Der Rat der Stadt Duisburg hat in seiner Sitzung am 30. September 2019 einer Verlängerung des Projekts „108 Häuser“ zugestimmt. Der Beigeordnete und Sozialdezernent Thomas Krützberg ist froh über die gelungene Anschlussfinanzierung: „Das Projekt „108 Häuser“ hat gezeigt, dass es möglich ist Wohnraum für am Wohnungsmarkt benachteiligte Personen zu akquirieren und zu vermitteln.“
In einer gemeinsamen Initiative zwischen der Stadt und dem Diakoniewerk war das Projekt dank der finanziellen Unterstützung durch das zuständige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales im Oktober 2016 an den Start gegangen. Zeitlich befristet auf drei Jahre endete die finanzielle Förderung durch das Land zum 30. September. Dadurch drohte zunächst das Aus für dieses erfolgreiche Projekt. Insgesamt konnten bis heute 67 Wohnungen vermittelt und somit 107 Personen ein neues Zuhause geboten werden.
„Als zusätzliches Instrument zur Versorgung von Wohnungslosigkeit bedrohter oder betroffener Personen war mir die Fortsetzung der Projektarbeit ein großes Anliegen“, so Krützberg weiter. Vorbehaltlich einer anteiligen Finanzierung aus städtischen Mitteln erklärte sich der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als überörtlicher Sozialleistungsträger bereit, anfallende Personal und Sachkosten in Höhe von rund 132.500 Euro zur Hälfte zu übernehmen. „Nun galt es die andere Hälfte dieses Betrages aus städtischen Mitteln aufzubringen und die entscheidenden politischen Gremien von deren Übernahme zu überzeugen“, so der Beigeordnete. „Gerne habe ich mich für die Fortsetzung des Projekts eingesetzt und freue mich, dass der Rat der Stadt sich mehrheitlich hierfür ausgesprochen hat“.
Der Sozialdezernent gibt zu bedenken, dass die Beseitigung von Obdachlosigkeit zu den Pflichtaufgaben einer jeden Kommune zählt. In Zeiten von sich verknappendem Wohnraum stellt dies eine immer größer werdende Herausforderung dar. In Duisburg werden seit Jahren keine Obdachlosenunterkünfte vorgehalten, die alternative Versorgung mit Normalwohnraum ist somit ein elementarer Baustein im Hilfesystem.
Eine solche Maßnahme zur Vermeidung von Obdachlosigkeit stellt auch das Projekt „108-Häuser“ dar, dessen Name auf den Bestand von 108 Wohnquartieren in Duisburg zurückgeht. Neben Stadt und LVR als Finanzier sind weitere Projektbeteiligte von Vermieterseite die GEBAG und die LEG.
Nicht weniger bedeutend als ein weiterer Vorteil des Projekts ist, dass vorhandener aber ungenutzter Wohnraum instandgesetzt und dem Wohnungsmarkt wieder zugänglich gemacht wird.
Aufgrund des Ratsbeschlusses ist die Finanzierung des beim Diakoniewerk installierten Projekts nun für zwei weitere Jahre gesichert. Wie es danach weitergeht, bleibt abzuwarten. Angestrebt wird die Überführung in eine Trägerschaft, die möglicherweise ohne eine finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand auskommt.