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Gesundheit

Center Smart Materials CeSMa erhält SilverStar Förderpreis 2017 für innovativen Druckmessstrumpf

Prophylaxe bei Diabetes: Elastomersensoren in einem Druckmessstrumpf verarbeitet warnen bei zu hoher Druckbelastung.  © K. Selsam, Fraunhofer ISC
Prophylaxe bei Diabetes: Elastomersensoren in einem Druckmessstrumpf verarbeitet warnen bei zu hoher Druckbelastung. © K. Selsam, Fraunhofer ISC

Anlässlich des Diabetes-Kongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft
wurde am 24. Mai 2017 in Hamburg der SilverStar Förderpreis für besondere
Projekte verliehen, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität älterer
Menschen mit Diabetes beitragen. Dieses Jahr geht der Preis an das Center
Smart Materials CeSMa des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC in
Würzburg für einen innovativen Druckmessstrumpf, der Diabetiker im Alltag
unterstützen soll.

Praxisoriente Projekte für Diabetespatienten

Mit dem SilverStar Förderpreis, der seit 2011 jährlich von der Berlin-
Chemie AG verliehen wird, werden praxisorientierte sowie kreative Projekte
und Ideen gewürdigt, die speziell für ältere Menschen mit Diabetes eine
Erleichterung im Alltag und eine bessere Lebensqualität bieten. Der Preis
ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. In diesem Jahr geht der Förderpreis
für die beste innovative Idee an das Center Smart Materials CeSMa des
Fraunhofer ISC für einen neuartigen Messstrumpf, der mit einem
integrierten Sensorsystem Diabetiker vor zu hoher Druckbelastung am Fuß
warnt.

Preisträger Dr. Bernhard Brunner, Leiter Applikationstechnik beim Center
Smart Materials, freut sich über den Preis: »Es ist eine sehr große Freude
und Auszeichnung für uns gewesen, als wir davon erfahren haben. Einerseits
ist es eine Anerkennung für die geleistete Arbeit und die gute Idee,
andererseits zeigt es uns, dass wir mit diesem Hilfsmittel dazu beitragen
können, dass Diabetespatienten ein besseres Leben führen können.«

Jurymitglied und Arzt Dr. Martin Lederle, Ahaus betonte: »Der
Druckmessstrumpf hat für Diabetespatienten einen enormen Vorteil: Mit ihm
kann der Entstehung des Diabetischen Fußsyndroms frühzeitig
entgegengewirkt werden. Die neuen Daten bieten für uns Ärzte ganz neue
Möglichkeiten in der Behandlung und Betreuung unserer Patienten.«

Warnsignal bei zu hohem Druck

Da Diabetes-Betroffene oftmals ein herabgesetztes Schmerzempfinden haben,
spüren sie nicht, wenn ihre Schuhe zu eng oder ihre Füße zu stark belastet
sind. Schon kleine unebene Stellen oder der Druck des Schuhs auf den Fuß
können so unbemerkt zu Druckgeschwüren, offenen Wunden oder gar
Schädigungen am Gewebe führen. Vielen Diabetes-Patienten müssen deshalb
Zehen oder sogar Füße amputiert werden.

Der Messstrumpf, den das Fraunhofer ISC gemeinsam mit Industriepartnern
und den Fraunhofer-Kollegen vom IIS entwickelt hat, soll dies verhindern.
Insgesamt 40 sehr dünne Sensoren messen die Druckbelastung und -verteilung
am Fuß an medizinisch relevanten Stellen und übernehmen so die Funktion
der Nerven. Im Gegensatz zu bisherigen Systemen, die nur den Druck auf der
Unterseite des Fußes wahrnehmen, besitzt der Strumpf Sensoren an der
Sohle, der Ferse, dem Spann und dem Knöchel. Die Signalerfassung erfolgt
somit dreidimensional, was herkömmliche Produkte bislang nicht leisten
konnten.

Die Sensoren bestehen aus einer stark dehnbaren, weichen Elastomerfolie
aus Silikon – eine ideale Voraussetzung für die Integration in Textilien.
Die Folie ist beidseitig mit hochflexiblen Elektroden aus Graphit oder Ruß
beschichtet. Verformt sich die Folie bei Druck oder Dehnung, verringert
sich ihre Dicke. Gleichzeitig vergrößert sich dabei die Fläche. Das
Resultat: Die elektrische Kapazität als Messgröße erhöht sich. Steht der
Patient beispielsweise längere Zeit auf einer Stelle, erhöht sich die
Druckbelastung. Dies erkennen die Sensoren und schicken das Messsignal
über leitfähige Fäden an eine Auswerteelektronik, die wiederum mit einem
Smartphone oder Tablet drahtlos verbunden werden kann und so die Daten
speichert und darstellt.

Die Elastomersensoren lassen sich durch Kleben gut in Textilien
integrieren und sind so dünn und elastisch, dass sie den Tragekomfort
nicht einschränken. Zudem ist Silikon sehr gut hautverträglich und
beständig gegen Wasch- und Desinfektionsmittel.

Weiterentwicklung geplant

Das Preisgeld in Höhe 10.000 Euro wird CeSMa zur Weiterentwicklung des
Druckmessstrumpfs nutzen: »Zunächst wollen wir die Sensoren noch dünner
machen, sodass die Textilschicht des Strumpfs am Ende eine maximale Dicke
von einem Millimeter hat und damit noch bequemer für den Patienten wird«,
so Dr. Brunner. Geplant ist außerdem eine Miniaturisierung und Optimierung
der Elektronik – sie soll abnehmbar sein und mit einem integrierten Akku
eine längere Laufzeit von einigen Tagen haben.

Wenn der Strumpf dann technisch einwandfrei funktioniert, wird das CeSMa-
Team einen größeren Anwendertest durchführen. Dazu werden mehrere
Strumpfpaare benötigt, die Patienten und Ärzten für Testzwecke zur
Verfügung stehen. Dies schafft die Voraussetzung für eine spätere
Serienherstellung, für die CeSMa noch Partner sucht.

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Fit For Life - Vierter Gesundheitstag der Hochschule Koblenz mit guter Resonanz

Impression vom Gesundheitstag  Hochschule Koblenz
Impression vom Gesundheitstag Hochschule Koblenz

Unter dem Motto „Fit For Life“ bot der vierte Gesundheitstag der
Hochschule Koblenz allen Beschäftigten und Studierenden der drei
Hochschulstandorte ein interessantes Programm.  Die zahlreichen Vorträgen,
Workshops und Check-ups rund um das Thema Gesundheit deckten vielfältige
Aspekte der Prävention ab – angefangen von gesunder Ernährung und mentaler
Fitness über sportliche Aktivitäten und Bewegungsanalyse bis hin zur
klassischen Gesundheitsvorsorge.

KOBLENZ. Unter dem Motto „Fit For Life“ bot der vierte Gesundheitstag der
Hochschule Koblenz allen Beschäftigten und Studierenden der drei
Hochschulstandorte ein interessantes Programm.  Die zahlreichen Vorträgen,
Workshops und Check-ups rund um das Thema Gesundheit deckten vielfältige
Aspekte der Prävention ab – angefangen von gesunder Ernährung und mentaler
Fitness über sportliche Aktivitäten und Bewegungsanalyse bis hin zur
klassischen Gesundheitsvorsorge. Organisiert hatte den vierten
Gesundheitstag, der in diesem Jahr am RheinMoselCampus in Koblenz
stattfand, der Arbeitskreis „Gesunde Hochschule“. Zahlreiche
Kooperationspartner, darunter Krankenkassen, der allgemeine
Hochschulsport, der medizinische Dienst der Hochschule (BAD GmbH), das
Studierendenwerk Koblenz und der AStA unterstützten den Gesundheitstag mit
ihren vielseitigen Angeboten. Dass Lachen ganz besonders gesund ist,
bewies der junge Musiker und Humorist Matthias Ningel mit Auszügen aus
seinem Kabarettprogramm „Jugenddämmerung“ zum Abschluss der Veranstaltung.

„Ziel des alle zwei Jahre stattfindenden Gesundheitstages ist es, sowohl
Beschäftigte als auch Studierende der Hochschule Koblenz für
gesundheitsspezifische Themen zu sensibilisieren“, betonte Prof. Dr.
Rainer Ningel, Vorsitzender des Arbeitskreises Gesunde Hochschule, bei der
Eröffnung der Veranstaltung. In seiner Begrüßungsansprache rief Prof. Dr.
Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, ebenfalls
dazu auf, die vielen präventiven Gesundheitsmaßnahmen ausgiebig zu nutzen
und auch über den Gesundheitstag hinaus auf die Gesunderhaltung von Leib
und Seele zu achten.

Unzählige medizinische Angebote und Check-ups, unter anderem Blutdruck-
und Blutzuckermessung, EKG, Hörtest, Lauf- und Bewegungsanalyse, Vital
Screening, Augenmessung, Stresstest, Balance Check, Lungenfunktionstest,
Handkraftmessung und der Werte Check boten ausreichend Gelegenheit zur
individuellen Prävention. An den Infoständen ging es unter anderem um die
Themen Ernährung, Allergien und Hauterkrankungen. Mini-Kurse in Faszien-
Fitness und Yoga sowie eine Rückenschule und Übungen gegen Bewegungsmangel
im Allgemeinen luden zum Mitmachen ein. Einige Vorträge und
Gesprächskreise griffen die Themen Stressbewältigung und Achtsamkeit am
Arbeitsplatz auf und gaben praktische Tipps dazu. Restlos ausgebucht war
das Angebot „Urlaub für die Muskeln“, hinter dem sich eine entspannende
Rückenmassage verbarg. Wer mindestens fünf der Angebote nutzte, konnte an
einem Gewinnspiel teilnehmen und dabei wertvolle Wellness-Gutscheine
gewinnen.

Für Aufmerksamkeit im Außenbereich sorgten vor allem das Angebot
„Loopyball“ des Sportreferats des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA)
sowie die Angebote der Deutschen Verkehrswacht, die einen Auffahrunfall
sowie das Überschlagen eines Autos simulierten. Viele Mutige nahmen in dem
drehbar eingespannten Kleinwagen Platz, um sich im wahrsten Sinne des
Wortes auf den Kopf stellen zu lassen.

Besonderes Highlight war die Abschlussveranstaltung mit dem Kabarettisten
Matthias Ningel, der Auszüge aus seinem aktuellen Programm
„Jugenddämmerung“ zum Besten gab. In seinen selbst komponierten Liedern,
bei denen er sich virtuos selbst am Klavier begleitete, thematisierte er
wortgewaltig und witzig gesellschaftliche Phänomene wie das Online-Dating,
den Konsum-Wahn und den omnipräsenten Leistungsdruck, der selbst im Yoga-
Kurs nicht ende. Für große Heiterkeit sorgten insbesondere seine
autobiographisch angehauchten Lieder, etwa der Schlager über seine
unerreichte Jugendliebe Ilona oder über seinen Auszug aus dem Elternhaus. Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.hs-koblenz.de

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Gesundheitscloud ermöglicht Selbstbestimmung über medizinische Daten

Das aktuelle Blutbild liegt beim Hausarzt, die letzte Röntgenaufnahme beim
Radiologen und die täglich gemessene Herzfrequenz auf dem Fitness-Armband.
Damit Patientinnen und Patienten künftig selbst ihre Gesundheitsdaten
zusammenführen und verwalten können, entwickeln IT-Experten des Potsdamer
Hasso-Plattner-Instituts (HPI) derzeit die Gesundheitscloud. Detaillierte
Informationen hierzu finden Sie unter:
https://hpi.de/open-campus/hpi-initiativen/gesundheitscloud.html

„Der Patient hat das Recht auf seine eigenen Daten“, begründet HPI-Stifter
Professor Hasso Plattner den Start des Projekts am Potsdamer
Exzellenzzentrum. Eine gemeinnützige Plattform schaffe seinen Worten nach
das notwendige Vertrauen, dass die Daten nicht missbraucht werden.
Die Cloud-Architektur schützt die sensiblen Informationen unter Einhaltung
höchster Datenschutzstandards. Gleichzeitig bietet sie dem Einzelnen einen
vollständigen Überblick über seine Gesundheitsdaten. Dabei entscheidet der
Patient selbst, welche Ärzte, Angehörigen oder Gesundheits-Apps die
persönlichen Daten nutzen dürfen.

„Die Digitalisierung des Gesundheitssystems und die Etablierung einer
Gesundheitscloud eröffnet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten“, so HPI-
Direktor Professor Christoph Meinel. Ärzte könnten durch den Zugang zu
einer lückenlosen Patientenhistorie neue Zusammenhänge aufdecken und die
Therapie stärker auf den spezifischen Patienten anpassen. „Auch die
Erforschung von Krankheiten wie Krebs könnte stark davon profitieren, wenn
es endlich eine Option gäbe, die eigenen Daten anonymisiert zur Verfügung
zu stellen“, hofft Meinel.

Hinweis für Redaktionen/Präsentationen der Gesundheitscloud:

„Data Debate: Vernetzte Gesundheit“

Datum: 1. Juni 2017, Beginn 19.00 Uhr
Mit: u. a. Hermann Gröhe, MdB, Bundesminister für Gesundheit; Professor
Christoph Meinel, Direktor, Hasso-Plattner-Institut; Moritz Diekmann,
Geschäftsführer, Telefónica Germany Next
Ort: Telefónica BASECAMP, Mittelstraße 51-53, 10117 Berlin
Anmeldung: https://www.datadebates.de

Digital Health Conference auf dem Digital-Gipfel

Datum: 12. Juni 2017
Ort: Roche Mannheim, Sandhofer Str. 116, 68305 Mannheim
Anmeldung: https://health-conference.de


Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands
universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de).
Mit dem Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ bietet
die Digital Engineering Fakultät der Universität Potsdam ein
deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes
ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium an, das von derzeit rund
500 Studierenden genutzt wird. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das
HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste
Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school,
bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI
zwölf Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und
Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen
IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit
ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt
der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer,
hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und
Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.

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Höchste Standards in der Herz-Lungen-Unterstützung

Die ECMO ist heute unverzichtbar in der modernen Notfall- und Intensivmedizin.  Werner Krüper
Die ECMO ist heute unverzichtbar in der modernen Notfall- und Intensivmedizin. Werner Krüper

Dem ECMO-Zentrum des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) wurde die
höchste Auszeichnung der internationalen Extracorporeal Life Support
Organization (ELSO) verliehen. Damit zählt es zu den leistungsfähigsten
und kompetentesten Zentren weltweit.

Wenn Herz und Lunge aufgeben, beispielsweise aufgrund eines Herz-
Kreislauf-Stillstands oder nach einer schweren Verletzung, zählt jede
Minute. Je schneller der Patient professionelle Hilfe erfährt, umso höher
sind seine Überlebenschancen. Seit über 20 Jahren leistet das UKR
Pionierarbeit im Einsatz der extrakorporalen Herz-Lungen-Unterstützung,
auch Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) genannt, mithilfe derer die
Herz- und/oder Lungenfunktion zeitweise überbrückt werden kann. Das
Engagement der Regensburger Experten, vereint im ECMO-Zentrum des UKR,
wurde nun mit der höchsten Auszeichnung der internationalen
Fachgesellschaft ELSO gewürdigt, dem Award for Excellence in Life Support
– Platinum Level. Professor Dr. Christof Schmid, PD Dr. Thomas Müller, PD
Dr. Matthias Lubnow, Dr. Dirk Lunz, Alois Philipp und Maik Foltan vom
ECMO-Zentrum des UKR nahmen die Urkunde auf dem größten Treffen von ECMO-
Experten in Europa, dem EURO-ELSO Kongress, Anfang Mai 2017 in Maastricht,
Niederlande, entgegen.

„Durch unsere Anstrengungen in den letzten 20 Jahren haben wir aktiv dazu
beigetragen, die Einsatzmöglichkeiten der extrakorporalen Herz-Lungen-
Unterstützung weiterzuentwickeln und konnten dadurch das Leben vieler
Patienten retten. Die Aufwertung unserer Zertifizierung auf das Platinum
Level der Extracorporeal Life Support Organization würdigt unsere Arbeit
und zeigt, dass sich unser stetiger Einsatz lohnt“, so Professor Dr.
Christof Schmid, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und
herznahe Gefäßchirurgie des UKR.

Miniaturisierung für den mobilen Einsatz

Durch ihre intensive Forschungsarbeit und jahrelange klinische Erfahrung
konnten die Regensburger ECMO-Spezialisten bereits mehrere Innovationen im
Bereich der Intensivmedizin etablieren.
So gelang es den ECMO-Experten des UKR 2006, die weltweit kleinste,
tragbare Herz-Lungen-Maschine zu entwickeln und die herkömmlicherweise 200
kg schwere Maschine für den mobilen Einsatz nutzbar zu machen. Mit der
sehr viel kompakteren Maschine können seither schwerstkranke, auf
konventionellem Wege nicht transportfähige Patienten in ein Spezialzentrum
wie das ECMO-Zentrum des UKR transportiert und ihre Überlebenschance so um
ein Vielfaches erhöht werden. Die tragbare Herz-Lungen-Maschine wird auch
bei Notarzteinsätzen verwendet. So können Patienten mit Herz- und
Lungenversagen noch am Ort des Unfalls bestmöglich versorgt und wertvolle
Zeit bis zur Weiterversorgung im Krankenhaus gespart werden. „Wir
übernehmen mit unserer Entwicklung insbesondere eine Vorreiterrolle in der
Miniaturisierung der mobilen Herz-Lungen-Maschine für den Transport
schwerstkranker Patienten – nach Ansicht vieler Experten eine der
wichtigsten Innovationen der modernen Intensiv- und Notfallmedizin“,
kommentiert Alois Philipp, Kardiotechniker in der Klinik und Poliklinik
für Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie des UKR.

2014 etablierte das ECMO-Zentrum des UKR ein Reanimationsfahrzeug. Dieses
ist mit einer transportablen Herz-Lungen-Maschine ausgestattet und wird
von einem Spezialistenteam, bestehend aus Anästhesist und Kardiotechniker,
betreut. Im Rahmen von Notarzteinsätzen können Patienten mit plötzlichem
Herz-Kreislauf-Stillstand damit effizienter versorgt werden. „Dieses
Projekt ist weltweit immer noch einmalig. Seitdem das ECMO-Team mit dem
Reanimationsfahrzeug mobil einsetzbar ist und nach Bedarf zu Notfällen
hinzugezogen werden kann, konnten wir die Überlebensraten bei unseren
Patienten deutlich steigern“, so Dr. Dirk Lunz, Oberarzt in der Klinik für
Anästhesiologie und Leiter der ECMO-Transporte am UKR.

Die Überlebenschance verbessert sich stetig

Neben Notarzteinsätzen und Patiententransporten wird das ECMO-Verfahren
auch bei akutem Lungenversagen infolge von Verletzungen oder Erkrankungen
wie Pneumonie oder Sepsis, bei Herzkrankheiten oder während
Herzoperationen in der modernen Intensiv- und Notfallmedizin eingesetzt.
Durch ECMO wird die Herz-Lungen-Funktion außerhalb des Körpers
unterstützt. Über ein Schlauchsystem wird das sauerstoffarme Blut des
Patienten in eine künstliche Lunge außerhalb des Körpers abgeführt, wo es
mit Sauerstoff angereichert und Kohlenstoffdioxid entfernt wird.
Anschließend wird das Blut dem Körper mittels einer Pumpe über das
Schlauchsystem wieder zugeführt.

Angeboten werden kann ECMO nur in hochspezialisierten Kliniken, da bei der
Therapie verschiedene Fachbereiche eng zusammenarbeiten müssen. Im
Universitätsklinikum Regensburg sind das neben der Kardiotechnik die
Bereiche Intensivmedizin, Kardiologie, Anästhesiologie, Herzchirurgie
sowie Kinder- und Jugendmedizin.

Im ECMO-Zentrum des UKR werden jährlich etwa 170 bis 180 Patienten aller
Altersgruppen mit der extrakorporalen Unterstützung behandelt, 40 Prozent
davon aufgrund akuten Lungenversagens, 60 Prozent aufgrund Herzversagens.
Durch die ECMO-Therapie überleben inzwischen 70 Prozent der
Lungenpatienten, bei den Herzpatienten sind es bis zu 45 Prozent. Zwischen
sieben und elf Tage sind die Patienten im Durchschnitt an der Maschine
angeschlossen, in Ausnahmefällen können es aber auch bis zu drei Monate
sein. „Durch unsere langjährige Erfahrung und unsere ständige Arbeit an
ECMO-Therapieverfahren konnten wir die Überlebensraten unserer Patienten
in den letzten Jahren stetig verbessern. Diese Entwicklung werden wir auch
weiterhin verfolgen“, resümiert PD Dr. Thomas Müller, Oberarzt in der
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des UKR.

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