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Gesundheit

Spezial-Tageskliniken für psychosomatische Störungen am Uniklinikum Dresden nun in eigenen Räumen

Somatoforme Störungen – also körperliche Beschwerden ohne organische Ursachen – sowie Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Sie werden in den beiden der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden zugehörigen Spezial-Tageskliniken behandelt. Nachdem die Patienten bisher in verschiedenen, auf dem Klinikumsgelände verteilten Räumen behandelt wurden, steht ihnen nun ein eigener Bereich zur Verfügung. Nach einer Aufbauphase, die im Februar begann, nehmen die Tageskliniken jetzt im Oktober den Vollbetrieb auf.


Durch den zentralen Behandlungsort können die Therapeuten den Patienten nun längere Wege auf dem Campus ersparen. Für das Angebot der Tageskliniken, das sich aus Einzel-, Gruppen- und Spezialtherapien sowie Vor- und Nachgesprächen zusammensetzt, gibt es erheblichen Bedarf. Und auch die Erfolgsquote der teilstationären Behandlung ist überdurchschnittlich: Ein Großteil der Patienten schafft es, dank der Therapie wesentliche, durch ihr seelisches Leiden bedingte Einschränkungen hinter sich zu lassen.

Die Ausbildung von Angst- oder somatoformen Störungen ist nur zum geringen Anteil genetisch bedingt. Vor allem psychosoziale Belastungen tragen dazu bei, dass Angst- oder somatoforme Störungen entstehen. So stellen die Therapeuten bei überproportional vielen Betroffenen unsichere Bindungserfahrungen – etwa zu den Eltern – fest. „Psychosomatische Störungen sind zumeist Ausdruck ungelöster Konflikte, die stark mit der eigenen Biographie zusammenhängen und verschiedenste Ängste oder somatoforme Störungen wie etwa Schwindelgefühle auslösen können. Im Zentrum der Behandlung steht daher, diese verborgenen Konflikte den Patienten bewusst zu machen“, erklärt Prof. Kerstin Weidner, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik. Dies geschieht unter anderem in Form einer individuellen Biographiearbeit. Mit dieser strukturierten Form der Selbstreflexion lernen sich die Patienten aus einer anderen Perspektive kennen. Mit den Therapeuten und der Gruppe, erschließen sie sich die durchlebten, oft aber noch zu bewältigenden Konflikte.

Patienten werden behutsam an Ängste herangeführt
Patienten, die unter Angststörungen leiden, sind in ihrem Alltag massiv eingeschränkt. Oft fällt es den Betroffenen schwer, ihren Beruf auszuüben oder soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Ein gutes Beispiel ist dafür die Angst, eine Brücke zu überqueren. In der Regel baut sich diese Angst langsam auf – beginnend mit einem Gefühl des Unwohlseins entwickelt sich ein massives Gefühl, dass es dem Betroffenen schließlich unmöglich macht, die Brücke noch zu überqueren. Die Folge kann für einen Dresdner Angstpatienten sein, dass er seinen Arbeitsplatz nicht mehr erreichen kann oder auf den Besuch von Verwandten und Freunden verzichtet. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist die Angststörung behandlungsbedürftig. Der Weg aus dieser seelisch bedingten Einschränkung führt nach den am Anfang der Behandlung stehenden Therapiesitzungen zur sogenannten Exposition. Therapeut und Patient nähern sich in der Regel in kleinen Schritten der die Angst auslösenden Situation. Beim Beispiel der Angst vorm Überqueren einer Brücke, geht der behandelnde Psychotherapeut mit dem Patienten zu einem solchen Bauwerk. Der Betroffene lernt so, mit der aufkommenden Panik bewusst umzugehen. Diese Form der Therapie ist sehr zeit- und personalaufwändig.

„Eine Möglichkeit vor der tagesklinische Behandlung ist die Teilnahme in einer ambulanten Vorbereitungsgruppe, in der bereits ein erster Austausch mit anderen Patienten über den Umgang mit Angstsituationen möglich ist“, erklärt Dr. René Noack, Leiter der Angst-Tagesklinik. „Im Rahmen unserer fünfwöchigen teilstationären Gruppen- und Einzeltherapie behandeln wir werktags acht Patienten, die sich intensiv mit Ihrer Störung auseinandersetzen. Auch nach der Therapie lassen wir unsere Patienten nicht allein und bieten ihnen Hilfe im Rahmen einer ambulanten Nachsorgegruppe. Sie hilft, den Therapieerfolg zu stabilisieren. Außerdem gehören sogenannte ‚Boosterwochen‘ zu unserem Therapiekonzept. In den dreiwöchigen teilstationären Programmen werden nach sechs bis zwölf Monaten die Erkenntnisse der Therapie erneut ins Bewusstsein gerückt.“

Somatoforme Störungen bleiben lange unentdeckt
Schmerzen und zum Beispiel starke Schwindelgefühle oder andere körperliche Symptome ohne eine erkennbare körperliche Ursache bezeichnen Experten als somatoforme Störungen. Nahezu alle Patienten haben eine Ärzte-Odyssee hinter sich, bevor sie die Hilfe eines Experten der Psychosomatik annehmen können. Drei bis fünf Jahre sind dabei keine Seltenheit. Denn die Betroffenen verdrängen, dass es sich um ein seelisches Problem handeln könnte und konsultieren weitere Ärzte, um nach möglichen körperlichen Ursachen zu suchen.

Auch die Tagesklinik für Somatoforme Störungen setzt auf einen Behandlungsdreiklang. Nach zwei umfangreichen Voruntersuchungen und sogenannten Probetherapien beginnt für acht Teilnehmer eine teilstationäre Therapie mit einem enggesteckten Stundenplan. Im Rahmen von Einzel- und Gruppengesprächen, Körper- und Kunsttherapien, Genuss- und sozialen Kompetenztrainings sowie weiteren Therapieeinheiten lernen die Betroffenen ein neues Körperbewusstsein zu entwickeln. „Nach Abschluss der sechswöchigen Therapie beschreibt eine Vielzahl der Patienten einen Rückgang der Beschwerden. Durch intensive Nachbetreuung im Rahmen eines begleiteten Übergangs in die ambulante Psychotherapie, gefolgt von ‚Boosterwochen‘ bietet die Tagesklinik den Betroffenen ein umfassendes Programm“, erklärt Christoph Schilling, Leiter der Tagesklinik für Somatoforme Störungen. Zusätzlich arbeitet die Tagesklinik interdisziplinär mit dem Universitäts Schmerz Centrum und der Speziellen Orthopädischen Schmerztherapie des Uniklinikums zusammen, um den Patienten frühzeitig Hilfsangebote verschiedener Fachbereiche zur Verfügung zu stellen.

Behandlungsaussichten
Die Behandlungsaussichten der beiden Spezialtageskliniken sind vielversprechend. Bei ungefähr zwei Dritteln der Angstpatienten gibt es eine wesentliche Verbesserung der Angstsymptomatik. Auch Patienten mit somatoformen Störungen verspüren nach der ersten Behandlung ein deutliches Nachlassen der Beschwerden und der allgemeinen psychischen Belastungen. Die Betroffenen werden am Uniklinikum umfassend betreut. Fünf Ärzte und Psychologen verantworten gemeinsam mit vier psychologischen Nachwuchstherapeuten die Einzel- und Gruppentherapien.

Informationsveranstaltung „Alles unter Dach und Fach“
Im Rahmen einer Veranstaltung informieren sich heute, am 7. Oktober, Experten über die Arbeit der Spezialtageskliniken. Begleitet wird der Besichtigungstermin von einem wissenschaftlichen Programm, das über die Therapiemöglichkeiten bei psychosomatischen Störungen informiert.

 
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.psychosomatik-ukd.de/patienteninformation/tageskliniken/tagesklinik-fur-somatoforme-stoerungen-piso/
http://www.psychosomatik-ukd.de/patienteninformation/tageskliniken/angst-tagesklinik/

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Bessere Versorgung von Kopfschmerzpatienten

DMKG schafft zertifizierte Versorgungseinrichtungen – Kopfschmerzakademie bietet Fortbildung

Migräne und Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern, die Patienten zum Arzt führen. Zwar hat sich die Versorgung von Patienten mit Kopfschmerzerkrankungen in den letzten Jahren gebessert, doch beklagen Kopfschmerzspezialisten wie auch Patienten nach wie vor Versorgungslücken. Kopfschmerzpatienten gelten als zeitaufwendig, da die korrekte Diagnose in aller Regel nur durch eine sorgfältige Erhebung der Beschwerden und die körperliche Untersuchung und nicht einfach nur durch einen Laborwert oder ein Röntgenbild gestellt werden kann.


„Das Gesundheitssystem honoriert aber gerade diese zeitintensiven Leistungen bislang unzureichend“, sagt Prof. Andreas Straube, Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfscherzgesellschaft (DMKG). Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat die Versorgungslücken in Deutschland erkannt und deshalb im Juni den Beschluss gefasst, die Schmerzversorgung in Deutschland zu verbessern. Zu den politischen Zielen gehört, die Versorgung und Begleitung schmerzkranker Menschen durch entsprechend weitergebildete und qualifizierte Ärzte in spezialisierten Einrichtungen sicherzustellen. Dabei wird von Seiten der Politik gefordert, hierfür auch entsprechende Qualitätskriterien zu entwickeln. „Es ist zu erwarten, dass eine verbesserte Vergütung schmerztherapeutischer Maßnahmen an den Nachweis der entsprechenden Fachkompetenz gekoppelt sein wird“, mutmaßt Prof. Straube.

Die DMKG hat hierzu in den vergangenen zwei Jahren bereits ein strukturiertes Fortbildungsprogramm etabliert und bietet deutschlandweit Fortbildungsveranstaltungen zur Entstehung, Diagnostik und Behandlung von Kopfschmerzerkrankungen an. Auf jeder Veranstaltung können neben CME-Fortbildungspunkten auch DMKG-Fortbildungspunkte erworben werden. Gut weitergebildete Ärzte, Psychologen und Psychotherapeuten, die in ihrer Praxis oder Klinik einen Kopfschmerzschwerpunkt vertreten, können so das „DMKG Fortbildungszertifikate Kopf- und Gesichtsschmerz“ erwerben. Für Kopfschmerz-Schwerpunktpraxen und Spezialeinrichtungen an Kliniken erarbeitet die DMKG gerade mit dem TÜV Rheinland eine Zertifizierung in einem dreistufiges Modell. Dies ermöglicht Patienten, zuweisenden Ärzten und Krankenkassen, die Qualität der Kopfschmerzversorgung zu beurteilen und sich im Versorgungsdschungel besser zurecht zu finden. Weitere Einzelheiten zum Fortbildungsprogramm der DMKG finden Sie auch im Internet unter http://dmkg.de/kopfschmerzakademie

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Smartwatch und Fitnessarmband: Gesundheitsschub oder Healthcare-Horror?

Smartwatch und Fitnessarmband, wohin gehen die GesundheitsdatenDas Potenzial der Erfassung und Auswertung von Gesundheitsdaten im großen Stil wird völlig unterschätzt, erklärt eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. anlässlich der Internet Security Days. Der Verband begründet: Der Trend zu Fitnessarmbändern und Smartwatches führe zu einer stark steigenden lückenlosen und automatisierten Erfassung der Vitaldaten von Millionen von Menschen. Die Nutzung dieser persönlichen Daten werde den Nährboden für eine neue Ära der Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft in einem heute noch kaum vorstellbarem Ausmaß bilden, prognostiziert eco.

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NRW: 34 Prozent mehr Operationen in zehn Jahren

obwohl die Bevölkerungszahl in NRW seit 2004 um rund 500.000 Einwohner gesunken ist, stieg in den letzen zehn Jahren die Zahl der operativen Eingriffe um 34 Prozent. Detaillierte Informationen zu dieser "Zahl des Tages" finden Sie in der folgenden Meldung:

NRW: 34 Prozent mehr Operationen in zehn JahrenÜber 3,7 Millionen Operationen wurden den nordrhein-westfälischen Kliniken im vergangenen Jahr durchgeführt. In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl um über 34 Prozent. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Düsseldorf mit und beruft sich auf aktuelle Auswertungen des Statistischen Bundesamts. 

Durch das Versorgungsstärkungsgesetz haben Versicherte Anspruch auf eine unabhängigen ärztlichen Zweitmeinung. So können Patienten bei bestimmten operativen Eingriffen sich eine weitere Meinung durch einen unabhängigen Experten einzuholen. Günter van Aalst, Leiter der Landesvertretung der TK in NRW: "So manchem Patienten können dadurch Klinikaufenthalte und Operationsrisiken wie Nerven- und Gefäßschädigungen oder Narbenprobleme erspart bleiben." Hinzu käme noch ein wesentlicher wirtschaftlicher Aspekt. "Die Kosten für den Kliniksektor steigen rasant - in den zehn letzten Jahren um 44 Prozent von 47,2 Milliarden auf 67,9 Milliarden. Beitragssteigerungen sind da vorprogrammiert," so van Aalst.
Seit fünf Jahren bietet die TK ihren Versicherten das Modellprojekt "Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Operationen" an. Auswertungen zeigen, dass 85 Prozent dieser Rücken-Eingriffe unnötig sind. Seit Start des Projekts haben sich mehr als 1.700 TK-Versicherte bereits eine Zweitmeinung eingeholt. Bei gut 1.450 der Patienten haben Spezialisten den operativen Eingriff als nicht notwendig eingestuft und eine nicht-operative Behandlung empfohlen - zum Beispiel eine Physio- oder eine Schmerztherapie.

Techniker Krankenkasse
Landesvertretung Nordrhein-Westfalen
Bismarckstr. 101, 40210 Düsseldorf

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