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DGFG realisiert 100. Gewebespende im Universitätsklinikum Würzburg

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) hat bewiesen, dass Gewebespende
trotz Corona-Pandemie zum Erfolg führen kann. Zusammen mit der Deutschen
Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) konnte das
Universitätsklinikum die 100. Gewebespende in 2021 realisieren. Damit ist
das UKW derzeit das stärkste Krankenhaus in der Gewebespende und trägt
maßgeblich zur sicheren und zeitnahen Patientenversorgung mit Gewebe bei.
In der dortigen Lions Hornhautbank Würzburg konnten seit Beginn in 2013
inzwischen mehr als 1.500 Augenhornhautspenden bearbeitet werden. Über
1.000 Patienten in ganz Deutschland erhielten aus Würzburg bereits ein
Hornhauttransplantat und dadurch die Chance auf einen Neuanfang.

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet das UKW mit der DGFG in der
altruistischen Gewebespende zusammen. Zum Großteil handelte es sich dabei
um Augenhornhautspenden. Diese können noch bis zu 72 Stunden nach
Todeseintritt durchgeführt werden. Seit Juni 2019 ist Marina Kretzschmar
als Koordinatorin für die DGFG in der Gewebespende am UKW im Einsatz. Sie
prüft anhand der Verstorbenenmeldungen, ob jemand für eine Gewebespende in
Frage kommt. Ist das der Fall, kontaktiert sie die Angehörigen. In diesem
Jahr führte Marina Kretzschmar schon 220 Aufklärungsgespräche. Kommt es
dabei zu einer Zustimmung, führt sie die Gewebeentnahme durch. Viele
Menschen stehen der Gewebespende offen gegenüber: Fast jeder Zweite
stimmte in diesem Jahr am UKW einer Gewebespende zu. Die Zustimmungsquote
liegt derzeit bei 46,4 Prozent. „Ich freue mich, mit der Spende am Ende
jemandem helfen zu können, sei es den bedürftigen Patienten oder den
Angehörigen in der Bewältigung ihrer Trauer. Viele finden in der
Gewebespende Trost“, erzählt Marina Kretzschmar.

Ärztlicher Direktor lobt Klinikpersonal und DGFG-Koordinatorin für die
gute Zusammenarbeit

„Das hohe Aufkommen von Gewebespenden am Uniklinikum Würzburg freut uns in
erster Linie für die vielen Menschen, denen wir mit der Weitergabe dieser
‚Geschenke der Mitmenschlichkeit‘ helfen konnten. Dabei sind wir natürlich
auch etwas stolz, dass die Abläufe rund um die Spende bei uns so gut
funktionieren. Das liegt zu großen Teilen an der hervorragenden
Zusammenarbeit unserer Beschäftigten mit der DGFG-Koordinatorin Marina
Kretzschmar. Zum einen sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für
das Thema Gewebespende bestens sensibilisiert. Zum anderen haben wir in
Frau Kretzschmar eine Partnerin, die in der Lage ist, mit den Angehörigen
von Verstorbenen gleichsam empathische, wie objektiv informierende
Gespräche zu führen. Dass wir gerade auch in den Corona-Monaten die
Gewebespende-Aktivitäten am UKW hochhalten konnten, ist nicht zuletzt auf
unser erfolgreiches Pandemie-Management zurückzuführen. Dieses ermöglichte
es uns, in großer Zahl auch nichtinfizierte Patientinnen und Patienten zu
versorgen, unter denen sich dann naturgemäß weiterhin Spenderinnen und
Spender fanden“, sagt Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor des
UKW.

Über 1.000 Patienten mit Hornhauttransplantaten aus der Lions Hornhautbank
Würzburg versorgt

Anfang 2013 konnten die ersten Augenhornhautspenden in der Lions
Hornhautbank des Universitätsklinikums Würzburg aufbereitet werden. Die
Hornhautbank ist Mitglied im bundesweiten Netzwerk der DGFG, das
inzwischen 13 Gewebebanken, darunter zehn Hornhautbanken umfasst. „Meine
Kollegin Ilona Pietrowski und ich haben über die Jahre mehr als 1.500
Hornhautspenden aufbereitet. Mehr als 1.000 Patienten in ganz Deutschland
wurden bereits mit einer Hornhaut aus Würzburg versorgt. Darauf können wir
stolz sein“, sagt die Medizinisch-technische Assistentin Dorothea
Deininger, die bereits 2013 dabei war und die Hornhautbank mitaufgebaut
hatte. „Ende Januar werde ich mich verabschieden und in Rente gehen. Doch
die Erinnerungen an diese spannende Zeit und die vielen Bekanntschaften
bleiben. Das ist schön.“ Die zentrale Vermittlungsstelle der DGFG in
Hannover ist auch für die Lions Hornhautbank Würzburg zentrale
Ansprechpartnerin: Sie organisiert in enger Abstimmung mit den
Koordinatoren, die die Spende realisiert haben, den Versand der Gewebe in
die jeweilige Gewebebank im Netzwerk. So kommt es vor, dass in Würzburg
nicht nur Spenden aus der eigenen Klinik, sondern auch aus ganz
Deutschland aufbereitet werden. „Die Netzwerkstruktur erlaubt es uns, auf
die jeweilige Auslastung in den Gewebebanken einzugehen und
situationsgerecht Gewebe zur Aufbereitung zu verteilen“, erklärt Martin
Börgel, Geschäftsführer der DGFG. „Unsere Vermittlungsstelle kümmert sich
dabei auch um die Vermittlung der Gewebe an die Transplantationszentren
und teilt den Gewebebanken mit, wohin die Transplantate verschickt werden
sollen.“ Insgesamt konnte die DGFG im letzten Jahr 3.984 Patienten mit
einem Hornhauttransplantat versorgen.

Hornhauttransplantate schenken Lebensqualität

Was ein Hornhauttransplantat aus der Gewebespende für Patienten bedeutet,
weiß Dr. Daniel Kampik, Oberarzt in der Universitätsaugenklinik und Leiter
der Lions Hornhautbank Würzburg. Er behandelt Patienten, die unter trübem,
grauem Sehen aufgrund einer beschädigten oder erkrankten Hornhaut leiden.
„Die Klarheit der Hornhaut ist Voraussetzung für das gute Sehen. Bei der
Hornhaut kommt es aber nicht nur auf die Klarheit, sondern auch auf die
Form an. Nur die richtige Form bringt eine korrekte Optik mit sich und
damit erst ein klares Bild auf der Netzhaut“, erklärt Dr. Kampik. Zu den
häufigsten Hornhauterkrankungen zählen Trübungen der Hornhaut durch
sogenannte Hornhautdystrophien, eine Verformung der Hornhaut, ausgelöst
durch einen Keratokonus, oder Beschädigungen durch Infektionen. Oft ist
die Transplantation einer Hornhaut der einzige Weg, Patienten vor einer
Erblindung zu bewahren. „Der Heilungserfolg ist dabei groß. Manchmal sehen
Patienten mit dem operierten Auge sogar besser als mit ihrem vermeintlich
gesunden Auge. Sie sind dankbar für dieses Geschenk und freuen sich über
die zurückgewonnene, völlig neue Lebensqualität“, schildert Dr. Kampik.

Fast jeder Verstorbene kann Gewebe spenden

Voraussetzung einer jeden Hornhauttransplantation ist die Gewebespende, in
diesem Fall die Spende der Augenhornhäute nach dem Tod. Die Gewebespende
ist ein Akt der Hilfe und der Nächstenliebe: Jeder Mensch kann sich zu
Lebzeiten für oder gegen eine Gewebespende entscheiden. Auch die
Angehörigen können im Sinne der Verstorbenen einer Gewebespende zustimmen.
Gewebe, die nach dem Tod gespendet werden können, sind neben
Augenhornhäuten auch Herzklappen, Blutgefäße, Knochen, Sehnen, Bänder und
Haut. Die Hirntoddiagnostik spielt bei der Gewebespende keine Rolle. Neun
von zehn Gewebespenden stammen von Menschen, die eines ganz normalen Todes
gestorben sind. Auch Krebserkrankungen oder ein hohes Lebensalter sind
kein Ausschlussgrund.

Über das Universitätsklinikum Würzburg

Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW, www.ukw.de) ist das einzige
Krankenhaus der Supramaximalversorgung in Unterfranken. Sein Einzugsgebiet
deckt eine Region mit über einer Million Einwohnern ab. Einige seiner
Therapieangebote üben darüber hinaus eine bundesweite, teilweise sogar
weltweite Anziehungskraft aus. Auch seine Forschung hat internationales
Niveau. Über 7.300 Mitarbeiter*Innen garantieren eine patientenorientierte
Medizin und eine Pflege nach anerkannten Qualitätsstandards. Das UKW
versorgte im Jahr 2020 mit rund 1.400 Betten fast 69.000 Patienten
stationär und 249.000 Fälle ambulant.

Über die DGFG

Die DGFG ist eine unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft, die seit 1997
die Gewebespende und -transplantation in Deutschland fördert. Auf Basis
des Gewebegesetzes von 2007 sind alle Tätigkeiten und Ablaufprozesse der
Gewebespende gesetzlich geregelt. Für alle Gewebezubereitungen gilt das
Handelsverbot. Die DGFG vermittelt ihre Transplantate über eine zentrale
Vermittlungsstelle mit einer bundesweiten Warteliste. Jede medizinische
Einrichtung in Deutschland kann Gewebe von der DGFG beziehen.
Gesellschafter sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden,
das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover,
die Universitätsmedizin Rostock sowie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum
Neubrandenburg.

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Aus dem Polarflugzeug die Gletscher vermessen

Geographen der FAU erforschen gemeinsam mit Geodäten der TU Dresden die
Eisfelder Patagoniens

Sie sitzen in einem kleinen Polarflugzeug, fliegen über die riesigen
Eisfelder Patagoniens. Die Reise an das Ende der Welt gehört – zumindest
hin und wieder – zum Berufsalltag von Prof. Dr. Matthias Braun. Der
Professor am Institut für Geographie der Friedrich-Alexander-Universität
(FAU) Erlangen-Nürnberg beobachtet, vermisst und erforscht Gletscher,
Schelfeis, Hochgebirge und Polargebiete. Für seine aktuelle Messkampagne
war er in der ersten Novemberhälfte mit dem Forschungsflugzeug Polar 5 im
südlichen Patagonien unterwegs. Die Arbeiten erfolgen in Kooperation mit
Dr. Mirko Scheinert vom Institut für Planetare Geodäsie der Technischen
Universität (TU) Dresden.

Die beiden Wissenschaftler arbeiten eng mit dem Alfred-Wegener-Institut
Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), dem Deutschen
Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Institut für Geodäsie der TU
Darmstadt, der chilenischen Division General de Aguas Publicas und dem
Instituto Antártico Chileno sowie dem argentinischen Museo Glaciarium
zusammen. Für die aktuelle Expedition stellte das Alfred-Wegener-Institut
das deutsche Forschungsflugzeug Polar 5 zur Verfügung und machte dafür auf
dem Weg in die Antarktis mehrere Tage Station in Patagonien. Die Maschine
ist speziell ausgerüstet für die Messflüge unter den extremen
Umweltbedingungen der Polargebiete und hat verschiedenste
wissenschaftliche Geräte an Bord.

Den Zustand der Eisfelder erfassen

„Ziel der aktuellen Messkampagne war es, mit verschiedenen Verfahren den
Zustand der beiden großen Eisfelder besser und genauer zu erfassen“,
erklärt Braun. Er ist zusammen mit Scheinert wissenschaftlicher Leiter der
Messkampagne und interessiert sich vor allem für die Massenänderungen der
Gletscher. Diese vermisst er mit Laserscanning und Laseraltimetrie sowie
mit hochfrequenten Radarsystemen. Erstmals setzten die Forscher in diesem
Jahr auch hochauflösende Luftbildkameras ein und brachten Fotos mit, die
nicht nur für die wissenschaftliche Auswertung genutzt werden, sondern
auch die beeindruckende Landschaft der patagonischen Eisfelder zeigen.

An insgesamt drei Messtagen beflogen die Wissenschaftler die zentralen
Bereiche der beiden patagonischen Eisfelder und der Auslassgletscher. An
Bord des Forschungsflugzeuges Polar 5 wiederholten sie Höhenmessungen
anderer Forschungsgruppen aus den Vorjahren und sammelten neue Daten für
ihre Forschung. „Nun verbinden wir die vorliegenden Datensätze mit unseren
aktuellen Messungen von Satelliten und können so die Höhenänderungen der
Gletscher deutlich genauer bestimmen“, erklärt Braun.

Darüber hinaus zeichneten die Wissenschaftler auch die meteorologischen
Variablen während ihrer Forschungsflüge kontinuierlich auf, da diese bei
den späteren Modellierungen eine wichtige Rolle spielen. Zeitgleich zu den
Messflügen wurden auch Aufnahmen der deutschen Satellitenmission TanDEM-X
und Höhenmessungen im Gelände von deutschen und chilenischen
Forschungsteams durchgeführt. „In den nächsten Wochen und Monaten stehen
entsprechend intensive Auswertungsarbeiten des gesammelten Datenmaterials
an, um eine großräumige Einbindung der Messprofile zu gewährleisten“, sagt
Braun. Die Auswertungen an der FAU und der TU Dresden erfolgen jeweils im
Rahmen von Projekten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Bislang
liegen nur wenige vergleichbare Daten aus anderen Regionen wie Alaska,
Grönland und der Antarktis vor, da die Vergleichsmessungen für die von Eis
bedeckten Regionen der Erde äußerst schwer und aufwändig zu gewinnen sind.

Spektakuläre Landschaft

Die Wissenschaftler wollen ihre Messungen mit dem Polarflugzeug nach
Möglichkeit in den kommenden Jahren wiederholen und erweitern. Denn neben
den eigentlichen Messdaten nehmen die Forscher auch einzigartige Eindrücke
aus den Befliegungen mit. „Das ist eine unglaublich spektakuläre
Landschaft, die wir während der Flüge hautnah miterleben dürfen“, schwärmt
Braun. „Die Eindrücke von oben sind einfach gewaltig. Man erfasst die
Dimensionen viel besser und kann die in den Satellitenbildern
identifizierten Änderungen noch genauer mit dem Gelände und den
ablaufenden Prozessen in Verbindung bringen.“

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Bundesweite Studie: Smartphone-App bietet Hilfe bei problematischer Internetnutzung an

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Lübeck und Ulm haben eine
Smarthone-App entwickelt, deren Ziel es ist, die eigene Internetnutzung
besser einschätzen zu können. Sie sind damit Teil eines großen
bundesweiten Projekts eines Konsortiums aus Universitäten,
Betriebskrankenkassen, Therapiezentren und Gesundheitsdienstleistern. Im
Rahmen der groß angelegten SCAVIS-Studie (Stepped Care Ansatz zur
Versorgung Internetbezogener Störungen) wird die Forschung deutschlandweit
von zahlreichen Betriebskrankenkassen unterstützt.

Teilnehmende Betriebe können ihren Mitarbeitenden die App zur Verfügung
stellen. Diese können mithilfe der entwickelten smart@net-App anonym
überprüfen, ob sie zu einer problematischen Internetnutzung neigen. Ist
das der Fall, erhalten Teilnehmende dabei über vier Wochen hinweg
aufschlussreiche und persönlich auf sie zugeschnittene Informationen und
Rückmeldungen in der App sowie bei Bedarf weitergehende Hilfen.

Das Internet hat vieles einfacher gemacht, bietet eine unschätzbare Fülle
von Informationen und verbindet Menschen weltweit. Seit Beginn der
COVID-19 Pandemie hat die gestiegene Internetnutzung aber auch dazu
geführt, dass die Zahl der Menschen mit einer „Internetsucht“ zugenommen
hat, wie aus Befragungen deutlich wurde. Prof. Christian Montag von der
Universität Ulm hat sich in den letzten Jahren insbesondere verstärkt mit
der Smartphone-Nutzung auseinandergesetzt. Diese werde merklich
problematischer,  merkt er an: „Die Technologie-Konzerne hinter Social
Media und Co. haben großes Interesse daran, unsere Verweilzeiten auf ihren
Online-Plattformen zu verlängern. Ihre geschickten Strategien wie Push-
Nachrichten oder Like-Buttons bringen viele von uns dazu, unsere
Handlungen im Alltag zu unterbrechen, um nur mal kurz online
vorbeizuschauen. Diese dauernden Unterbrechungen im Alltag können unsere
Leistungsfähigkeit und Produktivität reduzieren.“

Richtig problematisch wird es, wenn man die Kontrolle darüber verliert,
wie oft und wie lange man im Internet unterwegs ist. Das Online-Verhalten
kann zur wichtigsten Sache im Alltag werden oder dazu führen, dass man
sein Verhalten auch dann nicht ändert, wenn man feststellt, dass sich
daraus negative Konsequenzen ergeben. Fachleute sprechen dann von einer
„Internetnutzungsstörung“, von der nach aktuellen Schätzungen circa 2 bis
5 Prozent der Allgemeinbevölkerung betroffen sind und noch einmal etwa 10
Prozent bereits als gefährdet gelten. Dabei sind die Übergänge von
gesunder zu problematischer oder auch suchtartiger Nutzung fließend und
entstehen oft unbemerkt. Betroffene sollten möglichst frühzeitig erreicht
werden.

Die groß angelegte bundesweite SCAVIS-Studie nutzt die Arbeitsumgebung, um
mit Betroffenen in Kontakt zu kommen. Unterstützt wird sie von zahlreichen
Betriebskrankenkassen. Ziel ist die Förderung einer ausgewogenen Nutzung
des Internets bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von an der Studie
teilnehmenden Betrieben, denen die Möglichkeit geboten wird, ihre eigene
Internetnutzung besser kennenzulernen. Dafür wurde die einfach zu
bedienende smart@net-App entwickelt, mit der man prüfen kann, ob mit der
eigenen Internetnutzung alles im „grünen“ Bereich ist oder ob man
vielleicht zu einer problematischen Internetnutzung neigt. In letzterem
Fall erhalten Teilnehmende dabei über vier Wochen hinweg aufschlussreiche
und persönlich auf sie zugeschnittene Informationen und Rückmeldungen in
der App. „Dadurch werden psychologische Prozesse angestoßen, die eine
Verhaltensänderung ermöglichen können“, erklärt der wissenschaftliche
Studienleiter Prof. Hans-Jürgen Rumpf von der Universität zu Lübeck die
Wirkungsweise der App.

Neben der smart@net-App für das eigene Smartphone erhalten einige
Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit einer auffälligen Internetnutzung noch
das Angebot kostenloser telefonischer Kurzberatungen oder einer
kostenlosen Online-Therapie in Kooperation mit den Universitäten Mainz und
der Freien Universität Berlin.

Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer werden weiterhin gesucht

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind davon überzeugt, dass eine
solche Hilfe gerade in der jetzigen Zeit von besonderer Wichtigkeit ist
und jeder davon profitieren kann. Denn auch die unauffälligen
Internetnutzenden bekämen spannende Informationen, die dazu beitragen
könnten, nicht in einen ungesunden Internetkonsum abzurutschen. Deshalb
sind alle Interessierten sehr herzlich eingeladen, an der Studie
teilzunehmen und die App auszuprobieren. Weitere Informationen sind auf
der Internetseite SCAVIS.net zu finden. Die smart@net App ist auf Android-
und Apple-Geräte verfügbar und kann kostenlos im App Store oder im Play
Store runtergeladen werden. Die Teilnahme ist ab sofort bis Ende Mai 2022
möglich.

Über den Forschungsverbund

Der Forschungsverbund der SCAVIS-Studie wird von der CONVEMA
Versorgungsmanagement GmbH geführt und vom Innovationsfonds gefördert. Ein
weiterer Projektpartner ist der eingetragene Verein Media Protect, der
sich für die Verhinderung von problematischer Mediennutzung einsetzt. Eine
Vielzahl großer Betriebe hat bereits ihr Interesse bekundet. Aber auch
alle anderen Interessierten (außerhalb der teilnehmenden Betriebe) können
kostenlos teilnehmen.

Weitere Informationen unter www.scavis.net

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Rauchfrei ins neue Jahr! BZgA und DKFZ motivieren zum Rauchstopp und informieren zu wohnortnahen Entwöhnungsprogrammen

Rauchfrei ins neue Jahr zu starten ist für viele Raucherinnen und Raucher
ein wichtiger Vorsatz zum Jahreswechsel. Die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Deutsche Krebsforschungszentrum
(DKFZ) unterstützen Aufhörwillige mit ihrer Datenbank zur Tabakentwöhnung.
Unter http://www.anbieter-raucherberatung.de finden sie für den
Rauchstopp-Vorsatz zum Jahreswechsel Kontakte zu Entwöhnungsprogrammen in
Wohnortnähe, die von qualifizierten Expertinnen und Experten durchgeführt
werden.

Rauchfrei ins neue Jahr zu starten ist für viele Raucherinnen und Raucher
ein wichtiger Vorsatz zum Jahreswechsel. Die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Deutsche Krebsforschungszentrum
(DKFZ) unterstützen Aufhörwillige mit ihrer Datenbank zur Tabakentwöhnung.
Unter http://www.anbieter-raucherberatung.de finden sie für den
Rauchstopp-Vorsatz zum Jahreswechsel Kontakte zu Entwöhnungsprogrammen in
Wohnortnähe, die von qualifizierten Expertinnen und Experten durchgeführt
werden.

Es gibt viele gute Gründe für einen Rauchstopp: Rauchen ist das größte
vermeidbare Gesundheitsrisiko. An den Folgen des Rauchens sterben in
Deutschland jährlich mehr als 127.000 Menschen. Zu den Erkrankungen, die
durch das Rauchen hervorgerufen werden, gehören Herz-
Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen und COPD, die chronisch
obstruktive Lungenerkrankung. Rauchen verursacht mindestens zwölf
verschiedene Krebsarten und ist die Hauptursache für Lungenkrebs. Zudem
ist Rauchen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einer
COVID-19-Erkrankung verbunden. Ein Rauchstopp senkt diese Risiken
drastisch: Bereits ein Jahr nach der letzten Zigarette hat sich das Risiko
für Herz-Kreislauferkrankungen halbiert und zehn Jahre nach einem
Rauchstopp ist das Lungenkrebsrisiko nur noch halb so hoch wie das von
Rauchenden.

Michaela Goecke, Leiterin des Referats für Suchtprävention in der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, erklärt: „Die Entscheidung
zum Rauchstopp ist immer die richtige Entscheidung. Bis sich die ersten
spürbaren Verbesserungen bemerkbar machen, dauert es nicht lange: Schon
nach wenigen Wochen und Monaten fällt das Luftholen leichter und
Kurzatmigkeit und mögliche Hustenanfälle lassen nach. Nach 15 Jahren
entspricht das Risiko für eine koronare Herzkrankheit ungefähr dem von
Nichtrauchern. Ein Rauchstopp kann das Leben bis zu zehn Jahre verlängern
und senkt auch im höheren Alter das Risiko, zu sterben. Rauchfrei ins neue
Jahr zu starten, lohnt sich also für jede und jeden!“

Dr. Katrin Schaller, kommissarische Leiterin der Stabsstelle
Krebsprävention des DKFZ, betont: „Die meisten Raucherinnen und Raucher
versuchen den Rauchstopp ohne Hilfe, dabei kann professionelle
Unterstützung den Erfolg deutlich erhöhen. Insbesondere Raucherinnen und
Raucher, die erfolglose Rauchstoppversuche hinter sich haben, sollten sich
nicht entmutigen lassen und beim nächsten Rauchstoppversuch Unterstützung
in Anspruch nehmen. Anbieter wirksamer Entwöhnungskurse vor Ort sind in
der Datenbank unter http://www.anbieter-raucherberatung.de zu finden.“


Übersicht der kostenfreien und qualitätsgesicherten Unterstützungsangebote
der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für aufhörwillige
Raucherinnen und Raucher:

• Online-Ausstiegsprogramm: Infos und Tipps zum Thema Rauchen/Nichtrauchen
mit Forum, Chat, unterstützender täglicher E-Mail und persönlichen
rauchfrei-Lotsinnen und Lotsen unter: http://www.rauchfrei-info.de

• Telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung unter der kostenlosen
Rufnummer 0 800 8 31 31 31 täglich erreichbar, montags bis donnerstags von
10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr

• START-Paket zum Nichtrauchen mit der Broschüre „Ja, ich werde
rauchfrei“, einem „Kalender für die ersten 100 Tage“, einem Stressball und
anderen hilfreichen kostenlosen Materialien. Bestellung per E-Mail unter:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Das DKFZ und die BZgA beteiligen sich mit ihren Rauchstopp-Angeboten an
der Bundesinitiative "Rauchfrei leben – Deine Chance". Weitere
Informationen unter http://www.nutzedeinechance.de

Studiendaten zum Rauchverhalten:

BZgA-Studie zum Rauchverhalten der 12- bis 25-Jährigen in Deutschland „Die
Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019“
unter:
http://www.bzga.de/forschung/studien/abgeschlossene-studien/studien-
ab-1997/suchtpraevention/die-drogenaffinitaet-jugendlicher-in-der-
bundesrepublik-deutschland-2019/


Das DKFZ informiert zum Tabakkonsum im „Tabakatlas Deutschland 2020“
unter:
http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/sonstVeroeffentlichungen
/Tabakatlas-Deutschland-2020_dp.pdf

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