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Klara Marie Faßbinder-Gastprofessur: Antrittsvorlesung von Dr. Monika Henn zum Thema „Empowerment“

Dr. Monika Henn
Dr. Monika Henn

Bereits zum dritten Mal darf sich die Hochschule für Wirtschaft und
Gesellschaft Ludwigshafen (HWG LU) über die Ausrichtung der
internationalen und interdisziplinäre Klara Marie Fassbinder-Gastprofessur
für Frauen- und Geschlechterforschung Rheinland-Pfalz freuen: Mit Diplom-
Psychologin Dr. Monika Henn ist es dem Fachbereich Management,
Controlling, HealthCare gelungen, eine renommierte Persönlichkeit zu
gewinnen, die sich sowohl akademisch als auch in der berufspraktischen
Tätigkeit mit dem Thema Frauenförderung und Diversity beschäftigt.

Die Diplom-Psychologin Dr. Monika Henn promovierte an der Universität
Regensburg bei Prof. Dr. Marianne Hammerl zum Thema „Frauen und Führung:
Was kennzeichnet Frauen in Führungspositionen?“ Dr. Monika Henn ist
Fachbuchautorin, Vortragsrednerin, trainiert und coacht Frauen in den
Bereichen Karriereentwicklung, Führungsfragen und gendergerechte Führung.
Seit 2005 ist sie als Senior Consultant und Business Coach in dem von ihr
mitgegründeten Trainings- und Beratungsunternehmen Henn Consulting tätig.
Im Wintersemester 2021/2022 folgt sie nun dem Ruf der Hochschule für
Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG LU) auf die vom Land
Rheinland-Pfalz geförderten Klara Marie Faßbinder-Gastprofessur und
bereichert mit drei öffentlichen Veranstaltungen sowie zwei Seminaren das
Lehrangebot am Fachbereich Management, Controlling, HealthCare.

Ihre Antrittsvorlesung mit dem Titel „Empowerment: Persönlichkeitsfaktoren
als Karrieretreiber – Erkennen und Entwickeln“ findet am Freitag, dem
15.10.2021, um 11.45 Uhr in der Aula der HWG LU statt und wird zudem auch
live gestreamt.

Es folgen im November der Vortrag „Encouragement: Karriereplanung mit
Vereinbarung von Beruf und Familie“ sowie im Dezember die Vorlesung
„Responsivness: Kompetenzen von Frauen in Führung und beruflicher
Kommunikation“.

Die Veranstaltungen stehen als Stream allen Interessierten offen.

Dr. Monika Henn, Jg. 1963, studierte 1983 bis 1988 Psychologie und Jura an
der Universität Regensburg. Nach ihrer Tätigkeit als Management Trainerin
bei Digital Equipment Corporation (heute Hewlett Packard) und HR-Managerin
bei der Rodenstock Group und Fiducia & GAD IT AG promovierte Henn
2004-2008 an der Universität Regensburg bei Prof. Dr. Marianne Hammerl (†
2008) zum Thema: Frauen und Führung: Was kennzeichnet Frauen in
Führungspositionen? Zeitgleich gründete sie 2005 das Beratungsunternehmen
Henn Consulting mit. Dr. Monika Henn hat bislang zahlreiche Artikel zum
Thema Karriereentwicklung, Führungsfragen und zu gendergerechter Führung
veröffentlicht. Ihr Buch „Die Kunst des Aufstiegs - Was Frauen in
Führungspositionen kennzeichnet“ gilt als Standardwerk zum Thema „Frauen
und Führung“.

Klara Marie Faßbinder-Gastprofessur

Das Land Rheinland-Pfalz fördert seit dem Wintersemester 2001/2002 diese
internationale und interdisziplinäre Gastprofessur für Frauen- und
Geschlechterforschung mit dem Ziel, dem Forschungsbereich Frauen- und
Geschlechterforschung in Rheinland-Pfalz Impulse zu geben und diesen zu
stärken. Die Klara Marie Faßbinder Gastprofessur für Frauen- und
Geschlechterforschung wird semesterweise besetzt und rotiert zwischen den
rheinland-pfälzischen Hochschulen. Mit Dr. Monika Henn kann die Hochschule
für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen bereits zum dritten Mal von
der Einrichtung der Gastprofessur profitieren: Bereits im Wintersemester
2016/2017 und im Sommersemester 2020 konnte mit der Schweizerin Dr. Tove
Soiland bzw. mit der Sozialwissenschaftlerin Dr. Sina Motzek-Öz die
Gastprofessur in Ludwigshafen hochkarätig besetzt werden.

Die Namensgeberin der Gastprofessur ist die 1890 in Trier geborene
Wissenschaftlerin, Hochschullehrende und Aktivistin der Friedens- und
Frauenbewegung, Klara Marie Faßbinder.

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Zwei Projekte zur Weiterentwicklung digitaler Hochschullehre gefördert

An der HS Gesundheit können die Studierenden Gesundheitstechnologien selbst kennenlernen und ausprobieren.  Jürgen Nobel  HS Gesundheit
An der HS Gesundheit können die Studierenden Gesundheitstechnologien selbst kennenlernen und ausprobieren. Jürgen Nobel HS Gesundheit

An der Hochschule für Gesundheit in Bochum werden im Rahmen des Programms
"Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“
(digiFellows) zwei Projekte zu virtueller und erweiterter Realität mit
jeweils 50.000 Euro gefördert.

Die beiden Projekte zu virtueller und erweiterter Realität in der Lehre
werden an der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum
entwickelt.

Die Hochschule für Gesundheit hatte im Rahmen des Programms "Fellowships
für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ (digiFellows) aus der
Vereinbarung zur Digitalisierung mit dem Ministerium für Kultur und
Wissenschaft zwei Förderungen mit jeweils 50.000 Euro ausgeschrieben.
Beide Projekte sind zum 01. Oktober 2021 gestartet und haben eine Laufzeit
von 12 Monaten. Die Vereinbarung zur Digitalisierung läuft insgesamt bis
Ende 2023 und soll die Einführung innovativer Digitalisierungskonzepte an
Hochschulen in Nordrhein-Westfalen unterstützen.

Ausgewählt wurden die Projekte "Prototypische Implementierung von Mixed
Reality-Anwendungen im Bereich des E-Learnings“ (PrIMEL) und "Ausbau einer
Austauschplattform und Schaffung einer Wissensbasis für Anwendungen
Erweiterter Realitäten in der Lehre“ (ASTER).

"Virtuelle Realität ist eine Technologie, mit der viele Lehrinhalte
deutlich anschaulicher präsentiert werden können. Sie erlaubt es außerdem,
Simulationstrainings als Lernbaustein durchzuführen. Über spielerische
Anreize – man spricht hier von gamification – kann eine
Motivationsförderung erreicht werden. Das alles macht es naheliegend, VR-
Technologien als didaktisches Element näher zu betrachten", erklärte Prof.
Dr. Wolfang Deiters, Professor für Gesundheitstechnologien an der HS
Gesundheit, der beide Projekte betreut.

Bei der erweiterten Realität (Augmented Reality, AR) wird die physische
Realität durch das Einblenden zusätzlicher Informationen erweitert, sodass
sich Objekte oder Prozesse detailliert nachvollziehen und erklären lassen.
In der virtuellen Realität (Virtual Reality, VR) hingegen tauchen die
Studierenden – beispielsweise durch VR-Brillen – komplett in eine
computergenerierte Realität ein. Ist keine von beiden Techniken
eingebunden, spricht man von physischer Realität – also von der
„Alltagswelt“.

Das PrIMEL-Projekt widmet sich dem Mixed Reality-Ansatz, bei dem sowohl
Anwendungen auf Basis einer virtuellen Realität als auch Anwendungen der
erweiterten Realität betrachtet werden. Dabei sollen zunächst bereits
existierende Anwendungen identifiziert und dann in der Lehre ausgetestet
werden. Im letzten Schritt sollen dann Studierende und Lehrende angeleitet
werden, auch eigene Anwendungen im Mixed-Reality-Bereich zu erstellen.

Im Rahmen des ASTER-Projektes soll ein "Materialienkoffer" aufgebaut
werden, der auch eine Datenbank von sogenannten Serious Health Games
enthält – gemeint sind VR/AR Anwendungen, die der Ausbildung der
Studierenden im Gesundheitsbereich dienen können. Neben der benötigten
Hard- und Software soll auch ein Feedbacksystem bereitgestellt werden, um
die einzelnen Anwendungen bewerten und die eigenen Erfahrungen mit
Kolleg*innen teilen zu können.

Die entstandenen Materialien aus beiden Projekten sollen im Anschluss auf
dem Landesportal für Studium und Lehre (ORCA.NRW) anderen Hochschulen zur
Verfügung gestellt werden. „Der weitere Ausbau der Digitalisierung in
Studium und Lehre ist uns für die gesundheitsbezogenen Studiengänge ein
wichtiges Anliegen, das auch im Austausch mit anderen Hochschulen viele
Chancen für die qualitative Weiterentwicklung bietet“, so Prof. Dr. Sven
Dieterich, Vizepräsident für Studium und Lehre.

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Ein großes Stück Normalität: Start des Wintersemesters 2021/22 an der NBS

Erhöhte Raumauslastung im 3-G-Modell: aktuelles Foto aus dem UV-Nord-Saal im Studienzentrum Quarree der NBS Hochschule.
Erhöhte Raumauslastung im 3-G-Modell: aktuelles Foto aus dem UV-Nord-Saal im Studienzentrum Quarree der NBS Hochschule.

Drei lange Semester und damit insgesamt eineinhalb Jahre verbrachten
Studierende an Hochschulen in Hamburg, Deutschland und darüber hinaus vor
den Monitoren. An der NBS Northern Business School – University of Applied
Sciences waren es weitaus weniger, da die Hochschule die Option der
Hybrid-Lehre flexibel umzusetzen wusste und einen Teil der Vorlesungen
zweitweise in Präsenz durchführen konnte. Durchgängig bereitgestellt: der
Live-Stream für Online-Teilnehmer. Zum Wintersemester 2021/22 gab der
Hamburger Senat "grünes Licht" für Präsenzlehre im 3-G-Modell. Der
Lehrbetrieb kann somit weitestgehend auf das Normalniveau hochgefahren
werden – zur besonderen Freude der Erstsemester.

Das Studium an einer Präsenzhochschule, wie der NBS Northern Business
School, lebt von dem persönlichen Kontakt mit den Mitstudierenden und
Lehrenden, um Kontakte zu knüpfen und Verständnisfragen unkompliziert und
nachhaltig klären zu können. An der NBS spielt darüber hinaus auch die
ausgeprägte Serviceleistung seitens der Verwaltung, gerade wenn es um
organisatorische Dinge rund um das Studium geht, eine große Rolle.
Obgleich die Hochschule eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte, dass
die Abbildung dieser Aspekte im digitalen Raum möglich ist, kommen
sämtliche Hochschul-Angehörige zu dem Schluss: "Es ist einfach nicht
dasselbe."

So waren das Aufatmen und die Freude in allen Bereichen groß, als die
Hochschulleitung im August verkündete, dass sie die durch den Hamburger
Senat gewährte Option der Durchführung der Präsenzlehre im 3-G-Modell
umsetzen werde. Die Möglichkeit zur Online-Lehre bleibt auch langfristig
und weiterhin erhalten, die hybride Lehrform wurde sogar unabhängig von
dem Eintreten der Corona-Pandemie für das Wintersemester 2021/22 und
nachfolgende geplant – und das für alle Studiengänge und Zeitmodelle.
Insbesondere für berufstätige Studierende bietet diese Neuerung einen
hohen Zuwachs an Flexibilität, wenn nach Feierabend der Laptop aufgeklappt
werden kann, statt sich in den Hamburger Feierabendverkehr zu stellen, um
noch rechtzeitig zur Vorlesung zu kommen.

Die Umbauarbeiten in der Hochschule geschahen rasch: Die Hörsäle wurden
wieder vollständig bestuhlt und gaben ein ganz ungewohntes Bild ab, das
man zuletzt im März 2020 gesehen hatte. Der große Vorteil: Durch die
erhöhte Raumauslastung können weitaus mehr Vorlesungen als zuvor wieder in
Präsenz stattfinden. Sämtliche Sicherheits- und Hygienevorkehrungen wie
die Bereitstellung von Desinfektionsmittel, CO2-Messgeräte und
Kontaktdatenerfassung bleiben dabei unverändert. Auch gilt in den
Studienzentren eine strenge Maskenpflicht mit Ausnahme der Vortragenden,
die dabei wiederum den Mindestabstand zu der ersten Stuhlreihe halten. Es
ist eben doch noch nicht alles wieder im Normalzustand, aber es fühlt sich
zumindest ein großes Stück mehr so an.

Besonders wichtig ist die Aufstockung der Präsenzlehre für die
Erstsemester, die eine Woche vor Vorlesungsbeginn bereits die sogenannten
Orientierungstage im Studienzentrum Quarree absolvierten. Die hohe Quote
der Präsenzteilnahme an jenen Tagen bestätigte den Wunsch der "Erstis",
ihre Kommiliton/-innen live und in Farbe und nicht nur vor den Monitoren
kennenzulernen. An dieser Stelle wünschen wir allen Studienanfänger/-innen
nochmal einen tollen Start in ihr Studium an der NBS!

Die NBS Northern Business School – University of Applied Sciences ist eine
staatlich anerkannte Hochschule, die Vollzeit-Studiengänge sowie berufs-
und ausbildungs-begleitende Studiengänge in Hamburg anbietet. Zum
derzeitigen Studienangebot gehören die Studiengänge Betriebswirtschaft
(B.A.), Sicherheitsmanagement (B.A.), Soziale Arbeit (B.A.) und Real
Estate Management (M.Sc.).

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Apulien – Zwischen zwei Meeren und mit Zipfelmützen-Häusern besuchte Herbert Huber

Monument aus der Antike in Galipoli
Monument aus der Antike in Galipoli

In rund 2 Stunden Flugzeit ist man im Paradies. Apulien (Puglia) wird zu Recht als „ Regina dell’Estate“ bezeichnet. Zur Königin des italienischen Sommers. Auf der Landkarte ist es der Stiefelabsatz mit seiner 800 km langen Küste. Und ganz unten im Salento geben sich die Adria und das Ionische Meer ein Stelldichein. Wir haben uns mit Freunden während 14 Tagen in Land und Leute und das unendlich klare Meer verliebt.

Dass wir vor der Abreise ein gewichtiges Formular ausfüllen mussten, war eigentlich klar. Wir landeten pünktlich um 14 Uhr in Brindisi. Kontrolle und Passbüro allerdings waren geschlossen. He nu so de – Italien halt. Wir freuten uns auf entspannte Menschen auf den Piazza, auf gute Weine und typisches apulisches Essen. Und auf Sehenswürdigkeiten.

Wichtig ist motorisiert zu sein

Anfahrt zur weissen Stadt
Anfahrt zur weissen Stadt

Für Apulien-Entdecker ist ein Gefährt unbedingt empfehlenswert. Uns wurde mit  überschwenglicher „Nachsaison“ Freundlichkeit ein nigelnagelneuer Volvo überreicht. Das Navi System eingerichtet und erklärt. Mit Ziel: Grand Hotel „Costa Brada“ **** unweit von Gallipoli, direkt am Strand. Schneeweiss ragt das Hotel mit seinen rund 60 Zimmern und einer immergrünen Parkanlage in die Landschaft. Alle Zimmer sind gegen das Meer gerichtet. Vor einigen Jahren wurde das Hotel komplett saniert. Alles ist hell und weiss. Blitzblank und mit hellen Marmorböden.

Hotelanlage
Hotelanlage

Der Empfang war sehr freundlich. Unsere, durch das sehr kompetente Reisebüro Rilex in Stans (man hielt uns ständig auf dem Laufenden wenn sich Corona bedingt etwas änderte) angebrachten Wünsche wurden allesamt erfüllt. Die Zimmer sind eher klein, dafür hoch und mit Balkon. Hätten wir was zu beanstanden, na ja, der Architekt für das (Bagno) Douche – WC war wahrscheinlich eher ein Zwerg als ein Riese. Ziemlich eng das Ganze…

Dafür war, welche eine Wonne – für jedes Zimmer am Strand ein fester Platz mit Liegen und Sonnenschirm reserviert.

Bald eingelebt und auf Entdeckungstour

Eingang zu den Trullis in Alberobello
Eingang zu den Trullis in Alberobello

Nach einem erfrischenden morgendlichen Bade mit immer noch 25° Wassertemperatur und karibischer Klarheit des Wassers, besprachen wir mit Otti und Ruth während des reichlichen Frühstücks die Planung für den kommenden Tag. So brachte uns die wohl längste Tagestour mit jeweils 2 Stunden Hin- und Rückfahrt ins Land der Truillis.

Über Lecce fuhren wir italienisch zügig Richtung Alberobello. Sicherheitslinien werden von den meisten Einheimischen bei vorgeschriebenem Tempo gnadenlos überfahren. Tempo – iwo?

Beim Aperitivo.
Beim Aperitivo.

Schon bald ragten in Grüppchen die Spitzdächer zwischen Oliven, Mandel -und Feigenbäumen hervor. Wer hat sie nur erfunden, diese an eine Zipfelmütze erinnernden Häuschen aus Stein? Tatsache ist, dass Alberobello wie eine verwunschene Stadt der Schlümpfe aussieht. Seit 1996 ist sie Unesco Welterbe. Und liegt leicht erhöht auf 403 m über Meer.

Vor einem Wolkenbruch
Vor einem Wolkenbruch

Das Städtchen mit rund 10’000 Einwohnern: ein Auf und Ab mit von Trullis gesäumten Gässchen. Diese Trulli-Architektur stammt aus dem 17.  Jahrhundert. Eine Legende besagt, dass ein Feudalherr diese Häuschen aus Steinen errichten liess. Denn mörtel -und fensterlose Häuser waren steuerfrei. Sie konnten so, bevor die Steuereintreiber anrückten, schnell abgebaut werden. Heute sind viele Trullis bewohnbar. Für Touristen, die das Spezielle lieben. Wir hingegen wurden von einem Platzregen begrüsst – der Einzige übrigens während der 14 Tage von Mitte bis Ende September.

Die apulische Kulinarik – wer sucht der findet.

Frutte die Mare
Frutte die Mare

Die apulische Küche ist geprägt von den Früchten des Meeres. Aus dem Meer fischt man rosarote Krebsschwänze, schwarze Seeigel mit orangefarbigem Fleisch. Diese werden wie die Austern roh gegessen. Wir entscheiden uns eher für Gekochtes und Gebratenes. Doraden, Meerwolf und Schwertfisch – Letzterer butterzart und grilliert. Alle besuchten Lokale aufzuführen, wäre zuviel des Guten. Doch Einige dürfen es sein.

Dorade
Dorade

In Gallipoli das L’Angelo Blu inmitten der Altstadt mit dem besten am Tisch filetierten Dorade und Meerwolf. Im Profumo die Mare südlich unseres Hotels in „Torre de Vado“, direkt am Meer haben wir das beste rotfleischige Tunfisch-Tatar und den zarten grillierten Schwertfisch mit einer innen noch leicht glasigen Krevetten gegessen. Einfach so, ohne zu fragen, überraschte man uns noch mit Muscheln in einem raffiniert gewürzten Tomaten Coulis.

Antico monastero drinnen
Antico monastero drinnen

Mit Freuden erinnern wir uns an das Antico Monastero. Auf dem geschäftigen Dorplatz in Felline mit viertelstündlichem Glockenspiel, welches selbst den Haushund in Rage brachte, stillten wir die Fleischeslust mit einem Teller, beladen mit Grilladen und Würsten. Und auch das musste einmal sein: Pizze –  Riesendinger. saftig und mit knusprigem Teig. Und notabene, mehr als die Hälfte günstiger als bei uns. Logisch, denn Cameriere verdienen so um die 1000 Euro pro Monat.

Bei der Rückkehr klemmte man uns die einzige Busse unter dem Scheibenwischer. Wir parkten den Wagen auf einem Behinderten-Parkplatz, der sehr schlecht beleuchtet war. Immerhin 60 Euro – warten wir ab, was da noch kommen mag.

Wahrhaftig eloquent für 18 Euro
Wahrhaftig eloquent für 18 Euro
Der Autor mit Gattin
Der Autor mit Gattin

Im Casa Tu Martinu in Taviano einem „Ristorante etico“ sind flotte Damen am Werk. Im Garten wird Küche auf hohem Niveau geboten. Ein im Meerwasser pochierter Seeteufel so schnörkellos und auf den Punkt gegart. Oder herrlich zarte „Gnocchis di patate“ und Pittule, kleine Teigbällchen, die aussen knusprig und innen weich sind. Klassisch, süss oder parfumiert mit geschmacksintensiven Zutaten wie Oliven oder Sardellen.

Apropos Oliven: Es ist das flüssige Gold Apuliens, welches jedoch von einem Bakterium bedroht ist. Denn immerhin mit rund 200 Mio Litern gewonnenem Öl ist dieses eine wichtige Einnahmequelle für die Bauern.

Essig vom Feinsten
Essig vom Feinsten

Noch etwas zum Essig: In Touristen-Restaurants wird mehrheitlich Industrie- Balsamico  serviert. In Beutelchen oder Spraydosen (oh Schreck). Ich bin kein Fan von „Sauce italienne“, welche mit  diesem angereichert wird. Schon der Farbe wegen, welcher schneeweissen Mozarella braun färbt und süsslich schmeckt.  Es ist ein Balsamico, welcher mit einer grosszügigen Menge Zuckercouleur (Karamellzucker) künstlich gesäuert und in Stahlfässern zum Essig wird. In den meisten Restaurants, wo Einheimische verkehren, gab’s herrliche Aceti di Vino bianco oder di vino rosso – und natürlich lokales Olivenöl.

Reservieren unerlässlich – auch im September

Auf der Piazza im Monastero
Auf der Piazza im Monastero
Autor Don Eriberto
Autor Don Eriberto

Im Le Macare, einer Trattoria direkt an der Strasse,  man glaubt es kaum, war abends 2x besetzt. Hier genossen wir hausgemachte Pasta (Orechiette und Tagliatelle). Oft werden für unsere Gaumen die „Paste“ zu „al dente“ gekocht.

In Lecce kehrten wir in einem typischen Stadtrestaurant mit dem sinnigen Namen „Semiserio“ mit weiss gedeckten Tischen ein und wurden mit allerbestem „Risotto ai porchini“ überrascht, mit korrekter Wartezeit von 20 Minunten.

Mercato in Galipoli
Mercato in Galipoli

Bei den Weinen verliebten wir uns zweifelsohne in den Negroamaro oder in den apulischen Chardonnay. Die Preise sind für unsere Begriffe äusserst günstig, mit 18 bis 20 Euro die Flasche. Und wie wir erfuhren, erhalten die Beizer von den Lieferanten eine saisonale Rückvergütung, was dazu animiert, den Verkauf anzukurbeln. Und noch etwas: gedruckte Speisekarten gab es nur einmal. Sonst alles per QR Code oder Tablet. Und das Coperto (Gedeck) ist immer separat auf der Rechnung. Zwischen 2 bis 4 Euro pro Person.

Sonnenwunder
Sonnenwunder

Einen speziellen Genuss mit Sonnenuntergang erlebten wir auf der Terrasse im „Il Bastione“ in Gallipoli, der Altstadt, welche trotz Nachsaison vor Lebhaftigkeit nur so strotzt. Reservieren ist vorteilhaft,  da die meisten Ristoranti frühestens ab 19.30 öffnen.

Lecce mus man gesehen haben

Eingang in Lecce
Eingang in Lecce

Für Lecce sollte man sich mindestens einen Tag Zeit nehmen. Um diesen kleingeschnörkelten „ekletisch“ verschlungenen Barock zu bewundern. Die 95’000 Seelenstadt messapischen Ursprungs (Die messapische Sprache ist eine ausgestorbene Sprache, die ehemals von den Messapiern in der heutigen Region Apulien im südöstlichen Italien gesprochen wurde) strotzt nur so von barocker Baukunst, welche die katholische Kirche in Lecce und im Salento allgemein, als Reaktion auf die Reformation geradezu explodieren liess. Lebhaft geht’s zu in Lecce. Die Flaniermeilen und die saisonbedingt mässig belebten Plätze vermeiden ein Gedränge. Welches, wie man uns sagte, im Juli und August (fast) zur Plage für die Einheimischen werde. Manch ein Leccianer wünsche sich dann den Touristenrummel im Sommer ins Pfefferland.

Das beste Thunfisch Tatar
Das beste Thunfisch Tatar

So genossen wir die Nachsaison und nahmen Abschied von Apulien. Dort wo sich das  „adriatico“ und das „ionische“ Meer ein beeindruckendes Stelldichein geben:

Risotto ai porchini
Risotto ai porchini

in Santa Maria di Leuca. Im gepflegten Strandrestaurant Albachiara briet man uns zum letzten Mal Frischfisch und kochte Spaghetti mit Zackenbarsch. Und die 93 Jahre alte Mama war hocherfreut ob der sympathischen Svizzeri. Der Sonnenuntergang liess uns leise Wehmut aufkommen. In der Hoffnung aber, dieses Apulien wieder einmal zu besuchen. Denn noch Vieles gäbe es zu entdecken, z.B.  die Gegend rund um Bari, oder ein Weingut, oder Ostuni, die weisse Stadt, wo wir nur kurze Zeit waren, oder gar einen Besuch in der „Kochschule“ im Castello von Ugento, mit Michelin Sterne Küche….Arrivederci Puglia!

Kleine Fotodiashow zur Kolumne:

fotodiashows.wordpress.com/2021/10/07/apulien-zwischen-zwei-meeren-und-mit-zipfelmutzen-hausern-besuchte-herbert-huber/

Text und Fotos:  www.herberthuber.ch

 

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