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Gesundheit

Chirurgen diskutieren, wann Antibiotika eine Blinddarm-Entzündung heilen können

Eine finnische Studie zur Behandlung der Blinddarm-Entzündung lässt Chirurgen aufhorchen: Die Skandinavier heilten fast drei Viertel ihrer erwachsenen Patienten mit Antibiotika statt mit einer OP, berichtet die "Apotheken Umschau". Obwohl der entzündete Appendix eine sehr häufige Erkrankung ist, bereitet die exakte Diagnose, besonders bei Kindern, immer noch Probleme.

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Wie die Ernährung die Demenz beeinflusst

Demenz ist ursächlich nicht heilbar. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf hinauszuzögern – auch durch die Ernährung. Die Chancen, aber auch die Grenzen abgestimmter Ernährung und mögliche Wechselwirkungen erläutert PD Dr. Werner Hofmann, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation am Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster.


„Zusammenhänge zwischen Ernährung und Demenz sind sehr vielfältig“, sagt Dr. Hofmann. Dies scheinen Beobachtungen zu bekräftigen. So lässt sich bei der Hälfte der Demenzkranken im Rückblick feststellen, dass sie in den Jahren vor der Diagnose schleichend Gewicht verloren haben. „Es lässt sich durchaus sagen: Mangelernährung und Gewichtsverlust sind begleitende Faktoren bei der Entwicklung einer Demenz“, sagt er. Ob es eine Ursache und eine daraus ableitbare Wirkung gibt, hat sich bislang aber nicht klären lassen: „Das ist wie mit der Henne und dem Ei – da ist noch Spekulation im Spiel.“

Doch lässt sich zumindest der Krankheitsverlauf durch Ernährung beeinflussen? Hier scheint es mehr Hoffnung zu geben. Dr. Hofmann, der bis 2012 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG) war und sich intensiv mit der Ernährung alter Menschen beschäftigt, verweist auf zwei neue Studien (siehe unten). Deren Ergebnisse legen nahe, dass eine Kombination verschiedener Nahrungsstoffe – zum Beispiel Vitamine, Fette und Aminosäuren – die Einschränkungen bei einer Alzheimer Erkrankung mildern kann.

Ernährung als Schalthebel

„Man kann aber leider nicht schlussfolgern, dass eine wiederaufgenommene bessere Ernährung das Fortschreiten einer Demenzerkrankung aufhält“, schränkt er ein. „Dafür ist die Datenlage noch zu begrenzt.“

Trotzdem ist die Ernährung ein Schalthebel, um das Gesamtbefinden der Patienten wesentlich zu beeinflussen. So gelten exemplarisch diese drei Empfehlungen: mehr Proteine, um den Muskelabbau im Alter zu stoppen und die Sturzgefahr zu reduzieren. Mehr Kalorien, um den erhöhten Energieverbrauch durch Hyperaktivität auszugleichen. Und mehr individuell zubereitete Gerichte, auch finger food, um Leiden wie Schluckprobleme mit entsprechender Kost aufzufangen.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dggeriatrie.de/presse-469/1018-pm-wie-die-ern%C3%A4hrung-die-demenz-beeinflusst.html

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Infoabend zu Brustkrebs: Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse in der Früherkennung und Behandlung

Universitäts-Brustzentrum Heidelberg lädt Patientinnen, Angehörige und Laien am Mittwoch, 21. Oktober 2015, von 18 bis 20 Uhr zu einer Infoveranstaltung ein


Am Mittwoch, 21. Oktober 2015, lädt das Brustzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg zu einer Informationsveranstaltung in die Frauenklinik ein. Von 18 bis 20 Uhr informieren die Mediziner Patientinnen, Angehörige und Interessierte in kurzen Vorträgen über die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um das Thema Brustkrebs. Wann ist welche Methode der Früherkennung geeignet? Familiärer Brustkrebs – wer könnte betroffen sein und was kann man tun? Ist die Brustkrebsoperation mit ästhetischem Anspruch ein Widerspruch? Und was ist bei der individuellen medikamentösen Therapie heute möglich? Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit, die Räumlichkeiten des Zentrums zu besichtigen. Veranstaltungsort ist der Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik, Im Neuenheimer Feld 440, 69120 Heidelberg, erreichbar über den separaten Eingang „Hörsaal / Seminarräume“ in Richtung Zoo. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Universitäts-Brustzentrum Heidelberg: Interdisziplinäre Zusammenarbeit sichert optimale Versorgung

Mehr als 600 Patientinnen mit neu aufgetretener Erkrankung lassen sich pro Jahr im Universitäts-Brustzentrum Heidelberg behandeln; rund 8.000 Patientinnen werden derzeit hier betreut. Mehrere Gütesiegel bescheinigen dem Zentrum eine europaweit herausragende Qualität in Therapie und Patientenbetreuung. Die enge Zusammenarbeit von Experten der Gynäkologie, Radiodiagnostik, Pathologie, Strahlentherapie, Humangenetik und Onkologie sichert eine optimale Versorgung der Patientinnen. Kooperationen der Universitätsfrauenklinik mit zehn Partnerkliniken im Rahmen des Südwestdeutschen Brustzentrums und den niedergelassenen Ärzten der Region ermöglichen den Patientinnen eine Betreuung in der Nähe ihres Wohnortes. Zentrales Element der fachübergreifenden Zusammenarbeit sind die interdisziplinären Fallkonferenzen, auch Tumorboards genannt. Hierzu kommen die Experten der Kooperationspartner zusammen und diskutieren für jede Patientin (jeden Patienten) auf der Basis vorliegender Befunde, Patientinnen / Patientenwünsche und aktuellem Stand der medizinischen Wissenschaft die bestmögliche Therapieempfehlung.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de
Weitere Informationen finden Sie unter
Flyer zur Informationsveranstaltung mit Programm

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Wie resistente Keime entstehen – Aktuelles zu Hygiene und Antibiotikagebrauch

Warum werden Bakterien resistent, lässt sich das überhaupt verhindern und wie geht man damit um? Am 21. Oktober 2015 spricht Hygieneexperte Professor Dr. Klaus Heeg bei Medizin am Abend über Bakterien, Antibiotika und deren verantwortungs-bewussten Einsatz.


Bakterien, denen die gängigen Antibiotika nichts anhaben können, sind inzwischen weit verbreitet und ein zunehmendes Problem in Kliniken. Doch wie gefährlich sind diese Keime für die gesunde Bevölkerung? Wie trägt der Umgang mit Antibiotika zur Entstehung von Resistenzen bei? In seinem Vortrag bei Medizin am Abend am Mittwoch, 21. Oktober 2015, informiert Professor Dr. Klaus Heeg, Ärztlicher Direktor der Abteilung Medizinische Mikro-biologie und Hygiene, Zentrum für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, darüber, wie krankheitserregende Bakterien funktionieren, warum Resistenzen unvermeidbar sind, wie man ihnen begegnet und was jeder einzelne dazu beitragen kann, dass sie nicht überhand nehmen. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400. Universitätsklinikum und Rhein-Neckar-Zeitung laden alle Interessierten herzlich ein.

„90 Prozent aller Antibiotika werden außerhalb der Kliniken eingenommen. Leider zu häufig unnötig“, bemängelt Professor Heeg. „Dass unkontrollierter und vor allem unsachgemäßer Antibiotikagebrauch Probleme verursacht, sehen wir vor allem in Ländern, in denen Antibiotika nicht verschreibungspflichtig sind. Bei Patienten in Griechenland finden sich beispielsweise bis zu dreimal mehr resistente Keime als in Deutschland, in den arabischen Ländern ist der Anteil noch größer.“ In Spanien, wo Penicillin frei käuflich ist, sind rund 30 Prozent der Pneumokokken, die z.B. Lungen-, Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen verursachen, gegen dieses Antibiotikum resistent. Spanienurlauber bringen solche Bakterien unbemerkt mit nach Deutschland.

Routine-Tests im Krankenhaus verhindern Ausbreitung

Ein Grund, den nächsten Spanienurlaub zu stornieren, ist das zunächst einmal nicht. Gefährlich werden resistente Bakterien vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Kleinkinder und Alte. Wenn sie schwer erkranken, weil ihr Körper selbst mit der Infektion nicht fertig wird, muss zunächst nach einem wirksamen Antibiotikum gesucht werden. „Es gibt in den meisten Fällen noch Reserve-Antibiotika, aber man muss wissen, gegen welche Mittel die Krankheitserreger resistent sind“, erklärt der Mikrobiologe. „Wird erst mit einem unwirksamen Antibiotikum behandelt, verstreicht wertvolle Zeit für den Patienten.“

Am Universitätsklinikum Heidelberg werden Patienten, bei denen mit resistenten Keimen gerechnet werden muss, routinemäßig gescreent: Abstriche aus Nase und Enddarm zeigen, welche Bakterien vorhanden sind und ob und gegen was sie resistent sind. Risikopatienten sind Patienten mit längerem Klinikaufenthalt, Bewohner aus Alters- und Pflegeheimen, Menschen von außerhalb Deutschlands, bestimmte Urlauber und Patienten der Intensivstation. Insgesamt sind das in Heidelberg rund 30.000 Screenings im Jahr. Finden sich bei ihnen Resistenzen, müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden. „Der beste Schutz davor, solche Keime weiterzugeben und geschwächte Menschen zu gefährden, ist nach wie vor die Händedesinfektion“, sagt Heeg.

Gezielte Kurzzeittherapie beugt Resistenzen vor

Ursache für viele Resistenzen ist die Variabilität des bakteriellen Erbguts und die enorme Vermehrungsrate. Aus einem einzelnen Bakterium können innerhalb weniger Stunden mehrere Milliarden Zellen entstehen. Immer wieder treten dabei zufällig Veränderungen des Erbguts auf, die Widerstandskraft gegen ein Antibiotikum verleihen. Solange diese resistenten Bakterien nicht mit dem Antibiotikum konfrontiert werden, unterscheiden sie sich in nichts von ihren nicht-resistenten Artgenossen, sie sind wegen dieses unnötigen genetischen Ballasts sogar leicht benachteiligt. Sie reagieren ebenso empfindlich auf Umwelteinflüsse und können ebenso gut vom Immunsystem vernichtet werden.

Sind Bakterien allerdings längere Zeit Antibiotika ausgesetzt, haben die resistenten Keime einen Vorteil – und vermehren sich stark. „Antibiotika sind eine Waffe für eine gezielte und genau dosierte Kurzzeittherapie (bis zu zwei Wochen). Die Bakterien müssen in kurzer Zeit soweit dezimiert sein, dass das Immunsystem ihnen wieder Herr werden kann“, so Heeg. „Wo das nicht berücksichtigt wird, werden Resistenzen zum Problem.“ Nur in ganz wenigen Fällen ist eine antibiotische Langzeittherapie angezeigt. Patienten ist daher geraten, sich immer streng an die Vorgaben des Arztes zu halten – und vor allem die eigene Erwartungshaltung gegenüber dem vermeintlichen Allzweckmittel Antibiotikum zu überdenken. Bei Virenerkrankungen wie grippalen Infekten helfen sie z.B. nicht. „Ein Arzt, der nur selten Antibiotika verschreibt, ist kein schlechter Arzt, sondern verantwortungsvoll“, betont der Experte.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum.uni-heidelberg.de
Weitere Informationen finden Sie unter
Medizin am Abend

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