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Gesundheit

Pantry-Küchen auch in der stationären Pflege

Pantry Küche  Foto: Silke Frank (cts)Schwestern vom Heiligen Geist und Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts) eröffnen in Sulzbach das erste Haus nach dem KDA-Modell

Neue Wege in der stationären Pflege gehen im saarländischen Sulzbach die Schwestern vom Heiligen Geist und die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts). Im Projekt „SeniorenWohnen St. Anna Sulzbach“ ist ein innovatives Wohn- und Betreuungsangebot für Menschen mit hohem Hilfe- und Pflegebedarf entstanden. Das Besondere an der neuen Einrichtung: Es verbindet in 42 Einzel-Appartements die Vorteile einer verlässlichen stationären Pflege mit einem Höchstmaß an Privatsphäre, sagte der geschäftsführende Vorstand des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, Helmut Kneppe, bei der Eröffnung am 10. September 2016, bei der auch Saarlands Sozialministerin Monika Bachmann vor Ort war.

„Das SeniorenWohnen St. Anna Sulzbach verschränkt Pflege, Betreuung, Wohnen und die Öffnung ins Gemeinwesen auf ganz besondere Weise“, sagt cts-Geschäftsführer Rafael Lunkenheimer. Trägerin ist die Krankenpflegegenossenschaft der Schwestern vom Heiligen Geist, die damit an ihren ursprünglichen Wirkungsort mitten in der Stadt Sulzbach zurückkehrt.

Vorbild für das sieben Millionen teure cts-Projekt ist das Modell des sogenannten Quartiershaus der fünften Generation der stationären Pflege nach dem Konzept des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA). Dabei verfügt jedes der Einzel-Appartements über ein eigenes Bad und eine kleine Küchenzeile, der sogenannten Pantry-Küche, die jeweils in Form von familiären Hausgemeinschaften organisiert sind. Darüber hinaus verfügt jede Hausgemeinschaft über eine zentrale Wohnküche sowie ein großzügiges Wohnzimmer mit Außenterrasse, in der sich alle bei Bedarf treffen können. „So haben wir eine Weiterentwicklung des Hausgemeinschaftsmodells, mit dem wir bei der cts schon viele positive Erfahrungen gemacht haben“, sagt Stephan Manstein, Direktor des Geschäftsbereichs Altenhilfe.

Auch das KDA ist von „SeniorenWohnen St. Anna Sulzbach“ überzeugt, zu dem auch 17 Appartements des klassischen Betreuten Wohnens gehören: „Wir sind begeistert, dass es gelungen ist, diesen neuen Typ stationären Wohnens vorbildlich umzusetzen“, sagt Helmut Kneppe. Denn das KDA-Konzept des Quartiershauses in der fünften Generation ist in der Altenhilfe durchaus kontrovers diskutiert worden. Kritiker befürchteten Zusatzkosten und eine Beeinträchtigung der Pflegequalität.

Das KDA-Modell rückt die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen in den Mittelpunkt: „Bei dem Angebot der zusätzlichen kleinen Küche haben wir die Angehörigen im Blick, die sich zusammen mit den Pflegebedürftigen zurückziehen, Kaffee trinken und kleine Gerichte zubereiten können. Auch Menschen mit hohem Pflegebedarf können so im Appartement Privatheit und in den Hausgemeinschaften Gemeinschaft leben“, erläutert Helmut Kneppe das KDA-Konzept.

Auch die Teilnahme am öffentlichen Leben ist den Bewohnern des „SeniorenWohnen St. Anna Sulzbach“ möglich. Im Erdgeschoss des Neubaus mitten im Herzen der Stadt und in unmittelbarer Nähe zur Kirche und zum Kindergarten, gibt es den Quartierstreff „Tante Anna“, in dem sich Jung und Alt begegnen. Denn durch Hilfe- und Pflegebedarf sollen Menschen „nicht benachteiligt werden“, betont Helmut Kneppe.

Das Konzept der KDA-Quartiershäuser wird ausführlich in dem Buch "Die fünfte Generation: KDA-Quartiershäuser – Ansätze zur Neuausrichtung von Alten- und Pflegeheimen" beschrieben. Es kann beim KDA unter www.kda.de und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. bestellt werden.

Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA)

Das KDA entwickelt seit mehr als 50 Jahren im Dialog mit seinen Partnern Lösungskonzepte und Modelle für die Arbeit mit älteren Menschen und hilft, diese in der Praxis umzusetzen. Es trägt durch seine Projekte, Beratung, Fortbildungen, Tagungen und Veröffentlichungen wesentlich dazu bei, die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern.

 
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.kda.de
http://www.cts-mbh.de

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Die Deutsche Leberstiftung zum Weltkindertag: Auch Kinder können an Lebererkrankungen leiden

Unter dem Motto „Kindern ein Zuhause geben“ rufen das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland am 20. September 2016 dazu auf, die Interessen, Rechte und Bedürfnisse von Kindern in den Fokus von Politik und Gesellschaft zu stellen. Wichtig für das Wohlergehen eines jeden Kindes ist neben einem vertrauensvollen, schützenden und unterstützenden Umfeld auch eine optimale medizinische Versorgung. Die Deutsche Leberstiftung nimmt den Weltkindertag zum Anlass, auf Lebererkrankungen bei Kindern und deren Vorbeugung sowie deren Behandlung aufmerksam zu machen.


„Viele Krankheiten bei Kindern wie beispielsweise Krebs oder Herzerkrankungen haben eine gewisse Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, bei Lebererkrankungen ist dies leider nicht der Fall“, sagt Prof. Ulrich Baumann, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, aus der Pädiatrischen Gastroenterologie und Hepatologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Um speziell dieser mangelnden öffentlichen Präsenz von Lebererkrankungen bei Kindern entgegenzuwirken, nutzt die Deutsche Leberstiftung den Weltkindertag, um über Lebererkrankungen bei Kindern zu informieren.

Die Diagnose von Lebererkrankungen ist auch bei Kindern und Jugendlichen oftmals schwierig, da sie häufig kaum Beschwerden haben oder die Symptomatik so unspezifisch ist, dass diese eher harmlosen Erkrankungen ähneln. Länger anhaltende Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Wachstumsstörungen sollten immer Anlass sein, beim Kinderarzt die Leber-Blutwerte überprüfen zu lassen. Wie bei anderen Krankheiten sind auch bei Lebererkrankungen frühzeitige Diagnosen oft wichtig für erfolgreiche Therapien.

Bei der häufig bei Neugeborenen auftretenden Gelbfärbung der Haut handelt es sich meistens um die harmlose „Neugeborenen-Gelbsucht“. Nur wenn diese Gelbfärbung der Haut länger als zwei Wochen andauert, sollte durch eine Blutentnahme getestet werden, ob es sich um eine Lebererkrankung oder beispielsweise einen Gallestau handelt.

Zu den am weitesten verbreiteten Lebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zählen beispielsweise die Gallengangsatresie, verschiedene Stoffwechselerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen. Darüber hinaus sind Entzündungen der Leber durch Infektionen, vor allem mit Viren wie mit dem Hepatitis B- oder C-Virus möglich.

In Deutschland gehört die Impfung von Säuglingen gegen Hepatitis B zu den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen. Für Kinder wird meistens ein Sechsfach-

Kombinationsimpfstoff eingesetzt, mit dem gleichzeitig gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, das Bakterium Hib, Kinderlähmung (Polio) und Hepatitis B geimpft werden kann. Manche Eltern fragen sich, warum bereits Säuglinge gegen Hepatitis B geimpft werden sollen, obwohl als wichtigster Übertragungsweg von Hepatitis B-Viren Geschlechtsverkehr eingestuft wird. Diese Impfempfehlung hat zwei Gründe: Diese Erkrankungen sind im Säuglingsalter zwar sehr selten, werden dann aber fast immer chronisch. Kommt es zu einer chronischen Entzündung, besteht ein erhöhtes Risiko für bindegewebsartige Veränderungen der Leber (Fibrose) oder Zirrhose. Vor allem bei einer bestehenden Zirrhose ist das Risiko für einen Leberzellkrebs deutlich erhöht. Der zweite Grund für die frühzeitige Immunisierung gegen Hepatitis B ist, dass Kinderärzte und Gesundheitsämter Jugendliche nicht mehr erreichen, um den wichtigen Impfschutz aufzubauen. Deswegen wird in Deutschland der sichere Weg gegangen, durch eine Impfung im frühen Kindesalter den notwendigen „Teenager-Schutz“ zu erreichen. Trotzdem sollte im Idealfall die Impfung nach 15 Jahren aufgefrischt werden.

Für Kinder und Jugendliche ist im Falle einer bestehenden Lebererkrankung eine besondere Behandlung vonnöten. „Diagnostik und Therapie von Lebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sollten immer bei einem Arzt durchgeführt werden, der sich speziell auf die Betreuung von Kindern mit Magen-, Darm- und Lebererkrankungen spezialisiert hat“, empfiehlt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

Und Prof. Baumann ergänzt: „Manchmal ähneln die Verläufe der Erkrankungen denen der Erwachsenen, oft gibt es aber auch andere (schwerere oder leichtere) Verläufe – Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen. Nur ein Kindergastroenterologe hat das medizinische Wissen und die Erfahrung, die bei der Behandlung von Lebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen erforderlich sind.“

Weiterführende Informationen zu Lebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen gibt die Deutsche Leberstiftung in einem Faltblatt, das unter http://www.deutsche-leberstiftung.de heruntergeladen oder in der Geschäftsstelle der Deutschen Leberstiftung unter 0511 532 6819 bestellt werden kann.

10 Jahre Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung seit ihrer Gründung vor zehn Jahren sehr erfolgreich. Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-899-9, € 16,99. Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch

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Nierenschutz für Diabetiker: Neue medikamentöse Ansätze

In Deutschland gibt es 6,7 Mio. Menschen mit Diabetes. Bei 90% der Betroffenen handelt es sich um einen lebensstilbedingten, erworbenen Diabetes („Typ-2-Diabetes“). 30 % bis 40 % der Diabetiker weisen Nierenschäden auf. Es gibt jedes Jahr mehr als 2.000 Patienten, die durch Diabetes neu dialysepflichtig werden. Diese Zahlen hat die Deutsche Diabetes-Hilfe publiziert [1] – und es stellt sich nun die Frage, wie die Nierengesundheit von Diabetikern besser geschützt werden kann


Die Diabetische Nephropathie ist eine Nierenschädigung, die in Folge des Diabetes mellitus auftritt. Sie entsteht schleichend, macht zunächst keine Beschwerden und bleibt daher oft über eine lange Zeit unbemerkt. Laut Schätzungen der Deutschen Diabetes Hilfe sind 30%-40% aller Diabetiker von einer solchen Nierenfunktionseinschränkung betroffen – und aus europäischen Registerdaten („ERA-EDTA Registry“ [2]) ist bekannt, dass allein bei einem Viertel aller Dialysepatienten der Diabetes mellitus alleinige Ursache für die terminale Nierenerkrankung ist.

Diabetes und Niere: Hochrisikopatienten sollten zum Nephrologen überwiesen werden
Ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, nehmen die Blutgefäße Schaden. Es kommt zu Ablagerungen und Wandveränderungen in den Gefäßen. Betrifft das die kleinen Blutgefäße, spricht man von Mikroangiopathie. Die Nieren bestehen aus einer Vielzahl solcher kleinen Blutgefäße, die das Blut filtern – nehmen sie Schaden, nimmt in Folge die Nierenfunktion ab. Eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion ist daher gerade bei Diabetikern wichtig und auch Bestandteil des „Disease Management Programms Diabetes“. Dennoch werden gemäß Information der Deutschen Diabetes-Hilfe immer noch 2.000 Diabetiker pro Jahr in Deutschland dialysepflichtig.„Diese Zahl könnte durch die Überweisung von den Hochrisikopatienten für Nierenerkran-kungen unter den Diabetikern zum Nephrologen reduziert werden“, so die Einschätzung von Prof. Dr. Jan Galle, Lüdenscheid; Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). „Das sind jene Patienten, die bereits eine Albuminurie von über 20 mg und/oder eine rasche Progredienz des Nierenfunktionsverlusts aufweisen.
Die verschiedenen Risikokonstellationen, die eine Überweisung zum Facharzt rechtfertigen, wurden kompakt im „Praxisratgeber Nephrologie“ [3] zusammengefasst.“

Neue medikamentöse Ansätze, um den Nierenfunktionsverlust aufzuhalten
Das medikamentöse Armamentarium, um die diabetische Nephropathie aufzuhalten, war bislang überschaubar. Die Blockade des RAAS-Systems war über eine lange Zeit die einzige medikamentöse Therapie, die den Krankheitsprogress effektiv verlangsamen konnte. Aufgrund ihrer nephroprotektiven Wirkung wurden sie auch Patienten verschrieben, deren Blutdruck nicht erhöht war. Nun zeichnet sich eine weitere Möglichkeit der Risikoreduktion und Progressionsverlangsamung ab:

Die EMPAREG-Studie hatte bereits im vergangenen Jahr gezeigt [4], dass die zusätzliche Gabe von Empagliflozin zur Standardtherapie das kardiovaskuläre Risiko von Typ-2-Diabetikern günstig beeinflussen kann. Beobachtet wurde eine 32%ige relative Risikoreduktion für die Gesamtmortalität und eine 38%ige relative Risikoreduktion für die kardiovaskuläre Mortalität. Im Juni wurde auch die Auswertung der renalen Studiendaten publiziert [5]. Über 6.000 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und einer GFR von ≤ 30 ml/min/1,73 m2 waren randomisiert und im Hinblick auf renale Langzeiteffekte über 48 Monate untersucht worden. Analysiert wurden die Progression der Nephropathie (Auftreten von Albuminurie, Verdopplung des Serumkreatinins, Notwendigkeit, eine RRT zu beginnen, oder renale Mortalität). Im Ergebnis zeigte sich eine signifikant geringere Progression der Nephropathie (p < 0,001) in der Empagliflozin-Gruppe. Dort trat bei 525 von 4.124 Patienten (12.7%) eine Verschlechterung der Nierenwerte auf, in der Placebogruppe bei 388 von 2.061 (18.8%). Ähnlich wie bei RAAS-Blockern stellte sich zwar nach Therapiebeginn zunächst ein stärkerer Abfall der GFR (hervorgerufen durch vasomodulatorische Mechanismen) ein, im Verlauf war dann die Abnahme der GFR aber deutlich langsamer als in der Placebogruppe. Im Hinblick auf die Inzidenz der Albuminurie wurde hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt. Zusammenfassend konnte die Substanz bei kardiovaskulären Risikopatienten mit diabetischer Nephropathie die CKD-Progression verlangsamen und zudem das Risiko klinisch relevanter renaler Ereignisse (z.B. AKI, Hyperkaliämie) signifikant verringern. Am 1. September hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) diesen Zusatznutzen von Empagliflozin bestätigt [6].

Darüber hinaus ist eine zweite Substanz vielversprechend hinsichtlich der kardiovaskulären Risikoreduzierung und ggf. auch renalen Protektion, zu der Ende Juli eine große randomisierte Studie [7] publiziert wurde. Liraglutide ist ein Antidiabetikum aus der Gruppe der Inkretin-Mimetika, das zusätzlich zur Standardtherapie verabreicht wird. In der doppelblinden Studie wurden 9.340 Diabetiker mit hohem kardiovaskulären Risiko randomisiert, die dann entweder Liraglutide oder Placebo erhielten (Medianes Follow-up: 3,8 Jahre). Der primäre Endpunkt war eine Zeit-bis-zum-Ereignis-

Erfassung, es wurde verglichen, nach welcher Zeitspanne ein Ereignis (kardiovaskulärer Tod, nicht-fataler Myokardinfarkt oder Apoplex) eintrat. In der Verumgruppe traten signifikant weniger kardiovaskuläre Todesfälle auf als in der Placebogruppe (608/4.668 versus 694/4.4672; p<0,001). Auch die Gesamtmortalität war in der Liraglutide-Gruppe geringer (p=0,02). Die Raten der nicht-fatalen Myokardinfarkte und Apoplexe sowie der Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz waren in der Verumgruppe geringer, aber erreichten kein Signifikanzniveau. Die Pankreatitisinzidenz war bei den mit Liraglutide behandelten Patienten ebenfalls geringer, wenn auch nicht signifikant. Die häufigste Nebenwirkung, die zum Therapieabbruch führte, waren gastrointestinale Beschwerden. Insgesamt konnte Liraglutide also das kardiovaskuläre Risiko senken. Was für die Nephrologie aber von besonderer Bedeutung ist: Präspezifiziert wurde auch das mikrovaskuläre Outcome erhoben, und zwar als zusammengesetzter Endpunkt aus Nephropathie und Renopathie. Wie sich zeigte, verbesserten sich die renalen Parameter unter Therapie (wie das Entstehen einer Makroalbuminurie).

„Möglicherweise hat sich damit das medikamentöse Behandlungsspektrum, um die Progression der chronischen Nierenerkrankung zu verlangsamen und gleichzeitig das hohe kardiovaskuläre Risiko der Patienten zu senken, gleich um zwei neue Substanzen erweitert“, so Prof. Galle.

Auch nicht-medikamentöse Strategien sind wirksam!
Wie der Nierenexperte aber auch erklärt, sind vor allem auch nicht-medikamentöse Strategien wirksam, um die Dialysepflichtigkeit möglichst lange hinauszuschieben. „Über die müssen diabetische Patienten detailliert informiert werden“, so Galle. Nierenschutz sei Gefäßschutz und zum Gefäßschutz gehörten zum einen die Blutdrucknormalisierung sowie bei Diabetes mellitus eine Blutzuckersenkung auf Zielwerte, außerdem sollten Nierengifte wie Schmerzmittel nach Möglichkeit ganz vermieden werden. Darüber hinaus sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, d. h. Trinkmenge, geachtet werden. „Und natürlich spielt die Nikotinabstinenz eine wichtige Rolle. Hier müssen wir noch mehr Aufklärung betreiben, denn viele meiner Dialysepatienten sagen, dass sie von diesem Zusammenhang bisher nicht wussten!“

Literatur
[1] http://www.diabetes-stoppen.de/fakten/zahlen-und-fakten-zu-diabetes
[2] https://www.era-edta-reg.org/files/annualreports/pdf/AR2013%20Summary%20paper.pd... (dort auf S. 6)
[3] http://www.dgfn.eu/fileadmin/download/Aktuelles/news/DGfN_Ratgeber_2015.pdf
[4] Zinman B, Wanner C, Lachin JM et al. Empagliflozin, Cardiovascular Outcomes, and Mortality in Type 2 Diabetes. N Engl J Med. 2015; 373(22): 2117-28
[5] Wanner C, Inzucchi SE, Lachin JM et al Empagliflozin and Progression of Kidney Disease in Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2016 [Epub ahead of print]
[6] https://www.g-ba.de/downloads/39-261-2694/2016-09-01_AM-RL-XII_Empagliflozin_D-2...
[7] Marso SP, Daniels GH, Brown-Frandsen K et al. Liraglutide and Cardiovascular Outcomes in Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2016; 375(4): 311-322
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dgfn.eu

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Bachelor Intensivierte Fachpflege berufsbegleitend: Neue berufliche Perspektiven für Pflegekräfte

In der Bibliothek an der Rheinischen Fachhochschule Köln  RFHMit dem Bachelorstudium "Intensivierte Fachpflege" können Krankenpflegekräfte sich berufsbegleitend akademisch qualifizieren. Die RFH Köln lädt am 19. September 2016 zu einer Informationsveranstaltung ein.


Allen Krankenpflegekräften, die sich akademisch qualifizieren möchten, bietet die Rheinische Fachhochschule Köln (RFH) den Studiengang „Intensivierte Fachpflege“ an. Der berufsbegleitende Bachelor-Studiengang (B.Sc) wurde in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum des Universitätsklinikums Bonn entwickelt und verbessert die beruflichen Perspektiven in der Pflege. Am Montag, 19. September 2016 lädt die RFH um 18 Uhr zu einem Informationsabend ein in die Schaevenstr. 1 a/b, 50676 Köln (Raum 215). Spätentschlossene können sich noch in der Nachbewerbungsphase für das Wintersemesters 2016/17 bewerben.

Die gestiegenen Ansprüche an die fachlichen Qualifikationen des Pflegepersonals erfordern innovative Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Akademisierung der Pflegeberufe. Der Studiengang hat zum Ziel, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern, neue berufliche Perspektiven für Pflegende zu schaffen und den Anforderungen des Wissenschaftsrates gerecht zu werden, der bereits 2012 eine Akademisierungsquote von 10 bis 20 Prozent für die Pflegeberufe empfohlen hatte.

Die Theorie wird überwiegend in Köln an der RFH gelehrt, der praktische Teil am Skills Lab der Universitätsklinik Bonn. Zu den Studienhalten zählen unter anderem vertiefende medizinische Kenntnisse, ökonomische und rechtliche Grundlagen, ein wählbarer Schwerpunkt sowie abschließend die Bachelor-Arbeit und eine praktische Prüfung in Form einer Fallstudie.

Der Studiengang richtet sich vor allem an folgende Berufsgruppen: Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie, Operationsdienst, Pflege in der Onkologie sowie Psychiatrie oder an Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger für Pädiatrische Intensivpflege und Anästhesie sowie in der Pädiatrischen Onkologie. Für diese zusatzqualifizierten Studierenden besteht die Möglichkeit, sich die ersten drei Semester des Studiengangs „Intensivierte Fachpflege“ anerkennen zu lassen, sodass sie den Bachelor-Abschluss in nur vier Semestern erlangen können.

Weitere Informationen: <www.rfh-koeln.de >

Kontakte:
Studienberater Christian Streich M.A., Tel.: 0221 20302-627, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Studiengangsleiterin Vanessa Jakob, Dipl.-Pflegewissenschaftlerin (FH), E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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