Bereits zum dritten Mal darf sich die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG LU) über die Ausrichtung der internationalen und interdisziplinäre Klara Marie Fassbinder-Gastprofessur für Frauen- und Geschlechterforschung Rheinland-Pfalz freuen: Mit Diplom- Psychologin Dr. Monika Henn ist es dem Fachbereich Management, Controlling, HealthCare gelungen, eine renommierte Persönlichkeit zu gewinnen, die sich sowohl akademisch als auch in der berufspraktischen Tätigkeit mit dem Thema Frauenförderung und Diversity beschäftigt.
Die Diplom-Psychologin Dr. Monika Henn promovierte an der Universität Regensburg bei Prof. Dr. Marianne Hammerl zum Thema „Frauen und Führung: Was kennzeichnet Frauen in Führungspositionen?“ Dr. Monika Henn ist Fachbuchautorin, Vortragsrednerin, trainiert und coacht Frauen in den Bereichen Karriereentwicklung, Führungsfragen und gendergerechte Führung. Seit 2005 ist sie als Senior Consultant und Business Coach in dem von ihr mitgegründeten Trainings- und Beratungsunternehmen Henn Consulting tätig. Im Wintersemester 2021/2022 folgt sie nun dem Ruf der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG LU) auf die vom Land Rheinland-Pfalz geförderten Klara Marie Faßbinder-Gastprofessur und bereichert mit drei öffentlichen Veranstaltungen sowie zwei Seminaren das Lehrangebot am Fachbereich Management, Controlling, HealthCare.
Ihre Antrittsvorlesung mit dem Titel „Empowerment: Persönlichkeitsfaktoren als Karrieretreiber – Erkennen und Entwickeln“ findet am Freitag, dem 15.10.2021, um 11.45 Uhr in der Aula der HWG LU statt und wird zudem auch live gestreamt.
Es folgen im November der Vortrag „Encouragement: Karriereplanung mit Vereinbarung von Beruf und Familie“ sowie im Dezember die Vorlesung „Responsivness: Kompetenzen von Frauen in Führung und beruflicher Kommunikation“.
Die Veranstaltungen stehen als Stream allen Interessierten offen.
Dr. Monika Henn, Jg. 1963, studierte 1983 bis 1988 Psychologie und Jura an der Universität Regensburg. Nach ihrer Tätigkeit als Management Trainerin bei Digital Equipment Corporation (heute Hewlett Packard) und HR-Managerin bei der Rodenstock Group und Fiducia & GAD IT AG promovierte Henn 2004-2008 an der Universität Regensburg bei Prof. Dr. Marianne Hammerl († 2008) zum Thema: Frauen und Führung: Was kennzeichnet Frauen in Führungspositionen? Zeitgleich gründete sie 2005 das Beratungsunternehmen Henn Consulting mit. Dr. Monika Henn hat bislang zahlreiche Artikel zum Thema Karriereentwicklung, Führungsfragen und zu gendergerechter Führung veröffentlicht. Ihr Buch „Die Kunst des Aufstiegs - Was Frauen in Führungspositionen kennzeichnet“ gilt als Standardwerk zum Thema „Frauen und Führung“.
Klara Marie Faßbinder-Gastprofessur
Das Land Rheinland-Pfalz fördert seit dem Wintersemester 2001/2002 diese internationale und interdisziplinäre Gastprofessur für Frauen- und Geschlechterforschung mit dem Ziel, dem Forschungsbereich Frauen- und Geschlechterforschung in Rheinland-Pfalz Impulse zu geben und diesen zu stärken. Die Klara Marie Faßbinder Gastprofessur für Frauen- und Geschlechterforschung wird semesterweise besetzt und rotiert zwischen den rheinland-pfälzischen Hochschulen. Mit Dr. Monika Henn kann die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen bereits zum dritten Mal von der Einrichtung der Gastprofessur profitieren: Bereits im Wintersemester 2016/2017 und im Sommersemester 2020 konnte mit der Schweizerin Dr. Tove Soiland bzw. mit der Sozialwissenschaftlerin Dr. Sina Motzek-Öz die Gastprofessur in Ludwigshafen hochkarätig besetzt werden.
Die Namensgeberin der Gastprofessur ist die 1890 in Trier geborene Wissenschaftlerin, Hochschullehrende und Aktivistin der Friedens- und Frauenbewegung, Klara Marie Faßbinder.
An der HS Gesundheit können die Studierenden Gesundheitstechnologien selbst kennenlernen und ausprobieren. Jürgen Nobel HS Gesundheit
An der Hochschule für Gesundheit in Bochum werden im Rahmen des Programms "Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ (digiFellows) zwei Projekte zu virtueller und erweiterter Realität mit jeweils 50.000 Euro gefördert.
Die beiden Projekte zu virtueller und erweiterter Realität in der Lehre werden an der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum entwickelt.
Die Hochschule für Gesundheit hatte im Rahmen des Programms "Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ (digiFellows) aus der Vereinbarung zur Digitalisierung mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft zwei Förderungen mit jeweils 50.000 Euro ausgeschrieben. Beide Projekte sind zum 01. Oktober 2021 gestartet und haben eine Laufzeit von 12 Monaten. Die Vereinbarung zur Digitalisierung läuft insgesamt bis Ende 2023 und soll die Einführung innovativer Digitalisierungskonzepte an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen unterstützen.
Ausgewählt wurden die Projekte "Prototypische Implementierung von Mixed Reality-Anwendungen im Bereich des E-Learnings“ (PrIMEL) und "Ausbau einer Austauschplattform und Schaffung einer Wissensbasis für Anwendungen Erweiterter Realitäten in der Lehre“ (ASTER).
"Virtuelle Realität ist eine Technologie, mit der viele Lehrinhalte deutlich anschaulicher präsentiert werden können. Sie erlaubt es außerdem, Simulationstrainings als Lernbaustein durchzuführen. Über spielerische Anreize – man spricht hier von gamification – kann eine Motivationsförderung erreicht werden. Das alles macht es naheliegend, VR- Technologien als didaktisches Element näher zu betrachten", erklärte Prof. Dr. Wolfang Deiters, Professor für Gesundheitstechnologien an der HS Gesundheit, der beide Projekte betreut.
Bei der erweiterten Realität (Augmented Reality, AR) wird die physische Realität durch das Einblenden zusätzlicher Informationen erweitert, sodass sich Objekte oder Prozesse detailliert nachvollziehen und erklären lassen. In der virtuellen Realität (Virtual Reality, VR) hingegen tauchen die Studierenden – beispielsweise durch VR-Brillen – komplett in eine computergenerierte Realität ein. Ist keine von beiden Techniken eingebunden, spricht man von physischer Realität – also von der „Alltagswelt“.
Das PrIMEL-Projekt widmet sich dem Mixed Reality-Ansatz, bei dem sowohl Anwendungen auf Basis einer virtuellen Realität als auch Anwendungen der erweiterten Realität betrachtet werden. Dabei sollen zunächst bereits existierende Anwendungen identifiziert und dann in der Lehre ausgetestet werden. Im letzten Schritt sollen dann Studierende und Lehrende angeleitet werden, auch eigene Anwendungen im Mixed-Reality-Bereich zu erstellen.
Im Rahmen des ASTER-Projektes soll ein "Materialienkoffer" aufgebaut werden, der auch eine Datenbank von sogenannten Serious Health Games enthält – gemeint sind VR/AR Anwendungen, die der Ausbildung der Studierenden im Gesundheitsbereich dienen können. Neben der benötigten Hard- und Software soll auch ein Feedbacksystem bereitgestellt werden, um die einzelnen Anwendungen bewerten und die eigenen Erfahrungen mit Kolleg*innen teilen zu können.
Die entstandenen Materialien aus beiden Projekten sollen im Anschluss auf dem Landesportal für Studium und Lehre (ORCA.NRW) anderen Hochschulen zur Verfügung gestellt werden. „Der weitere Ausbau der Digitalisierung in Studium und Lehre ist uns für die gesundheitsbezogenen Studiengänge ein wichtiges Anliegen, das auch im Austausch mit anderen Hochschulen viele Chancen für die qualitative Weiterentwicklung bietet“, so Prof. Dr. Sven Dieterich, Vizepräsident für Studium und Lehre.
Erhöhte Raumauslastung im 3-G-Modell: aktuelles Foto aus dem UV-Nord-Saal im Studienzentrum Quarree der NBS Hochschule.
Drei lange Semester und damit insgesamt eineinhalb Jahre verbrachten Studierende an Hochschulen in Hamburg, Deutschland und darüber hinaus vor den Monitoren. An der NBS Northern Business School – University of Applied Sciences waren es weitaus weniger, da die Hochschule die Option der Hybrid-Lehre flexibel umzusetzen wusste und einen Teil der Vorlesungen zweitweise in Präsenz durchführen konnte. Durchgängig bereitgestellt: der Live-Stream für Online-Teilnehmer. Zum Wintersemester 2021/22 gab der Hamburger Senat "grünes Licht" für Präsenzlehre im 3-G-Modell. Der Lehrbetrieb kann somit weitestgehend auf das Normalniveau hochgefahren werden – zur besonderen Freude der Erstsemester.
Das Studium an einer Präsenzhochschule, wie der NBS Northern Business School, lebt von dem persönlichen Kontakt mit den Mitstudierenden und Lehrenden, um Kontakte zu knüpfen und Verständnisfragen unkompliziert und nachhaltig klären zu können. An der NBS spielt darüber hinaus auch die ausgeprägte Serviceleistung seitens der Verwaltung, gerade wenn es um organisatorische Dinge rund um das Studium geht, eine große Rolle. Obgleich die Hochschule eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte, dass die Abbildung dieser Aspekte im digitalen Raum möglich ist, kommen sämtliche Hochschul-Angehörige zu dem Schluss: "Es ist einfach nicht dasselbe."
So waren das Aufatmen und die Freude in allen Bereichen groß, als die Hochschulleitung im August verkündete, dass sie die durch den Hamburger Senat gewährte Option der Durchführung der Präsenzlehre im 3-G-Modell umsetzen werde. Die Möglichkeit zur Online-Lehre bleibt auch langfristig und weiterhin erhalten, die hybride Lehrform wurde sogar unabhängig von dem Eintreten der Corona-Pandemie für das Wintersemester 2021/22 und nachfolgende geplant – und das für alle Studiengänge und Zeitmodelle. Insbesondere für berufstätige Studierende bietet diese Neuerung einen hohen Zuwachs an Flexibilität, wenn nach Feierabend der Laptop aufgeklappt werden kann, statt sich in den Hamburger Feierabendverkehr zu stellen, um noch rechtzeitig zur Vorlesung zu kommen.
Die Umbauarbeiten in der Hochschule geschahen rasch: Die Hörsäle wurden wieder vollständig bestuhlt und gaben ein ganz ungewohntes Bild ab, das man zuletzt im März 2020 gesehen hatte. Der große Vorteil: Durch die erhöhte Raumauslastung können weitaus mehr Vorlesungen als zuvor wieder in Präsenz stattfinden. Sämtliche Sicherheits- und Hygienevorkehrungen wie die Bereitstellung von Desinfektionsmittel, CO2-Messgeräte und Kontaktdatenerfassung bleiben dabei unverändert. Auch gilt in den Studienzentren eine strenge Maskenpflicht mit Ausnahme der Vortragenden, die dabei wiederum den Mindestabstand zu der ersten Stuhlreihe halten. Es ist eben doch noch nicht alles wieder im Normalzustand, aber es fühlt sich zumindest ein großes Stück mehr so an.
Besonders wichtig ist die Aufstockung der Präsenzlehre für die Erstsemester, die eine Woche vor Vorlesungsbeginn bereits die sogenannten Orientierungstage im Studienzentrum Quarree absolvierten. Die hohe Quote der Präsenzteilnahme an jenen Tagen bestätigte den Wunsch der "Erstis", ihre Kommiliton/-innen live und in Farbe und nicht nur vor den Monitoren kennenzulernen. An dieser Stelle wünschen wir allen Studienanfänger/-innen nochmal einen tollen Start in ihr Studium an der NBS!
Die NBS Northern Business School – University of Applied Sciences ist eine staatlich anerkannte Hochschule, die Vollzeit-Studiengänge sowie berufs- und ausbildungs-begleitende Studiengänge in Hamburg anbietet. Zum derzeitigen Studienangebot gehören die Studiengänge Betriebswirtschaft (B.A.), Sicherheitsmanagement (B.A.), Soziale Arbeit (B.A.) und Real Estate Management (M.Sc.).
In rund 2 Stunden Flugzeit ist man im Paradies. Apulien (Puglia) wird zu Recht als „ Regina dell’Estate“ bezeichnet. Zur Königin des italienischen Sommers. Auf der Landkarte ist es der Stiefelabsatz mit seiner 800 km langen Küste. Und ganz unten im Salento geben sich die Adria und das Ionische Meer ein Stelldichein. Wir haben uns mit Freunden während 14 Tagen in Land und Leute und das unendlich klare Meer verliebt.
Dass wir vor der Abreise ein gewichtiges Formular ausfüllen mussten, war eigentlich klar. Wir landeten pünktlich um 14 Uhr in Brindisi. Kontrolle und Passbüro allerdings waren geschlossen. He nu so de – Italien halt. Wir freuten uns auf entspannte Menschen auf den Piazza, auf gute Weine und typisches apulisches Essen. Und auf Sehenswürdigkeiten.
Wichtig ist motorisiert zu sein
Anfahrt zur weissen Stadt
Für Apulien-Entdecker ist ein Gefährt unbedingt empfehlenswert. Uns wurde mit überschwenglicher „Nachsaison“ Freundlichkeit ein nigelnagelneuer Volvo überreicht. Das Navi System eingerichtet und erklärt. Mit Ziel: Grand Hotel „Costa Brada“ **** unweit von Gallipoli, direkt am Strand. Schneeweiss ragt das Hotel mit seinen rund 60 Zimmern und einer immergrünen Parkanlage in die Landschaft. Alle Zimmer sind gegen das Meer gerichtet. Vor einigen Jahren wurde das Hotel komplett saniert. Alles ist hell und weiss. Blitzblank und mit hellen Marmorböden.
Hotelanlage
Der Empfang war sehr freundlich. Unsere, durch das sehr kompetente Reisebüro Rilex in Stans (man hielt uns ständig auf dem Laufenden wenn sich Corona bedingt etwas änderte) angebrachten Wünsche wurden allesamt erfüllt. Die Zimmer sind eher klein, dafür hoch und mit Balkon. Hätten wir was zu beanstanden, na ja, der Architekt für das (Bagno) Douche – WC war wahrscheinlich eher ein Zwerg als ein Riese. Ziemlich eng das Ganze…
Dafür war, welche eine Wonne – für jedes Zimmer am Strand ein fester Platz mit Liegen und Sonnenschirm reserviert.
Bald eingelebt und auf Entdeckungstour
Eingang zu den Trullis in Alberobello
Nach einem erfrischenden morgendlichen Bade mit immer noch 25° Wassertemperatur und karibischer Klarheit des Wassers, besprachen wir mit Otti und Ruth während des reichlichen Frühstücks die Planung für den kommenden Tag. So brachte uns die wohl längste Tagestour mit jeweils 2 Stunden Hin- und Rückfahrt ins Land der Truillis.
Über Lecce fuhren wir italienisch zügig Richtung Alberobello. Sicherheitslinien werden von den meisten Einheimischen bei vorgeschriebenem Tempo gnadenlos überfahren. Tempo – iwo?
Beim Aperitivo.
Schon bald ragten in Grüppchen die Spitzdächer zwischen Oliven, Mandel -und Feigenbäumen hervor. Wer hat sie nur erfunden, diese an eine Zipfelmütze erinnernden Häuschen aus Stein? Tatsache ist, dass Alberobello wie eine verwunschene Stadt der Schlümpfe aussieht. Seit 1996 ist sie Unesco Welterbe. Und liegt leicht erhöht auf 403 m über Meer.
Vor einem Wolkenbruch
Das Städtchen mit rund 10’000 Einwohnern: ein Auf und Ab mit von Trullis gesäumten Gässchen. Diese Trulli-Architektur stammt aus dem 17. Jahrhundert. Eine Legende besagt, dass ein Feudalherr diese Häuschen aus Steinen errichten liess. Denn mörtel -und fensterlose Häuser waren steuerfrei. Sie konnten so, bevor die Steuereintreiber anrückten, schnell abgebaut werden. Heute sind viele Trullis bewohnbar. Für Touristen, die das Spezielle lieben. Wir hingegen wurden von einem Platzregen begrüsst – der Einzige übrigens während der 14 Tage von Mitte bis Ende September.
Die apulische Kulinarik – wer sucht der findet.
Frutte die Mare
Die apulische Küche ist geprägt von den Früchten des Meeres. Aus dem Meer fischt man rosarote Krebsschwänze, schwarze Seeigel mit orangefarbigem Fleisch. Diese werden wie die Austern roh gegessen. Wir entscheiden uns eher für Gekochtes und Gebratenes. Doraden, Meerwolf und Schwertfisch – Letzterer butterzart und grilliert. Alle besuchten Lokale aufzuführen, wäre zuviel des Guten. Doch Einige dürfen es sein.
Dorade
In Gallipoli das L’Angelo Blu inmitten der Altstadt mit dem besten am Tisch filetierten Dorade und Meerwolf. Im Profumo die Mare südlich unseres Hotels in „Torre de Vado“, direkt am Meer haben wir das beste rotfleischige Tunfisch-Tatar und den zarten grillierten Schwertfisch mit einer innen noch leicht glasigen Krevetten gegessen. Einfach so, ohne zu fragen, überraschte man uns noch mit Muscheln in einem raffiniert gewürzten Tomaten Coulis.
Antico monastero drinnen
Mit Freuden erinnern wir uns an das Antico Monastero. Auf dem geschäftigen Dorplatz in Felline mit viertelstündlichem Glockenspiel, welches selbst den Haushund in Rage brachte, stillten wir die Fleischeslust mit einem Teller, beladen mit Grilladen und Würsten. Und auch das musste einmal sein: Pizze – Riesendinger. saftig und mit knusprigem Teig. Und notabene, mehr als die Hälfte günstiger als bei uns. Logisch, denn Cameriere verdienen so um die 1000 Euro pro Monat.
Bei der Rückkehr klemmte man uns die einzige Busse unter dem Scheibenwischer. Wir parkten den Wagen auf einem Behinderten-Parkplatz, der sehr schlecht beleuchtet war. Immerhin 60 Euro – warten wir ab, was da noch kommen mag.
Wahrhaftig eloquent für 18 EuroDer Autor mit Gattin
Im Casa Tu Martinu in Taviano einem „Ristorante etico“ sind flotte Damen am Werk. Im Garten wird Küche auf hohem Niveau geboten. Ein im Meerwasser pochierter Seeteufel so schnörkellos und auf den Punkt gegart. Oder herrlich zarte „Gnocchis di patate“ und Pittule, kleine Teigbällchen, die aussen knusprig und innen weich sind. Klassisch, süss oder parfumiert mit geschmacksintensiven Zutaten wie Oliven oder Sardellen.
Apropos Oliven: Es ist das flüssige Gold Apuliens, welches jedoch von einem Bakterium bedroht ist. Denn immerhin mit rund 200 Mio Litern gewonnenem Öl ist dieses eine wichtige Einnahmequelle für die Bauern.
Essig vom Feinsten
Noch etwas zum Essig: In Touristen-Restaurants wird mehrheitlich Industrie- Balsamico serviert. In Beutelchen oder Spraydosen (oh Schreck). Ich bin kein Fan von „Sauce italienne“, welche mit diesem angereichert wird. Schon der Farbe wegen, welcher schneeweissen Mozarella braun färbt und süsslich schmeckt. Es ist ein Balsamico, welcher mit einer grosszügigen Menge Zuckercouleur (Karamellzucker) künstlich gesäuert und in Stahlfässern zum Essig wird. In den meisten Restaurants, wo Einheimische verkehren, gab’s herrliche Aceti di Vino bianco oder di vino rosso – und natürlich lokales Olivenöl.
Reservieren unerlässlich – auch im September
Auf der Piazza im MonasteroAutor Don Eriberto
Im Le Macare, einer Trattoria direkt an der Strasse, man glaubt es kaum, war abends 2x besetzt. Hier genossen wir hausgemachte Pasta (Orechiette und Tagliatelle). Oft werden für unsere Gaumen die „Paste“ zu „al dente“ gekocht.
In Lecce kehrten wir in einem typischen Stadtrestaurant mit dem sinnigen Namen „Semiserio“ mit weiss gedeckten Tischen ein und wurden mit allerbestem „Risotto ai porchini“ überrascht, mit korrekter Wartezeit von 20 Minunten.
Mercato in Galipoli
Bei den Weinen verliebten wir uns zweifelsohne in den Negroamaro oder in den apulischen Chardonnay. Die Preise sind für unsere Begriffe äusserst günstig, mit 18 bis 20 Euro die Flasche. Und wie wir erfuhren, erhalten die Beizer von den Lieferanten eine saisonale Rückvergütung, was dazu animiert, den Verkauf anzukurbeln. Und noch etwas: gedruckte Speisekarten gab es nur einmal. Sonst alles per QR Code oder Tablet. Und das Coperto (Gedeck) ist immer separat auf der Rechnung. Zwischen 2 bis 4 Euro pro Person.
Sonnenwunder
Einen speziellen Genuss mit Sonnenuntergang erlebten wir auf der Terrasse im „Il Bastione“ in Gallipoli, der Altstadt, welche trotz Nachsaison vor Lebhaftigkeit nur so strotzt. Reservieren ist vorteilhaft, da die meisten Ristoranti frühestens ab 19.30 öffnen.
Lecce mus man gesehen haben
Eingang in Lecce
Für Lecce sollte man sich mindestens einen Tag Zeit nehmen. Um diesen kleingeschnörkelten „ekletisch“ verschlungenen Barock zu bewundern. Die 95’000 Seelenstadt messapischen Ursprungs (Die messapische Sprache ist eine ausgestorbene Sprache, die ehemals von den Messapiern in der heutigen Region Apulien im südöstlichen Italien gesprochen wurde) strotzt nur so von barocker Baukunst, welche die katholische Kirche in Lecce und im Salento allgemein, als Reaktion auf die Reformation geradezu explodieren liess. Lebhaft geht’s zu in Lecce. Die Flaniermeilen und die saisonbedingt mässig belebten Plätze vermeiden ein Gedränge. Welches, wie man uns sagte, im Juli und August (fast) zur Plage für die Einheimischen werde. Manch ein Leccianer wünsche sich dann den Touristenrummel im Sommer ins Pfefferland.
Das beste Thunfisch Tatar
So genossen wir die Nachsaison und nahmen Abschied von Apulien. Dort wo sich das „adriatico“ und das „ionische“ Meer ein beeindruckendes Stelldichein geben:
Risotto ai porchini
in Santa Maria di Leuca. Im gepflegten Strandrestaurant Albachiara briet man uns zum letzten Mal Frischfisch und kochte Spaghetti mit Zackenbarsch. Und die 93 Jahre alte Mama war hocherfreut ob der sympathischen Svizzeri. Der Sonnenuntergang liess uns leise Wehmut aufkommen. In der Hoffnung aber, dieses Apulien wieder einmal zu besuchen. Denn noch Vieles gäbe es zu entdecken, z.B. die Gegend rund um Bari, oder ein Weingut, oder Ostuni, die weisse Stadt, wo wir nur kurze Zeit waren, oder gar einen Besuch in der „Kochschule“ im Castello von Ugento, mit Michelin Sterne Küche….Arrivederci Puglia!