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Gesundheit

LIVE-Experten-Chat zum Welt-Rheuma-Tag 2018 am 12. Oktober

LIVE - Experten-Chat

anlässlich des „Welt-Rheuma-Tag 2018“ am Freitag, den 12. Oktober 2018 von 19:00 – 21:00 Uhr unter www.rheuma-liga.chat

 

 

Deutsche Rheuma-Liga e.V. (Bundverband)

 

Rheuma kommt selten allein:

Begleiterkrankungen vorbeugen und behandeln

 

Das Thema:

Als ob Rheuma allein nicht schon schlimm genug wäre: Bis zu 80 Prozent der Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis leiden an mindestens einer Begleiterkrankung. Besonders häufig sind demnach Herz-Kreislauferkrankungen, Osteoporose und Depression. Zu den so genannten Komorbiditäten zählen aber auch Erkrankungen der Nieren, der Lunge, des Magen-Darmtrakts sowie Diabetes und Krebserkrankungen.

Die Lebensqualität der Betroffenen hängt stark von der Anzahl und Schwere der Begleiterkrankungen ab. Das gilt auch für die Lebenserwartung: Komorbiditäten des Herz-Kreislaufsystems zählen zu den häufigsten Todesursachen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

 

Wie Komorbiditäten erkannt, diagnostiziert und behandelt werden können und was Betroffene selbst zur Vorbeugung tun können, dazu informieren Rheumatologen anlässlich des Welt-Rheuma-Tags 2018 am 12. Oktober 2018 am im Experten-Chat unter www.rheuma-liga.chat.

 

Die Experten im Chat unter www.rheuma-liga.chat von 19:00 – 21:00 Uhr:

  • Prof. Dr. Johannes Strunk; Chefarzt der Klinik für Rheumatologie Krankenhaus Porz am Rhein
  • Dr. med. Martin-Lorenz Werthmann; Internist und Rheumatologe, leitender Oberarzt Klinik für Rheumatologie Krankenhaus Porz am Rhein
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Chronische Nierenkrankheit

Prävalenz der chronischen Nierenkrankheit – und deren Bedeutung für die Früherkennung

Chronische Nierenkrankheit
Chronische Nierenkrankheit

Chronische Nierenkrankheiten stellen ein unterschätztes Gesundheitsrisiko
dar – erst recht, wenn man die zukünftige demografische Entwicklung
betrachtet. Die Babyboomer kommen ins Renten- und somit ins
„Dialysealter“. Bei gleichbleibender Prävalenz von Nierenkrankheiten muss
in den kommenden Jahren mit einem Anstieg der absoluten Zahl der
Dialysepatienten gerechnet werden. Die Deutsche Gesellschaft für
Nephrologie (DGfN) fordert daher, Früherkennung und Prävention von
chronischen Nierenkrankheiten zu stärken.

Laut ASN, ERA-EDTA und ISN [1] liegt die Prävalenz von Nierenkrankheiten
bei 10,4% bei Männern und 11,8% bei Frauen. Mit geschätzten 850 Millionen
Betroffenen weltweit ist Zahl der Menschen, die eine Nierenkrankheit
haben, deutlich höher als beispielsweise die von Diabetes-Patienten (422
Millionen [2]), Krebspatienten (42 Millionen [3]) oder von Menschen, die
mit HIV infiziert sind (36.7 Millionen [4]). Setzt man die Wahrnehmung und
Aufmerksamkeit, die die verschiedenen Krankheiten in der Bevölkerung und
den Medien erhalten, mit diesen Zahlen in Beziehung, sind
Nierenkrankheiten deutlich unterrepräsentiert.

Woran liegt das? Ganz klar: Nierenkrankheiten erscheinen längst nicht so
bedrohlich wie beispielsweise Krebs. Nur etwa 1% der von einer chronischen
Nierenkrankheit betroffenen Menschen benötigt eine Nierenersatztherapie
(Dialyse oder Transplantation). Viele ziehen daraus den Schluss, dass es
sich gut und lange mit einer chronischen Nierenkrankheit leben lässt.
Außerdem denken viele: Wenn es ganz schlimm kommen sollte, gibt es ja
immer noch die Dialyse, die das Überleben ermöglicht. Nephrologen führen
gern – und auch nicht ganz ohne Stolz – an, dass die Dialyse das einzige
Organersatzverfahren ist, das dauerhaft über Jahre und Jahrzehnte das
Überleben der Patienten sicherstellt. Möglicherweise hat das aber auch in
der öffentlichen Wahrnehmung der Erkrankung den Schrecken genommen. Die
Bevölkerung weiß wenig über chronische Nierenkrankheiten – und
Früherkennungsuntersuchungen werden noch nicht ausreichend in den
Vorsorgeprogrammen, wie z.B. den Check-up 35+-Katalogen der gesetzlichen
Krankenkassen, reflektiert.

Dabei wäre das dringend notwendig. Zum einen stellt eine chronische
Nierenkrankheit einen dramatischen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen dar (die WHO führt sie daher in der Liste der
kardiovaskulären Risikofaktoren) und ist damit durchaus gefährlich: Die
meisten Betroffenen erreichen das Dialysestadium nicht, weil sie vorher
kardiovaskulären Ereignissen erliegen. Zum anderen ist die Dialyse eine
meist lebenslang notwendige, kostenintensive Therapie. Es ist also im
Interesse der Solidargemeinschaft, durch gute Präventionsmaßnahmen die
Zahl der Dialysepatienten nachhaltig zu verringern. Die Früherkennung von
chronischen Nierenkrankheiten zahlt sich also doppelt aus – für den
einzelnen Patienten sowie für die Gemeinschaft.

Sie ist gerade jetzt von Bedeutung, weil allmählich die Babyboomer-
Generation ins „Dialysealter“ (70 +) kommt. Bislang stagnierte die
absolute Zahl der Dialysepatienten, da die geburtenschwachen
Kriegsgenerationen im Seniorenalter waren (siehe Abb. 1). Bleibt aber der
relative Anteil der Dialysepflichtigkeit in der Bevölkerung gleich hoch,
muss bereits in wenigen Jahren mit einem nennenswerten Anstieg der
Dialyseprävalenz gerechnet werden, wenn die Früherkennung und Prävention
nicht maßgeblich verbessert wird.

„Es ist daher an der Zeit, dass die wichtigsten Untersuchungen zur
Früherkennung von chronischen Nierenkrankheiten, (1) die Messung von
Albumin im Urin und (2) die Bestimmung des Kreatinin-Werts im Blut
regelmäßig durchgeführt werden und in den Vorsorgekatalogen aufgenommen
werden“, erklärt Professor Dr. Andreas Kribben, Essen, Präsident der DGfN.
Derzeit ist weder eine Messung des Kreatinins im Blut, um eine Reduktion
der Nierenfunktion festzustellen, noch eine genaue Bestimmung der
Albuminmenge zur Bestimmung eines strukturellen Nierenschadens im Urin
vorgesehen. Nur die Urinuntersuchung mittels Kombistreifen (orientierende
Untersuchung auf, Glukose, Erythrozyten, Leukozyten, Eiweiß und Nitrit)
ist in den Check-up 35+ Untersuchungen [5] enthalten. „Wir fordern hier
dringend Nachbesserungen“.

Referenzen
[1] Gemeinsame Pressemeldung vom 27. Juni 2018, abrufbar unter: http://web
.era-edta.org/uploads/180627-press-era-asn-isn.pdf
[2] http://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/diabetes
[3] https://ourworldindata.org/cancer
[4] http://www.who.int/gho/hiv/en/
[5] Auszug aus den Richtlinien der Gesundheitsuntersuchung: siehe
https://www.kvsa.de/fileadmin/user_upload/PDF/Praxis/EBM_2012/Vorsorgeuntersuchungen_Listen_Stand_November_2012.pdf

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Prof. Richard Dodel  Claudia Posern / Fotostudio Essen

Zum Welt-Alzheimer-Tag: „Wer sich Sorgen macht, sollte sich testen lassen“

Prof. Richard Dodel  Claudia Posern / Fotostudio Essen
Prof. Richard Dodel Claudia Posern / Fotostudio Essen

Abwarten hilft bei Alzheimer-Verdacht nicht: Die Referenten der
Veranstaltung „Diagnose-Alzheimer – Experten informieren“ bezogen im Haus
der Technik in Essen Stellung. „Wer sich Sorgen macht, sollte sich testen
lassen“, sagte Prof. Richard Dodel, Chefarzt im Geriatrie-Zentrum Haus
Berge in Essen, bei der Veranstaltung der gemeinnützigen Alzheimer
Forschung Initiative e.V. (AFI). Moderiert wurde der Informationsabend von
AFI-Botschafterin und TV-Journalistin Okka Gundel.

Am Vorabend zum Welt-Alzheimer-Tag am 21. September verdeutlichte Prof.
Dodel den 320 Besuchern, warum im Falle eines Verdachts auf Alzheimer eine
korrekte Diagnose wichtig ist. „Die Alzheimer-Erkrankung kann bisher nicht
dauerhaft aufgehalten werden, wir können aber mit den bisherigen
Medikamenten den Zustand für sechs bis zwölf Monate einfrieren.“ Zudem
könnten Nebenwirkungen behandelt werden.

Nach der Diagnose müssten die Patienten im Vordergrund stehen. Dafür
setzte sich Detlef Rüsing, Leiter des Dialog- und Transferzentrum Demenz
an der Universität Witten/Herdecke, ein. „Alzheimer bedeutet für die
Erkrankten ein ständiges Erleben von Fremdheit. Und das macht Angst“,
sagte Rüsing. „Wir müssen mit den Alzheimer-Patienten sprechen und nicht
nur mit den Angehörigen.“

Eine gute Nachricht hatte Privatdozent Dr. Ulrich Finckh mitgebracht. Der
Humangenetiker berichtete, dass die Alzheimer-Krankheit nur in ganz
seltenen Fällen erblich sei, da das Risiko für diese spezielle Form der
Erkrankung etwa 1:15.000 betrage. Ein grundsätzlicher Verdacht bestünde,
wenn die Erkrankung bereits vor dem 60. Lebensjahr auftritt und es mehrere
Krankheitsfälle in der Familie gibt.

Einen spannenden Einblick in die Forschung bot Benedikt Zott von der TU
München, der Schlafstörungen im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit
erforscht. „Knapp 40 Prozent der Alzheimer-Patienten leiden unter
Schlafstörungen. Bei ihnen sind vor allem die Tiefschlafwellen gestört“,
sagte Zott. Diese Tiefschlafwellen seien aber wichtig für die
Gedächtnisbildung, da in dieser Schlafphase die über den Tag erlebten
Ereignisse ins Langzeitgedächtnis übertragen werden. Vor diesem
Hintergrund ist es besonders interessant, dass in der Erprobung
befindliche Alzheimer-Wirkstoffe, sogenannte „Beta-Sekretase-Hemmer“,
sozusagen als Nebeneffekt auch die Schlafqualität zu verbessern scheinen.

Die Veranstaltung war Teil der AFI-Kampagne „#gehzumArzt“. Unter diesem
Motto weist die AFI darauf hin, dass jeder einen Arzt aufsuchen sollte,
der bei sich eine Verschlechterung des Gedächtnisses feststellt. Es ist
wichtig, früh und professionell abzuklären, was der Auslöser der
Vergesslichkeit ist, um mögliche Ursachen zu behandeln oder im Falle einer
Alzheimer-Erkrankung frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen.

Die AFI hat sämtliche  Empfehlungen in der Broschüre „Diagnose-Verfahren
bei Alzheimer – Ärztliche Tests im Überblick“ kompakt und leicht
verständlich zusammengefasst. Die Broschüre kann kostenfrei bestellt
werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210
Düsseldorf; Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0; Webseite: www.alzheimer-
forschung.de/diagnoseverfahren.

Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger
Verein, der das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. trägt.
Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte
engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial
für die Öffentlichkeit bereit. Bis heute konnte die AFI 230
Forschungsaktivitäten mit über 9,2 Millionen Euro unterstützen und rund
800.000 Ratgeber und Broschüren verteilen. Interessierte und Betroffene
können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-
Krankheit informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Ebenso finden
sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen
Spendenmöglichkeiten. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und
Sportmoderatorin Okka Gundel.

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Neue Medikamente für Migräneprophylaxe auf dem Markt: Antikörper-Injektion gegen Migräneattacken

Zur Prophylaxe von episodischer und chronischer Migräne sind jetzt neue
Medikamente zugelassen. Bei diesen handelt es sich um sogenannte
Antikörper, die die Wirkung des Botenstoffs CGRP (Calcitonin Gene-Related-
Peptide) blockieren. Dieser ist für Migräneattacken mitverantwortlich.
Studien haben die hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit der neuen
Substanzen gezeigt. Wie genau die CGRP-Antikörper wirken, zu welchen
Ergebnissen die Studien im Einzelnen kommen und welche Patienten von
dieser neuen Therapie profitieren, diskutieren Experten auf der
Pressekonferenz am 18. Oktober anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses
2018 vom 17. bis 20. Oktober in Mannheim.

In Deutschland leiden ca. sechs bis acht Prozent der Männer und ca. 20
Prozent der Frauen an Migräne. Die Patienten haben nicht nur pulsierende
Kopfschmerzen. Oft ist ihnen übel, sie sind appetitlos, haben Sehstörungen
und sind überempfindlich auf Licht und Geräusche. Von einer chronischen
Migräne sprechen Ärzte, wenn ein Patient an 15 und mehr Tagen über
migränetypischen Kopfschmerz berichtet. Bei episodischer Migräne leiden
Betroffene in unterschiedlich großen zeitlichen Abständen an bis zu 14
Tagen monatlich unter Migräne. Während Kopfschmerzen das Symptom einer
anderen Erkrankung sein können, ist die Migräne eine sogenannte
idiopathische Erkrankung, sie ist ein selbständiger Krankheitszustand –
das Symptom ist zugleich die Krankheit. „Die Ursache der Migräne ist noch
nicht bekannt. Eine überzeugende Hypothese ist, dass bestimmte Botenstoffe
schmerzwahrnehmende Nervenfasern im Kopfbereich reizen und damit die
Migräne auslösen“, sagt Privatdozentin Dr. med. Stefanie Förderreuther,
Präsidentin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V.
(DMKG) und Oberärztin an der Neurologischen Klinik, Ludwig-Maximilians-
Universität München. Bei der Analyse der Stoffe, die den Kopfschmerz
auslösen, stießen Forscher auf den Botenstoff CGRP (Calcitonin Gene-
Related-Peptide), der in der Migräneattacke ausgeschüttet wird. „Der
therapeutische Ansatz bestand nun darin, einen Antikörper zu entwickeln,
der die Wirkung von CGRP blockiert. Entstanden ist eine ganz neue
Medikamentenklasse, die vor allem für die Vorbeugung der Migräne geeignet
ist“, betont Förderreuther.

Drei CGRP-Antikörper zeigten in Studien, dass sie wirksamer sind als
Placebo und zu einer signifikanten Abnahme der Migränetage führen. Alle
drei Substanzen, die durch eine Spritze unter die Haut verabreicht werden,
führten bereits sehr früh in den ersten vier Therapiewochen zu einem
signifikanten Therapieeffekt und waren zudem gut verträglich. Die in den
Studien dokumentierten Nebenwirkungen entsprachen in Art, Schwere und
Häufigkeit den Nebenwirkungen, die unter Placebo angegeben wurden.
Hauptbeschwerde waren Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle.

Eines der drei Medikamente (Erenumab) ist bereits für die vorbeugende
Behandlung von Migräne bei Erwachsenen auf dem europäischen Markt
zugelassen und wird vermutlich Ende des Jahres in deutschen Apotheken zur
Verfügung stehen. Die beiden anderen Präparate, Galcanezumab und
Fremanezumab, sind bereits in den USA zugelassen; für den europäischen
Markt wird die Entscheidung in Kürze erwartet. Die DMKG-Präsidentin
betont: „Die Studienergebnisse zeigen, dass es sich um gut wirksame und
verträglich Substanzen handelt. Heilen können wir die Migräne damit nicht.
Aber die Anzahl der Migränetage zu senken, ist bereits ein großer Segen
für die Betroffenen.“

Da sich die Studiendesigns bei den drei untersuchten CGRP-Antikörpern
Erenumab, Galcanezumab und Fremanezumab sehr unterscheiden, lassen sich
ihre Wirkstärken nicht miteinander vergleichen. Unter der Behandlung mit
Erenumab kam es bei Patienten mit episodischer Migräne und
durchschnittlich ca. acht Migränetagen pro Monat zu einem Rückgang um ca.
drei Tage. In den Studien zeigten ca. 40 Prozent der Patienten eine
Besserung der Migräne von mindestens 50 Prozent. Bei der besonders schwer
zu behandelnden chronischen Migräne mit durchschnittlich ca. 18
Migränetagen pro Monat gingen die Kopfschmerztage um sechs bis sieben Tage
zurück. Eine mindestens 50-prozentige Besserung war bei ca. 40 Prozent der
Patienten zu verzeichnen.
Unter Behandlung mit Fremanezumab wurde bei der sogenannten hochfrequenten
episodischen Migräne mit acht bis 14 Migränetagen pro Monat ein Rückgang
um ca. sechs Tage erreicht. Über 50 Prozent der Patienten zeigten eine
Besserung um mindestens 50 Prozent. Bei Patienten mit chronischer Migräne
gingen die Kopfschmerztage um vier bis fünf Tage zurück. Eine mindestens
50 prozentige Besserung war bei ca. 40 Prozent der Patienten zu
verzeichnen.
Galcanezumab wurde in den Studien ebenfalls bei der episodischen Migräne
eingesetzt. Die Migränetage nahmen ausgehend von ca. neun Migränetagen pro
Monat um ca. vier bis knapp fünf Tage ab und es wurde eine Verbesserung
der Migräne um mindestens 50 Prozent bei ca. 60 Prozent der Patienten
festgestellt. Bei Patienten mit chronischer Migräne kam es bei
durchschnittlich 19 Migränetagen pro Monat zu einer Abnahme um vier bis
fünf Tage. Eine mindestens 50 prozentige Besserung trat bei ca. 30 Prozent
der Patienten ein.

Die Frage, welche Patientengruppe für die Therapie mit Antikörpern
besonders infrage komme, beantwortet Privatdozent Dr. med. Tim Jürgens,
Kongresspräsident des Deutschen Schmerzkongresses 2018 und Ärztlicher
Leiter des Kopfschmerzzentrums Nord-Ost, Universitätsmedizin Rostock und
fasst damit die Meinung der DMKG als der zuständigen Fachgesellschaft
zusammen: „In erster Linie sollten diejenigen Patienten mit den neuen
Antikörpern behandelt werden, die schwer und häufig von Migräneattacken
betroffen sind und bei denen bislang verfügbare Mittel nicht gut gewirkt
haben oder die für sie nicht gut verträglich waren“.

Literatur:
Dodick, D. W., Ashina, M., Brandes, J. L. et al.: ARISE: A Phase 3
randomized trial of erenumab for episodic migraine. Cephalalgia. First
Published February 22, 2018. DOI: 10.1177/0333102418759786
Abstract:<http://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0333102418759786>
Myers Oakes, T. M., Skljarevski, V., Zhang, Q. et al.: Safety of
galcanezumab in patients with episodic migraine: A randomized placebo-
controlled dose-ranging Phase 2b study.
First Published January 8. DOI: 10.1177/0333102417747230
Abstract:<http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0333102417747230?journalCode=cepa>
Goadsby, P. J., Reuter, U., Hallstrom, Yngve et al.: A Controlled Trial of
Erenumab for Episodic Migraine. N Engl J Med 2017; 377:2123-2132. DOI:
10.1056/NEJMoa1705848
<https://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1705848>
Silberstein, S. D., Dodick, D. W., Bigal, M. E. et al.: Fremanezumab for
the Preventive Treatment of Chronic Migraine. N Engl J Med 2017;
377:2113-2122. DOI: 10.1056/NEJMoa1709038
<https://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1709038>

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