Strukturwandel: TDG-Bündnis unter Leitung der Universitätsmedizin Halle wird mit sieben Millionen Euro gefördert
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bestätigt die
„Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung (TDG)“ als
Zentrum für digitale Pflegeinnovation und fördert das Bündnis unter
Leitung der Universitätsmedizin Halle mit weiteren sieben Millionen Euro
bis 2025. Genutzt werden soll das Geld zur Umsetzung von weiteren
Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die die gesundheitliche und
pflegerische Versorgungssituation in Deutschland mittels digitaler
Lösungen verbessern.
Das Besondere dabei: Eingereicht werden können Projekte unter anderem von
Vereinen und Verbänden, Firmen, Krankenkassen oder anderen Hochschulen,
das heißt aus Wirtschaft und Gesellschaft. Koordiniert werden die Projekte
von der Universitätsmedizin Halle. Insgesamt werden bis Ende 2025 auch mit
Beteiligung der Unternehmen rund 25 Millionen Euro für innovative
Forschungsvorhaben – vor allem im südlichen Sachsen-Anhalt - investiert.
„Die Entscheidung des BMBF zeigt, dass die Universitätsmedizin Halle mit
der TDG bereits in der ersten Umsetzungsphase überzeugen konnte. Die
Weiterförderung bestätigt den erfolgreichen Kurs der Medizinischen
Fakultät Halle, im Themenfeld der digitalisierten Gesundheitsversorgung
mit wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Innovationen den
Strukturwandel in der Region aktiv zu gestalten“, sagt Prof. Dr. Michael
Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät Halle.
Das Bündnismanagement unter Leitung von Dr. Karsten Schwarz von der
Universitätsmedizin Halle hat in den vergangenen zwei Jahren Forschungs-
und Entwicklungsarbeit in Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
entwickelt, die alle Teilschritte von der kreativen Idee bis zur
Verhandlung mit Krankenkassen hinsichtlich der Finanzierung einer
Innovation in der Anwendung abdeckt. „Das hat die Gutachterinnen und
Gutachter überzeugt. Die positive Evaluation seitens des BMBF und der
zusätzliche finanzielle Spielraum machen unser Bündnis der
Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung mit mehr als
100 regionalen Forschungs- und Entwicklungspartnern zum bundesweiten
Anführer im Bereich Pflegeinnovationen“, sagt Pflegeforscher und TDG-
Projektleiter Prof. Dr. Patrick Jahn von der Universitätsmedizin Halle
nicht ohne Stolz. Die Vision der TDG sei es, eine Region, die durch die
demografische Entwicklung besonders herausgefordert sei, zum
Innovationsmotor für eine digitalisierte Gesundheitsversorgung – vor allem
im Bereich der pflegerischen Versorgung – in Deutschland zu machen.
Schwerpunktmäßig sind in den vergangenen zwei Jahren 21 praxisorientierte
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben angestoßen worden, an denen 41
Partnerinnen und Partner aus Wirtschaft, Wissen und Gesellschaft in enger
Zusammenarbeit beteiligt sind. Ziel ist es, dass diese Vorhaben zu neuen
Produkten und Dienstleistungen führen, die die Versorgungs- und
Lebenssituation beispielsweise von älteren oder beeinträchtigten Menschen
verbessern, so dass diese möglichst lange möglichst autonom in ihrem
gewohnten Umfeld leben können. So wurden zum Beispiel Projekte zur
Medikamentenlieferung per Drohne (Projekt „ADApp“), eine digitale Lösung
zur Atemtherapie nach überstandener COVID-19-Erkrankung (Projekt
„DigiVID19“), für virtuelle Lehr- und Lernszenarien in der
Pflegeausbildung (Projekt „DigiCare“) oder zur Überleitung ins eigene
Wohnumfeld im Rahmen einer Rehabilitation mithilfe einer virtuellen
Begehung der Wohnung (Projekt „RehaTransHome“) umgesetzt.
Insgesamt 12,6 Millionen Euro sind über die TDG in die Projekte geflossen,
davon waren gut acht Millionen Euro Fördermittel der TDG. Die
Projektverantwortlichen der TDG begleiten eng durch die Förderlandschaft,
das spiegelt sich darin wieder, dass 83 Prozent der Mitwirkenden
Erstantragsteller in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sind und des
Weiteren rund 78 Prozent Start-Up-Beteiligung zu verzeichnen ist. Wichtige
Kriterien für die Auswahl der Projekte sind, dass diese gute
Erfolgsaussichten für eine praktische Umsetzung haben und konkrete
gesellschaftliche Probleme in der Versorgungslandschaft angehen.
Welche Projekte zur Umsetzung empfohlen werden, entscheidet ein
unabhängiger Beirat. „Ich engagiere mich für die TDG, weil Digitalisierung
im Gesundheits- und Sozialwesen in Zukunft eine zentrale Rolle spielen
wird. Und dabei geht es nicht mehr um das ‚Ob‘, sondern um das ‚Wie‘. Die
TDG bietet tolle Chancen, Digitalisierung im Interesse der Menschen in
dieser Region zu gestalten und dafür, dass die Innovationen in der Praxis
echte Probleme lösen“, sagt Sarah Theune, Beirats-vorsitzende der TDG und
Vorständin des Verbandes für Digitalisierung in der Sozialwirtschaft.
Das Bündnis „Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung“
war im April 2019 im Rahmen der Pilotrunde des vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) initiierten Programmes „WIR! - Wandel durch
Innovationen in der Region“ für die Umsetzung aus etwa 100 Bewerbungen
ausgewählt worden.
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Die Universitätsmedizin Halle ist ab jetzt mit einem eigenen Auftritt im
IDW vertreten. Ab sofort erhalten Sie hierüber Informationen aus
Forschung, Lehre und Krankenversorgung der Medizinischen Fakultät der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Universitätsklinikums
Halle.
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