Orpheum Stiftung präsentiert: Baltic Sea Youth Philharmonic Dirigent: Kristjan Järvi ,Tonhalle Zürich, 12. September 2015, besucht von Irène Hubschmid
Besetzung und Programm:
Baltic Sea Youth Philharmonic
Dirigent: Kristjan Järvi
Gediminas Gelgotas
Neues Werk, Uraufführung
Erkki-Sven Tüür
Ardor für Marimba und Orchester
Solist: Heigo Rosin
Camille Saint-Saëns
Violinkonzert Nr. 3 h-Moll op. 61
Solistin: Hyeyoon Park
Nikolaj Rimskij-Korsakow
Capriccio espagnol op. 34
Rezension:
Die Baltic Sea Youth Philharmonic, BYP, gegründet vom Dirigenten Kristjian Järvi, spielte als Auftakt eine Uraufführung von Gediminas Gelgotas (*1986): „Mountains, Waters. (Freedom)“. Die Moderatorin (Annelis Berger) sagte eingangs, man müsste sich einfach die Weite des Meeres und den Frieden der Natur vorstellen. Von wegen Friede, der junge Litauer Komponist Gelgotas verfolgt eine sehr eigenwillige Klangsprache. Die „Ein-Ton-Melodien“ und Wiederholungen von Quinten Motiven wirkten eher bedrohlich, jedenfalls bei den Bergen. Die zeitweiligen gebrochenen Melodienfragmente kontrastierten mit langsamen Klanglinien.
Das personell gross besetzte Orchester spielte enthusiastisch, der Dirigent agierte ebenso und der Komponist sprang anschliessend begeistert auf das Konzertpodium.
Danach folgte „Ardor“ vom estnischen Komponisten Erkki-Sven Tüür (*1959).
Diese Klangwelten tönten eher, als wäre man im Universum, im Weltall. Der brillante Solist mit dem Marimbafon, Heigo Rosin (*1989) aus Estland, interpretierte, begleitet durch das Orchester, die Klangorganisation vorzüglich. Die Zugabe war tonaler, mystisch. Das Auditorium applaudierte heftig und war begeistert über das gigantische Musikerlebnis
Nach der Pause erklang das Violinkonzert Nr. 3, von Camille Saint-Saëns (1835-1921), mit der attraktiven und begabten Solistin: Hyeyoon Park (*1992) aus Südkorea. Es war eine Erfüllung, der Geigerin zuzuhören und zuzusehen. Ein Wechselspiel zwischen prägnanten und dezenten Geigenklängen. Sie spielt eine Violine des deutschen Geigenbauers Stefan Peter Greiner.
Das jung besetzte Orchester spielte dann virtuos die Orchesterkomposition „Capriccio espagnol“ von Nikolaj Rimskij-Korsakow (1844-1908). Eine sinfonische Suite aus fünf ineinander übergehenden Sätzen. In der Alborada stachen vorwiegend die Kastagnetten hervor. Der adelige Komponist war an einer neuen Tonsprache interessiert. Der Dirigent Kristjian Järvi dirigierte sein im Jahre 2008 gegründetes Orchester federnd, es machte den Eindruck als wäre er auf einem Trampolin.
Das Orchester bot den begeisterten Zuhörern noch zwei baltisch klingende Zugaben. Das BYP versammelt die talentiertesten Musikstudenten/innen aus Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Russland und Schweden, also alle aus Ländern rund um die Ostsee. Daniel Barenboim, der grosse Pianist und Dirigent, sagte einmal: Wenn die Politiker so harmonisch zusammenspielen täten wie ein Orchester, gäbe es keinen Krieg auf dieser Welt.
Text: www.irenehubschmid.ch
Fotos: orpheum.ch/ger/
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Besetzung und Programm:
Programm und Besetzung:
Zuerst genoss ich die sehr interessante Einführung: Pablo Heras-Casado im Gespräch mit Roland Wächter, in welcher der junge Dirigent, durchaus auch mal schalkhaft, von der Zusammenarbeit mit dem Orchester und seinen musikalischen Ansicht und Visionen im Allgemeinen erzählte. Nach einer kurzen Pause startete der erste Konzertteil mit
Bela Bartoks wunderbarem Mandarin. (Die Uraufführung des Mandarins am 27. November 1926 in Köln löste, wegen der angeblich unmoralischen Handlung, einen Theaterskandal aus. Daraufhin verbot der damalige Kölner Oberbürgermeister und spätere erste Bundeskanzler der BRD, Konrad Adenauer die weitere Aufführung des Werkes. Aufgrund des Misserfolgs arbeitete Bartók das Werk 1928 zu einer Suite um, die ebenso, wie das vollständige Werk, in verschiedenen Einspielungen vorliegt). Und diesen Bartok fegte das Ensemble unter der engagierten Leitung des temperamentvollen spanischen Dirigenten durch den Saal. Akustische Grossstadtkulisse perfekt instrumentalisiert, kongenial umgesetzt durch die grossartig aufspielenden 130 jungen, hochbegabten Musiker, mit entsprechenden lautstarkem und langanhaltenden Applaus vom Publikum honoriert.
Es folgte der beeindruckende Auftritt von Isabella Faust.
Isabella Faust und ihre besondere Stradivari:
Besetzung und Programm:
Das zehnminütige Werk von Anton von Webern(1883-1945), Uraufführung: Winterthur, Stadthaussaal, 3. März 1943 gewidmet einem seiner wichtigsten Förderer Dr. Werner Reinhart aus Winterthur/CH. Interessante Klangkomposition, die Dodekaphonie (Zwölftonreihe), hatte alles andere als Harmonie für das Ohr. Man hörte leider die Harfe überhaupt nicht. Ich war froh dass das Werk nur 10Minuten dauerte. Geschmacksache! Die Wiener Symphoniker spielten die Musik des österreichischen Komponisten und die Variationen mit grosser Ernsthaftigkeit. Die komplexe Metamorphose eines musikalischen Themas.
Glücklicherweise bot das Konzert noch zwei weitere Werke. Unter anderem die Sinfonia Concertante Es-Dur KV 364 (1779/80) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Uraufführung: wahrscheinlich Salzburg 1779 oder 1780 (möglicherweise mit Leopold und W. A. Mozart als Solisten).
Znajder ein ehemaliger Orpheum Solist – gilt heute nicht nur als einer der bekanntesten Geiger, er ist überhaupt ein vielseitiger Künstler seiner Generation. Mit einem seligen Lächeln wechselseitig zum ersten Konzertmeister und zur Bratschistin, streicht er seine Geige mit einer spielerischen Leichtigkeit. Die Sinfonia war ja auch stimulierend und verursachte der Zuhörerin geradezu Gänsehaut. Das Publikum applaudierte dermassen, dass die beiden Solisten noch eine Zugabe darboten. Ein Duo für Streicher von Mendelssohn.