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Herz unter Druck – Bluthochdruck Thema der Herzwochen 2021 (2)

Herzwochen der Deutschen Herzstiftung informieren über Ursachen, Diagnose,
Therapie und Gefahren des „stillen Killers“ für Herz und andere Organe

Etwa ein Drittel aller Erwachsenen in Deutschland hat einen zu hohen
Blutdruck, das sind ca. 20 Millionen Menschen (Robert Koch-Institut).
Viele von ihnen haben Bluthochdruck ohne es zu wissen – das ist
besorgniserregend. Denn die häufigste Volkskrankheit Bluthochdruck gilt
als wesentlicher Grund für einen vorzeitigen Tod und ist einer der
wichtigsten Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen wie
Herzinfarkt, Schlaganfall, Hirnblutung, Herzschwäche,
Herzrhythmusstörungen oder andere Erkrankungen wie Nierenversagen. „Leider
führen oft erst die schwerwiegenden Folgen eines unbehandelten Hochdrucks
die betroffenen Personen zum Arzt. Dem wollen wir mit gezielter Aufklärung
entgegenwirken. Bluthochdruck lässt sich mit Hilfe von Medikamenten und
einem gesunden Lebensstil sehr gut behandeln“, betont Prof. Dr. med.
Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.
„Gemeinsam mit Unterstützung der Medien wollen wir die Öffentlichkeit für
die Gefahren des Bluthochdrucks sowie für die Wichtigkeit der
Blutdruckmessung und der konsequenten Behandlung und Prävention
sensibilisieren.“ Dazu hat die Deutsche Herzstiftung die Volkskrankheit
zum Thema der Herzwochen 2021 unter dem Motto „Herz unter Druck“ gewählt.
Infos unter: www.herzstiftung.de/herzwochen2021 Vom 1. bis zum 30.
November informiert Deutschlands größte Aufklärungskampagne auf dem Gebiet
der Herzerkrankungen mit kostenfreien Informationen (digital/Print) und
mehreren Hundert Aktionen von Kliniken, Arztpraxen und
Gesundheitsinstitutionen über die Volkskrankheit Bluthochdruck. Die
Kampagne richtet sich an Patientinnen und Patienten sowie Angehörige,
Interessierte und medizinische Fachkräfte.

Blutdruck frühzeitig messen und Medikamente nicht absetzen
Das Tückische an dem „stillen Killer“: Bluthochdruck kann auch trotz hoher
Blutdruckwerte ohne Beschwerden verlaufen und deswegen jahrelang
unbehandelt oder gar unentdeckt bleiben. Jeder sollte deshalb seinen
Blutdruck kennen und ihn ab 40 regelmäßig messen oder beim Arzt messen
lassen. Bei familiärer Vorbelastung ist eine routinemäßige Untersuchung
des Blutdrucks auch schon früher sinnvoll. „Millionen von Männern und
Frauen kennen ihren Blutdruck überhaupt nicht, weil sie ihn nicht messen
lassen. Sie laufen Gefahr einer schleichenden schwerwiegenden Schädigung
ihrer Gefäße und Organe“, so Voigtländer, Kardiologe und Intensivmediziner
am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) in Frankfurt am Main. Viel
zu wenig bekannt sei, dass ein normaler oder niedriger Blutdruck im Laufe
des Lebens sich sehr oft in einen hohen Blutdruck verwandelt. Je älter ein
Mensch wird, desto wahrscheinlicher wird es, dass er Bluthochdruck
entwickelt. Bei den über 60-Jährigen liegt der Anteil der Menschen mit
Bluthochdruck bei über 60 Prozent. Die Herzstiftung appelliert deshalb an
alle Menschen, regelmäßig ihren Blutdruck zu messen. „Bei jedem
Arztbesuch, wenn man zum Hausarzt wegen eines neuen Rezepts geht oder zur
Augenärztin wegen einer Brille, kann man darum bitten, dass der Blutdruck
gemessen wird“, so der Herzstiftungs-Vorstand. Die inkonsequente Einnahme
der blutdrucksenkenden Medikamente ist ein weiterer kritischer Punkt:
Bluthochdruckpatienten nehmen oftmals ihre Medikamente nicht – wegen
tatsächlicher oder vermuteter Nebenwirkungen –, vermindern die Dosierung
oder brechen die Therapie ganz ab. Häufig sind den Patienten nicht
ausreichend die Wirkungen und Nebenwirkungen der Blutdruckmedikamente
bekannt.

Hochdruckexperten informieren in Video-Filmen und neuer Broschüre
Ziel der Herzstiftung und ihrer Herzwochen ist es, umfassend über
Bluthochdruck zu informieren und möglichst viele Menschen dafür zu
gewinnen, ihren Blutdruck messen zu lassen.  In zahlreichen Videos
informieren Bluthochdruckexperten auf dem YouTube-Kanal der Herzstiftung
unter www.herzstiftung.de/herzwochen2021-videos über Ursachen, Behandlung,
und Vorbeugung des Bluthochdrucks. Darüber hinaus informieren. Experten
verständlich in der neuen Broschüre „Bluthochdruck: Herz und Gefäße
schützen“ über das Thema. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der
Behandlung des Bluthochdrucks.
- Was ist Bluthochdruck und wie wird der Blutdruck gemessen?
- Ursachen des Bluthochdrucks: Vererbung, Alter, Lebensstil,
Stress/Stressbewältigung
- Bluthochdruck und seine Folgen wie Schlaganfall, Herzinfarkt,
Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Nierenversagen
- Medikamente: Welche senken den hohen Blutdruck? Was sind ihre
Nebenwirkungen?
- Wann muss Bluthochdruck behandelt werden?
- Die Bedeutung des Lebensstils bei der Behandlung und was man selbst tun
kann
- Sport und Blutdrucksenkung: Welche Sportart bei welchen Werten?
- Bluthochdruckkrise – was tun?
- Bluthochdruck bei Kindern: Wie kommt es dazu? Welche Rolle spielen
Lebensstilfaktoren wie Übergewicht und familiäre Vorbelastung?

Die Herzwochen unter dem Motto „Herz unter Druck“ richten sich an alle,
denn jeder kann – auch bereits im Kindesalter – von Bluthochdruck und den
daraus schwerwiegenden Folgen betroffen sein. An der Aufklärungskampagne
beteiligen sich Kliniken, niedergelassene Kardiologen, Krankenkassen und
Betriebe. Infos zu Vortragsveranstaltungen, Online-Beiträgen,
Telefonaktionen und Ratgeber-Angeboten (Text, Video, Audio) sind unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021 abrufbar oder per Tel. 069 955128-333
zu erfragen

Herzwochen-Broschüre zu Bluthochdruck – die stille Gefahr
Zu den vielfältigen Herzwochen-Aktionen zählt die Broschüre
„Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“, in der renommierte
Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und
Therapie des Bluthochdrucks informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Prävention.  Die 130 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung
kostenfrei angefordert werden unter www.herzstiftung.de/bestellung oder
per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder Tel. 069 955128-400.

Informieren Sie sich über die Herzwochen in den sozialen Medien der
Herzstiftung unter:
https://www.facebook.com/deutsche.herzstiftung/
https://www.youtube.com/user/DeutscheHerzstiftung
https://www.instagram.com/herzstiftung/
https://twitter.com/Herzstiftung

Herzstiftungs-Podcast „imPULS – Wissen für Ihre Gesundheit“ mit einer
Podcast-Serie zum Herzwochen-Thema Bluthochdruck – Hören Sie rein!
www.herzstiftung.de/podcasts

Die gesamte Herzwochen-Pressemappe (2021) mit Bildmaterial finden Sie
unter (oder bei der Pressestelle der Herzstiftung unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., Tel. 069 955128-114/-140):
www.herzstiftung.de/herzwochen2021-pressemappe

Originalpublikation:
Deutsche Herzstiftung (Hg.), „Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“ –
Begleitbroschüre anlässlich der Herzwochen 2021 „Herz unter Druck:
Ursachen, Diagnostik und Therapie des Bluthochdrucks“, Frankfurt a. M.
Nov. 2021.

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Bluthochdruck: Leiser Killer für Herz und Gefäße – wie schützt man sich?

Herzschwäche, Vorhofflimmern, Schlaganfall: Ursache ist häufig ein über
Jahre unbemerkter Bluthochdruck. Wer früh genug handelt, kann etwas
dagegen tun

Über 20 Millionen Menschen haben in Deutschland einen hohen Blutdruck,
etwa jeder dritte Erwachsene – sehr viele wissen nichts von ihrem
Bluthochdruck. „Diese hohe Dunkelziffer der unerkannten und somit
unbehandelten Bluthochdruckleiden ist besorgniserregend. Denn jede auch so
geringe Erhöhung des Blutdrucks schädigt Gefäße und auf Dauer
lebenswichtige Organe wie Herz, Gehirn oder Nieren“, warnt der
Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen
Beirat der Deutschen Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen,
die sich unter dem Motto „Herz unter Druck“ der häufigsten Volkskrankheit
Bluthochdruck widmen (Infos: www.herzstiftung.de/herzwochen2021). Zu den
schwerwiegenden Komplikationen eines dauerhaften unzureichend oder nicht
behandelten Bluthochdrucks gehören Herzschwäche, Gehirnblutung und
Schlaganfall sowie Vorhofflimmern und Nierenversagen. „Je ausgeprägter die
Blutdruckerhöhung ist, desto schwerer sind die Folgen für die Organe“, so
der Kardiologe im Herzwochen-Ratgeber „Bluthochdruck: Herz und Gefäße
schützen“ (130 Seiten). Dieser kann kostenfrei unter
www.herzstiftung.de/bestellung oder per Telefon unter 069 955128-400
angefordert werden.

Blutdruckmessen: die beste Vorsorge
Das Tückische an Bluthochdruck: Obwohl Organe möglicherweise bereits
geschädigt sind, macht er sich nicht mit Beschwerden bemerkbar. „Vor allem
ein dauerhaft erhöhter Blutdruck lässt den Körper an den hohen Druck
gewöhnen. Man fühlt sich dennoch gut“, berichtet Meinertz. Symptome wie
Schwindel, Ohrensausen, Kopfschmerzen oder Nasebluten können, müssen aber
nicht auftreten. „Wenn sich Bluthochdruck mit Beschwerden bemerkbar macht,
ist es in aller Regel schon zu spät, weil es bereits zur Schädigung von
Gefäßen und Organen gekommen ist“, so Meinertz. Umso wichtiger bei der
Vorsorge ist die früh- und rechtzeitige Erkennung des Bluthochdrucks durch
Messung, damit der Blutdruck medikamentös und mit einem gesunden
Lebensstil gut eingestellt werden kann. Die Deutsche Herzstiftung und
Hochdruckexperten empfehlen deshalb allen Erwachsenen folgende
Zeitintervalle für eine Blutdruckmessung
- mit optimalen Blutdruckwerten (unter 120 mmHg/80 mmHg) mindestens alle
fünf Jahre
- mit normalen Werten (120-129 mmHg/80-84 mmHg) alle drei Jahre
- mit hochnormalem Blutdruck (130-139 mmHg/85-89 mmHg) mindestens einmal
im Jahr
- mit Bluthochdruck Grad 1 (ab 140 mmHg/ab 90 mmHg) regelmäßig zu Hause.

Erst indem man erhöhte Blutdruckwerte durch einen gesunden Lebensstil,
allen voran mit Ausdauerbewegung, Abbau von Übergewicht und der
konsequenten Einnahme der blutdrucksenden Medikamente konsequent senkt,
beugt man wirksam den Folgeerkrankungen des Bluthochdrucks wie
Herzschwäche in Form der hypertensiven Herzkrankheit,
Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall vor. Als einer der
wichtigsten Lebensstilfaktoren gilt regelmäßiger Ausdauersport wie
Radfahren, Walken, Joggen oder Schwimmen: Wer fünfmal pro Woche mindestens
30 Minuten aktiv ist, kann seine Werte um fünf bis zehn mmHg senken. „Auch
andere Formen der Bewegung sind wirksam – Hauptsache, man wird regelmäßig
aktiv“, rät Meinertz. „Mit Ausdauerbewegung sinkt die Wahrscheinlichkeit,
Übergewicht und damit einen weiteren Risikofaktor für Herzkrankheiten zu
entwickeln.“ Als optimale Blutdruckzielwerte gelten aktuell für jüngere
Patienten bis zum Alter von 65 Jahren weniger als 130 mmHg systolisch,
sofern sie es vertragen. Patienten über 65 sollten auf systolische Werte
unter 140 mmHg kommen, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Die genannten Werte
gelten auch für Patienten mit Nebenerkrankungen wie Diabetes, koronare
Herzkrankheit (KHK) und nach einem Schlaganfall. Weitere Infos zum
Bluthochdruck unter www.herzstiftung.de/bluthochdruck

Hypertensive Herzkrankheit („Hochdruckherz“)
Wie kommt es aber durch hohen Bluthochdruck zu den schwerwiegenden
Komplikationen?  Die schwerwiegendste Komplikation eines unkontrollierten
Bluthochdrucks ist die „hypertensive Herzkrankheit“. Hoher Blutdruck führt
auf Dauer wegen der chronischen Druckbelastung auf das Herz zu einer
Vergrößerung der Muskelmasse der linken Herzkammer, wodurch das Herz an
Elastizität und Leistungskraft verliert. Die Herzkammer kann sich in der
Entspannungsphase (Diastole) nicht mehr ausreichend mit Blut füllen. „Es
entsteht zunächst eine Herzschwäche mit erhaltener Pumpkraft
(Auswurffraktion), aber die Patienten leiden bereits an typischen
Symptomen einer Herzschwäche wie Luftnot und leichte Ermüdbarkeit, weil
der Organismus nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden kann“,
erläutert Meinertz. Schließlich entwickelt sich eine Herzschwäche mit
reduzierter Pumpkraft in der linken Herzkammer mit allen Beschwerden einer
schweren Herzschwäche (Infos: www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie).
Hinzu kommt in diesem Stadium das Risiko eines plötzlichen Herztods. Denn
Rhythmusstörungen sind die häufigste Folge der auch „Hochdruckherz“
genannten hypertensiven Herzkrankheit.

Schlaganfall und Herzinfarkt: Warum durch Bluthochdruck?
Bei Bluthochdruckpatienten besteht allein aufgrund der dauerhaften
Gefäßbelastung durch den erhöhten Blutdruck ein Risiko für Schlaganfall.
„Der permanent hohe Blutdruck ist der mit Abstand wichtigste Risikofaktor
für den Schlaganfall. Dazu kommt es zumeist, weil thrombotisches oder
arteriosklerotisches Material aus den Halsschlagadern mit dem Blutstrom
ins Gehirn schwemmt und dort ein Gefäß verstopfen“, erklärt Meinertz. Eine
andere Ursache für den Schlaganfall sind Blutgerinnsel (Thromben), die
sich aufgrund der Rhythmusstörung Vorhofflimmern im linken Vorhof des
Herzens bilden und ins Gehirn gelangen. Vorhofflimmern ist die häufigste
Rhythmusstörung infolge eines unbehandelten Bluthochdrucks; 70 % der
Patienten mit Vorhofflimmern haben Bluthochdruck. Bei den meisten
Patienten tritt es zunächst anfallsartig auf und geht bei weiterhin
unkontrolliertem Bluthochdruck in ein anhaltendes Vorhofflimmern über.
„Deshalb sollte man beim Blutdruckmessen auch den unregelmäßigen
Herzschlag mit Hilfe der Puls-Anzeige am Blutdruckmessgerät feststellen.
Oder man tastet wiederholt den eigenen Puls oder beobachtet
Pulsunregelmäßigkeiten mit Hilfe einer Smartwatch“, rät Meinertz. Infos
unter www.herzstiftung.de/vorhofflimmern.
Anders als beim Schlaganfall ist Bluthochdruck für die KHK und den akuten
Herzinfarkt nur ein Risikofaktor neben einer Reihe weiterer Faktoren wie
genetische Disposition, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen oder
Zuckerkrankheit. „Allerdings geht jeder zweite Herzinfarkt auf das Konto
eines Bluthochdrucks“, betont Meinertz. Die KHK ist eine
Durchblutungsstörung wegen verengter Herzkranzgefäße
(„Arterienverkalkung“) und die Grunderkrankung des Herzinfarkts.
Bluthochdruck wirkt dauerhaft schädigend auf die Blutgefäße, indem er ihr
Endothel, die zarte innere Zellschicht, die die Blutgefäße von innen wie
eine schützende Tapete auskleidet, wirkt. Leidet das Endothel, leiden auch
die Blutgefäße – und das wiederum erhöht das Risiko für Herzinfarkt und
Schlaganfall. „Da die meisten der von einem unkontrolliert hohen Blutdruck
verursachten Schäden nicht reparabel sind, ist die frühzeitige Messung und
therapeutische Einstellung eines hohen Blutdrucks zwingend notwendig.“ Wie
man richtig Blutdruck misst, erklärt ein Herzstiftungs-Video unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021-videos

Herzwochen-Broschüre zu Bluthochdruck – die stille Gefahr
Zu den vielfältigen Herzwochen-Angeboten zählt die Broschüre
„Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“, in der renommierte
Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und
Therapie des Bluthochdrucks informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Prävention.  Die 130 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung
kostenfrei angefordert werden unter www.herzstiftung.de/bestellung oder
per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder Tel. 069 955128-400.

Die Herzwochen unter dem Motto „Herz unter Druck“ richten sich an alle,
denn jeder kann – auch bereits im Kindesalter – von Bluthochdruck und den
daraus schwerwiegenden Folgen betroffen sein. An der Aufklärungskampagne
beteiligen sich Kliniken, niedergelassene Kardiologen, Krankenkassen und
Betriebe. Infos zu Vortragsveranstaltungen, Online-Beiträgen,
Telefonaktionen und Ratgeber-Angebote (Text, Video, Audio) sind unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021 abrufbar oder per Tel. 069 955128-333
zu erfragen.

Informieren Sie sich in den sozialen Medien über die Herzwochen der
Herzstiftung unter:
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Experten-Videos zum Herzwochen-Thema Bluthochdruck sind erreichbar unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021-videos

Herzstiftungs-Podcast „imPULS – Wissen für Ihre Gesundheit“ mit einer
Podcast-Serie zum Herzwochen-Thema Bluthochdruck – Hören Sie rein!
www.herzstiftung.de/podcasts

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Blutdruck auf natürliche Weise senken: in fünf Schritten

Blutdruck auch ohne Medikamente senken: Herzstiftungs-Spezialist empfiehlt
fünf Punkte, mit denen sich Bluthochdruck in den Griff bekommen lässt

Ein nicht gut eingestellter Blutdruck erhöht das Risiko für Schäden an
Herz und Gefäßen und somit auch für Herzinfarkt, Schlaganfall und
Herzschwäche. „Viele Hochdruckpatienten tun sich oftmals schwer damit,
einen gesunden Lebensstil konsequent genug zu pflegen. Dabei ist ein
gesunder Lebensstil aus Bewegung, Entspannung und gesunder Ernährung die
Grundlage für die Hochdrucktherapie und ermöglicht es, die Zahl der
Medikamente oder die Höhe der Dosierung der Medikamente zu verringern“,
betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Bernhard Schwaab vom
Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung anlässlich der
bundesweiten Herzwochen, die sich unter dem Motto „Herz unter Druck“ dem
Thema Bluthochdruck widmen (Infos unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021). Will man den Bluthochdruck auf
natürliche Weise in den Griff bekommen, steht Bewegung ganz oben als
Schutzfaktor. Grund: „Regelmäßige Bewegung kombiniert effektiv den
Stressabbau, reduziert das Verlangen nach einer Zigarette und erhöht den
Energieverbrauch. Das wiederum hilft, das Körpergewicht zu normalisieren“,
erklärt der Reha-Spezialist und Chefarzt der Curschmann-Klinik am
Timmendorfer Strand. In welchem Bezug Lebensstiländerungen etwa zur
medikamentösen Bluthochdrucktherapie stehen (bei wem reicht die
Lebensstiländerung ohne Medikamente, bei wem nicht?), was Betroffene bei
ihren ersten Schritten zu mehr körperlicher Aktivität wie Joggen
(„Schweinehund“) oder gesunder Ernährung (Salzreduktion, welches
Ernährungskonzept?) und Entspannung beachten sollten, erklärt der Experte
im aktuellen Herzstiftungs-Ratgeber „Bluthochdruck: Herz und Gefäße
schützen“ (130 S.), der kostenfrei unter www.herzstiftung.de/bestellung
oder per Telefon unter 069 955128-400 angefordert werden kann.

In fünf Schritten gegen Bluthochdruck
Ein Fünf-Schritte-Plan kann motivierten Patientinnen und Patienten mit
Bluthochdruck, aber auch Gesunden dabei helfen, ihren bestehenden
Bluthochdruck zu senken bzw. der Risikokrankheit Bluthochdruck
vorzubeugen:
1. Bewegen Sie sich regelmäßig und sitzen Sie weniger
2. Hören Sie mit dem Rauchen auf
3. Essen Sie gesünder, reduzieren Sie Salz und Zucker
4. Vermeiden Sie Übergewicht (insbesondere das bauchbetonte Fett;
Taillenumfang)
5. Integrieren Sie ausreichend Entspannung in den Alltag

Ein Patentrezept für die ideale Lebensstiländerung gibt es aus
Expertensicht nicht. Jede Patientin und jeder Patient sollte individuell
für sich die richtige Priorität bei den einzelnen Lebensstilmaßnahmen
setzen – im Zweifel mit ärztlicher Hilfe. Herzspezialist Prof. Schwaab
empfiehlt, zunächst mit Bewegung anzufangen. „Herzkranke kommen mit mehr
körperlicher Aktivität häufig besser mit der herzmedizinischen Behandlung
zurecht.“

1. Bewegen Sie sich regelmäßig und sitzen Sie weniger
Bewegung schützt nicht nur vor Bluthochdruck, Arteriosklerose
(„Gefäßverkalkung“), sondern wirkt sich positiv auf andere Körper- und
Organfunktionen wie Zellerneuerung, Anregung der Hirnaktivität oder
Stoffwechselprozesse in Leber und anderen Organen aus. „Regelmäßige
körperliche Aktivität senkt den systolischen (oberen) Blutdruck um bis zu
10 mmHg – genauso wie ein Medikament“, erklärt Prof. Schwaab. Wer sich
regelmäßig bewege, müsse kein Athlet sein, um seinen Blutdruck effektiv zu
senken. „Man sollte nach langer Pause beim Einstieg mit körperlicher
Aktivität beginnen, die Spaß macht oder die man von früher kennt und sich
bei bestehendem Bluthochdruck auch aus ärztlicher Sicht eignet.“ Ideal ist
Ausdauerbewegung an fünf Tagen die Woche mindestens 30 Minuten bei einer
mäßigen Ausdauerbelastung wie lockeres Joggen, schnelles Gehen, Radfahren,
Wandern, Schwimmen oder Tanzen. Auch kürzere Abschnitte von 10 bis 15
Minuten wirken bereits blutdrucksenkend. „Wichtig ist, körperliche
Aktivität ohne Luftnot, ohne Schmerzen in der Brust und in den Gelenken
ausüben zu können“, rät Schwaab. Wer beim Arbeiten viel sitzt, sollte
zwischendrin immer wieder mal kleine Bewegungseinheiten einbauen.
„Hochdruckpatienten mit Nebenerkrankungen wie Herz- und Nierenschwäche,
nach Herzinfarkt oder Schlaganfall sollten ihre Belastbarkeit mit ihrem
Arzt besprechen“, empfiehlt Schwaab. Das gelte auch für Menschen ohne
Erkrankung nach längerer Sportpause.

2. Hören Sie mit dem Rauchen auf
Mit dem Rauchen aufzuhören oder gar nicht erst anzufangen lohnt sich
immer! Inhalatives Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für alle
Herz- und Gefäß- sowie für Krebserkrankungen. Dies gilt auch für das
Passivrauchen. „Wer mit dem Rauchen aufhört, kann in den ersten drei
Monaten um drei bis sechs Kilogramm zunehmen. Mein Rat: Akzeptieren Sie
diese Gewichtszunahme zunächst, beginnen Sie dann behutsam mit einem
Bewegungsprogramm und stellen Sie Ihre Ernährung in kleinen Schritten um“,
so Schwaab. Der Ersatz von Zigaretten durch sogenannte Verdampfersysteme
(E-Zigaretten) kann aus aktueller wissenschaftlicher Sicht nicht mehr als
unbedenklich eingestuft werden. Es gibt unterstützende Programme zum
Aufhören mit Rat und Hilfen wie Aussteigerprogramme. Infos: www.rauchfrei-
info.de und www.herzstiftung.de

3. Essen Sie gesünder, reduzieren Sie Salz und Zucker
Herzspezialisten propagieren die traditionelle Mittelmeerküche. „Die
mediterrane Kost setzt auf Obst und Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, weniger
Fleisch, dafür eher Fisch, auf Oliven- und Rapsöl und auf Kräuter anstelle
von Salz“, erläutert der Kardiologe aus Timmendorf. Salz bindet Wasser im
Körper, was einen Bluthochdruck fördern kann. Speziell der tägliche Konsum
von ausreichend Gemüse und Ballaststoffen kann durch den relativ geringen
Energiegehalt dazu beitragen, Übergewicht zu vermeiden, das wiederum
Bluthochdruck begünstigt. Dazu schmecken die Gerichte der Mittelmeerküche
lecker (Infos: www.herzstiftung.de/kochbuch). Zu viel Zucker in
Lebensmitteln und Getränken erhöht das Risiko für Übergewicht,
Bluthochdruck und Diabetes. Kochsalz (NaCl) sollte deutlich reduziert,
Speisesalz durch Kräuter ersetzt werden. Deshalb die Devise: Zucker in
Getränken und Nachsalzen bei Tisch vermeiden. Auch in Lebensmitteln, in
denen wir Zucker oder Salz in großen Mengen gar nicht vermuten (Joghurt,
Salatsaucen, Ketchup bzw. Wurst, Fast Food, Fertigprodukte), sind beide
jeweils enthalten. „Ein Blick auf die Beschreibung der Zutaten hilft
dabei, Zucker und Salz aus dem Weg zu gehen“, empfiehlt Schwaab, der
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von
Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) ist.

4. Vermeiden Sie Übergewicht (Bauchfett)
Zusätzlich zur Bewegung fördert die Mittelmeerküche das schrittweise
Abnehmen für ein gesundes Normalgewicht. Auch lohnt es sich, den
Alkoholkonsum einzuschränken. Alkohol hat viele Kalorien und kann indirekt
über die Zunahme an Gewicht zu hohem Blutdruck führen. Übergewicht ist ein
wichtiger und häufiger Auslöser für Bluthochdruck. Für Menschen unter 60
Jahren sollte ein Body-Mass-Index (BMI) von 20 bis 25 kg/m² angestrebt
werden (BMI = Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in
Metern zum Quadrat). Bei älteren Menschen darf das Gewicht etwas höher
sein, einen BMI von 30 kg/m² jedoch nicht übersteigen. Studien zeigten:
Eine Gewichtsreduktion von ca. fünf Kilogramm lässt den systolischen
(oberen) Blutdruck im Mittel um bis zu 5 mmHg und den diastolischen
(unteren) Blutdruck um 3-4 mmHg sinken. „Das sind Werte, die sich durchaus
mit der Wirkung von Medikamenten vergleichen lassen“, betont Schwaab in
dem neuen Herzstiftungs-Ratgeber. Beim Taillenumfang sollten Männer
weniger als 102 und Frauen weniger als 88 cm anstreben. Das bauchbetonte
Übergewicht („viszerale Adipositas“) ist problematisch, weil Bauchfett
Hormone und entzündungsfördernde Botenstoffe produziert, die sich u. a.
auf den Blutdruck auswirken. „Jedes Kilo und jeder Zentimeter weniger
wirken sich günstig auf den Bluthochdruck und den Zucker aus“, betont
Schwaab.

5. Integrieren Sie ausreichend Entspannung in den Alltag
Psychosoziale Belastungen aufgrund privater oder gesellschaftlicher
Umbrüche, wegen Arbeitsverdichtung oder fehlender Trennung zwischen Arbeit
und Privatsphäre („Homeoffice“): Nicht Stress alleine macht krank, sondern
die fehlende Entspannung. Bei Stress wappnet sich der Körper sehr gut für
die akute Problemsituation: Stresshormone werden ausgeschüttet, der
Blutzucker steigt, die Insulinausschüttung nimmt zu, das Herz schlägt
schneller und der Blutdruck steigt. Bei anhaltendem Stress kommen diese
Vorgänge jedoch nicht zur Ruhe und der Organismus steht ständig unter
Druck. Das schadet dem gesamten Körper. Die Folge können
Entzündungsreaktionen im Körper sein, im schlimmsten Fall Diabetes,
Schlaganfall, Herzinfarkt oder Bluthochdruckkrisen. Achten Sie daher auf
ein Gleichgewicht zwischen Stress und Entspannung: am besten mit
Aktivitäten, die den Stress vergessen lassen wie musizieren, lesen, malen,
tanzen, mit Freunden kochen, mit den Kindern spielen, einem Verein
beitreten oder gemeinsam Konzerte und Sportereignisse besuchen. Auch
Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Atemgymnastik,
Yoga, Qigong oder Tai-Chi sind sehr hilfreich.
Und wie bleibt man bei innerem „Schweinehund“ trotzdem motiviert? Für
Lebensstiländerungen sind meistens alte gewohnte Strukturen aufzubrechen.
„Das ist in der Regel schwierig“, sagt Schwaab und empfiehlt: „Oftmals ist
es hilfreich, in sein Lebensumfeld feste Ankerpunkte einzurichten: die
regelmäßige Lauf- oder Herzgruppe im Verein, das gemeinsame Kochen mit der
Familie oder mit Freunden zu Hause und für Raucher der Austausch mit Ex-
Rauchern in der Selbsthilfegruppe.“

Herzwochen-Broschüre zu Bluthochdruck – die stille Gefahr
Zu den vielfältigen Herzwochen-Angeboten zählt die Broschüre
„Bluthochdruck: Herz und Gefäße schützen“, in der renommierte
Bluthochdruckexperten laienverständlich über Ursachen, Diagnose und
Therapie des Bluthochdrucks informieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die
Prävention.  Die 130 Seiten umfassende Broschüre kann bei der Herzstiftung
kostenfrei angefordert werden unter www.herzstiftung.de/bestellung oder
per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder Tel. 069 955128-400.

Die Herzwochen unter dem Motto „Herz unter Druck“ richten sich an alle,
denn jeder kann – auch bereits im Kindesalter – von Bluthochdruck und den
daraus schwerwiegenden Folgen betroffen sein. An der Aufklärungskampagne
beteiligen sich Kliniken, niedergelassene Kardiologen, Krankenkassen und
Betriebe. Infos zu Vortragsveranstaltungen, Online-Beiträgen,
Telefonaktionen und Ratgeber-Angebote (Text, Video, Audio) sind unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021 abrufbar oder per Tel. 069 955128-333
zu erfragen.

Informieren Sie sich in den sozialen Medien über die Herzwochen der
Herzstiftung unter:
https://www.facebook.com/deutsche.herzstiftung/
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https://www.instagram.com/herzstiftung/
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Experten-Videos zum Herzwochen-Thema Bluthochdruck sind erreichbar unter
www.herzstiftung.de/herzwochen2021-videos

Herzstiftungs-Podcast „imPULS – Wissen für Ihre Gesundheit“ mit einer
Podcast-Serie zum Herzwochen-Thema Bluthochdruck – Hören Sie rein!
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Deepfakes: Manipulationen als Gefahr für die Demokratie

Wie lässt sich prüfen, ob Informationen echt und vertrauenswürdig sind –
gerade solche, die über das Internet oder die Sozialen Medien verbreitet
werden? Die Möglichkeit, etwa Videos und Fotos mit Hilfe Künstlicher
Intelligenz (KI) zu manipulieren, machen eindeutige Antworten immer
schwieriger. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)
haben sich im Auftrag des Europaparlaments mit den potenziellen Gefahren
der Deepfake-Technologie beschäftigt und Optionen für eine bessere
Regulierung entwickelt. Gemeinsam mit Partnern aus den Niederlanden,
Tschechien und Deutschland haben sie die Ergebnisse ihrer Studie vor EU-
Abgeordneten offiziell vorgestellt.

Wie lässt sich prüfen, ob Informationen echt und vertrauenswürdig sind –
gerade solche, die über das Internet oder die Sozialen Medien verbreitet
werden? Die Möglichkeit, etwa Videos und Fotos mit Hilfe Künstlicher
Intelligenz (KI) zu manipulieren, machen eindeutige Antworten immer
schwieriger. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)
haben sich im Auftrag des Europaparlaments mit den potenziellen Gefahren
der Deepfake-Technologie beschäftigt und Optionen für eine bessere
Regulierung entwickelt. Gemeinsam mit Partnern aus den Niederlanden,
Tschechien und Deutschland haben sie die Ergebnisse ihrer Studie vor EU-
Abgeordneten offiziell vorgestellt.

Deepfakes sind zunehmend realistisch wirkende Fotos, Audios oder Videos,
in denen Personen mit Hilfe von KI-Technologien in neue Kontexte gestellt
oder ihnen Worte in den Mund gelegt werden, die so niemals gesagt wurden.
„Wir haben es mit einer neuen Generation digital manipulierter
Medieninhalte zu tun, die seit einigen Jahren immer kostengünstiger und
einfacher zu erzeugen sind und vor allem täuschend echt aussehen können“,
sagt Dr. Jutta Jahnel, die sich am Institut für Technikfolgenabschätzung
und Systemanalyse (ITAS) des KIT mit der gesellschaftlichen Dimension
lernender Systeme beschäftigt. Die Technik eröffne durchaus neue
Möglichkeiten für Kunstschaffende, für digitale Visualisierungen in
Schulen oder Museen und helfe in der medizinischen Forschung.

Gleichzeitig bringen Deepfakes jedoch erhebliche Gefahren mit sich, wie
die jetzt vorgestellte internationale Studie für den STOA-Ausschuss (steht
für Scientific Technology Options Assessment) des Europäischen Parlaments
zeigt. „Die Technologie kann missbraucht werden, um sehr effektiv Fake
News und Desinformationen zu streuen“, so Jahnel, die den Beitrag des ITAS
zur Studie koordiniert hat. So könnten gefälschte Audiodokumente dafür
eingesetzt werden, juristische Prozesse zu beeinflussen oder in Misskredit
zu bringen, und letztlich das Justizsystem bedrohen. Möglich wäre
beispielsweise auch, mit einem fingierten Video einer Politikerin nicht
nur persönlich zu schaden, sondern damit auch die Wahlchancen ihrer Partei
zu beeinflussen und in letzter Konsequenz dem Vertrauen in demokratische
Institutionen insgesamt zu schaden.

Kritischer Umgang mit Medieninhalten notwendig

Die Forschenden aus Deutschland, den Niederlanden und Tschechien machen
konkrete Lösungsvorschläge. Aufgrund des rapiden technologischen
Fortschritts dürfe man sich nicht auf Vorschriften zur Technikentwicklung
beschränken. „Um die öffentliche Meinung manipulieren zu können, müssen
Fakes nicht nur hergestellt, sondern vor allem auch verbreitet werden“,
erläutert Jahnel. „Bei der Regelung zum Umgang mit Deepfakes müssen wir
daher in erster Linie bei Internetplattformen und Medienunternehmen
ansetzen“. KI-gestützte Technologien für Deepfakes werden sich jedoch auch
so kaum ganz aus der Welt schaffen lassen. Im Gegenteil, die Forschenden
sind davon überzeugt, dass sich Individuen und Gesellschaften künftig
immer häufiger mit visuellen Desinformationen konfrontiert sehen.
Essenziell sei es daher, solchen Inhalten künftig noch kritischer
gegenüberzutreten und Fertigkeiten weiterzuentwickeln, die dabei helfen,
die Glaubwürdigkeit von Medieninhalten kritisch zu hinterfragen. Auf
deutscher Seite hat an der Studie neben dem ITAS das Fraunhofer-Institut
für System- und Innovationsforschung mitgewirkt, in den Niederlanden das
Rathenau Institut als Projektkoordinator und in Tschechien das Technology
Centre CAS.

Weitere Pilotstudie am KIT zu gesellschaftlichen Antworten auf Deepfakes

Aufbauend auf die europäische Studie untersucht derzeit ein
interdisziplinäres Projekt am KIT, wie effektive gesellschaftliche
Antworten auf Deepfakes aussehen könnten. Neben der
Technikfolgenabschätzung arbeiten dabei Fachleute aus Informatik,
Kommunikations- und Rechtwissenschaft sowie qualitativer Sozialforschung
des KIT zusammen. Ziel ist es, die Erkenntnisse und Ansätze der
unterschiedlichen Disziplinen zusammenzuführen. Eine Pilotstudie soll
insbesondere die Perspektive von Nutzerinnen und Nutzern genauer
untersuchen. (jm)

Der vollständige Report „Tackling deepfakes in European policy“ für das
Panel for the Future of Science and Technology (STOA) des Europäischen
Parlaments steht online zur Verfügung:
https://www.europarl.europa.eu/thinktank/en/document.html?reference=EPRS_STU(2021)690039

Kontakt für diese Presseinformation:

Jonas Moosmüller, ITAS – Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: +49 721 608 26796,
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und
vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den
globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie,
Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 600
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in
Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften
zusammen. Seine 23 300 Studierenden bereitet das KIT durch ein
forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle
Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die
Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und
Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und
Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der
deutschen Exzellenzuniversitäten.

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