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Gesundheit

AOK-Chef Litsch warnt vor jährlich steigendem Zusatzbeitrag um 0,2 Prozentpunkte

GesundheitswesenDer Chef des AOK-Bundesverbandes Martin Litsch hat sich alarmiert über die steigenden Kosten im Gesundheitswesen gezeigt. "In dieser Wahlperiode kommt es zu einem noch höheren Ausgabenschub als in den vorangegangenen Wahlperioden. Minister Gröhe wird zusätzlich 40 Milliarden Euro ausgeben", sagte Litsch der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post".

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Medizinische Universitätsklinik Heidelberg veranstaltet internationales Expertentreffen „Stammzelltransplantation – Fakten und Mythen“ vom 31. März bis 2. April 2016 / Erster Patient bei Eröffnungsfeier am 31. März zu Gast / Ausblick: 2017 soll in Heidelb

Medizinische Universitätsklinik Heidelberg veranstaltet internationales Expertentreffen „Stammzelltransplantation – Fakten und Mythen“ vom 31. März bis 2. April 2016 / Erster Patient bei Eröffnungsfeier am 31. März zu Gast / Ausblick: 2017 soll in Heidelberg neue Krebstherapie mit körpereigenen, genmanipulierten Immunzellen starten / Journalisten sind herzlich eingeladen / Interviews vorab möglich


Vor mehr als 30 Jahren wurde der erste Patient der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg mit Stammzellen aus dem eigenen Blut behandelt, damals eine der weltweit ersten Stammzelltransplantationen. Heute ist Heidelberg mit über 300 Transplantationen pro Jahr eines der größten Zentren seiner Art weltweit. Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Medizinische Universitätsklinik vom 31. März bis 2. April 2016 ein internationales Symposium unter dem Motto „Stammzelltransplantation – Fakten und Mythen“: Experten aus den USA, Kanada, Japan, China, Israel und Europa stellen den aktuellen Stand der Forschung vor. Ein Schwerpunktthema widmet sich einer neuartigen Zelltherapie bei bestimmten Formen von Blutkrebs: Dabei werden Immunzellen des Patienten genetisch umprogrammiert, um die Krebszellen im Körper auszurotten. Die neue Therapie soll 2017 in Kooperation mit dem Zentrum für Zell- und Gentherapie in Houston, USA, wo sie entwickelt wurde, in Heidelberg im Rahmen einer klinischen Studie angeboten werden.

Bei der Eröffnungsfeier am 31. März wird zudem Sebastian Gärtner, der 1985 in Heidelberg die erste Stammzelltransplantation erhielt, zu Gast sein. Er ist heute 69 Jahre alt, der Krebs ist seit der Transplantation geheilt. „Herr Gärtner erfreut sich bester Gesundheit. Ich freue mich besonders, dass er bei unserer Feierstunde dabei sein und von seiner Behandlung berichten wird“, sagt Professor Dr. Anthony D. Ho, Ärztlicher Direktor der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg.

Journalisten sind sowohl zur feierlichen Eröffnung am Donnerstag, 31. März, ab 8.30 Uhr in der Neuen Aula der Universität Heidelberg (Universitätsplatz, 69117 Heidelberg) als auch zum Symposium am 1. und 2. April im Hörsaal in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Im Neuenheimer Feld 410, 69120) herzlich eingeladen! Im Vorfeld stehen Professor Ho sowie Professor Dr. Peter Dreger, Leitender Oberarzt und Leiter der Sektion Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Heidelberg, für Interviews zu Stammzellforschung und -transplantation zur Verfügung.

Den Auftakt zu der dreitägigen Veranstaltung bildet das Symposium zur Stammzellforschung der Baden-Württemberg Stiftung. Diese finanziert seit 2004 mit ca. 14 Millionen Euro an mehreren Standorten in Baden-Württemberg Programme zur Forschung an adulten Stammzellen. „Baden-Württemberg ist in der Entwicklung von zellbasierten, regenerativen Therapien sehr gut aufgestellt“, sagt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. „Das erklärte Ziel der Stiftung ist es, die Zukunftsfähigkeit unseres Landes zu stärken. Mit unseren Forschungsprogrammen tragen wir entscheidend zur Sicherung dieser Spitzenposition bei.“

Genetische Veränderung macht aus patienteneigenen Immunzellen Krebsjäger

"Wir stehen in der Stammzellforschung noch am Anfang eines langen Weges. Vieles wissen wir noch nicht. Dies muss deutlich gesagt werden, um unrealistischen Hoffnungen vorzubeugen", so der international renommierte Stammzell-Experte Ho. So drehen sich viele der beim Symposium diskutierten Forschungsergebnisse um die Fragen, wie Stammzellen auf molekularer Ebene funktionieren, wie sie sich steuern und so in der Therapie verschiedener Erkrankungen einsetzen lassen. Es gibt zwar zahlreiche vielversprechende Therapieansätze, doch sind diese meist noch Zukunftsmusik. Anders bei einer vor kurzem in den USA entwickelten Zelltherapie gegen lymphatische Leukämien sowie Lymphome, die zwar keine Stammzellen, dafür aber Wissen aus deren Erforschung und Transplantation nutzt. Sie kommt bislang nur in den USA und bei Patienten zum Einsatz, die auf die übliche Behandlung – Chemotherapie und Stammzell-Transplantation – nicht mehr ansprechen.

„Bei rund 90 Prozent der Patienten mit aggressiven Lymphomen kann der Krebs mit dieser Therapie zurückgedrängt werden“, erklärt Ho. „Wir hoffen, sie im kommenden Jahr als eines der ersten deutschen Zentren in Heidelberg anbieten zu können.“ Bestimmte Immunzellen des Patienten, sogenannte T-Killerzellen, werden hierbei aus dem Blut gesammelt, genetisch verändert (CAR-T-Zellen) und dem Patienten wieder zugeführt. Die T-Zellen werden durch die genetische Manipulation zu körpereigenen Krebszell-Jägern. Hos Kooperationspartner Malcolm Brenner, Zentrum für Zell- und Gentherapie am Baylor College of Medicine in Houston, Texas, USA, wird dieses Verfahren beim Symposium vorstellen.

Stammzellforschung wichtiger Schwerpunkt am Universitätsklinikum Heidelberg

Weitere Gäste sind u.a. Richard Champlin, vom MD Anderson Cancer Center der Universität Texas, Houston, und Stammzelltransplanteur der ersten Stunde, sowie der Molekularbiologe Professor Dr. Hans Robert Schöler, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und Experte für embryonale Stammzellen.

Die Stammzellforschung ist ein bedeutender Schwerpunkt am Universitätsklinikum Heidelberg. 2010 richtete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Universität, dem Universitätsklinikum Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum den Sonderforschungsbereich (SFB) „Selbsterneuerung und Differenzierung von Stammzellen“ ein. Das Fördervolumen beträgt 9,3 Millionen Euro pro Förderperiode von jeweils 4 Jahren; Gründungs-Sprecher des SFB ist Professor Ho (2010-2014), Sprecher der 2. Periode ist Professor Jan Lohmann, Center for Organismal Studies der Universität Heidelberg (2014-2018). Ein internationaler Forschungsverbund „SyStemAge“ unter der Federführung von Anne-Claude Gavin vom European Molecular Biology Laboratory (EMBL) und Anthony Ho wird von der Europäischen Union von 2013 bis 2018 mit insgesamt 6 Millionen Euro gefördert. Ziel von SyStemAge ist, zu erforschen, wie Stammzellen altern und welche Rolle diese Alterungsprozesse bei Erkrankungen des Knochenmarks spielen. Um normale und krankhafte Alterungsprozesse der Stammzellen nachvollziehen zu können, untersucht das Team um Professor Ho, wie sich deren genetische Information im Laufe der Jahre verändert. Derzeit analysieren Verbundpartner aus Barcelona dazu das Erbgut von Stammzellen unterschiedlichen Alters – von der Zeit unmittelbar nach der Geburt bis zu einem Alter von 70 Jahren und mehr. Über aktuelle Ergebnisse aus SFB und SyStemAge wird ebenfalls während des Symposiums berichtet.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de
Weitere Informationen finden Sie unter
Flyer mit Programm
Veranstaltungswebseite

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Eingabefrist für Anerkennungs- und Förderpreis Ambulante Palliativversorgung bis 15.4. verlängert

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) verleiht in diesem Jahr zum neunten Mal den mit 10.000 € dotierten „Anerkennungs- und Förderpreis für Ambulante Palliativversorgung“. Stifter ist die Grünenthal GmbH. Die Frist zur Antragstellung wurde aktuell vom 31. März auf den 15. April verlängert. Bis dahin können Anträge für den Preis beim Präsidenten der DGP eingereicht werden.

Die Ausschreibung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin richtet sich an Personen, Gruppierungen oder Institutionen, die sich in besonderer Weise um die Qualitätsentwicklung der ambulanten Palliativversorgung verdient gemacht haben. Anerkennungs- und Förderpreis bedeutet, dass bereits geleistetes Engagement anerkannt und gleichzeitig eine zukünftige Weiterführung gefördert wird.

Die eingereichten Projekte sollten einen wesentlichen Beitrag zur ambulanten Palliativversorgung darstellen und über den eigenen Bereich hinaus wirken. Der Nachweis dazu muss durch Forschungs- und Projektbeschreibungen, Fachgutachten bzw. entsprechende Publikationen erfolgen. Arbeiten können von allen in der Palliativmedizin tätigen Berufsgruppen eingereicht werden.

Anträge für den Preis gehen an den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Aachener Str. 5, 10713 Berlin, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.. Der Eingang wird den Bewerbern innerhalb von vier Wochen bestätigt. Telefonisch ist die DGP-Geschäftsstelle zu erreichen unter 030 - 30 10 100 0.

Die prämierten Arbeiten werden im Rahmen der Preisverleihung während des 11. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin vom 7. bis zum 10. September 2016 in Leipzig vorgestellt. Ein Bericht über die Arbeiten ist für die Zeitschrift für Palliativmedizin vorgesehen. Die Statuten des Förderpreises und weitere Informationen sind über die Website der DGP abrufbar.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dgpalliativmedizin.de/foerderpreise-der-dgp/anerkennungs-und-foerderpreis-der-dgp-fuer-ambulante-palliativversorgung-stifter-gruenenthal-gmbh.html
http://www.palliativmedizin.de

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Millionen für den Motor des Lebens: Wie aktiv ist Deutschlands Herz-Kreislauf-Forschung?

Der aktuelle Deutsche Herzbericht 2015 liefert einen einzigartigen Überblick über die vielschichtige kardiovaskuläre Forschung

Wer investiert in Deutschland in welcher Höhe in die Herz-Kreislauf-Forschung? In welchem Verhältnis steht die staatliche Förderung gegenüber der industriell finanzierten Forschung? An welchen Herz-Kreislauf-Leiden wird am meisten geforscht? Welche Städte haben die meisten zitierten Autoren im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung? Diese und viele weitere wichtige Fragen für Entscheider im Gesundheitswesen und Wissenschaftsinteressierte beantwortet das Forschungs-Kapitel des neuen Herzberichts 2015, der bei der Deutschen Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/herzbericht kostenfrei erhältlich ist. „Auch aufgrund des demografischen Wandels werden wir es bei chronischen Herzkrankheiten wie Herzschwäche und Aortenklappenstenose mit einer zunehmenden Zahl an Klinikeinweisungen zu tun haben, was sich zukünftig deutlich auch auf den Förderbedarf in der Herz-Kreislauf-Forschung auswirken dürfte“, betont Prof. Dr. med. Thomas Eschenhagen, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und Autor des Forschungs-Kapitels im Herzbericht. Laut DZHK verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 1,5 Millionen stationären Behandlungen pro Jahr in Deutschland die mit Abstand höchsten Krankheitskosten.

Woran wird am meisten geforscht?
Die meisten der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligten Forschungsprojekte widmeten sich 2014 den krankhaften Veränderungen der Arterien (Atherosklerose), die dem Herzinfarkt vorausgehen, ebenso den Mechanismen der Blutgerinnselbildung (Thrombose) und der Thrombozytenfunktion, die bedeutsam für die Entstehung von Infarkten sind. Darauf folgen bei den DFG-geförderten Forschungsbereichen die bildgebenden Verfahren zur Darstellung von Herz und Gefäßen zur besseren Diagnostik und Planung von Eingriffen am Herzen sowie Vorhaben zur Herzmuskelverdickung (kardiale Hypertrophie). Von der Deutschen Herzstiftung (DHS)/Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) geförderte Vorhaben legten ihren Fokus vor allem auf die kardiovaskuläre Versorgungsforschung, auf chirurgische und andere invasive Verfahren sowie Mechanismen der Rhythmusstörungen.

Drittmittelgeber: Wer investiert in welcher Höhe in die Herz-Kreislauf-Forschung?
In Deutschland werden Projekte der kardiovaskulären Grundlagenforschung über die DFG, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die DHS/DSHF oder die Europäische Union (EU) gefördert. Auch für klinische Studien kommen Finanzmittel von diesen Institutionen. Groß ist der Anteil an Forschungsinvestitionen von der Industrie. „Allerdings darf der Anteil der öffentlichen Drittmittelgeber an der Forschungsförderung insgesamt nicht unterschätzt werden. Die DFG war 2014 mit Abstand der am häufigsten in Publikationen genannte Drittmittelgeber“, betont Eschenhagen, Mitglied des Wissenschaftl. Beirats der Herzstiftung. Damit rangiert die DFG, die für 2014 ein Fördervolumen von 38,5 Millionen Euro für 154 bewilligte Projekte aufweist, vor den US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH), dem BMBF, der EU und der American Heart Association (AHA). Insgesamt kommen die öffentlichen Drittmittelgeber auf etwa ein Drittel (32 %) der Nennungen.
Das DZHK mit seinen 31 Partnereinrichtungen an sieben Forschungsstandorten mit rund 140 Wissenschaftlern wurde 2014 mit 14,7 Millionen Euro (90 % Bund, 10 % Länder) gefördert. Die Deutsche Herzstiftung und die DSHF förderten 2014 die kardiovaskuläre Forschung mit einem Gesamtfördervolumen von 1,48 Millionen Euro durch 25 Forschungsprojekte, Wissenschaftspreise und Stipendien.

Städtevergleich: Wo ist die Forschungsaktivität am höchsten?
Nach Städten rangiert für die meisten Publikationen im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung im Jahr 2014 München an erster Stelle, gefolgt von Berlin und Hamburg. München steht auch bei den häufigsten Zitationen kardiovaskulärer Publikationen an der Spitze, gefolgt von Berlin und Essen. Dass aber weder die Zahl der Publikationen noch die Zahl der Zitierungen Aussagen zur Qualität der Forschung erlauben, „sondern erst das kritische und vollständige Lesen der entsprechenden Arbeiten“, bemerkt Prof. Eschenhagen, betont aber: „Allerdings sind Forschungspublikationen ein Messwert der akademischen Forschung und geben einen allgemeinen Eindruck von der Forschungsaktivität in den Ländern und Institutionen.“

Zur kostenfreien Bestellung des Deutschen Herzberichts 2015 unter:
www.herzstiftung.de/herzbericht

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