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Universitätsklinikum Dresden wirbt auf der KarriereStart 2022 um Nachwuchs

Nach zwei Jahren Pandemie-Pause stellt sich das Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus Dresden vom 11. bis 13. März 2022 bereits zum achten Mal als
Ausbilder und Arbeitgeber auf der Messe KarriereStart in Dresden vor. Im
Mittelpunkt steht das umfang- und abwechslungsreiche Ausbildungs- und
Studienangebot im medizinischen und pflegerischen Bereich sowie in der
Verwaltung und Administration eines Krankenhauses der
Supramaximalversorgung. Interessierte Besuchende können am Messestand B8
in Halle 2 mit Ausbildungsverantwortlichen und Auszubildenden des
Klinikums sowie Fach- und Führungskräften aus den Bereichen Pflege und
Verwaltung sprechen.

An diesem Wochenende (11. bis 13. März 2022) können sich Jobinteressierte
und angehende Auszubildende auf der Messe KarriereStart über vielfältige
Möglichkeiten am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
informieren. Das Klinikum ist zum achten Mal auf der Messe präsent. „Wir
freuen uns sehr, dass nach zweijähriger pandemiebedingter Pause es wieder
möglich ist, vor Ort mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen und
ihnen unsere attraktiven Ausbildungsmöglichkeiten vorzustellen“, sagt
Kathrin Gnewuch, Leiterin Team Recruiting und Entwicklung im
Geschäftsbereich Personal und Recht. „Zu einem starken Team gehört
selbstverständlich auch starker Nachwuchs. Darauf sind wir angewiesen und
werben dafür, den Start in den Beruf und eine spätere Karriere zusammen
mit uns am Universitätsklinikum anzugehen“, ergänzt Frank Ohi,
Kaufmännischer Vorstand des Klinikums.

Zentraler Inhalt der Ausbildung ist auch die Hygiene. Im Umgang mit
kranken und zu pflegenden Menschen muss das ärztliche und pflegerische
Personal ganz besonders darauf achten. Die Anleitung zur Händedesinfektion
ist deshalb Bestandteil vieler Ausbildungsinhalte. Am Messestand auf der
KarriereStart können die Besuchenden sich darin ausprobieren. Nachdem sie
die Hände mit Desinfektionsmittel gereinigt haben, können sie unter einer
fluoreszierenden Lampe überprüfen, wo an der Hand wie viel des Mittels
haften blieb. Diese einfache Übung gibt einen Eindruck davon, warum es so
wichtig ist, gründlich und lange die Hände zu reinigen und zu
desinfizieren. Auf weitere Mitmach- und Probieraktionen am Messestand
verzichten die Organisatoren in diesem Jahr aus Infektionsschutzgründen.
Die Gespräche mit den Expertinnen und Experten stehen im Mittelpunkt.

Das Universitätsklinikum Dresden ist einer der größten Arbeitgeber in der
Region. Mit vielfältigen Einsatz- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten
sowie einem Haustarifvertrag, der den Mitarbeitenden unterschiedliche
Vorteile bietet, übernimmt das Klinikum Verantwortung für die Menschen,
die sich in den zahlreichen Teams auf unterschiedliche Weise für die
Patientenversorgung einsetzen. Jobsuchende und Ausbildungsinteressierte
können sich bei der KarriereStart am Stand der Hochschulmedizin Dresden in
persönlichen Gesprächen zum Ablauf der Ausbildung am Universitätsklinikum
Dresden informieren und erste Eindrücke vom Arbeitsalltag erhalten. Wie
funktioniert der Bewerbungsprozess und wo finde ich den richtigen
Ansprechpartner? Auch zu Angeboten im Bereich der Personalentwicklung oder
zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie beraten die Vertreterinnen und
Vertreter gern.

Mit über 500 Auszubildenden und Studierenden in 14 Ausbildungsberufen
sowie dualen bzw. ausbildungsbegleitenden Studiengängen ist das Dresdner
Universitätsklinikum einer der größten Ausbildungsbetriebe Sachsens. Neben
den verschiedenen Pflegeberufen bildet die Carus Akademie am
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden auch Physiotherapeutinnen
und Physiotherapeuten, Operationstechnische Assistenten sowie Medizinische
Fanangestellte aus. Zum Portfolio der Hochschulmedizin Dresden gehört
zudem die Ausbildung von Berufen im Verwaltungsbereich, in der
Informationstechnologie und in der Logistik. Diese Angebote haben eins
gemeinsam: Als Krankenhaus der Supramaximalversorgung bietet das Klinikum
ein stark zukunftsorientiertes Umfeld für alle Nachwuchskräfte.

Ebenfalls am Messestand beteiligt ist die UKD Service GmbH. In der Hundert
prozentigen Tochter des Klinikums werden die Ausbildungen zum Koch und zur
Köchin sowie für angehende Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger
angeboten. Auch die Dresden International University (DIU) ist am Stand
vertreten und informiert über Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten,
die sie in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Dresden anbietet.

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus als Ausbildungsbetrieb
Als einer der größten Ausbildungsbetriebe Sachsens bietet das
Universitätsklinikum Dresden ein vielfältiges, modernes und praxisnahes
Ausbildungsspektrum. In medizinischen, pflegerischen, therapeutischen
sowie kaufmännischen Bereichen können ausgezeichnete Ausbildungschancen
wahrgenommen werden. Auszubildende haben nach erfolgreichem Abschluss sehr
gute Chancen, übernommen zu werden. Zudem erschließen sich darüber hinaus
vielfältige Karrierewege an unserem Klinikum. Die Ausbildung wird in
folgenden Berufen angeboten:
Pflegefachmann/ -frau (Ausbildungsstart im September 2022 und März 2023)
Pflegefachmann/ -frau – Vertiefung Pädiatrie (Ausbildungsstart im
September 2022 und März 2023)
Medizinisch-technische Radiologieassistenz
Medizinische*r Fachangestellte*r
Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r
Operationstechnische Assistenz
Physiotherapeut*in
Krankenpflegehelfer*in
Pharmazeutisch-kaufmännische*r Angestellte*r
Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen
Fachkraft für Lagerlogistik
Kaufmann/-frau für Büromanagement
Fachinformatiker*in für Systemintegration
Tierpfleger*in – Fachrichtung Klinik und Forschung
Koch/ Köchin
Gebäudereiniger*in

Für den Ausbildungsstart im September 2022 können sich Kurzentschlossene
noch für einige der Ausbildungsberufe bewerben. „Wir freuen uns auf
Interesse, Neugier, viele Fragen und gern auch Bewerbungsunterlagen“, sagt
Kathrin Gnewuch. „Diese sichten wir gern und geben Tipps zur Bewerbung. Im
Fachkräftebereich nehmen wir zudem Bewerbungen an, die wir nach der Messe
an die Bereiche weiterleiten.“ Bewerbende sollten sich idealerweise
bereits länger mit dem Ausbildungsberuf durch Praktika oder
Informationsveranstaltungen befasst haben. „Wir bieten unseren
Auszubildenden eine anspruchsvolle, individuelle und moderne Ausbildung
durch den Einsatz in modernen Kliniken und den vielfältigen
Ausbildungsinhalten. Unsere Praxisanleiterinnen und -anleiter, Mentorinnen
und Mentoren geben den am Universitätsklinikum gelebten Carus-Geist an
unseren Nachwuchs weiter. Unser Ziel ist es den Auszubildenden den
Einstieg in das Berufsleben durch einen qualifizierten Abschluss zu
ermöglichen. Darüber hinaus bieten wir die attraktive Vergütung nach
unserem Haustarifvertrag, 30 Tage Urlaub, ein Jobticket und vieles mehr,
um unsere Ausbildung noch besser zu machen.“

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Zukunft der Reaktorforschung nach dem Atomausstieg

Deutschlands modernster Kernreaktor steht in Dresden
Über die Zukunft der Reaktorforschung nach dem Atomausstieg

Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine wird auch die Diskussion um den
deutschen Atomausstieg wiederbelebt. Während einige Politiker wie der
bayerische Ministerpräsident Markus Söder einen ‚Ausstieg aus dem
Ausstieg‘ fordern, um sich mit deutschem Atomstrom von Russlands Erdgas
unabhängig zu machen und die Energieversorgung Deutschlands
sicherzustellen, hat die Bundesregierung laut Umweltministerin Steffi
Lemke keine Pläne, ihren Kurs zu ändern: Alle deutschen Atomkraftwerke
werden planmäßig 2022 abgeschaltet.

Doch das bedeutet nicht das Aus für alle kerntechnischen Anlagen
Deutschlands. Auch nach dem geplanten Atomausstieg 2022 werden sechs
weitere deutsche Kernreaktoren in Betrieb sein – Ausbildungs- und
Forschungsreaktoren, die nicht kommerziell genutzt werden. Einer davon ist
der Ausbildungskernreaktor 2, kurz AKR-2, im Walther-Pauer-Bau auf dem
Campus der TU Dresden.
Der 1978 in Betrieb genommene AKR in Dresden ist die letzte Erinnerung an
die Bestrebungen der DDR, Sachsen zum Zentrum der Kernenergieforschung
auszubauen. Im Zuge der Wiedervereinigung wurde vereinbart, dass die
Betriebsgenehmigungen der ostdeutschen kerntechnischen Anlagen 2005
unwirksam werden. Unter diesen Umständen fiel in Sachsen 1998 die
Entscheidung, ein neues Genehmigungsverfahren für den AKR an der TU
Dresden einzuleiten, um dessen Weiterbetrieb zu sichern. Am Ende dieses
bürokratischen Mammutvorhabens stand die umfassende Modernisierung des AKR
ab 2004. Nach nur einem Jahr Umbauzeit konnte der Reaktor 2005 schließlich
wieder in Betrieb genommen werden und aus dem AKR-1 wurde der AKR-2.
„Der AKR-2 ist damit noch vor dem 2004 in München in Betrieb genommenen
Forschungsreaktor FRM II der modernste Kernreaktor Deutschlands,“ erklärt
der Leiter des Reaktors, Dr.-Ing. und Diplomphysiker Carsten Lange. Nicht
nur seine Modernität macht den AKR-2 besonders: Durch seine niedrige
Leistung von nur 2 Watt und die Sicherheit des Systems, das ohne
Kühlwasser auskommt und so konfiguriert ist, dass es sich bei
Überschreiten definierter Grenzwerte von selbst abschaltet, darf jede
Person ab 16 Jahren ohne vorherige Ausbildung den Reaktor unter Aufsicht
des Reaktorbetriebspersonals bedienen. Das macht den AKR-2 zu einem
besonders beliebten Reaktor für Gäste aus aller Welt. So begrüßt Carsten
Lange normalerweise über 1000 Gäste im Jahr am AKR-2 und selbst 2021
besuchten trotz Corona noch 700 bis 800 Personen die Anlage. Darunter sind
zahlreiche Schulklassen, Vereine, aber auch Firmen, die ihre Mitarbeiter
weiterbilden wollen. Außerdem werden am AKR-2 regelmäßig international
tätige Kernmaterialinspekteure ausgebildet.
Doch welche Zukunft hat die deutsche Forschung an Kernreaktoren nach 2022?
Bedeutet der Ausstieg aus der Kernenergie auch das Aus für den AKR-2?
„Nein,“ sagt Carsten Lange entschieden. Zum einen werden unsere
Nachbarländer weiter Kernkraftwerke bauen, daher ist es wichtig, dass auch
in Deutschland das Know-How zu Kernreaktoren erhalten bleibt. „Der sichere
Betrieb kerntechnischer Anlagen im Ausland stellt ein wesentliches
deutsches Sicherheitsinteresse dar. Wenn ein völlig neues Reaktorsystem im
Ausland eingesetzt wird, müssen wir in der Lage sein, die Sicherheit
dieses Systems bewerten zu können. Dafür brauchen wir eigene Forschung, um
die internationalen Entwicklungen in der Kerntechnik zu begleiten und uns
aktiv in die internationale Diskussion zu Reaktorsicherheitsfragen sowie
die Weiterentwicklung des Standes von Wissenschaft und Technik einbringen
zu können.“ Zum anderen ist Deutschland, so Carsten Lange, ein Vorbild für
Reaktorsicherheit. „Es wäre ein Problem für Deutschland, wenn wir hier die
Kompetenzen verlieren. Dann hätten wir kein Mitspracherecht mehr, was die
Sicherheitskultur an ausländischen Anlagen betrifft.“
Aktuell werden diese Kompetenzen von Carsten Lange und seinem Team nicht
nur an die Studierenden der TU Dresden weitergegeben, sondern auch im
Rahmen des von Euratom, der europäischen Atomgemeinschaft, finanzierten
„GRE@T PIONEeR“-Projekts an internationale Studierende und
Doktorand:innen. Neben der Lehre entwickelt das Team am AKR-2 außerdem ein
neues reaktorphysikalisches Verfahren für die Kernmaterialinspektion, das
in die Ausbildung der Inspekteure aufgenommen werden soll und ist in
Projekte unter anderem zur Moderatorentwicklung und zu ganz neuen
Reaktorsystemen, wie dem Dual Fluid Reaktor involviert.
Die Forschung am AKR-2 beschränkt sich jedoch nicht allein auf Themen, die
unmittelbar mit Kernenergie in Zusammenhang stehen. Der Reaktor verfügt
über mehrere Experimentierkanäle, mithilfe derer Proben direkt mit
Neutronen bestrahlt werden können. So kann die Auswirkung von erhöhter
Strahlung auf verschiedenste Materialien untersucht werden. Dies ist zum
Beispiel für die Raumfahrt relevant. Im All eingesetzte Mikroelektronik
ist einer höheren Strahlung ausgesetzt als auf der Erde. Um zu testen, wie
sich dies auf die Technik auswirkt, werden aktuell in den
Experimentierkanälen des AKR-2 Platinen gezielt bestrahlt und so ihre
Strahlungsresistenz überprüft.
Auch für andere Energietechnologien kann die Forschung am AKR-2 einen
wertvollen Beitrag leisten: Durch die Methode der Neutronenradiografie,
also der Bildgebung mittels Neutronenbestrahlung, können die
Forscher:innen am AKR-2 in Brennstoffzellen hineinschauen während diese in
Betrieb sind. So kann erkannt werden, wo sich bei der Reaktion von Wasser-
und Sauerstoff in der Zelle Wasser bildet. Diese Informationen sind
nützlich, um Brennstoffzellen effizienter zu gestalten. Auch
Wasserstoffspeicher und Flüssigmetallbatterien können mittels der
Neutronenradiografie untersucht werden. So trägt der AKR-2 auch zur
Weiterentwicklung von Wasserstofftechnologien und Energiespeichern bei.
Carsten Lange hat aber noch weitreichendere Pläne: Er möchte den AKR-2 zu
einer Experimentierplattform ausbauen, die noch mehr Möglichkeiten für die
Reaktorsicherheitsforschung bietet und gleichzeitig auch zu ganz anderen
Forschungsfeldern wissenschaftlich beitragen kann. Damit würde er zwei
Lücken in der deutschen Forschungslandschaft füllen, in der es einerseits
fast keine experimentelle Reaktorphysik mehr gibt und andererseits nur
noch sehr wenig Neutronenquellen für die Forschung existieren: „Wir können
neue reaktorphysikalische Methoden entwickeln, in denen sowohl Experimente
als auch Simulationen in zweckmäßiger Weise eingebunden werden – das ist
etwas Besonderes in diesem Gebiet. Außerdem können andere
Wissenschaftler:innen die vom AKR-2 bereit gestellten Neutronen als Sonde
für ihre spezifischen wissenschaftlichen Fragestellungen nutzen.“
Dementsprechend blickt er optimistisch in die Zukunft des AKR-2: „Es gibt
noch wahnsinnig viel Potential und meine Aufgabe ist es, im Rahmen des
bestimmungsgemäßen Betriebs des AKR-2 diese Entwicklungen voranzubringen.“

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Herz und Kreislauf schützen: Wie dauerhaftes Abnehmen gelingt

Bei Übergewicht leiden auch Herz und Gefäße – besonders im Quartett mit
Bluthochdruck, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen (metabolisches
Syndrom). Ernährungsmediziner geben Tipps, wie Abnehmen dauerhaft
funktioniert

Nicht jedes Pfund zu viel schadet. Doch treffen Übergewicht,
Bluthochdruck, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen zusammen, entsteht
eine gefährliche Kombination – das sogenannte metabolische Syndrom –, die
mit einem erheblichen Herz-Kreislauf-Risiko einhergeht. „Übergewicht und
Adipositas spielen eine besondere Rolle bei der Entstehung dieses
folgenschweren metabolischen Syndroms“, warnt Prof. Dr. med. Hans Hauner
vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Eine Studie des
Robert-Koch-Instituts bestätigte diesen Zusammenhang unlängst erneut (1).
„Vor allem jüngere Erwachsene mit Adipositas im Alter von 18 bis 29 Jahren
haben ein erhöhtes Risiko, am metabolischen Syndrom zu erkranken.“ Aber
auch mäßig Übergewichtige mit einem „Body Mass Index“ (BMI) ab 25 könnten
bereits an einer Stoffwechselstörung leiden, erklärt der renommierte
Ernährungsmediziner und Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums (EKFZ)
für Ernährungsmedizin an der Technischen Universität München. Mit
steigendem BMI und zunehmendem Alter werde es immer wahrscheinlicher, ein
metabolisches Syndrom und damit auch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu
entwickeln. Damit es so weit nicht kommt, gilt es, frühzeitig
gegenzusteuern und das Gewicht möglichst dauerhaft zu reduzieren. Wie das
gelingen kann, schildert der Adipositas-Experte gemeinsam mit seiner
Kollegin Susanne Schmidt-Tesch unter www.herzstiftung.de/tipps-abnehmen
und in der aktuellen Ausgabe der Herzstiftungs-Zeitschrift "HERZ heute”
zum Titelthema „Metabolisches Syndrom – Gefahr für Herz und Kreislauf“.
Ein Probeexemplar dieser Ausgabe 1/2022 kann kostenfrei angefordert werden
unter Tel. 069 955128-400 oder unter www.herzstiftung.de/bestellung

Jojo-Effekt vermeiden
Übergewicht abzubauen gilt folglich als die effektivste Maßnahme, alle
Komponenten des metabolischen Syndroms gleichzeitig zu verbessern: „Schon
eine Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent kann Bluthochdruck und
Blutwerte deutlich verbessern“, erklärt Susanne Schmidt-Tesch, Diplom-
Ökotrophologin am EKFZ der TU München. Doch was einfach klingt, entpuppt
sich im Alltag oft als großes Problem. Denn die Schwierigkeit ist weniger,
Gewicht zu verlieren, sondern vielmehr, das niedrige Gewicht dauerhaft zu
halten. Der Grund: Während einer Diät passt sich der Körper an die
geringere Kalorienzufuhr an, der Energieverbrauch sinkt. Beginnen
Betroffene nun wieder, mehr zu essen, steigt das Gewicht schnell wieder an
– der Jojo-Effekt droht. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, hilft ein
Programm, das neben einer Ernährungsumstellung auch das Verhalten und die
Bewegungsgewohnheiten in den Blick nimmt. Die wichtigsten
Ernährungsprinzipien zur Gewichtsreduktion sind:
• Pro Tag etwa 500 bis 600 weniger Kalorien aufnehmen als gewohnt, maximal
1.800 Kilokalorien am Tag
• Fett- und kalorienreiche Lebensmittel wie fettreiches Fleisch, Wurst,
Süßigkeiten, Paniertes und Frittiertes einschränken
• Auf zuckerreiche Getränke wie Cola und Limonade sowie alkoholische
Getränke möglichst komplett verzichten
• Nicht mehr als drei Mahlzeiten am Tag einnehmen, Snacks zwischendurch
vermeiden

Regelmäßige Bewegung: Schutz für Herz und andere Organe
Wer dem Jojo-Effekt entgegentreten will, plant am besten auch regelmäßige
Bewegung in seinen Alltag ein. „Bewegung und Sport haben einen rundum
positiven Einfluss auf unseren Körper“, betont Hauner. „Die
Insulinempfindlichkeit der Körperzellen erhöht sich, Zucker im Blut kann
viel besser verwertet werden“, erläutert der Ernährungsmediziner. Ähnlich
positiv sei der Effekt von Bewegung auf erhöhte Blutfettwerte
(Cholesterin) und erhöhten Blutdruck. Sportwissenschaftler empfehlen
10.000 Schritte am Tag oder dreimal pro Woche ein intensives Training. Als
besonders günstig hat sich eine Kombination von Kraft- und Ausdauersport
erwiesen. Wer keine Bewegung gewohnt ist, sollte langsam anfangen und sich
behutsam steigern. Zwar sollte man den Kalorienverbrauch beim Sport nicht
überschätzen – eine Stunde Walken verbrennt etwa so viele Kalorien wie 40
Gramm Schokolade liefern.   Aber: Jede Bewegung hat einen positiven Effekt
und erzeugt ein besseres Körpergefühl.

Ernährungstagebuch schützt vor Rückfällen
Um das Gewicht langfristig zu halten und sich vor Rückfällen zu schützen,
gilt es, das Gewicht im Auge zu behalten und bei einer Zunahme rechtzeitig
gegenzusteuern. Spätestens bei einer Gewichtszunahme von zwei Kilogramm
sollten Betroffene Gegenmaßnahmen ergreifen. Für eine schnelle Korrektur
eignen sich beispielsweise kurze Fastenzeiten oder einzelne Fastentage
(Infos: www.herzstiftung.de/fasten), während denen ein oder zwei Tage lang
Eiweißgetränke mit insgesamt etwa 600 Kilokalorien sowie ein Salat- oder
Gemüseteller auf dem Speiseplan stehen. Generell empfiehlt sich eine Art
Selbstbeobachtung in Form eines Ernährungstagebuchs. Dieses kann
aufzeigen: Bei welchen Gelegenheiten esse ich zu viel? Esse ich
fettreiches oder süßes Essen, und wenn ja: wann? Wer die eigenen
Schwachstellen kennt, kann leichter gegensteuern. Auf Genuss und das
eigene Lieblingsessen generell zu verzichten, empfehlen die Experten
hingegen nicht: „Bei einer grundsätzlich gesunden Ernährung muss niemand
auf seine Lieblingsspeisen verzichten“, betont Schmidt-Tesch. Vielmehr
gelte es, ungesunde Speisen nur in kleinen Mengen zu essen und diese
langsam zu genießen.

Ab wann beginnt Übergewicht?
Als Maß für ein gesundes Gewicht wird der Body Mass Index (BMI)
herangezogen. Dabei wird zur Berechnung des BMI das Gewicht durch die
Körpergröße zum Quadrat geteilt:

BMI = Körpergewicht in kg/Körpergröße in m2

Ein BMI zwischen 25 und unter 30 gilt als Übergewicht, ab einem BMI von 30
sprechen Mediziner von Adipositas („Fettsucht“).

(cme)

Weitere Infos zu den Themen Abnehmen und gesunde Ernährung:
www.herzstiftung.de/tipps-abnehmen
www.herzstiftung.de/fasten
www.herzstiftung.de/kochbuch

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Schlüsseltechnologien in Deutschland und der EU: Schlüssel zu ökonomischer Stärke

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat ihr neues
Jahresgutachten an Bundesministerin Stark-Watzinger überreicht. Es nimmt
die Stärken und Schwächen Deutschlands bei Schlüsseltechnologien in den
Blick und mahnt dringenden politischen Handlungsbedarf an. Mit Prof. Dr.
Carolin Häussler ist auch eine Wissenschaftlerin der Universität Passau in
der Kommission vertreten.

„Schlüsseltechnologien“, so Prof. Dr. Uwe Cantner von der Universität Jena
und Vorsitzender der Expertenkommission, „nehmen eine Schlüsselrolle bei
der technologischen und ökonomischen Entwicklung eines Landes ein, da sie
zur Entstehung neuer dynamischer Märkte beitragen und essenziell für die
innovative Weiterentwicklung und Anwendung vieler anderer Technologien
sind.“ Ein klassisches Beispiel sind Steuerungschips, die für moderne,
digitale Produktionsverfahren und Smart-Home-Anwendungen ebenso
unersetzlich sind wie für die Bereitstellung und Weiterentwicklung neuer
Energie- und Mobilitätskonzepte.

Neben diesen etablierten Schlüsseltechnologien existieren aber auch junge
Technologien wie die künstliche Intelligenz (KI), deren wirtschaftliches
Potenzial sich erst in Zukunft entfalten wird. „Der Markt für künstliche
Intelligenz ist aktuell noch vergleichsweise klein. Prognosen gehen aber
davon aus, dass der KI-Markt bereits im Jahr 2024 die 500-Milliarden-US-
Dollar-Marke überschreiten wird. Da steckt eine Menge Dynamik drin”, so
Uwe Cantner. „Es stellt sich darum nicht nur die drängende Frage, wie
Deutschland hinsichtlich aktueller Schlüsseltechnologien aufgestellt ist,
sondern auch, welche Technologien das Potenzial haben, die
Schlüsseltechnologien von morgen zu werden.”

Deutschland schwach bei digitalen Technologien – Rasanter Aufstieg Chinas

Die Expertenkommission hat daher 13 Einzeltechnologien untersucht, die
sich vier übergeordneten Bereichen von Schlüsseltechnologien zuordnen
lassen: Produktion, Material, Bio- und Lebenswissenschaften sowie digitale
Technologien. Anhand der Auswertung von wissenschaftlichen Publikationen,
Patentanmeldungen, Handelsstatistiken und der internationalen
Standardsetzung ergibt sich folgendes Bild: „Deutschland hat durchaus
Stärken in den Produktionstechnologien sowie den Bio- und
Lebenswissenschaften“, erklärt Prof. Dr. Carolin Häussler von der
Universität Passau und Mitglied der Expertenkommission. Als „ernsthaft
kritisch“ bewertet die EFI laut Carolin Häussler allerdings, dass
„Deutschland im Bereich der digitalen Technologien deutliche Schwächen
zeigt, wie auch die gesamte EU“. Damit riskiert Deutschland mit seinen
europäischen Partnern nicht nur den Anschluss an einen ökonomisch immer
bedeutsamer werdenden Technologiebereich zu verlieren, sondern gefährdet
auch seine bestehenden Stärken in anderen Schlüsseltechnologiebereichen
wie bspw. den Produktionstechnologien sowie den Bio- und
Lebenswissenschaften. „Die Ausstrahlwirkung der digitalen Technologien in
die anderen Schlüsseltechnologien ist enorm. Hier Schwächen zu haben
bedeutet, unsere Stärken zu riskieren“, warnt Carolin Häussler.

In starkem Kontrast zur Schwäche Deutschlands und Europas bei digitalen
Technologien steht die ausgewiesene Stärke Chinas. Besonders beeindruckend
ist die Dynamik, mit der sich China in den letzten 20 Jahren – quasi aus
dem Nichts heraus – eine Spitzenposition in der Forschung, Anwendung und
beim Handel mit fast allen Schlüsseltechnologien erarbeitet hat. Für
Deutschland ist China heute der wichtigste Lieferant von digitalen
Technologien sowie Produktions- und Materialtechnologien. Die Abhängigkeit
von chinesischen Importen macht der Expertenkommission Sorge.
„Internationale Arbeitsteilung und Außenhandel sind ja grundsätzlich
vorteilhaft und nicht jede Volkswirtschaft muss alles selbst herstellen.
Doch können Schieflagen auftreten. In Anbetracht des wachsenden
systemischen Konkurrenzverhältnisses zwischen der westlichen Welt und
China etwa wächst das Risiko, dass wir künftig auf wichtige Technologien
nicht mehr verlässlich zugreifen können”, gibt Carolin Häussler zu
bedenken. Daher sieht die EFI „dringenden Handlungsbedarf: Die Themen
Schlüsseltechnologien und technologische Souveränität gehören oben auf die
politische Agenda!“

Voraussetzungen für strategische Förderung von Schlüsseltechnologien
schaffen

Da die strategische Förderung von Schlüsseltechnologien in Deutschland –
anders als in China und den USA – erst am Anfang steht, empfiehlt die EFI
ein regelmäßiges und systematisches Erfassen von etablierten und
potenziellen Schlüsseltechnologien. Ein unabhängiges Beratungsgremium
sollte auf Grundlage dieses Monitorings ein kontinuierlich aktualisiertes
Technologie-Portfolio erstellen und die Bundesregierung zum Umgang mit
diesen Schlüsseltechnologien beraten.

Förderung europäisch denken und insbesondere auch Anwendungen fördern

Die Bundesregierung sollte bei ihrer Förderung von Schlüsseltechnologien
starke Akzente bei der Grundlagen- und angewandten Forschung sowie beim
Aufbau entsprechender Kompetenzen durch das Bildungssystem setzen. Neben
diesen Maßnahmen im vormarktlichen Bereich sind direkte staatliche
Eingriffe in den Markt kein Tabu mehr. „Das Welthandelssystem hat sich in
den letzten Jahren verändert, das Ideal gleicher Wettbewerbsbedingungen
ist unter Druck geraten und kritische Abhängigkeiten, mit allen
Konsequenzen für die technologische Souveränität, werden zur realen
Gefahr. Daher sind zur Förderung potenzieller Schlüsseltechnologien
industriepolitische Maßnahmen durchaus angebracht“, so Uwe Cantner,
„sofern sie einen anstoßenden, katalytischen Charakter haben, d.h. nach
einiger Zeit auch wieder zurückgenommen werden“. Dabei muss die Förderung
unbedingt europäisch organisiert werden, denn, so betont Uwe Cantner,
„eine starke Position an der weltweiten Spitze ist für Deutschland nur im
Verbund mit den übrigen EU-Ländern möglich.“

Engagement in Standardisierungskomitees stärken

Ein wichtiger Aspekt bei der Kommerzialisierung von Schlüsseltechnologien
ist die Normung und Standardisierung. Da das deutsche Engagement in den
dafür zuständigen internationalen Organisationen gering ist, sollten
dringend Anreize für die Unternehmen gesetzt und Kosten bezuschusst
werden. „Es ist wichtig, dass deutsche und europäische Interessen beim
Aushandeln zukünftiger Normen und Standards vertreten sind“, betont
Carolin Häussler, denn „ansonsten werden die Weichen von anderen Regionen
in der Welt gestellt.“

Quelle: Geschäftsstelle der Expertenkommission Forschung und Innovation

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