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Regional

Stadt Duisburg Infos:Rheinaue Binsheim: Ehemalige NATO-Rampe in Baerl umgebaut

Das letzte Stück der Woltershofer Straße sowie die ehemalige NATO-Rampe liegen im Naturschutzgebiet „Rheinaue Binsheim“ und zudem im Vogelschutzgebiet „Unterer Niederrhein“. Aufgrund der in den letzten Jahren immer massiver werdenden Störungen im Naturschutzgebiet hat die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Duisburg, wie im Sommer letzten Jahres angekündigt, die Kontrollen dort verstärkt und bereits zahlreiche Bußgeldverfahren eingeleitet. Da dies leider nicht die gewünschte Wirkung zeigte, wurde nun die Zufahrt zur ehemaligen NATO-Rampe, welche als Einfallstor für zahlreiche Erholungssuchende diente, so umgestaltet, dass nun dort keine Parkmöglichkeiten mehr bestehen. Die Zufahrt zum Wasser wird künftig durch Sperranlagen verhindert und lediglich für Berechtigte, wie beispielsweise Rettungskräfte, möglich sein.

 

Das Naturschutzgebiet „Rheinaue Binsheim“ zeichnet sich durch seine hohe Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen und somit auch seiner hohen Artenvielfalt aus. Die letzten Brutpaare von bodenbewohnenden Vogelarten wie dem Kiebitz und der Feldlerche im Norden Duisburgs kommen hier ebenso vor wie der Steinkauz, der Gartenrotschwanz oder der Flußregenpfeifer. Insbesondere letzterer ist auf ruhige, ungestörte Kies- und Sandflächen am Rheinufer angewiesen.

 

Die Untere Naturschutzbehörde bittet, die Naturschutzregeln in diesem für die Tier- und Pflanzenwelt äußerst wertvollen Gebiet zu respektieren und damit die Arbeit des Umweltamtes zu unterstützen.

 

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Stadt Bochum Infos:"Jahrhunderthalle: Zweite Folge der Reihe Verborgene Orte"

RohrleitungsventilSchieber©Jahrhunderthalle Bochum
RohrleitungsventilSchieber©Jahrhunderthalle Bochum
In den Sommerwochen präsentieren die Stadt und ihre Gesellschaften einige stille Stars, die sonst eher nicht im Rampenlicht stehen: ihre verborgenen Orte. Manche schwer zu finden, manche nur schwer zugänglich – und doch spielen alle eine wichtige Rolle im vielfältigen Leben der Stadt. Diesmal geht es direkt hinein in die Rohrleitungen der Jahrhunderthalle.

 

Sommerserie „Verborgene Orte“

 

Der Schieber als Lebensretter

 

Nicht nur in den Unterwelten der Jahrhunderthalle Bochum, sondern auch in schwindelerregender Höhe, unter dem lichten Dach, sind Relikte aus der Vergangenheit verborgen. Ein skurriles Gebilde versperrt uns den Weg über das schwebende Brückensystem in der Halle. Was mag das sein? Der Geruch nach Stahl, Staub und rostigem Eisen hängt noch leicht in der Luft. Fast meint man, auch noch Koksgase wahrzunehmen. Wie ein gigantisches Rückgrat verläuft die Gasleitung durch die oberen Hallenteile. Kaum vorstellbar, dass in den Werkszeiten regelmäßig Arbeiter durch die großen Rohre krochen, um sie sauber zu halten oder zu warten. Zwar trugen die Männer Gasmasken, dennoch war es heiß und staubig und sicherlich auch nicht gesund! Selbst heute, nach den vielen Jahren der Stilllegung, ist es nicht ratsam, durch die Rohre zu klettern, da man nicht weiß, wie viel Staub dort noch in den Leitungen hängt. Doch zurück zu dem anfangs erwähnten „skurrilen Gebilde“: Der Schieber war praktisch der „Notausknopf“. Er verhinderte das Durchströmen des giftigen Gases, wenn die Arbeiter in die Rohre kriechen mussten.

 

Verschiedene Rohrleitungen waren für unterschiedliche Inhalte: Es flossen Gas, Öl oder Pressluft durch die Leitungen. Die kleineren Rohre, die heute noch an der Rückseite der Jahrhunderthalle Bochum zu sehen sind, regelten den Durchfluss von „Pressluft“ – der Hochofenwind, der die Hochöfen „zum Glühen brachte“. Auch dort waren Schieber im Einsatz – die Vorläufer heutiger Ventile. Die Schieber wurden mit einem Ventilrad per Hand verschlossen und zeugen heute noch von den Dimensionen der Arbeitsgeräte oder Maschinen und der „Handarbeit“ in der ehemaligen Maschinenhalle des Bochumer Vereins für Gussstahlproduktion, der heutigen Jahrhunderthalle Bochum.

 

Nächste Folge der Serie „Verborgene Orte“ am 2.8.2019, Schauspielhaus.

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Stadt Bochum Infos:Probealarm: Stadt testet neue Sirenen

Sirene

In Bochum wird ein neues Alarmsirenennetz installiert, um die Bevölkerung bei Großschadens-Ereignissen zu warnen. Die ersten fünf installierten Sirenen müssen nun ihren Premieren-Testlauf bestehen: Am Dienstag, 30. Juli, 14 Uhr, wird Stadtdirektor Sebastian Kopietz in der Feuerwehr-Leitstelle, Brandwacht 1, einen Probealarm auslösen.

 

Die ersten Sirenen sind an folgenden Stellen im Stadtgebiet montiert: Rathaus Wattenscheid, Werner-von-Siemens-Schule, Bezirksverwaltungsstelle Bochum-Ost, Freiwillige Feuerwehr Stiepel und Bezirksverwaltungsstelle Bochum-Südwest. Der Probealarm wird entsprechend in der Nähe dieser Standorte am deutlichsten zu vernehmen sein – und zwar zunächst einen auf- und abschwellenden Heulton als Signal der Warnung vor Gefahr, und anschließend einen gleichbleibenden Dauerton als Zeichen der Entwarnung.

 

Bis 2021 will die Stadt rund 20 Sirenen in Bochum im Einsatz haben und so die Möglichkeit einer flächendeckenden Warnung sicherstellen.

 

Detaillierte Informationen über Alarmsirenen, ihre Funktion und die Bedeutung der Signale finden sich im Internet auf der Seite des NRW-Innenministeriums: www.im.nrw/themen/gefahrenabwehr/warnung-und-sirenen/sirenen

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Stadt Bochum Infos:Biotop Gondelteich: Von Riesen und Zwergen unter Wasser

Chinesischer Marmorkarpfen Fischzählung Gondelteich
Chinesischer Marmorkarpfen Fischzählung Gondelteich

Der Fang des Tages würde jedem Profi-Angler zur Ehre gereichen: 85 Zentimeter lang und sicherlich zehn Kilogramm schwer ist der Koloss, ein uralter, riesiger chinesischer Marmorkarpfen. Mit einem solchen Giganten hatte hier niemand gerechnet. Stefan Staas, Doktor der Biologie, der den Riesenfisch aus dem Gondelteich im Bochumer Stadtpark gezogen hat, ist ziemlich baff: „Der gehört jetzt aber wirklich nicht hierher.“ Der Karpfen spitzt beleidigt das Maul. Dann wird er wieder freigelassen.

 

Der Gondelteich im Stadtpark gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Innenstadt. Familien picknicken hier, Spaziergänger und Freizeitsportler umkreisen ihn, Menschen allen Alters ruhen sich auf den ihn umgebenden Bänken aus. Schon daran sieht man, dass der Teich, nach behördlicher Klassifizierung als Regenrückhaltebecken definiert, weit mehr ist als nur eine mit Wasser vollgelaufene Kuhle im Boden. Er ist Lebensraum für Insekten und Wasservögel, für Amphibien und eben auch für Fische. Das war klar – und klar war seit dem hitzebedingten Fischsterben im Jahre 2018 auch, dass dieser Lebensraum für seine Bewohner mitunter zur tödlichen Falle werden kann, wenn nichts unternommen wird. Eine erste Sofort-Maßnahme der Stadtverwaltung gemeinsam mit der Technischen Hochschule Georg Agricola zum Schutz des Gewässers und der ansässigen Lebensformen war die permanente Überwachung der Wasserqualität. Als während der ersten Hitzewelle des Jahres die Temperaturen bedrohlich anstiegen und der Sauerstoffgehalt des Wassers absackte, konnte prompt reagiert werden: Der Technische Betrieb leitete tausende Liter Frischwasser in den Teich und installierte zwei Belüfter, die das Wasser mit Sauerstoff anreichern.

 

Aber das Problem des Teiches und seiner Fische ist nicht nur die Hitze. Weil der Gondelteich keinen natürlichen Zu- und Abfluss hat, ist die wachsende Schlammschicht aus verwelkten Blättern, Vogelkot und den Essensresten, die Unbelehrbare immer noch den Wasservögeln zuwerfen, eine ernste Bedrohung. Denn der Schlamm verbraucht Sauerstoff, wenn er sich zersetzt. Mindestens mittelfristig braucht der Teich eine Entschlammung.

 

Das geschieht üblicherweise mit einer Pumpe, die den Schlamm vom Grund des Gewässers saugt – aber auch alles andere, wenn es in die Öffnung passt. Und genau deshalb steht Dr. Stefan Staas in Wathose und Gummistiefeln in einem kleinen Kahn und wirft immer wieder einen Kescher ins Wasser, holt ihn ein und leert den Inhalt in einen großen Eimer im Bug des Bootes. Staas ist einer der Geschäftsführer der auf Fisch- und Gewässerökologie spezialisierten Firma Limnoplan aus Erftstadt bei Köln und schippert an diesem Morgen auf dem Gondelteich, um herauszufinden, welche Fischarten unter seinem Kiel schwimmen.

 

Als er das erste Mal wieder auf das Ufer zusteuert, grinst er breit: „Das sind ganz schön viele!“, ruft er der kleinen Gruppe Verwaltungsmitarbeiter zu, die ihm bei der Arbeit zusehen und auf erste Ergebnisse warten. Denn sie wollen die Lebensbedingungen im Teich dauerhaft verbessern und tüfteln daher an einem entsprechenden Konzept. Da ist es mehr als sinnvoll, sich anzusehen, was denn da genau unter der Wasseroberfläche los ist.

 

Und siehe da: Der Gondelteich ist überraschend fischreich, ganze Schwärme ziehen im Schatten unter den überhängenden Ästen der Parkbäume ihre Kreise. Der Experte entdeckt sogar mindestens zwei geschützte Arten, nämlich die seltenen, wenige Zentimeter großen Moderlieschen und Bitterlinge – seltsamerweise kommen sie im Gondelteich in großer Zahl vor, auch wenn ihre bevorzugte Umgebung üblicherweise anders aussieht. Staas zeigt noch andere Teichschwimmer, Barsche und Rotaugen. Und es gibt Brut im Wasser, der Teich ist also voller kleiner Lebewesen, das muss bei einer möglichen Entschlammung natürlich beachtet und Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Außerdem spielt die Art der Fische eine wichtige Rolle in Überlegungen, eventuell Wasserpflanzen zur Reinigung und Sauerstoffproduktion im Teich anzusiedeln – die sollten möglichst nicht sofort von den Fischen gefressen werden.

 

Die Bestimmung der Fischarten ist außerdem wichtig zur Einschätzung des Gefährdungspotenzials, denn je nach Art kommen sie mal besser, mal schlechter mit Sauerstoffmangel zurecht. Und sie lässt Schlussfolgerungen über mögliche nötige Eingriffe in die Populationen zu. Es kann durchaus sinnvoll sein, sie zu reduzieren oder ganze Arten zu entnehmen.

 

Womit Staas wieder auf den chinesischen Marmorkarpfen zu sprechen kommt. Diese Fische wurde in den 60ern und 70ern in deutschen Teichen ausgesetzt, weil sie die Wasserpflanzen abfressen sollten und verbreiteten sich rasch. Sie sind einheimischen Arten in fast allen Belangen überlegen – zum Beispiel vermehren sie sich deutlich erfolgreicher und verdrängen so nach und nach andere Fischarten. Wenn das Konzept zur dauerhaften Stabilisierung der Teich-Ökologie also einmal vorliegt, könnte einer der darin enthaltenen Punkte bedeuten, dass der mächtige Fisch, wenn er das nächste Mal aus dem Gondelteich gezogen wird, nicht wieder dahin zurückkehren darf.

 

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