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Gesundheit

Neuroborreliose: Langzeittherapie mit Antibiotika ist ein unnötiges Risiko

Zur Neuroborreliose liegen mehrere aktuelle systematische Reviews vor. Sie zeigen, dass Patienten mit liquordiagnostisch gesicherter Neuroborreliose überwiegend gutartige Krankheitsverläufe aufweisen. Des Weiteren bestätigen sie, dass die bisher empfohlene Antibiotikatherapiedauer von zwei bis drei Wochen ausreichend ist. „Eine längere oder intensivere Antibiotikatherapie bringt keinen Zusatznutzen, sondern setzt die Patienten aufgrund der Nebenwirkungen einem unnötigen Risiko aus“, sagt der Neuroborreliose‐Spezialist Prof. Sebastian Rauer vom Universitätsklinikum Freiburg, der die neuen Daten auf der 89. Jahres‐ tagung der DGN in Mannheim vorstellt.


Die S1‐Leitlinie zur Neuroborreliose der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) wird derzeit unter anderem auf der Basis obiger Daten überarbeitet und zu einer S3‐Leitlinie weiterentwickelt. Die Fertigstellung ist für Anfang 2017 geplant.

Seit Jahren gibt es zahlreiche Patienten und ärztliche Kollegen, die chronische Beschwerden wie Fatigue, Neurasthenie, Konzentrationsstörungen, Fibromyalgie sowie weitere unspezifische Symptome auf eine vermeintliche chronische Borrelieninfektion zurückführen. „Oft sind nicht indizierte wochen‐ oder monatelange Antibiotikagaben, z.T. in Kombination mit mehreren Substanzen, die Folge“, sagt Prof. Sebastian Rauer, leitender Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik Freiburg.

Meist gutartiger Langzeitverlauf

Vor diesem Hintergrund wurde die Prognose der Neuroborreliose in Zusammenarbeit mit dem deutschen Cochrane‐Institut durch eine umfangreiche systematische Auswertung vorhandener Therapie‐ und Verlaufsstudien mit insgesamt 1311 eingeschlossenen Patienten untersucht (Dersch et al. 2016). Dabei zeigte sich, dass Patienten mit einer liquordiagnostisch gesicherten Neuroborreliose überwiegend gutartige Krankheitsverläufe aufwiesen. Dagegen fanden sich deutlich häufiger ungünstige Verläufe mit unspezifischen Beschwerden bei Patienten, bei denen die Diagnose einer Neuroborreliose lediglich vermutet und nicht durch eine Liquoruntersuchung bestätigt wurde. „Wir können davon ausgehen, dass bei letzteren Patienten oftmals keine Neuroborreliose, sondern eine andere Erkrankung, die nicht auf Antibiotika anspricht, zugrunde liegt“, sagt Rauer. Der gutartige Langzeitverlauf der Neuroborreliose wurde außerdem durch eine monozentrische klinische Verlaufsstudie aktuell bestätigt (Dersch et al. 2015b).

Doxycyclin oral bei früher Neuroborreliose

Des Weiteren hat eine systematische Auswertung der vorliegenden Antibiotika‐Therapiestudien ergeben, dass eine Therapiedauer von zwei bis drei Wochen ausreichend ist. „Das bestätigt die bisherigen Empfehlungen. Es ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die von manchen Kollegen durchgeführte Langzeittherapie oder die Kombination von Antibiotika für die Patienten einen Vorteil bringt“, sagt Rauer. Außerdem bestätigt die Auswertung, dass zur Behandlung der frühen Neuroborreliose das oral applizierbare Doxycyclin gleichermaßen wirksam und verträglich ist wie die intravenös zu verabreichenden Betalaktam‐Antibiotika. Ob Doxycyclin auch bei der seltenen späten Neuroborreliose (< 2 % aller Neuroborreliose‐Fälle) ausreichend ist, lässt sich aufgrund der geringen Fallzahlen dieser Manifestation nicht abschließend prüfen. Hinweise für eine unzureichende Wirkung ergaben sich allerdings auch für diese Manifestation nicht (Dersch et al. 2015a; Dersch et al. 2014).

Quellen

- Dersch, R., Freitag, M. H., Schmidt, S., Sommer, H., Rauer, S. & Meerpohl, J. J. (2015a) Efficacy and safety of pharmacological treatments for acute Lyme neuroborreliosis – a systematic review. Eur. J. Neurol., 22, 1249–1259.
- Dersch, R., Freitag, M. H., Schmidt, S., Sommer, H., Rucker, G., Rauer, S. & Meerpohl, J. J. (2014) Efficacy and safety of pharmacological treatments for neuroborreliosis – protocol for a systematic review. Syst. Rev., 3, 117.
- Dersch, R., Sarnes, A. A., Maul, M., Hottenrott, T., Baumgartner, A., Rauer, S. & Stich, O. (2015b) Quality of life, fatigue, depression and cognitive impairment in Lyme neuroborreliosis. J. Neurol., 262, 2572–2577.
- Dersch, R., Sommer, H., Rauer, S. & Meerpohl, J. J. (2016) Prevalence and spectrum of residual symptoms in Lyme neuroborreliosis after pharmacological treatment: a systematic review. J. Neurol., 263, 17–24.
- Rauer, S., Kaiser, R., Kölmel, H. W., Pfister, H. W., Schmutzhard, E., Sturzenegger, M. & Wilske, B. (2012) Neuroborreliose. In Diener, H. C. & Weimar, C. (eds), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart New York, pp. 513–522.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 8000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort‐ und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.
www.dgn.org

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Apollonia-Preis der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe ging an das Myanmar-Projekt der UW/H

(v.l.n.r) Stiftungsvorsitzender und Präsident der Zahnärztekammer Westfalen Dr. Klaus Bartling mit Dr. Dr. Georg Kirchner, Dr. Mathias Benedix und Maximilian VoßSeit 2008 engagieren sich Studierende für bessere zahnärztliche Versorgung in dem von Armut geprägten Land zwischen Thailand und Bangladesch

Die Apollonia-Stiftung der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe hat am Samstag, 17. September 2016 in Münster das Myanmar-Hilfsprojekt von Studierenden der Universität Witten/Herdecke (UW/H) mit dem Apollonia-Preis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert, die nun dem Projekt zu Gute kommen. Seit 2008 haben immer wieder Studierende das Land bereist und auch in entlegenen Gebieten in Schulen und Waisenhäusern über Zahnpflege aufgeklärt. „Wir treffen auch heute noch immer wieder auf Kinder, die zum ersten Mal eine Zahnbürste in der Hand halten“, berichtet Dr. Mathias Benedix, der mit anderen Projektbeteiligten den Preis entgegennahm. (http://uwh-myanmarprojekt.de/

Angefangen hatten 2008 Constanze Sauer und Georg Kirchner mit der ersten Reise: „Mittlerweile sind 25 Studierende ihrem Vorbild gefolgt. Es ist schon etwas Besonderes, dass wir immer wieder Studierende finden, die neben ihrem sicher anstrengenden, forderndem und aufwendigen Studium dieses Engagement übernehmen“, freut sich Departmentsleiter Prof. Dr. Stefan Zimmer. Denn die gesamte Organisation, Durchführung und die Einwerbung von Spenden liegen in den Händen der Studierenden.

Das südostasiatische Land Myanmar – ehemals Burma – ist vielen vor allem aufgrund der Menschenrechtsverletzungen durch die mehr als 50 Jahre andauernde Militärherrschaft und die schwere Flutkatastrophe von 2008 mit extrem hohen Opferzahlen bekannt. Die Studierenden treffen vor Ort auf unvorstellbare Armut. Der Gesundheitszustand der Menschen ist allgemein nicht gut, bei den Zähnen aber oft katastrophal. In vielen Fällen sind nur noch Extraktionen möglich. Bei den Kindern jedoch können die Studierenden erste Prophylaxemaßnahmen erfolgreich anwenden. Die Krokodilpuppe Joe hat unzählige Male geholfen vorzumachen, wie man Zähne richtig putzt. Neben der richtigen Zahnputztechnik erklären die Studenten auch die besondere Bedeutung zahngesunder Ernährung. Zudem versorgen sie hunderte Kinder und deren Betreuer regelmäßig mit Zahnbürsten und fluoridhaltiger Zahnpasta. Ausgestattet mit mobilen dentalen Behandlungseinheiten und nötigen Materialien behandeln die Studenten auch und unterstützen die heimischen Zahnärzte, die oft nur mit einfachsten Mitteln arbeiten.

Die regelmäßigen Einsätze – vor allem die umfangreichen Prophylaxemaßnahmen – zeigen große Wirkung: So haben die Studierenden des zahnmedizinischen Myanmar-Projektes nachweisbare Erfolge bei der Mundhygiene und in der zahnmedizinischen Versorgung von Kindern in dem Land erzielt. Sie haben durch intensive Prävention das Bewusstsein für Zahngesundheit geschaffen und dazu beigetragen, eine solide Basis für eine zahnmedizinische Versorgung in Teilen des Landes aufzubauen.

Das Myanmar-Projekt wird von der Fördergemeinschaft Zahnmedizin der Universität Witten/Herdecke e.V., der Straumann GmbH, der Apobank Stiftung, der Wittener Universitätsgesellschaft e.V., der Aktion Z - Altgold für die Dritte Welt der Zahnärztekammern Baden-Württemberg und Nordrhein, Dr. Hellmuth Kirchner sowie 28 weiteren Spendern großzügig unterstützt.


Und im Netz unter http://uwh-myanmarprojekt.de/

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.300 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Über die Apollonia-Stiftung
Die "Apollonia zu Münster - Stiftung der Zahnärzte in Westfalen-Lippe" ist eine gemeinnützige selbständige Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Münster. Sie wurde von der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe gegründet und wird von der Zahnärzteschaft getragen. Der Zweck der Apollonia-Stiftung ist die Förderung der Wissenschaft und Forschung sowie des öffentlichen Gesundheitswesens durch Förderung und Unterstützung präventionsorientierter Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Diese Ziele verfolgt die Apollonia-Stiftung durch Information, Aufklärung, Vergabe von Journalisten- und/oder Wissenschaftlerpreisen, Stipendien und der Förderung von wissenschaftlichen Untersuchungen.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://uwh-myanmarprojekt.de/

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Doppel-Infektion macht Erreger aggressiver

Grippe und Lungenentzündung: Verhängnisvolles Wechselspiel mit vielen Variationen

Das Bakterium Streptococcus pneumoniae, ein verbreiteter Auslöser von Lungenentzündungen, ist für Grippe-Patienten noch deutlich gefährlicher als für Gesunde. Nach einer „Doppel-Infektion“ mit Grippeviren und Streptococcus pneumoniae verläuft die Erkrankung stets besonders schwer, oft sogar tödlich. Dabei variieren die Abwehrreaktionen des Körpers auf das Bakterium sehr stark, je nach Bakterien-Stamm werden unterschiedliche Immunzellen und Botenstoffe aktiv: Das stellten Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und der Otto-von-Guericke Universität (OVGU) Magdeburg gemeinsam mit Partnern in Schweden und Berlin bei Versuchen mit Mäusen fest. Ihre Erkenntnisse könnten die Möglichkeit eröffnen, Mehrfach-Infektionen dieser Art künftig zielgerichteter zu behandeln. In der Fachzeitschrift Infection & Immunity beschreiben die Forscher ihre Ergebnisse.

Der Grippe-Erreger, das Influenza A-Virus, löst in unregelmäßigen Abständen immer wieder weltweite Erkrankungswellen aus, die man als Pandemien bezeichnet. Die Folgen können verheerend sein: Bei der Grippe-Pandemie der Jahre 1918/19 etwa kamen Schätzungen zufolge zwischen 50 und 100 Millionen Menschen ums Leben. In vielen dieser Fälle war die Todesursache nicht das Grippevirus allein. „Man hat bei der nachträglichen Untersuchung von klinischem Material festgestellt, dass sich ein großer Anteil der Patienten zusätzlich mit Bakterien infiziert hatte“, sagt Dunja Bruder, Leiterin der Arbeitsgruppe Immunregulation am HZI und Professorin für Infektionsimmunologie an der OVGU in Magdeburg. „Oft war es diese zweite, bakterielle Infektion, die zum Tod geführt hat.“ Während Viren aus vergleichsweise wenigen Molekül-Bausteinen bestehen und sich nur innerhalb von Wirtszellen vermehren können, sind Bakterien einzellige, selbstständig wachsende Lebewesen.

Zu den gefährlichen Bakterien, die eine durch Grippeviren geschwächte Lunge befallen können, zählt Streptococcus pneumoniae. Bakterien dieser Art werden auch Pneumokokken genannt. Sie lösen mitunter lebensbedrohliche Lungenentzündungen (Pneumonien) aus. „Es gibt fast 100 verschiedene Serotypen von Streptococcus pneumoniae“, erklärt die HZI-Wissenschaftlerin Dr. Sabine Stegemann-Koniszewski. „Das Spektrum reicht von harmlosen Stämmen, die den Nasen-Rachen-Raum besiedeln und kaum Symptome hervorrufen, bis zu sogenannten hoch invasiven Varianten, die in das Lungengewebe eindringen und dort schwere Erkrankungen auslösen können.“

Gemeinsam mit Forschungspartnern am Karolinska-Institut in Stockholm und der FU Berlin stellte sich das Team um die HZI-Wissenschaftlerinnen Bruder und Stegemann-Koniszewski die Frage: Wie verhalten sich Pneumokokken-Stämme mit unterschiedlichen Ausbreitungseigenschaften, wenn sie auf einen bereits von Influenza-Viren infizierten Organismus treffen? Solche sogenannten Ko-Infektionen oder Superinfektionen mit Influenza A und Streptococcus pneumoniae erforschten sie an Mäusen.
Es zeigte sich: Alle untersuchten Stämme des Bakteriums verhielten sich deutlich aggressiver, wenn sich im Wirt bereits kurz zuvor Grippeviren eingenistet hatten – auch ansonsten harmlosere Serotypen wurden dann zu tödlichen Killern. „Offenbar ist nach einer Grippeinfektion auch die körpereigene Abwehr gegen Bakterien geschwächt“, sagt Dunja Bruder. „Dieser Effekt ist weitgehend unabhängig vom Pneumokokken-Stamm.“ Lag die Grippeinfektion jedoch schon länger zurück, waren es vor allem die hoch invasiven Pneumokokken-Stämme, die noch Probleme machten.

Große Unterschiede stellte man bei der Art der Entzündungsreaktionen fest, die das Immunsystem der Mäuse zur Abwehr der Erreger einleitete. „Wir fanden – je nach Pneumokokken-Stamm – unterschiedliche Konzentrationen verschiedener Botenstoffe, eine unterschiedliche Verteilung der wichtigsten Typen von Immunzellen in der Lunge und auch unterschiedliche Wege der Ausbreitung der Bakterien im Körper“, sagt Niharika Sharma-Chawla, die Erstautorin der Studie. So stieg etwa bei Ko-Infektionen mit bestimmten Streptococcus pneumoniae-Stämmen die Zahl der Neutrophilen in der Lunge – eines spezialisierten Immunzell-Typs, der unter anderem Bakterien bekämpft, aber auch das körpereigene Gewebe angreifen kann. Bei einem Stamm namens 19F nahm die Zahl der Neutrophilen nach einer Ko-Infektion dagegen ab.

Dies könnte für die Behandlung von Pneumokokken-Superinfektionen bei künftigen Grippewellen von Bedeutung sein: „Es ist häufig nicht ausreichend, Medikamente gegen die Influenza-Viren und die Bakterien zu kombinieren“, erklärt Dunja Bruder. „Man benötigt zusätzlich immunmodulierende Therapien. Sie verhindern, dass die Entzündungsreaktionen zu heftig ausfallen und dadurch den eigenen Körper schädigen. Gerade bei den untersuchten Ko-Infektionen stellen solche überschießenden Immunreaktionen eine erhebliche Gefährdung dar.“ Diese entzündungshemmenden Medikamente – so die Hoffnung der Wissenschaftlerinnen – könnte man in Zukunft zielgerichteter auswählen, wenn man sie auf den jeweils vorliegenden Bakterientyp abstimmt. „Dazu müssen die klinisch relevanten Pneumokokken-Stämme und ihr Verhalten bei einer Ko-Infektion mit Influenza allerdings noch wesentlich genauer charakterisiert werden“, sagt Bruder.

Originalpublikation:
Influenza A virus infection predisposes hosts to secondary infection with different Streptococcus pneumoniae serotypes with similar outcome but serotype-specific manifestation. Niharika Sharma-Chawla, Vicky Sender, Olivia Kershaw, Achim D. Gruber, Julia Volckmar, Birgitta Henriques-Normark, Sabine Stegemann-Koniszewski, Dunja Bruder. Infection & Immunity, 2016. DOI:10.1128/IAI.00422-16


Über das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern.http://www.helmholtz-hzi.de

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Persönliche Assistenz gesetzlich verankern

Der BDH Bundesverband Rehabilitation e.V. kritisiert die Regelungen des vorgelegten Bundesteilhabegesetzes. Dazu erklärt die Vorsitzende des Sozialverbandes, Ilse Müller:

„Das Bundesteilhabegesetz zeigt immerhin, dass Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe an Gewicht gewonnen haben. Dennoch bleibt der vorliegende Gesetzentwurf weit hinter den Erwartungen zurück. Wir kritisieren in erster Linie die weiterhin bestehenden Einkommens- und Vermögensgrenzen für behinderte Menschen. Von wirtschaftlicher Selbstbestimmung oder gar Vermögensaufbau kann keine Rede sein. Betroffene hängen am Tropf staatlicher Zuweisungen. Vom Recht auf persönliche Assistenz ist ebenfalls weit und breit keine Spur. Dabei liegt genau hier der Zugang zur Teilhabe am gesellschaftlichen Alltag. Grundsätzlich muss sich das Bundesteilhabegesetz am anspruchsvollen Ziel von tatsächlicher Teilhabe und Chancengerechtigkeit behinderter Menschen hierzulande auf sämtlichen gesellschaftlichen Ebenen messen lassen. Mit Blick auf die Einschränkungen leistungsberechtigter Personen muss man leider konstatieren, dass es nicht gelungen ist, dieses fundamentale Oberziel der schon vor Jahren ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention zu erfüllen. Hier muss nachgebessert werden, um das fundamentale Recht auf ein selbstbestimmtes Leben zu stärken und dieses Grundrecht nicht durch faktische Wohnortauflagen, Gängelung durch die Pflegeversicherung und Eingriffe in die finanzielle Autonomie zu schwächen.“

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Über den BDH Bundesverband Rehabilitation
Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten. Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Ortenau in Offenburg.

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