Medizin: Universität erneuert Kooperationsvertrag mit Groningen
Die Universitäten Oldenburg und Groningen sowie das Universitair Medisch
Centrum Groningen (UMCG) haben ihre enge Zusammenarbeit in der Ausbildung
von Medizinstudierenden und der grenzüberschreitenden medizinnahen
Forschung neu besiegelt. Den entsprechenden Kooperationsvertrag
unterzeichneten die Universitätspräsidenten Prof. Jouke de Vries
(Groningen) und Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper (Oldenburg), sowie die
Dekane Prof. Marian Joëls (UMCG) und Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang
(Oldenburg) am Montag in Groningen. Damit vereinbaren die drei
Einrichtungen die Fortsetzung ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit in der
European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS).
Die Erneuerung des Vertrags aus dem Jahr 2012 war auch deshalb notwendig
geworden, weil ab dem kommenden Wintersemester in Oldenburg 80 statt
bislang 40 Studierende ihr humanmedizinisches Studium aufnehmen.
Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler erklärte: „Die European
Medical School Oldenburg-Groningen ist weiter auf Erfolgskurs. Mit der
Kooperationsvereinbarung wird die gewinnbringende Zusammenarbeit bei dem
europaweit ersten international ausgerichteten Studiengang Medizin
weitergeführt. Zum Wintersemester können nun erstmals 80 Studienplätze an
der EMS angeboten werden. Damit sind wir einen großen Schritt
vorangekommen auf dem Weg zu den angepeilten bis zu 200 Studienplätzen und
zur Ausbildung der dringend benötigten Allgemeinmedizinerinnen und
Allgemeinmediziner.“
Die Universitätspräsidenten Piper und de Vries unterstrichen anlässlich
der Unterzeichnung ihr gemeinsames Ziel der regionalen Zusammenarbeit.
Diese betreffe nicht nur grenzüberschreitende Netze und Infrastrukturen
für die medizinische Versorgung, sondern auch die medizinische Forschung,
die öffentliche Gesundheit und die regionale Wirtschaft. Dafür werde auch
das bevorstehende INTERREG VI-Programm von großer Bedeutung sein, mit dem
die Europäische Union erneut grenzüberschreitende Kooperationen zwischen
Regionen und Städten unterstützen werde, so die Präsidenten.
Das deutsch-niederländische Kooperationsprojekt EMS ist mit seinem
länderübergreifenden Profil einzigartig in Europa: Das Medizinstudium an
der Universität Oldenburg schließt einen einjährigen Aufenthalt in
Groningen ein, in dem die Studierenden ihren Lebensmittelpunkt in die
niederländische Stadt verlegen. Zudem absolvieren sie während der ersten
drei Studienjahre ihre Anatomiekurse am UMCG. Ein Teil der Studierenden
kann darüber hinaus im späteren Verlauf eine Abschlussarbeit in Groningen
schreiben oder dort ein Praktikum durchlaufen. Im Gegenzug kommen in jedem
Jahr Groninger Studierende für ein zwölfmonatiges Praktikum an eine
Universitätsklinik oder in eine allgemeinmedizinischen Praxis nach
Oldenburg.
Der neue Vertrag schreibt fest, dass auch in den kommenden Jahren alle
Oldenburger Medizinstudierende ihre Anatomie-Kenntnisse in Groningen
erwerben können. Zudem verdoppelt sich ebenfalls die Zahl der in Groningen
betreuten Abschlussarbeiten, und auch alle anderen Austauschmöglichkeiten
bestehen weiter wie bisher. Ab dem Jahr 2021 wollen die Oldenburger und
Groninger Partner ihre Zusammenarbeit in der Lehre mit einem neuen
Programm vertiefen. Vorgesehen sind beispielsweise gemeinsame Workshops,
Sommerschulen und Forschungsprojekte.
Der Austausch in der Forschung wird künftig ebenfalls weiter intensiviert.
Dazu soll beispielsweise das 2018 gestartete Graduiertenkolleg
„Translational Research: From Pathological Mechanisms to Therapy“ dienen.
Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler verbringen ihre
Forschungszeit je zur Hälfte in Oldenburg und Groningen und werden von
einem Oldenburger und einem Groninger Wissenschaftler gemeinsam betreut.
Die Teilnehmer erwerben einen gemeinsamen Doktortitel beider
Universitäten.
Anlässlich der heutigen Vertragsunterzeichnung fand ein wissenschaftliches
Symposium mit Groninger und Oldenburger Expertinnen und Experten statt.
Diese widmeten sich unter anderem neuen Entwicklungen in der
Medizinerausbildung und den gemeinsamen grenzüberschreitenden Aktivitäten
im Gesundheitswesen.
Die Universität Oldenburg und die Rijksuniversiteit Groningen sind bereits
seit 1980 durch einen Kooperationsvertrag verbunden – es war seinerzeit
der erste Vertrag der Universität Oldenburg mit einer internationalen
Universität. Zahlreiche wissenschaftliche Projekte wurden seither
gemeinsam realisiert. Seit der Gründung der Universitätsmedizin Oldenburg
im Jahr 2012 werden auch grenzüberschreitende Forschungsaktivitäten im
Bereich der Medizin und Gesundheitswissenschaften gebündelt.
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