Bundesweite BRCA-Tour der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs macht Station in Greifswald Informationstag für Betroffene, Angehörige und Ärzte am 17. Oktober
Am Mittwoch, dem 17. Oktober 2018, gastiert die Brustkrebs-Infotour
(BRCA*) der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs e.V. in der Universitäts-
und Hansestadt Greifswald.
Ziel der Stiftungsarbeit ist seit 2010 eine umfangreiche
Informationsarbeit und Aufklärung über Eierstockkrebs sowie eine
weitreichende Forschungsarbeit zu dieser Krebserkrankung. Die
Veranstaltung richtet sich vor allem an alle Betroffenen, Angehörige und
Ärzte sowie weitere Interessierte, die wie die Vertreter der Medien recht
herzlich eingeladen sind (Institut für Pharmakologie, Felix-Hausdorff-Str.
3, ab 17 Uhr). Der Eintritt ist frei.
Die Rolle einer BRCA-Genmutation ist spätestens durch die Schauspielerin
Angelina Jolie, die selbst Trägerin einer erblich bedingten BRCA-
Genmutation ist, weltweit bekannt geworden. Doch welche Rolle spielt diese
Genveränderung, wenn eine Frau bereits an Eierstockkrebs erkrankt ist?
Welche Chancen und Möglichkeiten eröffnen sich Betroffenen mit einer
solchen Genveränderung in Bezug auf die Behandlung und die weitere
Prognose?
Eierstockkrebs in den Fokus der Öffentlichkeit rücken
„Wir möchten das wichtige Thema stärker in den Focus rücken, da gerade für
erblich vorbelastete Familien sehr gute Möglichkeiten der Vorsorge
bestehen“, betonte der Direktor der Universitätsfrauenklinik, Professor
Marek Zygmunt. „Je eher eine Erkrankung festgestellt wird, umso größer
sind die Heilungschancen. Gentests können für Klarheit sorgen.“
Der Informationstag an der Universitätsmedizin Greifswald (s. Programm)
wird um 17 Uhr mit der berührenden filmischen Dokumentation „Stilles Erbe
oder Zufall?“ über einen langen Erkrankungs- und Therapieverlauf bei
Eierstockkrebs eröffnet. Dieser zeigt auch sehr emotional auf, wie sich
eine Diagnose auf die Familie auswirken kann, falls eine erbliche
Genveränderung vorliegt. Im Anschluss soll in leicht verständlichen
Vorträgen über das Thema der möglichen genetischen Vorbelastung sowie
Vorsorgemaßnahmen und Therapieformen informiert werden. Dazu werden auch
betroffene Frauen erwartet, die über ihre Erfahrungen berichten und Mut
machen möchten.
Im zweiten Teil sollen vor allem niedergelassene Ärzte umfassende
Informationen über die Problematik erhalten. Als Expertin wird neben den
Krebsspezialisten und Humangenetikern der Universitätsmedizin Greifswald
(UMG) auch die renommierte Vorstandsvorsitzende der Stiftung
Eierstockkrebs, Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, als Referentin
erwartet.
Mit rund 69.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand
häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Etwa 30 von 100
Brustkrebspatientinnen sind familiär vorbelastet. Bei bis zu zehn von 100
Patientinnen liegt tatsächlich eine Genveränderung vor, die auch das
Risiko für Eierstockkrebs und andere Tumorerkrankungen erhöhen kann. Der
Eierstockkrebs zählt mit mehr als 7.000 Fällen jährlich zur
zweithäufigsten bösartigen Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane und
ist mit einer hohen Sterblichkeit verbunden.
Veränderungen der Brustkrebs-Hochrisiko-Gene können sehr gut im Blut
nachgewiesen werden. Die Universitätsmedizin Greifswald gehört unter
Federführung des Institutes für Humangenetik einem deutschlandweitem
Verbund von 18 universitären Zentren an, in dem betroffene Patientinnen
und Ratsuchende mit einer familiären Belastung für Brust- und
Eierstockkrebs eine optimale Betreuung erhalten.
*Was ist BRCA?
Der Begriff BRCA - abgeleitet und abgekürzt von BReast Cancer - stammt aus
dem Englischen und bedeutet Brustkrebs. Studien zeigen, dass es Fälle von
Brust- und Eierstockkrebs gibt, die innerhalb einer Familie nur eine Frau
betreffen. In diesem Fall spricht man von sporadischem Krebs. In anderen
Familien jedoch tritt die Erkrankung gehäuft, bereits in frühem Alter oder
in Kombination mit Brustkrebs auf. Wenn in diesen Familien oder auch bei
einer sporadisch im Alter von unter 79 Jahren Erkrankten mit einem Gentest
nachgewiesen werden kann, dass die Tumordisposition vererbt wird, spricht
man von genetischem oder erblichem Brust- oder Eierstockkrebs. Diese
Familien werden als Hochrisikofamilien bezeichnet.
Weitere Infos: Greifswalder Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs
<www.medizin.uni-greifswald.de
eierstockkrebs>
Informationstag der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs für Ärzte,
Patientinnen
und Angehörige
Mittwoch, 17. Oktober 2018
Institut für Pharmakologie, Felix-Hausdorff-Str. 3, Seminarraum 3/4,
Greifswald
<www.brca-infotour.de/tourdate
17:00 Uhr | Experten informieren Betroffene
Filmpräsentation „Stilles Erbe oder Zufall?“
Im Anschluss Impulsvorträge, Podiumsgespräch und Diskussionsrunde
„Eierstockkrebs – selten, aber schwierig für die Patientin“
Prof. Dr. Alexander Mustea // Frauenklinik UMG
„Ist mein Krebs erblich?“
Prof. Dr. Ute Felbor // Institut für Humangenetik UMG
„Eierstockkrebs – Therapie und Rehabilitation“
PD Dr. Dominique Könsgen // Frauenklinik UMG
„Was kann ich selber tun? Selbsthilfe und BRCA-Netzwerk“
Stephanie Arndt // BRCA-Netzwerk e.V.
„Entscheidungsspielraum im Behandlungsnetz – Beispiel BRCA-Gentest“
Kathrin Lubig // Betroffene
18:30 Uhr | Imbiss und Get together
19:00 Uhr | Experten informieren Ärzte
Fachvorträge
„BRCA-Gentest: Was/Wann/Wie?“
Prof. Dr. Ute Felbor // Institut für Humangenetik UMG
„Aktuelle Studien zum Ovarial-Ca.“
Dr. Dominika Trojnarska // Frauenklinik UMG
„Rehabilitation nach Onkologischen Therapien“
Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen // Kreiskrankenhaus Wolgast
Weitere Informationen und Anmeldung unter <www.brca-infotour.de>
Ansprechpartner Universitätsmedizin Greifswald
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Direktor: Prof. Dr. med. Marek Zygmunt
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-65 00
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<www.medizin.uni-greifswald.de
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