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Instrumental- und Gesangspädagogik studieren auf Probe

Studierende der Instrumental- und Gesangspädagogik musizieren im Konzertsaal der BTU.  Foto: BTU Cottbus - Senftenberg
Studierende der Instrumental- und Gesangspädagogik musizieren im Konzertsaal der BTU. Foto: BTU Cottbus - Senftenberg

An der BTU Cottbus-Senftenberg ist es möglich, ein Musikstudium mit einer
pädagogischen Ausbildung zu verbinden. Von Dienstag bis Donnerstag, 19.
bis 21. April 2022, können sich Interessierte am Campus Cottbus-
Sachsendorf von den Vorzügen des facettenreichen Studiengangs
Instrumental- und Gesangspädagogik überzeugen.

Auf dem Programm des Probestudiums stehen neben der Vorstellung des
Studiengangs durch dessen Leiterin Prof. Simone Schröder Veranstaltungen
zu Formenlehre, Stilistik, Musikpädagogik und Musikgeschichte, Tonsatz,
Instrumentenkunde und zu elementarem Musizieren. Neben den Lehrenden
helfen Studierende beim Hineinschnuppern in das Studium und geben in einer
Gesprächsrunde wertvolle Hinweise und Erfahrungen weiter. Sogar
individueller Unterricht in den Hauptfächern Instrumente und Gesang ist
nach Anmeldung unter der E-Mail-Adresse simone.schroeder(at)b-tu.de
möglich, wobei die eigenen Instrumente nicht vergessen werden sollten. Das
alles ist kostenfrei.

Der künstlerisch-pädagogische Studiengang Instrumental- und
Gesangspädagogik (IGP) führt in acht Semestern zum Bachelor of Arts in
Instrumental- oder Gesangspädagogik. In der Studienrichtung Klassik werden
die Hauptfachbelegungen Orchesterinstrumente, Klavier, Gitarre, Akkordeon,
Blockflöte, Gesang angeboten, und in der Studienrichtung Popularmusik sind
es Klavier, E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug, Saxophon, Trompete, Gesang.

Im Hochschulorchester Collegium musicum und dem Hochschulchor, in
Kammermusik-Ensembles und in Jazz/Rock/Pop-Ensembles sammeln die
Studierenden Praxiserfahrungen, bereichern sie das kulturelle Leben auf
dem Campus, in Cottbus und darüber hinaus.

Die beruflichen Tätigkeitsfelder nach dem Studium finden sie unter anderem
in der Lehrtätigkeit für ein Instrument, Gesang beziehungsweise für
Elementare Musikpädagogik an öffentlichen oder privaten Musikschulen sowie
als selbstständige Musikpädagog*innen.

„Mit dem IGP-Studium ist man nicht auf eine berufliche Tätigkeit
festgelegt und kann schon im Studium berufliche Erfahrungen sammeln“, sagt
die Studentin Nina Fiedler. Am meisten gefällt mir, dass ich in meinem
jeweiligen Haupt- und Nebenfach im Einzelunterricht ausgebildet werde und
mich so individuell entwickeln kann.“

Zum Probestudium an der BTU
Schüler*innen der zehnten bis zwölften Klassen sowie alle anderen
Studieninteressierten sind im Sommersemester 2022 wieder eingeladen, sich
unter dem Motto „Erst probieren, dann studieren“ in Präsenz über die
Inhalte zahlreicher Studiengänge und spätere Berufsfelder zu informieren.
Während alle weiteren Veranstaltungen erst am 28. Juni beginnen, bildet
das Probestudium der Instrumental- und Gesangspädagogik bereits vom 19.
bis 21. April den Auftakt.

Informationen zum Probestudium an der BTU und Anmeldemöglichkeit:
https://www.b-tu.de/studium/informationen-beratung/probestudium

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Blüte und Blattaustrieb von Bäumen findet im Zuge des Klimawandels weltweit früher statt

Die Kirschblüte in der Schweiz beginnt heute im Schnitt 11 Tage früher als vor 1950.  Regula Gehrig, MeteoSwiss
Die Kirschblüte in der Schweiz beginnt heute im Schnitt 11 Tage früher als vor 1950. Regula Gehrig, MeteoSwiss

Ein Forschungsteam unter Leitung der Eidg. Forschungsanstalt für Wald,
Schnee und Landschaft WSL stellt in Nature Climate Change die fünf
längsten Zeitreihen der Welt zum Frühlingsaustrieb von Bäumen vor.
Darunter sind auch Kirschbäume im Kanton Basel-Landschaft und
Rosskastanien in Genf. In allen Reihen treten Blattentstehung und Blüte
immer früher auf, ein deutliches Zeichen für die globale Erwärmung, die
sich seit den 1980er Jahren stark beschleunigt hat.

Weil die Temperaturen im Frühling immer wärmer werden, finden auch viele
biologische Phänomene früher statt, zum Beispiel die Brut von Vögeln oder
den Blühbeginn und Blattaustrieb von Bäumen. Diese Naturereignisse
beobachten Menschen schon seit Jahrhunderten, die weltweit fünf längsten
Zeitreihen werden hier vorgestellt. Sie alle stimmen verblüffend gut mit
der Beschleunigung der globalen Erwärmung ab den 1950er Jahren überein,
die sich in den 1980er Jahren nochmals verstärkte.

Die mit Abstand längste Zeitreihe ist jene zur Kirschblüte in Kyoto,
Japan, die ein wichtiges kulturelles Ereignis ist und deren Beginn schon
seit 812 n.Chr. festgehalten wird. Die älteste Zeitreihe in Europa ist
jene der Marsham-Familie, die von 1736 bis 1958 den Blattaustrieb von
mehreren Laubbäumen im Südosten von Grossbritannien aufzeichnete. Ganz in
der Nähe notiert sich eine Anwohnerin namens Jean Combes schon seit 1950
den Blattaustrieb von Eichen und anderen Baumarten. «Der Beitrag von
Hobbyforschenden zu diesen Zeitreihen ist unschätzbar», sagt Vitasse.

Gleich zwei der fünf Zeitreihen befinden sich in der Schweiz: Seit 1808
beobachtet der Grand Conseil de la République et canton de Genève eine
Rosskastanie (den «Marronnier de la Treille»), und seit 1894 überwachen
das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain und MeteoSwiss einen Kirschbaum
im Kanton Basel-Landschaft.

Sechs bis 30 Tage früher ausgetrieben

Im Schnitt dieser Zeitreihen begann der Blatt- oder Blütenaustrieb in der
Zeitspanne 1985 bis 2020 um sechs (in China) bis 30 Tage (in der Schweiz)
früher als vor 1950. Besonders eindrücklich: Die Kirschblüte in Kyoto
begann im Frühling 2021 so früh wie nie zuvor in den letzten 1200 Jahren.
Dabei befinden sich diese fünf Zeitreihen nicht einmal in jenen
Weltregionen, wo sich das Klima am stärksten erwärmte, wie etwa in
Zentralasien. «Dort ist zu erwarten, dass die zeitliche Verschiebung von
Ereignissen im Lebenszyklus von Organismen noch extremer ausfällt», sagt
Vitasse.

Die Zeitreihen des Blühbeginns und Blattaustriebs sind nicht nur perfekte
Indikatoren für die Wissenschaft, sondern auch ein leicht zu beobachtendes
Phänomen für die Bevölkerung, sogar für Kinder. «Sie sind konkrete,
anschauliche Anzeiger für die Beschleunigung des Klimawandels», sagt
Erstautor Yann Vitasse von der Forschungsgruppe Ökosystem-Ökologie der
WSL. Die Phänologie, also die Wissenschaft, die biologische Prozesse im
Zusammenhang mit jahreszeitlichen Klimaschwankungen untersucht, könnte
daher ein sehr gutes Instrument sein, um über die Auswirkungen des
Klimawandels auf lebende Organismen zu informieren. Sie könnte Politiker
und künftige Generationen für die Dringlichkeit des derzeitigen
Klimawandels und seiner Folgen sensibilisieren, so die Forscher.

Der Kommentar der Wissenschafterinnen und Wissenschafter der WSL, der ETH
Zürich, der MeteoSwiss sowie Kollegen aus China, Japan und Grossbritannien
erscheint im Rahmen einer Spezialausgabe von Nature Climate Change zur
Phänologie.

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Bayerische Staatsbibliothek setzt Schott-Projekt fort: erneute Förderung durch Deutsche Forschungsgemeinschaft

"Favorit Walzer der holden Caffee-Schwestern", erschienen 1817. Bayerische Staatsbibliothek, München

Die Bayerische Staatsbibliothek führt die Erschließung, Digitalisierung
und Online-Präsentation des Historischen Archivs des Musikverlags B.
Schott’s Söhne fort. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt
diese zweite Projektphase mit einer erneuten Förderung von rund 1,2
Millionen Euro. Das Archiv des in Mainz ansässigen Musikverlags gilt nach
Größe und Geschlossenheit unter den überlieferten Verlagsarchiven als
einzigartig. Es wurde 2004 in das Länderverzeichnis national wertvoller
Archive aufgenommen.

Nach der erneuten Förderzusage der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
für die Jahre 2022 bis 2025 kann das erfolgreiche Projekt „Erschließung,
Digitalisierung und Online-Präsentation des Historischen Archivs des
Musikverlags Schott“, das von der DFG bereits seit 2017 gefördert wird,
fortgesetzt werden. Ziel ist die Erschließung der Geschäftskorrespondenz
aus dem Geschäftsarchiv, des Herstellungsarchivs mit Musikhandschriften
und Notendrucken sowie die vollständige Erschließung des „Alten Schott-
Archivs“, das hauptsächlich nicht publizierte musikalische Werke enthält.
Die Digitalisierung der Musikhandschriften und Notendrucke aus dem
Herstellungsarchiv wird fortgesetzt. Die umfangreichen Inhalte des Schott-
Archivs und ihr komplexes Gefüge sind so im internationalen Online-
Gesamtkatalog für historische Musikhandschriften und Notendrucke (RISM),
dem Online-Katalog der Bayerischen Staatsbibliothek wie auch im Portal
Schott-Archiv digital sichtbar, recherchierbar und wissenschaftlich
auswertbar.

Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek: „Für
die Bayerische Staatsbibliothek stellt die Erwerbung des historischen
Schott-Verlagsarchivs den größten musikbezogenen Quellenzugang seit der
Säkularisation (1803) dar. Für die musikwissenschaftliche Erforschung umso
wichtiger ist die konsequente Erschließung und Digitalisierung dieser
Quellen. Die Fortführung der Unterstützung durch die Deutsche
Forschungsgemeinschaft bringt uns einen großen Schritt weiter.“

Die Bayerische Staatsbibliothek erwarb 2014 in einem Konsortium von acht
Forschungseinrichtungen das historische Verlagsarchiv „B. Schott’s Söhne,
Mainz“ (ca. 1770-1945). Die Quellen reichen von der brieflichen
Korrespondenz an und vom Verlag Schott über die Musikhandschriften selbst
bis zu den Erst- und Nachdrucken der Werke. Hinzu kommen 41 digitalisierte
Druck- und Stichbücher aus dem Schott-Geschäftsarchiv, die die
Editionsgeschichte jedes in Mainz erschienenen musikalischen Werkes
nachweisen.

Über die Bayerische Staatsbibliothek
Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V.,
ist mit 36,8 Millionen Medieneinheiten die größte wissenschaftliche
Universalbibliothek Deutschlands und eine der international bedeutendsten
Forschungsbibliotheken. Mit 2,77 Millionen digitalisierten Werken verfügt
die Bayerische Staatsbibliothek über den größten digitalen Datenbestand
aller deutschen Bibliotheken. Die Bibliothek bietet vielfältige Dienste im
Bereich innovativer digitaler Nutzungsszenarien an.

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Deutschland sucht die Schlüsselblume: Bürgerforschungsprojekt geht in nächste Runde

Ein Brachvogel sitzt auf einer Wiese mit Echten Schlüsselblumen.  Kaarel Kaise
Ein Brachvogel sitzt auf einer Wiese mit Echten Schlüsselblumen. Kaarel Kaise

In wenigen Tagen beginnt in vielen Teilen Deutschlands die Blütezeit der
Echten Schlüsselblume. Auch in diesem Jahr haben Bürgerinnen und Bürger
die Möglichkeit, im Rahmen eines europaweiten Citizen Science-Projekts die
Forschung zu unterstützen. Dafür müssen Interessierte Echte
Schlüsselblumen in ihrer naturnahen Umgebung suchen, bestimmte
Blütenmerkmale notieren und ihre Beobachtungen in eine digitale Datenbank
eintragen. Ziel ist es, mehr über den Bestand und die Lebensbedingungen
der geschützten Art zu erfahren. Die Martin-Luther-Universität Halle-
Wittenberg (MLU) koordiniert den deutschsprachigen Teil der Studie.

Im vergangenen Jahr beteiligten sich europaweit mehrere Tausend Menschen
an dem Projekt, fast 400.000 Beobachtungen wurden gemeldet. Die
vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass es bei der Verteilung von Echten
Schlüsselblumen (Primula veris) ein gewisses Ungleichgewicht gibt. Die Art
kommt in zwei Pflanzentypen vor: Sie unterscheiden sich nur in der
Position der weiblichen und männlichen Blütenorgane innerhalb der Blüte -
der eine Typ hat längere weibliche und tief sitzende männliche
Blütenorgane, beim anderen ist es genau umgekehrt. Schlüsselblumen können
sich nur dann fortpflanzen, wenn Pollen zwischen beiden Typen ausgetauscht
wird. "Dass die beiden Arten nicht gleich verteilt sind, ist überraschend,
weil eine gleiche Verteilung die Fortpflanzung wahrscheinlicher macht und
so für widerstandsfähigere Populationen sorgt", sagt die Biologin Dr.
Sabrina Träger von der MLU. Ob die ungleiche Verteilung durch
Landschaftsveränderungen und Habitatverlust hervorgerufen wird und ob es
sich dabei um einen langfristigen Trend handelt, müsse weiter erforscht
werden. Deshalb findet das Projekt auch in diesem Jahr wieder statt.

Die Echte Schlüsselblume ist in Grasländern, an Wald- und Straßenrändern
sowie in Küstennähe und in den Bergen zu finden. Spezielle Vorkenntnisse
sind für die Teilnahme an dem Bürgerforschungsprojekt nicht nötig: Wer
mitmachen will, muss lediglich in freier Natur nach der Echten
Schlüsselblume suchen, in deren Blüten schauen und einige Merkmale
notieren. Anschließend können die Beobachtungen und optional ein paar
Fotos auf der Projektwebsite hochgeladen werden. Die Pflanzen dürfen dabei
nicht gepflückt und ihre Habitate nicht beschädigt werden, da die Art in
Deutschland unter Schutz steht. "Wenn die Blütezeit der Echten
Schlüsselblume Ende Mai vorbei ist, werden die Daten aus ganz Europa
ausgewertet. Wir werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die
Ergebnisse auf dem Laufenden halten", sagt Träger.

Das Projekt soll dabei helfen zu verstehen, wie es um die Echte
Schlüsselblume als Vertreterin bedrohter Arten bestellt ist. Ihr Bestand
geht seit einigen Jahrzehnten immer weiter zurück. "Im vergangenen Jahr
hatten wir trotz der Pandemie aus vielen Ländern sehr interessante
Ergebnisse. Wir hoffen, dass die Menschen das Projekt auch in diesem Jahr
nutzen, um ein wenig Ruhe und Ausgleich in der Natur zu finden, und uns
ihre Beobachtungen zur Verfügung stellen", sagt Projektleiterin Dr. Tsip
Aavik von der Universität Tartu in Estland.

Weitere Informationen zum Projekt unter: https://nurmenukk.ee/

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