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Gesundheit

Zielgenau helfen, wenn Alkohol das werdende Leben geschädigt hat

Wie kann es gelingen, auf junge Menschen individuell einzugehen, die von
der Fetalen Alkoholspektrum-Störung (FASD) betroffen sind? Im Mittelpunkt
des Fachtages „FASD – Lernen erlaubt?“ steht am Freitag, 8. November 2019,
auf dem Campus Cottbus-Sachsendorf der BTU Cottbus–Senftenberg unter
anderem diese Frage.

FASD ist die häufigste Ursache für geistige Behinderung in der westlichen
Welt und beruht auf einer vorgeburtlichen Hirnschädigung durch
Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft. Die Behinderung ist
unumkehrbar, und die betroffenen Menschen haben Zeit ihres Lebens mit
erheblichen Funktionseinbußen zu kämpfen. Sie sind dauerhaft auf
Unterstützung ihres Umfeldes angewiesen.

„Viele Betroffene bleiben undiagnostiziert“, sagt Prof. Dr. med. Annemarie
Jost, die im Institut für Soziale Arbeit der BTU das Fachgebiet
Sozialpsychiatrie vertritt und die wissenschaftliche Leitung des FASD-
Fachtages innehat. „Spezifisch für dieses Störungsbild sind unter anderem
Schwierigkeiten bei der Informationsverarbeitung und bei der planvollen
Alltagsgestaltung, Gedächtnisstörungen und vielgestaltige
Verhaltensauffälligkeiten, zum Beispiel Hyperaktivität. In der Regel
bestehen Lernbehinderungen, auch ein unterdurchschnittlicher IQ ist
möglich. Die Betroffenen neigen zu Unfällen und weisen veränderte
Reaktionszeiten und Koordinationsfehler in der Feinmotorik auf. In der
Grobmotorik zählen Gleichgewichtsstörungen und Schwierigkeiten in der
Kraftregulierung als typische Merkmale. Auch Organfehlbildungen – zum
Beispiel angeborene Herzfehler – treten auf.“

In der Tagung sollen Hilfen zielgenau entwickelt und eingesetzt, neue
Möglichkeiten der Zusammenarbeit verschiedener Akteure, insbesondere im
Bildungsbereich, erörtert werden.

Der Verein FASD Deutschland geht von 10.000 betroffenen Neugeborenen pro
Jahr aus. Die Beeinträchtigungen müssen im Hinblick auf die
gesundheitliche Versorgung, die sozialen Erwartungen sowie bei dem Besuch
von Kita, Schule und beruflicher Planung berücksichtigt werden. Geschieht
dies nicht, kann es zu einer dauerhaften Überforderung nicht nur der
Betroffenen, sondern auch von Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen
kommen, weil Probleme fehlinterpretiert werden. Das Cottbuser
Sozialpädiatrische Zentrum am Carl-Thiem-Klinikum (CTK) hat sich im Jahr
2010 als erstes im Land Brandenburg auf FASD spezialisiert.

Cottbuser Netzwerk zum Thema FASD

„FASD – Cottbus macht mobil: Prävention und faire Behandlung der
Betroffenen“ ist der Titel eines Netzwerkes das sich 2017 in Cottbus
formiert und es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Störungsbild FASD in die
Öffentlichkeit zu rücken. Hier wirken Akteure aus dem Gesundheitssystem,
der Jugendhilfe, dem Bereich Beratung und Ombudschaft, der Wissenschaft,
der Justiz und der Kostenträger zusammen, um Pflegeeltern, Fachkräfte und
angrenzende Hilfesysteme auf die Probleme junger Menschen mit FASD
aufmerksam zu machen und das Zusammenwirken aller Hilfesysteme zu fördern.
Interessierte, insbesondere auch aus dem Bildungsbereich, sind herzlich
eingeladen, in diesem Netzwerk mitzuwirken und können sich diesbezüglich
an Boje e.V. (Beratungs- und Ombudsstelle Kinder- und Jugendhilfe
Brandenburg, Kontakt: info(at)boje-brandenburg.de) sowie an Prof. Dr.
Annemarie Jost an der BTU wenden.

Der Fachtag an der BTU Cottbus–Senftenberg

Die Akteure des Fachtages „FASD – Lernen erlaubt?“, der am 8. November von
10 bis 16 Uhr im Gebäude 10 der BTU in Cottbus-Sachsendorf stattfindet,
wollen das Störungsbild näher erläutern und in Zusammenarbeit mit
unterschiedlichen Berufsgruppen Ansätze und Wege zur besseren Kooperation
des Hilfesystems finden. Im Vordergrund steht insbesondere das
Bildungssystem mit Kindergarten, Schule und dem Übergang zu beruflicher
Bildung. Informationen zu vielfältigen medizinischen, pädagogischen und
rechtlichen Aspekten werden vermittelt und in Arbeitsgruppen vertieft. Von
Masterstudierenden der Sozialen Arbeit entwickelte Handreichungen für
verschiedene Arbeitsfelder sollen in Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden
perspektivisch weiterentwickelt werden. Ausgerichtet wird der Fachtag
unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Annemarie Jost vom
Institut für Soziale Arbeit der BTU in Zusammenarbeit mit dem
Sozialpädiatrischen Zentrum des CTK, dem BOJE e.V., der Agentur für Arbeit
Cottbus, dem Integrationsfachdienst, dem FASD-Netzwerk Nordbayern e.V. und
Masterstudierenden der Sozialen Arbeit der BTU.

Die Ergebnisse des Fachtages „FASD – Lernen erlaubt?“ werden auf Website
des BOJE e.V. zum Download zugänglich gemacht, wo bereits die
Informationen zum Cottbuser Fachtag „Junge Menschen mit FASD und ihre
Pflegefamilien“ aus 2018 zu finden sind.

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20. Deutscher Lebertag mit Expertengespräch bei zwei kostenfreien Telefonaktionen – Pressemappe bestellen

Mit dem Motto „Jeder Tag ist Leber-Tag“ erinnern die Ausrichter des 20.
Deutschen Lebertages, der am 20. November 2019 stattfindet, an die
täglichen Höchstleistungen des lebenswichtigen Organs Leber. Gleichzeitig
weisen die Ausrichter – Gastro-Liga e. V., Deutsche Leberstiftung und
Deutsche Leberhilfe e. V. – mit dem bundesweiten Aktionstag auf die
Wichtigkeit eines gesunden Lebensstils für eine optimale Lebergesundheit
hin. Die Ausrichter bieten eine Pressemappe mit Experten-Statements und
aktuellen Informationen an. Bei zwei kostenfreien Telefonaktionen werden
Leber-Experten die individuellen Anrufer-Fragen zu Leber und
Lebererkrankungen beantworten.

Die Leber ist das zentrale Kraftwerk des Körpers und erfüllt jeden Tag
zahlreiche lebensnotwendige Aufgaben. Pro Minute werden 1,5 Liter Blut
durch die Leber gepumpt, das ergibt fast 2.000 Liter Blut an jedem „Leber-
Tag“. Trotz dieser beeindruckenden Leistungen genießen die Leber und ihre
Gesundheit häufig keine große Aufmerksamkeit. Lebererkrankungen werden oft
erst spät erkannt, weil sie häufig keine Beschwerden verursachen. Erste
Anzeichen für die Erkrankung der Leber können erhöhte Leberwerte sein, die
im Rahmen einer Blutuntersuchung festgestellt werden können. Von Bedeutung
sind dabei vor allem der GPT- und der GOT-Wert. Sind diese Werte erhöht,
sollte die Ursache immer abgeklärt werden. Wenn Erkrankungen der Leber
frühzeitig erkannt werden, sind sie oft gut behandelbar.

Die Therapie richtet sich dabei nach der Ursache. So können Hepatitis-B-
und -C-Virusinfektionen mittlerweile so erfolgreich mit Medikamenten
behandelt werden, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ziel
ausgerufen hat, beide Infektionen bis zum Jahr 2030 weltweit einzudämmen.
Bei nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen sind Lebensstiländerungen
oft sehr effektiv, künftig könnten zusätzlich erste Medikamente gegen die
entzündliche Variante der Fettleber (NASH) verfügbar werden. Die
autoimmunen Lebererkrankungen Primär Biliäre Cholangitis (PBC) und
Autoimmunhepatitis (AIH) sind medikamentös oft gut kontrollierbar und auch
für die bislang kaum behandelbare Primär Sklerosierende Cholangitis (PSC)
könnten zukünftig erstmals Therapien verfügbar werden. Bei
alkoholbedingten Leberschäden kann konsequenter Verzicht zum Teil
erstaunliche Erholungen des Organs ermöglichen. Unbehandelt können viele
chronische Lebererkrankungen zur Lebervernarbung (Leberzirrhose) und zum
Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) führen.

Wer täglich auf die Gesundheit seiner Leber achtet, mehr Bewegung in den
Alltag integriert, Übergewicht abbaut und sich gesund ernährt, kann jeden
Tag zu einem gesünderen „Leber-Tag“ machen.

Details zu den Lebertag-Telefonaktionen

Bei den großen Telefonaktionen im Rahmen des Deutschen Lebertages
beantworten drei erfahrene Ärzte alle Anrufer-Fragen rund um die Themen
Leber, Lebergesundheit und Lebererkrankungen.

Am Mittwoch, 13. November 2019 und am 20. Deutschen Lebertag, Mittwoch,
20. November 2019, sind die Leber-Spezialisten jeweils von 14:00 Uhr bis
16:00 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 666 39 22 für jeden
Interessierten und Betroffenen erreichbar.

Mit diesem Angebot möchten die Ausrichter des 20. Deutschen Lebertages
dazu beitragen, dass das lebenswichtige Organ und seine Erkrankungen mehr
öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Sie weisen gleichzeitig darauf hin,
dass die Beratungsgespräche am Telefon keinen persönlichen Arztbesuch und
keine individuelle Diagnose ersetzen.

Diese Leber-Experten stehen als Ansprechpartner bei der ersten Lebertag-
Telefonaktion am 13. November 2019 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr bereit:

Dr. Julia Benckert – Oberärztin der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt
Hepatologie und Gastroenterologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin

PD Dr. Anton Gillessen – Klinik für Innere Medizin, Herz-Jesu-Krankenhaus
Münster GmbH

Priv. Doz. Dr. Christoph Neumann-Haefelin – Klinik für Innere Medizin II,
Universitätsklinikum Freiburg

Prof. Dr. Frank Tacke – Klinikdirektor der Medizinischen Klinik mit
Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie, Charité –
Universitätsmedizin Berlin

Diese Leber-Experten stehen als Ansprechpartner bei der zweiten Lebertag-
Telefonaktion am 20. November 2019 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr bereit:

Prof. Dr. Hans Christian Spangenberg – Leitender Oberarzt der Klinik für
Innere Medizin I – Gastroenterologie, Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-
Schwenningen

Prof. Christian Trautwein, Dr. Tony Bruns, Dr. Pavel Strnad – Medizinische
Klinik III, Universitätsklinikum der RWTH Aachen

Ein Experte – Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie,
Universitätsklinikum Düsseldorf (Direktor Prof. Dr. Häussinger)

Details zur Bestellung der Pressemappe zum 20. Deutschen Lebertag

Gerne senden wir Ihnen die Pressemappe zum 20. Deutschen Lebertag zu.
Bestellungen mit Angabe der Redaktion und Telefonnummer bitte per E-Mail
an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder unter der Telefonnummer: 05 51 / 48 49 15.

Mehr Infos zum 20. Deutschen Lebertag unter: http://www.lebertag.org

In der Pressemappe finden Sie Statements und Informationen zu diesen
Themen:

Jeder Tag ist Leber-Tag – Leberzellkrebs ist weltweit die zweithäufigste
krebsbedingte Todesursache

Professor Dr. Peter R. Galle – Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Gastro-Liga e. V. und Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik,
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Jeder Tag ist Leber-Tag – Genetische Lebererkrankungen frühzeitig
diagnostizieren

Professor Dr. Michael P. Manns – Vorstandsvorsitzender Deutsche
Leberstiftung und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie
und Endokrinologie, Medizinische Hochschule Hannover

Jeder Tag ist Leber-Tag – Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen könnten
zukünftig Hauptursache für Lebertransplantationen sein

Professor Dr. Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Leberhilfe e. V. und Chefarzt der Medizinischen Klinik II, St. Josefs-
Hospital Wiesbaden

Alle Institutionen, die im Rahmen des Deutschen Lebertages mit einer
lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den
Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien
unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter
http://www.lebertag.org

Die Ausrichter des Deutschen Lebertages am 20. November 2019:

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und
Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-
Liga) e. V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
Tel 0641 – 97 48 10
geschaeftsstelle@gastro-liga.de
https://www.gastro-liga.de

Deutsche Leberhilfe e. V.
Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
Tel 0221 – 28 29 980
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
https://www.leberhilfe.org

Deutsche Leberstiftung
Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Tel 0511 – 532 6815
presse@deutsche-leberstiftung.de
https://www.deutsche-leberstiftung.de

Kontakt:

Deutsche Leberstiftung
(für die Ausrichter des Deutschen Lebertages)
Bianka Wiebner
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel 0511 – 532 6815
Fax 0511 – 532 6820
presse@deutsche-leberstiftung.de
https://www.deutsche-leberstiftung.de

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Bakteriophagen: Alte Meister neu entdeckt

BfR-Forum zu bakterienfressenden Viren als Mittel gegen Krankheitserreger

Steigende Zahlen an Antibiotikaresistenzen und hartnäckige Krankheitskeime
lassen Bakteriophagen seit einigen Jahren wieder in den Fokus des
wissenschaftlichen Interesses rücken. Daher veranstaltet das
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ein BfR-Forum Verbraucherschutz
„Bakteriophagen - Alternativen zu Antibiotika?“ am 7. und 8. November 2019
in Berlin-Marienfelde. Expertinnen und Experten aus der Forschung,
Lebensmittelüberwachung und Lebensmittelindustrie geben eine Einführung in
die Thematik und diskutieren Chancen und Risiken bei der Anwendung von
Phagen in der Lebensmittelproduktion. Bakteriophagen sind Viren, die
ausschließlich Bakterien infizieren. Sie kommen in großer Zahl überall
dort vor, wo es auch Bakterien gibt: im Boden, im Wasser, in unserer
Nahrung - ohne dabei dem Menschen zu schaden. „Erkrankungen durch
Bakterien in Lebensmitteln sind ein großes, globales Problem“, sagt
Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Die Erreger kommen
meist in Nutztieren vor, von denen sie über den Schlachtprozess auf das
fertige Lebensmittel übertragen werden. „Es besteht daher dringender
Bedarf“ so Hensel weiter, „alternative Methoden zu entwickeln, um das
Auftreten von Krankheitserregern bei der Gewinnung und Verarbeitung von
Lebensmitteln zu verringern“. Bakteriophagen kommen als solch eine
Alternative in Betracht.

-
<https://www.bfr.bund.de/de/veranstaltung/20__bfr_forum_verbraucherschutz_bakteriophagen-242257.html>

Bakteriophagen zeichnen sich dadurch aus, dass sie zielgerichtet bestimmte
Bakterien befallen und abtöten können. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts
wurden Bakteriophagen zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt.
Nach Entdeckung der Antibiotikawirkstoffe und dem breitgefächerten Einsatz
dieser als Medikamente sind Bakteriophagen in den meisten Ländern in
Vergessenheit geraten.

In Ländern außerhalb der EU werden Phagenpräparate bereits bei der
Lebensmittelproduktion angewendet. Auch liegt der EU-Kommission ein Antrag
zur Genehmigung eines Präparates zur Bekämpfung von Listerien in
Lebensmitteln und Produktionsanlagen vor, über das bislang nicht
entschieden wurde.

Auf der Tagung werden etwa Anwendungen von Phagen bei der Therapie von
erkrankten Personen oder Tieren sowie bei der Bekämpfung multiresistenter
Erreger vorgestellt. Auch geht es um die aktuelle rechtliche Einstufung
für die Anwendung von Phagen in der Lebensmittelproduktion. Auf der
Veranstaltung werden vor allem der aktuelle Kenntnisstand sowie derzeitige
Fragestellungen für einen sicheren Einsatz von Phagen diskutiert.

Link EU-Kommission:

- <https://ec.europa.eu/info/law/better-
regulation/initiatives/ares-2017-3512172_en>

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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Löst die Antibabypille eine Laktoseintoleranz aus? Foto Quelle (©yurakrasil.ru/abdobe.stock)

Studie: Macht die Antibabypille laktoseintolerant?

Löst die Antibabypille eine Laktoseintoleranz aus? Foto Quelle (©yurakrasil.ru/abdobe.stock)
Löst die Antibabypille eine Laktoseintoleranz aus? Foto Quelle (©yurakrasil.ru/abdobe.stock)

Die Erfindung der Pille steht für die sexuelle Revolution der Frau. Doch wie hoch ist der gesundheitliche Preis der Selbstbestimmung? Ob bei Frauen ein Zusammenhang zwischen der Einnahme der Antibabypille und dem Auftreten von Laktoseintoleranz besteht, untersuchte Elena Harin, Absolventin Pharmamanagement und -technologie an der SRH Fernhochschule – The Mobile University in ihrer Bachelorarbeit. Die Antibabypille ist das populärste Verhütungsmittel. Doch haben Sie sich schon einmal Gedanken über die Nebenwirkungen gemacht? Elena Harin, Absolventin der SRH Fernhochschule, hat den Zusammenhang zwischen der Einnahme der Pille und der Laktoseintoleranz bei Frauen untersucht: 

Dazu wurden in einer Onlineumfrage 344 Frauen mit sekundärer Milchzuckerunverträglichkeit befragt, die zu irgendeinem Zeitpunkt mit der Antibabypille verhütet haben. Die sekundäre Form der Laktoseintoleranz entsteht aufgrund der Schädigung des Dünndarms. Dies kann unter anderem auf die Einnahme von bestimmten Medikamenten zurückgeführt werden. Bei der Befragung gaben 282 der Frauen an, nach dem Beginn der Pilleneinnahme laktoseintolerant geworden zu sein. „Das entspricht ca. 82 Prozent. Somit deuten die ermittelten Zahlen deutlich auf einen Zusammenhang hin”, erklärt Harin. 

Ebenfalls untersucht wurde, wann nach Beginn der Einnahme das Problem aufgetreten ist. Wurde die Pille bis zu einem Jahr eingenommen, trat nur bei sehr wenigen Personen eine Milchzuckerunverträglichkeit auf. Dagegen konnten im Einnahmezeitraum zwischen einem und fünf Jahren die meisten Erkrankungen beobachtet werden. „Da die Physiologie jedes Menschen sehr individuell ist, lässt sich nur bedingt eine generalistische Aussage über die Einnahmedauer treffen“, so die Absolventin. Auch beim Alter, in dem die Verhütung mit der Pille begann, lies sich keine Auswirkung nachweisen. 

Doch auch wenn man die Pille absetzt, ist die Gefahr nicht sofort gebannt. Die Umfrageergebnisse zeigten, dass nach Beendigung der Pilleneinnahme die Nachwirkungen in Bezug auf die Milchzuckerintoleranz noch längere Zeit auftreten können. So wurden 75 Prozent innerhalb von 5 Jahren nach dem Absetzen der Pille laktoseintolerant. 

Dass es sich bei der Laktoseunverträglichkeit der Befragten nicht um eine selbstdiagnostizierte Modeerkrankung handelt, konnte die Studie ebenfalls belegen. „Rund 80 Prozent der Teilnehmerinnen gaben an, dass es sich bei ihrer Milchzuckerunverträglichkeit um eine ärztlich bestätigte Diagnose handelt. Demzufolge ist der Aufwärtstrend der Laktoseintoleranz bei Frauen in den Krankheitsstatistiken keine Modeerscheinung, sondern muss eine medizinische Ursache haben“, erklärt Harin die Ergebnisse. 

Das Fazit der Studie laut Harin: „Die Studie hat den Verdacht, dass die Pille Laktoseintoleranz verursachen kann, begründet. Der nächste Schritt muss eine weitere Studie mit medizinischem Hintergrund sein, damit die Milchzuckerunverträglichkeit als gültige Nebenwirkung in den Beipackzettel des Verhütungsmittels aufgenommen werden kann. Da die Antibabypille ein Arzneimittel ist, welches in Bezug auf die Gesundheitsrisiken noch immer nicht komplett erforscht ist, gilt es hier zu handeln, damit die Frauen das Risiko ihrer selbstbestimmten Verhütung richtig einschätzen können.“

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