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TU Ilmenau auf der Hannover Messe mit Projekten zu automatisiertem Fahren und Industrie 4.0

Im Rahmen ihres Themenjahrs „Vernetzte Welt“ präsentiert die Technische
Universität Ilmenau auf der diesjährigen Hannover Messe zwei bedeutende
Forschungsprojekte zu automatisiertem Fahren und Industrie 4.0. Die
Hannover Messe findet vom 30. Mai bis zum 2. Juni statt und ist nach
eigenen Angaben die führende Wissens- und Networking-Plattform für die
produzierende Industrie. Die TU Ilmenau präsentiert sich täglich von 9:00
bis 18:00 Uhr in Halle 2 am Gemeinschaftsstand A46/B45 der Bundesländer
Thüringen und Sachsen-Anhalt „Forschung für die Zukunft“.

Im Rahmen ihres Themenjahrs „Vernetzte Welt“ präsentiert die TU Ilmenau
auf der Hannover Messe zwei herausragende Projekte zu den Kernthemen der
Leistungsschau „Automatisierung“ und „Industrie 4.0“: „Funk für
automatisiertes und vernetztes Fahren“ und „E4SM – Engineering for Smart
Manufacturing“ („Maschinelles Lernen für die smarte Produktion“).

„Funk für automatisiertes und vernetztes Fahren“

In automatisierten, vernetzten Fahrzeugen übernehmen mehr und mehr
Funksysteme sicherheitskritische Funktionen. Sämtliche Systeme zur
Erfassung und Kontrolle von Fahrzeugumfeld, Fahrzustand und Fahrerzustand
müssen in Echtzeit und zu jedem Zeitpunkt zuverlässig funktionieren.
Drahtlose Sensorik, Kommunikation, Datenübertragung, Test und Absicherung
sind ebenso wichtige Aspekte wie Strahlenbelastung, Koexistenz und
Interferenz. Im Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo), das an der
TU Ilmenau angesiedelt ist, wurden in diesen Bereichen zahlreiche
Forschungsprojekte erfolgreich durchgeführt, etwa zur Minderung der
Emissionsbeiträge durch moderne Mobilitätssysteme, zu Fahrzeugradaren in
virtuellen Umgebungen und zu Mobilitätslösungen im suburbanen Raum.

Auf der Hannover Messe präsentiert das ThIMo an der TU Ilmenau das
europaweit einzigartige Forschungslabor VISTA (Virtuelle Straße –
Simulations- und Testanlage), das optimale Voraussetzungen für
Spitzenforschung im Bereich Funk für automatisiertes und vernetztes Fahren
bietet.

„Engineering for Smart Manufacturing“

Mit dem Projekt „E4SM – Engineering for Smart Manufacturing“ nutzt die TU
Ilmenau – gemäß dem Grundgedanken von Industrie 4.0 – mithilfe einer
intelligenten, lernfähigen Software alle Daten, die zu einem
Produktionsprozess erfasst werden, um Produktionsabläufe qualitativ zu
verbessern und die Effizienz und/oder den Grad der Automatisierung zu
steigern.

Bei konventionellen Schweißverfahren per Laser entstehen beispielsweise
zwischen den zu verschweißenden Blechen Spalte, die mit teuren
Spannvorrichtungen aneinandergepresst werden müssen. Im Projekt E4SM, das
durch die Carl-Zeiss-Stiftung gefördert wird, werden innovative Verfahren
entwickelt, nach denen Roboterarme die beiden Bleche aneinanderhalten und
deren Bewegungen mithilfe von Künstlicher Intelligenz ständig analysieren,
um entsprechende Korrekturkommandos zu geben und so bestmögliche
Schweißergebnisse zu erzielen. Die Verwendung von beweglichen Roboterarmen
statt starren Spannvorrichtungen würde für Unternehmen bei der Einführung
neuer Produktionslinien eine deutliche Kostenersparnis bedeuten.

Die TU Ilmenau will mit beiden Beiträgen auf der Hannover Messe – „Funk
für automatisiertes und vernetztes Fahren“ und „Engineering for Smart
Manufacturing“ – nicht nur den Transfer ihrer Forschungsergebnisse zum
Fachpublikum und in die Gesellschaft sicherstellen, sie erhofft sich auch
neue fachbezogene Kontakte, Projektanbahnungen und Kooperationen.

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Mehrheit der Deutschen setzt auf erneuerbare Energien Repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der DBU

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat nicht nur
unermessliches menschliches Leid verursacht, sondern auch eine intensive
Debatte um Energiewende, Versorgungssicherheit und künftige Energieträger
ausgelöst. Ein Aspekt: Kernenergie schien trotz des in Deutschland
beschlossenen Atomausstiegs an Zuspruch zu gewinnen. Eine überraschende
Erkenntnis fördert vor diesem Hintergrund eine aktuelle – repräsentative –
Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „forsa Gesellschaft für
Sozialforschung und statistische Analysen“ im Auftrag der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU) zutage: Laut forsa-Erhebung für den DBU-
Umweltmonitor „Energiewende und Wohnen“ erteilt eine klare Mehrheit der
Deutschen (75 Prozent) der Renaissance von Atomkraft eine Absage; breite
Unterstützung (65 bis 75 Prozent) finden hingegen erneuerbare Energien
(EE).

Unabhängiger von Energieimporten wie russisches Gas oder Öl

Lediglich ein Viertel der Befragten ist laut forsa dafür, künftig
Kernenergie stärker zu nutzen, um Deutschland unabhängiger von
Energieimporten wie russisches Gas oder Öl zu machen. „Die Zukunft der
Energieversorgung gehört den erneuerbaren Energien. Dieses Signal
vermittelt auch die jetzige forsa-Umfrage“, sagt DBU-Generalsekretär
Alexander Bonde. „Wir müssen den Ausbau der Erneuerbaren beherzt
vorantreiben. Das allein reicht aber nicht. Neben einem schnelleren EE-
Ausbau brauchen wir zugleich mehr Energieeffizienz – also kluge Maßnahmen
vom Dämmen bis zum Heizen, besonders im alten Gebäudebestand.“ Tatsächlich
bestätigt die forsa-Erhebung einen starken Rückhalt in der Bevölkerung für
ein solches strategisches Vorgehen: Eine überwältigende Mehrheit der
Deutschen – insgesamt zwischen 65 und 75 Prozent – fordert, in Zukunft vor
allem auf Solar- und Windenergie sowie Wasserstoff aus regenerativer
Energie zu setzen, damit Deutschland nicht mehr wie bislang von
Energieimporten abhängig ist. Energieträgern wie Gas (6 Prozent
Zustimmung) und Kohle (5 Prozent) trauen nur noch wenige Deutsche eine
Zukunft im Energiemix zu.

Lediglich 14 Prozent der 18- bis 29-Jährigen für Kernenergie

Bei der repräsentativen forsa-Erhebung zwischen dem 14. bis 30. April
dieses Jahres wurden neben 1.000 Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren auch
1.011 Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer in Deutschland befragt. Die
ermittelten Ergebnisse können sowohl auf die Gesamtheit der erwachsenen
Bevölkerung als auch auf die Hauseigentümer in Deutschland übertragen
werden. Auffallend in der aktuellen forsa-Umfrage zur Kernenergie als
Option für größere Unabhängigkeit von Energieimporten bei gleichzeitiger
Vermeidung von Versorgungsengpässen sind die Unterschiede zwischen den
Altersgruppen: Unter den 18- bis 29-Jährigen sehen darin lediglich 14
Prozent eine Lösung für die Zukunft. Bei den 30- bis 44-Jährigen (28
Prozent), den 45- bis 59-Jährigen (27 Prozent) sowie den 60-Jährigen und
Älteren (26 Prozent) liegt dieser Wert nahezu doppelt so hoch. In den
genannten Altersgruppen ist hingegen die Zustimmung zur Solar- und
Windenergie sowie Wasserstoff aus erneuerbaren Energien mit zwei Dritteln
bis drei Vierteln der Befragten nahezu gleich groß.

„Enormes Einsparpotenzial für mehr Energieeffizienz“

Welche Herausforderung auf den Energiemarkt allein in Deutschland wartet,
macht eine andere Erkenntnis der forsa-Umfrage deutlich: Denn noch heizen
ihr Haus oder ihre Wohnung insgesamt 52 Prozent der Befragten mit Gas und
18 Prozent mit Öl. Luft-Wärmepumpe (3 Prozent), Erd-Wärmepumpe (2 Prozent)
und Solarenergie (1 Prozent) verharren dagegen derzeit noch im unteren
einstelligen Bereich. Etwas mehr genutzt wird im Moment lediglich
Fernwärme; das gaben elf Prozent der Befragten an. Hausbesitzer, deren
Haus vor 1978 gebaut wurde, nutzen weitaus häufiger (31 Prozent) eine Öl-
Heizung als solche mit Häusern, die erst nach 1978 errichtet wurden (15
Prozent). Das Jahr markiert eine Zäsur in der bundesdeutschen
Energiepolitik, denn Ende 1977 trat in Deutschland die erste
Wärmeschutzverordnung in Kraft – mit der Folge, dass nicht nur das Dämmen
von Dächern, Wänden und Decken an Bedeutung gewann, sondern auch
effizientere Heizungstechniken. Hinzu trugen seinerzeit die noch spürbaren
Auswirkungen der Ölkrise Anfang der 1970er-Jahre zu einem Umdenken bei.
Dazu DBU-Generalsekretär Bonde: „Dieses forsa-Ergebnis ist als Appell für
dringendes Handeln zu verstehen. Denn fast zwei Drittel der Gebäude in
Deutschland sind vor der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut worden. Das
birgt enormes Einsparpotenzial für mehr Energieeffizienz.“

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Architecture Summer Talks 2022: „Sustainable Practice“ Vortragsreihe des Bochumer Fachbereichs Architektur rund um nachhaltiges Planen und Bauen

Die „Architecture Summer Talks“, die renommierte internationale Vortragsreihe am Fachbereich Architektur der Hochschule Bochum, kann nach mehreren Jahren der Abstinenz jetzt wieder in Präsenz stattfinden.
Die diesjährige Serie ausgewählter Vorträge von Protagonisten aus der Praxis stellt unterschiedliche Zugänge zu den Anliegen nachhaltigen Konzipierens, Planens und Bauens vor.
Den Auftakt macht am 02. Juni 2022 die indische Architektin Anupama Kundoo. Sie versucht in ihren Bauprojekten mit Hilfe umfangreicher Materialforschung und innovativen Experimenten beim Einsatz nachhaltiger und lokaler Handwerkstechniken praktische Wege zu finden, die dem universellen menschliche Streben nach Zuflucht, Sinn und sozialem Engagement eine Form geben. Anupama Kundoo war Davenport Visiting Professor an der Yale University und hat seit 2018 eine Professur an der FH Potsdam inne. Sie erhielt für Ihre Arbeit den RIBA Charles Jencks Preis, den Auguste Perret Preis und den Building Sense Now Global Award der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. 
Ihr Vortragsthema in Bochum: „Rethinking Urban Materiality: Time as a Resource“.

Die weiteren Vorträge:

09. Juni 22 - Muck Petzet: „Most with Least“ ist Motto des Architekten mit Büros in Berlin und München. Er stellt den verantwortungsvollen Umgang mit dem Bestand in den Mittelpunkt jeder nachhaltigen Architekturpraxis, um so die größtmögliche positive soziale Wirkung mit den geringstmöglichen negativen Folgen für die Umwelt zu erzielen. Muck Petzet war Generalkommissar des Deutschen Pavillons auf der Architekturbiennale in Venedig und unterrichtet seit 2014 als Professor für Sustainable Design und Entwurf an der Accademia di architettura / USI in Mendrisio.

23. Juni 22 - Markus Schaefer: „Deep Urbanism“. Markus Schaefer ist Gründungspartner von Hosoya Schaefer Architects in Zürich. Das Büro versteht Nachhaltigkeit als ganzheitlichen, integrativen Ansatz über alle Maßstabsebenen hinweg. Zu den Projekten seines Büros gehört auch die städtebauliche Rahmenplanung für den Bochumer Großcampus. Markus Schaefer unterrichtete zuletzt an der Harvard University Graduate School of Design.

Die Vorträge beginnen jeweils donnerstags um 18 Uhr im Blue Box Auditorium (mit Ausnahme von 09.06.22: Vortragsraum H0-01), Am Hochschulcampus 1, D-44801 Bochum.

Der Besuch der Vortragsreihe im Fachbereich Architektur der Hochschule Bochum wird von der Architektenkammer NRW als Fortbildungsveranstaltung anerkannt.

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Jäger, Sammler und Fragen der Gegenwart

Die Ethnologin Prof. Nurit Bird-David ist Gast der Ad. E. Jensen-
Gedächtnisvorlesung 2022 am Frobenius-Institut für kulturanthropologische
Forschung.

Neue Einblicke in die Forschung zu Jäger- und Sammlerkulturen Südindiens
verspricht die diesjährige Ad. E. Jensen-Gedächtnisvorlesung. Das
Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung konnte die
Ethnologin Prof. Nurit Bird-David von der University of Haifa (Israel) als
Gast gewinnen. Der Auftakt ihrer vierteiligen Vorlesungsreihe unter dem
Titel „Connectivity: Insights from Hunter-Gatherer Cultures“ findet

am Montag, 30. Mai, um 16 Uhr
im Casinogebäude, Raum 1.803
(Campus Westend)

statt. Darin geht es um neue Aspekte ihrer Forschung. Nurit Bird-David hat
Feldforschung bei den Nayaka, einer Jäger- und Sammler-Gesellschaft in
Südindien, durchgeführt. Sie hat mit ihrer Forschung maßgeblich zum
Verständnis solcher Kulturen beigegetragen und ist für ihre Arbeiten und
Publikationen international bekannt.

Laut Nurit Bird-David stehen bei der Jäger-und Sammler-Forschung bis heute
Themen der industrialisierten Gesellschaft im Mittelpunkt wie die
angeborene Natur des Menschen, Eigentum, Kernfamilie und
Geschlechterrollen. Zugleich leben wir in einer zunehmend digitalisierten
Welt, die uns mit neuen Problemen für unser soziales Leben konfrontiert
und uns neue Denkansätze liefert. In ihrer Vorlesung wird Prof. Nurit
Bird-David über Jäger-und Sammler-Kulturen sprechen und sich dabei auch
zeitgenössischen Themen zuwenden, etwa den Themen Konnektivität (Struktur
von Verbindungen), soziale Netzwerke und die wachsende Bereitschaft, auf
digitalen Plattformen mit Fremden zu kommunizieren. Solche Analysen können
neue Perspektiven eröffnen, auf Jäger und Sammler und auf den Wandel in
unserer gegenwärtigen Zeit.

Die Vorlesungsreihe ist dem Andenken an den Ethnologen und ehemaligen
Direktor des Frobenius-Instituts Adolf Ellegard Jensen (1899–1965)
gewidmet.

Weitere Termine:
Jeweils montags, 13., 20. und 27. Juni 2022, 16 bis 18 Uhr
Casinogebäude 1.801/1.802
Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend,

Das Veranstaltungsplakat und ein Bild von Frau Prof. Byrd-David (Foto:
Shai Davidi) finden Sie zum Download unter: https://www.uni-
frankfurt.de/119274278

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