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BfR ist bekannte Instanz im gesundheitlichen Verbraucherschutz

Ergebnisse der 5. BfR-Stakeholder- und Bevölkerungsbefragung zum
gesundheitlichen Verbraucherschutz und zur Arbeit des BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine bekannte Instanz des
gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Deutschland. Das belegt die
aktuelle Evaluation „BfR-Stakeholder- und Bevölkerungsbefragung“. Alle
vier Jahre interviewt das BfR rund 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher
sowie etwa 500 Fachleute aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Medien
sowie den Wirtschafts- und Verbraucherverbänden zu Themen des
gesundheitlichen Verbraucherschutzes und zur Bekanntheit des
Bundesinstituts. Der Name des BfR ist demnach über 80 Prozent der
Stakeholder vertraut. „61 Prozent der Fachleute, die die Informationen und
Bewertungen des BfR kennen, nutzen diese auch. Das zeigt uns, dass sie
unsere Arbeit wertschätzen und als vertrauenswürdig beurteilen“, sagt BfR-
Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Bei der Bevölkerung liegt der
Wert derer, die den Namen des Bundesinstituts kennen, bei jetzt knapp 40
Prozent. Etwa die Hälfte der Bevölkerung fühlt sich allgemein gut oder
sehr gut in Sachen gesundheitlicher Verbraucherschutz informiert - Tendenz
steigend.

Der Bericht „BfR-Stakeholder- und Bevölkerungsbefragung: Fünfte Evaluation
zum gesundheitlichen Verbraucherschutz in Deutschland“ ist auf der BfR-
Website veröffentlicht:

<https://www.bfr.bund.de/de/bfr_wissenschaft_2021.html>

<https://www.bfr.bund.de/cm/350/bfr-stakeholder-und-
bevoelkerungsbefragung-fuenfte-evaluation-zum-gesundheitlichen-
verbraucherschutz-in-deutschland.pdf>

Wie auch in den vergangenen Evaluationen konnte nur ein Teil der
Bevölkerung ohne Hilfestellung Institutionen des gesundheitlichen
Verbraucherschutzes nennen. Daher liegt auch die ungestützte Bekanntheit
des BfR in der Bevölkerung auf einem niedrigen Niveau (ein Prozent). Vor
allem werden die Institutionen genannt, die häufig in den Medien präsent
sind. Bei den Stakeholdern ist es ähnlich: 12 Prozent nennen das BfR
spontan. Wird jedoch konkret gefragt, ob die Befragten bereits vom BfR
gehört haben, steigt dessen Bekanntheit in der Bevölkerung auf fast 40
Prozent an. Das sind 6 Prozentpunkte mehr als im Vergleich zur Befragung
im Jahr 2016. Bei den Stakeholdern schnellt die Zahl auf 82 Prozent, das
hingegen sind 5 Prozentpunkte weniger als noch im Jahr 2016. Die
Verbraucherinnen und Verbraucher kennen eher den Namen, nur 5 Prozent
können auch die Aufgaben des BfR nennen. Bei den Stakeholdern liegt dieser
Anteil bei 35 Prozent.

Ein Drittel der Bevölkerung, die das BfR spontan oder dem Namen nach
kennt, weiß, dass das BfR Informationen zum gesundheitlichen
Verbraucherschutz herausgibt, und ein Drittel dieser Personen nutzt diese
auch. Bei den Stakeholdern wissen etwas über 40 Prozent, die das BfR
kennen, dass das Institut Bewertungs- und Forschungsergebnisse zur
Lebensmittel-, Produkt- und Chemikaliensicherheit herausgibt. 61 Prozent
dieser Personen nutzen diese Informationen. 39 Prozent der Bevölkerung,
die BfR-Inhalte nutzen, halten sie für wichtig oder sehr wichtig. Bei den
Stakeholdern sind dies mit 52 Prozent über die Hälfte, die diese
Informationen für wichtig oder sehr wichtig einschätzen.

Insgesamt wird dem staatlichen Gesundheitsschutz sowohl von der
Bevölkerung als auch den befragten Stakeholdern eine hohe Bedeutung
zugemessen. In der aktuellen Erhebung sehen sowohl die Verbraucherinnen
und Verbrauchern als auch die Stakeholder vor allem Themen wie COVID-19,
Umweltverschmutzung und mangelnde Qualität im Lebensmittelbereich oder bei
Produkten sowie ungesundes Ernährungsverhalten als die größten
gesundheitlichen Risiken an.

Generell sind gesundheitliche Verbraucherrisiken Themen, über die sich
nicht nur die Verbraucherinnen und Verbraucher häufig informieren, sondern
vor allem auch Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bereich Politik sowie
die befragten Stakeholder allgemein. Insgesamt fühlt sich etwa die Hälfte
der Befragten aus der Bevölkerung zu dem Thema gut (38 Prozent) oder sehr
gut (10 Prozent) informiert. Tendenz steigend: Im Jahr 2016 lagen diese
Werte noch bei 30 Prozent (gut) bzw. 6 Prozent (sehr gut). Bei den
Stakeholdern gaben zwei von drei Befragten an, sich gut oder sehr gut
informiert zu fühlen.

Über die BfR-Stakeholder- und Bevölkerungsbefragung

Das BfR evaluiert regelmäßig, wie der gesundheitliche Verbraucherschutz in
Deutschland wahrgenommen wird. Die aktuelle Evaluation wurde im Jahr 2020
als telefonische Befragung unter 1.003 Verbraucherinnen und Verbrauchern
und 504 Stakeholdern aus den fünf Bereichen Wissenschaft, Politik, Medien,
Verbraucher- und Wirtschaftsverbänden durchgeführt. Dabei wurden sowohl
Fragen zum gesundheitlichen Verbraucherschutz in Deutschland allgemein als
auch zur Arbeit und Bekanntheit des Instituts gestellt. Es ist die fünfte
Evaluation, vergangene Befragungen fanden in den Jahren 2004, 2008, 2012
und 2016 statt.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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Mit dem Professor auf der Parkbank

Gestern fand in der Landshuter Altstadt die Aktion "Science Bench" statt.
Dabei setzte sich ein Professor der Hochschule Landshut auf eine Parkbank
in die Fußgängerzone - wer wollte, konnte sich dazusetzen und mit dem
Experten über das Thema Energiewende plaudern. Bei den Landshuter
Bürgerinnen und Bürgern kam das außergewöhnliche Format sehr gut an. Auch
der Landshuter Oberbürgermeister Alexander Putz stattete der
Wissenschaftsbank einen Besuch ab.

Wie schaffen wir den Wandel hin zu mehr erneuerbaren Energien? Was hat es
mit intelligenten Netzen auf sich? Und warum gibt es noch so wenige
Elektroautos? Diesen und vielen weiteren Fragen stellte sich Prof. Dr.
Josef Hofmann von der Hochschule Landshut am vergangenen Dienstag mitten
in der Landshuter Innenstadt. Der Leiter des Forschungsschwerpunkts
Energie setzte sich auf eine Bank neben dem Rathaus – wer wollte, konnte
sich dazusetzen und mit dem Experten über das Thema Energiewende plaudern.
Bei den Landshuter Bürgerinnen und Bürgern kam die außergewöhnliche Aktion
sehr gut an. Viele Passantinnen und Passanten nahmen sich die Zeit und
tauschten sich mit dem Professor aus. Auch Oberbürgermeister Alexander
Putz besuchte die Wissenschaftsbank und beteiligte sich am Gespräch.
Hofmann ist mit der Resonanz hoch zufrieden: „Der direkte Austausch
zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist enorm wichtig, vor allem bei
gesellschaftsrelevanten Themen wie der Energiewende. Es ergaben sich dabei
sehr gute Diskussionen.“ Die Aktion war Teil der hochschulübergreifenden
Veranstaltung „Science Bench“, die der Hochschulverbund TRIO (Transfer und
Innovation Ostbayern) in der ersten Juliwoche organisierte. Neben der
Hochschule Landshut beteiligten sich Wissenschaftler in Amberg,
Deggendorf, Passau und Regensburg an dem Format.

Direktes Gespräch auf Augenhöhe

Den Forschern der ostbayerischen Hochschulen ist daran gelegen, den
Menschen aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es bei der Energiewende gibt,
wie die Dinge zusammenhängen und was dies konkret für sie bedeutet. Dabei
ist es ihnen wichtig, fernab von Hochschule und Vorlesung mit den Menschen
direkt ins Gespräch zu kommen und zu hören, was sie bewegt. Hofmann
betont: „Die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt,
können wir nur gemeinsam meistern, das heißt, wir müssen miteinander im
Gespräch bleiben.“

Kontakt zu Menschen in der Region

Dazu gehöre eben auch, ungezwungen miteinander zu diskutieren, zuzuhören
und Fragen zu beantworten. „Mit TRIO wollen wir einerseits den Austausch
zwischen den ostbayerischen Hochschulen und der Wirtschaft intensivieren,
wir wollen aber vor allem auch den Kontakt zu den Menschen in unserer
Region suchen und verständlich machen, was an den Universitäten und
Hochschulen passiert. Genau das ist das Ziel der Aktion Science Bench“,
beschreibt Prof. Dr. Tomas Sauer, wissenschaftlicher Leiter des Projekts
TRIO, das Konzept.

Nähe zur Wissenschaft schaffen

Die Science Bench ist ein Kommunikationsformat, das auf eine Idee von
Prof. Katja Becker, Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft,
zurückgeht. Der Charme dieser Art von Wissenschaftskommunikation besteht
in der persönlichen Nähe, die zwischen den Menschen auf der Straße und den
Forschenden geschaffen wird. Das TRIO- Organisationsteam der sechs
Hochschulen hofft, mit diesem Format in den ostbayerischen Innenstädten
Menschen zu erreichen, die mit Wissenschaft nicht oder nur selten in
Berührung kommen.

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Verschwörungstheorien zu Corona: Wie gelingt Aufklärung in der Schule?

Die Corona-Pandemie verunsichert viele Menschen. Das begünstigt die
Verbreitung von Verschwörungstheorien. Auch Kinder und Jugendliche sind
zunehmend mit diesen konfrontiert. Wie Lehrerinnen und Lehrer dieses
komplexe Thema im Unterricht aufgreifen und zu einem kritischen Umgang mit
Querdenkern und Co. anregen können, zeigt der Politikdidaktiker Prof. Dr.
Andreas Petrik von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in
einem Beitrag im Fachjournal "Gesellschaft. Wirtschaft. Politik". Er
entwickelte einen konkreten Vorschlag für eine Unterrichtseinheit, in der
sich Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Verschwörungstheorien
auseinandersetzen sollen.

"Der Verschwörungsglaube erschüttert die Grundfesten unserer Demokratie.
Im schlimmsten Fall führt dies nicht nur zur Politikverdrossenheit und
Wissenschaftsfeindlichkeit, sondern zu Gewalt, wie wir beispielsweise bei
den Querdenken-Demonstrationen sehen können", sagt Prof. Dr. Andreas
Petrik, der an der MLU Didaktik der Sozialkunde und politische Bildung
lehrt. Schulen hätten die Aufgabe, Kinder und Jugendliche über
Verschwörungstheorien und die rhetorisch-manipulativen Mittel, die zu
ihrer Verbreitung genutzt werden, aufzuklären, so Petrik.

Der Didaktiker entwickelte den Entwurf für eine Unterrichtseinheit, um das
Thema möglichst vielseitig und kritisch zu behandeln. "Die Schülerinnen
und Schüler werden dabei zu kleinen Sozialwissenschaftlerinnen und
-wissenschaftlern, die sich mit verschiedenen Verschwörungsbewegungen
auseinandersetzen und diese anhand von nachvollziehbaren Kriterien
bewerten sollen", fasst er zusammen. Wichtig sei dabei auch, dass die
Lehrkräfte das Ziel der Übung am Anfang deutlich formulieren. "Es geht
nicht darum, die Schülerinnen und Schüler auf eine Meinung einzuschwören.
Der Umgang der Bundesregierung und der Länder mit der Pandemie darf und
soll durchaus kontrovers diskutiert werden - allerdings immer auf der
Basis von Fakten", so Petrik. Deshalb stehen Recherche und Kriterien zur
Überprüfung von Tatsachenbehauptungen im Zentrum der Übung. Dabei soll die
tragende Rolle von Qualitätsjournalismus und Wissenschaft für die
Demokratie deutlich werden.

Für die neue Veröffentlichung sammelte Petrik zahlreiche Online-Artikel
und -Videos verschiedener Gruppierungen, denen nachgesagt wird,
Verschwörungstheorien in Bezug auf das Coronavirus zu verbreiten. Dazu
zählt er rechtspopulistische, linkspopulistische, wissenschaftsverzerrende
und spirituell-esoterische Bewegungen. "Die Bewegungen sind nicht
trennscharf voneinander zu unterscheiden. Die Ablehnung des sogenannten
Mainstreams oder der Eliten in Politik, Wissenschaft und Medien ist allen
gemeinsam", sagt Petrik.

Im Unterricht sollen Kleingruppen dann eine der vier Strömungen und
verschiedene dazugehörige Quellen, etwa Videos oder Onlinetexte,
analysieren und mit Hilfe von Faktenportalen auf ihren Wahrheitsgehalt
überprüfen. So soll ein wissenschaftliches, nachvollziehbares Urteil über
die untersuchte Perspektive ermöglicht werden. Ziel der Unterrichtseinheit
ist es, die Schülerinnen und Schüler für die Thematik zu sensibilisieren
und ihnen das nötige Recherchewerkzeug zu vermitteln. Auch der Umgang mit
Menschen, die einer Verschwörungstheorie Glauben schenken, soll in
Rollenspielen trainiert werden: "Es ist wichtig, diese Menschen nicht von
oben herab zu belehren. Stattdessen sollten auch ihre Ängste, das Gefühl
von Ohnmacht oder Benachteiligung wahr- und ernstgenommen werden", sagt
Petrik.

Der Entwurf und alle weiteren Materialien stehen online kostenfrei zur
Verfügung und können direkt in den Unterricht, aber auch in
Lehrveranstaltungen an Universitäten, integriert werden.



Originalpublikation:
Zur Veröffentlichung: Petrik, Andreas. Corona-Verschwörungstheorien im
Faktencheck. Entwurf einer wissenschaftspropädeutischen Problemstudie. GWP
- Gesellschaft. Wirtschaft. Politik. (2021) doi: 10.3224/gwp.v70i2.15
https://www.budrich-journals.de/index.php/gwp/article/view/37286

Das komplette Material ist online verfügbar: https://www.zsb.uni-
halle.de/download/didaktischer-koffer/unterrichtsreihen/corona-
verschwoerungstheorien/

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Strategie zur industriellen Wärmewende: Weichen für eine nachhaltige Prozesswärmeversorgung jetzt stellen

Grafik: Erzielbare Temperaturen auf Basis Erneuerbarer Energien in NRW und potenzielle industrielle Anwendungen  IN4climate.NRW
Grafik: Erzielbare Temperaturen auf Basis Erneuerbarer Energien in NRW und potenzielle industrielle Anwendungen IN4climate.NRW

Ob Schmelzen, Schmieden, Brennen oder Trocknen – die Herstellung wichtiger
Grundstoffe wie Metall, Glas, Papier oder Zement erfordert hohe
Temperaturen. Damit macht Prozesswärme rund zwei Drittel des
Energiebedarfs der deutschen Industrie aus. Wie die Umstellung auf eine
klimaneutrale Versorgung mit Blick auf die Klimaziele möglichst zeitnah
gelingen kann, zeigt das von der Landesinitiative IN4climate.NRW
veröffentlichte Diskussionspapier „Industriewärme klimaneutral: Strategien
und Voraussetzungen für die Transformation“.

Inhaltlich unterstützt wird das Strategiepapier von 17 Unternehmen und
Verbänden der energieintensiven Branchen sowie renommierten
Forschungspartnern des Think Tanks aus NRW.

Welche Technologien eignen sich für welche Branche? Wie könnten bestehende
Hemmnisse überwunden werden? Das Papier fasst übersichtlich verschiedene
Lösungsansätze für die energieintensiven Branchen zusammen und gibt
Impulse, wie eine gesamtsystemische Herangehensweise aussehen kann. „Die
Lösungen sind je nach Branche und Produktionsprozess zwar unterschiedlich,
aber allen ist gemeinsam: Sie benötigen verlässliche und bezahlbare
Erneuerbare Energien“, so Samir Khayat, Geschäftsführer der Initiative
IN4climate.NRW.

Aktuell basiert die Erzeugung von Prozesswärme noch fast ausschließlich
auf fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas. Der Ausbau der
Erneuerbaren zur Wärme-erzeugung stagniert seit Jahren bei einem Anteil
von lediglich rund 15 Prozent (zum Vergleich: Anteil EE am Strombedarf
zirca 45 Prozent). „Für das Erreichen der Klimaziele der Bundesregierung
ist die Wärmewende in der Industrie, also die Energiewende im Wärmesektor,
aber essenziell. Damit sie gelingen kann und bereits vorhandene
Lösungstechnologien im industriellen Maßstab genutzt werden können, müssen
entsprechende politische Weichen jetzt unbedingt gestellt werden“, betont
Khayat.

Vier-Stufen-Modell beschreibt Prioritäten der Transformation

Das für diese Transformation von den AutorInnen vorgeschlagene Vier-
Stufen-Modell sortiert die wichtigsten Handlungsoptionen auf dem Weg zu
einer klimaneutralen Wärmeversorgung stufenweise entsprechend ihres
Wirkungsgrads:

•       Stufe 1: Steigerung der Effizienz, z. B. über interne und externe
Nutzung von Abwärme
•       Stufe 2: Erschließung regenerativer Wärmequellen wie Solar- oder
Geothermie, wo es Standort und Temperaturniveau ermöglichen
•       Stufe 3: Nutzung erneuerbaren Stroms für die Wärmeerzeugung, z. B.
mit Elektrodenkesseln zur Prozessdampferzeugung
•       Stufe 4: Einsatz alternativer Energieträger wie z. B. grüner
Wasserstoff oder Biomethan für Prozesse, die unter anderem besonders hohe
Temperaturen oder spezielle Prozessbedingungen erfordern und daher keine
Alternativen zulassen

Als größte Herausforderungen für die bislang stagnierende Wärmewende im
Industriesektor sehen die AutorInnen die wechselseitigen Abhängigkeiten
von Unternehmen, übergeordneten Netzplanungen und politischen Leitplanken
im Zusammenspiel mit der Entwicklung passender Technologien im
Industriemaßstab. Sie definieren Lösungsvorschläge mit entsprechenden
Schritten und Strategien für die beteiligten Stakeholder in der Politik,
bei Übertragungsnetzbetreibern, Unternehmen und in der Forschung.

Erarbeitet wurde das Papier innerhalb der Arbeitsgruppe Wärme bei
IN4climate.NRW. Mitgetragen wird es von den Unternehmen Covestro,
Currenta, GMH Gruppe, Kabel Premium Pulp & Paper, Lanxess, RHM, Saint-
Gobain, Speira, Spenner und Trimet Aluminium sowie den
Forschungseinrichtungen Fraunhofer UMSICHT, Institut der deutschen
Wirtschaft, Wuppertal Institut, RWTH Aachen (Lehrstuhl für Technische
Thermodynamik), VDEh-Betriebsforschungsinstitut (BFI), dem Bundesverband
der Glasindustrie sowie der Wirtschaftsvereinigung Metalle.

Originalpublikation:
https://www.in4climate.nrw/fileadmin/Nachrichten/2021
/Diskussionspapier_kimaneutrale-Industriewaerme/diskussionspapier-
klimaneutrale-waerme-industrie-cr-in4climatenrw.pdf

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