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Gesundheit

"Das Gute in der Bohne": Expertin Karen Nieber zum Tag des Kaffees

Kaffee-Expertin Prof. Dr. Karen Nieber  Foto: PrivatDürfen Schwangere oder Jugendliche Kaffee trinken? Erhöht der braune Muntermacher tatsächlich den Blutdruck? Welche Auswirkungen hat Kaffee auf unser Gehirn? - Viele Fragen und noch mehr widersprüchliche Antworten drehen sich um das Lieblingsgetränk der Deutschen. Die Pharmazeutin Karen Nieber, emeritierte Professorin der Universität Leipzig, befasst sich seit vielen Jahren mit diesem Thema. Erst kürzlich hat sie wieder in der "Pharmazeutischen Zeitung"über "Das Gute in der Bohne" geschrieben und dafür mehrere wissenschaftliche Studien zur Wirkung des Kaffees ausgewertet. Es wird Zeit, mit ihr kurz vor dem deutschlandweiten Tag des Kaffees am 1. Oktober darüber zu sprechen.


Frau Prof. Nieber, Sie haben aktuelle Studien zum Streitthema Kaffeegenuss bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgewertet. Was ist Ihr Fazit?

Kaffee erhöht den Blutdruck kurzzeitig. Das ist gut, wenn wir morgens in Gang kommen wollen. Aber die Wirkung geht schnell wieder zurück - vor allem bei Menschen, die Kaffee gewöhnt sind. Es gibt umfangreiche Studien, die besagen, dass regelmäßiger Kaffeegenuss bei gesunden Menschen dauerhaft keinen Einfluss auf Blutdruck und Infarktrisiko hat. Vorsichtig sollten nur ältere Menschen sein, die bereits an Bluthochdruck leiden. Sie sollten nicht mehr als eine Tasse täglich trinken.

Wie ist das bei Schwangeren?

Alkohol ist in der Schwangerschaft strikt verboten. Das gilt für Kaffee nicht. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eindeutig erklärt, dass Schwangere Kaffee in Maßen trinken können, jedoch nicht mehr als 200 Milligramm Coffein pro Tag. Das sind etwa drei Tassen. Übrigens dürfen auch Schulkinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren ganz ohne Bedenken Kaffee trinken: Man sagt täglich etwa drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht Coffein, dazu zählt allerdings auch der Coffeingehalt in Softdrinks.

Auf wen wirkt sich Kaffeegenuss gesundheitsfördernd aus?

Diabetiker, Asthmatiker, Patienten mit Lebererkrankung und auch Sportler pofitieren vom Kaffee. Viele Ausdauersportler trinken vor dem Wettkampf ein bis drei Tassen, weil Kaffee den Kreislauf anregt, die Durchblutung der Muskulatur fördert und dadurch bei Muskelschmerzen hilft. Da braucht man oft kein Schmerzmittel mehr. Ob Kaffee auch den langfristigen Trainingseffekt steigert, ist bislang nicht geklärt. 


Wie viele Tassen täglich sind für einen gesunden Menschen empfehlenswert?
Zwei bis drei Tassen pro Tag haben einen positiven Effekt. Das gilt aber auch für entkoffeinierten Kaffee. Nicht nur das Koffein hat Auswirkungen auf den Körper, auch andere Inhaltsstoffe wie beispielsweise Chlorogensäure. Kaffee ist ein Naturprodukt und keine Monosubstanz. Die verschiedenen Inhaltsstoffe bringen einen Synergieeffekt. Sie wirken an verschiedenen Stellen des Körpers. Man spricht auch von einem Multi-Target-Effekt. Die Mischung macht’s also.

Wie viel Kaffee trinken Sie täglich?

Ich trinke drei bis vier Tassen am Tag - mit Milch. Da ist die Magenreizung geringer als bei schwarzem Kaffee.

Weitere Informationen finden Sie unter Universität Leipzig,

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Online-basierte Hilfe für depressive Patienten

Stiftung Deutsche Depressionshilfe stellt iFightDepression Tool zum Europäischen Depressionstag am 1. Oktober vor

Depression ist eine ernste und oft lebensbedrohliche psychische Erkrankung. Insgesamt erkranken in Deutschland im Laufe eines Jahres ca. 5,3 Mio. Menschen an einer behandlungsbedürftigen, unipolaren Depression. Depression stellt dabei einen Hauptrisikofaktor für Suizide dar. Jeden Tag nehmen sich in Deutschland nahezu 30 Menschen das Leben. Damit versterben hierzulande jährlich insgesamt ca. 10.000 Menschen durch Suizid.

Für viele Menschen ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner, wenn sie psychische oder physische Veränderungen bemerken, die auf eine Depression hindeuten können. Die Hausärzte sind dann in der Regel die ersten, die eine Diagnose stellen. Sie können ihren Patienten eine Pharmakotherapie anbieten und die Betroffenen in fachärztliche oder psychotherapeutische Hände lotsen. Jedoch sind Hausärzte und deren Patienten häufig mit langen Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz oder Facharzttermin konfrontiert.

Genau an dieser Stelle setzt das iFightDepression Tool der Stiftung Deutsche Depressionshilfe an: Es handelt sich hierbei um ein Online-Selbstmanagement-

Programm für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren, die unter leichteren Depressionsformen, d.h. leichten bis mittelgradigen, aber auch unterschwelligen Depressionen leiden. Das Besondere an dem Programm: Die Nutzer werden durch die Hausärzte oder entsprechend geschultes Fachpersonal, über das sie den Zugang erhalten haben, bei der Nutzung des Tools begleitet. „Nachweislich sind begleitete Programme effektiver als solche, die keine Begleitung integrieren“, erläutert Projektleiterin und Diplom-Psychologin Nicole Koburger anlässlich der Pressekonferenz zum 13. Europäischen Depressionstag in Berlin. „So kann es im Rahmen einer regulären Behandlung oder beim Warten auf einen Therapieplatz als ergänzender Behandlungsbaustein durch den Arzt oder Psychotherapeuten eingesetzt werden.“

Das Programm selbst beruht auf den Prinzipien der Kognitiven Verhaltenstherapie. Es bietet einen Verlaufsbogen zur Stimmungskontrolle und Arbeitsblätter, die für persönliche Übungen und Aufgaben zu Hause verwendet werden können. Diese können online oder ausgedruckt bearbeitet werden. Das Tempo beim Durchlaufen des Programms bestimmen die Nutzer selbst.

Dr. Karl-Michael Müller aus Quierschied beispielsweise hat das Tool in der Testphase in seiner Hausarzt-Praxis erprobt: „Das iFightDepression Tool ist ein wichtiges Instrumentarium im hausärztlichen Therapiekonzept depressiver Erkrankungen. Die zunehmend medienorientierten Patienten werden besser erreicht und können durch Förderung ihrer Ressourcen im Selbstmanagement besser mit der Erkrankung Depression umgehen.“

Um sich für den Einsatz des iFightDepression Tools als begleitender Arzt oder Psychotherapeut zu qualifizieren, bietet die Stiftung Deutsche Depressionshilfe kostenfrei ein Online-Training an. Dieses besteht aus einer Reihe von Videos mit einer Gesamtlänge von etwa 70 Minuten. Nach abschließendem Test erhalten alle Teilnehmer ein Zertifikat sowie einen persönlichen Programmzugang und können ab sofort ihre Patienten zur kostenfreien Nutzung des Tools einladen. Eine CME-Zertifizierung ist beantragt, so dass Ärzte und Psychotherapeuten zukünftig die Teilnahme am Online-Training als Fortbildungsmaßnahme geltend machen können.

iFightDepression ist derzeit in neun europäischen Sprachen verfügbar bzw. in der Entwicklung, u.a. in Englisch und Spanisch. Das Tool wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Hegerl innerhalb eines EU-finanzierten Forschungsprojekts mit weltweit führenden Experten sowie Patientenorganisationen entwickelt und wird im Rahmen der Kooperation mit der Deutsche Bahn Stiftung in Deutschland verbreitet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Angeboten auf dem Markt ist der Einsatz von iFightDepression sowohl für Ärzte und Psychotherapeuten als auch ihre Patienten kostenfrei.

Neben dem iFightDepression Tool bietet die Stiftung Deutsche Depressionshilfe weitere online-basierte Hilfen für an Depression erkrankte Menschen an, wie z.B. das Diskussionsforum Depression (http://www.diskussionsforum-depression.de) und FIDEO (http://www.fideo.de/), ein Online-Informationsangebot zum Thema Depression für Jugendliche ab 14 Jahren.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.ifightdepression.com/de/

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Riskanter Alkoholkonsum im neuen Journal für Gesundheitsmonitoring

Mit einer neuen Online-Zeitschrift erweitert das Robert Koch-Institut seine Publikationstätigkeit zu Gesundheit in Deutschland. Das am 28.09.2016 erstmals herausgegebene „Journal of Health Monitoring“ erscheint vierteljährlich in deutscher und englischer Sprache.

Die Beiträge für das Fach-Journal unterliegen einem Gutachter-Verfahren und sind über die RKI-Internetseite http://www.rki.de/journalhealthmonitoring frei zugänglich. Wissenschaftliche Daten und Analysen sind wesentliche Grundlage für die Entwicklung evidenzbasierter Präventionsmaßnahmen, nach dem Motto ´Daten für Taten´. „Unsere Mission ist die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Die neue, zweisprachige Zeitschrift ist auch Teil des zunehmenden Engagements des Instituts auf internationaler Ebene.

In der ersten Ausgabe des Journal of Health Monitoring geht es um gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum. Dieser zählt zu den fünf wesentlichen Risikofaktoren für Krankheiten und Beeinträchtigungen und gilt als mitverursachend für mehr als 200 Krankheiten. Die Daten der Gesundheitsstudien des RKI ermöglichen es, den zeitlichen Verlauf riskanten Alkoholkonsums auszuwerten. Die Trends sind Thema eines umfassenden Beitrags im neuen Journal. Zudem wird in drei Faktenblättern auf Alkoholvergiftungen, Unfälle und Sterblichkeit durch Alkohol eingegangen.

Die Themen der neuen Fachzeitschrift umfassen alle Bereiche der Gesundheit der Bevölkerung (Public Health), körperliche und psychische Gesundheit, Gesundheitsverhalten, Risikofaktoren und Schutzfaktoren sowie die medizinische und pflegerische Versorgung. Einige der bisherigen Veröffentlichungsformate der Gesundheitsberichterstattung (GBE) gehen im neuem Journal auf, unter anderem die Online-Reihe „GBE kompakt“. Umfassende Berichte der GBE wird es aber weiterhin geben. Ergänzt werden die GBE-Publikationen durch das Informationssystem der GBE, einer Online-Datenbank, die vom Statistischen Bundesamt gepflegt wird.

Wichtigste Basis der Gesundheitsberichterstattung sind die umfassenden Studien des RKI-Gesundheitsmonitorings, mit dem die gesundheitliche Lage der Bevölkerung kontinuierlich untersucht und ausgewertet wird: die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS), die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) und „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA). Die RKI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werten auch amtliche Statistiken, epidemiologische Register und Routinedaten der Sozialversicherungsträger aus.

Die Abteilung im RKI, die Gesundheitsmonitoring und Gesundheitsberichterstattung durchführt, wurde kürzlich mit der Salomon-Neumann-Medaille 2016 ausgezeichnet. Die Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) verleiht diesen Preis für besondere Verdienste um die Präventiv- und Sozialmedizin. In der Begründung hieß es: „Das Gesundheitsmonitoring des RKI hat sich … zu einem zentralen Instrument für Public Health in Praxis, Politik und Wissenschaft etabliert. Es ist Basis für … die Entwicklung von Gesundheitszielen, für die Initiierung und Evaluation von gesundheitspolitischen Maßnahmen sowie für die Gesundheits-, Armuts- und Reichtumsberichterstattung und … Impulsgeber auch für viele Entwicklungen der Gesundheitsberichterstattung auf den regionalen Ebenen der Länder und der Kommunen.“

Weitere Informationen: http://www.rki.de/journalhealthmonitoring

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Lebererkrankungen können auch im Alter oft gut behandelt werden

Information zum „Internationalen Tag der älteren Menschen“

Bereits im Jahr 1990 haben die Vereinten Nationen den 1. Oktober zum „Internationalen Tag der älteren Menschen“ erklärt. Mit zunehmendem Alter wird die Gesundheit und ihr Erhalt immer wichtiger. Dabei wird die Leber oft vernachlässigt. Das ist problematisch.
„Die typischen Vorsorgeuntersuchungen bei älteren Menschen beziehen sich vor allem auf Darmkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs“, erläutert Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Das ist problematisch, denn gerade im Alter verlaufen Erkrankungen der Leber schneller als in der Jugend. Deshalb ist bei älteren Menschen eine frühzeitige Diagnose entscheidend.“

Die kranke Leber schmerzt nicht und führt nur selten zu eindeutigen Symptomen. Eine Erkrankung dieses Organs bleibt daher oft lange unerkannt. So kann sich – beispielsweise aufgrund einer Fettleber oder einer Infektion mit einem Hepatitis-Virus – unbemerkt eine chronische Leberentzündung entwickeln, deren Folge nach vielen Jahren eine Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) oder gar Leberzellkrebs sein kann. Weil eine Lebererkrankung in jüngeren Jahren so häufig zunächst unbemerkt bleibt und die Leber dann noch sehr regenerationsfähig ist, sind vor allem ältere Menschen von den Folgen einer chronischen Leberentzündung betroffen.

Dazu kommt, dass vor 1990 in Deutschland die Gefahr bestand, sich durch Blut und Blutprodukte mit einer Hepatitis B oder C anzustecken. Seit 1992 ist durch sensitive Testverfahren der Blutprodukte praktisch keine Übertragung auf diesem Weg mehr möglich. Menschen, die sich vor diesem Test über eine Blut-Infusion o. ä. mit einer Hepatitis B oder C angesteckt haben und deren Erkrankung nicht behandelt wurde, leiden heute oft unter den Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs.

Erkennen kann man Erkrankungen der Leber meist an den „Leberwerten“. Wichtig sind vor allem der GPT- und der GOT-Wert. Je früher eine Erkrankung der Leber erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf Besserung oder Heilung. Diese möglichst frühe Diagnose von Lebererkrankungen ist vor allem für ältere Menschen wichtig, weil die Erkrankungen und damit die Schädigungen der Leber im Alter schneller voranschreiten.

Die frühe Diagnose von Lebererkrankungen bei älteren Menschen ist auch deshalb so wichtig, weil sich viele Lebererkrankungen auch im Alter gut behandeln lassen. Aktuelle Ergebnisse aus dem Deutschen Hepatitis C-Register (das die Deutsche Leberstiftung über die Leberstiftungs-GmbH führt) zeigen, dass Patienten, die älter als 70 Jahre sind, mit den neuen Medikamente gegen Hepatitis C auch wirksam und sicher behandelt werden können.

10 Jahre Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung seit ihrer Gründung vor zehn Jahren sehr erfolgreich. Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-899-9, € 16,99. Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch

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