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Sonne und Ackerbau von morgens bis abends

Ein neues Forschungsprojekt an den Fakultäten Landbau/Umwelt/Chemie und
Bauingenieurwesen untersucht, wie sich Photovoltaikanlagen parallel zur
Landwirtschaft betreiben lassen.

Agriphotovoltaikanlagen (Agri-PV) ermöglichen die Erzeugung von Solarstrom
bei gleichzeitiger Nutzung der Fläche für den Ackerbau. Die Anlagen
bestehen in den meisten Fällen aus nach Süden hin schräg aufgestellten
Solarmodulen. Damit die Ackerfläche dennoch durch Arbeitsmaschinen
befahren werden kann, müssen die Module entsprechend weit auseinander
aufgestellt oder für ein Unterfahren hoch aufgeständert werden. Dieses
Vorgehen ist allerdings sehr kosten- und materialintensiv. Außerdem führt
die Aufstellung der Module zu ungleicher Niederschlagsverteilung und
entzieht der landwirtschaftlichen Produktion sehr viel an Fläche.

Eine Alternative sind Photovoltaik-Anlagen mit vertikal aufgestellten
bifazialen Solarmodulen, die den Strom sowohl über die Vorder- als auch
über die Rückseite erzeugen, und wenig an Ackerfläche benötigen. Im
Projekt „Agri-PV mit vertikal aufgestellten bifazialen Modulen auf
Standorten für Feldfrüchte“ wollen die Wissenschaftler eine Versuchsanlage
errichten, die die Vorteile und Nachteile solcher Anlagen für den Ackerbau
untersucht. Um die Auswirkungen derartiger Module zu erfassen, entwickeln
die Forscher Mess- und Erfassungssysteme, anhand derer sie verschiedene
Parameter zur Bodenbeschaffenheit, Umwelteinflüssen, meteorologische
Größen sowie landwirtschaftliche Produktionsdaten auswerten können.

In der PV-Anlage ist auch der Aufbau eines sogenannten Controlled Traffic
Farming-Systems geplant, d.h. es werden nur sehr wenige Fahrspuren
vorgegeben und nur diese dürfen von den Traktoren und anderen Fahrzeugen
genutzt werden. Auf diese Weise wird der Anteil überfahrener Fläche bei
der Bewirtschaftung möglichst gering gehalten.
Darüber hinaus soll ein Biotopverbundsystem geschaffen werden. Da unter
den Modulreihen keine Bewirtschaftung erfolgt, entstehen jeweils kleine
Biotope. Durch angelegte Blühstreifen zwischen den Modulreihen und hin zu
den Feldrändern können diese untereinander verbunden und so in die
Umgebung eingebettet werden.

Smart Farming-Technologien

Für die Bewirtschaftung der Fläche werden Precision Farming/ Smart
Farming-Technologien zum Einsatz kommen. „Mit diesen Technologien wird ein
Feld nicht mehr einheitlich bewirtschaftet. Stattdessen wird es in viele
kleine Teilflächen eingeteilt, auf denen Bearbeitung, Pflege und Düngen
individuell erfolgen und den jeweiligen Bedürfnissen angepasst sind.
Gleichzeitig werden mit den Bewirtschaftungsmaschinen sehr viel mehr an
Daten erfasst als bisher und durch eine Vernetzung untereinander
ausgetauscht, so dass die in den Maschinen ablaufenden Arbeitsprozesse
verbessert werden können.“, erläutert Projektleiter Professor Karl Wild.
An dem Projekt sind mehrere Professuren der HTW Dresden beteiligt,
darunter Landtechnik, Landschaftsökologie, Biodiversität/Naturschutz sowie
Ingenieurhydrologie. Kooperationspartner sind die Gutsverwaltung
Schönfelder Hochland und das Unternehmen Next2Sun.

Ziel ist es, die Chancen und Risiken solch einer doppelten Nutzung einer
breiten Öffentlichkeit vorzustellen. So soll zum Beispiel anhand einer
Besucherplattform die Anlage vorgestellt werden. „Neben einer virtuellen
Plattform möchten wir auch eine reale Plattform direkt an der
Versuchsanlage in Pillnitz einrichten. Dort gibt es Informationen zur
Agri-Photovoltaik und Leistungsdaten der Anlage in Echtzeit. Darüber
hinaus ist an der Besucherplattform eine Ladestation für E-Bikes geplant,
die ihren Strom aus der Agri-PV-Anlage bezieht.“, gibt Professor Wild als
Ausblick.

Das Projekt wird mit rund 450.000 € vom Sächsischen Ministerium für
Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) aus dem
Konjunkturprogramm „Nachhaltig aus der Krise“ gefördert und läuft bis Ende
2022. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage
des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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Rekordverdächtiger Chip trotzt starker Strahlung FH Dortmund entwickelt neuartigen, dreifach gesicherten IT-Baustein

Premiere an der Fachhochschule Dortmund: Der Fachbereich Elektrotechnik kann den ersten selbstentworfenen Mikroprozessor-Chip präsentieren, der einen offenen Hardware-Standard erfüllt (RISC-V). Er ist so intelligent aufgebaut, dass er trotz starker äußerer Strahlungseinflüsse korrekt arbeitet – und könnte damit sogar weltweit Maßstäbe setzen.

 

Alexander Walsemann, Doktorand am Labor für integrierten Schaltungsentwurf der FH Dortmund, hat zusammen mit seinem Betreuer Prof. Dr. Michael Karagounis den neuartigen Chip konzipiert. Dieser eignet sich besonders für den Einsatz in Experimenten der Weltraumforschung oder der Hoch-Energie-Physik, etwa am Europäischen Kernforschungszentrum CERN.

 

„Der Chip ist vollständig mit speziellen Schutzschaltungen ausgestattet, um Fehler auszugleichen, die durch Strahlung verursacht werden“, erläutert Alexander Walsemann. Das zugrundeliegende Prinzip heißt „Triple Modular Redundancy“ (TMR) und beschreibt eine dreifache Sicherung. Damit sei es möglich, Fehler auch bei sehr hoher Strahleneinwirkung zu erkennen und zu korrigieren.

 

„Erste Tests mit dem Chip bestätigen, dass er korrekt funktioniert“, berichtet Alexander Walsemann, der die Ergebnisse bereits weiteren Forschenden in einem Workshop in Hannover vorgestellt hat. Als nächstes stehen umfangreiche Überprüfungen an, dazu gehören Studien mit Röntgenstrahlen und Schwer-Ionen. „Aufgrund der angewendeten Techniken erwarten wir eine äußerst hohe Strahlentoleranz von bis zu 100 Megarad – das wäre ein weltweiter Rekord“, betont Betreuer Michael Karagounis.

RISC-V-Mikroprozessoren könnten künftig eine Schlüsselrolle für das „Internet der Dinge“ und in anderen Anwendungen einnehmen, sodass sich viele Anknüpfungspunkte für Folgeprojekte ergeben dürften – nicht nur an der FH Dortmund.

 

Hintergrund und technische Details:

 

  • Das Projekt für den neuen Chip wurde zunächst durch hochschulinterne Fördermittel unterstützt und kann seit Juli durch das Förderprogramm „SmartPixelPower“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) weitergeführt werden.
  • RISC-V ist eine offene Mikroprozessor-Architektur, die sich wie beim Open-Source-Ansatz in der Software-Entwicklung ohne Lizenzgebühren verwenden und modifizieren lässt.
  • Der quadratische Chip hat eine Seitenlänge von zwei Millimetern und wurde mit einer 65-Nanometer-CMOS-Technologie beim Auftragsfertiger „Taiwan Semiconductor Manufacturing Company“ (TSMC) produziert.
  • Als Ausgangslage für die Entwicklung diente der „AIRISC-Core“ des Fraunhofer Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme in Duisburg, mit der dortigen Gruppe von Prof. Dr. Rainer Kokozinski und RISC-V-Ambassador Alexander Stanitzki gibt es eine intensive Zusammenarbeit.
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Boosterimpfung: Schwangere sollten priorisiert mit Corminaty/BioNTech geimpft werden

Vor dem Hintergrund der angeordneten Rationierung und Lieferengpässen
betonen die ExpertInnen der gynäkologischen Fachverbände, dass Schwangere
unabhängig vom Alter priorisiert mit BioNTech geimpft werden sollten.
Hintergrund: Die Datenlage hierzu ist am solidesten.

In Anbetracht des derzeitigen Infektionsgeschehens, dem größeren Risiko
für einen schweren Verlauf in der Schwangerschaft sowie der
Unbedenklichkeit der Impfung für das Ungeborene (basierend auf den
derzeitig verfügbaren Daten für die ersten zwei Impfdosen), wird eine
Booster-Impfung mit Comirnaty® in der Schwangerschaft empfohlen.

Die Empfehlung ist durch die derzeit rapide steigenden Infektionszahlen
sowie den nachweislich nach sechs Monaten sinkenden Antikörperspiegel in
der allgemeinen Population mit parallel steigenden
Impfdurchbruchsinfektionen begründet. In den Ausführungen der STIKO wird
ab sechs Monaten nach der 2. Impfung die Verabreichung einer 3. Impfung
mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Insbesondere Personen mit höherem
Erkrankungsrisiko sind angesprochen.

Für die spezifische Booster-Impfung in der Schwangerschaft stehen aufgrund
der relativ kurzen Verfügbarkeit bzw. Anwendung einer 3. Verabreichung der
Impfung noch keine abrufbaren Daten zur Verfügung. Die amerikanische
Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (ACOG) sowie die
amerikanische Society for Maternal-Fetal Medicine (SMFM) und das britische
Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (RCOG) empfehlen jedoch
für alle schwangeren Frauen, inklusive MitarbeiterInnen im medizinischen
Bereich, die Verabreichung einer 3. Dosis mittels dem mRNA-Impfstoff
Comirnaty® von BioNTech/ Pfizer ab sechs Monaten nach der ersten Impfserie
mittels diesem Impfstoff. Die 3. Impfung – die sogenannte Boosterung –
kann laut dem amerikanischen Expertenkonsensus zu jeder Zeit in der
Schwangerschaft bzw. nach der Geburt verabreicht werden.

"Bezüglich des optimalen Zeitpunkts der Verabreichung der 3. Impfung in
der Schwangerschaft gibt es noch keine belastbaren Daten – somit ist
dieser, je nach Intervall zur 2. Impfung bzw. ab dem 2. Trimenon (analog
zu den ersten 2 Impfdosen), möglich."
(Die Autorengruppe der Empfehlungen Deutschen Fachgesellschaften für
Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit)

Die ausführliche Empfehlung finden Sie hier:
https://www.dggg.de/fileadmin/data/Stellungnahmen/DGGG/2021/Stellungnahme_Implantateregisterbetriebsverordnung_online_01.pdf

Den dringenden Impfaufruf für Schwangere und ihre Angehörigen finden Sie
hier: https://www.dggg.de/presse/pressemitteilungen-und-nachrichten/dggg-
und-bvf-schwangere-sollen-impfangebot-unbedingt-nutzen

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Dualer Studiengang Air Traffic Management erfreut sich wachsender Beliebtheit

Dies Studienangebot des Fachbereichs Touristik/Verkehrswesen der
Hochschule Worms kombiniert die Fluglotsenausbildung mit
betriebswirtschaftlichen Lehrinhalten. Der Studienaufbau ist zweigeteilt,
wobei die ersten drei Semester an der Hochschule Worms stattfinden. Die
Fluglotsenausbildung schließt nahtlos an das dritte Semester an. In der
vorlesungsfreien Zeit zwischen erstem und zweitem sowie zweitem und
drittem Semester lernen die Studierenden die DFS in verschiedenen
adminstrativen Bereichen kennen.

Der englischsprachige, sechssemestrige Bachelor-Studiengang „Air Traffic
Management“ entstand in Kooperation zwischen der DFS Deutsche
Flugsicherung GmbH und der Hochschule Worms. „Das duale,
ausbildungsintegrierte Studium gibt es erst seit 2019, inzwischen haben
wir die vierte Kohorte dual Studierender“, sagt Sonja Konur, Leiterin der
Abteilung Recruitment & Selection bei der DFS. Die neu geschaffene
Stiftungsprofessur der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH für Air Traffic
Management konnte mit Prof. Dr. Karsten Benz ideal besetzt werden. Karsten
Benz, Unternehmensberater, Aufsichtsrat und ehemaliger Vorstand im
Lufthansa-Konzern (u. a. CCO Austrian Airlines), wechselte von der
Frankfurt University of Applied Sciences an die Hochschule Worms. Er sitzt
darüber hinaus im Beirat der Deutschen Flugsicherung und ist
Aufsichtsratsvorsitzender der DRONIQ GmbH, einem Joint Venture von DFS und
der Deutschen Telekom.

Hohe Zulassungshürden meistern, um beruflich ausgezeichnete Perspektiven
zu haben

Interessenten des dualen Studiums Air Traffic Management müssen ein
zweistufiges Bewerbungsverfahren durchlaufen: Zunächst bei der Deutschen
Flugsicherung für die Fluglotsenausbildung und, nach bestandenem
Auswahlverfahren und Abschluss eines Studien- und Ausbildungsvertrages,
über das Online-Portal der Hochschule Worms. Am Ende eröffnet der
Doppelabschluss Fluglotse/Bachelor neben der Fluglotsentätigkeit auch
berufliche Perspektiven unter anderem im Projektmanagement der DFS.

Das duale Studium Air Traffic Management ist stark nachgefragt, weil es
eine in der Hochschullandschaft einzigartige Kombination aus Wissenschaft,
Praxis und Fluglotsenausbildung darstellt. Auch international ist diese
Kombination in Verbindung mit einem Studienabschluss außergewöhnlich.

Langjährige Erfahrungen und gute Partner als Erfolgsgarant

Der Luftverkehr spielt seit der Gründung des Fachbereichs
Touristik/Verkehrswesen 1978 eine bedeutende Rolle in den touristischen
Studiengängen. Über mehrere Jahrzehnte wurde eine starke und international
anerkannte Expertise in diesem Bereich geschaffen. Der Fachbereich ist in
der Entwicklung nie stehengeblieben und insbesondere die Einführung der
Luftverkehrsstudiengänge mit mehrerer anerkannten Professoren hat die
Vernetzung in der Branche verstärkt. Durch den Fachbereich
Touristik/Verkehrswesen zählt die Hochschule Worms heute zu den führenden
Luftverkehrshochschulen im deutschsprachigen Raum.

Bei der Entwicklung des neuen Studiengangs diente der bereits erfolgreich
eingeführte duale Studiengang „Aviation Management and Piloting“ mit einer
integrierten Verkehrspilotenausbildung als Vorbild.

Bei der Konzeption und Akkreditierung des Studiengangs „Air Traffic
Management“ haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seitens DFS und dem
Fachbereich Touristik/Verkehrswesen eng und vertrauensvoll
zusammengearbeitet. Auch im laufenden Studienbetrieb tauschen sich beide
Seiten regelmäßig aus. Es ist gelungen, den Studiengang als einen
wichtigen Baustein im Ausbildungsangebot der Deutschen Flugsicherung zu
positionieren.

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