Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit

Auf dem Weg zu einer präzisen Therapie und Prävention des Diabetes

Das DZD wurde vor zehn Jahren, am 24. Juni 2009, auf Initiative des
Bundesforschungsministeriums gegründet. Mehr als 400 Experten
unterschiedlicher Disziplinen wie Grundlagenforschung, Epidemiologie,
Versorgungsforschung und Klinik arbeiten gemeinsam daran, Diabetes besser
vorbeugen und behandeln zu können sowie Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Ein Ziel ist es, präzise Präventions- und Therapiemaßnahmen zu entwickeln,
d. h. die passende Behandlung für die richtige Patientengruppe zur
richtigen Zeit. Hier hat das DZD bereits erste wichtige Meilensteine
erreicht.

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes hat viele Gesichter. Es gibt nicht nur
Typ-1-Diabetes, Typ-2-Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes, sondern auch
Untergruppen des Typ-2-Diabetes. Mit seinen Arbeiten trägt das Deutsche
Zentrum für Diabetesforschung dazu bei, diese Untergruppen zu
identifizieren und für den jeweiligen Subtyp zielgerichtete Therapien zu
entwickeln.

Neben Lebensstil und Umweltfaktoren sind auch viele verschiedene Gene
verantwortlich für die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen wie
Typ-2-Diabetes und Adipositas. Dem DZD ist es gelungen, mehr als 50 neue
Gene zu identifizieren, die mit dem Stoffwechsel assoziiert sind.

Genetischer Risikotest für Typ-1-Diabetes
Auch an der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes sind verschiedene Gene
beteiligt. Bisher sind etwa 50 krankheitsrelevante Genorte bekannt, die
alle einen Einfluss auf die Immunantwort zu haben scheinen. Ein Risiko-
Modell mit ausgewählten Genen ermöglicht eine bessere Risikovorhersage für
Typ-1-Diabetes. Mittels dieses genetischen Tests können Neugeborene mit
einem 25-fach erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes im Vergleich zur
Allgemeinbevölkerung erkannt werden. Familien mit einem Baby, bei dem ein
hohes Erkrankungsrisiko vorliegt, werden zu einer Präventionsstudie
eingeladen, welche die Erkrankung durch die Behandlung mit oralem Insulin
verhindern soll.

Epigenetik – Lebensstil ist vererbbar
Nicht nur der genetische Code selbst beeinflusst das Diabetesrisiko. Auch
der Lebensstil kann Einfluss darauf nehmen, in welchem Ausmaß bestimmte
Gene abgelesen und ihre Informationen umgesetzt werden (Epigenetik) – und
das sogar über Generationen hinweg. Das DZD konnte zeigen, dass durch
Ernährung verursachte Fettleibigkeit und Diabetes sowohl über Eizellen als
auch über Spermien epigenetisch sogar an die Nachkommen vererbt werden.
Eine epigenetische Modifikation fördert Adipositas und Fettleber-
Erkrankungen, die beide mit Typ-2-Diabetes zusammenhängen.

Verschiedene Cluster bei Typ-2-Diabetes identifiziert
Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung, die sich sehr heterogen manifestiert.
Es gibt nicht „den“ Typ-2-Diabetes, sondern unterschiedliche Subtypen.
Studien aus Skandinavien zeigen, dass es verschiedene Cluster gibt, die
unterschiedlich schwer verlaufen. Drei dieser Subtypen gehen mit einem
hohen Risiko von Folgeschäden einher, während die übrigen zwei sich durch
weniger schwere Krankheitsverläufe auszeichnen. Das DZD konnte diese
Befunde an 1.105 Patienten aus der Deutschen Diabetes Studie bestätigen.
In neuen Studien arbeitet das DZD nun mit für die einzelnen Untergruppen
abgestimmten Therapien, um Folgeerkrankungen zu verhindern oder zumindest
zu verzögern.

Unterschiedliche Arten des Prädiabetes
Auswertungen der DZD-Multicenterstudie „Prädiabetes-Lebensstil-
Interventions-Studie“ zeigen, dass es bereits beim Prädiabetes
unterschiedliche Subgruppen gibt, die u.a. auch unterschiedlich auf
Lebensstilinterventionen reagieren. Nicht jeder Prädiabetiker hat das
gleich hohe Risiko, später auch einen Diabetes zu entwickeln. Es gibt
vielmehr eine Hochrisikogruppe: Bei Probanden, die an einer Fettleber mit
Insulinresistenz oder einer Insulin-Sekretionsstörung leiden, kommt es mit
einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit zu einer manifesten
Diabeteserkrankung. Zudem ist das Risiko erhöht, später auch
Folgeerkrankungen auszubilden. Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine
intensive Lebensstilintervention mit viel Bewegung und einer nachhaltig
begleitenden Beratung hier helfen kann, den Ausbruch der
Stoffwechselerkrankung hinauszuzögern oder gar zu vermeiden.

Poly-Agonisten – ein neuer Therapieansatz
DZD-Forschende arbeiten auch an neuen Therapien zur Behandlung des
Diabetes. Sie haben u.a. neue Wirkstoff-Kandidaten - Poly-Agonisten - zur
Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas entwickelt. Diese Poly-
Agonisten imitieren die Wirkung mehrerer Hormone. In klinischen Studien
haben sich diese Wirkstoff-Kandidaten als äußerst vielversprechend zur
verbesserten Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes erwiesen und
befinden sich jetzt bereits in klinischen Phase 2- und 3-Studien.

„Künstliche“ Bauchspeicheldrüse
Beim Typ-1-Diabetes sowie im fortgeschrittenen Stadium des Typ-2-Diabetes
gehen die Insulin-produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse
zugrunde. Das DZD arbeitet an einer künstlichen Bauchspeicheldrüse, bei
der die Betazellen mit einer speziellen Teflonmembran umgeben sind, die
Hormone und Nährstoffe ungehindert passieren lässt, jedoch den Kontakt zu
den körpereigenen Immunzellen unterbindet. Der große Vorteil des Systems:
Auf Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems kann verzichtet werden.

Diese Beispiele zeigen die erfolgreiche translationale Diabetesforschung
des DZD der vergangenen Jahre. Nun arbeitet das DZD u.a. gemeinsam mit
internationalen Wissenschaftlern daran, für diese unterschiedlichen Typen
des Diabetes sowie für die verschiedenen Cluster des Typ-2-Diabetes und
des Prädiabetes spezifische Therapien und Prävention zu entwickeln.
Darüber hinaus sollen durch den Einsatz von innovativen IT-Technologien
wie zum Beispiel künstlicher Intelligenz noch weitere Untergruppen des
Diabetes identifiziert werden, um die Betroffenen künftig noch gezielter
behandeln zu können.

  • Aufrufe: 210

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung: Translationale Forschung für eine Zukunft ohne Diabetes

Diabetes besser vorbeugen, behandeln oder die Stoffwechselerkrankung gar
vermeiden zu können – das sind die ehrgeizigen Ziele des Deutschen
Zentrums für Diabetesforschung e.V. (DZD). Im DZD arbeiten mehr als 400
exzellente universitäre und außeruniversitäre Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler zusammen, um Erkenntnisse und Ergebnisse aus der
Diabetesforschung möglichst schnell vom Labor in klinische Studien und
dann zum Patienten zu bringen. 2009 wurde das DZD auf Initiative des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gegründet.

Diabetes mellitus ist eine weltweite Volkskrankheit mit rasant steigender
Prävalenz. In Deutschland leidet etwa einer von 10 Erwachsenen an der
Stoffwechselerkrankung. Jeden zehnten Euro geben die gesetzlichen
Krankenkassen für die Versorgung von Patienten mit Typ-2-Diabetes aus. Von
Typ-1-Diabetes sind ca. 312.000 Erwachsene und über 31.500 Kinder und
Jugendliche unter 20 Jahren betroffen. Aktuelle Untersuchungen gehen davon
aus, dass die Zahl der Diabetes-Erkrankungen bis 2040 in Deutschland um 77
Prozent auf bis zu 12 Mio. Betroffene ansteigen wird.

Mehr als 400 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bei fünf Partnern
und fünf assoziierten Forschungseinrichtungen des DZD arbeiten
interdisziplinär zusammen, um dieser Diabetesepidemie entgegen zu wirken.
Forschungsschwerpunkte sind die Entschlüsselung der Diabetesentstehung
sowie die Entwicklung präziser Diabetes-Prävention und -Therapie, die
frühzeitige Diagnose und die Vermeidung der Folgeerkrankungen.

Intensivierung der translationalen Forschung
Die Entstehung von Diabetes ist ein komplexer Prozess, der durch ein
vielschichtiges langjähriges Zusammenspiel von Genen, Lebensstil und
Umweltfaktoren zur Erkrankung führt. Experten unterschiedlicher
Disziplinen wie Grundlagenforscher, Epidemiologen, Versorgungsforscher und
Kliniker arbeiten gemeinsam daran, dieses vielschichtige Geschehen der
Diabetesentstehung zu entschlüsseln und neue personalisierte Präventions-
und Therapiekonzepte zu entwickeln. Neue Erkenntnisse schneller und
effizienter in wirksame Diagnose- und Behandlungsmethoden zu überführen
(Translation), ist ein Ziel des DZD. Um das zu erreichen, arbeitet das DZD
an diesen Forschungsschwerpunkten:

•       Prävention des Diabetes
•       Ursachen und Behandlung der nicht-alkoholischen
Fettlebererkrankung
•       Insulinwirkung und -resistenz im Gehirn
•       Schutz und Regeneration der Inselzellen
•       Einfluss von Genetik und Epigenetik auf die Entstehung von
Diabetes
•       Folgeerkrankungen des Diabetes
•       Typ‑1- Diabetes

In großen Bevölkerungsstudien untersuchen Forscherinnen und Forscher die
Auswirkungen von Umwelt, Lebensstil und Genen auf die Entstehung des
Diabetes mellitus. Neue Biomarker sollen zukünftig die Diagnose des
Diabetes verbessern. Um personalisierte Präventions- und Therapiemaßnahmen
zu entwickeln, hat das DZD bundesweite klinische Multicenterstudien
initiiert. Mit Hilfe von genetischen, zellbiologischen und
tierexperimentellen Techniken versuchen die Wissenschaftler, die
molekularen Mechanismen des Diabetes aufzuklären. So sollen weitere Gene
identifiziert werden, die mit Diabetes assoziiert sind, sowie
epigenetische und biochemische Regulationswege geklärt werden. DZD-
Experten arbeiten zudem daran, neue Wirkstoffkandidaten und Angriffspunkte
für innovative Medikamente zu entdecken, zu validieren und
weiterzuentwickeln.

Im Bereich des Typ-1-Diabetes gilt es, die Mechanismen zu entschlüsseln,
die zur Entstehung der Autoimmunerkrankung führen, sowie Marker zu
identifizieren, die eine frühe Diagnose ermöglichen, und Therapien zur
Prävention und Heilung von Typ-1-Diabetes zu entwickeln. Außerdem arbeitet
das DZD daran, die Zerstörung der Betazellen zu stoppen bzw. Betazellen zu
ersetzen.


Zusammenarbeit exzellenter Forschungsinstitute und Universitäten
Das DZD ist eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung.
Der nationale Forschungsverbund wurde 2009 vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) initiiert. Die Finanzierung erfolgt zu 90
Prozent über den Bund und zu 10 Prozent über die fünf Sitzländer. Im DZD
arbeiten exzellente Forschungsinstitute und Universitäten im Bereich
Stoffwechsel- und Diabetesforschung zusammen. Partner sind das Deutsche
Diabetes-Zentrum in Düsseldorf, das Deutsche Institut für
Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke, das Helmholtz Zentrum München,
das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des
Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und
das Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden.

Zur Komplettierung und Stärkung der wissenschaftlichen Kompetenz
integrierte das DZD einzelne Diabetesforschungsgruppen an den
Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, München und Lübeck als
assoziierte Partner. Zudem sind weitere Diabetes-Wissenschaftlerinnen und
-Wissenschaftler als Projektpartner im DZD aktiv. An den Partnerstandorten
arbeiten mehr als 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Wissenschaftlicher Nachwuchs für die Zukunft der Diabetesforschung
Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hat einen besonderen
Stellenwert im DZD. Mit attraktiven Programmen wie DZD NEXT, der DZD
Diabetes Research School und einem internationalen Postdoc-Programm
fördert das DZD Nachwuchswissenschaftler.

Austausch mit Interessenten
Ein Schwerpunkt der Arbeit des DZD ist es, die Bevölkerung umfassend über
Diabetes zu informieren. Ein großes Ziel ist, dass jeder wissen soll, dass
ein gesunder Lebensstil das Auftreten eines Typ-2-Diabetes verzögern oder
gar verhindern kann. Auf zahlreichen Wegen suchen die DZD-Wissenschaftler
den direkten Kontakt zur Öffentlichkeit und vermitteln in Vorträgen,
Einzelgesprächen und Diabetesinformationsdiensten Wissen über Diabetes und
seine Folgeerkrankungen.

  • Aufrufe: 281
Prof. Dr. Dirk Peschke hielt am 11. Juni 2019 an der hsg Bochum seine Antrittsvorlesung.  Foto: hsg Bochum

Physiotherapie versorgt selten alleine

Prof. Dr. Dirk Peschke hielt am 11. Juni 2019 an der hsg Bochum seine Antrittsvorlesung.  Foto: hsg Bochum
Prof. Dr. Dirk Peschke hielt am 11. Juni 2019 an der hsg Bochum seine Antrittsvorlesung. Foto: hsg Bochum

Über ‚Erkenntnisse zur Bedarfsgerechtigkeit in der Physiotherapie‘ hat
Prof. Dr. Dirk Peschke in seiner Antrittsvorlesung am 11. Juni 2019 in der
Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) gesprochen. Die Physiotherapie sei
im Gesamtbild der Versorgung zu betrachten, betonte Peschke.

In seiner Antrittsvorlesung hat Prof. Dr. Dirk Peschke am 11. Juni 2019 in
der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) über ‚Erkenntnisse zur
Bedarfsgerechtigkeit in der Physiotherapie‘ gesprochen. „Mein Anliegen ist
es, Physiotherapie umfassend und im Gesamtbild der Versorgung zu sehen.
Diese Perspektive legt es nahe, die Grenzen zwischen stationärer und
ambulanter Versorgung zu überwinden und eine Vernetzung der beteiligten
Akteure in den Blick zu nehmen“, erklärte Peschke und weiter: „Mit dieser
Sichtweise werden erweiterte Verantwortungsbereiche für die Physiotherapie
erkennbar. Werden diese angenommen, dann könnten Physiotherapeut*innen
dafür Sorge tragen, dass physiotherapeutische Versorgung – auch bei
Versorgungsübergängen – kontinuierlich verläuft und dass sich die
beteiligten Akteure untereinander austauschen und abstimmen. Auf diese
Weise kann die gemeinsam erzielte Versorgungsqualität gemessen,
dargestellt und auch zusammen verbessert werden.“

Dirk Peschke ist seit März 2019 Professor für Physiotherapie und
Versorgungsforschung im Department für Angewandte
Gesundheitswissenschaften an der hsg Bochum. Zuvor war er am Institut für
Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen als
wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

„Die Studienangebote der hsg Bochum bieten sehr gute Möglichkeiten dafür,
dass sich zukünftige Physiotherapeut*innen ein solches, erweitertes
Verständnis von physiotherapeutischer Versorgung aneignen,“ so Peschke.
Neben der Vermittlung grundlegender Handlungskompetenzen möchte Dirk
Peschke den Studierenden mitgeben, dass eine gute physiotherapeutische
Versorgung vor allem dann gelingt, wenn „über die einzelnen
Behandlungseinheiten hinausgedacht wird“.

Diese Lehrumgebung und das große Interesse unter den Kolleg*innen, die
Physiotherapie in Deutschland durch ganz unterschiedliche Beiträge
voranbringen zu wollen, gefallen Peschke an der hsg Bochum schon jetzt
sehr.

Peschke bringt sowohl Arbeitserfahrungen als Physiotherapeut mit als auch
umfangreiche Erfahrungen aus der Rehabilitations-, Qualitäts- und
Versorgungsforschung. In seiner Dissertation, die er im Rahmen des
Graduiertenkollegs ‘Multimorbidität im Alter‘ an der Charité –
Universitätsmedizin Berlin schrieb, untersuchte Peschke
sektorenübergreifende therapeutische Versorgungsverläufe von
Schlaganfallbetroffenen. Anschließende Forschungsarbeiten hatten unter
anderem die Zentralisierung von komplexen und planbaren
Krankenhausleistungen, Verbesserungen, die durch Qualitätsmessungen,
-transparenz und Peer Reviews erreicht werden können und die
Versorgungsqualität von ‚Versorgungsgemeinschaften‘ zum Gegenstand. Unter
einer ‚Versorgungsgemeinschaft‘ werden hier Leistungserbringer verstanden,
die dieselben Patient*innen versorgen.

"Aufgrund dieser Kombination aus berufspraktischer Erfahrung und
intensiver Beschäftigung mit Perspektiven auf Optimierungsansätze für die
Gesundheitsversorgung ist die Expertise von Herrn Peschke eine bedeutsame
Erweiterung der fachlichen Breite des Departments für Angewandte
Gesundheitswissenschaften“, fasste Prof. Dr. Sascha Sommer, der Dekan des
Departments, zusammen.

Dirk Peschke hat an der Fachhochschule
Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven, Standort Emden, und an der Philipps-
Universität Marburg studiert. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

  • Aufrufe: 388
Von links: Prof. Heike Spaderna, Minister Prof. Konrad Wolf, Prof. Michael Jäckel, Studierende, Prof. Margit Haas und Prof. Dr. Peter Mudra.  Universität Trier

Pflegewissenschaft wird zum Markenzeichen

Von links: Prof. Heike Spaderna, Minister Prof. Konrad Wolf, Prof. Michael Jäckel, Studierende, Prof. Margit Haas und Prof. Dr. Peter Mudra.  Universität Trier
Von links: Prof. Heike Spaderna, Minister Prof. Konrad Wolf, Prof. Michael Jäckel, Studierende, Prof. Margit Haas und Prof. Dr. Peter Mudra. Universität Trier

An der Universität Trier und an der Hochschule Ludwigshafen wird die
Ausbildung in Gesundheits- und Pflegeberufen gestärkt. An der Universität
Trier werden künftig sechs statt bislang zwei Professorinnen und
Professoren lehren und forschen.

„Wir wollen mit dem Ausbau der Studienangebote weitere,
hochqualifizierende Ausbildungskapazitäten schaffen und dem steigenden
Bedarf an Pflege-Fachkräften Rechnung tragen“, erläuterte der rheinland-
pfälzische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf das Konzept an der
Universität Trier.

„Mit der Universität Trier und der Hochschule für Wirtschaft und
Gesellschaft in Ludwigshafen ermöglichen wir eine gute regionale
Verteilung der Studienangebote im Bereich Pflege. Hinzu kommen noch die
Pflege-Studiengänge an der Katholischen Hochschule in Mainz. Mit diesen
Studiengängen in verschiedenen Regionen des Landes werden Fachkräfte vor
Ort ausgebildet. Die Hochschulen können regionale Bedarfe aufnehmen und
Kooperationen mit Partnern der Region pflegen. Der starke Aufbau im
Bereich der Pflege- und Gesundheitsberufe unserer Hochschulen ist ein
Meilenstein bei der Sicherstellung der Pflegeversorgung in unserem Land.“

Mit der Schaffung der zwei Gesundheits-Schwerpunkte an der Universität in
Trier und an der Hochschule in Ludwigshafen setzt die Landesregierung die
bundesweit vereinbarte Teilakademisierung der Pflegefachberufe um und
folgt damit auch den Empfehlungen des Wissenschaftsrates. Durch den Ausbau
der Pflege-Ausbildung an den Hochschulen in Trier und Ludwigshafen werden
die bestehenden dualen Bachelor-Studiengänge an die neuen rechtlichen
Bestimmungen auf Bundesebene angepasst, zwei weitere Master-Studiengänge
eingerichtet und Promotionsangebote ermöglicht.

"Fünf neue Professuren für die Universität erhält man nicht jeden Tag.
Daher sind wir stolz, dieses Paket heute präsentieren zu können", sagte
der Trierer Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel. Die bislang
von der Nikolaus Koch Stiftung finanzierte Stifungsprofessur wird durch
eine der fünf neuen, vom Land finanzierten Professuren abgelöst.

Jäckel bezeichnete die Einrichtung der Professuren als Chance und
Herausforderung zugleich. Zum einen biete die Infrastruktur von dann
insgesamt sechs Professuren gute Vorausssetzungen, die Pflegestudiengänge
auszubauen und sich zu einem führenden Standort in der akademischen
Pflege-Ausbildung zu entwickeln. Andererseits zieht die neue rechtliche
Grundlage der Pflege eine Umstellung auf eine primärqualifizierende
Ausbildung nach sich. Die bislang praktizierte Form des dualen Studiums
der Pflegewissenschaft kann nicht fortgeführt werden. Somit müssen auch
neue Kooperationsformen zwischen Hochschulen und Pflegeeinrichtungen
entwickelt werden, um den weiterhin vorgesehenen hohen Praxisanteil des
Studiums, der höher ist als der für Theorie, realisieren zu können.

Ergänzend zu den fünf neuen Professuren in Trier wird eine weitere Stelle
für die Koordination der Praxisanteile eingerichtet. Die Schwerpunkte der
fünf Professuren werden thematisch so konzipiert, dass pflegerische
Aspekte für die gesamte menschliche Lebensspanne - vom Kleinkind bis zum
Lebensabend - abgebildet sind.

Aktuell wird an der Universität Trier ab dem Wintersemester 2019/20 ein
neues Master-Angebot „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“ mit den
beiden Schwerpunkten „Klinische Pflege“ und „Gesundheitsförderung“
angeboten. Im optimalen Fall könnte ein Jahr später zum Wintersemester
2020/21 das erste Studienangebot in der neuen Konstellation starten.

„Damit wird Pflegewissenschaft in Trier zu einem Markenzeichen, das über
die Grenzen der Region hinaus Aufmerksamkeit erzielen wird. Für Trier und
seine Universität ist dies ein wichtiger Pfeiler. Der Gesundheitsstandort
wird dadurch wissenschaftlich und praktisch in eine gute Richtung bewegt“,
ergänzte Michael Jäckel.

In Ludwigshafen sollen die bestehenden Bachelorstudiengänge „Pflege“ und
„Hebammenwesen“ um ein Master-Angebot „Innovative Versorgungspraxis in der
Pflege und im Hebammenwesen“ erweitert werden. Hierzu erhält die
Hochschule zwei zusätzliche Professuren und eine Koordinationsstelle für
Praktika.

„Mit der Teilakademisierung der Pflegefachberufe geht unsere Hochschule
einen für Rheinland-Pfalz und seine Zukunftsfähigkeit wichtigen Weg. Durch
die enge Zusammenarbeit zwischen unserer Hochschule und der Universität
Trier im Bereich der Promotionen, werden wir auch bundesweit einen
bemerkenswerten Akzent setzen“, führte Prof. Dr. Peter Mudra, Präsident
der HWG Ludwigshafen, aus.

  • Aufrufe: 275