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Gesundheit

Immer mehr Erwerbsminderungsrenten wegen Burnout

BurnoutImmer mehr Menschen in Deutschland gehen wegen Burnout oder anderer seelischer Leiden in vorgezogenen Ruhestand. Dies geht aus einer aktuellen Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" vorliegt. Die Zahl der Männer und Frauen, die wegen psychischer Störungen im vergangenen Jahr erstmals eine Erwerbsminderungsrente erhielten, hat sich demnach erneut erhöht. Sie betrug im Jahr 2012 der Statistik zufolge 74.460 Fälle. Das waren 1387 mehr als im Jahr davor. Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen. So waren es fünf Jahre zuvor nur rund 57.000 Neuzugänge bei der Erwerbsminderungsrente aufgrund dieser Diagnose.

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Ärztepräsident Montgomery fordert ''dringliche Überweisung'' für Kassenpatienten

ÜberweisungÄrztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat gefordert, dass Kassenpatienten künftig per "dringlicher Überweisung" durch den Hausarzt besonders schnell zu einem Facharzt vermittelt werden können. "Das Terminmanagement muss in den Händen der Ärzte bleiben", sagte Montgomery der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". "Dafür könnte man eine neue Form der dringlichen Überweisung schaffen", betonte Montgomery. "Wichtig ist, dass Termine beim Facharzt weiterhin aus medizinischen Gründen vergeben werden", sagte Montgomery. Wer ohne Überweisung seines Hausarztes einen Facharzttermin wünsche, müsse unter Umständen etwas länger warten.

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Medizinpremiere: Hirnschrittmacher bei Patienten mit schwerstem Schmerzsyndrom eingesetzt

Dr. Rupert Reichart

Medizinpremiere in Thüringen: Neurochirurgen der Universitätsklinik Jena (UKJ) setzten nun erstmals in Mitteldeutschland einen sogenannten „Hirnschrittmacher" bei einem Patienten mit schwerstem Schmerzsyndrom ein. Der Patient aus Thüringen hatte sich bei einem zurückliegenden Unfall vor über fünf Jahren umfangreiche Knochenbrüche im Gesicht zugezogen und litt seitdem unter extremen chronischen Schmerzen. Der Eingriff dauerte rund vier Stunden. An die Operationen nach dem Unfall schloss sich seinerzeit eine intensive und umfassende Schmerztherapie an: Trotzdem blieb das Schmerzsyndrom im Gesicht des Mannes erhalten und schritt immer weiter fort. Durch den Einsatz des Hirnschrittmachers konnten die Schmerzen nun deutlich gelindert werden.

Bei diesem Verfahren, der „Tiefen Hirnstimulation", werden die gestörten Gehirnareale durch elektrische Stimulation je nach Erkrankung gehemmt oder angeregt. Dazu werden operativ Elektroden in die erkrankte Hirnregion implantiert sowie ein dazugehöriger individuell programmierbarer Impulsgeber unter das Schlüsselbein eingesetzt. „Bereits über 50 Patienten haben hier am UKJ durch die Zusammenarbeit der neurologischen und der neurochirurgischen Klinik einen Hirnschrittmacher erhalten. Bislang wurde diese extrem komplizierte Operation hauptsächlich bei Patienten mit Parkinsonerkrankung oder auch Tremor (Zittern) oder Dystonie (überschießende Bewegungsstörung) eingesetzt", erklärt Prof. Dr. Rolf Kalff, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am UKJ. Die Erfahrung dieser Eingriffe war u.a. jetzt die Basis, um die gewonnenen Erkenntnisse der Tiefen Hirnstimulation nun auch für dieses Krankheitsbild zu nutzen.

Patient selbst kann Elektrostimulator einschalten und ausschalten

UKJ-Neurochirurg Dr. Rupert Reichart schildert den Eingriff: „In der vierstündigen Operation wurden zwei Stimulationselektroden in zwei Areale des Mittelhirns, die einen entscheidenden Einfluss auf die körpereigene Schmerzunterdrückung haben, implantiert. Zunächst wurden die Stimulationskabel mit einer Verlängerung nach außen geleitet, so dass eine fast vierwöchige Testphase mit einem externen Stimulationsgeber erfolgen konnte. Zum Schluss dieser Testperiode war die Schmerzsymptomatik zwar noch nicht vollständig verschwunden, konnte jedoch schon wesentlich gelindert werden." Daher implantierten die Neurochirurgen des UKJ nun einen dauerhaften Simulator unter die Haut. Dieser arbeitet jetzt kontinuierlich. Das Besondere: Der Stimulator kann auch vom Patienten nach Bedarf ein- bzw. ausgeschaltet werden.

Die Thüringer Neurochirurgen schließen nicht aus, dass die Einsatzfelder für Hirnschrittmacher in Zukunft weiter ausgedehnt werden: „Es gibt erste vielversprechende Daten, dass neben Menschen mit chronischen Schmerzen und Bewegungsstörungen vor allem auch psychiatrisch erkrankte Patienten, etwa mit Zwangsstörungen, durch eine Tiefe Hirnstimulation erfolgreich behandelt werden können. Im Gegensatz zu früher haben diese Operationen heute ein sehr geringes Risiko. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Implantation der Stimulationssonden vollständig rückgängig gemacht werden kann", so Dr. Reichart. Daher könne das Verfahren gerade bei Patienten mit einem hohen Leidensdruck von wachsender Bedeutung werden.

(idw) / Bild: UKJ/Szabo

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Alzheimer: Sechs Substanzen identifiziert, die Krankheitsverlauf stoppen könnten

Alzheimer

 

Wissenschaftler am Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben in Laborversuchen sechs Substanzen identifiziert, die den Verlauf der Alzheimer-Krankheit möglicherweise aufhalten können. Ob sich aus diesen Substanzen tatsächlich Medikamente entwickeln lassen, ist Gegenstand weiterer Forschungen. Ihre Erkenntnisse haben die Wissenschaftler um Prof. Dr. Markus Glatzel jetzt online in dem renommierten Journal PLOS ONE veröffentlicht. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz; rund 700.000 der etwa 1,3 Millionen Demenzpatienten in Deutschland sind von Morbus Alzheimer betroffen. Durch den demographischen Wandel werden sich die Erkrankungszahlen bis zum Jahr 2050 etwa verdoppeln. Eine effektive Therapie gibt es derzeit nicht.

Die Ursachen der Erkrankung sind bislang nicht vollständig geklärt. Jahre, bevor erste klinische Symptome sichtbar werden, bilden sich im Gehirn der Betroffenen sogenannte Plaques, die aus fehlerhaft gefalteten Eiweißmolekülen, den Beta-Amyloid-Peptiden, entstehen. „Allerdings wissen wir, dass es verschiedene genetische Risikofaktoren gibt, die als Auslöser für diejenigen Alzheimer-Erkrankungen gelten, die bereits in jüngeren Jahren auftreten", erläutert Prof. Glatzel. Ein solcher Risikofaktor ist die vermehrte Produktion des Amyloid-Vorläuferproteins. „Menschen, die aufgrund von Veränderungen im Erbgut mehr von dem Amyloid-Vorläuferprotein produzieren, entwickeln wesentlich häufiger und früher eine Alzheimer-Erkrankung."

Prof. Glatzel und sein Team aus der Neuropathologie suchen deshalb nach Wegen, die Menge des Vorläuferproteins im Gehirn zu verringern. Sie verwenden dafür ein neues, Zellkultur-basiertes Verfahren, das es ermöglicht, eine große Zahl potentieller Wirkstoffe auf ihre Wirkung gegenüber dem Amyloid-Vorläuferprotein zu testen. „Aus einer Bibliothek mit pharmakologisch einsetzbaren Substanzen haben wir aus 10.000 Substanzen sechs identifizieren können, die die Menge des Amyloid-Vorläuferproteins spezifisch reduzieren konnten", erläutert Prof. Glatzel. In weiteren Laborstudien gehe es nun darum, diese Substanzen so zu modifizieren, dass daraus pharmakologische Wirkstoffe werden. „Das Ziel ist es, diesen neuen und vielversprechenden Therapieansatz so fortzuentwickeln, dass er in die klinische Anwendung gebracht werden kann", so Prof. Glatzel.

(idw) / Bild: Bild: Gerd Altmann  / pixelio.de

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