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Aus alt wird neu: Vortrag über Wiederverwertung von Fahrradreifen

Mehr als eine Million Fahrräder gibt es schätzungsweise in Köln – und die
brauchen alle irgendwann neue Reifen. Die alten Pneus landen dann meistens
in der Müllverbrennungsanlage. Welche anderen Möglichkeiten es gibt,
erläutert Prof. Dr. Danka Katrakova-Krüger vom Institut für Allgemeinen
Maschinenbau der TH Köln in einem Vortrag am Montag, 16. Mai 2022, von
18.30 bis 20.00 Uhr. Die kostenlose Veranstaltung in der Radstation am
Hauptbahnhof ist Teil der Reihe „Wissenschaft in Kölner Häusern“.
Anmeldungen sind ab sofort möglich: www.koelner-wissenschaftswoche.de

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Katrakova-Krüger
arbeiten mit zwei Kooperationspartnern in einem Forschungsprojekt an der
TH Köln daran, aus alten Fahrradreifen neue herzustellen. „Recycling ist
ein relevantes Thema für unsere Zukunft. Unser Projekt ist ein Beitrag zu
einer lebenswerteren Umgebung und hilft dabei, ein umweltfreundliches
Bewegungsmittel noch umweltfreundlicher zu gestalten“, sagt Katrakova-
Krüger.

Im Vortrag erläutert sie, wie im Recyclingprozess die sogenannte Pyrolyse
zum Einsatz kommt. Dabei werden chemische Verbindungen unter
Luftausschluss auf 550 bis 750 Grad erhitzt und damit aufgespalten. Dabei
entstehen Pyrolysegas, -öl und -koks. Das Verfahren ist besonders
umweltschonend: Das produzierte Pyrolysegas wird in zwei
Blockheizkraftwerken in Strom umgewandelt und zum Betrieb der Anlage
genutzt.

Katrakova-Krüger ist Materialwissenschaftlerin und hat ihren Schwerpunkt
auf die Berücksichtigung von Umweltaspekten gelegt. Sie ist seit 2018
Professorin an der TH Köln und leitet das Labor für Werkstoffe am Campus
Gummersbach.

Termin: 16. Mai 2022
Zeit: 18.30 bis 20.00 Uhr
Ort: Kölner Radstation, Breslauer Platz, 50667 Köln
Anmeldung: www.koelner-wissenschaftswoche.de

Über „Wissenschaft in Kölner Häusern“

Die Veranstaltungsreihe „Wissenschaft in Kölner Häusern“ wird von den 17
Mitgliederhochschulen und sieben außeruniversitären
Forschungseinrichtungen der Kölner Wissenschaftsrunde (KWR) angeboten und
von KölnBusiness Wirtschaftsförderung unterstützt. Das Format bringt
Forschungsthemen an außergewöhnliche Orte und findet in diesem Jahr mit
zwölf Vorträgen vom 16. bis 18. Mai statt. Das Angebot richtet sich an
alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die hautnah miterleben
möchten, an welchen Themen Kölner Forscherinnen und Forscher täglich
arbeiten.

Die TH Köln zählt zu den innovativsten Hochschulen für Angewandte
Wissenschaften. Sie bietet Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland ein inspirierendes Lern-,
Arbeits- und Forschungsumfeld in den Sozial-, Kultur-, Gesellschafts-,
Ingenieur- und Naturwissenschaften. Zurzeit sind rund 27.000 Studierende
in etwa 100 Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben. Die TH Köln
gestaltet Soziale Innovation – mit diesem Anspruch begegnen wir den
Herausforderungen der Gesellschaft. Unser interdisziplinäres Denken und
Handeln, unsere regionalen, nationalen und internationalen Aktivitäten
machen uns in vielen Bereichen zur geschätzten Kooperationspartnerin und
Wegbereiterin.

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RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel weiterhin schwach

Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für
Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und
Logistik (ISL) ist nach der aktuellen Schnellschätzung im März
saisonbereinigt um 1,6 Punkte auf 119,2 gestiegen. Der Containerumschlag
hat insbesondere in den chinesischen Häfen kräftig zugelegt, die Daten
sind aber durch das chinesische Neujahrsfest verzerrt.

Das Wichtigste in Kürze:

- Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für
Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und
Logistik (ISL) ist saisonbereinigt im März von 117,6 (revidiert) auf 119,2
Punkte gestiegen.

- Der Nordrange-Index, der Hinweise auf die wirtschaftlichen Entwicklung
im nördlichen Euroraum und in Deutschland gibt, ist im März gegenüber dem
Vormonat von 106,0 (unverändert gegenüber der Schnellschätzung) auf 110,1
sogar etwas deutlicher gestiegen.

- In den chinesischen Häfen kam es zu einem kräftigen Anstieg des
Containerumschlags. Der Index erhöhte sich von 106,0 auf 131,7. Die Daten
sind aber weiterhin durch das chinesische Neujahrsfest verzerrt.

- Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index für April 2022 wird am 30. Mai 2022
veröffentlicht.

Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef
Torsten Schmidt: „Der Containerumschlag konnte sich im März von dem
kräftigen Rückgang im Vormonat nur etwas erholen. Damit setzt sich die
Schwäche, die Ende des vergangenen Jahres einsetzte, fort.“

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Torsten Schmidt, Tel.: (0201) 8149-287, torsten.schmidt@rwi-
essen.de

Originalpublikation:
https://www.rwi-
essen.de/presse/wissenschaftskommunikation/pressemitteilungen/detail/rwi-
isl-containerumschlag-index-welthandel-weiterhin-schwach

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Psychologische Studie: Mithilfe einer Smartphone-App einen gesunden Lebensstil in den Arbeitsalltag integrieren?

Um herauszufinden, ob eine Smartphone-App dabei helfen kann, einen
gesunden Lebensstil in den Arbeitsalltag zu integrieren, sucht Prof. Dr.
Sabine Sonnentag vom Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie
der Universität Mannheim deutschlandweit Probandinnen und Probanden.

Ob im Homeoffice oder vor Ort am Arbeitsplatz – im hektischen
Arbeitsalltag auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu
achten, fällt vielen Berufstätigen nicht leicht. Gleichzeitig ist ein
gesunder Lebensstil aber wichtig, um auch langfristig leistungsfähig und
fit zu bleiben. „In diesem Spannungsfeld können mobile Technologien, wie
beispielsweise eine Smartphone-App, die Menschen dabei unterstützen, einen
gesünderen Lebensstil umzusetzen“, so Prof. Dr. Sabine Sonnentag,
Inhaberin des Lehrstuhls für Arbeits- und Organisationspsychologie der
Universität Mannheim.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „SMARTJOB“ untersucht das Team um Prof.
Dr. Sabine Sonnentag und die Doktorandinnen Theresa Koch und Jette Völker,
wie ein gesunder Lebensstil in den Arbeitsalltag integriert werden kann.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
gefördert. In einem ersten Teil des Forschungsprojektes haben die
Forscherinnen bereits Daten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
gesammelt, um das Spannungsfeld zwischen Arbeit und Gesundheit besser zu
verstehen. Nun findet der zweite Teil des Forschungsprojektes statt, in
dem die Forscherinnen gezielt untersuchen, inwiefern eine Smartphone-App
bei der Umsetzung eines gesunden Lebensstils helfen kann. Dafür erhalten
Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Dauer der Studie ein Smartphone
und einen Aktivitätssensor zur Verfügung gestellt.

Die Geräte für die Studienteilnahme können Interessierte aus der Region
vor Ort in Mannheim erhalten. Zudem ermöglicht das Studienteam
mittlerweile auch eine deutschlandweite Teilnahme, bei der Teilnehmerinnen
und Teilnehmer das Studienmaterial bequem per Post erhalten. „Personen aus
anderen Regionen Deutschlands haben über digitale Gespräche dennoch die
Möglichkeit, persönlich genauere Erklärungen zur Studie zu erhalten und
mit uns in Austausch zu treten“, berichten die Forscherinnen.

Die Studie beginnt mit einer Online-Willkommensbefragung. Anschließend
beantworten Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem zur Verfügung
gestellten Smartphone dreimal täglich Fragen. Zudem wird ihre körperliche
Aktivität im Laufe des Arbeitstages durch einen Aktivitätssensor, der
unauffällig an der Hüfte getragen wird, aufgezeichnet. Um zu untersuchen,
wie ein gesunder Lebensstil langfristig aufrechterhalten werden kann,
beinhaltet die Studie außerdem eine Online-Nach- und Abschlussbefragung.

Teilnehmen können volljährige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die
einen Wohnsitz in Deutschland haben und mindestens 30 Stunden pro Woche
arbeiten. Im Rahmen der Studie erhalten sie wissenschaftlich basierte
Tipps zur Steigerung von gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität im
Arbeitsalltag. Außerdem können Teilnehmende an einer Verlosung von
Gutscheinen für (Online-)Shops aus den Bereichen Sport und Ernährung im
Wert von insgesamt 1.000 Euro teilnehmen.

Weitere Informationen zur Studie und die Möglichkeit zur Anmeldung finden
Sie unter:
www.uni-mannheim.de/smartjob

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Importzoll: eine Alternative zum Energieembargo gegen Russland

Wirtschaftswissenschaftler:innen schlagen einen Zoll auf Öl- und
Gasimporte aus Russland in die EU vor, um die Kriegskosten für das Regime
in Moskau zu erhöhen und zugleich den Schaden für die europäische
Wirtschaft gering zu halten / Veröffentlichung eines „Letter“ in der
Fachzeitschrift „Science“

Ein Zoll auf russische Energieimporte könnte der EU als Hebel dienen, um
die russischen Einnahmen aus dem Energiegeschäft zu reduzieren und
flexibel auf die Vorgehensweise Moskaus in der Ukraine reagieren zu
können. Das schlagen Ökonominnen und Ökonomen des europäischen Think Tanks
Bruegel, der Harvard-Universität und der Universität zu Köln in einem
„Letter“ an die wissenschaftliche Fachzeitschrift Science und in einem
Arbeitspapier vor. Einer der Autoren ist der Kölner Energie- und
Marktdesign-Experte Professor Dr. Axel Ockenfels.

Russland ist der größte Energieexporteur der Welt. Das Land bezieht aus
dem Energiegeschäft den Großteil seiner harten Devisen, die die russische
Wirtschaft und die Regierung Putins stützen. Die Europäische Union ist der
größte Energieabnehmer: sie bezieht 75 Prozent der russischen Gas- und 50
Prozent der Ölexporte. Da die Energielieferungen an die Infrastruktur aus
Pipelines und Terminals gebunden sind, könnte Russland im Falle eines
europäischen Energieembargos nicht schnell und flexibel neue Abnehmer
finden – etwa Indien oder China. In den Wirtschaftswissenschaften spricht
man in einem solchen Fall von einem unelastischen Angebot.

Doch auch die EU-Staaten brauchen Zeit, um sich aus ihrer Abhängigkeit von
russischer Energie zu lösen. In diesem Kontext schlägt das Team flexible
Importzölle vor. Diese würden die Energieeinnahmen Russlands reduzieren –
ohne notwendigerweise den Energiezufluss zu stoppen. Zudem wäre es
leichter für die EU-Mitgliedsstaaten, sich auf eine solche Maßnahme zu
einigen als auf einen Importstopp.

„Ein großer Vorteil des Importzolls ist, dass er flexibel und strategisch
an die wirtschaftliche und politische Dynamik des Konflikts angepasst
werden kann“, sagt Professor Dr. Ockenfels. „Auch darüber hinaus, für die
mittel- und langfristigen Bemühungen um mehr Unabhängigkeit von russischen
Energielieferungen, könnte ein Importzoll wertvolle Dienste leisten.“
Verschiedene Möglichkeiten, wie das Risiko russischer Vergeltungsmaßnahmen
bei Einführung eines Importzolls verringert werden kann, hat Ockenfels mit
zwei Koautoren zuvor in einer Korrespondenz für die Fachzeitschrift
„Nature“ beschrieben.

Um ihre Position zu stärken, müsse die EU jedoch ihre Energienachfrage
auch kurzfristig elastischer gestalten. Dazu braucht es den Autorinnen und
Autoren zufolge mehr Anstrengungen, um Öl und Gas als Energieträger durch
alternative Quellen zu ersetzen und die Nachfrage zu reduzieren. Durch
eine mutige Energiestrategie könne Europa Russland jedoch glaubhaft die
finanzielle Grundlage für seinen Krieg gegen die Ukraine entziehen.

Veröffentlichungen:

„Letter“ in Science:
http://www.science.org/doi/10.1126/science.abq4436

„Correspondence“ in Nature:
https://www.nature.com/articles/d41586-022-01008-3

Arbeitspapier des Think Tanks Bruegel:
https://www.bruegel.org/2022/04/cutting-putins-energy-rent-smart-
sanctioning-russian-oil-and-gas-2

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