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Gesundheit

DDG/DGE: Schilddrüsenprobleme bei Kindern und Jugendlichen: Medikamente in vielen Fällen unnötig

Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann die Entwicklung von Kindern und
Jugendlichen immens beeinträchtigen – schließlich ist das kleine Organ ein
wichtiger Hormonproduzent. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann über
eine Blutanalyse jedoch früh erkannt und durch die Gabe des
entwicklungsrelevanten Hormons LT4 ausgeglichen werden. Daher ist es auf
den ersten Blick erfreulich, dass Kinder und Jugendliche immer häufiger
auf auffällige Schilddrüsenwerte hin untersucht werden. Die Tests führen
jedoch auch vermehrt dazu, dass Kinder die Hormone fälschlicherweise
erhalten – etwa, weil die Funktion ihrer Schilddrüse nur vorübergehend
oder nur leicht beeinträchtigt ist.

Wie eine solche Übertherapie vermieden werden kann, diskutieren Experten
auf der gemeinsamen Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft
(DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), die am 18.
Juni 2019 in Berlin stattfindet.

Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Übergewicht – es sind sehr
unspezifische, auch in anderem Zusammenhang keineswegs seltene Symptome,
mit denen sich eine Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern und Jugendlichen
bemerkbar macht. Ärzte sehen sich daher häufig veranlasst, die
Schilddrüsenwerte ihrer jungen Patienten zu überprüfen. „Aus Sorge um die
Entwicklung der Kinder sind diese Tests auch gerechtfertigt“, sagt
Professor Dr. med. Heiko Krude, Direktor des Instituts für Experimentelle
Pädiatrische Endokrinologie an der Charité–Universitätsmedizin Berlin.
Denn für Kinder und Jugendliche stellt eine Schilddrüsenunterfunktion eine
ernsthafte Gefahr dar: Tritt die Hormonstörung bereits im Kindesalter auf,
können sich die geistige und sprachliche Entwicklung sowie das körperliche
Wachstum verzögern. Bei einer Erkrankung im Jugendalter entwickeln sich
oft Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Als wichtigster Blutwert zur Bestimmung einer Schilddrüsenunterfunktion
gilt der so genannte TSH-Wert. TSH steht für Thyreoidea-stimulierendes
Hormon oder Thyreotropin. „Dieses Hormon regt in der Schilddrüse die
Bildung von LT4 und LT3 an“, erläutert Professor Matthias M. Weber,
Mediensprecher der DGE. Nur wenn die Schilddrüse diese wichtigen Hormone
in ausreichender Menge produziert, werde die TSH-Produktion über einen
Rückkopplungsmechanismus gedrosselt. Arbeitet die Schilddrüse jedoch nicht
richtig und stellt zu wenig LT4 und LT3 her, versuche der Körper, über
eine zunehmende TSH-Produktion gegenzusteuern.

Dennoch weist nicht jeder erhöhte TSH-Wert auf eine echte
Schilddrüsenunterfunktion hin. Das TSH wirkt auf die Schilddrüse mit dem
Ziel, die Bildung von T4 und T3 zu stimulieren. Häufig liegen die
eigentlich krankheitsrelevanten Werte für LT4 und LT3 oft im
Referenzbereich – trotz auffälligem TSH. Eine Hormonbehandlung ist dann
unnötig. „Dennoch wird meist allein aufgrund des erhöhten TSH-Wertes eine
Therapie mit LT4 eingeleitet“, kritisiert Krude.

Für die jungen Patienten sei dies in mehrfacher Hinsicht schädlich. Zum
einen müssten sie die tägliche Einnahme von Tabletten in ihren Tagesablauf
einplanen, zum zweiten werde das Gesundheitsbewusstsein der Jugendlichen
gestört. In einer ohnehin schwierigen Phase der Selbstwahrnehmung
empfänden sie sich als krank, obwohl es dafür keinen Grund gebe. Nicht
zuletzt bestehe auch das Risiko, durch die Hormongaben eine
Schilddrüsenüberfunktion herbeizuführen.

Krude plädiert daher dafür, einen leicht erhöhten TSH-Wert nach drei
Monaten, einen deutlich erhöhten Wert nach sechs Wochen erneut zu
kontrollieren – zunächst ohne eine Behandlung einzuleiten. Steigen die
Werte in dieser Zeit nicht weiter an, empfiehlt der erfahrene Pädiater
lediglich eine weitere Kontrolle. „Große Studien zeigen jedoch, dass der
TSH-Wert in der Zwischenzeit meist spontan wieder im Referenzbereich
liegt“, beruhigt er.

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NC-frei zum Arztassistenten

Die Carl Remigius Medical School, Teil des Fachbereichs Gesundheit &
Soziales der Hochschule Fresenius, bietet ab September 2019 am Standort
Hamburg als erste und bislang einzige Hochschule in Norddeutschland den
Studiengang Physician Assistance (PA) an – als Vollzeitstudium über acht
Semester oder berufsbegleitend über sechs Semester nach einer
abgeschlossenen Ausbildung in einem Gesundheitsberuf. Die Absolventen sind
in der Lage, vom Arzt delegierte Aufgaben in der Patientenversorgung zu
übernehmen. Sie tragen damit wesentlich zur Entlastung der Ärzte bei und
mildern die Folgen des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen.

In Deutschland ist das Berufsbild noch jung, nur wenige Hochschulen bilden
bisher Arzt- oder Medizinassistenten, so die deutsche Übersetzung, aus.
Sie sind jedoch in zahlreichen Kliniken bereits im Einsatz und stark
nachgefragt. Das Studium vermittelt medizinische Fachkompetenzen, die
Absolventen dazu befähigen, körperliche Untersuchungen sowie diagnostische
Maßnahmen bis hin zu kleineren operativen Eingriffen selbst durchzuführen
und bei größeren Operationen zu assistieren. Sie fungieren als Bindeglied
zwischen Pflege, Ärzteschaft und anderen Gesundheitsberufen.

„Physician Assistants finden ein sehr vielfältiges Aufgabengebiet in
unterschiedlichen Fachabteilungen einer Klinik vor und arbeiten weitgehend
eigenständig – aber immer auf Weisung des Arztes. Sie ersetzen ihn nicht,
sondern unterstützen ihn“, betont Dr. med. Lars Brechtel,
Studiengangsleiter PA an der Carl Remigius Medical School in Hamburg.

Für die Zulassung zum Vollzeitstudium ist keine abgeschlossene
Berufsausbildung im pflegerisch-therapeutischen Bereich notwendig. Das
Studium ist NC-frei, die Studierenden werden über ein hochschuleigenes
Auswahlverfahren zugelassen. Für die Praxisphasen kooperiert die CRMS mit
renommierten Kliniken in Hamburg und Norddeutschland.

„Es ist unser Ziel, einen ähnlichen Status für das Berufsbild zu
erreichen, wie das in den USA, Großbritannien und in den Niederlanden
bereits der Fall ist: Dort sind Physician Assistants bereits seit vielen
Jahren unverzichtbare und sehr anerkannte Mitarbeiter im
Gesundheitswesen“, sagt Dr. Brechtel.

Interessenten können sich unverbindlich über beide Studienvarianten beim
monatlich stattfindenden Infoabend informieren, jeden Donnerstag findet
ein Aufnahmetag statt. Die Carl Remigius Medical School liegt in Hamburg
in verkehrsgünstig attraktiver Innenstadtlage und verfügt über modernste
Seminar- und Praxisräume. Gelehrt wird ausschließlich in Kleingruppen.

Am 15. Juni findet am Campus in der Lilienstraße ein Open Day statt, an
dem Studiengangsleiter Dr. med. Lars Brechtel das PA-Studium vorstellen
und für Fragen zur Verfügung stehen wird.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.carl-remigius.de/studium/bachelorstudiengaenge/physician-
assistance/


Über die Carl Remigius Medical School
Die Carl Remigius Medical School (CRMS) besteht seit 2016. Sie ist Teil
des Fachbereichs Gesundheit & Soziales der Hochschule Fresenius, die mit
über 13.000 Studierenden zu den größten privaten Präsenzhochschulen
Deutschlands zählt. Der Name geht zurück auf Carl Remigius Fresenius, der
1848 in Wiesbaden eine Laborschule zur Ausbildung von Chemikern gegründet
hat – Vorläufer der heutigen Hochschule Fresenius. Das Bildungsangebot der
CRMS umfasst innovative pflegerische, gesundheitsökonomische und
medizinnahe Bachelor- und Master-Studiengänge, wie etwa Physician
Assistance, sowie im Bereich Ausbildung eine Hebammenschule in Frankfurt
am Main. Die Carl Remigius Medical School ist bundesweit mit
unterschiedlichen Bildungsangeboten an den Standorten in Idstein,
Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München vertreten.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: http://www.carl-
remigius.de

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Amputationen bei Diabetikern vermeiden Füße von Diabetikern benötigen täglich einen Kontrollblick und viel Pflege

Diabetiker sollten ihre Füße täglich auf Hautdefekte untersuchen und viel
Sorgfalt bei der Fußpflege aufbringen. Denn sie unterliegen dem Risiko,
ein sogenanntes diabetisches Fußsyndrom zu erleiden – eine Spätfolge der
Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Dabei können sich kleine Verletzungen
schnell zu großen Wunden mit starken Entzündungen ausdehnen, die
unbehandelt zu langen Krankheitsverläufen mit operativen Eingriffen bis
hin zur Amputation führen können.

„Die Früherkennung von Auffälligkeiten ist entscheidend für eine gute
Heilung. Diabetiker sollten kleinste Hautrisse, Verletzungen und
Druckstellen am Fuß daher frühzeitig einem Spezialisten vorstellen“, sagt
Prof. Dr. Carsten Perka, stellvertretender Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Die DGOU gibt
Tipps, wie sich Komplikationen vermeiden lassen: Die konsequente
Selbstuntersuchung, richtiges Schuhwerk mit einer geeigneten Fußbettung
sowie täglich gewaschene und gecremte Füße gehören dazu.

Bei Diabetikern kommt es infolge langjähriger veränderter
Stoffwechsellagen, bedingt durch den erhöhten Blutzuckerspiegel, zu
Veränderungen des Fußes: betroffen sind Nerven, Blutgefäße, Muskeln,
Bänder und Knochen. Die Füße werden schnell trocken und rissig und sind
damit anfällig für Verletzungen. Die Wundheilung ist aufgrund von
Durchblutungsstörungen gestört. Zudem kommt es aufgrund von
Nervenschädigungen (Polyneuropathie) zum Verlust der
Schmerzempfindlichkeit: Beispielsweise wird ein schmerzendes Steinchen im
Schuh nicht wahrgenommen und kann den Fuß wund scheuern. „Die fehlende
Hautempfindlichkeit muss daher durch einen Kontrollblick ausgeglichen
werden“, sagt Dr. Jörn Dohle, Leiter der DGOU-Sektion Deutsche Assoziation
für Fuß und Sprunggelenk (D.A.F.).

Findet sich eine kleine Verletzung oder eine beginnende Entzündung am Fuß,
sollte diese umgehend behandelt werden. „Leichte Defekte können sich
schnell zu chronischen Wunden entwickeln, wenn sie nicht frühzeitig
behandelt werden“, warnt D.A.F.-Expertin Dr. Tanja Kostuj. So entstünden
Geschwüre, bei denen sich das umliegende Gewebe entzündet und abstirbt. In
der Folge drohten nicht selten die Amputation von Zehen, eines Fußes oder
eines ganzen Beines. Im Frühstadium ließen sich diese Wunden jedoch noch
gut behandeln. Eine weitere Komplikation des diabetischen Fußes ist der
sogenannte Charcotfuß: Durch Nerven- und Durchblutungsstörungen verlieren
die Fußknochen an Stabilität und können schon bei normaler Belastung
einbrechen und die gesamte Fußstatik zerstören. Das klinische Bild gleicht
anfangs einer Entzündung. Unbehandelt kommt es zur Verformung des Fußes,
die wiederum zu massiven Druckstellen und Geschwüren mit bakteriellen
Entzündungen führt.

Viele Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom gehen jedoch erst zum
Arzt, wenn sie ernsthafte Beschwerden haben und werden dann häufig zu spät
zum Spezialisten überwiesen. In Deutschland gibt es jährlich ca. 19.000
Amputationen des Ober- und Unterschenkels (Majoramputationen) und 44.0000
Amputationen des Fußes – in 43 Prozent der Fälle sind
Durchblutungsstörungen die Ursache dafür, in 39 Prozent der Fälle Diabetes
mellitus*. Auf die schwerwiegenden Folgen einer Amputation macht Prof. Dr.
Bernhard Greitemann, Vorsitzender der DGOU-Sektion Vereinigung Technische
Orthopädie (VTO), aufmerksam: „Patienten haben nach einer Amputation ein
Leben lang Rehabilitationsbedarf – das Gehen mit einer Prothese muss neu
gelernt werden.“

Präventionsmaßnahmen und die frühzeitige Diagnostik bzw. Therapie sind
entscheidend für den Erhalt der Füße bei Diabetikern. Orthopäden und
Unfallchirurgen raten daher zu folgenden Maßnahmen:

•    Selbstuntersuchung: Diabetiker oder deren Angehörige sollten die Füße
täglich nach Verletzungen, Druckstellen und Nagelveränderungen absuchen.
Bei Schäden sollte unmittelbar ärztlicher Rat eingeholt werden, um das
Ausbreiten von Entzündungen zu verhindern.
•    Fußpflege: Die Füße sollten täglich gewaschen und eingecremt werden.
Auch die Pflege der  Zehennägel gehört dazu, ggf. durch einen Fachmann.
Der Strumpfwechsel und die Desinfektion der Schuhe von innen sollten
täglich durchgeführt werden.
•    Schuhwerk: Diabetiker sollten nicht zu enges oder scheuerndes
Schuhwerk tragen, damit es nicht zu Druckstellen oder Geschwüren kommt.
Der Schuh sollte an den Zehen groß genug sein und keine innen liegenden
Nähte haben. Vorteilhaft ist ein weiches, atmungsaktives Leder sowie keine
oder eine weiche Vorderkappe. Bestehen bereits Nervenschäden
(Polyneuropathie) oder Fußfehlstellungen sollte auf eine geeignete
individuelle diabetikergerechte Weichbettung des Fußes geachtet werden.
•    Schuhwechsel: Diabetiker sollten zur Verminderung von Druckstellen
öfter mal die Schuhe wechseln.
•    Sofort zum Arzt: Jede Schwellung am Fuß, kleinste Schäden an der Haut
oder ein Pilzbefall sollten ärztlich untersucht werden.
•    Fußschutz: Barfußlaufen sollte wegen der Verletzungsgefahr ganz
vermieden werden, insbesondere wenn bereits eine Nervenschädigung
(Polyneuropathie) festgestellt wurde, d.h. der Schmerzreiz als natürlicher
Schutz vor tiefergreifenden Verletzungen ausfällt.
•    Vorstellung in einer „Diabetischen Fußambulanz“: Bei bereits offenen
und entzündeten Stellen am Fuß bzw. ausgeprägtem diabetischem Fußsyndrom
sollte zügig eine Wundsanierung erfolgen, um einer Amputation
entgegenzuwirken. Die Wundsanierung ist sehr anspruchsvoll und erfordert
daher eine konzentrierte Zusammenarbeit mit Spezialisten verschiedener
Fachgebiete. Dazu zählen: Diabetologen für die Optimierung der
Blutzuckereinstellung, Radiologen für die Gefäßdiagnostik, Gefäßchirurgen
für die Behandlung der Durchblutungsstörungen, Fußchirurgen für die
operative Therapie, Neurologen sowie Orthopädieschuhtechniker zur
Kontrolle der Schuhzurichtungen bzw. Orthesenversorgung. Diese
Expertenteams sind regional unterschiedlich organisiert und etabliert.

*Quelle: Statistisches Bundesamt 2016

Weitere Informationen:
www.dgou.de

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Prof. Dr. med. Martin Halle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung und Ärztlicher Direktor des Zentrums für Prävention der TU München  Fotonachweis: www.sport.mri.tum.de

Bewegung senkt den Blutdruck besonders effektiv

Prof. Dr. med. Martin Halle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung und Ärztlicher Direktor des Zentrums für Prävention der TU München  Fotonachweis: www.sport.mri.tum.de
Prof. Dr. med. Martin Halle, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung und Ärztlicher Direktor des Zentrums für Prävention der TU München Fotonachweis: www.sport.mri.tum.de

Ausdauersport und Stressbewältigung sind wichtige Bausteine zur Senkung
des Blutdrucks / Tipps für Bluthochdruck-Patienten zum Welt-Hypertonie-Tag
Zwischen 20 und 30 Millionen Erwachsene in Deutschland haben einen zu
hohen Blutdruck. Bluthochdruck entsteht durch das Zusammenspiel erblicher
Anlagen und ungünstiger Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, zu hohe
Salzzufuhr, Bewegungsmangel, zu viel Alkohol, Rauchen und Stress, die den
Blutdruck nach oben treiben. Wer seinen Blutdruck mit natürlichen Mitteln
senken möchte, sollte sich regelmäßig bewegen und Wege zur
Stressbewältigung finden. Ausdauersport hat sich dabei als besonders
hilfreich für Menschen mit Bluthochdruck erwiesen. „Zu den besten
Ausdauersportarten zählen Fahrradfahren, zügiges Gehen, Wandern, Nordic
Walking und Joggen“, betont Prof. Dr. med. Martin Halle vom
Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Ärztlicher
Direktor des Zentrums für Prävention der TU München. Auch Ballsportarten
wie Tennis sind möglich, wenn nicht unter Wettkampfbedingungen gespielt
wird. Es sei zudem ratsam, das Ausdauertraining durch leichtes
Krafttraining zu unterstützen. Ist der Blutdruck zu hoch, müssen zu Beginn
des Trainings auch Medikamente gegeben werden, damit der Blutdruck unter
Belastung nicht noch weiter in die Höhe schießt. Dem Sportkardiologen
zufolge ist vor allem Regelmäßigkeit wichtig: „Bereits zehn Minuten
zügiges Spazierengehen täglich kann das Risiko für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen deutlich reduzieren und vor allem den Blutdruck in den Griff
bekommen.“ Allzu viel Ehrgeiz sollten Patienten nicht an den Tag legen, um
eine gefährliche Überlastung zu vermeiden.
Weitere Empfehlungen, mit welchen Maßnahmen sich ein zu hoher Blutdruck
neben Medikamenten zusätzlich senken lässt, finden Betroffene in dem
Experten-Beitrag unter www.herzstiftung.de/Blutdruck-natuerlich-
senken.html oder in dem kostenfreien Ratgeber „Bluthochdruck: Was tun?“,
der unter www.herzstiftung.de/Bluthochdruck-Sonderband.html oder per Tel.
unter 069 955128-400 (Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) angefordert werden
kann.

Sport bei Bluthochdruck: Darauf sollten Betroffene achten
Patienten mit Bluthochdruck, die mit dem Training beginnen möchten,
sollten sich vorher beim Kardiologen untersuchen lassen. Dies gilt
insbesondere, wenn zusätzlich Begleiterkrankungen wie Diabetes oder eine
koronare Herzerkrankung (KHK) vorliegen. Besonders ein Belastungs-EKG kann
die Blutdruckregulation unter Belastung erfassen. Generell sollten
Betroffene beim Sport auf folgendes achten:
- Vor Beginn des Trainings sollte der Blutdruck gut eingestellt sein. Mit
Werten über 160/95 mmHg sollten Sie nicht mit dem Sport beginnen.
- Trainieren Sie nur so, dass Sie sich währenddessen gut unterhalten
können.
- Moderates Krafttraining kann ergänzend sinnvoll sein – am besten unter
fachkundiger Anleitung, um eine Überlastung zu vermeiden.
- Nach neuesten Erkenntnissen schadet Pressatmung beim Krafttraining dem
Herzen nicht, es sollte aber der Atem nur kurz angehalten werden.
- Für Menschen, die nicht gerne joggen oder Rad fahren, ist flottes Gehen
und v.a. mit Armeinsatz wie bei Nordic Walking eine Alternative.

Stressbewältigung schützt das Herz
Ein weiterer wichtiger Baustein zur Senkung des Blutdrucks ist der
richtige Umgang mit Stress. Wie stark beispielsweise berufliche Belastung
nicht nur den Blutdruck, sondern auch das Risiko für einen vorzeitigen
Herztod beeinflusst, zeigt eine aktuelle Studie der TU München an knapp
2.000 Berufstätigen (1). Demnach ist die Kombination aus beruflichem
Stress und Schlafmangel für Menschen mit Bluthochdruck besonders
gefährlich und kann das Risiko für einen Tod durch Herz-Kreislauf-
Erkrankungen verdreifachen. Denn während ein kurzfristiger
Blutdruckanstieg bei Stress ein sinnvoller Mechanismus ist, um den Körper
besonders leistungsfähig zu machen, macht eine Dauerbelastung krank. Die
permanente Überaktivierung des Nervensystems führt dazu, dass sich der
Körper auf das erhöhte Stressniveau einstellt und den Blutdruck dauerhaft
erhöht. Das belastet Herz und Gefäße.

Folgende Tipps können bei der Stressbewältigung helfen:
- Achten Sie auf einen gesunden Wechsel von Anspannung und Entspannung.
Zum Stressabbau ist – neben gezielten Entspannungsmethoden – vor allem
Bewegung geeignet. Legen Sie dabei möglichst keinen Ehrgeiz an den Tag.
- Suchen Sie sich zum Ausgleich eine anregende Aktivität: Ob Gemeinsames
Wandern oder Nordic Walken in der Gruppe, Kochen mit Freunden oder ein
Besuch im Theater: Aktive Entspannung lässt den Stress besser vergessen
als ein Abend auf dem Sofa.
- Betrachten Sie Ihren Alltag aus der Distanz: Sind Sie zufrieden? Gibt es
Dinge, die Sie ändern können – zum Beispiel durch einen Wechsel des
Arbeitsplatzes?
- Überprüfen Sie Ihre Einstellung: Sind beispielsweise Ihre Karriereziele
angemessen oder schaden sie Ihnen eher?

Literatur
(1) Li J et al. Combined effect of work stress and impaired sleep on
coronary and cardiovascular mortality in hypertensive workers: The
MONICA/KORA cohort study. Eur J Prev Cardiol. 2019.
doi:10.1177/2047487319839183.

CME/WI

Gesunder Lebensstil: Was tut dem Herzen gut?
Die Herzstiftung empfiehlt zur Blutdrucksenkung neben regelmäßiger
Ausdauerbewegung (an fünf Tagen pro Woche je 30 Minuten) Rauchstopp, wenig
Alkohol (Männer max. 20 g am Tag, Frauen max. 10 g) und eine gesunde
Ernährung (Mittelmeerküche), geringe Salzzufuhr von max. 5 g am Tag.
Übergewicht ist ein wesentlicher Faktor für die Entstehung von
Bluthochdruck und Diabetes mellitus. Beim Taillenumfang sollten Männer
weniger als 102 – besser sind 94 cm – und Frauen weniger als 88 cm
anstreben. Allerdings sollte eine Gewichtsabnahme in Absprache mit dem
Arzt, in kleinen Schritten und in Anpassung an die individuelle Situation
des Betroffenen erfolgen.
Tipps: www.herzstiftung.de/Blutdruck-natuerlich-senken.html

Tipps und kostenfreie Informationen für Betroffene
Der kostenfreie Ratgeber „Bluthochdruck: Was tun?“ (56 S.) informiert über
Fragen wie: In welchem Alter sollte der Blutdruck wie tief gesenkt werden?
Wie kann man die Werte natürlich mit Lebensstilmaßnahmen verringern? Und
was muss man über die Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern wissen?
Bestellung unter www.herzstiftung.de/Bluthochdruck-Sonderband.html oder
Tel. 069 955128-400, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Kardiologen raten zum Blutdruck-Pass:
Der kostenfreie Blutdruck-Pass zur Protokollierung der Blutdruckwerte der
Herzstiftung kann unter www.herzstiftung.de/Blutdruckpass.html – per
E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder telefonisch unter 069
955128-400 angefordert werden.

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