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Mitmachen beim Weltwassertag: Im Labor, quer durch Heidelberg und im Bach!

Das Bild zeigt Studierende der SRH Hochschule Heidelberg beim Entnehmen von Wasserproben aus dem Neckar.  SRH Hochschule Heidelberg
Das Bild zeigt Studierende der SRH Hochschule Heidelberg beim Entnehmen von Wasserproben aus dem Neckar. SRH Hochschule Heidelberg

Mit zahlreichen Projekten macht die SRH Hochschule Heidelberg in ihrem
Studiengang Water Technology auf die Relevanz der Ressource Wasser
aufmerksam: Große und kleine Bürger:innen sind rund um den Weltwassertag
am 22. März zu vielen Aktivitäten herzlich eingeladen.

Unser Grundwasser ist eine der wichtigsten Süßwasserquellen und liefert
fast die Hälfte des weltweiten Trinkwassers. Diese unsichtbare
Wasserquelle nutzen wir täglich wegen ihrer unvergleichlichen Qualität und
Verfügbarkeit, vergessen dabei aber schnell die weltweiten
Herausforderungen der Grundwasserbewirtschaftung. Der Weltwassertag am 22.
März unter dem Motto „Grundwasser – Das Unsichtbare sichtbar machen“ soll
die wichtige Bedeutung unseres Grundwassers in den Mittelpunkt rücken.
„Wir wollen mit verschiedenen Projekten dazu beitragen, dass wir mit
Wasser behutsamer und sorgfältiger umgehen – hinsichtlich des Schutzes
seiner Qualität, in der täglichen Nutzung und in der gerechten Verteilung
weltweit“, erklärt Prof. Dr. Ulrike Gayh, Professorin für Umwelt- und
Verfahrenstechnik und Studiengangleiterin des Masterstudiengangs Water
Technology. Gemeinsam mit ihren Kollegen Dr. Enis Yazici sowie Dr. Kenneth
Bedu-Addo initiiert sie den diesjährigen Weltwassertag an der SRH
Hochschule Heidelberg. „Die Aktivitäten bieten allen Interessierten die
Möglichkeit, sich aktiv mit dem Thema Wasser zu beschäftigen – für alle
ist etwas dabei!“, so Gayh und stellt einige Aktivitäten zum Mitmachen
vor:
In einer Explorer-App können die Teilnehmenden in einer 90-minütigen
Rallye durch Heidelberg die wasser- und architektonischen Highlights der
Stadt kennenlernen. Im Wasserlabor haben 4- bis 14-Jährige die
Möglichkeit, sich in unterschiedlichen Experimenten zu Aggregatzuständen
und Wasserreinigung dem Thema zu nähern. Vorab können Kinder jeden Alters
am Malwettbewerb teilnehmen und ihre schönsten Kunstwerke zum Thema
„Grundwasser – Das Unsichtbare sichtbar machen“ einreichen. Die Preise
werden gesponsert von den Stadtwerken HD, der DWA sowie der Firma
ProMinent.
Und auch nach dem Weltwassertag geht‘s „flüssig“ weiter: Im Rahmen des
Citizen-Science-Projekts FLOW können interessierte Bürger:innen an zwei
Tagen im Frühjahr in heimische Gewässer steigen und Daten für eine
deutschlandweite ökologische Studie sammeln.
Die Teilnahme an allen Aktivitäten ist kostenlos. Ausführliche
Informationen zu den einzelnen Aktivitäten und die Anmeldeprozesse
erhalten Sie auf: www.srh-hochschule-heidelberg.de/wasser

Für weitere Informationen und Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Alle Aktivitäten zum Weltwassertag 2022 im Überblick
auch auf www.srh-hochschule-heidelberg.de/wasser:

•       Ab sofort: Weltwassertag – Malwettbewerb für Kinder
•       22. März 2022, 9 – 16 Uhr: Int. Water Day Online Conference
•       22. März 2022, 14 - 17 Uhr: Weltwassertag – Wasserlabor für Kinder
•       22. März 2022, 16 – 17.30 Uhr: Weltwassertag – Rallye durch
Heidelberg
•       April & Juni 2022: Citizen-Science-Projekt FLOW

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Architektur: FHWS-Student wird mit BDA Preis Bayern in der Kategorie Studienpreis ausgezeichnet

Bachelorarbeit zum Thema „Ideal: Zur ethischen Kritik der Architektur“  Foto Moritz Ruben Hahn
Bachelorarbeit zum Thema „Ideal: Zur ethischen Kritik der Architektur“ Foto Moritz Ruben Hahn

Moritz Hahn beschäftigt sich in seiner Bachelorarbeit mit dem Thema
„Ideal: Zur ethischen Kritik der Architektur“

Eine kluge Auseinandersetzung mit dem Thema Ethik in der Architektur: Für
diese Leistung wird der FHWS-Absolvent Moritz Hahn mit dem diesjährigen
BDA Preis Bayern 2022 ausgezeichnet. Er studierte Architektur an der
Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Der BDA Studienpreis Bayern wird zum 25.
Mal in München verliehen, 14 Projekte der 131 Einsendungen sind prämiert
worden. Der vom BDA Bayern seit 1967 ausgelobte Ehrenpreis ist einer der
renommiertesten Architekturpreise landesweit. In diesem Jahr wurde nicht
nur die hohe Qualität der Architektur, sondern auch ein verantwortlicher
Umgang mit Ressourcen und eine vorausschauende Planung für zukunftsfähige
Gebäude mit langer Nutzungsdauer, neben dem erfolgreichen Zusammenwirken
von Bauherrinnen und Bauherren sowie Architektinnen und Architekten
gewürdigt. Das Thema lautete „Alles gleich, aber alles anders“. Nach
Julius Bentele, FHWS, der 2019 mit dem BDA Nachwuchspreis ausgezeichnet
wurde, ist Hahn der zweite Absolvent, der mit dem Preis des bundesweit
ältesten Architekturberufsverbandes ausgezeichnet wird.

Die Jury entschied sich einstimmig für Moritz Hahns Bachelorarbeit zum
Thema „Ideal: Zur ethischen Kritik der Architektur“, betreut von Prof.
Wolfgang Fischer und Albert Dischinger. „Die Bachelorarbeit“, so ein
Auszug aus der Jurybeurteilung, „ist eine kluge Auseinandersetzung mit
einer anspruchsvollen Fragestellung. Voller Neugier nähert sich Moritz
Hahn dem Thema Ethik in der Architektur. Er stellt Fragen, die sich sicher
viele Architektinnen und Architekten im Studium und im Beruf stellen. Wie
beispielsweise. `Wer trägt die Verantwortung für ein Gebäude?`, `Was
bedeutet nachhaltiges Bauen?` und `Dürfen wir verschwenden?` Dazu sammelt
und reflektiert der Absolvent Aussagen unterschiedlicher Protagonistinnen
und Protagonisten der Szene und legt seine explorativen Gedankengänge
offen, denen man gerne und mit Interesse folgt. (…) Die große Leistung
dieser Arbeit ist die Auseinandersetzung, das Schaffen eines Überblicks
und das Anregen einer Diskussion, die sowohl in der Ausbildung, als auch
in der Praxis – leider – kaum oder gar nicht vorkommt.“

Der Studienpreis (vormals Nachwuchspreis) wurde zum dritten Mal im Rahmen
des „BDA Preis Bayern 2022“ vergeben, der von der Präsidentin der
Bayerischen Architektenkammer, Prof. Lydia Haack, überreicht wurde: „Wir
brauchen alle kreativen Köpfe, um den kommenden Herausforderungen
gemeinsam zu begegnen. Die Zusammenarbeit von Berufsstand, Universitäten
und Hochschulen ist dabei mitentscheidend, denn an der Schnittstelle von
Praxis, Forschung und Ausbildung entstehen wichtige Impulse für
Erneuerung!“

Auszug aus der prämierten Bachelorarbeit

„Braucht es in der alltäglichen Architekturpraxis moralische Überlegungen?
Stehen Architektinnen in einer ethischen Verpflichtung? Wer hat Recht? Was
müssen wir buchstäblich in Stein meißeln? Brauchen wir Ideale?

Wer sich auf solchen Fragen keine Antworten zusammenreimen kann, sei
vertröstet – das konnte beziehungsweise kann ich auch nicht. Deshalb
beginnen wir bei null. Dem Wunsch und Anspruch folgend, eine fundierte
persönliche Position zu beziehen, stellte ich mich in meiner Thesis diesen
und weiteren Fragen. Mit dem Ziel, effektive Ansätze für eine
wirkungsvolle und sinnhafte Architekturproduktion zu identifizieren und
Gestaltung mit Moralphilosophie auf einen Nenner zu bringen.

Denn obwohl Architektinnen und Gestalterinnen aller Art seit jeher
Mitspracherecht bei Wertefragen für sich beanspruchen, sind diese
Diskussionen oft sehr unscharf sowie höchst abhängig von Zeitgeist,
persönlicher Überzeugung oder lediglich dem individuellen Geschmack.

Es wird über 'das Schöne', 'das Richtige', 'das Gute' gesprochen. Nicht
zuletzt in den heiligen Hallen der Architekturfakultäten wird im Zuge
solcher Wertezuschreibungen mit allerhand wohlklingenden und mehr oder
weniger schlüssig begründeten Phrasen um sich geworfen. Hier wird jedoch
keineswegs von Schuld befreit der Zeigefinger erhoben, zumindest aber auf
ein paar offensichtliche Probleme hingedeutet: So manchem studierenden
oder praktizierenden Architekten fehlt es an Orientierung, nicht selten
auch an Rückgrat. Es öffnet sich eine große Kluft zwischen theoretischem
Diskurs und moralischen Überzeugungen auf der einen Seite und der
tatsächlichen Produktion unserer gebauten Umwelt auf der anderen.

Die selbst entwickelte Aufgabenstellung der Arbeit nähert sich dieser
Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis von verschiedenen Blickpunkten
ausgehend. Zwei Fotodokumentationen, eine statistische Sammlung, eine
Umfrage und dreizehn themenorientierte Essays fügen sich zu einem in
zwanzig Kapitel sortierten Gedankenspaziergang. Dabei wird für eine
relationale Neudefinition des Sammelbegriffs Architektur plädiert und
damit bewusst über eine gelebte, nicht mehr nur eine gebaute Umwelt
gesprochen.

Anstatt eigene Ideale voreilig zu veräußern oder in einen Entwurf zu
übertragen, wird Zeit und Raum für Introspektion und Erörterung gegeben.
Die Suche ist das Ziel und Naivität hat Vorfahrt. Architektur wird im
besseren Sinne des Wortes wieder etwas Fragwürdiges.“

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Eine Nachhaltigkeitsperspektive für das Dienstleistungsmanagement und weitere BWL-Schlaglichter

100 Jahre VHB
100 Jahre VHB

Seit dem 26.11.2021 veröffentlicht der Verband der Hochschullehrer für
Betriebswirtschaft (VHB) jeden Tag ein Schlaglicht der BWL: spannende
Themen, Klassiker, kurze historische Abrisse zur Fachgeschichte des
beliebtesten Studienfachs im deutschsprachigen Raum. Ein Highlight dieser
Woche: Eine Nachhaltigkeitsperspektive für das Dienstleistungsmanagement.

Der VHB-Jubiläumskalender mit 100 Schlaglichtern der BWL geht in seine
vorletzte Runde. Das heutige Schlaglicht erweitert die Perspektive auf
Dienstleistungen:

Eine Nachhaltigkeitsperspektive für das Dienstleistungsmanagement (Helge
Löbler)
Wenn man bedenkt, dass das Thema der ökologischen Nachhaltigkeit in
Politik und Gesellschaft inzwischen eine führende Rolle einnimmt, ist es
doch überraschend, wie wenig sich die deutschsprachige Forschung im
Dienstleistungsmanagement hier einbringt. Sie ignoriert überdies, dass
sich die ökologische Forschung seit einigen Jahrzehnten mit den
Dienstleistungen der Natur, den sogenannten Ökosystem-Dienstleistungen
befasst, um das Management derselben möglichst nachhaltig zu gestalten.

Mehr zum Thema Dienstleistungen aus Nachhaltigkeitsperspektive lesen Sie
im heutigen Kalenderblatt!

Außerdem gab und gibt es diese Woche zu entdecken:
>> Arbeitszufriedenheit (7.3., Wenzel Matiaske)
Arbeitszufriedenheit als Mittel oder Ziel ist eine der zentralen Variablen
der Personal- und Organisationsforschung, die auch als Indikator
individueller Wohlfahrt in den Großforschungsinstrumenten reüssieren
konnte.

>> High-Tech meets High-Touch: Eine Forschungsagenda für die
Dienstleistungswende (9.3., Tilo Böhmann, Angela Roth, Gerhard Satzger)
Angetrieben durch die Digitalisierung befindet sich die Wertschöpfung im
Umbruch. Neue Trends und Entwicklungen verlangen nach innovativen
Geschäftsmodellen auf Basis neuer und weiterentwickelter
Nutzenversprechen.

>> Markteintrittsstrategien als zentrale Entscheidung für international
tätige Unternehmen (10.3., Dirk Morschett)
Die Wahl einer Markteintrittsstrategie wird im Internationalen Management
als eine der wichtigsten Entscheidungen angesehen, da diese die Art der
Kontrolle, die notwendigen Unternehmensressourcen, das Risiko und viele
andere Aspekte wesentlich beeinflusst.

>> Bürokratie (11.3., Mark Ebers)
„Bürokratie“ und „bürokratisch“ haben einen schlechten Ruf. Dieser ist
nicht unverdient. Aber Bürokratie hat auch ihre guten Seiten, die man
nicht vergessen sollte.

>> Nachhaltigkeitsbewertung: Fünf Dimensionen zur Weiterentwicklung des
betriebswirtschaftlichen Instrumentariums (12.3., Edeltraud (Edel)
Guenther)
Das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung kann in fünf Dimensionen
(zeitliche, ökonomische, ökologische, soziale und räumliche) umgesetzt
werden. Beispielhaft steht für die ökonomische Dimension die Berechnung
der Kosten des Nicht-Handelns.

>> Process Science: Gemeinsam Wandel verstehen und gestalten (13.3., Jan
vom Brocke)
Process Science versucht, die vielfältigen Veränderungen unserer Welt aus
interdisziplinärer Sicht zu verstehen und daraus Gestaltungsempfehlungen
für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik abzuleiten.

Übrigens: Der VHB feiert ab heute 100 Jahre und 100 Tage
Betriebswirtschaftslehre unter dem Motto "BWL. Weiter. Denken."
Presseakkreditierungen sind laufend möglich. Kontaktieren Sie Kerstin
Aldenhoff unter kerstin.aldenhoff@conventus.de.

Originalpublikation:
https://vhbonline.org/ueber-uns/100-jahre-vhb/100-schlaglichter-der-bwl

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Sportwissenschaft betont gesellschaftliche Verantwortung

Beim Nationalen Sportkongress in Kiel informierten sich über 600
Teilnehmende über neueste Forschung

Das Thema Sport berührt nahezu alle Bereiche der Gesellschaft – ebenso
breit aufgestellt präsentierte sich die Sportwissenschaft beim dreitägigen
Sportwissenschaftlichen Hochschultag der Deutschen Vereinigung für
Sportwissenschaft (dvs), der am 31. März 2022 zu Ende ging. Erstmals in
seiner Geschichte hat der dvs-Hochschultages, die Rolle der
Sportwissenschaft in Bezug auf ihre gesellschaftliche Verantwortung
thematisiert. Pandemiebedingt richtete das Institut für Sportwissenschaft
an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) den Kongress mit 630
Teilnehmenden im Onlineformat aus.

„In den insgesamt über 100 Veranstaltungen in informationsstarken
Vorträgen, Arbeitskreisen, Workshops und Poster-Sessions gab es viel
frischen Wind – vor allem in der Frage der gesellschaftlichen
Verantwortung, die der Sport und die Sportwissenschaft tragen“, sagte
Professor Manfred Wegner, Leiter des Organisationskomitees. Das Motto des
25. Sportwissenschaftlichen Hochschultages lautete: „Sport, Meer & Mehr –
Sportwissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung“. „Die Bedeutung
gesellschaftlicher Themen spiegelt sich auch in den vom Bundesinstitut für
Sportwissenschaft geförderten wissenschaftlichen Projekten wider. So
forschen die unterschiedlichen Arbeitsgruppen auch zu Themen wie
sexualisierter Gewalt, Auswirkungen von Corona, Dopingpräventionsmaßnahmen
oder gesunden, nachhaltigen Gestaltung von Sporträumen“, ergänzt Professor
Wegner. Neben diesen aktuellen, gesellschaftlichen Themen sei die positive
Strahlkraft des Sports trotzdem im Mittelpunkt geblieben.

Zwei Jahre Vorbereitung steckten in dem Kongress: Eingebettet in das
dreitägige Programm waren sieben Blöcke mit 60 Arbeitskreisen, zahlreiche
Workshops und zwei Poster-Sessions, in denen 120 Nachwuchsforschende
wissenschaftliche Arbeiten in Kurzform vorstellten. Der Deutsche
Hochschultag gilt als größter Sportkongress bundesweit und findet alle
zwei Jahre statt.

Sport in der Pandemie

Die enorme Bandbreite der Sportwissenschaft zeigten bereits die fünf
vielbeachteten Hauptvorträge: Sie reichte von sexualisierter Gewalt im
Sport bis hin zur Frage, was Sport mit Klimaschutz zu tun hat. Brisante
gesellschaftliche Fragen zu sexualisierter Gewalt im Sport griff
Professorin Sabine Andresen auf: Es gehe dabei um die Aufarbeitung von
vergangenem Unrecht und um den Schutz von Kindern und Jugendlichen hier
und heute im Sport. Verantwortung tragen Vorstände, Trainer und
Übungsgruppenleitende – sowohl im Spitzen- als auch im Breitensport, sagte
die Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen
Kindesmissbrauchs (Berlin). „Bislang sind Bemühungen um gesellschaftliche
Aufarbeitung sexueller Gewalt im Sport keineswegs selbstverständlich.
Generell ist Aufarbeitung umstritten, sie wird von Widerständen begleitet
und geht mit Kontroversen einher“.

Klimaforscher fordert Null-Energie Stadien

Wie hochpolitisch Sport sein könne, zeigte auch der bundesweit bekannte
Kieler Klimaforscher Professor Mojib Latif am aktuellen Beispiel der
Winterolympiade in Peking auf und fragte: „Macht es Sinn, für die
Ausrichtung der Spiele eine enorme Zerstörung der Natur in Kauf zu nehmen
und unnütz Wasser und Energie zu vergeuden, um Kunstschnee zu erzeugen?“
Enormen Nachholbedarf verortete der Wissenschaftler auch vor der eigenen
Haustür: „Warum gibt es hierzulande keine Null-Energie-Stadien?“ Sport
trage eine große gesellschaftliche Verantwortung. Er sollte eine
Vorbildfunktion einnehmen, Werte leben und vermitteln, betonte Mojib
Latif.

Wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der
sportwissenschaftlichen Hochschulbildung gelingen kann, legte die mit dem
Wissenschaftspreis des Deutschen Sportbundes ausgezeichnete Forscherin Dr.
Julia Lohmann dar. Auch das Thema Corona und welche Auswirkungen die
Lockdowns auf Grundschulkinder haben, stand im Fokus des Kongresses: Der
Sportpsychologe Professor Ralf Brand zeigte, dass durch den Ausfall des
Sportunterrichts die Bewegungskompetenzen von Grundschulkindern abgenommen
haben. Noch stehe allerdings nicht fest, ob es sich um eine „Delle“
handele, die sich ausgleichen lasse oder um einen „Knick“ mit länger
anhaltenden negativen Wirkungen.

Die zahlreichen virtuellen Formate des Kongresses haben lebendige
Diskussionen ermöglicht, berichtete Organisationsleiter Manfred Wegner.
„Es ging auch um die Frage, ob sich die Sportwissenschaft in
gesellschaftlichen Debatten stärker einbringen sollte. Ich glaube, ihre
Stimme sollte lauter werden sowohl aus generell politischer als auch
speziell sportpolitischer Sicht.“

Autor: Joachim Welding

Fotos stehen zum Download bereit:
https://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2022/052-wegner-
juergensen.jpg
Tagungspräsident Manfred Wegner, Professor für Sportpsychologie und
Bewegungswissenschaft am Institut für Sportwissenschaft an der Kieler
Universität, mit dem Hauptmanager des nationalen Sportkongresses Jonas
Jürgensen, der für die digitale Umsetzung und den Ablauf verantwortlich
war.
© Hannah Riesen, Uni Kiel

https://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2022/052-ralf-brand.jpg
Professor Ralf Brand von der Universität Potsdam hielt einen Hauptvortrag
über Sport und Corona.
© Institut für Sportwissenschaft, Uni Kiel

https://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2022/052-studio.jpg
Für die Umsetzung des Onlineformats diente ein Studio am Institut für
Sportwissenschaft der CAU.
© Hannah Riesen, Uni Kiel

https://www.uni-
kiel.de/de/pressemitteilungen/2022/052-organisationsteam.jpg
An der Organisation und Umsetzung des Sportkongresses waren Hilfskräfte
und Mitarbeitende beteiligt.
© Institut für Sportwissenschaft, Uni Kiel

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