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Verheerende Auswirkungen von Insektenvernichtungsmittel

Neonicotinoide beeinflussen menschliche Neurone und schädigen potentiell
somit nicht nur Insektenzellen

Neonicotinoide sind synthetisch hergestellte Wirkstoffe, die zur
Bekämpfung von Insekten eingesetzt werden.  Aufgesprüht auf
landwirtschaftlich kultivierte Pflanzen wirken sie zuverlässig als
Kontakt- und Fraßgift. Forschende des NMI Naturwissenschaftlichen und
Medizinischen Instituts in Reutlingen publizierten gemeinsam mit der
Universität Konstanz und anderen kürzlich, dass Neonicotinoide, ähnlich
wie das in der Tabakpflanze enthaltene Nikotin, menschliche Neurone
funktionell beeinflussen.

Das gefährliche Potential der Neonicotinoide
Neonicotinoide sind systemische Insektizide, die sich in der behandelten
Pflanze, von der Wurzel bis zum Blatt, gänzlich verteilen. Schädigt ein
Insekt die Pflanze beginnt der Wirkungsmechanismus der Neonicotinoide. Die
aufgenommene Substanz bindet an nikotinische Acetylcholinrezeptoren von
Nervenzellen. Auf diese Weise wird die Weiterleitung von neuronalen
Informationen dauerhaft gestört. Die anhaltende Signalübertragung zwischen
den einzelnen Nervenzellen führt letzten Endes zum Tod des Insekts. Eine
bislang unterschätzte Problematik der Pestizide ist, dass neben der
Originalsubstanz auch deren Abbauprodukte, also Zwischenstufen des
Ausgangstoffs, eine schädliche Wirkung haben können.
Lange ging man davon aus, dass die durch das Insektizid hervorgerufene
neuronale Störung spezifisch für Insekten sei. Mehrere Studien konnten
allerdings bestätigen, dass die Insektizide ebenfalls nachteilige Effekte
auf Säugetierzellen haben. Die Verwendung mehrere Neonicotinoide wurden
seit 2018 in der europäischen Union bereits verboten beziehungsweise
eingeschränkt, da sie nachweislich als bienenschädlich gelten. Dass die
schädlichen Insektenvernichtungsmittel immer noch auf importierten
Lebensmitteln zu finden sind, scheint dabei in den Hintergrund zu rücken.
Zudem werden weiterhin Notfallgenehmigungen zur Nutzung des Insektizids
von der EU gewährt.

Abbauprodukt von Insektizid vergleichbar mit Nikotin
Forschende des NMI fanden jüngst mit Hilfe humanen LUHMES (LUnd Human
MESencephalic) Zellen heraus, dass Neonicotinoide einen erheblichen Effekt
auf Nervenzellen haben. Dazu wurden im Labor aus den LUHMES Zellen ein
bestimmter Typus von Nervenzellen generiert, sogenannte dopaminerge
Neurone. Diese Art von Neuronen ist im Gehirn von Säugetieren an einer
Vielzahl biologischer Prozesse beteiligt, unter anderem der Bewegung und
Motivation. Bereits in der Vergangenheit erwiesen sich die LUHMES Zellen
als ein passendes Modellsystem um die Toxizität von Substanzen auf
menschliche Nervenzellen zu untersuchen. Die Verwendung eines humanen
Zellmodels sei „ein großer Vorteil, für humane Toxizitätsbeurteilungen“,
so Dr. Udo Kraushaar, Gruppenleiter Elektrophysiologie am NMI. Die
Vergangenheit zeigt, dass Studien an Nagern nicht immer geeignet sind, um
aussagekräftige Toxizitätsbeurteilungen zu gewährleisten, die systemischen
Unterschiede zwischen Mensch und Nager seien zu groß.
Nun wurden verschiedene Neonicotinoide und insbesondere ein Abbauprodukt
des Neonicotinoids Imidacloprid mit dem bekannten Wirkstoff Nikotin
verglichen. Gibt man die zu testende Substanz auf die Nervenzellen, kommt
es zu einer Änderung des elektrischen Membranpotentials.  Diese
Potentialänderung wiederum bewirkt, dass sich Calciumkanäle, die in die
Membran der Zellen eingelassen sind, öffnen und den Einstrom von Calcium
in die Zelle ermöglichen.  Dieser Zufluss von Calcium in die Zelle kann
durch ein bildgebendes Verfahren visualisiert und gemessen werden. Die
Ergebnisse der Studie zeigten, dass ein Abbauprodukt des Neonicotinoids
Imidacloprid deutlich stärkere Auswirkungen auf Neurone hat, als sein
Ausgangsstoff. Die Wirksamkeit ist vergleichbar mit Nikotin und als akute
Störsubstanz auf das humanen Neuronenmodell messbar. „Weitere Effekte auf
die neuronale Entwicklung sind nicht auszuschließen, müssen allerdings
noch erforscht werden“ bestätigte Kraushaar.

Dies Arbeit wurde gefördert durch das Land Berlin (LTB-P769), das
Promotionsprogramm InViTe und das 3R-Zentrum des Ministeriums für
Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK Baden-
Württemberg), der EFSA, der DK-EPA (MST-667-00205). Das Projekt wurde mit
Mitteln aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 unter den
FKZ Nr. 681002 (EU-ToxRisk), Nr. 964537 (RISK-HUNT3R), Nr. 964518
(ToxFree) und Nr. 825759 (ENDpoiNTs) unterstützt, sowie durch das
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg.

Publikation:
Loser, D., et al. Acute effects of the imidacloprid metabolite desnitro-
imidacloprid on human nACh receptors relevant for neuronal signaling. Arch
Toxicol (2021). https://doi.org/10.1007/s00204-021-03168-z

Über das NMI
Das NMI Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut in Reutlingen ist
eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung und betreibt
anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und
Materialwissenschaften. Es verfügt über ein einmaliges, interdisziplinäres
Kompetenzspektrum für F&E- sowie Dienstleistungsangebote für regional und
international tätige Unternehmen. Dabei richtet sich das Institut
gleichermaßen an die Gesundheitswirtschaft sowie Industriebranchen mit
werkstofftechnischen und qualitätsorientierten Fragestellungen wie
Fahrzeug-, Maschinen- und Werkzeugbau.

Das Forschungsinstitut gliedert sich in drei Geschäftsbereiche, die durch
ein gemeinsames Leitbild miteinander verbunden sind: Die Suche nach
technischen Lösungen erfolgt stets nach höchsten wissenschaftlichen
Standards. Im Geschäftsfeld Pharma und Biotech unterstützt das NMI die
Entwicklung neuer Medikamente mit biochemischen, molekular- und
zellbiologischen Methoden. Der Bereich Biomedizin und
Materialwissenschaften erforscht und entwickelt Zukunftstechnologien wie
die personalisierte Medizin und Mikromedizin für neue diagnostische und
therapeutische Ansätze. Im Fokus des Dienstleistungsangebotes steht für
Kunden die Strukturierung und Funktionalisierung von Werkstoffen und deren
Oberflächen. Im Geschäftsfeld Analytik und Elektronenmikroskopie werden
analytische Fragestellungen beantwortet.

Über die Landesgrenzen hinaus ist das NMI für sein Inkubatorkonzept für
Existenzgründer mit bio- und materialwissenschaftlichem Hintergrund
bekannt.
www.nmi.de

Das NMI Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut in Reutlingen
wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes
Baden-Württemberg unterstützt und ist Mitglied der Innovationsallianz
Baden-Württemberg, einem Zusammenschluss von 12 außeruniversitären und
wirtschaftsnahen Forschungsinstituten.
www.innbw.de

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Autonome Systeme erfordern Paradigmenwechsel im Safety Engineering

Kooperationsprojekt von Fraunhofer IESE, Fraunhofer IKS und der
Universität York soll Markteinführung durch neue Sicherheitsarchitektur
beschleunigen

Im neuen Forschungsprojekt ICON »LOPAAS« (Layers of Protection
Architecture for Autonomous Systems) entwickelt das Fraunhofer IESE
gemeinsam mit dem Fraunhofer IKS und der Universität York in England mit
dem Assuring Autonomy International Programm (AAIP) eine Vorgehensweise,
um autonome Systeme und insbesondere autonome Fahrzeuge abzusichern. Das
interne Fraunhofer-Förderprogramm »ICON – International Cooperation and
Networking« unterstützt bilaterale Kooperationsprojekte mit international
herausragenden Universitäten und außeruniversitären
Forschungseinrichtungen. In den kommenden drei Jahren stehen 3 Millionen
Euro für die Kollaboration zur Verfügung, um den notwendigen
Paradigmenwechsel im Safety Engineering autonomer Systeme herbeizuführen.

Die Markteinführung von autonomen Systemen und insbesondere dem
automatisierten Fahren birgt viele Herausforderungen. Eine wesentliche
Herausforderung besteht darin, die Sicherheit zu gewährleisten, ohne dabei
mit so starken Einschränkungen hinsichtlich Geschwindigkeit und anderer
Faktoren zu arbeiten, dass der Mehrwert verschwindet. Genau diese
Herausforderung wurde bisher in vielen Prognosen unterschätzt, und auch
die Pilotstudien der Automobilhersteller bestätigen die Wahrnehmung der
Passagiere, dass autonome Fahrzeuge meist langsam und zögerlich sind.

Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, das
Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS und die Universität York
forschen seit Jahren an dieser Thematik und treiben den Stand der
Wissenschaft und Technik voran. Mithilfe des ICON-Projekts bündeln die
Partner nun ihre Forschungskompetenzen, um eine
Referenzsicherheitsarchitektur und -argumentation für automatisiertes
Fahren und autonome Systeme zu entwickeln. Dazu gehört insbesondere das
»dynamische Risikomanagement«, welches dem Fahrzeug ein besseres
»Verständnis« der aktuellen Risiken der Fahrsituation gibt. Das dynamische
Risikomanagement berücksichtigt nicht nur externe Einflussfaktoren wie das
Fahrverhalten anderer Verkehrsteilnehmer, sondern auch interne Faktoren
wie die Unsicherheiten bei der Wahrnehmung der aktuellen Situation. Die
Berücksichtigung von Unsicherheiten in der Sicherheitsarchitektur bietet
neue Möglichkeiten, Künstliche Intelligenz (KI) für sicherheitskritische
Aufgaben zu nutzen. Sie beschreibt, wie externe und interne
Einflussfaktoren verwendet werden können, um Risiken im laufenden Betrieb
automatisiert zu bestimmen und zu kontrollieren.

Das langfristige Ziel des Projekts ist es, autonomen Fahrzeuge zu
ermöglichen, schneller und unbeirrter zu fahren, da sie Risiken sicherer
und genauer abschätzen können. Die Ergebnisse des Projekts sollen
anschließend für den Technologietransfer in die Standardisierung und
Normierung einfließen.

Die Projektpartner – wer bringt welche Expertise ein?
Das Fraunhofer IESE und das Fraunhofer IKS sind die beiden führenden
Fraunhofer-Institute im Bereich Safety Engineering autonomer Systeme.
Zusammen mit der Universität York, die international als die zentrale
Forschungseinrichtung auf dem Gebiet Safety gilt, und dem Assuring
Autonomy International Programm entsteht ein Konsortium, das einen
prägenden Einfluss auf das autonome Fahren der Zukunft nehmen kann.

»Für das IESE ist das Thema »Autonome Systeme« von besonderer Relevanz, da
das Systems- und Software-Engineering der entscheidende Erfolgsfaktor für
die rechtzeitige Einführung und den verlässlichen Betrieb autonomer
Systeme ist. Im ICON-Projekt bringen wir insbesondere unsere Expertise im
dynamischen Risikomanagement ein, das autonome Systeme befähigt, die
Risiken ihrer Handlungsoptionen situationsspezifisch abzuschätzen und zu
kontrollieren«, so Dr. Rasmus Adler, Program Manager »Autonomous Systems«
am Fraunhofer IESE und Projektleiter von ICON »LOPAAS«.

Der Fokus des ICON-Projekts passt ebenso zur strategischen Ausrichtung des
Fraunhofer IKS. Das IKS konzentriert sich in dem Forschungsprojekt auf
vertrauenswürdige KI-basierte Situationserkennungen sowie eine
Laufzeitüberwachung der damit verbundenen Unsicherheiten.

ICON »LOPAAS« sorgt für Umbruch im Safety Engineering
Die Absicherung autonomer Systeme bedarf eines Paradigmenwechsels im
Safety Engineering. Es müssen viele neue Aspekte berücksichtigt werden,
wie die Verwendung von KI-basierten Algorithmen in sicherheitsrelevanten
Anwendungen und automatisierte Risikobewertungen. Die Expertise der
Universität York, die bereits seit über 30 Jahren an der Absicherung von
software-basierten Systemen forscht und maßgeblich den heutigen Standard
im Safety Engineering geprägt hat, ist entscheidend, um einen neuen
wissenschaftlichen Konsens zu schaffen und in einem überzeugenden,
strukturierten Sicherheitsnachweis darzustellen.

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Gewinner des 1. International Circus Awards aus fünf Ländern bekannt gegeben Veranstaltet vom Contemporary Circus and Immersive Arts Center

Die Gewinner der ersten International Circus Awards wurden am Samstag, den 9. Oktober in einer Online-Zeremonie bekannt gegeben. Die Siege gehen an Produktionen in Australien, Kanada, Mexiko, Südafrika und den Vereinigten Staaten .

„Ich denke, die Vielfalt der Gewinner zeigt die unglaubliche Kreativität in der Zirkuswelt im Moment“, sagte Aaron Marquise, Executive Director des Contemporary Circus and Immersive Arts Center und Gastgeber der ICA-Zeremonie die Auszeichnungen gefegt. "Das Abstimmungskomitee sah eine Vielzahl von Aufführungen und entschied sich, mehrere verschiedene Shows aus der ganzen Welt anzuerkennen."

Das Contemporary Circus and Immersive Arts Center, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Troy, NY, USA, hat den ICA ins Leben gerufen, um professionelle Zirkusunternehmen, Künstler und Produzenten aus der ganzen Welt für ihre herausragenden Leistungen zu würdigen.


Drei Siege für „The Pulse“ von Gravity & Other Myths Circus Co. in Australien

„The Pulse“, eine Produktion der Zirkusfirma Gravity & Other Myths in Australien, gewann die Auszeichnungen „Outstanding Production“, „Outstanding Achievement in Circography“ und „Outstanding Achievement in Design“.


[Bildunterschrift: „The Pulse“, eine Produktion von Gravity & Other Myth. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Carnival Cinema.) ]


Drei Siege für „Moya“ vom Zip Zap Circus aus Kapstadt, Südafrika

„Moya“, eine digitale Produktion von Zip Zap Circus (aus Kapstadt, Südafrika) & Sabine Van Rensburg (aus Südafrika), Brin Schoelkopf (aus den Vereinigten Staaten) und Samuel Renaud (aus Kanada), gewann „Outstanding Digital Produktion“ und „CircusTalk Critics Choice Award“. Phelelani Ndakrokra gewann auch „Outstanding Performance by an Artist“ für seinen Auftritt in „Moya“.


[Bildunterschrift: Produktionsfoto von „Moya“, einer digitalen Produktion des Zip Zap Circus aus Kapstadt, Südafrika. (Foto zur Verfügung gestellt).]

Cirque Barcode aus Montreal, Kanada, wurde mit seiner Produktion „Sweat and Ink“ als „Outstanding Emerging Company“ ausgezeichnet.

Cirque Barcode aus Montreal, Kanada, wurde mit seiner Produktion „Sweat and Ink“ als „Outstanding Emerging Company“ ausgezeichnet. „Se prendre“ von LION LION wurde mit „Outstanding Achievement in Dramaturgy“ ausgezeichnet. „AURA“ von Cirko Alebrije aus Guadalajara, Mexiko, wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.


[Werbefoto von Cirque Barcodes „Sweat & Ink“ (bereitgestellt)]

Foto von Se Prendre von LION LION
[Foto aus „Se prendre“, von LION LION (zur Verfügung gestellt).]


Die ICA-Zeremonie wurde nach den Academy Awards gestaltet und begann mit einer choreografierten Eröffnungsnummer, die der Frage nachging: Was ist Circus? Zu den Moderatoren gehörten Daniel Lamarre, der CEO von Cirque du Soleil, und Gypsy Snider, Zirkuschoreograf für die mit dem Tony ausgezeichnete Wiederaufnahme von „Pippin“. Die Sendung wurde diesen Monat mit Moderatoren aus der Ferne aufgezeichnet und Marquise moderierte von der historischen Troy Savings Bank Music Hall in Troy, NY, einem weltberühmten Veranstaltungsort.

Große Gewinner: Gravity & Other Myths, Zip Zap Circus

Zwei Zirkuskompanien wurden am Samstag mehrfach ausgezeichnet: Gravity & Other Myths, eine akrobatische zeitgenössische Zirkuskompanie mit Sitz in Adelaide, Südaustralien; und Zip Zap Circus, ein sozialer und professioneller Zirkus mit Sitz in Kapstadt, Südafrika.

Die drei Performance-Teams von Gravity & Other Myths, die typischerweise gleichzeitig in verschiedenen Ländern touren, kamen in „The Pulse“ zum ersten Mal in einer einzigen Produktion zusammen. Die 30 Akrobaten wurden zusammen mit 30 Sängern von Aurora (Young Adelaide Voices) auf der Bühne für diese gewagte Show zu den Themen Gemeinschaft, körperliche Berührung und wie Menschen auf kontinuierliche Veränderungen reagieren.

Gravity and Other Myths wurde 2009 gegründet. Ihr Erstlingswerk „A Simple Space“ wurde mehr als 850 Mal in 34 Ländern aufgeführt.

Der Zip Zap Circus mit Sitz in Kapstadt, Südafrika, ist ein professioneller und sozialer Zirkus, der Zirkuskunst einsetzt, um junge Menschen aus allen Gesellschaftsschichten zu inspirieren und zu befähigen, ihr Schicksal zu verfolgen. Zip Zap wurde 1992 von Brent van Rensburg und Laurence Estève gegründet. Ihre Tochter Sabine van Rensburg führte zusammen mit Brin Schoellkopf und Samuel Renaud bei „Moya“ Regie.

„Moya“ feiert Südafrikas kulturelle Vielfalt, inspiriert von Nelson Mandelas Traum von einer „Regenbogennation“. Der Protagonist reist durch verschiedene Landschaften und beginnt seine Reise der Selbstfindung durch die Magie des Zirkus. „Moya“ ist eine starke Darstellung dessen, wofür Zip Zap Circus letztendlich steht – es spiegelt die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser multikulturellen Besetzung und Nation wider.

Nicht nur Ihr „Big Top“-Zirkus

Während viele das Wort „Zirkus“ hören und an Tiere, Erdnüsse und „Big Top“ Großarenen denken, gibt es bei modernen Zirkusproduktionen eine große Vielfalt. „Contemporary Circus“-Unternehmen zum Beispiel verwenden keine Tiere, sondern konzentrieren sich stattdessen auf die unglaublichen Fähigkeiten des menschlichen Körpers, Geschichten zu erzählen, typischerweise in kleineren und intimeren Umgebungen.

Der CCIAC hat sich entschieden, bei Einreichungen beim ICA nicht „Zirkus“ zu definieren.

„Die Produktionen unter unseren Nominierten können bestimmte Elemente enthalten – wie Akrobatik, Jonglieren, Clownerie, Tanz und Bewegung – die im traditionellen Zirkus, wie viele Leute ihn kennen, vorhanden sein können oder nicht“, sagte Marquise. „Aber wenn ein Künstler oder eine Firma ihre Produktion ‚Zirkus‘ nennt, wer sollen wir dann sagen, dass sie es nicht ist?“

Bereicherung der internationalen Zirkusgemeinschaft

Der CCIAC erhielt 60 Einreichungen aus 21 Ländern. 34 Juroren aus 16 Ländern bewerten die Nominierten in den zugesprochenen Kategorien nach drei Kriterien: Wirkung, Originalität und Exzellenz.

[Bildunterschrift, oben rechts, Produktionsfoto von „Moya“, einer digitalen Produktion des Zip Zap Circus aus Kapstadt, Südafrika. (Foto zur Verfügung gestellt).]

„Wir haben drei Methoden entwickelt, um die Arbeit zu messen, die sich unabhängig von finanziellen und physischen Ressourcen für alle Gemeinschaften fair anfühlt“, sagte Marquise.

Marquise sagt, dass es wichtig ist, dass dieses Preisverleihungsprogramm international ausgerichtet ist, da viele Länder und Regionen auf der ganzen Welt ihre eigene unverwechselbare Zirkuskultur haben.

„Ich fand es unglaublich inspirierend, die Zeremonie zu verfolgen und zu sehen, was all diese verschiedenen Künstler aus der ganzen Welt in unsere Branche einbringen“, sagte Marquis. „Wir sind allen Personen und Unternehmen dankbar, die dies möglich gemacht haben, und freuen uns darauf, dies im nächsten Jahr wachsen zu sehen.“


[Foto von „SIX°“ von FLIP Fabrique (zur Verfügung gestellt).]


[Foto aus „La Galerie“ von Machine de Cirque (zur Verfügung gestellt).]


Nicht nur Ihr „Big Top“-Zirkus

Während viele das Wort „Zirkus“ hören und an Tiere, Erdnüsse und „Big Top“ Großarenen denken, gibt es bei modernen Zirkusproduktionen eine große Vielfalt. „Contemporary Circus“-Unternehmen zum Beispiel verwenden keine Tiere, sondern konzentrieren sich stattdessen auf die unglaublichen Fähigkeiten des menschlichen Körpers, Geschichten zu erzählen, typischerweise in kleineren und intimeren Umgebungen.

Der CCIAC hat sich entschieden, bei Einreichungen beim ICA nicht „Zirkus“ zu definieren.

„Die Produktionen unserer Nominierten können bestimmte Elemente enthalten – wie Akrobatik, Jonglieren, Clownerie, Tanz und Bewegung – die im traditionellen Zirkus, wie viele Leute ihn kennen, vorhanden sein können oder nicht“, sagte Marquise. „Aber wenn ein Künstler oder eine Firma ihre Produktion ‚Zirkus‘ nennt, wer sollen wir dann sagen, dass sie es nicht ist?“

Aaron Marquise als ICA-Gastgeber
[Bildunterschrift: Screenshot aus der Übertragung der ICA-Zeremonie. Aaron Marquise, Geschäftsführer des Contemporary Circus and Immersive Arts Center und Gastgeber der ICA-Zeremonie. ]


[Bildunterschrift: Screenshot von der Ausstrahlung der ICA-Zeremonie. Aaron Marquise, Geschäftsführer des Contemporary Circus and Immersive Arts Center und Gastgeber der ICA-Zeremonie mit der Troy Dance Academy. ]


[Werbefoto von Cirque Barcodes „Sweat & Ink“ (bereitgestellt)]

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Colloquium Fundamentale: Wissenschaft in der Politik

"Hört auf die Wissenschaft“ ist eine populäre Forderung an die Politik.
Doch wie können wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich ins politische
Handeln übersetzt werden? Diese Frage steht im Fokus des Colloquium
Fundamentale „Wissenschaft in der Politik. Von den Potenzialen und
Problemen einer komplexen Beziehung“. Die Vortragsreihe des ZAK | Zentrum
für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am Karlsruher
Institut für Technologie (KIT) wird eröffnet von Professorin Senja Post,
neue wissenschaftliche Leiterin des ZAK, am Donnerstag, 28. Oktober 2021,
um 18:00 Uhr live auf dem ZAK-YouTube-Kanal: www.youtube.de/ZAKVideoclips.

Die Wissenschaft ist eine wichtige Ressource moderner Gesellschaften:
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diagnostizieren Probleme wie die
Ausbreitung von Viren, Mangelernährung oder den Klimawandel und entwickeln
Möglichkeiten zu ihrer Bewältigung wie Impfungen, neue
Züchtungstechnologien oder CO2-freie Mobilitätsantriebe. Diese Ressource
können Gesellschaften allerdings nur dann ideal ausschöpfen, wenn Politik
die wissenschaftlichen Erkenntnisse nutzt, um möglichst rationale
Entscheidungen herbeizuführen. Doch wie gut gelingt das und wie kann es
besser gelingen?

Diskussionen zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik

Im Colloquium Fundamentale diskutieren Expertinnen und Experten
unterschiedlicher Disziplinen über das Verhältnis von Wissenschaft und
Politik. „Die Herausforderung beginnt schon bei der Frage, inwieweit
Wissenschaft und Politik vereinbar sind“, sagt Professorin Senja Post,
wissenschaftliche Leiterin der Vortragsreihe. „Schließlich sind
Politikerinnen und Politiker nicht die Exekutive der Wissenschaft. Wir
wollen deshalb im Colloquium Fundamentale über Zielkonflikte diskutieren,
über die Funktionen der wissenschaftlichen Politikberatung, aber auch über
die Rolle der Medien.“
In ihrem Einführungsvortrag spricht Post über Beiträge von
Medienschaffenden und Forschenden zur Politisierung von Wissenschaft in
öffentlichen Kontroversen um Umwelt und Technologie. Sie wirft damit
einige Schlaglichter auf das Verhältnis zwischen Öffentlichkeit,
Wissenschaft und Politik, die im Laufe der Vortragsreihe vertieft werden.

Das Colloquium Fundamentale findet an den unten genannten Terminen jeweils
um 18:00 Uhr statt. Die Vorträge werden online live gesendet über den
YouTube-Kanal des ZAK: <www.youtube.de/ZAKVideoclips>. Eine moderierte
Diskussion mit dem Publikum schließt sich an.

Programm

Donnerstag, 28. Oktober 2021: Politisierte Debatten um Umwelt, Technologie
und Wissenschaft
Prof. Senja Post, Professorin für Wissenschaftskommunikation mit dem
Schwerpunkt Wirkung/Transfer am Institut für Technikzukünfte am KIT und
wissenschaftliche Leiterin des ZAK

Donnerstag, 18. November 2021: Soll die Politik der Wissenschaft folgen?
Dr. Alexander Bogner, Privatdozent für Soziologie in Wien und Senior
Scientist am Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften

Donnerstag, 2. Dezember 2021: Auf was soll man sich denn sonst verlassen –
Zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik
Prof. Klaus Kornwachs, vorm. Lehrstuhl für Technikphilosophie an der BTU
Cottbus, Honorarprofessor am Humboldt Studienzentrum für
Geisteswissenschaften an der Universität Ulm und Honorary Professor, China
Intelligent Urbanization Co-Creation Center at Tongji University, Shanghai

Donnerstag, 9. Dezember 2021: Politikberatung in der Corona-Pandemie. Ein
internationaler Vergleich
Prof. Andreas Busch, Professor für Vergleichende Politikwissenschaft und
Politische Ökonomie, Georg-August-Universität Göttingen

Donnerstag, 13. Januar 2022: Welchen Journalismus über Wissenschaft
braucht die Demokratie?
Volker Stollorz, Geschäftsführer Science Media Center Germany

Donnerstag, 20. Januar 2022: Vom Laien zum selbsternannten Experten –
Folgen von Selbstüberschätzung des eigenen Wissens für den
Meinungsbildungsprozess bei wissenschaftlichen Themen
Dr. Svenja Schäfer, Universitätsassistentin (Postdoc) in der Political
Communication Research Group der Universität Wien

Bildunterschrift: Nicht zuletzt bei Themen wie künftige Mobilität und
Klimawandel kann die Wissenschaft Impulsgeber für die Politik sein. Dem
Thema „Wissenschaft in der Politik“ widmet sich das Colloquium
Fundamentale im Wintersemester. (Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT)

Kontakt für diese Presseinformation:
Anna Moosmüller, ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und
Studium Generale, Tel.: +49 721 608-48027, E-Mail:
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und
vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den
globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie,
Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 600
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in
Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften
zusammen. Seine 23 300 Studierenden bereitet das KIT durch ein
forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle
Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die
Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und
Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und
Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der
deutschen Exzellenzuniversitäten.

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