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Lifestyle

LUCERNE FESTIVAL lanciert im Juni 2016 das internationale Netzwerk LUCERNE FESTIVAL ALUMNI mit Ligeti Forward im Rahmen der NY PHIL BIENNIAL in New York – als Teil von Met Museum Presents

Kultur- und Kongresszentrum Luzern, KKLLUCERNE FESTIVAL lanciert im Juni 2016 das internationale Netzwerk LUCERNE FESTIVAL ALUMNI mit Ligeti Forward im Rahmen der NY PHIL BIENNIAL in New York – als Teil von Met Museum Presents Alumni kommunizieren über eigene Intranet-Plattform
Swiss Re wird Partner der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI LUCERNE FESTIVAL ALUMNI kehren seit mehreren Jahren ausgewählte ehemalige Teilnehmer der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY regelmässig nach Luzern zurück und bereichern das Festival mit ihren Auftritten im regulären Konzertprogramm oder auch in Formaten wie der «Lounge» und in der Reihe «40min». Ein eigenes Intranet ermöglicht seit einem Jahr den internationalen Austausch der rund 1ʼ100 Alumni. Ab sofort realisiert das Netzwerk der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI mit individuellen Ensembles eigene Konzertprojekte weltweit und in Luzern. Als Partner der neuen Plattform konnte Swiss Re gewonnen werden. Als erstes internationales Projekt gestaltet ein Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ALUMNI vom 3.- 5. Juni 2016 die Konzertreihe Ligeti Forward im Rahmen der NY Phil Biennial im Metropolitan Museum of Art, als Teil der Reihe Met Museum Presents, unter der Leitung des Music Director von New York Philharmonic Alan Gilbert. Im Rahmen des Sommer-Festivals 2016 präsentiert ein Alumni-Ensemble vier Konzerte mit Uraufführungen, die aus einem Kompositionswettbewerb des Schweizerischen Tonkünstlervereins hervorgehen.
«Die Lucerne Festival  Alumni vereinen weltweit die innovativsten und aktivsten jungen Musiker, die der Bereich klassische zeitgenössische Musik zu bieten hat», erklärt Michael Haefliger, Intendant von Lucerne Festival. «Dieses Netzwerk bildet einen grossen Think-Tank für neue Projekte, die in Luzern und ausgewählten Metropolen umgesetzt werden können. Wir sind sehr stolz, Swiss Re als Partner gewonnen zu haben. Swiss Re unterstützt sowohl zwei Projekte der Alumni pro Jahr als auch die Intranet-Plattform, die eine Schlüsselrolle in der Kommunikation dieses Netzwerks spielt.»
Das Konzertprojekt Ligeti Forward präsentiert Lucerne Festival  erstmals gemeinsam mit dem New Yorker Metropolitan Museum of Art und dem New York Philharmonic im Rahmen der NY Phil Biennial 2016. Ein Ensemble der Lucerne Festival  Alumni spielt drei Konzerte im Grace Rainey Rogers Auditorium im Metropolitan Museum of Art. Alan Gilbert dirigiert in jedem Konzert jeweils ein Werk von György Ligeti: das Klavierkonzert, das Cellokonzert und das Violinkonzert. Umrahmt werden die Ligeti-Werke durch Kompositionen von Alexandre Lunsqui, Unsuk Chin, Tristan Murail, Daj Fujikura, Gérard Grisey und John Zorn.
Die Lucerne Festival  Alumni sind ein Netzwerk von rund 1ʼ100 ehemaligen Teilnehmern der
Lucerne Festival  Academy, die 2004 von Pierre Boulez und Michael Haefliger ins Leben gerufen
wurde. Rund 130 hochbegabte junge Musikerinnen und Musiker aus aller Welt studieren seither Sommer für Sommer zeitgenössische Partituren und Klassiker der Moderne ein. Neuer Künstlerischer Leiter der Akademie ist ab 2016 der Komponist Wolfgang Rihm, ihm steht Matthias Pintscher als Principal Conductor zur Seite. In täglichen Proben, Workshops und Lektionen mit international renommierten Dirigenten und Künstlern wird den Teilnehmenden dabei das notwendige Rüstzeug zur Interpretation Neuer Musik vermittelt. Die Werke, die auf dem «Lehrplan» stehen, werden abschliessend in Orchesterkonzerten und Ensembleprogrammen aufgeführt. Neben Instrumentalisten profitieren auch Dirigenten und Komponisten von der praxisorientierten Ausbildung im Rahmen der Akademie.
Prominente Lucerne Festival  Alumni sind beispielsweise das JACK Quartet, die Dirigenten Pablo
Heras-Casado und Kevin John Edusei und die Komponisten Dai Fujikura und Christian Mason.
Swiss Re ist ein führender Anbieter von Rückversicherungen, Versicherungen und weiteren
versicherungs-basierten Formen des Risikotransfers. Gegründet wurde die Schweizerische
Rückversicherungsgesellschaft 1863 nach einer nationalen Brandkatastrophe.
An der Grundidee von damals hat sich wenig verändert: Swiss Re übernimmt Risiken von Kunden, damit sie Grossschäden überstehen, Risiken eingehen und wachsen können. Dieses Prinzip ist auch für die Volkswirtschaft als Ganzes unerlässlich.
Auch das Engagement von Swiss Re in Kunst und Architektur hat eine langjährige Tradition und ist fest in der Kultur des Unternehmens verankert. Erstklassige Architektur und das facettenreiche Engagement in den Bereichen Musik, Theater und bildende Kunst sind Ausdruck höchster Ansprüche an Qualität, Kontinuität und Nachhaltigkeit. Sie unterstützen die Fähigkeit des Unternehmens, sich auf die Herausforderungen und Risiken der Zukunft  mit Offenheit, Kompetenz, Zuversicht und gesellschaftlicher Verantwortung einzulassen.

Text: www.leonardwuest.ch

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Sinfoniekonzert Junge Philharmonie Zentralschweiz und Sinfonieorchester der Hochschule für Musik FHNW in Basel, 19. Oktober 2015, besucht von Léonard Wüst

 Junge Philharmonie ZentralschweizProgramm und Besetzung:

Maurice Ravel (1875 – 1937)
Valses nobles et sentimentales (1912)

Ernst Krenek (1900 – 1991)
Violinkonzert Nr. 1 op. 29 (1924)

Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Petruschka (1911)

Johannes Dickbauer, Solist  Violine
Junge Philharmonie Zentralschweiz
Sinfonieorchester der Hochschule für Musik FHNW in Basel
Dmitri Sitkovetsky, Leitung

Rezension:

Immer wieder erstaunlich was die Junge Philharmonie Zentralschweiz zu bieten vermag. Für ein Orchester, dessen Besetzung zwangsläufig einem ständigen Wandel unterliegt (es besteht ja aus Studierenden Musik der HSLU), verfügt es trotzdem über einen erstaunlich homogenen, ausgereiften Klang und gastierte auch schon öfters am weltweit renommierten Lucerne Festival. An diesem Abend konzertierten sie zusammen mit dem Sinfonieorchester der Hochschule für Musik FHNW in Basel unter Leitung des russischen Dirigenten Dmitri Sitkovetsky (*1954 in Baku) und auf dem Programm stand nicht unbedingt grad „leichte Kost“ oder populäre Werke mit fast sicherer Erfolgsgarantie, sondern u.a. das selten aufgeführte Violinkonzert Nr. 1 von Ernst Krenek (US-amerikanischer Komponist österreichischer Herkunft). Man spürte von Beginn weg, dass die jungen Musiker sich sehr freuten im grossen Konzertsaal des KKL auftreten zu dürfen, wo auch überdurchschnittlich viele jüngere Besucher anwesend waren, darunter natürlich viele Angehörige und Kommilitonen der Protagonisten.

Dirigent Dmitri Sitkovetsky (c) HenryFairErklangen als Auftakt noch die etwas bekannteren Walzer von Maurice Ravel, folgte mit der Komposition von Ernst Krenek doch Eigenwilligeres des Autors der sogenannt „Zweiten Wiener Schule“, die sich explizit von der vorhergehenden Epoche der Romantik absetzt und deshalb auch nicht grad Ohrwurmcharakter hat. Dafür brillierte Johannes Dickbauer (*1984) als Solist, der für die erkrankte Adelina Oprean kurzfristig verpflichtet werden konnte. in seinem Sog liefen die Musikschüler zur Hochform auf und auch der souveräne Dirigent Dmitri Sitkovetsky hatte sichtlich Spass mit diesen jungen, begeisterungsfähigen Orchestermitgliedern zu musizieren, schwang mit der rechten Hand den Taktstock, während er mit der linken den einzelnen Registern Anweisungen gab. Der langanhaltende Applaus belohnte Orchester und Solisten und gut gestimmt begab man sich ins Foyer zu einem Pausengetränk.

Der zweite Konzertteil bescherte uns dann mit Strawinskys Balletmusikklassiker „Petruschka“ schon vertrautere Töne und in dem die Instrumentalisten aus dem Vollen schöpfen. Erstaunlich abgeklärt und nun auch mit viel mehr Selbstvertrauen, gewonnen durch den gelungenen ersten Konzertteil, gingen die Musikerinnen die Komposition an und überzeugten in allen Belangen, sei es in den ruhigeren, wie auch in den lebhaft – turbulenten Jahrmarktspassagen.  Besonders auffallend die präzisen Bläser und die virtuosen Läufe auf dem Konzertflügel, die aber alle aufbauten auf der soliden Basis, das die hervorragenden Streicher legten. Das Publikum würdigte das Dargebotene denn auch mit heftigem langanhaltenden Schlussapplaus den die Protagonisten sichtlich stolz auskosteten. Ein durch und durch gelungener Konzertabend mit hervorragenden Nachwuchsmusikern den die Hochschule Luzern (HSLU) Departement Musik den, in jeder Hinsicht zufriedenen, Zuhörern ermöglichte. Einziger kleiner Wehmutstropfen, dass bei solch moderaten Ticketpreisen nicht mehr Leute den Weg ins KKL fanden, bezahlt man doch bei „normalen Konzerten ungefähr das Dreifache.

Nachtrag und Randnotiz:

Solist Violine Johannes DickbauerDer Solist des Abends Johannes Dickbauer ist bekannt für seine künstlerische Bandbreite. Er findet sein musikalisches Schaffen sowohl als Solist, Kammermusiker, Jazzer und Volksmusikant, gleichermaßen als Komponist und Arrangeur. Vor dem Konzert und während der Pause flanierten ein paar Musiker mitsamt Instrumenten durchs Foyer und intonierten Fragmente aus „Petruschka“, dies zur Verblüffung und Freude der Konzertbesucher.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.hslu.ch und www.kkl-luzern.ch

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Saisoneröffnung des Luzerner Sinfonieorchesters LSO, Der «Ring» ohne Worte, 14. Oktober 2015, besucht von Léonard Wüst

Luzerner Sinfonieorchester, Bild Christian FlierlProgramm und Besetzung:

Luzerner Sinfonieorchester LSO

James Gaffigan, Chefdirigent

Nelson Freire, Solist am Klavier

Sergej Rachmaninoff (1873 – 1943)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 g-Moll op. 40
Richard Wagner (1813 – 1883)
Der «Ring» ohne Worte (arr. von Lorin Maazel)

Allgemeininformationen über Werke und Protagonisten:

Besonderes war programmiert zum Saisoneröffnungskonzert des Luzerner Sinfonieorchesters. Es ist die bereits 120ste Saison des im Jahre 1806 gegründeten ältesten Sinfonieorchesters der Schweiz, das, ziemlich ungewöhnlich,  als Verein organisiert ist. Einerseits im ersten Teil des Konzertes ein Werk von Sergej Rachmaninow, der auf der Rigiseite des Vierwaldstättersees in Hertenstein in den 1930er Jahren wohnte, andererseits im zweiten Konzertteil Werke von Richard Wagner der auf der Pilatusseite des Sees in Tribschen von 1866 – 1872 residierte. Dazu als Solist der brasilianische Pianovirtuose Nelson Freire (*1944), der sich relativ selten die Ehre gibt. Wie meine Begleiterin wusste, nahm die argentinisch/schweizerische Grande Dame der 88 Tasten Martha Algerich  (*1941) den jungen Freire in den 1970er Jahren unter ihre Fittiche, er lebte sogar in ihrer Stadtvilla in Genf. Diese Freundschaft hat sich bis in die heutige Zeit erhalten, sind die beiden doch noch ab und zu als Klavierduo auf den grossen Konzertbühnen dieser Welt zu erleben.

Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 4 wurde am 18. November 1926 in Philadelphia vom Komponisten selbst uraufgeführt. Die öffentliche Reaktion auf das Konzert fiel ähnlich verheerend aus wie bei seiner Sinfonie Nr. 1, erst die definitive Version, gekürzt auf ca. 25 Minuten Spieldauer, erreichte eine grössere Popularität, aber, zu Unrecht, nie den Status der drei vorangehenden. Den einen war sie zu wenig modern, den andern genau das Gegenteil. Sicher sind Einflüsse der amerikanischen Musik (Jazz) zu erkennen, wahrscheinlich hat auch George Gershwins Rhapsody in Blue Rachmaninow inspiriert, deren Uraufführung er ja am 12. Februar 1924 in der Aeolian Hall in New York live erlebt hatte.

Rezension:

 Nelson Freire, Solist am PianoGenau diese Rhythmen schienen Nelson Freire besonders zu liegen, überzeugte er doch gerade im mittleren Satz, wo der Solist relativ grosse interpretische Freiheiten geniesst, zudem dürfte dieser etwas weniger „düstere“ Rachmaninow seinem südamerikanischem Naturell entgegenkommen. Das abschliessende Allegro vivace gewährte dann dem brillanten Begleitorchester etwas mehr Raum, ohne dass es den Pianisten überdeckte. Das Publikum würdigte das kongeniale Zusammenspiel denn auch dementsprechend, Freire liess sich aber nicht zu einer Zugabe bewegen.

Gespannt  auf den von Lorin Maazel (1030 – 2014) arrangierten „Ring ohne Worte“ kehrte man gutgelaunt aus der Pause zurück in den Saal. Lässt sich Richard Wagners fast fünfzehnstündiger Ring des Nibelungen auf die Länge einer Bruckner-Symphonie zusammendrängen, bei völligem Verzicht auf das gesungene Wort? Diese Frage beantwortete das von James Gaffigan geführte Sinfonieorchester auf überzeugende und faszinierende Weise, vor allem auch dank hervorragenden Instrumentalsolistinnen, die dabei die Stimmen ersetzten und vergessen liessen.

James Gaffigan, ChefdirigentGaffigan packte Wagner mal dramatisch an, raffiniert aber auch mal mit Samthandschuhen. Besonders aufgefallen: Solohornist Florian Abächerli, der den heiklen Part in Siegfrieds Götterdämmerung in einer Echokammer auf der Galerie intonierte. Lukas Christinat blies in ein richtiges Stierhorn, auch Barbara Zumthurm-Nünlist mit dem Englischhorn zählt zum ausgezeichneten Bläserensemble, welches Gaffigan mit Gesten während des Applauses auch besonders hervorhob.

Als die Götterdämmerung verklungen war, herrschte sekundenlange atemlos- andächtige Stille bis es dem ersten dämmerte, dass der Ring geschlossen ist. Dann wich die ganze Anspannung einem frenetischen, langanhaltenden Applaus. Bei solch hervorragenden Darbietungen könnte man glatt zum Wagnerianer mutieren, ohne auf grünen Hügel pilgern zu müssen.

Kurzer Trailer des Luzerner Sinfonieorchesters LSO

youtube.com/watch?v=2oAW9cmRsX0

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: sinfonieorchester.ch/home

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Luzerner Theater Hamlet Tragödie von William Shakespeare Premiere: 09. Oktober 2015, besucht von Léonard Wüst

Luzerner Theater Hamlet Tragödie von William ShakespeareProduktionsteam
Andreas Herrmann Inszenierung
Max Wehberg Bühne
Sabin Fleck Kostüme
David Hedinger Licht
Carolin Losch Dramaturgie

Besetzung

Christian Baus, Jörg Dathe, Hans-Caspar Gattiker, Jonas Gygax, Wiebke Kayser, Lilli Lorenz, Bettina Riebesel, David Michael Werner

 

Rezension:

vorne Wiebke Kayser, hinten Christian BausHamlet am Luzerner Theater oder wie eine Tragödie zur Komödie mutiert. Die interessante Einführung durch Dramaturgin Carolin Losch liess auf eine spannende gestrafft moderne Inszenierung schliessen, die bewusst auf langatmige Nebenhandlungen verzichten werde, um so auch die Aufführungsdauer von original ca. fünf auf ungefähr drei Stunden zu reduzieren, dem angepasst sei auch das recht karge Bühnenbild bei dem man vornehmlich mit Wind, Lichteffekten, Projektionen und viel Rauch arbeite. Rauch, der, wie Losch versicherte, gesundheitsmässig völlig ungefährlich sei und daher auch unbedenklich eingeatmet werden könne. Die Besetzung der Titelrolle durch eine weibliche Darstellerin sei auch nicht eine Novität des Luzerner Theaters, so hätte u.a. schon der bekannte Regisseur Peter Zadek (1926 – 2009) am Berliner Ensemble den Hamlet in einer gefeierten , vielbeachteten Inszenierung mit Angela Winkler (*1944) besetzt, ebenso sei dies von Wandertheatern im 17. Jahrhundert des Öfteren praktiziert worden.

Saxo GrammaticusShakespeares Hamlet beruht wahrscheinlich auf der in den Gesta Danorum berichteten Sage von Amletus, verfasst vom dänischen Geschichtsschreiber und Geistlichen Saxo Grammaticus (*um 1140, † um 1220), der seinerseits wohl auf altnordische Heldensagen zurückgegriffen haben dürfte. Ein seinerzeit durchaus übliches Vorgehen, dass man neue Stücke aus alten Erzählungen oder Vorlagen konzipierte, Heldengeschichten, Dramen, Familienepen adaptierte und in die jeweils aktuelle geopolitische Epoche versetzte. So studierte Hamlet ja in Wittenberg, der eigentlichen Hochburg der Reformation des Martin Luther, ja des Umbruches jener Zeit überhaupt und wäre sicher fähig gewesen, in Nachfolge seines Vaters zu treten und als König zu walten.

Die Aufführung begann eigentlich „normal“ indem Horatio, Hamlets engster Vertrauter die aktuelle Situation schilderte, also quasi eine Einführung ins Geschehen machte.

Die Schauspieler wie immer tadellos,  engagiert und wenn Hamlet (Wiebke Kayser) agierte, wünschte man sich nichts anderes herbei als eine ganz traditionelle Umsetzung des Stoffes. Dann aber kam es erstens anders und zweitens als gedacht.

 

Wiebke Kayser, Lilli LorenzDa in Hamlet ja schon eine „Untergeschichte“, also ein Stück im Stück (Die Mausefalle) integriert ist, war das Einfügen einer weiteren Handlung, ziemlich wirr dargeboten von den Laiendarstellern,total daneben. Ein misslungener Versuch, um jeden Preis originell zu inszenieren, eine Persiflage des unbestritten zur Weltliteratur gehörenden Werkes des englischen Dramatikers, oder es wird bisweilen, wie Alfred Tennyson sagte, als das "größte aller literarischen Werke" angesehen. Höhepunkt der Geschmacklosigkeit dann Hamlets berühmte Feststellung: Schwein oder nicht Schwein. Das ist hier die Frage! Passend wohl eher in eine der unzähligen schwachsinnigen RTL Comedy Shows!

Da ist  beim Versuch einer so gewagten Umschreibung, bzw. Umdeutung das Scheitern vorprogrammiert. Zeitgemässe Adaption war zwar in gewissen Passagen angedeutet und zu erahnen, aber leider eben nicht mehr. Wenn schon, dann hätte  das Ganze noch radikaler daherkommen müssen. Hamlet als Greenpeace Aktivist, Delegierter des IKRK, die Kombination aus Beiden, was weiss ich. Wahrscheinlich wär es einfacher und sinnvoller gewesen, grad mal einen eigenen „Hamlet“ zu schreiben, als das Original so abzuschandeln.

Wiebke Kayser Das Premierenpublikum nahm das Geschehen trotzdem erstaunlich gelassen hin und applaudierte kräftig. Mein Fazit mit Hamlets Worten: Der Rest ist Schweigen.

Text: leonardwuest.ch

Fotos: www.luzernertheater.ch

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