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Gesundheit

Du Olaf, das geht doch viel einfacher: „Prüfen. Rufen. Drücken!“

Im Video zeigt ein kleines Mädchen Olaf Schubert, wie Wiederbelebung richtig geht.  Marc Eisele / Uniklinikum DresdenAm Sonnabend,17. September, fällt der Startschuss zur Dresdner Ausgabe der bundesweit stattfindenden „Woche der Wiederbelebung“. Bei allen Veranstaltungen, die im Rahmen der Aktionswoche bis zum 25. September stattfinden, geht es darum, medizinischen Laien die für sie praktikabelste Form der Herzdruckmassage nahezubringen. In einem zweiminütigen Kinospot zeigt der Comedian mit Blasebalg, Pömpel und Starterkabel, wie er einen Menschen mit Herzstillstand zurück ins Leben bringen würde. Hinter den Aktionen der „Woche der Wiederbelebung“ stehen das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die Landeshauptstadt Dresden, sowie Rettungsdienste, Unternehmen und weitere Institutionen.


Olaf Schubert war in Topform, als er Ende Juni in die Rolle als Experte für Wiederbelebungen aller Art schlüpfte. In der Gläsernen Manufaktur dozierte er vor laufender Kamera über die drei ihm bekanntesten Methoden, ein stillstehendes Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Um jederzeit helfen zu können, greift der Dresdner Comedian zu alltäglichen Dingen wie Blasebalg, Pömpel und Starterkabel. Weit kommt er mit seinem Expertentum dann aber doch nicht, denn am Ende zupft ihm ein Mädchen am Ärmel: „Du Olaf, das geht doch viel einfacher!“ Schließlich geht es beim plötzlichen Herzstillstand um drei Dinge: „Prüfen. Rufen. Drücken!“ – die wichtigsten Handlungen, mit denen jeder zum Lebensretter wird. Mit diesem vom Video-Team des Uniklinikums produzierten Kinospot werben die Organisatoren der „Woche der Wiederbelebung“ für die einzelnen Aktionen, die in Dresden vom Sonnabend (17. September) bis zum darauf folgenden Sonntag (25. September) stattfinden werden. Die Spots sind unter anderem ab Donnerstag (15. September 2016) im Dresdner UFA-Kristallpalast zu sehen.

Den Auftakt der „Woche der Wiederbelebung“ bildet am Sonnabend der Kinderreanimationstag in der Centrum Galerie Dresden. Von 10 bis 16 Uhr können Kinder und ihre Eltern erleben, dass jeder ein Lebensretter sein kann. In diesem Rahmen lernen Mütter und Väter alles über lebensrettende Maßnahmen, während der Nachwuchs im Kindergartenalter an unterschiedlichen Stationen mit Spiel und Spaß Notfallsituationen unter anderem mit ihren mitgebrachten Kuscheltieren oder der Puppen meistern können. Fürs Mitmachen bekommen die Kinder jeweils eine kleine Erste Hilfe Box vom Dresdner Gesundheitsamt.
Abschließendes Highlight der „Woche der Wiederbelebung“ ist am Sonntag, dem 25. September, der Aktionstag beim Zweitliga-Spiel Dynamo Dresden gegen Würzburger Kickers im DDV-Stadion: Ab 11.30 Uhr können Fußballfans an mehreren Infoständen selbst Hand anlegen und an Übungspuppen die richtige Reanimation üben. In der Halbzeitpause wird die Herzdruckmassage dann live auf dem Dynamorasen gezeigt. Zwischendurch läuft auf dem Großbildschirm auch der Spot mit Olaf Schubert.

In der Woche zwischen diesen Veranstaltungen gibt es an vier Tagen weitere spannende wie informative Veranstaltungen. Unter dem Motto „7.-Klässler lernen Leben retten“ werden am Montag, dem 19. September, von zwölf bis 13 Uhr mehrere hundert Schülerinnen und Schüler in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen die einfachen lebensrettenden Maßnahmen an Übungspuppen lernen und trainieren. Zur selben Zeit finden in ganz Deutschland ähnliche Aktionen statt. Noch individuellere Trainings finden dann am Dienstag (20. September) im Deutschen Hygiene Museum Dresden und am Mittwoch (21. September) im Foyer des Residenzschlosses statt. Jeweils von 12 bis 18 Uhr können Besucher und Mitarbeiter der Museen ihre persönlichen Fragen rund um das Thema „richtige Reanimation“ stellen und gleich praktisch ausprobieren. Am Sonnabend, dem 24. September, haben die Organisatoren der „Woche der Wiederbelebung“ die Senioren im Blick: Unter dem Motto „Präventionstag sucht den Lebensretter 50+“ werden in der Zeit von 9 bis 13 Uhr im Kinder-Frauenzentrum des Universitätsklinikums zu jeder vollen Stunde Reanimationsschulungen angeboten. Diese Kurse finden im Rahmen des „Präventionstags 50+“ statt, den der Stadtsportbund Dresden, die Landeshauptstadt Dresden sowie zahlreiche Partner veranstalten.

„Prüfen. Rufen. Drücken!“ – Mit drei simplen Regeln Lebensretter sein

Im Ernstfall beherzt zu handeln, tut in Deutschland Not: Während in nordeuropäischen Ländern etwa 70 Prozent aller Erwachsenen bei Herzstillstand zu Lebensrettern werden, sind es hierzulande etwas mehr als 30 Prozent. Dabei kann es jeden treffen – als Helfer oder Betroffenen: Plötzlich bricht ein Mensch zusammen – Passanten bleiben erschreckt stehen. Einige von Ihnen wissen zwar noch ungefähr was zu tun ist. Aber die Angst, etwas falsch zu machen und auch der Ekel vor einer möglichen Mund-zu-Mund-Beatmung lässt sie zaudern. Wertvolle Minuten vergehen. Selbst die kurze Zeit, die professionelle Ersthelfer brauchen, um an den Ort des Geschehens zu kommen, ist zu lang: Bereits drei Minuten nach einem Herzstillstand treten aufgrund des Sauerstoffmangels unwiderrufliche Schäden im Gehirn auf.

„Mit einer einfachen Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff aus der Lunge im Blut zirkulieren und so bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Überlebenswahrscheinlichkeit entscheidend erhöhen“, erklärt der stellvertretende Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Dresdner Uniklinikums, Prof. Axel Heller. Dazu müssen lediglich drei simple Regeln beherzigt werden: „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die bewusstlose Person noch atmet. Dann unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Und schließlich fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. „Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich rund 5.000 Menschenleben gerettet werden“, berichtet Prof. Heller, der als Notfallmediziner regelmäßig in Rettungswagen und im Hubschrauber zur Erstversorgung von Patienten unterwegs ist.

Auf den Weg gebracht wurden die zahlreichen Veranstaltungen der „Woche der Wiederbelebung“ durch den hohen persönlichen Einsatz und das organisatorische Geschick der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Dresdner Uniklinikums. Doch ohne das Engagement der Landeshauptstadt Dresden – eingebunden sind das Gesundheitsamt und weitere Einrichtungen – sowie rund 50 Instruktoren, die den Menschen in den Museen, der Centrum Galerie, der Gläsernen Manufaktur und weiteren Einrichtungen das Wissen um das schnelle und richtige Erkennen eines Herzstillstands sowie den darauf folgenden Maßnahmen nahebringen, würde die Aktionswoche wirkungslos bleiben. Folgende Institutionen stellen für die Aktionen weitere Instruktoren zur Verfügung: Deutsches Rotes Kreuz, Arbeitersamariter-Bund, Johanniter-Unfall-Hilfe, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG),Carus Akademie des Universitätsklinikums Dresden, Arbeitsgemeinschaft Erste-Hilfe und Notfallkunde für Medizinstudierende sowie Fachschaftsrat Medizin/Zahnmedizin der TU Dresden.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.idrl.de
http://www.dresden.de/lebensretter
http://www.einlebenretten.de/handeln.html
http://www.uniklinikum-dresden.de/anae

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Rollstuhlroboter »MeBot« erklimmt Treppen selbstständig

Mit seinen drei Radeinheiten ist es dem Rollstuhlroboter »MeBot« erstmals möglich, Treppen und Bordsteine zu überwinden.  Quelle: HERL, Foto: Michael LainMit dem MeBot hat das »Human Engineering Research Lab (HERL)« aus Pittsburgh den ersten Rollstuhlroboter entwickelt, der selbstständig Treppen und Bordsteine überwinden kann. Die dafür unterstützende Radarmesstechnik hat das Fraunhofer IPA integriert. Beim 1. Cybathlon der ETH Zürich am 8. Oktober in Kloten, Schweiz, tritt die Innovation gegen andere Systeme an.


Treppen oder Bordsteine stellen für Rollstuhlfahrer derzeit noch ein großes Problem dar. Selbst modernste Anwendungen können solche Hindernisse nicht automatisch überwinden. Stattdessen sind die Patienten auf Hilfe angewiesen, müssen Rampen einsetzen oder viel Schwung holen. »Letzteres ist für die Betroffenen besonders gefährlich, da sie leicht aus dem Rollstuhl fallen, sich verletzen oder von einem Auto erfasst werden können«, kritisiert Rory Cooper, Leiter des HERL.

Auf sechs Rädern erklimmt der Rollstuhl Hindernisse stückweise

Mit dem MeBot will das HERL Abhilfe schaffen. Das weltweit größte Forschungslabor für Rollstühle hat ein Robotersystem entwickelt, das Treppen und Bordsteinkanten automatisch überwindet. Die Basis bildet ein Untersatz aus sechs Rädern, die paarweise angeordnet sind. Die mittlere, größere Radeinheit ist fürs Fahren bestimmt, die Vordere und Hintere dient als Steuerung. Alle drei Radpaare können sich voneinander losgelöst in horizontale und vertikale Richtung bewegen. Sobald der Roboter ein Hindernis erkennt, fährt das erste Radpaar aus und hebt das Fahrzeug an. Anschließend rückt die mittlere Einheit selbstständig nach und hievt den Rollstuhl über die Kante. Zuletzt wird das hintere Radpaar nachgezogen. »Mit diesem Mechanismus kann das System – ähnlich wie eine Raupe – Hindernisse stückweise erklimmen«, informiert Cooper.

Radarmodul ermöglicht Objekterkennung bei jedem Wetter

Damit MeBot Bordsteine und Treppen sicher überwindet, ist Expertise in der Signalerfassung und -verarbeitung notwendig. Hier waren die Wissenschaftler des Fraunhofer IPA gefragt. Das Team um Bernhard Kleiner, Gruppenleiter »Bewegungserfassung und Sensorfunktion«, hat ein Radarmodul integriert, das Objekte hochgenau erkennt und den Automatismus zum Überwinden aktiviert. Dafür sendet das System Strahlen aus, die die Treppe oder den Bordstein geometrisch vermessen. Mit diesen Daten weiß die Steuerungseinheit genau, wie der Rollstuhl positioniert werden muss, um das Hindernis anzufahren. Steht das Fahrzeug parallel zum Objekt, setzt der Überwindungsautomatismus ein und die Stufe wird erklommen. »Wir haben uns für Radarmesstechnik entschieden, weil sie – im Gegensatz zu Laser oder Infrarot – resistent gegenüber Umwelteinflüssen ist. Regen, Kälte, Nebel oder Feuchtigkeit sind also kein Problem«, erklärt Kleiner. Mit diesen Eigenschaften sind Radarsysteme für viele industrielle Anwendungen einsetzbar. Die IPA-Wissenschaftler haben z. B. schon eine Menschdetektion für Roboter oder Industrie-4.0-Technologien realisiert.

Internationale Forschungskooperation weiter gestärkt

Beim Cybathlon der ETH Zürich muss MeBot nicht nur Treppen steigen. Der anspruchsvolle Parcours bringt sechs Hindernisse mit sich, darunter auch schmale Türen, ein Slalom oder Rampen. »Mit der Rollstuhlkompetenz des HERL und unserer Expertise in der Signalverarbeitung verfügt MeBot über alle Voraussetzungen, die Schikanen zu passieren«, ist Kleiner überzeugt. Bis die Innovation auch in der Praxis eingesetzt werden kann, dauert es allerdings noch einige Jahre. »Unsere Kollegen vom HERL haben einen ersten Prototyp realisiert, den es nun weiter zu testen und schneller zu machen gilt«, so der Wissenschaftler.

Der MeBot ist nicht die einzige Innovation, die das Fraunhofer IPA und das HERL gemeinsam umgesetzt haben. Die beiden Institute verbindet eine langjährige Forschungskooperation in der militärischen und zivilen Rehabilitation. »Die Experten von HERL konzentrieren sich auf die Rollstuhltechnologien, das IPA ist für Antriebs- und Sensorkonzepte zuständig«, so Kleiner. Gemeinsam haben die Partner u.a. einen pneumatisch angetriebenen Rollstuhl umgesetzt.

Weitere Informationen finden Sie unter
Programm zum Cybathlon
Informationen zu HERL

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Multiple Sklerose fordert auch die Seele heraus

Dr. Katja Thomas, Katja Scholtyschik und Filmautor Jann Kessler bei der Dresdner Premiere des Dokumentarfilms „Multiple Schicksale“.  Foto: Uniklinikum Dresden / Holger OstermeyerIn dieser Woche feiert der Dokumentarfilm „Multiple Schicksale“ des Schweizer Nachwuchsregisseurs Jann Kessler bundesweit Premiere und ist auch im Dresdner „Programmkino Ost“ zu sehen. Die im Film gezeigten Lebensläufe und Bewältigungsstrategien von Menschen, die unter Multipler Sklerose leiden, belegen die Vielfalt der Herausforderungen, mit denen die Betroffenen und auch die Angehörigen konfrontiert werden. Um eine dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechende Versorgung auf universitärem Niveau sicherstellen zu können, wurde vor knapp zehn Jahren das Multiple-Sklerose-Zentrum der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden gegründet.


Multiple Sklerose (MS) ist eine Erkrankung, die auch 160 Jahre nach ihrer Entdeckung eine große Herausforderung für die Medizin, die Betroffenen und ihre Angehörigen darstellt. Sie ist bislang unheilbar, schleichend, schwer diagnostizierbar, tritt häufig bei jungen Erwachsenen erstmals auf und erfasst im weiteren Verlauf den ganzen Körper. Oftmals lassen sich die ersten Symptome der MS nicht dieser Krankheit zuordnen, so dass wertvolle Zeit verstreicht, bevor die Diagnose gestellt und mit einer gezielten Therapie begonnen werden kann. Und auch danach bleibt die Krankheit so facettenreich wie der Umgang der Patienten mit ihr. Dies ist eine der Kernaussagen des Dokumentarfilms „Multiple Schicksale“, den der Schweizer Nachwuchsregisseur Jann Kessler gedreht hat. Dazu besuchte er sieben Betroffene, die er in dem Film porträtierte. Im Mittelpunkt standen dabei nicht die medizinischen Aspekte der Krankheit, sondern die ganz unterschiedliche Art, mit ihr umzugehen.

„Jeder Patient ist anders und dementsprechend lassen sich beim Umgang mit der Erkrankung es viele Facetten erkennen. Leider nehmen viele Außenstehende die Emotionen der Betroffenen nicht wahr, wodurch ihnen das notwendige Verständnis für die seelische Situation der Betroffenen fehlt“, fasst Dr. Katja Thomas aus dem Multiple-Sklerose-Zentrum der Klinik für Neurologie die Erfahrungen zusammen, die viele ihrer Patienten machen. Deshalb setzt das Dresdner MS-Zentrum auf eine umfassende Versorgung der Patienten, die sich nicht auf die rein medizinischen Aspekte beschränkt. „Gerade weil die MS-Diagnose häufig bei jungen Erwachsenen gestellt wird, die mitten im Leben stehen und viel vorhaben, drängen sich Fragen zur weiteren Berufstätigkeit und zur Partnerschaft auf. Auch der Kinderwunsch spielt eine immer stärkere Rolle“, berichtet Dr. Thomas aus dem ärztlichen Alltag. Im Multiple-Sklerose-Zentrum arbeiten deshalb neben Ärzten und Pflegekräften unter anderem auch Sozialarbeiter.

Dr. Thomas rät Patienten, möglichst offensiv mit der MS umzugehen und ihr persönliches Umfeld mit einzubeziehen, um so für Verständnis und eine dem Betroffenen wirklich helfende Unterstützung zu erhalten. – Dazu gedrängt wird niemand, doch die MS-Experten machen den Patienten Mut. Auch viele Betroffene, die ganz offen mit ihrer Krankheit umgehen, haben erst einmal eine seelische Krise überstehen müssen. „Die ersten vier Wochen konnte ich nicht darüber sprechen, denn am Anfang war es auch für mich eine große Last“, erzählt Katja Scholtyschik, die vor drei Jahren die MS-Diagnose erhielt und seitdem im Dresdner Uniklinikum behandelt wird. „Dann stand ich vor der Entscheidung – ‚wie geht es mit mir weiter?‘“ Aufgrund der körperlichen Einschränkungen, die sich bereits vor der Diagnose einstellten, konnte die Krankenschwester ihre Krankheit ohnehin nicht verbergen. Das offene, kommunikative Wesen half der Pirnaerin, in die Offensive zu gehen. Ihr Ehemann und ihr Arbeitgeber haben daran einen großen Anteil. Denn Katja Scholtyschik arbeitet weiterhin als Krankenschwester – wenn auch nicht auf einer Station sondern sie bildet nun den Nachwuchs in der Pflege aus. „Ich setze das um, was ich kann“, sagt die 33-Jährige selbstbewusst. Kon¬kret bedeutet dies eine 40-Stunden-Arbeitswoche, die sie ab und an schon an ihre körperlichen Grenzen bringt. Diese Herausforderung kommentiert sie mit dem Satz „Die MS muss eben auch mit mir leben!“ Mitleid mag sie ebenso nicht, wie Menschen, die sie in Situationen schonen, wo dies nicht nötig ist. „Ich finde es schön, dass mein Mann immer mal wieder vergisst, dass ich krank bin und sich etwas wünscht, was ich tatsächlich nicht leisten kann“.

Nach der erst spät gestellten Diagnose erhält die Pirnaerin eine spezielle Antikörper-Therapie und kommt dazu einmal im Monat ins Multiple-Sklerose-Zentrum der Klinik für Neurologie des Dresdner Uniklinikums, wo sie das innovative Medikament per Infusion erhält. Sich für diese Therapie zu entscheiden, war richtig: Seit Beginn der Infusionen hatte sie keine MS-Schübe mehr, die möglicherweise weitere körperliche Einschränkungen bedeuten könnten. Ihre offensive Haltung gegenüber der Krankheit zeigt sich auch in ihrer Bereitschaft, an Studien teilzunehmen, die das MS-Zentrum anbietet.

Das Multiple-Sklerose-Zentrum der Klinik für Neurologie

Das durch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft zertifizierte Zentrum lässt die Patienten unmittelbar am medizinischen Fortschritt teilhaben. Seit seiner Gründung vor knapp zehn Jahren ist das MS-Zentrum stetig gewachsen – heute behandeln die Neurologen des Klinikums pro Jahr mehr als 1.500 Patienten. Als eine der bundesweit größten und renommiertesten Einrichtungen dieser Art verknüpft das Zentrum die ambulante medizinische Versorgung der Patienten mit einem umfangreichen psychosozialen Beratungsangebot und einer regen Forschungstätigkeit.
Die 2011 im ABAKUS-Gebäude an der Blasewitzer Straße bezogenen Räume des Zentrums bieten Patienten, Ärzten und Forschern auf knapp 600 Quadratmetern eine optimale Infrastruktur. „Größe und Aufbau einer solchen Einrichtung sind entscheidend für dessen Erfolg“, sagt Prof. Ziemssen mit Blick auf die Geschichte der Einrichtung. Das MS-Zentrum ist auch zu einem wichtigen Partner bei der Fortbildung von MS-Ärzten geworden: Neurologen aus Lateinamerika, Nordamerika, Europa und einigen arabischen Ländern nahmen bereits an Schulungsprogrammen des MS-Zentrums der Klinik für Neurologie teil.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.uniklinikum-dresden.de/neu
http://www.ms-derfilm.de/
http://www.youtube.com/watch?v=I0DjXVipQpM

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Diplom-Psychologin Anna Mikhof erweitert hsg-Team

Anna Mikhof ist seit April 2016 an der hsg‚Wie sind psychische Gesundheit und Lebenszufriedenheit im Zusammenhang mit diversen Merkmalen von Individuen und sozialen Kontexten ausgeprägt?‘ und ‚Welche Risiko- und Schutzfaktoren sind hierbei besonders bedeutsam?‘ - Mit diesen Fragen beschäftigt sich
Dr. Anna Mikhof. Die Diplom-Psychologin ist seit April 2016 Vertretungsprofessorin an der Hochschule für Gesundheit (hsg).


„Wir haben seit einigen Wochen an dem Modul gearbeitet und ich freue mich nun sehr, dass wir das Seminar ‚Schnittstellen und Netzwerkkompetenz‘ ab dem jetzt startenden Wintersemester online anbieten können“, erklärte Dr. Anna Mikhof, die seit Anfang April 2016 die Vertretungsprofessur Gesundheitspsychologie am Department of Community Health an der Hochschule für Gesundheit (hsg) inne hat. „Im fünften Semester absolvieren die Studierenden des Studiengangs ‚Gesundheit und Diversity‘ ihre praktische Studienphase in ausgewählten Praxiseinrichtungen außerhalb der hsg. Deshalb ist es von großem Vorteil, dass die begleitenden Lehrveranstaltungen im neuartigen E-Learning-Format umgesetzt werden können“, fügte sie hinzu.

Im Rahmen ihrer Lehr- und Forschungsaktivitäten an der hsg widmet sich Mikhof Fragen wie beispielsweise ‚Wie sind psychische Gesundheit und Lebenszufriedenheit im Zusammenhang mit diversen Merkmalen von Individuen und sozialen Kontexten ausgeprägt?‘ und ‚Welche Risiko- und Schutzfaktoren sind hierbei besonders bedeutsam?‘. Mit ihren Schwerpunkten erweitert Anna Mikhof das Team des Departments um die gesundheits-, sozial- sowie klinisch-psychologischen Perspektiven.

Als Diplom-Psychologin mit kognitiv-

verhaltenstherapeutischen Ansätzen und hypno-systemischen Schwerpunkten begleitete Anna Mikhof langjährig in psychotherapeutischen und beraterischen Institutionen sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene bei der Förderung ihrer Gesundheit, ihres Wohlbefindens und ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Zugleich war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ruhr-Universität Bochum tätig, wo sie promovierte. Im Kontext mit zunehmenden Globalisierungs- und Integrationsprozessen, des sozialen Wandels und der kulturellen Diversität beschäftigte sich Anna Mikhof mit Unterschieden und Übereinstimmungen in verschiedenen Gruppen in Bezug auf das Selbstbild, in Bezug auf Stress und Coping, also der Stressbewältigung, sowie in Bezug auf die Partnerschafts- und Lebenszufriedenheit. Ihr Ansatz greift systemspezifische und systemübergreifende Ausprägungen und Zusammenhänge auf, die gängige Theorien und Herangehensweisen in der Praxis erweitern.

Mikhof: „In Hinblick auf meine Erfahrung mit ‚Diversity‘ in der Psychologie, also der Vielfalt von Menschen in Bezug auf psychologische Merkmale sowie soziodemografische Faktionen wie zum Beispiel Alter oder Ethnie, und mit systemischen Perspektiven reizt mich die Arbeit in den gesundheitsbezogenen Studiengängen ‚Gesundheit und Diversity‘ sowie ‚Gesundheit und Sozialraum‘ besonders.“ Mit ihren Lehr- und Forschungsaktivitäten möchte Anna Mikhof dazu beitragen, die Studiengänge inhaltlich weiter zu entwickeln und die Vorhaben des Departments of Community Health konstruktiv unterstützen. „Besonders wichtig ist es mir in der Lehre zu vermitteln, dass Betroffene in ihren entsprechenden Kontexten aus verschiedenen Perspektiven ressourcenorientiert betrachtet werden.“

Anna Mikhof erklärte, dass die traditionelle Psychologie, auch die Gesundheitspsychologie, sich oftmals mit der Erklärung von Problemen, Störungen sowie Gesundheit und Krankheit befasst und damit verstärkt eine defizitorientierte Herangehensweise wählt. „Mein Anliegen ist es, Aspekte aus der Positiven Psychologie in die Lehre und Forschung hinein zu tragen, um stärker zu fokussieren, was den Menschen allgemein stärkt, zu seinem Glück beiträgt und sein Leben lebenswerter macht. Vor allem sozial benachteiligte Menschen bedürfen unserer Aufmerksamkeit, um hier einen Ausgleich ermöglichen zu können“, sagt sie. Genau hier setzt das Department of Community Health mit seiner speziellen Ausrichtung auf die kontextbezogene Gesundheit an und richtet seinen Fokus auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen.

„Ich freue mich sehr auf die vielfältigen Möglichkeiten an der hsg innovativ, interdisziplinär und praxisbezogen zu arbeiten“, sagte Mikhof. Hochschule für Gesundheit,

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