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Sommerserenade in der Konzerthalle

Chor und Orchester markieren Wiederaufnahme der Konzertreihe „Musik in der
Universität“.

Am Samstag, den 17. Juli 2021, findet ab 20 Uhr im Joseph-Keilberth-Saal
der Bamberger Konzerthalle das Semesterschlusskonzert mit dem Chor und dem
Orchester der Universität Bamberg statt. Die universitären Ensembles
markieren mit diesem Konzert unter der Leitung von Wilhelm Schmidts
diesmal nicht nur das Ende des Sommersemesters 2021, sondern auch die
Wiederaufnahme der Reihe „Musik in der Universität“ nach langer
pandemiebedingter Pause.

„Auf dem sommerlich-bunten Programm stehen kurzweilige Werke von Wolfgang
Amadé Mozart, Franz Schubert, Johannes Brahms, Jean Sibelius, Edward
Elgar, Alexander Glasunow, Paul Dukas und Bertold Hummel, die sowohl in
kammermusikalischen als auch symphonischen Besetzungen erklingen und somit
ein farbenreiches Klangerlebnis versprechen“, verrät Schmidts. Das Konzert
findet unter Wahrung der aktuellen Abstands- und Hygieneregeln bei
reduziertem Platzangebot statt.

Die Karten mit festen Sitzplatznummern sind im Vorverkauf zu 15 Euro und
für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende für ermäßigte 10 Euro beim
bvd-Kartenservice in der Langen Straße und im Sekretariat am Lehrstuhl für
Musikpädagogik und Musikdidaktik, An der Weberei 5, erhältlich. Das
Sekretariat ist erreichbar unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder telefonisch
unter 0951/863-1926.

Weitere Informationen zum Konzert finden Sie unter: www.uni-
bamberg.de/konzerte

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Zeitreise in den Heinrichsdom der Jahrtausendwende

Bamberger Archäologie und Historischer Verein Bamberg zeigen im
Historischen Museum ein Modell des Innenraums.

Ein Reichtum an Farben, Ornamenten, prächtigen Malereien und verzierten
Fußböden, getaucht in ein architektonisch bewusst gelenktes Sonnenlicht:
Dieser Eindruck, so belegen es Augenzeugen und Ausgrabungen, erwartete die
Kirchgängerinnen und Kirchgänger im 1012 geweihten Heinrichsdom, dem
ersten Bau des Bamberger Doms. Rund 80 Jahre später zerstörte ein Brand
die wertvoll ausgestaltete Innenausstattung. Ein am Lehrstuhl für
Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (AMANZ) der Universität
Bamberg entstandener Modellbau ermöglicht nun eine Zeitreise in das
einstige Kirchenschiff. Das aufwendig angefertigte und detailreiche Modell
im Maßstab 1:33 ist das Highlight der Sonderausstellung „Kleine Funde,
Große Geschichten – archäologische Funde aus dem Bamberger Dom“. Sie ist
vom 17. Juli bis zum 3. Oktober 2021 im Historischen Museum in der Alten
Hofhaltung anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der AMANZ zu sehen.

Das Wissen um den Raumeindruck, den das Modell vermitteln möchte, stammt
aus einem aktuellen Forschungsprojekt, das Ausgrabungen des ersten
Lehrstuhlinhabers Walter Sage im Bamberger Dom aus den Jahren 1969 bis
1972 auswertet. „Fundamente aller Bauphasen, viele Bestattungen und
zahlreiche Kleinfunde, deren Geschichte es teils noch zu enträtseln gilt,
wurden damals entdeckt“, erklärt Dr. Cornelia Lohwasser, Projektleiterin
und wissenschaftliche Mitarbeiterin der AMANZ. „Die Funde stammen
teilweise von der Innenausstattung des ersten Doms. So konnten wir dessen
grundsätzliche Boden- und Wandgestaltung gut rekonstruieren.“ Das Modell
selbst entwarfen und bauten die Studierenden Judith Klesinski, Alexander
Pelz und Lukas Amberg mit großer Detailtreue und Unterstützung von
Cornelia Lohwasser. Das Ergebnis ihres Engagements und Herzstück der
Ausstellung wird umringt von vielen weiteren Domfunden wie Architektur-
oder Malereifragmente, die das Historische Museum und der Historische
Verein Bamberg verwahren.

Die Ausstellung im Historischen Museum Bamberg, Domplatz 7, ist von
Dienstag bis Sonntag sowie feiertags von 10 bis 17 Uhr für Besuche
geöffnet. Der Eintritt liegt bei 7 Euro beziehungsweise ermäßigten 6 und 3
Euro. Familien zahlen 14 Euro und haben sonntags freien Eintritt.
Schulklassen sind nach vorheriger Anmeldung willkommen. Die Ausstellung
entstand in Kooperation des Historischen Vereins Bamberg e.V. mit dem
Lehrstuhl AMANZ sowie den Museen der Stadt Bamberg und mit Unterstützung
des Erzbistums Bamberg und der Oberfrankenstiftung.

Alle Informationen zur Ausstellung gibt es unter:
https://museum.bamberg.de/ausstellungen/vorschau

Weiteres zum Forschungsprojekt hinter der Ausstellung findet sich unter:
www.uni-bamberg.de/amanz/forschung/laufende-forschungsprojekte

Weitere Informationen für Medienvertreterinnen und -vertreter:

Hinweis: Am Freitag, 16. Juli 2021, um 11 Uhr findet coronabedingt im
kleinen Rahmen eine Vernissage statt. Sprechen werden Dr. Regina Hanemann,
Museen der Stadt Bamberg, Dr. Marina Scheinost, 1. Vorsitzende des
Historischen Vereins Bamberg, Dr. Birgit Kastner, Leiterin der Abteilung
Kunst und Kultur des Erzbistums Bamberg, Prof. Dr. Rainer Schreg, Inhaber
des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und Dr.
Cornelia Lohwasser. Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein und bitten um
vorherige Anmeldung bis Mittwoch, 14.07.2021, 16 Uhr unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

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Manuelle Routinetätigkeiten im Beruf machen vorgezogenen Ruhestand wahrscheinlicher

Eine Untersuchung der Ruhestandsmuster in Westdeutschland zwischen 1985
und 2005 zeigt,
dass ein hoher Anteil (ab 30% der Arbeitszeit) manueller
Routinetätigkeiten im Job das Risiko eines vorzeitigen Ausscheidens aus
dem Erwerbsleben erhöht. Demgegenüber verringert ein mittlerer (10-29%)
oder hoher Prozentsatz nicht manueller Routinetätigkeiten sowie ein
mittlerer bis hoher Anteil analytischer oder interaktiver Aufgaben die
Wahrscheinlichkeit eines vorgezogenen Ruhestands.

Der demografische Wandel hat in vielen Ländern zu politischen Maßnahmen
geführt, die einen vorgezogenen Ruhestand einschränken oder verhindern. In
Deutschland wurden in den 1990er Jahren die Möglichkeiten zum vorgezogenen
Renteneintritt eingeschränkt und mit Abschlägen belegt, in den 2000er
Jahren die private Vorsorge gefördert. Die Reformen wurden stets
öffentlich auch vor dem Hintergrund unterschiedlicher Voraussetzungen zur
Erreichung der Regelaltersgrenze diskutiert. Belegt ist, dass schwere
körperliche Arbeit, Stress im Job und die emotionalen Anforderungen
mancher Berufe sowie ein geringer Entscheidungsspielraum einen
vorgezogenen Ruhestand begünstigen. Das Wissen über den Einfluss des
Arbeitsinhalts auf den Zeitpunkt des Ruhestandsübergangs ist jedoch
begrenzt.

Antje Mertens von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und Laura
Romeu Gordo vom Deutschen Zentrum für Altersfragen untersuchten deshalb
den Einfluss unterschiedlicher Tätigkeitsmerkmale auf das Ruhestands-
Timing von Erwerbstätigen zwischen 50 und 65 Jahren. Diese waren dabei in
Westdeutschland mindestens 15 Stunden pro Woche
sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Der von ihnen analysierte
Zeitraum von 1985-2005 war sowohl von Reformen in der Alterssicherung, als
auch vom schnellen technologischen Wandel geprägt. Während repetitive
Tätigkeiten zunehmend automatisiert wurden, stieg die Nachfrage nach nicht
routinemäßigen Tätigkeiten. Dabei beeinflusste der technologische Wandel
Branchen und Berufe unterschiedlich.

Vielfach wird in Analysen der ausgeübte Beruf als Einflussfaktor auf den
Ruhestandsbeginn herangezogen. Jedoch kann es innerhalb eines Berufes
unter den auszuübenden Tätigkeiten große Unterschiede geben: Aufgaben im
Beruf verändern sich und auch die Anforderungen an diesen können
variieren. Für ihre Studie zogen die Wissenschaftlerinnen Daten der
Repräsentativbefragungen von Erwerbstätigen in Deutschland zu Arbeit und
Beruf im Wandel und Erwerb (BIBB/IAB-Erhebungen) und der Stichprobe der
Integrierten Arbeitsmarktbiografien (SIAB) heran. Diese Datenbasis liefert
detaillierte Informationen zu den ausgeübten Tätigkeiten im Zeitverlauf
und ermöglicht so eine differenzierte Analyse. Dabei wurden folgende fünf
Tätigkeitskategorien unterschieden:

- manuelle Routinetätigkeiten wie bspw. Bedienung und Kontrolle von
Maschinen, Lagerarbeiten, Herstellen, Produzieren von Waren und Gütern
- kognitive Routinetätigkeiten wie bspw. typische Büro- und
Verwaltungstätigkeiten, Messen, Prüfen, Qualitätskontrolle
- manuelle Nicht-Routinetätigkeiten wie bspw. Schreinerarbeiten,
Reinigungsarbeiten, Kochen, Pflegen, Betreuen, Reparieren und
Instandsetzen
- analytische Nicht-Routinetätigkeiten wie bspw. Planungsaufgaben,
Informationen sammeln, Recherchieren, Forschung, Programmierung
- interaktive Nicht-Routinetätigkeiten wie bspw. Personalmanagement,
Ausbilden, Lehren, Unterrichten, Erziehen, Werben, Marketing,
Öffentlichkeitsarbeit, PR

Abnahme des Anteils manueller Routinetätigkeiten im Beobachtungszeitraum

Die Studie spiegelt den technologischen Wandel in der Arbeitswelt wider.
Routinetätigkeiten, manuelle als auch kognitive, waren sowohl 1985 als
auch 1991 vorherrschend. Die Erwerbstätigen verbrachten im Durchschnitt
50% ihrer Arbeitszeit damit. Ein deutlicher Wandel setzte in den
Nachfolgejahren ein. Im Jahr 1998 verbrachten männliche Erwerbstätige etwa
25% ihrer Arbeitszeit mit Routinetätigkeiten, Frauen sogar nur 15%.

Vorzeitiger Ruhestand und Tätigkeitsmerkmale im Beobachtungszeitraum

Erwerbstätige, deren Jobs mindestens 30% analytische (Nichtroutine-)
Tätigkeiten umfassten, waren  im Alter zwischen 60 und 65 Jahren häufiger
noch berufstätig als diejenigen mit weniger als 30% dieser Aufgaben. Auch
Erwerbstätige, deren Arbeitszeit mindestens 30% interaktive
Nichtroutinetätigkeiten umfasste, waren länger erwerbstätig. Die
Unterschiede betrugen bis zu 10 Prozentpunkte innerhalb einer betrachteten
Altersstufe und wurden zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr deutlich.

Mithilfe multivarianter Analysen wurden die oben angeführten Befunde auf
ihren Einfluss auf das Ruhestandsverhalten untersucht. Dabei zeigte sich:
Sowohl ein hoher Anteil an analytischen/kognitiven als auch an
interaktiven Nicht-Routinetätigkeiten reduzierten die Wahrscheinlichkeit
eines vorzeitigen Ruhestands. Auch geistige Routinetätigkeiten, wie sie
typischerweise von Angestellten mit mittlerer Qualifikation ausgeübt
werden, reduzierten das Risiko. Die multivariante Analyse erbrachte kein
erhöhtes Risiko für manuelle Jobs ohne große Routineanteile: Ein mittlerer
bis hoher Anteil dieser Tätigkeiten führte sogar zu einem 10-18 %
reduziertem Risiko für den vorgezogenen Ruhestand. Das höchste Risiko
trugen Erwerbstätige mit einem hohen Anteil manueller Routinetätigkeiten
im Job.

Weitere Einflussfaktoren auf die Wahrscheinlichkeit eines vorgezogenen
Ruhestands waren das Ausbildungsniveau, das Geschlecht, das Alter, Zeiten
von Arbeitslosigkeit, die Opportunitätskosten, die Arbeitszeit, die
Betriebsgröße und der Wirtschaftssektor.

Handlungsfelder

Die Untersuchung zeigt, dass ein hoher Anteil repetitiver manueller
Tätigkeiten im Job mit einer größeren Wahrscheinlichkeit eines
vorgezogenen Ruhestands einhergeht. Für diejenigen, die lange genug
gearbeitet haben, um ohne nennenswerte Einbußen ihrer Renten in den
Ruhestand zu wechseln, mag das unproblematisch sein. Aber Erwerbstätige
mit unterbrochenen Berufsbiografien werden typischerweise mit beachtlichen
Verlusten durch einen vorgezogenen Ruhestand konfrontiert, selbst wenn es
branchenspezifische Regelungen zur Abfederung gibt. Vor dem Hintergrund
des technologischen Wandels mit einer größeren Nachfrage nach
qualifizierten und Nicht-Routinetätigkeiten muss dafür Sorge getragen
werden, dass nicht ein Teil der Erwerbstätigen Gefahr läuft, auch noch
gegen Ende des Berufslebens überwiegend oder ausschließlich mit
Routineaufgaben  beschäftigt zu sein oder mit finanziellen Anreizen aus
dem Erwerbsleben gelockt zu werden – mit Nachteilen für ihre
Alterssicherung. Mithilfe von Weiterbildungsprogrammen sollte dem
technologischen Wandel Rechnung getragen und jene Qualifikationen und
Fähigkeiten vermittelt werden, die nötig sind, um neue Aufgaben zu
übernehmen und so ein Erwerbsleben bis zum gesetzlichen Rentenalter zu
ermöglichen.

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Der sozioökonomische Hintergrund von Kindern und Gruppentrennungen in Kitas wirken sich auf Infektionsgeschehen aus

Die Corona-KiTa-Studie bietet Anhaltspunkte für Empfehlungen:
Beschäftigte in Kitas, die vorwiegend von Kindern mit sozioökonomisch
benachteiligtem Hintergrund besucht werden, sollten vorrangig geimpft
werden, Kita-Gruppen weiterhin möglichst getrennt werden

Aufgrund der Coronapandemie standen Kindertageseinrichtungen in ganz
Deutschland vor der Herausforderung, ihr Angebot kurzfristig und
grundlegend an die neue Situation anzupassen. Im Zuge dessen wurden
Öffnungszeiten gekürzt, die Anzahl an betreuten Kindern begrenzt und der
pädagogische Alltag umgestaltet.

Während des Beobachtungszeitraums von September 2020 bis Juni 2021 im
Rahmen der gemeinschaftlich vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) und dem
Robert Koch-Institut (RKI) geführten Corona-KiTa-Studie, wurden insgesamt
jeweils nur sehr wenige neue bestätigte Corona-Fälle pro Woche unter den
anwesenden Kita-Kindern und Kita-Beschäftigten beobachtet. Dennoch konnten
die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anhand statistischer
Modellierungen Merkmale identifizieren, die mit einem erhöhten Auftreten
von COVID-19-Infektionen in Kitas einhergingen.

Kinder sowie Erzieherinnen und Erzieher haben ein erhöhtes
Infektionsrisiko, wenn viele Kinder mit sozioökonomisch benachteiligtem
Hintergrund in der Einrichtung betreut werden

So zeigte die statistische Auswertung der Infektionszahlen im Zeitraum von
September 2020 bis Juni 2021, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Corona-
Infektion bei Kindern oder Erzieherinnen und Erziehern zu beobachten, in
Einrichtungen mit einem größeren Anteil an Kindern mit sozioökonomisch
benachteiligtem Hintergrund signifikant höher war. Für Einrichtungen mit
einem Anteil von 60 Prozent und mehr an sozioökonomisch benachteiligten
Kindern war die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kinder oder das pädagogische
Personal mit SARS-CoV-2 infizieren, etwa doppelt so hoch wie in
Einrichtungen mit einem niedrigeren Anteil mit bis zu 10 Prozent.

Kontaktbeschränkungen senken das Infektionsrisiko

Zudem zeigte sich im Zeitverlauf, dass strikte Kontaktbegrenzungen durch
die Trennung der Kindergruppen und die feste Zuweisung des pädagogischen
Personals zu ihren Gruppen das Infektionsrisiko für Kinder und
Beschäftigte reduzierten. Kitas, die nach eigenen Angaben ihr
Gruppenkonzept hin zu mehr Kontakten zwischen den Kindern öffneten,
berichteten in der Folge signifikant höhere Infektionsraten.
Einrichtungen, die hingegen eine strikte Gruppenzuweisung des Personals zu
den jeweiligen Gruppen einführten, hatten in der Folge ein nur halb so
großes Infektionsrisiko.

Beide beschriebenen Effekte, der sozioökonomische Status sowie die
Einführung beziehungsweise Aufhebung von kontaktreduzierenden Maßnahmen,
waren tendenziell in der dritten Welle größer als in der zweiten. Für die
Autorinnen und Autoren der Corona-KiTa-Studie könnte dies auf die seit
Anfang 2021 zunehmende Verbreitung der infektiöseren Alpha-Variante
(B.1.1.7) zurückzuführen sein.

Angesichts der aktuellen Ausbreitung der Delta-Variante des SARS-
CoV-2-Virus leitet die Forschungsgruppe auf der Basis aktueller
Auswertungen der Erhebungen die Empfehlung ab, soweit personell möglich,
weiterhin auf die Trennung der Kita-Gruppen zu achten. Zudem sollte das
Personal von Kitas in sozial belasteten Quartieren vorrangig geimpft
werden und auch priorisiert Zugang zu möglicherweise notwendigen
Auffrischungsimpfungen erhalten. „Kinder aus sozioökonomisch schwachen
Familien sind besonders auf frühe Förderung angewiesen. Das Personal in
den entsprechenden Einrichtungen sollte darum priorisiert geschützt und
unterstützt werden, um weitere Kita-Schließungen in einer möglichen
vierten Welle zu vermeiden und die sozialen Folgen der Pandemie nicht noch
größer werden zu lassen,“ sagt DJI-Wissenschaftler Dr. Franz Neuberger.

Zur Corona-KiTa-Studie

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) und das Robert Koch-Institut (RKI)
erheben mit der Corona-KiTa-Studie seit Ende August 2020 Daten zum
Infektionsgeschehen in Kitas und in Kindertagespflegestellen. Im Rahmen
des KiTa-Registers werden wöchentlich alle teilnehmenden Kitas und
Kindertagespflegepersonen gebeten, unter anderem Angaben zum Öffnungs- und
Schließgeschehen, zu Verdachts- und Infektionsfällen, dem
Betreuungskonzept, zur Anzahl betreuter Kinder sowie zum Einsatz des
pädagogischen Personals abzugeben. Seit dem Start des KiTa-Registers haben
sich über 11.400 Kitas und knapp 2.200 Kindertagespflegestellen für das
KiTa-Register angemeldet (Stand: 10.06.2021). Dies entspricht etwa 20
Prozent der deutschlandweit bestehenden Kindertageseinrichtungen
beziehungsweise 5 Prozent der Kindertagespflegestellen. An den
wöchentlichen Abfragen seit Ende August nehmen durchschnittlich etwa 6.000
Kitas und 1.000 Kindertagespflegestellen teil.

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