Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit

Superfood – oft Augenwischerei

Aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung sollen "Superfoods" besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden sein. Unter anderem sollen sie auch vor Krebs schützen. Was ist so super am Superfood? Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums gibt Antwort. 

Schlank, fit und vor allem gesund – wer möchte das nicht sein? Dabei sollen „Superfoods“ helfen. So bezeichnet die Werbung Lebensmittel, die aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden sein sollen. Häufig handelt es sich um exotische Pflanzen, wie Chiasamen, Açai- oder Gojibeeren, oft in getrockneter Form, als Püree oder Extrakt. Sie sollen nicht nur leistungsfähiger machen, den Alterungsprozess aufhalten und das Herz stärken – auch vor Krebs sollen diese Alleskönner schützen. Was ist so super am Superfood? Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums gibt Antwort.

Tatsächlich gibt es experimentelle Studien, die den Nährstoffen von einigen Superfoods positive Eigenschaften bescheinigen. Viele Wissenschaftler sind dennoch kritisch. Denn die Studien wurden nur an Zellen oder Tieren durchgeführt und untersuchen meist nur einzelne Wirkstoffe, nicht aber das Lebensmittel als Ganzes. Der Begriff Superfood ist eine Erfindung der Marketingabteilungen und suggeriert beim Verbraucher eine ganz besonders hohe Qualität. Der Begriff ist weder rechtlich geschützt, noch genau definiert – jedes Produkt kann mit dem Label Superfood versehen werden. Ein weiterer Grund, um misstrauisch zu sein.

Skepsis ist angebracht
Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums differenziert: „Einzelne Lebensmittel, die unter "Superfoods" laufen, wie etwa exotische Früchte, können zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen. Dass sie aber vor Krankheiten wie Krebs schützen können, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.“ Der Krebsinformationsdienst verfügt über eine umfassende Datenbank, die alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Erkrankung Krebs, zur Vorbeugung, Früherkennung und Therapie enthält. „Wir wüssten, wenn es dazu aussagekräftige Studienergebnisse gäbe“, so Weg-Remers weiter. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-420 30 40 beantworten Ärztinnen und Ärzte täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr alle Fragen zum Thema Krebs. Alternativ können sich Ratsuchende auch per E-Mail krebsinformationsdienst@dkfz.de an den unabhängigen Dienst richten.

Warum in die Ferne schweifen?
Auch einheimische Pflanzen haben einen hohen Nähr- und Wirkstoffgehalt und könnten daher als Superfood bezeichnet werden, zum Beispiel Grünkohl, Rote Bete und einheimische Beeren oder Karotten, Zwiebel und Äpfel – sie alle liefern gesundheitsfördernde Nährstoffe. Für ausreichend Ballaststoffe sorgen Vollkornprodukte und Leinsamen. Der Vorteil dieser Lebensmittel vor der Haustür: Sie sind oft kostengünstiger und ihre Herkunft ist nachvollziehbar. Superfood-Produkte kommen oft aus dem fernen Ausland, sind teuer und werden über das Internet vertrieben. Anstatt sich ernährungstechnisch auf eine Handvoll exotischer Lebensmittel zu verlassen, von denen behauptet wird, sie seien „super“, ist es besser, auf die ganze Bandbreite des hiesigen Obst- und Gemüseangebots zu setzen. So das Fazit des Europäischen Informationszentrums für Lebensmittel (EUFIC).

Schützende Effekte ganz ohne Superfoods
Auch zum Schutz vor Krebs und anderen chronischen Krankheiten wie Diabetes und Herzerkrankungen empfiehlt sich eine Ernährung vorwiegend aus pflanzlichen Nahrungsmitteln. Der europäische Kodex zur Krebsbekämpfung gibt folgende Empfehlungen:

• Täglich mindestens 400 g Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte
• Möglichst täglich Getreideprodukte aus Vollkorn
• Zucker- und fettreiche Speisen meiden
• Möglichst keine zuckerhaltigen Getränke
• Pro Woche weniger als 500 g Fleisch. Möglichst kein verarbeitetes Fleisch
• Fertiglebensmittel meiden
• Maximal 6 g Salz am Tag

  • Aufrufe: 274
Konsultationsphase NVL Chronische Herzinsuffizienz

Start der öffentlichen Konsultationsphase: Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz, 3. Auflage

Konsultationsphase NVL Chronische Herzinsuffizienz
Konsultationsphase NVL Chronische Herzinsuffizienz

Die überarbeitete Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische
Herzinsuffizienz steht ab sofort bis zum 31.07.2019 zur öffentlichen
Konsultation bereit. Fachkreise und Interessierte sind eingeladen, die
Leitlinie kritisch zu begutachten und zu kommentieren.

Herzinsuffizienz ist in Deutschland der häufigste Grund für
Klinikeinweisungen und gehört zu den häufigsten Todesursachen. Dies hängt
zum einen mit der Alterung der Gesellschaft zusammen, zum anderen mit den
verbesserten Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt oder anderen
Herzerkrankungen. Die NVL Chronische Herzinsuffizienz soll zur
Verbesserung der Versorgung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz
beitragen. Ein multiprofessionell zusammengesetztes Gremium spricht
Empfehlungen für Diagnostik und Therapie, aber auch für die Koordination
zwischen Haus- und Fachärzten sowie zwischen ambulanter und stationärer
Versorgung aus.

Für die 3. Auflage der Leitlinie, die jetzt zur öffentlichen Konsultation
bereit steht, wurden u. a. die Inhalte der Kapitel zu Diagnostik,
Therapieplanung, nicht-medikamentöser Therapie, Komorbiditäten, akuter
Dekompensation, Rehabilitation und Palliativversorgung komplett
überarbeitet. Die bereits für die 2. Auflage (2017) überarbeiteten Inhalte
der Kapitel zur medikamentösen und invasiven Therapie sowie zur
Versorgungskoordination wurden geprüft und bestätigt.

Die Leitlinie betont einen individuellen Behandlungsansatz, der
Begleiterkrankungen, psychosoziale Aspekte und Präferenzen der Patienten
mit berücksichtigt. Diskutiert werden beispielsweise der Stellenwert
körperlichen Trainings, Besonderheiten der Behandlung bei Ko- und
Multimorbidität, Kriterien für eine stationäre Einweisung, Indikationen
für Reha-Maßnahmen und die frühzeitige Planung für palliative Situationen.
Erstellt nach den methodischen Vorgaben der evidenzbasierten Medizin,
beruhen die Empfehlungen der Leitlinie sowohl auf systematisch gesuchten
und bewerteten Studien, als auch auf der klinischen Expertise des
multidisziplinären Expertengremiums sowie auf der Sicht von Betroffenen,
die durch Patientenvertreter eingebracht wurde.

Als integraler Bestandteil der NVL wurden im Zuge der Überarbeitung
weitere Patientenblätter zu wichtigen Entscheidungs- oder
Informationssituationen entwickelt. Diese evidenzbasierten Materialien in
laiengerechter Sprache beruhen auf den Empfehlungen der NVL. Sie sollen
die behandelnden Ärzte in der Beratung der Patienten unterstützen und so
zur gemeinsamen Entscheidungsfindung beitragen.

Fachkreise und Interessierte sind eingeladen, ihre Kommentare zu den
überarbeiteten Kapiteln bis einschließlich 31.07.2019 abzugeben. Diese
können nur dann bearbeitet werden, wenn sie mit dem Kommentierungsbogen
per E-Mail an <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> oder per Post an das ÄZQ gesendet werden. Die
eingegangenen Kommentare werden nach Ablauf der Konsultationsphase an die
Autorengruppe weitergeleitet, die dann nach sorgfältiger Prüfung über
deren Berücksichtigung entscheidet.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der
Trägerschaft von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und
der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften. Mit der Durchführung wurde das Ärztliche Zentrum für
Qualität in der Medizin beauftragt. Zu ausgewählten Krankheitsbildern
arbeiten Experten verschiedener Organisationen zusammen, um im Rahmen der
strukturierten Versorgung chronisch kranker Menschen die angemessene und
evidenzbasierte Patientenversorgung darzustellen.

  • Aufrufe: 349
Im Simulations-Operationssaal entwickeln Studentinnen und Studenten ein Navigationssystem für den Operateur.  TH Mittelhessen/Armin Eikenberg

Digitalisierung im Gesundheitswesen

Im Simulations-Operationssaal entwickeln Studentinnen und Studenten ein Navigationssystem für den Operateur.  TH Mittelhessen/Armin Eikenberg
Im Simulations-Operationssaal entwickeln Studentinnen und Studenten ein Navigationssystem für den Operateur. TH Mittelhessen/Armin Eikenberg

Den viersemestrigen Masterstudiengang „Digitale Medizin“ bietet die
Technische Hochschule Mittelhessen ab dem kommenden Wintersemester an. Er
wendet sich an Interessierte, die Bachelor- oder Diplomstudiengänge wie
Medizinische Informatik, Medizintechnik, Medizinisches Management, Medizin
oder Humanbiologie mindestens mit der Note „gut“ abgeschlossen haben.

Auch im Gesundheitswesen schreitet die Digitalisierung von Kommunikation,
Abläufen und Arbeitsprozessen voran. Große Datenmengen und ihre Vernetzung
bieten neue Möglichkeiten für Diagnose, Therapie und Prävention. Der neue
Studiengang qualifiziert für Forschungs- und Führungsaufgaben im
Gesundheitssektor. Drei Studienschwerpunkte stehen zur Wahl.

Wer sich für „Medical Data Science“ entscheidet, lernt neue Methoden und
Algorithmen für eine digitale Medizin zu entwickeln. Dabei kommen
Verfahren der künstlichen Intelligenz zum Einsatz.

Der Schwerpunkt „Angewandte Medizinische Wissenschaften“ setzt fundierte
medizinische und naturwissenschaftliche Kenntnisse voraus. Er konzentriert
sich auf neue präventive, diagnostische und therapeutische Möglichkeiten
der Digitalisierung.

Mit dem Studienprogramm „Regulatory Affairs Management“ qualifiziert man
sich für den gesamten Prozess der Entwicklung und Zulassung medizinischer
Produkte in einem Unternehmen. Absolventen finden in der Industrie, aber
auch in Behörden oder Krankenhäusern eine Anstellung.

Der Beginn des Studiums am Gießener Fachbereich Gesundheit ist im Winter-
und im Sommersemester möglich. Bewerbungsfrist für das kommende Semester
ist der 31. Juli. Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen gibt es
unter go.thm.de/digitale-medizin-master.

  • Aufrufe: 210

Herzpatienten Perspektiven aufzeigen: Herzstiftung modernisiert HERZ heute

Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung erscheint im neuen Gewand und mit
erweitertem Themenangebot

Rund 1,7 Millionen Klinikeinweisungen wegen Herzschwäche, Herzinfarkt,
Herzrhythmusstörungen und anderer Herzkrankheiten verzeichnen Deutschlands
Krankenhäuser jedes Jahr. Enorm ist daher der Bedarf von Herzpatienten und
ihren Angehörigen an verlässlichen medizinischen Informationen über die
eigene Herzerkrankung und aktuelle Diagnose- und Therapieverfahren. Mit
der neuen Ausgabe von HERZ heute, der Zeitschrift für Patienten mit Herz-
und Kreislauferkrankungen, erscheint die wichtigste Publikation der
Deutschen Herzstiftung rundum modernisiert. „Wir haben HERZ heute komplett
überarbeitet und präsentieren die Inhalte in zeitgemäßer Form, weil wir in
einer vielfältigen und sich rasch wandelnden Medienwelt noch erfolgreicher
sein und die Interessen der Deutschen Herzstiftung und ihrer Mitglieder
möglichst wirksam vertreten möchten“, begründet Chefredakteur Professor
Dr. Thomas Meinertz den Relaunch der Zeitschrift.
Die rund 105.000 Mitglieder der Herzstiftung
(<https://www.herzstiftung.de>), in aller Regel Herzpatienten und
Angehörige von Betroffenen, sowie zahlreiche Herzkliniken, Praxen und
Gesundheitsinstitutionen im gesamten Bundesgebiet erwartet eine in
Gestaltung, Inhalten und Struktur neue, überarbeitete Zeitschrift. Sie
alle dürfen sich auf verständliche Beiträge auf hohem fachlichem Niveau
freuen. Medizinische Artikel zu neuen Diagnose- und Therapieverfahren, zu
Nachsorge und Prävention oder die Antworten von Experten auf die
individuellen Fragen von Patienten werden weiterhin mit höchster Sorgfalt
verfasst. „Wir wollen unsere Leserinnen und Leser noch besser bei der
Bewältigung ihrer Herzerkrankung unterstützen. Dazu haben wir HERZ heute
informativer, attraktiver und lesefreundlicher gemacht“, erklärt Meinertz.
Redaktion und Herausgeber legen großen Wert darauf, dass das Heft frei von
Anzeigen bleibt, um die Unabhängigkeit der medizinischen Inhalte von
kommerziellen Interessen zu garantieren.

Komplexe medizinische Themen verständlich aufbereiten
Professor Meinertz und seine Stellvertreterin Claudia Eberhard-Metzger:
„Wir wollen mit dem Relaunch Menschen mit Herzerkrankungen Perspektiven
aufzeigen und ihnen mit fundierten, unabhängigen und verständlichen
Informationen dabei helfen, trotz Herzerkrankung an Lebensqualität
hinzuzugewinnen und die Lebensfreude zu bewahren.“ Die Ansprache in Text
und Layout ist weiterhin sachlich und auf Augenhöhe mit den Leserinnen und
Lesern: nicht belehrend, sondern komplexe medizinische Sachverhalte
allgemein verständlich vermittelnd unter Einbeziehung von Patienten und
Angehörigen.

Was ist neu? Große Titelgeschichte, kontrovers diskutierte Themen,
Patienten im Mittelpunkt:
- Jedes Heft wird eine Titelgeschichte haben, die ein aktuelles Thema von
besonderer Relevanz für Herzpatienten ausführlich darstellt. In der
Relaunch-Ausgabe geht es um „Diabetes und Herz“, eine gefährliche, in
ihren Folgen weithin unbekannte Konstellation: Wichtig ist es, die
Zuckerkrankheit früh zu erkennen, um schwerwiegenden Schäden an Herz und
Gefäßen vorzubeugen. Die Hintergründe, Zahlen und Fakten erläutert ein
renommierter Herz- und Diabetes-Experte im ausführlichen Interview. Die
Sicht der Patienten – und deren Herausforderungen – macht direkt im
Anschluss ein Patientenporträt deutlich.
- Den Patienten und ihren Bedürfnissen gilt auch die neu gestaltete
„Sprechstunde“. Hier gehen renommierte Experten auf die individuellen
Fragen von Patienten ein. Mit „Mohrs Herzschlag“ wurde eine regelmäßige
Kolumne mit Erfahrungsberichten aus Patientensicht eingeführt.
- Die Rubrik „Diagnose & Therapie“ stellt für Patienten wichtige, neue
Erkenntnisse der Herzmedizin vor. In der aktuellen Ausgabe geht es unter
der Überschrift „Wege zum Herzen“ um die Frage, welcher Zugang bei einem
Eingriff mit dem Herzkatheter der beste ist.
- In der Rubrik „Gesundes Leben“ geben Herzmediziner regelmäßig nützliche
Tipps für den Alltag, etwa „Was tun gegen Stress?“.
- Eine Auswahl interessanter Nachrichten aus der Herz-Kreislauf-Forschung
und -Medizin stellt die Redaktion regelmäßig in den „Perspektiven“ vor.
- Veranschaulichende Infografiken, Zusatzkästen mit
Hintergrundinformationen, Literaturhinweise und Verweise auf
weiterführende Publikationen der Herzstiftung runden die Themen jeweils ab
und sollen die Leserinnen und Leser dazu ermutigen, sich auch auf den
Internetseiten der Herzstiftung zu informieren oder zusätzliche Schriften
anzufordern.

  • Aufrufe: 303