung des Blutdrucks gilt regelmäßiger
Ausdauersport, zum Beispiel Radfahren, Walken oder Joggen: Wer fünfmal pro
Woche mindestens 30 Minuten aktiv ist, kann seine Werte um fünf bis zehn
mmHg senken. Auch andere Formen der Bewegung sind wirksam – Hauptsache,
man wird regelmäßig aktiv. Neben der direkten Wirkung auf den Blutdruck
hat das Training weitere positive Effekte: Das Immunsystem wird gestärkt
und die Wahrscheinlichkeit, Übergewicht und damit einen weiteren
Risikofaktor für Herzkrankheiten zu entwickeln, sinkt.
Zur Senkung des Blutdrucks empfiehlt die Deutsche Herzstiftung folgende
Veränderungen des Lebensstils:
- Fünfmal pro Woche mindestens 30 Minuten bewegen
- Normalgewicht halten bzw. Übergewicht abbauen
- Salzkonsum reduzieren
- Alkohol nur in Maßen trinken: Frauen nicht mehr als ein kleines Glas
Bier (0,25 l) oder Wein (0,1 l) am Tag, Männer maximal zwei Gläser
- Stress verringern und ausreichend schlafen
- Aufs Rauchen verzichten

Weitere Informationen zur Prävention, Ursachen und Folgen von
Bluthochdruck finden Betroffene unter folgenden Links:
www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck
www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck
/blutdruck-senken


(1) Journal of the American Heart Association Vol. 10, No. 5: Meghan
O’Hearn, Junxiu Liu, Frederick Cudhea, Renata Micha, and Dariush
Mozaffarian: Coronavirus Disease 2019 Hospitalizations Attributable to
Cardiometabolic Conditions in the United States: A Comparative Risk
Assessment Analysis
https://www.ahajournals.org/doi/full/10.1161/JAHA.120.019259

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