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Internationales Netzwerk für nachhaltige Gesellschaftsentwicklung

Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko  Foto: Appelhans
Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko Foto: Appelhans

Studierende werden an der Universität Witten/Herdecke auf die Übernahme
von Verantwortung in Unternehmen, Wirtschaft und Gesellschaft vorbereitet

Die Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft der Universität
Witten/Herdecke hat ihre Verpflichtung für eine verantwortungsvolle
Managementausbildung bekräftigt und zum Jahreswechsel ihren
Fortschrittsbericht vorgelegt. (https://www.uni-wh.de/wirtschaft-und-
gesellschaft/#profil
) Sie ist bereits seit 2009 Mitglied der UN-Initiative
„Principles for Responsible Management Education“ (PRME). In diesem
internationalen Netzwerk haben sich mehr als 700 Universitäten und
Business Schools aus 90 Ländern auf die Grundsätze eines
verantwortungsvollen Managements und der Nachhaltigkeit verpflichtet.
(https://www.unprme.org/faculty-of-economics-and-management-witten-
herdecke-university
)

„Das Studium in Witten ermutigt dazu, in größeren Zusammenhängen zu
denken, um später Verantwortung in Organisationen der Wirtschaft und
gesellschaftliche Verantwortung übernehmen zu können“, sagt Prof. Dr.
Sabine Bohnet-Joschko, die PRME-Koordinatorin der Fakultät. „Besonders
freuen wir uns bei unserem Fortschrittsbericht erneut über die Vielfalt
der studentischen Aktivitäten für Nachhaltigkeit. Dazu gehören
selbstorganisierte Vorlesungsreihen, Aktionstage und Konferenzen ebenso
wie Initiativen und Projekte mit unmittelbarer Wirkung für soziale oder
ökologische Zielsetzungen.“ Ziel der Fakultät sei es, Studierende durch
die Entwicklung von Wissen, Haltung und Fähigkeiten darauf vorzubereiten,
nachhaltig Werte für Unternehmen, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen.

Die Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft hat im Berichtszeitraum
2020/21 ihr Profil der nachhaltigen Gesellschaftsentwicklung weiter
konkretisiert und die Aktionsfelder der Agenda 2030 in ihre Mission
aufgenommen. Im Herbst wird darüber hinaus ein neuer Studienschwerpunkt
„Nachhaltiges Wirtschaften“ an den Start gehen.

Die Universität Witten/Herdecke hat Nachhaltigkeit als Ziel in ihrer
Grundordnung verankert und zuletzt mit der Eröffnung eines innovativen
Holzgebäudes zur Campuserweiterung gezeigt, dass sie es ernst meint.

Pressekontakt:
Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko, 02302 / 926-592, sabine.bohnet-joschko
@uni-wh.de.


Über uns:

Die Universität Witten/Herdecke nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine
Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als
Modelluniversität mit 2.600 Studierenden in den Bereichen Gesundheit,
Wirtschaft und Kultur steht Witten/Herdecke für eine Reform der
klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der Universität
Witten/Herdecke immer Hand in Hand mit Werteorientierung und
Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

www.uni-wh.de / #UniWH / @UniWH

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KIT: Corona-Beschränkungen: Verkehrswende angeschoben, Mobilität ausgebremst

In der Pandemie gewinnt das Fahrrad als Fortbewegungsmittel vor allem im Freizeitverkehr an Bedeutung. (Foto: Manuel Balzer, KIT)  Manuel Balzer, KIT
In der Pandemie gewinnt das Fahrrad als Fortbewegungsmittel vor allem im Freizeitverkehr an Bedeutung. (Foto: Manuel Balzer, KIT) Manuel Balzer, KIT

Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Verkehrsnachfrage
in Deutschland deutlich einbrechen lassen. Das haben Forschende des
Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in einer Studie im Auftrag des
Bundesverkehrsministeriums festgestellt. Darin untersuchten sie die
Auswirkungen der unterschiedlichen Phasen des Pandemiegeschehens auf das
Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Demnach war die Verkehrsleistung im
Herbst 2020 um fast ein Fünftel geringer als im Vorjahr. Insgesamt waren
die Menschen erheblich häuslicher, so sank der Anteil der Menschen, die an
einem Tag die eigenen vier Wände verlassen.

Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Verkehrsnachfrage
in Deutschland deutlich einbrechen lassen. Das haben Forschende des
Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in einer Studie im Auftrag des
Bundesverkehrsministeriums festgestellt. Darin untersuchten sie die
Auswirkungen der unterschiedlichen Phasen des Pandemiegeschehens auf das
Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Demnach war die Verkehrsleistung im
Herbst 2020 um fast ein Fünftel geringer als im Vorjahr. Insgesamt waren
die Menschen erheblich häuslicher, so sank der Anteil der Menschen, die an
einem Tag die eigenen vier Wände verlassen.

Diese Presseinformation finden Sie mit Foto zum Download unter:
https://www.kit.edu/kit/pi_2022_003_corona-beschrankungen-verkehrswende-
angeschoben-mobilitat-ausgebremst.php


„Infolge der pandemiebedingten Einschränkungen lag die Verkehrsleistung,
also die von Menschen insgesamt zurückgelegten Distanzen, im Oktober 2020
ganze 18 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. Im Winter 2020/2021,
während des Lockdowns, sogar 54 Prozent niedriger“, sagt Dr. Bastian
Chlond vom Institut für Verkehrswesen (IfV) des KIT. Ein Grund hierfür
dürfte der weitgehende Wegfall des Fernverkehrs, wie Urlaube und
Wochenendausflüge, gewesen sein, so der Experte. „Auch die
Verkehrsbeteiligung, also der Anteil der Personen, die pro Tag mindestens
einen Weg zurücklegen und dafür das Haus überhaupt verlassen, ist deutlich
gesunken.“ Und zwar von rund 89 Prozent im Jahr 2019 auf knapp 81 Prozent
im Folgejahr.

Autoverkehr relativ stabil, Fahrrad- und Fußverkehr legen zu

Auch bei der Verkehrsmittelnutzung gab es Bewegung: Zwar legten die
Menschen im Winter 2020/21 anteilig mit 51 Prozent kaum weniger Wege mit
dem Auto zurück als zuvor (2019: 54 Prozent), jedoch bei insgesamt
deutlich weniger Verkehr: „Gleichzeitig spielte im Herbst 2020 das Fahrrad
eine relativ große Rolle, vor allem im Freizeitverkehr“, sagt Chlond. „Im
Winter verlagerte sich die Verkehrsmittelnutzung wohl auch wegen des
Wetters dann hin zu einem verstärkten Zufußgehen.“ Tatsächlich legen die
Bundesbürgerinnen und -bürger in dieser Zeit 34 Prozent ihrer Wege zu Fuß
zurück. 2019 waren es nur 21 Prozent. „Diese Entwicklung dürfte vor allem
den fehlenden Freizeitoptionen aufgrund pandemiebedingter Schließungen
geschuldet sein“, meint Chlond. So liege der Anteil der Freizeitwege im
Winter 2020/2021 fünf Prozentpunkte unter dem Wert vom Herbst 2020 und
sechs Prozentpunkte unter dem Wert aus 2019. „Die Menschen haben sich
zwangsläufig eher in der Nähe ihrer Wohnungen bewegt. Spazierengehen hat
sich während der Corona-Pandemie ja zunehmender Beliebtheit erfreut, die
Menschen wollten wenigstens einmal am Tag an die frische Luft kommen.“

Einbruch bei Bus und Bahn

Deutlich verloren hat hingegen der Öffentliche Verkehr. „Die
Virtualisierung unterschiedlicher Aktivitäten, etwa das Homeschooling
infolge von Schulschließungen oder das Homeoffice, haben hier zu
erheblichen Rückgängen geführt“, sagt Lisa Ecke vom IfV. Während 2019
immerhin elf Prozent aller Wege mit den typischen zum Pendeln genutzten
Verkehrsmitteln Bus, Straßenbahn oder Zug zurückgelegt wurden, waren es im
Winter 2020/21 nur noch sechs Prozent und im Herbst 2020 acht Prozent.
Dabei seien zwischen den Erhebungszeiträumen im Herbst 2020 und dem Winter
2020/2021 durchaus Unterschiede im Verkehrsaufkommen zu Arbeits- oder
dienstlichen Zwecken erkennbar. „Gerade die Arbeitsplätze von
Büroangestellten, deren Tätigkeiten sich umstandslos von zu Hause
erledigen lassen, liegen vorwiegend in den Innenstädten und sind mit dem
Öffentlichen Verkehr gut zu erreichen. Folglich haben insbesondere Bus und
Bahn durch das Homeoffice verloren.“

Alltagsaktivitäten verlagern sich in digitalen Raum

Generell verlagern sich Alltagsaktivitäten zunehmend in digitale Welten.
Auch das beeinflusst das Verkehrsgeschehen: 2020 haben lediglich 45
Prozent der Erwerbstätigen angegeben, keine Möglichkeit zu haben, von
Zuhause aus zu arbeiten, 2019 waren es noch 67 Prozent gewesen. Ähnliche
Tendenzen gibt es bei der Freizeitgestaltung und hinsichtlich der Nutzung
digital basierter Services wie Lieferdienste, Onlineeinkäufe oder Online-
Banking.

Positive Impulse für Verkehrswende

Positive Aspekte könnten diese Entwicklungen zukünftig für den Klimaschutz
haben, glauben die Forschenden: „Mit Blick auf die angestrebte
Verkehrswende besteht die Hoffnung, den physischen Verkehr langfristig zu
reduzieren, auch mithilfe virtueller Werkzeuge und Formate. Wir als
Gesellschaft stehen in der Verantwortung diesen Prozess voranzutreiben“,
sagt Chlond. „In der Pandemie wurde deutlich, dass wir durchaus in der
Lage sind, uns nicht nur durch restriktive Maßnahmen in der alltäglichen
Mobilität einzuschränken, sondern diese auch anders zu gestalten.“

Über das Deutsche Mobilitätspanel

Das Institut für Verkehrswesen des KIT bearbeitet im Auftrag des
Bundesverkehrsministeriums seit 1995 alljährlich das Deutsche
Mobilitätspanel (MOP) als Studie zum Mobilitätsverhalten der Deutschen
Bevölkerung. Der Forschungsauftrag wird auch unter der neuen
Bundesregierung für mindestens zwei weitere Jahre fortgeführt. (mex)

Informationen zu den Hintergründen der Studie:
https://www.mobilitaetspanel.de

Weitere Informationen zu den pandemiebedingten Auswirkungen auf die
Mobilität:
https://mobilitaetspanel.ifv.kit.edu/downloads/Bericht_MOP_20_21.pdf

Details zum KIT-Zentrum Mobilitätssysteme:
https://www.mobilitaetssysteme.kit.edu/

Kontakt für diese Presseinformation:

Dr. Felix Mescoli, Pressereferent, Tel.: +49 721 608-41171, E-Mail:
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und
vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den
globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie,
Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 600
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in
Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften
zusammen. Seine 23 300 Studierenden bereitet das KIT durch ein
forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle
Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die
Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und
Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und
Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der
deutschen Exzellenzuniversitäten.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter:
https://www.kit.edu/kit/presseinformationen.php

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*Es ist toll, zu den Ersten zu gehören!“

Im Studiengang Hebammenwissenschaft lernen die neuen Studierenden theoretischen Hintergrund genau wie praktische Skills.  Hochschule Furtwangen
Im Studiengang Hebammenwissenschaft lernen die neuen Studierenden theoretischen Hintergrund genau wie praktische Skills. Hochschule Furtwangen

Anfangsphase im neuen Studiengang Hebammenwissenschaft – Hochschule
Furtwangen bietet beste Bedingungen

Vor vier Monaten traten die 34 Studentinnen an der Hochschule Furtwangen
(HFU) den brandneuen Studiengang Hebammenwissenschaft an. In dieser Zeit
haben die angehenden Hebammen einen guten Eindruck gewonnen, wie
vielfältig, aber auch wie arbeitsintensiv ihr Studium sein wird. „Es steht
ja auch schon die erste Prüfungsphase vor der Tür“, berichtet Charlotte
Volpert. Sie gehört zu den Ersten, die in Baden-Württemberg einen
Studienplatz für den neu akademisierten Gesundheitsberuf Hebamme errungen
haben – und ist vom Studieren an der Hochschule Furtwangen (HFU)
begeistert. „Es ist toll, zu den Ersten zu gehören! Obwohl ich mit über 30
vermutlich keine typische Studienanfängerin bin“, lacht Volpert. Dafür hat
sie diesen Weg aber mit besonderer Sorgfalt gewählt. Während ihres ersten
Studiums der Mathematik und Psychologie wohnte Volpert zufällig mit einer
freiberuflich arbeitenden Hebamme zusammen. „Da bekam ich mit, dass der
Beruf viel mehr umfasst als ‚ich helfe Kindern auf die Welt‘“, erzählt
sie. Das Thema ließ sie nicht mehr los – und als sie später das erste
eigene Kind bekam, wurde Volpert erneut klar, wie wichtig Hebammen für
Frauen- und Familienarbeit sind. Sie bildete sich zur ehrenamtlichen
Stillberaterin weiter und merkte, wie viel Spaß ihr die Arbeit mit
frischgebackenen Müttern machte. Nach Praktika in einem Geburtshaus und im
Kreissaal einer großen Klinik stand für Charlotte Volpert fest: Das ist
es. Für den Studienplatz an der Hochschule Furtwangen nimmt sie seither
nicht nur die täglichen Fahrzeiten von ihrer Heimat Pfullendorf aus in
Kauf, sondern auch die Schichtdienste, die sie während der Praxisphasen zu
bewältigen hat. Und das mit mittlerweile drei Kindern! „Mein Glück ist,
dass unser Familienleben sehr gut organisiert ist. Schichtdienste finde
ich ganz angenehm, denn da bleibt immer noch irgendwo Zeit zum Lernen.“

Doppelter Abschluss nach sieben Semestern

Der Einsatz lohnt sich beim Studium der Hebammenwissenschaften doppelt:
Charlotte Volpert kann ihr Studium in dreieinhalb Jahren mit gleich zwei
Abschlüssen beenden, mit dem Bachelor-Abschluss und dem Examen zur
staatlich anerkannten Hebamme. Dafür absolviert sie den theoretischen Teil
des Studiums an der Hochschule Furtwangen, für den Praxisteil hat sie
einen Platz am Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen. „Das
Besondere am Studium an der Hochschule Furtwangen ist, dass wir alle in
ganz verschiedenen Kliniken untergebracht sind“, berichtet sie, „so
bekommt man einen tollen Überblick, wo es Unterschiede gibt und hört ganz
unterschiedliche Erfahrungsberichte.“ Neun solcher Klinik-Verbundpartner
in ganz Baden-Württemberg hat Studiendekan Prof. Dr. Peter König für seine
34 Studentinnen aufgetan, typisch für den hohen Praxisbezug der Hochschule
Furtwangen und die sehr guten Verbindungen zu Unternehmen im ganzen Land.
Zu den Partnern der HFU gehören sowohl große Kliniken wie das Schwarzwald-
Baar-Klinikum oder die Diakonie in Freiburg als auch kleinere Häuser, bei
denen die Studierenden zum Beispiel für den Bereich Neonatologie
zusätzlich in einen anderen Betrieb hineinschnuppern dürfen. Ohnehin sieht
die Ausbildung vor, dass die Studierenden einen Praxiseinsatz auch bei
einer freiberuflichen Hebamme, zum Beispiel in einem Geburtshaus,
absolvieren, um möglichst viele unterschiedliche Erfahrungen sammeln zu
können.

Vielseitige Theorie

Volpert selbst schätzt an ihrem Studium besonders, wie vielseitig die
theoretischen Kurse angelegt sind. „Wir haben tolle Dozentinnen und
Dozenten, die uns an ihrer großen Berufserfahrung teilhaben lassen“,
erzählt sie. Den Start an der HFU hätte sie sich besser nicht wünschen
können. „Wir sind so herzlich aufgenommen worden, und unsere Rückmeldungen
und Bedürfnisse werden sehr ernst genommen“, sagt sie. Höchstens bei den
anstehenden Klausuren hat sie das Gefühl: „Da wäre es natürlich
beruhigend, die Klausuren aus vorherigen Jahrgängen mal sehen zu können –
aber dafür bekommen wir eine komplette Vorbereitungswoche!“

Professuren in der Vergabe

Auch Studiendekan Prof. Dr. Peter König ist zufrieden mit dem Start des
neuen Studienganges. „Wir befinden uns immer noch mitten in der
Aufbauphase“, sagt er, doch der Anfang sei sehr vielversprechend. Königs
Team besteht aus sechs Mitarbeitenden in Teilzeit (darunter vier
ausgebildete Hebammen), dazu Lehrbeauftragte wie Fachärztinnen oder
Pharmakologinnen, die den 34 Erstsemestern Fächer wie „wissenschaftliches
Arbeiten“, „Hebammenkunde“, „Gynäkologie“, „Schwangerschaft, Geburt und
Wochenbett“ und vieles mehr vermitteln. Für den Studiengang können drei
Professuren mit den Schwerpunkten „Angewandte Hebammenwissenschaft“,
„Gynäkologie und Geburtshilfe“ sowie „Gesundheitsförderung und Prävention“
besetzt werden. Diese Stellen sind alle ausgeschrieben und die
Berufungsverfahren dazu sind im Gange. „Wir gehen davon aus, dass wir zwei
Professuren noch in diesem Jahr vergeben können“, so König.

Enge Abstimmung für besten Transfer

Die enge Verknüpfung mit der Praxis macht die Besonderheit des Hebammen-
Studiums aus. „Die Hochschule Furtwangen ist eine Hochschule für
Angewandte Wissenschaften“, betont König, „das bedeutet, dass uns der
Theorie-Praxis-Transfer besonders wichtig ist. Uns liegt am Herzen, dass
wir Hebammen ausbilden, die einen sehr guten theoretischen Hintergrund
haben und exzellente praktische Skills“. Dafür ist eine enge und effektive
Abstimmung zwischen den Verbundpartnern nötig, der alle Beteiligten
höchste Sorgfalt widmen. „Für die Kliniken ist es natürlich eine
Herausforderung, wenn sie zeitgleich Schülerinnen haben und Studentinnen,
und dann alle auch noch von verschiedenen (Hoch)Schulen“, weiß König.
Deshalb entwickelte König mit seinem Team und den Klinikpartnern einen
präzisen Lernzielkatalog sowie ausführliche Checklisten für alle
Beteiligten. „Man muss auch sehen, dass die Akademisierung der
Gesundheitsberufe eine enorme Umstellung bedeutet“, sagt König.
Während Studiendekan König stolz von seinem ersten Jahrgang berichtet,
dessen Studentinnen es aufgrund der doppelten Prüfungslast „echt nicht
leicht“ hätten, steuert Charlotte Volpert mit Riesenmotivation und einem
guten Schuss Optimismus dem Lernaufwand entgegen. „In meinem Wunschberuf
muss man wahrscheinlich auch oft genug die Nerven behalten“, lacht sie,
„da fange ich damit doch gleich an – das wird schon alles!“

https://www.hs-furtwangen.de/studiengaenge/hebammenwissenschaft-bachelor/

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Erste S2k-Leitlinie zu Nierenerkrankungen und Schwangerschaft veröffentlicht

Um die Versorgung von Patientinnen mit Nierenerkrankungen vor, während und
nach der Schwangerschaft zu verbessern und zu vereinheitlichen wurde eine
neue S2k-Leitlinie zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum
veröffentlicht. Der Fokus liegt auf den Zusammenhängen der einzelnen
Schwangerschaftsphasen mit der Nierenfunktion. Erarbeitet wurde die
Handlungsempfehlung unter der Federführung der DGGG e. V. und der DGfN e.
V. unter Beteiligung zahlreicher weiterer Fachgesellschaften. Die
Empfehlungen richten sich an Frauen mit Nierenerkrankungen sowohl in der
Phase des Kinderwunsches als auch in der Schwangerschaft.

Berlin, im Januar 2022 – Der Anteil der Frauen im gebärfähigen Alter mit
einer chronischen Nierenerkrankung liegt bei 0,1 bis 4%, in
hochentwickelten Ländern bei etwa 3,3%. Eine Nierenfunktionseinschränkung
hat direkten Einfluss auf die Fertilität der Frau und geht im Falle einer
Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind einher. Je
nach Ausprägung und Begleiterkrankungen stellt die Betreuung dieser Frauen
in der Schwangerschaft daher eine besondere Herausforderung dar.

Empfehlungen gelten bereits ab dem Zeitpunkt des Kinderwunschs

Um die Versorgung von entsprechenden Patientinnen zu verbessern und zu
vereinheitlichen, wurde von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) nun die erste S2k-Leitlinie
zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. „Ziel der
vorliegenden Leitlinie ist es, die Behandlungsmöglichkeiten von
Schwangeren mit Nierenerkrankungen in allen relevanten Bereichen der
Schwangerschaftsbetreuung zu standardisieren“, betonen der Vorsitzende der
Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN), Prof. Hermann-Joseph
Pavenstädt, und der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie
und Geburtshilfe e. V. (DGGG), Prof. Anton Scharl, gemeinsam. Der Fokus
liegt auf den Zusammenhängen der einzelnen Schwangerschaftsphasen mit der
Nierenfunktion. Erarbeitet wurde die Handlungsempfehlung unter der
Federführung der DGGG e. V. und der DGfN e. V. unter Beteiligung
zahlreicher weiterer Fachgesellschaften. Die Empfehlungen richten sich an
Frauen mit Nierenerkrankungen sowohl in der Phase des Kinderwunsches als
auch in der Schwangerschaft.

„Diese Leitlinie bündelt erstmalig die relevanten wissenschaftlichen
Erkenntnisse zur Behandlung von Schwangeren mit Nierenerkrankungen und
gibt somit den beteiligten Berufsgruppen eine gute Orientierung für die
medizinische Begleitung von Betroffenen.“
Prof. Dr. Sylvia Stracke (Greifswald)
DGfN-Leitlinienkoordinatorin

Keine Schwangerschaft in den ersten 12 Monaten nach Nierentransplantation

Im Vorfeld einer Schwangerschaft – so betonen die AutorInnen – sollten
Frauen mit chronischer Nierenkrankheit über das erhöhte und ggf.
spezifische Risiko von Schwangerschaftskomplikationen aufgeklärt werden.
Nach einer Nierentransplantation sollten den Frauen für das folgende Jahr
vorerst sichere und effektive Verhütungsmethoden empfohlen werden. Für die
Zeit während der Schwangerschaft werden bestimmte medikamentöse
Behandlungen sowie individuelle Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen. Neben
grundlegenden Auswirkungen und Behandlungsempfehlungen der Nierenfunktion
– vor, während und nach der Schwangerschaft – widmen sich die AutorInnen
spezifischen Aspekten von Nierenerkrankungen und deren Effekten auf die
Gravidität. Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von NephrologInnen
und PerinatalmedizinerInnen wird ausdrücklich hervorgehoben, um eine
optimale Versorgung der Patentinnen zu gewährleisten.

„Es ist den verbesserten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten
zu verdanken, dass heutzutage auch Frauen mit eingeschränkter
Nierenfunktion schwanger werden können. Umso wichtiger ist es, die
Behandlungsmöglichkeiten abzuwägen und den betreuenden MedizinerInnen,
nach bestmöglichen Standards ausgewertet, an die Hand zu geben.“
Prof. Dr. Ute Schäfer-Graf (Berlin)
DGGG-Leitlinienkoordinatorin

An der Erstellung der insgesamt 119 Seiten umfassenden Handlungsempfehlung
waren dreizehn AutorInnen aus zehn Fachgesellschaften aus Deutschland und
Österreich beteiligt. Die Kosten für dieses Leitlinienprojekt wurden durch
die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG)
getragen.

Leitlinien sind Handlungsempfehlungen. Sie sind rechtlich nicht bindend
und haben daher weder haftungsbegründende noch haftungsbefreiende Wirkung.

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