Zum Hauptinhalt springen

BIVA: Praktische Tipps rund um das Testament

Das Thema Nachlass erscheint vielen unerfreulich oder sogar unnötig. Denn in Deutschland hat nur jeder Vierte ein Testament und davon sind fast 80 Prozent nicht korrekt verfasst und damit unwirksam. Als Folge kommt es häufig zu Problemen und jahrelangen Streitigkeiten zwischen den Erben. Um dies zu vermeiden und sicherzugehen, dass der Nachlass nach den eigenen Wünschen geregelt wird, gibt der BIVA-Pflegeschutzbund praktische Tipps zum Testament in einem Online-Vortrag seiner Reihe „Pflegebedürftig – Was nun?“.

Wenn kein Testament vorliegt, regelt der Gesetzgeber, wer was erbt. Die gesetzliche Erbfolge berücksichtigt allerdings nur Verwandte und Ehepartner:innen. Gibt es keine gesetzlichen Erben, erbt der Staat. Wenn man also dem Lebenspartner, Freunden oder einem gemeinnützigen Verein etwas vererben möchte, sollte man auf jeden Fall ein Testament verfassen. Die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit ist ein sogenanntes privates Testament, das möglichst präzise formuliert sein sollte. Es muss handschriftlich lesbar verfasst sein, eine eindeutige Überschrift haben, mit Datum und Ort versehen und eigenhändig unterschrieben sein. Auch alle späteren Änderungen müssen wieder mit Datum und Unterschrift versehen werden. Wo verwahrt man das Testament am besten? Es reicht aus, den Ablageort den nächsten Angehörigen mitzuteilen. Wenn man aber sichergehen oder den Verlust des Testaments verhindern möchte, sollte man das Testament beim Amtsgericht, einem Anwalt oder beim Zentralen Testamentsregister hinterlegen.

Viele weitere Fragen stellen sich rund um das Testament. Was ist ein Berliner Testament? Wie sieht die gesetzliche Erbfolge aus? Was ist ein Pflichtteil? Wie schließe ich jemanden vom Erbe aus? Diese und weitere Fragen werden im Online-Vortrag „Testament – Was muss ich beim Erben und Vererben beachten?“ am Freitag, dem 29. April 2022 beantwortet. Er ist Teil der Vortragsreihe „Pflegebedürftig – Was nun?“ des BIVA-Pflegeschutzbundes. Alle Termine und Informationen gibt es unter https://www.biva.de/leistungen/biva-akademie/veranstaltungen/

 

----------------------------------

Der BIVA-Pflegeschutzbund vertritt seit 1974 bundesweit die Interessen von Menschen, die im Alter Wohn- und Pflegeangebote in Anspruch nehmen. Der BIVA-Pflegeschutzbund ist gemeinnützig, konfessionell ungebunden und überparteilich. BIVA ist die Abkürzung für Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V.

  • Aufrufe: 15

Der Himmel benötigt Schutz genau wie die Erde

Einer aktuellen Studie zufolge benötigt der Weltraum zum Schutz seiner
empfindlichen Umwelt dringend einen ähnlichen rechtlichen Schutz wie die
Erde, das Meer und die Atmosphäre.

Die Zunahme von Weltraummüll im erdnahen Orbit - etwa 100 Kilometer über
der Erdoberfläche -, der durch das rasche Ansteigen von so genannten Mega-
Satelliten-Konstellationen verursacht wird, gefährdet dieses wertvolle
Ökosystem, so die Forscherinnen und Forscher.

Die Installation dieser riesigen Hardware-Cluster umfasst bis zu
Zehntausende einzelner Satelliten, die Breitbandverbindungen für die Erde
liefern. Das führt zu einer Überlastung des Weltraums, und die
Raketenstarts verschmutzen darüber hinaus die Atmosphäre.
Bruchstücke von zerbrochenen Satelliten, die mit enormer Geschwindigkeit
durch den Weltraum fliegen, bedrohen laut der Studie auch andere
Satelliten in ihrer Umlaufbahn.
Ebenso stören die Satelliten, die Lichtstreifen am Himmel und damit eine
signifikante Lichtverschmutzung verursachen, in zunehmendem Maße die
Forschung im optischen Wellenlängenbereich. Das Vera-C.-Rubin-
Observatorium in Chile, das über einen Zeitraum von 10 Jahren den Himmel
vermessen soll, ist beispielsweise schon stark beeinträchtigt.
Die Zeitschrift „Nature Astronomy“ veröffentlichte nun eine Studie, in der
gezeigt wird, dass der Weltraum ein wichtiges Umfeld für die
professionelle Astronomie, Amateurastronomie und indigene Völker darstellt
und dass der wissenschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Nutzen des
Weltraums sorgfältig gegen diese schädlichen Umweltauswirkungen abgewogen
werden sollten.

Die unter Leitung der Universität Edinburgh entstandene Forschungsarbeit
steht im Zusammenhang mit einem Rechtsfall, der derzeit vor dem US-
Berufungsgericht verhandelt wird und einen wichtigen Präzedenzfall in der
wachsenden Kampagne für die Ausdehnung des Umweltschutzes auf den Weltraum
darstellen wird.
Die Lösung des Problems erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der den
Weltraum als Teil der Umwelt und als schützenswertes Gut auf nationaler
und internationaler Ebene betrachtet, so die Experten.

Die Forscherinnen und Forscher fordern die politischen Entscheidungsträger
auf, die Umweltauswirkungen aller Aspekte von Satellitenkonstellationen -
einschließlich ihres Starts, ihres Betriebs und ihres Wiedereintritts aus
dem Orbit - zu berücksichtigen und zusammen an einem gemeinsamen,
ethischen und nachhaltigen Ansatz für den Weltraum zu arbeiten.
Andy Lawrence, Professor für Astronomie am Institut für Astronomie der
Universität Edinburgh und Hauptautor der Studie, sagt: "Wir stehen an
einem Wendepunkt in der Geschichte. Wir können eine große Anzahl von
Satelliten kostengünstig starten und sie zum Nutzen des Lebens auf der
Erde einsetzen - aber das hat seinen Preis. Die Raumfahrtindustrie schadet
nicht nur der Sternbeobachtung, sondern könnte sich so auch selbst ins
Bein schießen."

Professor Lawrence machte die Öffentlichkeit mit seinem Buch „Losing The
Sky“ auf diese Probleme aufmerksam. Die Veröffentlichung führte dazu, dass
er eine Expertenaussage für einen Rechtsfall verfasste, der derzeit vor
dem US-Berufungsgericht verhandelt wird und in dem argumentiert wird, dass
die US-Umweltvorschriften auch für die Genehmigung von Weltraumstarts
gelten sollten.

Professor Michael Kramer, Präsident der Astronomischen Gesellschaft, weist
darauf hin, dass die Vielzahl von Satelliten nicht nur optische sondern
auch radioastronomische Beobachtungen stören. Insbesondere aber sagt er,
"Wir brauchen Regeln, die sicherstellen, dass unsere Kinder und Enkel
immer noch in der Lage sein werden, das Wunder Sternenhimmel zu bestaunen.
Schon jetzt ist es in Deutschland schwierig, diese Erfahrung zu machen.
Mit den Mega-Konstellationen besteht die Gefahr, dass es überall auf der
Welt unmöglich sein wird.”

Professor Moriba Jah, Mitautor der Studie und außerordentlicher Professor
für Luft- und Raumfahrttechnik und technische Mechanik an der University
of Texas in Austin, sagt: "Wir glauben, dass alle Dinge miteinander
verbunden sind und dass wir Verantwortung übernehmen müssen, als ob unser
Leben davon abhinge. Traditionelles ökologisches Wissen ist der Schlüssel
zur Lösung dieses schwierigen Problems.“
"Die größte Herausforderung besteht darin, Empathie und Mitgefühl für die
Lösung dieser Umweltkrisen zu wecken. Wenn es uns gelingt, innovative Wege
zu finden, die es der breiten Öffentlichkeit ermöglichen, sich in diese
katastrophale Situation hineinzuversetzen und dagegen angehen zu müssen,
dann wird die Erde und alles Leben, das sie erhält, dadurch gewinnen",
ergänzt er.

Professor Jah hat kürzlich zusammen mit dem Apple-Mitbegründer Steve
Wozniak und dem CEO von Ripcord, Alex Fielding, das Start-up-Unternehmen
„Privateer Space“ gegründet. Das Unternehmen verfolgt einen neuartigen
Ansatz zur genauen Kartierung von Objekten in der Erdumlaufbahn in nahezu
Echtzeit, um die nachhaltige Nutzung des Weltraums durch eine wachsende
Zahl von Betreibern zu ermöglichen.

Dr. Meredith Rawls, Mitautorin und Forscherin an der Universität von
Washington, sagt: "Das Rubin-Observatorium wird aufgrund seines großen
Spiegels und seines weiten Sichtfeldes eine der am stärksten von einer
großen Anzahl heller Satelliten betroffenen astronomischen Einrichtungen
sein – das sind dieselben Eigenschaften, die es zu einem so
bemerkenswerten Motor für Entdeckungen machen. Ich mache mir viele
Gedanken darüber, wie sich Satellitenstreifen auf die Wissenschaft
auswirken, aber das Anliegen eines dunklen und ruhigen Himmels ist sehr
viel umfangreicher.“

"Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um die sich rasch verändernde
Satellitensituation zu bewältigen, wenn wir hoffen wollen, eine Zukunft
mit einem dunklen und ruhigen Himmel für alle zu schaffen", schließt sie.

Dr. Rawls ist eine Hauptakteurin des neuen Zentrums der Internationalen
Astronomischen Union (IAU) für den Schutz des dunklen und ruhigen Himmels
vor Störungen durch Satellitenkonstellationen, das die Interessengruppen
für Himmelsbeobachtungen zusammenbringen soll, um gemeinsam die
Auswirkungen von Satelliten zu quantifizieren und zu deren Abschwächung
beizutragen.

  • Aufrufe: 21

Bauherren und Planer brauchen jetzt klare Perspektiven DEN: „Neuer Förderstopp geht auf Fehler der alten Bundesregierung zurück!“

Nach nur wenigen Stunden waren am 20. April 2022 die Fördermittel für das KfW-Effizienzhaus 40 in Höhe von 1 Mrd. Euro ausgeschöpft. Die bundeseigene Bank verhängte daraufhin einen Förderstopp, nachdem bereits Ende Januar die Notbremse gezogen worden war bei den Förderungen für das Effizienzhaus 55. Die Vorständin des Deutschen Energieberater Netzwerks DEN e.V., Dipl.-Ing. Marita Klempnow, sieht darin ein erhebliches Risiko für die Glaubwürdigkeit der Klimapolitik im Gebäudesektor.

 

„Es ist bitter, dass ausgerechnet der neue grüne Wirtschaftsminister hier ein unter grüner Regierungsbeteiligung in 2002 begonnenes und erfolgreich entwickeltes Gebäudeförderprogramm stoppen muss, weil die Vorgängerregierung unter Führung der CDU und ihrem Wirtschaftsminister Peter Altmeier seit 2017 gegen Hinweise aus Fachkreisen und dem bundeseigenen Förderinstitut mit der BEG eine Richtlinie platziert hat, die Mitnahmeeffekte in gigantischem Ausmaß verursachte. Diese Richtlinie hat falsche Anreize gesetzt und wies handwerklich solche Defizite auf, dass eine intelligente Programmsteuerung und sparsame Verwendung der eingesetzten Steuermittel nicht möglich waren. Dass es dem BMWK gelungen ist, die Förderung im Sanierungsbereich aufrecht zu erhalten und kurzfristig wieder an den Start zu bringen, ist vor diesem Hintergrund schon eine beachtliche Leistung. Für alle Bauherren ist vor allem Verlässlichkeit bei Planung und Finanzierung wichtig. Solches Vertrauen haben die mit Förderprogrammen beauftragten Institutionen in Deutschland - allen voran die KfW - in jahrelanger Arbeit aufgebaut. Der neuerliche Förderstopp war durch die begrenzten Mittel vorprogrammiert. Er bedeutet de facto, dass es bis zum Jahresende kein Förderprogramm für den innovativen Neubau mehr gibt“, stellt die Vorständin fest. […]

 

Weiterlesen unter: https://www.deutsches-energieberaternetzwerk.de/den-pm-8-2022/

 

Mehr Informationen auf: https://www.deutsches-energieberaternetzwerk.de/

  • Aufrufe: 18

Ausstellung: Helmut Schmidt als Krisenmanager

Extreme Situationen, schnelle Entscheidungen. Helmut Schmidt gegen
Sturmflut und RAF-Terror“ ist der Titel einer Ausstellung, die am 26.
April 2022 in der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität eröffnet wird.
Laufzeit der Ausstellung ist bis 30. September 2022.

Die von Privatdozent Dr. Helmut Stubbe da Luz, Historiker aus Hamburg,
konzipierte Ausstellung widmet sich Schmidts Rolle während der Sturmflut
1962 und des „Deutschen Herbstes“. Grundsätzlich geht es um Fragen der
Orientierung am Grundgesetz und des „übergesetzlichen Notstands“.

Zweimal, so hat sich Helmut Schmidt 2008 in seinen Memoiren erinnert, sei
er als Politiker in extreme Situationen geraten, „in denen schnelle
Entscheidungen verlangt waren“. Er habe sich nicht „auf ein Gesetz oder
auf andere Handlungsanleitungen“ stützen können. Zum einen 1962 bei der
Sturmflut: Sollte, durfte die Bundeswehr zur Katastrophenhilfe
herangezogen werden? Zum anderen 1977 während der Entführung des
Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer sowie des Lufthansa-Jets
„Landshut“: Sollte, durfte die Bundesregierung die Forderung mörderischer
Geiselnehmer ablehnen, Komplizen aus der Haft freizulassen?

Schon 1979 hatte Schmidt die Sturmflut und den RAF-Terror in einem Atemzug
genannt. Er habe bei der Sturmflut „das Grundgesetz […] übertreten,
wissentlich und willentlich“. Und zu der gewaltsamen Befreiung der
„Landshut“-Geiseln in Mogadischu, die dann mit der Opferung Schleyers
verbunden war, ergänzte der Kanzler: „Ich kann nur nachträglich den
deutschen Juristen danken, dass sie das alles nicht verfassungsrechtlich
untersucht haben.“

Traf Schmidt 1962 und 1977 auf einen „übergesetzlichen Notstand“, der
einsam-kühne Entscheidungen sowohl erforderte als auch rechtfertigte? Wo
boten sich ihm Alternativen? Wie sind die Tatsachen hernach beurteilt
worden? Die Ausstellung zeigt Schrift-, Bild- und Tondokumente. Zentrale
Fragestellungen werden im bebilderten Begleitband vertieft.

Öffnungszeiten der Ausstellung
Mo-Do 9-16, Fr 9-14 Uhr
An Sonn- und Feiertagen geschlossen.
Eintritt frei.

  • Aufrufe: 12