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Gesundheit

Darmsonographie ermöglicht patientenfreundliches Verlaufsmonitoring bei CED

Der transabdominale Ultraschall ist eine patientenfreundliche und zuverlässige Methode, die sowohl zur Diagnose als auch zur Verlaufskontrolle bei Morbus Crohn geeignet ist. Zu diesem Résumé kamen Experten, die während eines im Rahmen der DGVS-Tagung stattfindenden Presseworkshops (1) über die Ergebnisse der TRUST-Studie diskutierten. Die von AbbVie durchgeführte Studie evaluierte den Nutzen einer transabdominalen Ultraschalluntersuchung für das Routinemonitoring in der täglichen Praxis.(2)
Diagnostik und Verlaufskontrolle bei Morbus Crohn
Die Sonographie ist neben der Endoskopie eine etablierte und häufig angewandte bildgebende Methode zur Diagnosestellung des Morbus Crohn. So zählen die transabdominale Sonographie und die Ileokoloskopie mit Stufenbiopsien nach der aktuellen S3-Leitlinie der DGVS zur „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ zu den Basisuntersuchungen der Initialdiagnostik. Diese sollen hierbei zusätzlich zur Beurteilung der klinischen Symptomatik und der Bestimmung von Laborparametern eingesetzt werden.(3) Wie PD Dr. med. Ulf Helwig aus Oldenburg erklärte, biete die Darmsonographie gegenüber der Endoskopie den Vorteil, dass auch Entzündungen in Dünndarmabschnitten vor der Ileozökalregion identifiziert werden können. Weiterhin kann das komplette Befallsmuster einschließlich transmuraler Ausdehnung erfasst werden. „Der Darmultraschall ist nicht nur für die Diagnostik des Morbus Crohn geeignet, sondern darüber hinaus ein wertvolles Instrument bei der routinemäßigen Verlaufskontrolle zur Bestimmung der Krankheitsaktivität und der Detektion von Komplikationen wie Strikturen, Fisteln und Abszessen“, berichtete Helwig. Die Vorteile der Ultraschalluntersuchung hinsichtlich der Aktivitätsbestimmung bestehen in der hohen Sensitivität und Spezifität der zu besimmenden Parameter.(3) Die transabdominale Darmwandsonographie sei ein hochauflösendes, nicht invasives, strahlungsfreies und somit patientenfreundliches Monitoringtool, mit dem sich überdies auch Gesundheitsausgaben reduzieren ließen, betonte Helwig.(1)

TRUST-Studie: Einfache und präzise Verlaufskontrolle durch Darmultraschall
Das Potenzial der transabdominalen Sonographie beim Monitoring des Krankheitsverlaufs bei Morbus Crohn zeigte sich in der Studie TRUST (TRansabdominal Ultrasonography of the bowel in Subjects with Crohn’s disease To monitor disease activity).(2) Die Real-life-Studie mit 234 erwachsenen Patienten mit mittelschwerem bis schwerem, aktivem Morbus Crohn (Harvey-Bradshaw-Index, HBI ≥ 7) untersuchte bei vier Visiten (0, 3, 6, 12 Monate) unter intensivierter Therapie verschiedene Ultraschallparameter. Der Studienleiter Prof. Dr. med. Torsten Kucharzik aus Lüneburg schilderte, dass nahezu alle sonographisch untersuchten Parameter der intestinalen Entzündung bei der Visite nach drei Monaten (V3) bzw. zwölf Monaten (V12) eine signifikante Verbesserung zeigten. So war beispielsweise bei einem überwiegendem Teil der Patienten im terminalen Ileum eine Reduktion der Darmwanddicke (75,4 % > 2 mm bei Baseline (BL) vs. 35,8 % bei V12) und eine Abnahme der Patienten mit sichtbar aufgelöster Darmwandschichtung (BL: 53 %; V12: 21,6 %) feststellbar. Zudem zeigten die Studienteilnehmer im Verlauf deutlich abnehmende mesenteriale Fettgewebsreaktionen (BL: 47 %; V12: 17,9 %) und geringere Signale im Farb-Doppler-Ultraschall (BL: 44 % mit Limberg-Score 3+4; V12: 9,7 %; p<0,001 für alle Parameter bei V3 und V12). Gleichzeitig wurde nach 12 Monaten eine Verringerung des medianen HBI von 10 bei Baseline auf 2 festgestellt (n=134; p<0,001). Bei Studienteilnehmern, deren Krankheitsverlauf nach drei Monaten bewertet wurde (n=182), korrelierte die Verringerung der Darmwanddicke signifikant mit der Reduktion der CRP (C-Reaktives Protein)-Level.(2) Die TRUST-Studie zeigte darüber hinaus, dass bei vielen Patienten im Verlauf der Studie ein Wechsel der bestehenden Medikation aufgrund einer Krankheitsprogression notwendig wurde. So stieg im einjährigen Follow-up der Anteil an Patienten unter einer Anti-TNF-Therapie innerhalb von drei bis sechs Monaten deutlich an. Während zu Beginn der Studie etwa jeder fünfte Patient mit einem TNF-Antagonisten behandelt wurde, waren es in Monat 12 mehr als 50 %. Der Einsatz von systemischen Steroiden nahm hingegen deutlich ab.(4)

„Die Ergebnisse der Studie bestätigen die Genauigkeit und Reproduzierbarkeit der transabdominalen Ultraschalluntersuchung“, sagte Kucharzik. „Die Korrelation zwischen Verbesserung der sonographischen Darmwandparameter und klinischem Erscheinungsbild sowie Reduktion der CRP-Spiegel belegt den Nutzen der nicht invasiven und leicht anzuwendenden Ultraschalluntersuchung für die Verlaufskontrolle bei Patienten mit Morbus Crohn. Hinzu kommt, dass die Patienten während der Ultraschalluntersuchung keine schmerzhafte, invasive endoskopische Prozedur, die überdies eine vorherige Abführung notwendig macht, über sich ergehen lassen müssen. Und sie sind keiner unnötigen Strahlenbelastung ausgesetzt“, fasste Kucharzik zusammen.(1)

TRUST-Trainer: praxisnahes Fortbildungstool für Gastroenterologen
Um die Anwendung der Darmsonographie mit all ihren Facetten zu üben, bietet AbbVie Ärzten, die in die Behandlung von Morbus-Crohn-Patienten involviert sind, spezielle Fortbildungsveranstaltungen mit dem sogenannten TRUST-Trainer an. Hierbei werden sonographische Befunde realer Patienten, die zuvor in einer Datenbank als dreidimensionale Gewebeblöcke gespeichert wurden, an Ultraschallsimulatoren (Schallware) nachgestellt. „Der Vorteil des Simulators besteht darin, dass die „Untersuchung“ an einem Simulationsmodell in Form eines Dummies erfolgt und sich daher keine Patienten zur Verfügung stellen müssen“, sagte Kucharzik, der das Ultraschall-Trainingstool anhand von Kasuistiken vorstellte.

Über AbbVie
AbbVie (NYSE:ABBV) ist ein globales, forschendes BioPharma-Unternehmen. Mission von AbbVie ist es, mit seiner Expertise, seinem einzigartigen Innovationsansatz und seinen engagierten Mitarbeitern neuartige Therapien für einige der komplexesten und schwerwiegendsten Krankheiten der Welt zu entwickeln und bereitzustellen. Zusammen mit seiner hundertprozentigen Tochtergesellschaft Pharmacyclics beschäftigt AbbVie weltweit mehr als 28.000 Mitarbeiter und vertreibt Medikamente in mehr als 170 Ländern. In Deutschland ist AbbVie an seinem Hauptsitz in Wiesbaden und seinem Forschungs- und Produktionsstandort in Ludwigshafen vertreten. Insgesamt beschäftigt AbbVie Deutschland rund 2.600 Mitarbeiter. Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie unter www.abbvie.com und www.abbvie.de. Folgen Sie @abbvie_de auf Twitter oder besuchen Sie unsere Karriereseite auf Facebook.

Literatur
1. Presseworkshop TRUST-Studie: Stellenwert der Darmsonographie für ein patientenfreundliches Verlaufsmonitoring von CED/Morbus Crohn. 21.09.2016. DGVS-Tagung 2016, Hamburg.
2. Kucharzik T et al. Darmultraschall ist effizient zur Verlaufskontrolle von Morbus Crohn: Ergebnisse der TRUST-Studie. DGVS 2016. Kurzvortragssitzung.
3. Preiß, J. et al. Aktualisierte S3-Leitlinie – „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ 2014. Z. Gastroenterol 2014; 52:1431–1484
4. Kucharzik T et al. Bowel ultrasound is useful in Crohn’s disease monitoring: Analysis from the TRUST study in Germany. J Crohns Colitis 2015; 9(Suppl 1):S336; Poster 512

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Beim sicheren Umgang mit Medikamenten spielen Patienten eine wichtige Rolle

Gemeinsam können Stationsapotheker, Pfleger und Ärzte die Patienten optimal betreuen.  Uniklinikum DresdenDas Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden setzt beim diesjährigen „Internationalen Tag der Patientensicherheit“ auf eine eigene Informationsoffensive zum Thema Medikationssicherheit. Um Patienten dafür zu sensibilisieren, verschriebene Medikamente regelmäßig und in der richtigen Dosis einzunehmen sowie die Gefahren von Wechselwirkungen zu beachten, lädt die Klinikapotheke unter dem Titel „Medikamente sicher anwenden“ zu einer Informationsveranstaltung ein. Zwei Apothekerinnen des Uniklinikums erläutern am kommenden Montag (19. September) ab 15 Uhr die wichtigsten Regeln der Einnahme von Arzneien. Zudem stellen sie die Arbeit der Stationsapotheker des Uniklinikums vor.


Dieses Konzept, mit dem das Dresdner Uniklinikum bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt, trägt dazu bei, die Sicherheit der Arzneimitteltherapie während und nach einem Aufenthalt im Universitätsklinikum weiter zu erhöhen.

Der ab Oktober bestehende gesetzliche Anspruch auf einen Medikationsplan für Menschen, die gleichzeitig drei oder mehr Arzneimittel einnehmen müssen, ist auf vielen Stationen des Dresdner Uniklinikum längst Alltag: Überall da, wo die insgesamt 16 Stationsapotheker tätig sind, erhält der Patient einen Entlassbrief, der neben den Angaben zur Therapie auch eine vollständige Angabe der Medikation umfasst. Doch das ist nur eine Facette des vor zehn Jahren erstmals am Uniklinikum umgesetzten Konzepts, bei dem ein Apotheker eng in die Abläufe der einzelnen Stationen eingebunden ist. Unter anderem nimmt er an Visiten teil, berät die behandelnden Ärzte und steht den Patienten informierend zur Seite. Da viele der älteren oder chronisch kranken Menschen vor und während des Krankenhausaufenthalts oft eine Vielzahl an Medikamenten zugleich einnehmen müssen, sind diese Leistungen wichtig, um eine optimale Behandlung sicherzustellen. Außerdem senkt der richtige Umgang mit den Arzneimitteln das Risiko für Nebenwirkungen deutlich.

Die Medikationssicherheit steht im Mittelpunkt des diesjährigen „Internationalen Tags der Patientensicherheit“, der an diesem Sonnabend (17. September) stattfindet. Anliegen der Initiatoren und Unterstützer – darunter auch Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe – ist es, die Menschen für die Bedeutung der richtigen Einnahme von Arzneimitteln zu sensibilisieren. Werden sie unregelmäßig, in falscher Dosierung, zusammen mit bestimmten anderen Medikamenten oder Lebensmitteln eingenommen, können sie mitunter ihre Wirkung nicht richtig entfalten – oder verursachen sogar unerwünschte Nebenwirkungen. Deren Folgen können betroffene Patienten erheblich belasten und stellen damit ein unnötiges Risiko dar. Immerhin sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen in Deutschland Auslöser für fünf Prozent aller Krankenhauseinweisungen.

Wie das Beispiel des Dresdner Konzepts der Stationsapotheker zeigt, ist die gute Abstimmung zwischen allen am Medikationsprozess Beteiligten ein wichtiges Element, die Patientensicherheit weiter zu erhöhen. Doch nicht nur Ärzte, Apotheker, Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe sind in der Frage der Medikationssicherheit gefordert, sondern auch die Patienten und ihre Angehörigen. Deshalb erläutern die Apothekerinnen bei der Informationsveranstaltung, wie Patienten selbst dazu beitragen können, ihre Arzneimitteltherapie so sicher wie möglich zu gestalten. Ganz besonders Menschen, die unter chronischen oder Mehrfach-Erkrankungen leiden, sollten einen Medikationsplan besitzen, die verordneten Arzneimittel richtig anwenden, wichtige Wechselwirkungen kennen und sich mit ihrem behandelnden Arzt und ihrem Apotheker austauschen. Denn die Kranken müssen sich auch sicher sein können, dass sie die richtigen Arzneimittel zur richtigen Zeit einnehmen. Auch diese Information enthält der Medikationsplan, auf den ab Oktober 2016 diejenigen einen gesetzlichen Anspruch haben, die gleichzeitig drei oder mehr Arzneimittel anwenden müssen. Mit diesem Plan erkennt der behandelnde Arzt oder auch der Apotheker, welche Medikamente der Patient aktuell einnimmt und kann so Wechselwirkungen und anderen arzneimittelbedingten Komplikationen aktiv vorbeugen. Diese und weitere Fakten stehen im Mittelpunkt der Informationsveranstaltung der Klinik-Apotheke des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, die unter dem Titel „Medikamente sicher anwenden“ steht. Sie findet statt am

Montag, dem 19. September, um 15 Uhr, im Hörsaal des
Diagnostisch-Internistisch-

Neurologischen Zentrums (Haus 19)

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.tag-der-patientensicherheit.de/#informationen
http://www.uniklinikum-dresden.de/das-klinikum/geschaftsbereiche/klinik-apotheke

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Alzheimer-Demenz im Keim ersticken: behandeln, bevor das Vergessen einsetzt

Alzheimer ist kein unabwendbares Schicksal. „Wir haben Grund zur Hoffnung, dass Alzheimer und andere Demenzen gebremst oder gar verhindert werden können“, sagt Professor Richard Dodel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie am heutigen Welt-Alzheimertag, dem ersten Tag des Neurologenkongresses in Mannheim, der noch bis Samstag tagt. Entscheidend dafür sei aber, Personen mit hohem Demenzrisiko frühzeitig zu identifizieren und gegenzusteuern, solange sie kognitiv noch gesund sind. Die Forschung arbeitet derzeit mit Hochdruck an dieser neuen Strategie: Risikofaktoren zu erkennen, die den schleichenden geistigen Verfall ankündigen, und Wege zu testen, ihn zu stoppen.


Die neuesten Ergebnisse werden auf dem Neurologen-Kongress in Mannheim vorgestellt. „Wir haben außerdem zuverlässige Daten, die belegen, dass ein gesunder und aktiver Lebensstil vor Alzheimer schützt“, betont der Chefarzt des Geriatrie-Zentrums Haus Berge in Essen. „Als Faustregel gilt: Was für das Herz gut ist, hilft auch dem Gehirn.“Die neue S3-Leitlinie Demenzen der DGN und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) empfiehlt, insbesondere Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht im Auge zu behalten.

Die Suche nach einem Heilmittel für Alzheimer kommt nicht recht voran. „Wir treten bei der Behandlung von Patienten im Stadium der Demenz trotz intensiver Forschung auf der Stelle“, sagt Professor Richard Dodel aus Essen, der seit Kurzem als erster Neurologe einen Lehrstuhl für Geriatrie innehat. „Zuletzt sind fast alle klinischen Medikamentenstudien, die vielversprechend gestartet sind, ohne die gewünschten Ergebnisse geblieben.“ Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung. Denn die jüngste Forschung hat entscheidende neue Erkenntnisse über die Entstehung der Alzheimer-Krankheit hervorgebracht. „Daraus ergeben sich innovative Ansatzpunkte für präventive Therapiemöglichkeiten“, sagt Dodel.

Vorbeugen ist besser als Heilen – Umdenken bei Medikamentenstudien

Alzheimer schlägt nicht von heute auf morgen zu, sondern entwickelt sich schleichend. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Faktoren identifiziert, die die Krankheit ankündigen, bevor der geistige Abbau für den Patienten spürbar wird. Dazu zählen Biomarker wie Amyloid und Tau, genetische Mutationen oder bekannte Risikofaktoren wie der Fettstoffwechselmarker Apolipoprotein E. Auf dieser Grundlage hat die Demenz-Forschung unter dem Motto „Vorbeugen ist besser als Heilen“ jetzt eine ganz neue Zielgruppe ins Visier genommen: kognitiv gesunde Personen mit einem hohen Risikoprofil. Aktuell laufen insbesondere in den USA Studien, in denen Patienten, die zwar ein Risikoprofil haben, aber noch keinerlei kognitive Einschränkungen aufweisen, gezielt medikamentös behandelt werden.
Hierzu gehören unter anderem die A4 Study (Anti-Amyloid Treatment in Asymptomatic AD), die Alzheimer’s Prevention Initiative (API) und die DIAN-Study, an der auch deutsche Zentren beteiligt sind. Die Studien finden in einer Kooperation von Universitäten und Industrieorganisationen, die die Substanzen zur Verfügung stellen, statt. „Die präsymptomatische Behandlung ist ein vielversprechender Ansatz. Das zeigt sich auch darin, dass der amerikanische Präsident Barack Obama für die Erforschung über 200 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt hat“, sagt Dodel. Bei diesen Studien, die auf mindestens drei Jahre angelegt sind, werden aber vor 2018 keine Ergebnisse zu erwarten sein.

Alterskrankheit Demenz

Derzeit leben in Deutschland geschätzt 1,4 Millionen Demenzkranke. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, weil sie älter werden und Demenz eine Erkrankung der Ältesten ist. Menschen unter 65 erkranken nur sehr selten an Alzheimer und anderen Demenzen, ab dem 75. Lebensjahr steigen die Fallzahlen deutlich. Mit dem Altern der Bevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich auch die Zahl der Demenzkranken weiter zunehmen. Wie stark der Anstieg in Deutschland ausfällt, wird davon abhängen, wie sich das Erkrankungsrisiko entwickelt. Aus anderen Ländern gebe es bereits Hinweise auf eine Abnahme der Neuerkrankungsraten für Demenz, meldet das Robert Koch-Institut. Diese Entwicklung sei vor allem durch zunehmende Bildung, Verbesserun¬gen im Gesundheitsverhalten, zum Beispiel bei Ernährung und Bewegung, und durch den Rückgang kardiovaskulärer Erkrankungen zu erklären. Je nach Erfolg der Prävention und der Entwicklung der Neuerkrankungsraten rechnen Robert Koch-Institut und Statistisches Bundesamt in Deutschland bis 2050 mit einem Anstieg auf 2 bis 3 Millionen Personen mit Demenz.

1 Million weniger Alzheimer-Fälle durch gesünderes Leben und mehr Bildung

Ob man an Alzheimer erkrankt und wie schnell die Demenz voranschreitet, ist nicht nur Schicksal. Manche Risikofaktoren sind veränderbar, das haben zuverlässige Studien belegt. Als gesichert gilt, dass Diabetes mellitus, Übergewicht, niedrige Bildung, Rauchen, mangelnde Bewegung, Depression und Bluthochdruck für bis zur Hälfte aller Alzheimer-Fälle verantwortlich sind (Barnes und Yaffe, Lancet Neurol 2011). „Darin steckt auch eine gute Nachricht“, sagt Dodel, „wenn wir diese Risikofaktoren in den Griff bekommen, könnte sich die Zahl der Alzheimer-Patienten weltweit um eine Million reduzieren.“ Neue Daten, die auf dem DGN-Kongress in Mannheim präsentiert werden, bestätigen außerdem den vorbeugenden Effekt von Sport, gesunder Ernährung und kognitivem Training (Ngandu et al. Lancet 2015). „Die Chance, bis ins hohe Alter geistig leistungsfähig zu bleiben, steigt, wenn der Mensch aktiv bleibt – sozial, geistig und körperlich“, fasst Dodel zusammen.

Literatur:

- S3-Leitlinie Demenzen 2016: www.dgn.org
- Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2016) Gesundheit in Deutschland – die wichtigsten Entwicklungen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes
- Barnes DE, Yaffe K. The projected effect of risk factor reduction on Alzheimer's disease prevalence. Lancet Neurol 2011; 10(9): 819–28 (doi: 10.1016/S1474-4422(11)70072-2)
- Ngandu T et al. A 2 year multidomain intervention of diet, exercise, cognitive training, and vascular risk monitoring versus control to prevent cognitive decline in at-risk elderly people (FINGER): a randomised controlled trial. Lancet 2015; 385(9984): 2255–63 (doi: 10.1016/S0140-6736(15)60461-5)
- Moll van Charante EP et al. Effectiveness of a 6-year multidomain vascular care intervention to prevent dementia (preDIVA): a cluster-randomised controlled trial. Lancet 2016; 388(10046): 797–805 (doi: 10.1016/S0140-6736(16)30950-3)

Fachlicher Kontakt bei Rückfragen
Prof. Dr. Richard Dodel
Geriatrie-Zentrum Haus Berge, Klinik für Geriatrie
Germaniastraße 1–3, Uniklinikum Essen, 45356 Essen
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.



Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 8000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.
www.dgn.org

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Großer Relaunch des Urologenportals

Gemeinsame Internetpräsenz von DGU und BDU mit vielen Neuerungen

Das Urologenportal präsentiert sich in neuer Version: Die gemeinsame Internetpräsenz von Deutscher Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) ist komplett runderneuert worden. Eine übersichtliche Strukturierung in zeitgemäßer Aufmachung prägt den Relaunch der Seiten der Deutschen Urologie, die sich weiterhin in separaten Bereichen an Patienten und an Fachbesucher wenden.


Neue Funktionen wie zum Beispiel ein Leitlinien-Tool für Fachbesucher sind hinzugekommen. „Im Mittelpunkt der Patienteninformation steht wie bisher die seriöse, medizinisch belastbare Aufklärung, die den jüngsten Stand wissenschaftlicher Erkenntnis widerspiegelt. Verändert wurde in erster Linie die Form der Darstellung unseres Angebotes, die nun stärker an aktuelle Rezeptionsgewohnheiten der Nutzer und neue Kommunikationsgeräte angepasst ist“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Oliver Hakenberg.

BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder betont, dass sich auf dem überarbeiteten Portal auch der Mitgliederbereich des Berufsverbandes den Fachbesuchern aus Klinik und Praxis in neuer, aufgeräumter Form präsentiert. „Eine moderne Nutzerführung ermöglicht es mit wenigen Klicks zu unseren aktuellen Tätigkeitsfeldern und Serviceleistungen zu gelangen“, so Dr. Schroeder. Die Urologen-Suche, das meistbesuchte Angebot unter „www.urologenportal.de“, wurde im Zuge des Relaunches ebenfalls überarbeitet und um zusätzliche Suchfunktionen erweitert.

Die neue Version der Urologenportals ist in sogenanntem responsivem Webdesign angelegt, das heißt, ihre grafische Darstellung passt sich automatisch den Möglichkeiten des jeweiligen Gerätes an, mit dem sie aufgerufen wird. Entsprechend fallen Platzierung und Anordnung von Navigationselementen, Fotos oder Textspalten auf einem Desktop-PC oder Notebook anders aus als auf einem Tabletcomputer oder einem Smartphone. Die Darstellung wird durch die tatsächliche Breite des Browserfensters modifiziert, starres Layout ist passé.

In den 15 Jahren seit der Erstveröffentlichung des Urologenportals, das 2007 bereits einen ersten Relaunch erfahren hatte, ist der Umfang seiner Inhalte enorm angewachsen. Dementsprechend bedurften Planung und Umsetzung der jüngsten Überarbeitung intensivster Gremienarbeit zwischen DGU und BDU, bevor die Realisierung durch die Firma Blitz Internet GmbH aus Bamberg erfolgte. „Die viele Arbeit hat sich rentiert. Das ‚neue’ Urologenportal wirkt übersichtlich und aufgeräumt, ohne dass es an Informationsgehalt eingebüßt hätte. Mit rund 2000 Inhaltsseiten und weit über 30.000 Besuchern pro Monat zählt es weiter zu den medizinischen Schwergewichten im Web“, so DGU-Generalsekretär Prof. Hakenberg.

Augenfälligste Neuerung des Portals ist ein Slider auf der Startseite, dessen Bebilderung auf aktuellste Themen und besondere Inhalte hinweist. Wie auf dem gesamten Portal wird auch hier künftig vermehrt mit eigenen Fotos gearbeitet. Zu den neuen Funktionen, von denen in diesen Tagen die letzten sukzessive freigeschaltet wurden, zählt auch ein Tool, das alle Leitlinien für Diagnostik und Therapie der Urologie in aufbereiteter Form zur Verfügung stellt. Außerdem wurde für den Relaunch die Mediathek vollständig überarbeitet.

Unter dem Dach des Portals haben Besucher direkten Zugang zur DGU-Kongress-Webseite, zur Internetpräsenz der Akademie der Deutschen Urologen und allen anderen wichtigen Webauftritten der Fachgesellschaft und des Berufsverbands. In den geschlossenen Bereich des Portals können sich Mitglieder von DGU und BDU wie bisher über ihre DocCheck-Daten einloggen, sich nun aber alternativ auch über ihre Mitgliedsdaten von DGU und BDU registrieren lassen. Für die Medien wurde ein eigener Bereich beibehalten, in dem Pressemitteilungen und weitere Materialien zur Verfügung stehen.

BDU-Präsident Dr. Schroeder betrachtet die Überarbeitung des Urologenportals als ein gelungenes Stück Öffentlichkeitsarbeit: „Nicht nur die Mitglieder von BDU und DGU profitieren, wenn es um berufspolitische oder medizinisch-wissenschaftliche Fragestellungen geht. Auch Patienten, deren Angehörige und anderweitig Interessierte können sich hier ohne großen Aufwand seriöse Informationen in gut verständlicher Form zu fast allen urologischen Themen einholen. Der informierte Patient liegt uns am Herzen.“
Unter diesem Aspekt wurde auch die Datenbank der Selbsthilfegruppen auf dem Urologenportal mit neuen Suchfunktionen und einem Aktualisierungsautomatismus ausgestattet.

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