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Welt-Asthma-Tag: Intersektorale Behandlung hilft schwer erkrankten Betroffenen

Fünf Prozent aller Menschen in Deutschland sind an Asthma erkrankt – etwas
mehr Frauen als Männer. Damit zählt diese Erkrankung zu den
Volkskrankheiten, ähnlich wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Zum heutigen Welt-Asthma-Tag (3. Mai) machen Pneumologinnen und
Pneumologen darauf aufmerksam.

„Asthma bronchiale ist keine einheitliche Erkrankung, sie hat viele
Gesichter und multifaktorielle Ursachen wie genetische Veranlagung,
exogene und psychosoziale Faktoren“, sagt Prof. Dirk Koschel,
Bereichsleiter der Pneumologie an der Medizinischen Klinik I am
Universitätsklinikum Carl Gustav Dresden. Der Mediziner ist gleichzeitig
Chefarzt des Fachkrankenhauses Coswig und repräsentiert in dieser
Doppelfunktion die ärztliche Expertise im Ostdeutschen Lungenzentrum
(ODLZ), das beide Einrichtungen gemeinsam gegründet haben. Die in der
Region Dresden gelebte intersektorale Zusammenarbeit zwischen den beiden
Partnern des ODLZ und niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen ermöglicht
es, besonders schwer erkrankte Asthmatikerinnen und Asthmatiker optimal zu
betreuen und immer neuen Therapieformen zuzuführen. „Ein wichtiger Punkt
hierbei sind die niedergelassenen Lungenfachärztinnen und -ärzte, mit
denen wir hervorragend zusammenarbeiten“, sagt Prof. Koschel.

Husten, pfeifende Atemgeräusche, Druckgefühl im Brustbereich und Atemnot –
an diesen Symptomen ist Asthma zu erkennen. Fünf Prozent der Menschen in
Deutschland sind daran erkrankt. Wiederum fünf Prozent der Betroffenen
leiden an einer besonders schweren Form. Grundlage für die Erkrankung ist
eine chronische Entzündung der Atemwege (Bronchien), die mit einer
Überempfindlichkeit der Bronchialschleimhaut einhergeht. Auch wenn die
Symptome im zeitlichen Auftreten und ihrer Intensität variieren, sind die
Folgen von Asthma vielfältig: Im Kindesalter wirkt sich das Leiden auf die
schulischen Leistungen aus und im Erwachsenalter beeinträchtigt es häufig
die Arbeitsfähigkeit. Auch psychosozial wichtige Beschäftigungen wie Sport
und Freizeitaktivitäten sind bei Asthmatikerinnen und Asthmatikern
beeinträchtigt.

Betroffenen stehen Hausärztinnen und Hausärzte sowie vor allem die
niedergelassenen Pneumologinnen und Pneumologen als erste und enge
Ansprechpartner zur Seite. Grundlage für eine gute Versorgung ist eine
adäquate Schulung der Patientinnen und Patienten. Sie sollten gut über
Ursachen und Therapiemöglichkeiten des Asthmas informiert sein und die sie
begünstigenden Allergie- und Umweltfaktoren sowie die Begleiterkrankungen
kennen. Ein wichtiger Faktor zur Beherrschung der Krankheit ist die
Asthmakontrolle. Je nach Intensität und Häufigkeit der Beschwerden wird
das Leiden dazu als vollständig, teil- oder nicht-kontrolliert eingeteilt.
Dies ist die Grundlage für eine adäquate Therapieanpassung. Die
medikamentöse Behandlung erfolgt über Sprays beziehungsweise Pulver-
Inhalatoren, bei denen Kortison eingeatmet wird, um die
Atemwegsentzündungen zu reduzieren und zusätzlich andere Wirkstoffe, um
die Bronchien zu erweitern.

„Bei sogenanntem schweren Asthma, an dem fünf Prozent der Betroffenen
leiden, stehen uns heute neue Therapien zur Verfügung“, sagt Prof. Dirk
Koschel, Bereichsleiter der Pneumologie an der Medizinischen Klinik I am
Universitätsklinikum Carl Gustav Dresden und Chefarzt des
Fachkrankenhauses Coswig. Patientinnen und Patienten mit schwerem Asthma
haben eine schlechte Asthma-Kontrolle, eine dadurch deutlich
eingeschränkte Lebensqualität und mussten bislang häufig Kortison-
Tabletten nehmen, die im Gegensatz zu der inhalativen Therapie mit vielen
Nebenwirkungen verbunden sind. Bei der Antikörper-Therapie wird das
Medikament in mehrwöchigem Abstand unter die Haut gegeben. „Unter der
Antikörper-Therapie ist eine deutlich bessere Asthma-Kontrolle möglich, es
treten weniger Symptome auf, was die Lebensqualität verbessert und die
Lungenfunktion stabilisiert. Dadurch sinkt vor allem die Notwendigkeit
deutlich, Kortison-Tabletten einzunehmen“, sagt Dirk Koschel.

Das Ostdeutsche Lungenzentrum (ODLZ) bietet in sehr enger Zusammenarbeit
mit den niedergelassenen Lungenfachärztinnen und -ärzten die Möglichkeit,
Betroffene mit schwerem Asthma zu behandeln und v.a. die Möglichkeit einer
Antikörpertherapie zu prüfen und ggf. einzuleiten. Gegründet vom
Universitätsklinikum Dresden und dem Fachkrankenhaus Coswig arbeiten hier
Expertinnen und Experten aus beiden Kliniken, der Hochschul-, bzw.
Fachambulanz eng zusammen und sind stark vernetzt mit den niedergelassenen
Fachärztinnen und Fachärzten. Dank dieser vorbildlichen intersektoralen
Kooperation lassen sich Asthmatikerinnen und Asthmatiker in der Region im
Sinne einer optimalen Versorgung betreuen.

Auch der niedergelassene Pneumologe André Markendorf aus Dresden
profitiert von dieser Zusammenarbeit. „Fast die Hälfte der Patientinnen
und Patienten, die ich behandle, leiden unter Asthma unterschiedlicher
Schweregrade. Bei schwerem Asthma erfolgt eine individualisierte
Antikörpertherapie, die in besonderen Fällen in enger Kooperation mit dem
ODLZ eingeleitet wird. Das ODLZ ermöglicht somit eine optimale Versorgung
und eine interdisziplinäre Betreuung. Durch dieses Netzwerk und die
Expertise des ODLZ profitieren die Patientinnen und Patienten, aber auch
wir Fachärzte“, sagt er.

„Das ODLZ ermöglicht Patientinnen und Patienten eine zukunftssichere
Versorgung im Bereich der Lungenerkrankungen – und dass über die Grenzen
der Region hinaus. Das ist uns seit der Gründung 2017 hervorragend
gelungen, nicht nur bei der Versorgung von Asthmatikerinnen und
Asthmatikern“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am
Universitätsklinikum Dresden. „Eine spezialisierte, qualitativ hochwertige
Medizin lässt sich nur durch Institutionen sicherstellen, die bereit sind,
die eigene Expertise mit Partnern zu teilen und im Gegenzug deren
Kompetenzen in die eigene Patientenversorgung zu integrieren.“ „Dank der
Strukturen im ODLZ können wir nicht nur die Patientinnen und Patienten
beider Häuser effizient in bestmöglicher Qualität versorgen, sondern
unsere Leistungen auch überregional anbieten. Die niedergelassenen
Kolleginnen und Kollegen in der Region sind dafür wertvolle Partnerinnen
und Partner“, ergänzt Prof. Dirk Koschel.

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Hannover Messe 2022 - Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen gedacht

Klimaprognosen und Risikoprävention, Datensicherheit und Künstliche
Intelligenz, Energiewende und Kreislaufwirtschaft: Um diese Themen bewegen
sich die Innovationen, die das Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
auf der Hannover Messe 2022 vom 30. Mai bis 2. Juni vorstellt. Die
Exponate und Präsentationen an den beiden Hauptständen im „Future Hub“
(Halle 2, Stand B40) und bei den „Energy Solutions“ (Halle 13, Stand D62)
zeigen, wie Forschende des KIT Digitalität und Nachhaltigkeit zusammen
denken. Aktuelle Projekte aus der Mobilitätsforschung stellt das KIT zudem
am Stand von Baden-Württemberg International (Halle 12, Stand D15) vor.

Klimaprognosen und Risikoprävention, Datensicherheit und Künstliche
Intelligenz, Energiewende und Kreislaufwirtschaft: Um diese Themen bewegen
sich die Innovationen, die das Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
auf der Hannover Messe 2022 vom 30. Mai bis 2. Juni vorstellt. Die
Exponate und Präsentationen an den beiden Hauptständen im „Future Hub“
(Halle 2, Stand B40) und bei den „Energy Solutions“ (Halle 13, Stand D62)
zeigen, wie Forschende des KIT Digitalität und Nachhaltigkeit zusammen
denken. Aktuelle Projekte aus der Mobilitätsforschung stellt das KIT zudem
am Stand von Baden-Württemberg International (Halle 12, Stand D15) vor.

„Digitale Technologien können zur nachhaltigen Entwicklung beitragen,
unter anderem über ressourceneffiziente Produktion oder vernetzte
Mobilität. Umgekehrt gilt es, die Digitalisierung nachhaltig zu
gestalten“, erklärt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. „Das
KIT ist dank seiner interdisziplinären Forschung gerade in den Feldern
Information, Energie, Mobilität, Klima, Materialien sowie Mensch und
Technik für diese Herausforderungen bestens aufgestellt. Wie relevant
beispielsweise die Arbeiten zu erneuerbaren Energien, ihrer Speicherung
und Verteilung sind, zeigen aktuell die Auswirkungen des Kriegs in der
Ukraine.“

Auf der Hannover Messe 2022 vom 30. Mai bis 2. Juni unter dem Leitthema
„Industrial Transformation“ präsentiert das KIT einige Highlights aus
Forschung und Innovation. Der Präsident des KIT Professor Holger Hanselka
nimmt als Referent am „Lightweighting Summit“ des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Klimaschutz teil, der am 31. Mai unter der Schirmherrschaft
von Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck stattfindet. Im Fokus
dieser Konferenz steht die Verknüpfung des Leichtbaus mit der Wasserstoff-
Technologie – beide fördern Ressourcen- und Energieeffizienz und
unterstützen damit den Klimaschutz.

Informationen zu den Ständen und Exponaten des KIT auf der Hannover Messe
finden Sie auch in der digitalen Pressemappe:
https://www.sek.kit.edu/hannovermesse2022

Das KIT im „Future Hub“ (Halle 2, Stand B40)

Süddeutsches Klimabüro am KIT: Klimaforschung nutzbar machen für die
Gesellschaft

Wie wirkt sich der globale Klimawandel in einzelnen Regionen aus? Was
können wir tun, um ihn einzudämmen? Und wie können wir uns an die
unvermeidbaren Folgen anpassen? Zu diesen Fragen vermittelt das
Süddeutsche Klimabüro wissenschaftlich fundierte und praxisnahe
Informationen für alle, die in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft planen
und entscheiden. Am Messestand veranschaulicht ein interaktiver Globus die
komplexen Zusammenhänge.

Video „Klimawandel visualisiert“: https://youtu.be/Z8n5G2P3dW4

CEDIM: Gefährdungen verstehen – Risiken abschätzen – Resilienz stärken

Stürme, Überschwemmungen, Erdbeben und andere Extremereignisse fordern
immer wieder viele Todesopfer und verursachen schwere Sachschäden. Solche
Ereignisse werden durch Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Urbanisierung
und die Abhängigkeit von kritischen Infrastrukturen künftig noch häufiger
auftreten. Das Center for Disaster Management and Risk Reduction
Technology des KIT, kurz CEDIM, forscht zu Ursachen, zur Prävention und
zur Bewältigung natürlicher und technischer Risiken. Am Messestand
präsentiert es seine Arbeit ebenfalls auf dem interaktiven Globus des
Süddeutschen Klimabüros.

Risklayer: Risiken analysieren und reduzieren

Risiken prägen zunehmend unseren Alltag und sind immer präsenter für die
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Jede Krise, sei sie natürlich oder
vom Menschen gemacht, verlangt das Verständnis unseres individuellen und
gesellschaftlichen Risikos. Die KIT Ausgründung Risklayer modelliert und
analysiert diese Risiken und identifiziert Lösungswege, um zukünftige
Schäden zu reduzieren, die Resilienz zu stärken und Gewinneinbußen in
Folge einer Katastrophe zu verringern. Somit wird eine Risikoabschätzung
in eine konkrete Handlungsempfehlung umgewandelt.

NoPhish: Schutz vor Phishing-E-Mails und anderen betrügerischen
Nachrichten

Betrügerische Nachrichten kommen als E-Mails, aber auch in anderen Formen
daher. Wie Nutzerinnen und Nutzer sie erkennen und sich davor schützen
können, vermittelt das NoPhish Konzept der Forschungsgruppe SECUSO am KIT.
NoPhish umfasst verschiedene Maßnahmen wie Flyer, Schulungsunterlagen,
Erklärvideos, Poster und ein Online-Spiel, die auf das Thema aufmerksam
machen, Wissen vermitteln und erklären, wie Personen, Unternehmen und
Einrichtungen sich schützen können.

Video „Absender prüfen und gefährliche Anhänge erkennen“:
https://www.youtube.com/watch?v=v6cq70RR_lc

Aimino: Hochwertige KI-Anwendungen

Das Start-up, eine Ausgründung aus dem KIT, bietet Unternehmen Tools und
Services für eine effiziente Bereinigung vorhandener Datensätze. Darüber
hinaus kombiniert Aimino die realen Daten mit synthetischen Daten. Diese
schützen vor Datenschutzverletzungen. Mit dem von Aimino angebotenen Tool
Amelia können KI-Ingenieure zeit- und kostensparend an ihre Zwecke
angepasste synthetische Daten generieren.

Research to Business – Technologieangebote des KIT

Research to Business, die Technologiebörse des KIT, ist mit weiteren 90
Technologieangeboten am Stand des KIT vertreten. Sie zeigt Innovationen
aus dem KIT, aus denen marktfähige Produkte und Verfahren entstehen
können.

Das KIT bei den „Energy Solutions“ (Halle 13, Stand D62)

CarbonCycleLab: Energiewende und Kreislaufwirtschaft

Mehrere Institute des KIT verknüpfen im CarbonCycleLab die komplette
Prozesskette des Kohlenstoffkreislaufs der Zukunft: von Rest- und
Abfallstoffen bis zu daraus gewonnenen chemischen Grundstoffen für die
Wiederverwendung in der Chemieindustrie als Ersatz für fossile Rohstoffe.
Damit trägt das CarbonCycleLab dazu bei, die Energiewende mit einer
Kreislaufwirtschaft zusammenzuführen, um zukünftig zu einer
ressourceneffizienten, klimaneutralen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft zu
finden. Am Messestand ist ein Modell eines für verschiedene Anwendungen
geeigneten Flugstromvergasers zu sehen; ein interaktiver Tisch erklärt die
Anlage in 3D.

NECOC: Vom klimaschädlichen Treibhausgas zum wirtschaftlich verwertbaren
Material

Ein Konsortium aus Instituten des KIT und Unternehmen hat einen
Prozessverbund entwickelt, mit dem sich negative Emissionen erzielen
lassen. Dabei wird atmosphärisches Kohlenstoffdioxid (CO2) in elementaren
Kohlenstoff (Carbon Black, C) und Sauerstoff (O2) zerlegt. Der feste
Kohlenstoff, der im Prozess in Form von mikrogranularem Pulver anfällt,
wird abgetrennt und anschließend als hochpreisiges Edukt, beispielsweise
in der Gummi-, Bau- oder Elektroindustrie, wirtschaftlich verwertet.
Wesentlicher Aspekt bei der Entwicklung des Gesamtprozesses ist die
effiziente stoffliche und energetische Kopplung der Teilprozessschritte.

ICODOS: Auf dem Weg zu wettbewerbsfähigen erneuerbaren Kraftstoffen

Eine Technologie, die Kohlendioxidabscheidung und Methanolsynthese
effizient kombiniert und dazu beiträgt, erneuerbare Kraftstoffe
wettbewerbsfähig zu machen, hat die KIT Ausgründung ICODOS entwickelt. Bei
der Umsetzung der Technologie wird sich ICODOS zunächst auf Biogas
konzentrieren, plant aber, sie auch für andere CO2-Punktquellen verfügbar
zu machen, beispielsweise für die Zementindustrie. Eine Pilotanlage
befindet sich aktuell im Bau und wird am KIT in das Energy Lab 2.0
integriert.

Research to Business – Technologieangebote des KIT

Research to Business, die Technologiebörse des KIT, ist mit weiteren 30
Technologieangeboten am Stand des KIT vertreten. Sie zeigt Innovationen
aus dem KIT, aus denen marktfähige Produkte und Verfahren entstehen
können.

Das KIT bei weiteren Themenständen

Eine Reihe weiterer aktueller Themen unter anderem aus der
Mobilitätsforschung stellen das KIT und seine Partner am Stand von Baden-
Württemberg International (Halle 12, Stand D15) vor.

So stellt der Demonstrator des Projekts „H2Rhein-Neckar“ einen Modell-
Betriebshof für alternative Antriebe in Heidelberg dar und zeigt die
Wasserstoffbetankung und das Nachladen der Batterie bei Brennstoffzellen-
Range-Extender-Bussen. Das Institut für Technik der
Informationsverarbeitung (ITIV) des KIT bringt sich bei der Optimierung
der Betriebsstrategie der Fahrzeuge mit neuesten KI-Verfahren ein.

Der InnovationsCampus Mobilität der Zukunft (ICM) des KIT und der
Universität Stuttgart zeigt ein Modell eines Einsitzers für kleine,
effiziente Stadtfahrzeuge, der als Versuchsträger zur Erprobung von
neuartigen Technologien wie additive Fertigung, Leichtbau mit
Fasermaterialien oder neuartige Antriebskomponenten dient. Solche
Fahrzeuge sollen auch in autonomen Car-Sharing-Flotten zur vernetzten
Mobilität der Zukunft beitragen.

Darüber hinaus präsentiert der ICM einen Laufband-Demonstrator des
Partners ITIV, der die Darstellung von realistischen Verkehrsszenarien mit
Modellfahrzeugen im Maßstab 1:14 ermöglicht. Über Sensoren erkennen die
Fahrzeuge ihre Umgebung und reagieren auf diese.

Außerdem präsentiert INERATEC nachhaltige Kraftstoffe und Chemikalien aus
Wasserstoff und CO2. Die Ausgründung aus dem KIT entwickelt modulare
Chemieanlagen für Power-to-X- und Gas-to-Liquid-Anwendungen. Wasserstoff
aus regenerativen Quellen und Treibhausgase wie CO2 werden in E-Kerosin,
CO2-neutrales Benzin oder sauberen Diesel umgewandelt. (or)

Weitere Informationen:

Digitale Pressemappe des KIT zur Hannover Messe 2022:
https://www.sek.kit.edu/hannovermesse2022.php

Aktuelle Ausgabe des Forschungsmagazins lookKIT mit den Themen zur
Hannover Messe: https://www.sek.kit.edu/downloads/lookkit-202201.pdf

Online-Dossier „Nachhaltig digital“: https://www.kit.edu/kit/nachhaltig-
digital.php


Hannover Messe 2022: https://www.hannovermesse.de

Lightweighting Summit des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Klimaschutz: https://www.industr.com/de/lightweighting-summit-leichtbau-
und-wasserstoff-im-mittelpunkt-2650720

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Coronaviren auf Glas: Handelsübliche Spülmittel und manuelle Gläserspülgeräte entfernen Viren effektiv

BfR-Studie liefert Daten zur Stabilität von Coronaviren auf Glasoberflä-
chen und ihrer Inaktivierung durch herkömmliche Spülverfahren

Ob zuhause, in der Kantine oder im Restaurant - immer wieder steht die
Frage im Raum, ob das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 auch über Geschirr
oder Trinkgläser übertragen werden kann. In der Regel werden Infektionen
mit Coronaviren über Tröpfchen und Aerosole direkt von Mensch zu Mensch
weitergegeben. Auch wenn Schmierinfektionen nicht ausgeschlossen werden
können, gibt es für die indirekte Übertragung des Virus durch
kontaminierte Gegenstände und Oberflächen bislang keine belastbaren
Belege. Dennoch nehmen Trinkgläser bei diesen Überlegungen eine besondere
Stellung ein, da sie in direkten Kontakt mit dem Mund und der Mundhöhle
kommen. Ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Risikobewertung
(BfR) liefert nun neue Erkenntnisse. „Coronaviren sind auf Glas relativ
stabil - das bestätigen unsere Untersuchungen. Eine ausreichende Reinigung
von Trinkgläsern ist daher wichtig,“ so BfR-Präsident Professor Dr. Dr.
Andreas Hensel. „Unsere Daten zeigen, dass handelsübliche Spülmittel und
manuelle Gläserspülgeräte Coronaviren effektiv von Trinkgläsern entfernen
können.“

Die Studie wurde am 6. April 2022 in dem wissenschaftlichen Fachjournal
Food Microbiology veröffentlicht:

<https://doi.org/10.1016/j.fm.2022.104036>

Für die Untersuchungen wurde das dem SARS-CoV-2 verwandte humane
Coronavirus 229E, das beim Menschen zu milden Atemwegserkrankungen führen
kann und oft als Modellvirus für humane Coronaviren eingesetzt wird,
verwendet. Die Ergebnisse zeigen, dass Coronaviren nach dem Trocknen auf
Glas für Tage bis Wochen infektiös bleiben können. Dabei hat die
Lichteinwirkung einen großen Einfluss. Bei Lagerung bei Tageslicht konnten
infektiöse Coronaviren bis zu sieben Tage und bei Dunkelheit bis zu 21
Tage nachgewiesen werden. Als behüllte Viren, deren Erbgut von einer
Fettschicht umgeben ist, reagieren Coronaviren empfindlich auf fettlösende
Substanzen wie Alkohole und Tenside, die als Fettlöser in Seifen und
Geschirrspülmitteln enthalten sind. Die Untersuchungen des BfR zeigten,
dass die meisten handelsüblichen Spülmittel Coronaviren in Spülwasser mit
einer Temperatur von 23 Grad Celsius innerhalb von 15 Sekunden ausreichend
inaktivieren. Lediglich bei einem Spülmittel mit einem geringeren
Gesamtgehalt an Tensiden war dafür eine höhere Temperatur von 43 Grad
Celsius und eine längere Einwirkzeit von 60 Sekunden nötig. Mit einem
manuellen Gläserspülgerät nach DIN 6653-3 konnten Coronaviren auch bei der
Verwendung kalten Wassers effektiv von den Gläsern entfernt werden.

Die Ergebnisse der BfR-Studie zeigen, dass sich sowohl beim Handspülen als
auch bei der Nutzung manueller Gläserspülgeräte Coronaviren ausreichend
von Trinkgläsern entfernen lassen. Voraussetzung hierfür ist die
ordnungsgemäße Durchführung des Spülens, die unter anderem einen
ausreichend häufigen Wasserwechsel, die Verwendung der vom Hersteller
empfohlenen Spülmittelkonzentrationen und eine ausreichende manuelle
Schmutzbeseitigung beinhaltet.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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Aus der Luft geholt

Welche Chancen und Risiken stecken in den Maßnahmen, mit denen wir der
Atmosphäre Kohlendioxid wieder entziehen könnten? Forschende des Netto-
Null-2050 Clusters der Helmholtz-Klima-Initiative haben jetzt einen
Bewertungsrahmen dafür entwickelt.

03.05.2022 / Berlin / Leipzig / Kiel. Um die Ziele des Pariser
Klimaabkommens zu erreichen, reicht es nicht allein, den Ausstoß des
Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) weiter zu reduzieren. Um die globale
Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius, möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu
begrenzen, muss der Atmosphäre bereits ausgestoßenes CO2 auch wieder
entzogen werden. Wälder können zum Beispiel aufgeforstet werden, CO2 lässt
sich aus den Emissionen von Bioenergieanlagen abscheiden oder mit
technischen Anlagen direkt aus der Luft filtern. Anschließend lässt es
sich im Untergrund speichern. Diese Verfahren werden als Kohlestoff-
Entnahme-Maßnahmen (Carbon Dioxid Removal, kurz CDR) bezeichnet. Doch wie
können wir Potenziale und Risiken solcher Maßnahmen ganzheitlich und
kontext-spezifisch bewerten?

Basierend auf aktuellen Studien und der Befragung von Expert:innen haben
Forschende der Helmholtz-Klima-Initiative nun erstmals einen speziell an
Deutschland angepassten Bewertungsrahmen für CDR-Maßnahmen entwickelt.
Dabei berücksichtigen sie neben der Kohlenstoffbilanz von CDR-Maßnahmen
(systemische Di-mension) auch ökologische, technologische, ökonomische,
soziale und institutionelle Aspekte. „Das Tool hat das Ziel,
Entscheidungsträger:innen über Chancen und Herausforderungen verschiedener
CDR-Maßnahmen zu informieren und somit Vor- und Nachteile von CO2
-Entnahme-Maßnahmen besser abzuwägen“, sagt Dr. Johannes Förster vom
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, der als Leitautor an der
Studie beteiligt war. „In der Realität haben CDR-Maßnahmen vielfältige
Auswirkungen. Die einzelnen Dimensionen sind miteinander verflochten.
Dadurch können sowohl Synergien als auch Zielkonflikte entstehen.“

Um die Auswirkungen der CDR-Maßnahmen anhand der ermittelten Indikatoren
zu bewerten, haben die Forscher:innen ein Ampelsystem entwickelt. „Ist ein
Indikator grün, stellt er wahrscheinlich keine Hürde für eine Maßnahme
dar, ist er rot, dann schon“, erklärt Förster. Durch das Ampelsystem werde
anschaulich deutlich, wo Hindernisse für die Einführung und Umsetzung von
CDR-Maßnahmen zu erwarten sind, aber auch wo die Hürden für CDR-Maßnahmen
eher gering sind oder gar mit Chancen verbunden sein können. Das Tool kann
somit Entscheidungsprozesse unterstützen, jedoch keine Entscheidungen
abnehmen: „Um konkrete Entscheidungen in der Praxis unterstützen zu
können, bedarf es immer einer kritischen Einordnung und Abwägung
verschiedener gesellschaftsrelevanter Informationen. Hier kann unser
Bewertungsrahmen bei der Gegenüberstellung und Abwägung der Informationen
unterstützen, aber keine Entscheidungen abnehmen.“

So werden zum Beispiel im Rahmen der ökologischen Dimension die
Auswirkungen von CDR-Methoden auf die Landnutzung erfasst. „Ist eine CDR
Maßnahme mit einem hohen Flächenbedarf - etwa für den Anbau von Biomasse -
verbunden, dann hat dies direkte und indirekte Umweltauswirkungen auf
Biodiversität, Böden und Wasserhaushalt. Dagegen haben CDR Maßnahmen, bei
denen technische Apparaturen CO2 direkt aus der Atmosphäre filtern, oft
einen geringeren Flächenbedarf, aber dafür einen hohen Energiebedarf. Der
Bewertungsrahmen hilft, diese sehr unterschiedlichen Hürden von CDR-
Maßnahmen gegenüberzustellen und in Entscheidungsprozessen einzubeziehen“,
sagt Förster.

Entscheidend für die Umsetzung und Ausweitung von CDR-Maßnahmen ist auch
deren Kohlenstoffbilanz und somit deren Beitrag zur Erreichung der
Klimaziele. Dies wird in der systemischen Dimension des Bewertungsrahmens
erfasst. „CDR-Maßnahmen sollen aktiv CO2 aus der Atmosphäre entnehmen,
also negative Emissionen generieren, und somit verbleibende Emissionen
ausgleichen. Die Kohlenstoffbilanz erlaubt es uns zu bewerten, wie
effektiv die einzelnen Maßnahmen sind“, sagt Nadine Mengis vom GEOMAR in
Kiel, die zu der Entwicklung dieser Dimension beigetragen hat. Nur wenn
CDR Maßnahmen nachweislich negative Emissionen generieren und somit einen
substanziellen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten können, mache
es Sinn, die verschiedenen Kosten und den Nutzen im Zusammenhang mit der
Implementierung von CDR-Maßnahmen abzuwägen.

In einem weiteren Forschungsprojekt, das derzeit noch nicht abgeschlossen
ist, bewerten die Forscher:innen konkrete CDR-Maßnahmen. Im Herbst rechnen
sie mit ersten Ergebnissen.

Weitere Bewertungsdimensionen

Die technologische Dimension ermöglicht es, die Effizienz von CDR-
Maßnahmen, deren Marktreife, die infrastrukturellen Anforderungen und die
Integration in das künftige Energiesystem einzuschätzen.

Im Rahmen der ökonomischen Dimension können etwa Kosten und Wertschöp-
fungspotenziale im Zusammenhang mit der Einführung von CDR-Maßnahmen
bewertet oder potenzielle Investitionshindernisse, die die Einführung von
CDR-Maßnahmen erschweren könnten, abgeschätzt werden.

Im Zusammenhang mit der sozialen Dimension geht es unter anderem um die
Bewertung der sozialen Akzeptanz von CDR-Maßnahmen. Dabei spielen die
öffentliche Wahrnehmung von Risiken und Chancen eine Rolle. Aber auch die
Einbeziehung und Beteiligung gesellschaftlicher Akteure in die
Implementierung von CDR-Maßnahmen sowie ethische Überlegungen werden
berücksichtigt.

Bei der institutionellen Dimension können die politischen, administrativen
und rechtlichen Bedingungen für den Einsatz von CDR-Optionen bewertet
werden. Wichtig sind hierbei unter anderem die Transparenz bei einer
möglichen Anrechnung von negativen Emissionen sowie die Bewertung der
institutionellen Kapazitäten für eine solche Integration von CDR-Maßnahmen
in den Emissionshandel.

Über die Helmholtz-Klima-Initiative

Die Helmholtz-Klima-Initiative erforscht systemische Lösungen für eine der
größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit: den
Klimawandel. Wissen-schaftler:innen aus 15 Helmholtz-Zentren entwickeln
gemeinsam Strategien zur Eindämmung von Treibhausgas-Emissionen und zur
Anpassung an unvermeidliche Klimafolgen - mit dem Fokus auf Deutschland:
Das Cluster I „Mitigation – Netto-Null-2050“ erarbeitet Beiträge die
zeigen, wie Deutschland seine Kohlendioxid-Emissionen auf Netto Null
reduzieren könnte. Das Cluster II „Adaptation“ untersucht
Anpassungsmöglichkeiten in Lebensbereichen, die vom Klimawandel betroffen
sind, wie Gesundheit, Landwirtschaft, Energieversorgung oder Verkehr. Die
Helmholtz-Klima-Initiative stellt vielen gesellschaftlichen Bereichen
wissenschaftlich basiertes Wissen zur Verfügung und tritt mit
Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Medien sowie der
interessierten Öffentlichkeit in den Dialog.

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